SCHIRMER, Marcel (Hannah-Arendt-Str. 8, Bonn, 53175, DE)
| Patentansprüche: 1. Verfahren zur Identifizierung und/ oder Lieferungsverfolgung von in Sendungen zusammengefassten Objekten in einem Logistiksystem umfassend die Schritte: a) Zuordnung wenigstens eines RFID - Transponders mit einem einmaligen Identcode zu jedem der Objekte; b) Zusammenfassen von wenigstens zwei Objekten zu einer Sendung; c) Bereitstellen eines ersten RFID - Lesegeräts und Auslesen aller in einer Sendung zusammengefassten RFID - Transponder zur Ermittlung deren Identcodes; d) Generieren eines Datensatzes zu jedem Objekt, umfassend zumindest seinen identcode sowie den identcode wenigstens eines weiteren Objekts der Sendung, der das Objekt angehört und Ablegen des Datensatzes in einer Datenbank; e) Bereitstellen der Datenbank für weitere Glieder des Logistiksystems oder und für die Kundensysteme; f) Übergeben der Sendung an ein weiteres Glied des Logistiksystems oder und für die Kundensysteme; g) Bereitstellen eines zweiten RFID - Lesegeräts und Auslesen wenigstens eines RFID - Transponders in der Sendung zur Ermittlung des hierauf gespeicherten identcodes, wobei nicht alle RFID - Transponder der Sendung ausgelesen werden müssen; h) Vergleich des mit dem zweiten RFID - Lesegerät ausgelesenen Identcodes mit den Datensätzen der Datenbank und Identifizieren des Objekts anhand des ausgelesenen Identcodes; i) Ermittlung wenigstens eines weiteren Objekts der Sendung aus der Datenbank. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Datensatz zu jedem Objekt die Identcodes aller übrigen Objekte der Sendung, der das Objekt angehört, umfasst. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt i) alte übrigen Objekte der Sendung aus der Datenbank ermittelt werden. 4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Datensatz weitere Informationen zu dem Objekt und/ oder der Sendung umfasst, insbesondere Bestimmungsland, Bestimmungsort, Orts- und Zeitangaben zur Herstellung, Verpackung, Bezeichnung des Objekts, Artikelnummer, Zettpunkt der Erstellung des Datensatzes und/ oder Informationen zu vorangegangenen Erfassungen und/ oder Erfassungspunkten. 5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste RFiD - Lesegerät ein stationäres Lesegerät ist, insbesondere ein RFID - Tunnel-Lesegerät, wobei das Auslesen von in einer Sendung zusammengefassten RFID - Transpondern in einem Schritt, vorzugsweise zeitgleich, erfolgt. 6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite RFID - Lesegerät ein mobiles Lesegerät ist, insbesondere ein RFID - Handlesegerät. 7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Objekt ein Kleidungsstück ist. 8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuordnung des RFID - Transponders durch Befestigen am oder im Objekt erfolgt, insbesondere durch Einnähen in das Kleidungsstück. 9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem zweiten RFI D-Lesegerät ein oder wenige RFID-Transponder pro Sendung ausgelesen wird. 10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Sendung 2 bis 500 Objekte umfasst. 11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Sendung wenigstens 30, insbesondere wenigstens 50 Objekte umfasst. 12. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sendung eine Kiste, ein Karton, Palette und/oder ein Container ist. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Datensatz jedes Objektes hinterlegt wird, auf welcher Palette oder in welchem Container es zusammengefasst ist. 14. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sendung zum Auslesen der RFID - Transponder nicht geöffnet wird. 15. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass afs RFID - Transponder passive RFID - Transponder verwendet werden. 16. Logistiksystem zur Identifizierung und/ oder Lfeferungsverfolgung von in Sendungen zusammengefassten Objekten, insbesondere zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 15, umfassend zumindest ein erstes und zumindest ein zweites RFID - Lesegerät, ein Computersystem mit wenigstens einem Server und einem Netzwerk, über welches das erste und zweite RFID - Lesegerät mit dem Server verbunden sind, wobei das erste RFID - Lesegerät so ausgestaltet ist, dass hiermit eine Vielzahl von RFID - Transpondern zeitgleich erfasst und deren Identcodes ausgelesen werden können und wobei der Server Mittel zur Speicherung von Datensätzen und zum Zusammenfassen dieser Datensätze in einer Datenbank aufweist, in der zu jedem in einer Sendung zu transportierenden Objekte dessen einmaliger Identcode sowie der Identcode wenigstens eines weiteren Objekts der Sendung hinterlegt werden kann. 17. Logistiksystem nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das erste RFID - Lesegerät zumindest 30, vorzugsweise zumindest 50 RFID Transponder zeitgieich erfassen und deren Identcodes auslesen kann. 18. Logistiksystem nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass das erste RFID - Lesegerät folgende Komponenten umfasst: - RFID - Tunnel-Lesegerät, - gewünschtenfalls eine Ampel zur Anzeige des Betriebszustandes, - gewünschtenfalls einen Monitor, - gewünschtenfalls eine elektromagnetische Abschirmung, - gewünschtenfalls ein Barcodescanner zur Erfassung eines Sendungsbarcodes, - eine (lokale) RFID-Edgeware zur Steuerung des RFID - Tunnel-Lesegeräts, - eine (zentrale) RFID-Middleware zur Datenspeicherung sowie - gewünschtenfalls ein Förderband zur Weiterleitung der Sendungen. |
zusammengefassten Objekten
Beschreibung:
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Identifizierung und/ oder
Lieferungsverfolgung von in Sendungen zusammengefassten Objekten in einem
Logistiksystem. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Logistiksystem zur Durchführung dieses Verfahrens.
Die Erfassung, Identifizierung und Verfolgung einzelner Objekte beim Transport in einem Logistiksystem sind aus dem Stand der Technik bekannt. Hierzu werden verschiedene Methoden verwendet, um die Objekte während des Transports elektronisch zu erfassen beziehungsweise zu identifizieren. So sind in der US 2004/0249652 A1 ein derartiges Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, um den Transport und die Auslieferung von Gegenständen, insbesondere von Postsendungen, zu überwachen. Jeder zu befördernde Gegenstand ist mit zwei Strichmustern („bar codes") versehen, die den Gegenstand eindeutig kennzeichnen. Während des Transports durchläuft der Gegenstand mehrere Bearbeitungsstationen, in denen die Strichmuster des Gegenstands jeweils abgescannt werden. Der Zeitpunkt, an dem die Strichmuster in dieser Bearbeitungsstation abgescannt wird, wird erfasst und gemeinsam mit einer Kennung der Bearbeitungsstation an eine zentrale Überwachungsstation mit Datenbank („electronic shipping Office" mit„integrated data System") übermittelt. Dadurch wird der Weg des Gegenstands verfolgt. Das Einscannen von Strichmustern stellt zwar prinzipieii eine durchaus ausgereifte Technik dar, jedoch setzt das Verfahren voraus, dass das Strichmuster optisch zugänglich ist Diese Voraussetzung ist bei Massendurchsatz unterschiedlich geformter Pakete nicht immer auf Anhieb gegeben. Außerdem muss jedes Paket einzeln gescannt werden, was viel Zeit in Anspruch nimmt. in der US 2003/0050874 A1 wird vorgeschlagen, den Ort zu verfolgen, an dem sich ein zu transportierender Gegenstand gerade befindet. Hierfür wird der Gegenstand mit einem elektronischen Begleitzettel („ticket") versehen, z. B. in Form eines Strichmusters („bar codes") oder eines„RFID tags". Im Begleitzettel ist z. B. angegeben, wohin und an wen der Gegenstand zu transportieren ist. Bei Auslieferung des Gegenstands wird der Begleitzettel gelesen, und der tatsächliche Ort und Zeitpunkt der Auslieferung werden abgespeichert. In der DE 100 43 752 A1 sind ein Verfahren und ein System zur Organisation von
Logistikvorgängen beschrieben. Die in dem Logistiksystem bewegten Packstücke sind mit wiederholt beschreibbaren RFID - Transpondern ausgerüstet, so dass die auf den
Transpondern enthaltenen Informationen ständig aktualisiert werden können, um
beispielsweise Logistikvorgänge, insbesondere einzelne Transportvorgänge, zu bestätigen und zu quittieren.
Aus der DE 10 2006 053 671 A1 ist ein Verfahren zur Bearbeitung von Postsendungen innerhalb eines Posttransport- und Postverteilsystems bekannt, wobei letzteres wenigstens ein erstes Postverteilzentrum, ein zweites Postverteilzentrum und eine elektronische Paketfachanlage im Bereich des zweiten Postverteilzentrums umfasst. Bei dem Verfahren werden in dem ersten Postverteilzentrum auf der Postsendung befindliche Daten von einer Lesevorrichtung erfasst. Bei den erfassten Daten handelt es sich wenigstens um die Postsendung eindeutig identifizierende Informationen und um Angaben zum Empfänger der Sendung. Diese erfassten Daten werden einer ersten Datenverarbeitungseinheit im Bereich des ersten Postverteilzentrums übermittelt und dort verarbeitet. Anhand einer mit der Datenverarbeitungseinheit in Verbindung stehenden Datenbank werden
Umleitungsverfügungen des ermittelten Empfängers berücksichtigt. Die Daten der
Postsendungen können in einem RFID - Transponder hinterlegt sein.
Bei den zuletzt genannten Verfahren wird zwar jedes Packstück mit einem RFID - Transpondern ausgerüstet, es ist jedoch nicht nachvollziehbar, welche einzelnen Objekte sich in dem Packstück befinden. Zwar ist nach diesen Verfahren die Bündelung einer Vielzahl von Objekten zu größeren Sendungen grundsätzlich möglich, jedoch muss anschließend jedes einzelne der Objekte anhand seines RFID - Transponders identifiziert werden, was einen zeitaufwendigen Arbeitsschritt darstellt. Das liegt unter anderem daran, dass nicht an sämtlichen Gliedern einer Logistikkette leistungsfähige RFID - Lesegeräte vorhanden sind, beispielsweise auf einem Transportfahrzeug. Aus diesem Grund ist der praktische Nutzen des Einsatzes der RFID - Technik im Vergleich zu den zuvor
beschriebenen Kennzeichnungen über Strichmuster begrenzt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben eines Logistiksystems bereit zu steilen, bei dem eine Vieizahi von Objekten zu größeren Einheiten zusammengefasst werden kann und deren Identifikation an jedem Ort der Logistikkette mit geringem Aufwand möglich ist. Außerdem soll das Verfahren die Möglichkeit bieten, unter geringem Aufwand auch innerhalb der Logisiikkette eine Urnsortierung der einzelnen Objekte zu anderen Sendungen oder die weitere Zusammenfassung mehrerer Sendungen zu erlauben. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Identifizierung und/ oder
Lieferungsverfolgung von in Sendungen zusammengefassten Objekten in einem
Logistiksystem umfassend die Schritte:
a) Zuordnung wenigstens eines RFiD - Transponders mit einem einmaligen Identcode zu jedem der Objekte;
b) Zusammenfassen von wenigstens zwei Objekten zu einer Sendung;
c) Bereitstellen eines ersten RFiD - Lesegeräts und Auslesen aller in einer Sendung zusammengefassten RFID - Transponder zur Ermittlung deren Identcodes;
d) Generieren eines Datensatzes zu jedem Objekt, umfassend zumindest seinen
Identcode sowie den Identcode wenigstens eines weiteren Objekts der Sendung, der das Objekt angehört und Ablegen des Datensatzes in einer Datenbank;
e) Bereitstellen der Datenbank für weitere Glieder des Logistiksystems;
f) Übergeben der Sendung an ein weiteres Glied des Logistiksystems,
g) Bereitstellen eines zweiten RFID - Lesegeräts und Auslesen wenigstens eines RFID - Transponders in der Sendung zur Ermittlung des hierauf gespeicherten identcodes, wobei nicht alle RFID - Transponder der Sendung ausgelesen werden;
h) Vergleich des mit dem zweiten RFID - Lesegerät ausgelesenen identcodes mit den Datensätzen der Datenbank und Identifizieren des Objekts anhand des
ausgelesenen Identcodes;
i) Ermittlung wenigstens eines weiteren Objekts der Sendung aus der Datenbank.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die eingangs genannten Probleme dadurch gelöst werden können, dass sämtliche in einer Logistikkette zu transportierende Objekte mit einem individuellen RFID - tag versehen werden. Da bekannt ist, welches Objekt welchen RFID - tag trägt, kann jedes dieser Objekte anhand dessen eindeutig identifiziert werden. Unter einem RFID - tag wird ein RFID - Transponder verstanden, der mit einer individuellen Identifikationskennung, kurz Identcode, versehen ist.
Diese mit RFID - Transpondern versehenen Objekte können anschließend in beliebiger Weise zu größeren Sendungen, beispielsweise in Kartons verpackt, zusammengefasst und dann durch ein erstes RFID - Lesegerät geführt werden, welches in der Lage ist, eine Vielzahl von RFID - Transpondern in einem Schritt, insbesondere zeitgieich auszulesen. Zu diesem Zweck werden erfindungsgemäß bevorzugt stationäre Lesegeräte verwendet, insbesondere RFiD - Tunnel-Lesegeräte.
Da jedes Objekt anhand seines individuellen Identcodes unmittelbar identifizierbar ist, wird in diesem Schritt elektronisch ermittelt, welche Objekte sich tatsächlich in einem bestimmten Karton befinden. Die Zuordnung Objekt - Identcode - Sendung wird anschließend als Datensatz in einer Datenbank hinterlegt, so dass es beispielsweise anhand eines Objekt beziehungsweise dessen Identcode möglich ist zu ermitteln, weiche anderen Objekte sich mit diesem Objekt zusammen in einer Lieferung befinden. Dabei kann wenigstens ein weiteres Objekt aus der Sendung ermittelt werden.
Wird eine solche Sendung mit einer Vielzahl von Objekten verschickt, genügt es, ein einziges Objekt dieser Sendung zu identifizieren, um unter Rückgriff auf die oben genannte Datenbank zumindest ein weiteres Objekt der Sendung oder gar den gesamten Inhalt der Sendung zu ermitteln. Hierfür kann ein zweites RFID - Lesegerät verwendet werden, das technisch deutlich weniger aufwändig als das erste RFID - Lesegerät ausgestaltet sein kann. Hierfür kommt beispielsweise ein RFID— Handlesegerät in Frage, mit dem nur wenige einzelner RFiD - Transponder bei einem Scan ausgelesen werden können. Da es nur darauf ankommt ein beliebiges Objekt aus der Sendung zu identifizieren, kann das Auslesen durch die geschlossene Verpackung der Sendung geschehen, so dass die Sendung nicht einmal geöffnet werden muss. Wird beispielsweise ein bestimmtes Objekt in der Sendung gesucht, kann auf diese Weise überprüft werden, ob es sich in dieser Sendung befindet, ohne dass es unmittelbar gefunden werden müsste. Damit wird das Öffnen und Entleeren der Sendung überflüssig, um das gesuchte Objekt aufzufinden. Das Scannen der Sendung mit einem zweiten RFID - Lesegerät kann beliebig oft und an verschiedenen Positionen innerhalb der Logistikkette wiederholt werden.
Der Begriff der Logistikkette und des Logistiksystems wird bei der vorliegenden Erfindung im weitest möglichen Sinne verstanden. Eine Logistikkette umfasst dabei sämtliche Stationen, die eine Sendung beziehungsweise ein Objekt vom Versender bis zum letzten Empfänger durchläuft, das heißt verschiedene Lager, Umschlagplätze, Transportmittel und so weiter. Der Begriff des Logistiksystems umfasst neben den zuvor genannten Komponenten zusätzlich die Geräte, die zur Verarbeitung der Sendungen beziehungsweise der Objekte benötigt werden, wie Computer, Netzwerke, Mass- und Kontrollstellen und so weiter. Der Begriff Logistiksystem umfasst insbesondere Systeme, welche die erforderlichen Mittel und Einrichtungen enthalten, um den Transport von Gegenständen von einem Abgangsort zu einem Zustellpunkt auf einem Transportweg innerhalb eines Transportsystems durchzuführen. Ferner sind die erfindungsgemäßen Vorrichtungen Bestandteil des
Logistiksystems.
Bei dem Abgangsort handelt es sich beispielsweise um einen Lagerort oder Einlieferungsort beispielsweise eines zu verkaufenden beziehungsweise verkauften Gegenstandes.
Die eindeutige Zuordnung eines RFID - Transponders mit individuellem Identcode zu einem Objekt ermöglicht jedoch nicht nur dessen einfache Identifikation innerhalb der Logistikkette. Es ist vielmehr möglich, anhand des identcodes auch die Herkunft des Objekts zu überprüfen, insbesondere, ob es sich um Originalware handelt. Insofern verbessert das erfindungsgemäße Verfahren gleichzeitig auch den Schutz gegen Produktpiraterie.
Die in der Datenbank zusammengestellten Informationen oder Teile hiervon können beispielsweise den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Hierzu können automatisch generierte Nachrichten mit den entsprechenden Informationen beispielsweise bei der Erfassung der Sendung im ersten RFID - Lesegerät versandt werden. Auch können bei weiteren Überprüfungen mit zweiten RFID - Lesegeräten weitere automatisch generierte Nachrichten verschickt werden, beispielsweise einschließlich Informationen über den derzeitigen Standort der Sendung.
Umgekehrt können auch von der Kundenseite Informationen zur Verfügung gestellt werden. Hierzu kann zu jedem Objekt dessen exakte Bezeichnung und/oder dessen Artikelnummer sowie dessen Identcodes übermittelt werden. Diese Informationen können dann ebenfalls in der im erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten Datenbank eingespeist werden.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Datensatz zu jedem Objekt die Identcodes aller übrigen Objekte der Sendung, der das Objekt angehört, umfassen. Auf diese Weise kann zu einem späteren Zeitpunkt der gesamte Inhalt einer Sendung bestimmt werden. Aus diesem Grund ist es weiter bevorzugt, dass in Schritt i) alle übrigen Objekte der Sendung aus der Datenbank ermittelt werden. Dies ist besonders vorteilhaft, weil hiermit eine Sendungsüberprüfung sowohl beim Versenden als auch beim Empfangen der Sendung mit sehr geringem Aufwand möglich ist. Gleichzeitig eröffnet dieses Verfahren eine zuverlässige Überprüfung der Vollständigkeit einer Sendung. Zu einem Objekt kann neben seinem Identcode, sowie dem Identcode zumindest eines weiteren Objekts der Sendung, der das Objekt angehört, jeder Datensatz weitere Informationen zu dem Objekt und/ oder der Sendung umfassen, insbesondere Bestimmungsland, Bestimmungsort, Orts- und Zeitangaben zur Herstellung, Verpackung, Bezeichnung des Objekts, Artikelnummer, Zeitpunkt der Erstellung des Datensatzes und/ oder Informationen zu vorangegangenen Erfassungen und/ oder Erfassungspunkten. Wenn diese Informationen im Logistiksystem auf Anfrage zur Verfügung gesteilt werden, können diese Daten an jedem Punkt der Logistikkette durch einfache Abfrage mit einem zweiten, beispielsweise mobilen, RFID - Lesegerät angezeigt werden.
In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das erste RFID - Lesegerät ein stationäres Lesegerät, insbesondere ein RFID - Tunnel-Lesegerät, wobei das Auslesen aller in einer Sendung zusammengefassten RFID - Transponder in einem Schritt, vorzugsweise zeitgleich, erfolgt.
Bei den erfindungsgemäß besonders bevorzugt verwendeten RFID - Tunnel-Lesegeräten, die auch als " RFiD - TunnelReader" bezeichnet werden, handelt es sich um eine mit RFID - Technoiogie ausgestattete Leseeinrichtung, welche in der Lage ist, in Echtzeit den gesamten Inhalt einer Sendung, also beispielsweise eines Kartons zu erfassen, ohne dass dieser hierfür geöffnet werden muss. Ein RFID - Tunnel-Lesegerät besteht aus dem RFID - Lesegerät selbst, sowie weiteren optionalen Komponenten, die beispielsweise der einfacheren Handhabung dienen oder die Anbindung an andere Komponenten des
Logistiksystems erleichtern. Hierzu kann das RFID -Lesegerät per LAN-Kabel an ein lokales Netzwerk verbunden oder mit Antennen zur kabellosen Datenübertragung der erfassten Informationen in einem Funknetzwerk ausgerüstet sein. Die Datenübertragung kann über sämtliche, für diese Zwecke bekannten Methoden erfolgen, also beispielsweise WLAN oder Bluetooth. Auf diese Weise können die Datensätze an ein Computersystem in Echtzeit übertragen werden, in dem die Datensätze in der Datenbank hinterlegt werden.
Das erste RFID -Lesegerät kann mit einer Lichtschranke zum Anschalten versehen sein. Das Gerät schaltet sich dann zweckmäßigerweise bei einer vorgebbaren Zeit der
Nichtnutzung in einen Ruhemodus und wird bei Auslösen der Lichtschranke wieder in den Lesemodus versetzt. Gleichzeitig kann durch die Lichtschranke der Lesevorgang in Gang gesetzt werden.
Das erste RFID -Lesegerät ist zweckmäßigerweise mit einem manuellen oder elektrischen Förderband gekoppelt, so dass das Gerat in betrieblichen Prozessen, insbesondere in Lagerhäusern einsetzbar ist und einen hohen Durchsatz erzielen kann. Erfindungsgemäß eingesetzte erste RFID -Lesegeräte können ferner mit einer Ampel ausgestattet sein, mit welcher der Betriebszustand des Geräts angezeigt wird. Eine genauere Anzeige des Betriebszustandes und auch der Ergebnisse der Auslösungen der Sendungen kann alternativ oder zusätzlich über einen Monitor erfolgen, der mit dem ersten RFID -Lesegerät verbunden wird.
Da die von solchen RFID -Lesegeräten ausgesandte elektromagnetische Strahlung sich teilweise sehr stark in den Raum ausbreiten kann, kann an entsprechenden Stellen eine Metalikonsiruktion zur Abschirmung und Fokusierung der elektromagnetischen Strahlung im Tunnelinneren angebracht sein.
Zur Steuerung des ersten RFID -Lesegeräts kann dieses mit einer Software, vorzugsweise einer RFID-Edgeware (oder auch lokale RFID Middelwarekomponente genannt), versehen sein.
Zur Datenspeicherung oder Datenzwischenspeicherung können die erfindungsgemäß verwendeten ersten RFID -Lesegeräte über einen Speicher verfügen und mit einer entsprechenden Software programmiert sein, vorzugsweise einer zentralen RFID- Middleware zur Datenspeicherung.
In Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das zweite RFID - Lesegerät ein mobiles Lesegerät, insbesondere ein RFID - Handlesegerät. Solche Geräte sind prinzipiell bekannt. Diese verfügen in der Rege! über eine eigene Stromversorgung, ein Display, den eigentlichen RFID - Leser, einen Datenspeicher zum Speichern der gescannten
Informationen, sowie über eine Schnittstelle zur Datenübertragung. Die Schnittstelle zur Datenübertragung kann physisch sein, d.h. ein Kabelanschluss wie USB, FireWire oder dergleichen oder aber, was bevorzugt ist, eine Funkübertragungsschnittstelle. Hierfür kommen prinzipiell sämtliche Übertragungsmöglichkeiten in Betracht, wie WLAN oder Bluetooth, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Mit einem solchen mobilen Lesegerät können Sendungen an beliebiger Stelle innerhalb der Logistikkette untersucht werden. Da die Leistungsfähigkeit solcher mobilen Lesegeräte sehr begrenzt ist, wird in der Regel beim Scannen einer Sendung mit einer Vielzahl von mit RFID - Transpondern versehenen Einzelobjekten irgendeines der Objekte erfasst. Diese
Informationen, das heißt der Identcode des willkürlich erfassten Objekts, werden anschließend, gegebenenfalls nach vorheriger Zwischenspeicherung und/ oder Überprüfung, über die Schnittstelle in das Computersystem eingespeist. Unter Zugriff auf die im Server hinterlegte Datenbank können die übrigen Objekte der Sendung ermittelt werden, der das gescannte Objekt angehört. Dieses, im Server ermittelte Ergebnis wird anschließend über das Netzwerk zurück auf das mobile Lesegerät übertragen, welches das Ergebnis auf seinem Display anzeigt.
In bevorzugter Weise werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren mit dem zweiten RFID - Lesegerät genau ein oder sehr wenige RFID - Transponder pro Sendung ausgelesen. Hierdurch wird der Aufwand so gering wie möglich gehalten. Da jeder Identcode nur einmal vergeben wird, genügt es, ein einzelnes Objekt anhand seines Identcodes zu identifizieren, so dass mit Hilfe der in der Datenbank hinterlegten Informationen sämtliche anderen zur Sendung gehörenden Objekte identifiziert werden können. In vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Sendung zum Auslesen der RFID - Transponder nicht geöffnet.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders zweckmäßig zum Einsatz in der
Bekleidungsindustrie beziehungsweise für den Transport von Kleidungsstücken. Aus diesem Grund ist nach einer bevorzugten Ausführungsform das Objekt ein Kleidungsstück.
Die Zuordnung des RFID - Transponders zum Objekt kann beispielsweise durch Befestigen am oder im Objekt erfolgen. Wenn das Objekt ein Kleidungsstück ist, kann die Zuordnung des RFID - Transponders insbesondere durch Einnähen in das Kleidungsstück erfolgen.
In bevorzugter Weise umfasst jede Sendung 2 bis 500 Objekte, weiter bevorzugt 15 bis 300 Objekte, vor allem 20 bis 200 Objekte. Insbesondere umfasst jede Sendung wenigstens 30, besonders bevorzugt wenigstens 50 Objekte. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Sendung eine Kiste, ein Karton, eine Palette und/oder ein Container. Es liegt demnach im Rahmen der vorliegenden Erfindung, eine Vielzahl von Objekten in Kartons zu verpacken, diese anschließend auf Paletten zusammen- zustellen und in einen Container zu verfrachten, wobei letzterer ebenfalls eine Sendung im Sinne der vorliegenden Erfindung darstellt. Es genügt, ein Objekt aus einem Container zu identifizieren, um durch Rückgriff auf die Datenbank alle übrigen Objekte im Container zu ermittein. Diese Vorgehensweise lässt sich beliebig erweitern, beispielsweise auf eine ganze LKW- oder Schiffsladung.
Das Zusammenfassen zu Sendungen und deren Aufteilung kann im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens auch an einem Ort der Logistikkette erfolgen. So kann an einem Umschlagplatz ein Container mit einer Reihe von Kartons angenommen werden, wobei jeder Karton eine Vielzahl von Objekten beinhaltet. Diese Kartons werden beim Entladen des Containers auf Paletten umgeladen, die einen gebündelten Transport innerhalb des Umschlagplatzes ermöglichen. Zum Weiterversand können die Kartons anschließend von den Paletten aufgenommen und wieder zu größeren Gruppen zusammengefasst werden, die dann als Sendungen den Umschlagplatz wieder verlassen.
Hierfür werden zweckmäßigerweise die zusätzlichen Informationen, welches Objekt in weichem Karton auf welcher Palette in welchen Container verbracht wird, in der Datenbank hinterlegt. Nach einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird deshalb im Datensatz jedes Objektes hinterlegt, auf welcher Palette oder in weichem Container es zusammengefasst ist.
Obwohl im Rahmen der vorliegenden Erfindung sämtliche Arten von Transpondern einsetzbar sind, werden als RFID - Transponder vorteilhafterweise passive RFID - Transponder verwendet. Diese sind erheblich kostengünstiger, was in Anbetracht der Tatsache, dass jedes der Objekte mit einem eigenen RFID - Transponder versehen ist, einen wichtigen Aspekt darstellt. Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung betrifft ein Logistiksystem zur
Identifizierung und/ oder Lieferungsverfolgung von in Sendungen zusammengefassten Objekten, insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, umfassend zumindest ein erstes und zumindest ein zweites RFID - Lesegerät, ein Computersystem mit wenigstens einem Server und einem Netzwerk, über welches das erste und zweite RFID - Lesegerät mit dem Server verbunden sind, wobei das erste RFID - Lesegerät so
ausgestaltet ist, dass hiermit eine Vielzahl von RFID - Transpondern zeitgleich erfasst und deren Identcodes ausgelesen werden können und wobei der Server Mittel zur Speicherung von Datensätzen und Zusammenfassen dieser Datensätze in einer Datenbank aufweist, in der zu jedem in einer Sendung zu transportierenden Objekte dessen einmaliger Identcode sowie der Identcode wenigstens eines weiteren Objekts der Sendung hinterlegt werden kann. In vorteilhafter Weiterbildung des erfindungsgemäßen Logisiiksystems ist das erste RFID - Lesegerät so ausgestaltet, dass es zumindest 30, vorzugsweise zumindest 50 RFID - Transponder zeitgleich erfassen und deren Identcodes auslesen kann. Weiter bevorzugt können erste RFID - Lesegeräte bis zu 200, vorzugsweise bis zu 300, besonders bevorzugt bis zu 500 RFID - Transponder zeitgleich erfassen und deren identcodes auslesen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Logistiksystems umfasst das erste RFID - Lesegerät folgende Komponenten:
- RFID - Tunnel-Lesegerät,
gewünschtenfails eine Ampel zur Anzeige des Betriebszustandes,
gewünschtenfatls einen Monitor,
gewünschtenfails eine elektromagnetische Abschirmung,
gewünschtenfails ein Barcodescanner zur Erfassung eines Sendungs- beziehungsweise Kartonbarcodes,
eine RFID-Edgeware zur Steuerung des RFID - Tunnel-Lesegeräts,
eine RFID-Middleware zur Datenspeicherung, bevorzugt zentral auf einem Server, insbesondere in einem Rechenzentrum sowie
gewünschtenfails ein Förderband zur Weiterleitung der Sendungen.
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels anhand der Fign. 1 bis 4 näher erörtert. Hierbei zeigt Fig. 1 Das Vorgehen beim Wareneingang,
Fig. 2 die Informationsverarbeitung beim Wareneingang,
Fig. 3 das Vorgehen beim Warenausgang und
Fig. 4 die Informationsverarbeitung beim Warenausgang,
Verfahren Wareneingang:
Das Vorgehen sowie die Informationsverarbeitung beim Wareneingang sind in den Fign. 1 und 2 schematisch dargestellt. Beim Wareneingang wird ein Karton mit einer Vielzahl von Objekten, im vorliegenden Fall Kleidungsstücke, durch einen RFID -Tunnelreader geschoben, wobei über eine Lichtschranke mit Hilfe einer daran gekoppelten RFID - Middlewarekompnente (RFID - Edgeware) das RFID - Lesegerät eingeschaltet wird. An jedem der Kleidungsstücke ist ein mit einem einmaligen Identcode versehener RFID - Transponder befestigt. Über ein Tagprotokoll und ein readerspezifisches Readerprotokoll bzw. das standardisierte Low-Levei Readerprotokoll werden die Identcodes der RFID - Transponder aller Objekte im Karton ausgelesen und als Leseevents zuerst an den Reader und dann an die RFID - Edgeware übertragen. Sofern der Karton über einen RFID Tag verfügt wird dieser Tag ebenfalls an die RFID Edgeware übertragen. Sofern der Karton über ein Barcodelabel verfügt, kann das Label gescannt und ebenfalls an die Middleware übertragen werden. Die RFID - Edgeware validiert, konsolidiert und filtert die Leseevents, Anschließend werden die Events in Application Level Events (ALE) umgewandelt und an die zentrale RFID - Midd!ewarekomponente gesendet. Der ALE-Manager der zentralen RFID - Middlewarekomponente validert die Nachricht und wandelt diese in einen standardisierten Eventtyp EPC Object Event (EPC-OE) um. Dieses Event wird über ein Standardinterface (EPIS Capture interface) in ein Repository (EPC Information Services (EPCIS)) gespeichert. Wurde dieser Vorgang erfolgreich durchgeführt gibt die zentrale RFID - Middleware and die RFID - Edgeware das Signal, an einer Ampel des Tunnelreaders ein Signal anzuzeigen. Verfahren Warenausgang:
Das Vorgehen sowie die Informationsverarbeitung beim Warenausgang sind in den Fign, 3 und 4 schematisch dargestellt. Mittels einen mobilen RFID - Lesegeräts, eines„ RFID - Handheld", können beliebig viele Kartons während des Warenausgangs erfasst werden. Nach jeder Lesung durch das RFID - Handheld werden die erfassten RFID - Transponder beziehungsweise der hierauf hinterlegte Identcode an die RFID - Edgeware übermittelt. Die RFID - Edgware wandelt die Erfassung in eine ALE-Nachricht um und sendet diese an die zentrale RFID - Komponente. Der ALE-Manager der zentralen RFID - Middlewarekomponente validert die Nachricht und wandelt diese in einen standardisierten Eventtyp EPC Object Event (EPC-OE) um und speichert das Event in dem EPCIS. Mittels des standardisierten EPCIS Query Interfaces werden im EPCIS die zu den während des Warenauseingangs erfassten Kartons zugehörigen Warenetngangs-lnformationen gesucht. Die Anzahl der gefundenen Karton Identifizierungen werden dann via zentraler und lokaler RFID-Middleware Komponente an das Handheld übertragen und auf dem Display des Handhelds angezeigt.
Next Patent: ECHOCARDIOGRAM VIEW CLASSIFICATION USING EDGE FILTERED SCALE-INVARIANT MOTION FEATURES
