WICKERT, Stefan (Schlierbacher Str. 29/4, Albershausen, 73095, DE)
BOEHM, Andre (Stotzstrasse 29, Kornwestheim, 70806, DE)
WICKERT, Stefan (Schlierbacher Str. 29/4, Albershausen, 73095, DE)
| Ansprüche 1 . Verfahren zur Initialisierung und des Betriebs eines Batteriemanagementsystems, umfassend die Schritte: Starten des Batteriemanagementsystems (S1 ); Auslesen von in einem nichtflüchtigen Speicher der Batterie gespeicherten Batteriegrößen umfassend den letzten Ladezustand (SOCait) der Batterie (S2); Messung der Leerlaufspannung der Batterie (S3); Ermittlung eines aktuellen Ladezustandwertes (SOCakt) in Abhängigkeit von der gemessenen Leerlaufspannung (S4); Ermittlung eines Schätzwertes des Ladezustands (SOCSChätz) der Batterie als Funktion sowohl des gespeicherten letzten Ladezustands (SOCait) der Batterie als auch des aktuellen Ladezustandswertes (SOCakt) (S5); Initialisierung des Ladezustands im Batteriemanagementsystems mit dem ermittelten Schätzwertes des Ladezustands (SOCSChätz) (S6); und Betrieb des Batteriemanagementsystems mit den initialisierten Werten (S7). 2. Verfahren nach Anspruch 1 , wobei ferner eine Plausibilisierung der Zu- Standserkennung des Batteriemanagementsystems erfolgt, umfassend die Schritte: Vergleich von aktuellem Ladezustand (SOCakt) und zuletzt gespeichertem Ladezustand (SOCait) (S8); Abschalten der Batterie, wenn die Differenz aus dem aktuellen Ladezu- stand (SOCakt) und dem zuletzt gespeicherten Ladezustand (SOCait) über einem vorbestimmten Schwellenwert liegt (S9); oder Initialisierung des Batteriemanagementsystems mit dem ermittelten Schätzwertes des Ladezustands (SOCSChätz) wenn die Differenz aus aktuellem Ladezustands (SOCakt) und zuletzt gespeicherten Ladezustand (SOCait) unter dem vorbestimmten Schwellenwert liegt (S6). Verfahren nach Anspruch 2, wobei vor dem Abschalten des Batteriemanagementsystem oder der Initialisierung ferner eine weitere Plausibilisierung der Werte mittels eines Vergleichs des Leerlaufspannungs-abhängigen berechneten Ladezustand (SOCakt) mit einem Strom-Integral erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Ermittlung des aktuellen Ladezustands (SOCakt) mittels der gemessenen Leerlaufspannung und eines Temperatur/Leerlaufspannungs-abhängigen Kennfeldes erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Ermittlung des Ladezustandschätzers (SOCSChätz) durch gewichtete Mittelwertbildung aus dem gespeicherten letzten Ladezustand (SOCait) und dem aktuellen Ladezustand (SOCakt) erfolgt. Verfahren nach Anspruch 5, wobei bei der gewichteten Mittelwertbildung der zuletzt gespeicherte Ladezustand (SOCait) und der aktuelle Ladezustand (SOCakt) gleichgewichtet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Gewichtung bei der gewichteten Mittelwertbildung in Abhängigkeit von der Zeitdauer zwischen letzter Speicherung des Ladezustands (SOCait) und der Ermittlung des aktuellen Ladezustands (SOCakt) erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei während der Initialisierung der ersten Messwerterfassung von Leerlaufspannung und Strom nach dem Start der Batterie die zuletzt gespeicherten Batteriegrößen direkt als Initialisierungswerte der entsprechenden Batteriegrößen verwendet werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei während eines Abschaltens und/oder des Betriebs des Batteriemanagementsystems die ermittelten Batteriekenngrößen umfassend den Ladezustand der Batterie im nichtflüchtigen Speicher der Batterie gespeichert werden und/oder Batteriegrößen wie Spannung, Temperatur und Modellparameter eines mathematischen Alterungsprozesses abgespeichert werden. 10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ferner während des Betriebs der Batterie eine Anpassung des Ladezustandsschätzers (SOCschätz) über mehrere Messwertzyklen erfolgt. 1 1 . Verfahren nach Anspruch 10, wobei die Anpassung des Ladezustands unter Verwendung von folgenden Eingangsgrößen eines Alterungsmodells erfolgt: der gemessenen Spannung, Temperatur, dem integrierte Ladestrom und Ladezustandswertes (SOCait) beim letzten Abschalten der Batterie; sowie der Stillstands-Dauer, der gemessenen Spannung, Temperatur und aktuellen Ladezustand (SOCakt) bei Systemstart. |
Verfahren zur Initialisierung und des Betriebs eines Batteriemanagementsystems Stand der Technik
Ein Hybrid- oder Elektrof ahrzeug verwendet elektrische Energie, die in einer Batterie gespeichert ist, als Energiequelle. Für den Betrieb einer solchen Batterie ist es dabei entscheidend, feststellen zu können, in welchem Zustand die Batterie ist und welche Kapazität sie für den weiteren Betrieb hat. Dazu wird der Betrieb der Batterie mittels eines Batteriemanagementsystems verwaltet. So werden in Hybrid- und Elektrofahrzeugen Batteriepacks in Li-Ionen oder NiMH-Technologie eingesetzt, die aus einer großen Anzahl in Serie und oder parallel geschalteten elektrochemischen Zellen bestehen. Das Batteriemanagementsystem dient zur Überwachung der Batterie und soll neben der Sicherheitsüberwachung eine möglichst hohe Lebensdauer gewährleisten.
Für die Batterieverwaltung wird die Spannung jeder einzelnen Zelle zusammen mit dem Batteriestrom und der Batterietemperatur gemessen und eine Zustands- schätzung von z.B. dem Ladezustand und dem Alterungszustand vorgenommen. Um die Lebensdauer zu maximieren ist es notwendig, jederzeit die aktuelle maximale Leistungsfähigkeit der Batterie zu kennen. Wird diese Leistungsgrenze überschritten, kann die Alterung der Batterie rapide beschleunigt werden.
Zur Bestimmung des Batteriezustands, insbesondere des Ladezustands, dem sogenannten SOC (state of Charge), sind Verfahren bekannt, die währende des Betriebs aktiv sind. Diese beruhen auf dem Zusammenhang von Batterie- Spannung und SOC. Dabei ist jedoch die Leerlaufspannung OCV (open circuit voltage) relevant. Da die Verfahren während des Betriebs aktiv sind, muss die gemessene Spannung um den durch den fließenden Strom und den Innenwiderstand der Batterie verursachten Spannungsabfall korrigiert werden. Dazu werden Impedanz-Modelle eingesetzt, die fehlerbehaftet sind. So offenbart die DE 100 10 980 A1 ein Batteriemanagementsystem zur Bestimmung des Ladezustands der Batterie aus der Messung des Innenwiderstandes R. Der einzige Zeitpunkt, zu dem die richtige OCV gemessen werden kann, ist beim Starten des Systems nach einer Pause, also bei der Initialisierung.
Offenbarung der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Bestimmung des Ladezustandes sowie des Alterungszustandes einer Batterie, wobei eine Ladezustandsschät- zung unter Berücksichtigung eines zuletzt gespeicherten Ladezustands erfolgt.
Entsprechend wird erfindungsgemäß ein Verfahren zur Initialisierung und zum Betrieb eines Batteriemanagementsystems vorgeschlagen, welches die folgenden Schritte umfasst: Starten des Batteriemanagementsystems; Auslesen von in einem nichtflüchtigen Speicher der Batterie gespeicherten Batteriegrößen umfassend den letzten Ladezustand SOC a it der Batterie; Messung der Leerlaufspannung OCV der Batterie; Ermittlung eines aktuellen Ladezustandswertes SOC a kt in Abhängigkeit von der gemessenen Leerlaufspannung OCV; Ermittlung eines Schätzwertes des Ladezustands der Batterie SOC SC hätz als Funktion sowohl des gespeicherten letzten Ladezustands der Batterie SOC a it als auch des aktuellen Ladezustandwertes SOC a kt; Initialisierung des Ladezustands im Batteriemanagementsystems mit dem ermittelten Schätzwert des Ladezustands SOC SC hätz; und schließlich Betrieb des Batteriemanagementsystems mit den initialisierten Werten.
Vorteilhafterweise verwendet die vorgeschlagene erfindungsgemäße Initialisierung des Batteriemanagementsystems nicht nur einen gemessenen bzw. berechneten Ladezustandswerte SOC ak t, sondern berücksichtigt bei der Schätzung des Ladezustands auch den zuletzt abgespeicherten Ladezustand SOC a i t , der dem Ladezustand beim letzten Abschalten des Batteriemanagementsystems entspricht.
Dass Verfahren kann ferner eine Plausibilisierung der Zustandserkennung des Batteriemanagementsystems umfassen. Die Plausibilisierung basiert dabei auf einem Vergleich von aktuell berechnetem Ladezustandswert SOC ak t und zuletzt gespeichertem Ladezustand SOC a i t . Liegt die Differenz dieser beiden Werte über einem vorbestimmten Schwellenwert, so ist ein Systemfehler oder ein Defekt wahrscheinlich. In diesem Falle kann die Batterie abgeschaltet werden. Geringe Abweichungen können auch auf eine Alterung hinweisen und für die SOC- Berechnung während des Betriebs durch einen Faktor berücksichtigt werden. Dieser Faktor könnte bei der Berechnung des SOC während des Betriebes der Batterie Einfluß finden. Liegt die Differenz unter dem vorbestimmten Schwellenwert, dann wird die Initialisierung des Batteriemanagementsystems mit dem ermittelten Schätzer des Ladezustands SOC SC hätz durchgeführt. Durch Verwendung des zuletzt abgespeicherten Ladezustands SOC a it beim Herunterfahren des Systems kann also eine Sicherheitskontrolle der Batterie erfolgen und somit eine Schädigung der Batterie infolge eines Defektes gleich beim Systemstart vermieden werden. Vor dem Abschalten des Batteriemanagementsystem oder der Initialisierung kann ferner eine weitere Plausibilisierung der Werte mittels eines Vergleichs des Leerlaufspannungs-abhängigen berechneten Ladezustand SOC a kt mit einem Strom-Integral erfolgen. Eine Differenzbildung der verglichenen Werte ergibt wie oben dann, ob die Batterie abzuschalten ist, die künftige Integration zur Ermittlung des SOC aufgrund einer Alterung mit einem Faktor zu korrigieren ist und/oder initialisiert werden kann.
Die Ermittlung des aktuellen Ladezustands SOC a kt kann dabei mittels der gemessenen Leerlaufspannung OCV und eines Temperatur/Leerlaufspannungs- abhängigen Kennfeldes erfolgen. Sie basiert also auf der korrekt gemessenen OCV beim Starten der Batterie. Impedanzmodelle des Standes der Technik sind hier nicht notwendig.
Die Ermittlung des Ladezustandschätzwertes SOC SC hätz kann in einer Implementierung durch gewichtete Mittelwertbildung aus dem gespeicherten letzten Ladezustand SOCait und dem aktuellen Ladezustand SOCakt erfolgen. Dies ermöglicht eine einfache Umsetzung der Berücksichtigung des letzten Ladezustands SOC a it beim Abschalten der Batterie.
In einem Ausführungsbeispiel können bei der gewichteten Mittelwertbildung der zuletzt gespeicherte Ladezustand SOC a it und der aktuelle Ladezustand gleich- gewichtet werden. Dies erlaubt eine besonders einfache Umsetzung der Berücksichtigung des letzten Ladezustands SOC a it. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Gewichtung bei der gewichteten Mittelwertbildung in Abhängigkeit von der Zeitdauer zwischen letzter Speicherung des Ladezustands SOC a it und der Ermittlung des aktuell berechneten Ladezustands SOCakt erfolgen. Diese Implementierung ermöglicht es, bei der Ermittlung des Ladezustandschätzwertes SOC SC hätz die vergangene Zeit zwischen letztem
Abschalten und Anschalten des Systems zu berücksichtigen.
Während der Initialisierung der ersten Messwerterfassung von Leerlaufspannung und Strom nach dem Start der Batterie können vorteilhafterweise die zuletzt ge- speicherten Batteriegrößen direkt als Initialisierungswerte der entsprechenden
Batteriegrößen verwendet werden.
Während eines Abschaltens und/oder während des Betriebs des Batteriemanagementsystems können zudem die ermittelten Batteriekenngrößen umfassend den Ladezustand der Batterie im nichtflüchtigen Speicher der Batterie gespeichert werden und stehen somit bei Systemstart dem Batteriemanagementsystem zur Verfügung. Auch Batteriegrößen wie Spannung, Temperatur und Modellparameter eines mathematischen Alterungsprozesses können dabei abgespeichert werden.
Des Weiteren kann während des Betriebs der Batterie eine Anpassung des Ladezustandsschätzwertes SOCschätz über mehrere Messwertzyklen erfolgen, d.h. die abgespeicherten Batteriekenngrößen können permanent in die Berechnung des Ladezustands der Batterie während des Betriebs mit einfließen. Da einzelne Spannungs- oder Temperaturmessungen auch ausfallen können, kann die Ermittlung über mehrere Fahrzyklen weitergeführt werden, wenn die ermittelten Größen beim Abschalten des Systems abgespeichert werden.
Die Anpassung des Ladezustandschätzwertes SOC SC hätz kann unter Verwendung eines mathematischen Alterungsmodells erfolgen. Die Eingangsgrößen des Alterungsmodells können dabei die gemessene Spannung, Temperatur, der integrierte Ladestrom und der Ladezustand SOC a it beim letzten Abschalten der Batterie sein sowie die Stillstands-Dauer, die gemessene Spannung, Temperatur und der aktuelle Ladezustand SOC a kt bei Systemstart. Solche mathematischen Alte- rungsprozesse können mittels Zeitreihen beschrieben werden. Die Anpassung kann auch durch bekannte Adaptionsverfahren wie z.B. die Kalman-Filterung durchgeführt werden, die zur Durchführung lediglich die gespeicherten Werte und die bei den Systemstarts gemessenen und berechneten Werte verwenden.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass erfindungsgemäß beim Abschalten des Batteriemanagementsystems ermittelte und/oder gemessene Größen wie SOC, Modellparameter, Spannung, Temperatur etc. im nichtflüchtigen Speicher der Batterie, wie z.B. einem EEPROM, wahlweise für jede einzelne Zelle, abgespeichert werden und beim nächsten Systemstart zur Verfügung stehen. Beim nächsten Systemstart werden diese Größen mit den dann aktuellen Messgrößen und daraus berechneten Modellgrößen verglichen und zur Ermittlung von SOC und Modellparametern verwendet. Diese Werte können wahlweise nur zur Ermittlung der Initialwerte oder permanent verwendet werden. Abhängig von der Verfügbarkeit einzelner Messwerte beim Systemstart können die gespeicherten Werte als Rückfall-Lösung verwendet werden. Dabei sind mehrere Rückfallstufen möglich, die auch von Zelle zu Zelle unterschiedlich sind.
Im Folgenden soll die Erfindung anhand von Zeichnungen exemplarisch näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 : ein Schema ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 2: ein Schema eines zweiten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Fig. 1 zeigt ein Schema eines ersten Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung. So werden beim Abschalten oder shut down des Batteriemanagementsystems BMS zunächst der Ladezustand SOC a it abgespeichert. Es können auch weitere relevante Größen wie Alterungs-Kenngrößen, Spannung und Temperatur im nichtflüchtigen Speicher der Batterie abgelegt werden. Dabei ist zu beachten, dass das BMS auch während des Aufladens der Batterie läuft.
Wie in Fig. 1 gezeigt, werden in den Schritten S1 und S2 beim nächsten Systemstart diese Werte aus dem nichtflüchtigen Speicher gelesen. Dabei kann vorteilhafterweise unter Verwendung eines sogenannten„dirty bits" festgestellt werden, ob die gespeicherten Werte gültig sind. Im Falle eines Rücksetzens des BMS kann es vorkommen, dass die Speicherwerte nicht geschrieben werden können. Dann ermöglicht das Setzen oder Nicht-setzen des„dirty bits" die Feststellung, ob die Werte korrekt geschrieben werden konnten. Daraufhin wird die Leerlaufspannung OCV im Schritt S3 ohne Last an der Batterie während des Systemstarts gemessen. Daraufhin wird in S4 der Ladezustand SOCa k t aktuell ermittelt. Dieser Ladezustand beruht auf aktuellen Messwerten und kann auch Ladezustandsmesswert genannt werden. Er wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel unter Verwendung der gemessenen Leerlauf-Spannung und eines Temperatur/OCV-abhängigen Kennfeldes bestimmt oder berechnet.
Das Kennfeld trägt den Ladezustand als Funktion der gemessenen Leerlaufspannung auf. Dies geschieht bevorzugt temperaturabhängig, d.h. das Kennfeld beinhaltet bevorzugt mehrere Graphen, die dem Ladezustand als Funktion der Leerlaufspannung bei einer bestimmten Temperatur entsprechen. Es wird also aus einer gemessenen Leerlaufspannung, bevorzugt bei einer bestimmten Temperatur, aus dem Kennfeld automatisch der zugehörige Ladezustand abgelesen bzw. ermittelt.
Nach Berechnung oder Bestimmung des aktuellen Ladezustandwertes SOCa k t er- folgt die Ermittlung eines Ladezustandsschätzwertes SOC SCh ätz im Schritt S5.
Dies erfolgt unter Verwendung des gespeicherten Ladezustands SOC a it sowie des aktuell ermittelten Ladezustands SOCa k t- Im einfachsten Fall kann der Initialisierungswert für den SOC durch Mittelwertbildung vom gespeicherten SOC a it und dem aktuell ermittelten SOCa k t erfolgen. Die Gewichtung kann dabei durch Gleichgewichtung erfolgen oder es kann die Zeitdauer zwischen Abschalten und
Einschalten des Systems bei der Gewichtung berücksichtigt werden.
Daraufhin wird das Batteriemanagementsystem mit diesem Schätzwert initialisiert, siehe Schritt S6, und das System in Schritt S7 betrieben.
Ferner können, solange die erste Messwert-Erfassungen von Spannung und Strom initialisiert werden, die Speicherwerte direkt als Initialisierungswerte verwendet werden. Wenn ein Spannungs-Messwert ungültig ist so kann in diesem Fall dieser durch die gespeicherte Spannung initialisiert werden und anschlie- ßend mit gleichbleibender Differenz zum Mittelwert der gültigen Spannungs-
Messwerte abgeschätzt werden. Es könnte dazu der Offset der Spannungsmes- sung bestimmt werden und dann der Spannungssensor-Ausgang mit diesem Offset korrigiert werden.
Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung mit erweiterten Funk- tionen. So wird in einem zwischengeschalteten Schritt S8 der SOC-Speicherwert
SOCait mit dem aktuell berechneten Ladezustandswert SOC ak t verglichen. Weicht der gespeicherte Ladezustand SOC ak t stark vom berechneten SOC ak t ab, liegt also über einem vorbestimmten Schwellenwert, so weist dies auf einen Systemfehler oder Defekt hin. Diese Information kann im Schritt S9 zur Fehlererkennung und zum sofortigen Abschalten genutzt werden oder durch weitere Messungen während des Betriebs zunächst plausibilisiert werden. Diese weitere Plausibilisierung kann z.B. durch Vergleich des OCV-abhängigen berechneten SOCs mit einem Strom-Integral geschehen.
Ist die Abweichung nur gering, liegt sie also unterhalb eines vorbestimmten Schwellenwertes, so könnte auch die Alterung dieser Zelle die Ursache sein. In diesem Fall kann die geschätzte Kapazität dieser Zelle korrigiert werden. Um diese Auswertung robuster zu machen, können auch gefilterte Abweichungen über mehrere Zyklen gebildet werden. Eine andere Alternative stellen komplexere Algorithmen wie der Kaiman-Filter dar, bei dem in diesem Anwendungsbeispiel die gemessene Spannung, Temperatur, integrierter Ladestrom und der berechnete SOC bei shut-down, die Stillstands-Dauer, die gemessene Spannung, Temperatur und der berechnete SOC bei Systemstart als Eingangsgrößen eines Alterungsmodells dienen könnten und eine Korrektur der Zellen-Kapazität und der Impedanz-Modell-Parameter die Ausgangsgrößen bilden.
Während des Betriebes wird die Änderung des SOC im Allgemeinen durch Integration des Stroms und oder Auswerten des Zusammenhangs zwischen OCV und SOC berechnet. Dabei wird die OCV ermittelt, indem die aktuelle Zellspannung um den Spannungsabfall korrigiert wird, der durch den fließenden Strom und die
Zellen-Impedanz verursacht wird. Dies geschieht auch im vorliegenden Ausführungsbeispiel während des Betriebs der Batterie.
Sowohl Zellen-Impedanz als auch die Zellen-Kapazität sowie der Zusammen- hang zwischen OCV und SOC unterliegen einem Alterungsprozess. Durch den
Vergleich der Werte, die nach dem shut down im Speicher gespeichert wurden, mit den Werten, die beim Systemstart gemessen und ermittelt werden, lässt sich der aktuelle Alterungszustand abschätzen.
