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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND INSTALLATION FOR ERECTING CONCRETE STRUCTURES IN SEAWATER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/033994
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for erecting concrete structures, said concrete structures being in contact with salt water at a later point in time or being erected in salt water. According to the invention, aggregates are used that have the same salt content as the seawater. Seawater is used as the mixing water. The invention allows the ship-based erection of durable concrete structures at sea with only little need for transportation.

Inventors:
JÄHNIG, Jens (Talstr. 28, Dorfhain, 01738, DE)
Application Number:
EP2008/061640
Publication Date:
March 19, 2009
Filing Date:
September 03, 2008
Export Citation:
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Assignee:
JÄHNIG GMBH FELSSICHERUNG UND ZAUNBAU (Talstr. 11, Dorfhain, 01738, DE)
JÄHNIG, Jens (Talstr. 28, Dorfhain, 01738, DE)
International Classes:
E02D27/52; B28B15/00; C04B14/06; C04B22/00; C04B28/04; E02D15/06
Domestic Patent References:
1999-03-25
Foreign References:
US4266889A1981-05-12
EP0194117A11986-09-10
GB2047669A1980-12-03
US4197623A1980-04-15
FR2387750A11978-11-17
US20040264292A12004-12-30
DE3150733A11983-04-28
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
Rüger, Barthelt & Abel (Webergasse 3, Esslingen, 73728, DE)
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Claims:

Patentansprüche :

1. Verfahren zur Errichtung von Betonbauwerken an einem Einsatzort am oder im Meerwasser, mit folgenden Schritten :

Bereitstellen wenigstens einer an Land erzeugten Bindemittelkomponente, die zur Mischung von Beton am Einsatzort vorgesehen ist wobei die Bindemittelkomponente wenigstens ein Bindemittel enthält,

Gewinnung von Zuschlagstoff durch Abbau aus einer mit Seewasser in Berührung stehenden Lagerstätte;

Aufnahme von Seewasser aus dem Meer;

Mischen der Bindemittelkomponente mit dem unter Seewasser gewonnenen Zuschlagstoff unter Hinzufügung des aufgenommenen Seewassers als Anmachwasser zur Erzeugung eines pumpfähigen Frischbetons am Einsatzort; und

Fördern des Frischbetons an den Einbauort.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zur Bereitstellung der an Land erzeugten Bindemittelkomponente am Einsatzort die Bindemittelkomponente in einem Hafen auf ein Schiff (8) geladen und mit diesem an den Einsatzort verbracht wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei, wenn die Bindemittelkomponente mehrere Rohstoffe enthält, die einzelnen Rohstoffe in einem Schiff in gesonderten Silos voneinander getrennt transportiert werden.

4. Verfahren nach Anspruch 2, wobei, wenn die Bindemittelkomponente mehrere Rohstoffe enthält, die einzelnen Rohstoffe konfektioniert in einem Schiff (8) als Mischung in gleichen Vorratsbehältern (16) transportiert werden.

5. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zur Gewinnung der Zuschlagstoffe Meereskies von dem Meeresgrund in der Nähe des Einsatzortes aufgenommen wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei der Meereskies anschließend entwässert wird, um einen Wassergehalt von weniger als 10 Masse-%, vorzugsweise weniger als 8 Masse- %, bezogen auf die Gesamtmasse des Zuschlagstoffs zu erhalten .

7. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der durch Abbau gewonnene Meereskies unklassiert als Zuschlagstoff verwendet wird.

8. Verfahren nach Anspruch 1, wobei aus dem aus der Seelagerstätte gewonnenen Zuschlagstoff Partikel mit einem größeren Korndurchmesser als 32 mm entfernt werden.

9. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zur Herstellung des Betons am Einsatzort ausschließlich Meereskies als Zuschlagstoff und Meereswasser als Anmachwasser verwendet wird.

10. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem zu der an Land gewonnenen oder aufbereiteten Bindestoffkomponente Süßwasser gehört, das dem Anmachwasser zugemischt wird, wenn der Salzgehalt des Seewassers mehr als 3 % beträgt.

11. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem als Anmachwasser ausschließlich Meereswasser verwendet wird.

12. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Bindestoffkomponente als Bindemittel Flugasche, insbesondre Steinkohlefilterasche enthält.

13. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die konfektionierte Bindemittelkomponente als Hauptkomponente Zement enthält.

14. Verfahren nach Anspruch 12 und 13, bei dem das Verhältnis von Flugasche zu Zement vorzugsweise 1:1 beträgt.

15. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem zu der Betonrezeptur wenigstens ein Stabilisator, insbesondere ein Unterwassercompoundmittel und wenigstens ein Fließmittel, insbesondere ein Hochleistungsverflüssiger, gehören.

16. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Frischbeton zur Förderung an seinen Einbauort kontinuierlich unter Druck durch ein Rohr gefördert wird, das zu dem Einbauort führt.

17. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Betonförderstrom beim Zuführen durch das Rohr gekühlt wird.

18. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Frischbeton in eine Schalung eines Verankerungselementes (29) eingefüllt wird, das eine Stahlkonstruktion zur Bewährung und zur Aufnahme von Druck- und/oder Zugbelastungen aufweist.

19. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

mit einer Mischstation (17) zur Mischung von Zuschlagstoff, Wasser, Zusatzmitteln und Bindemittel zur Herstellung eines verarbeitbaren Betons,

mit wenigstens einem Vorratsbehälter (16) zur Aufnahme einer konfektionierten Bindemittelkomponente,

mit einer Einrichtung (12) zur Entnahme von Meereskies aus einer unterseeischen Lagerstätte zum Transport desselben zu dem Produktionsschiff (8) mit Mischstation (17),

mit einer Pumpeinrichtung zur Entnahme von Meerwasser und zur Zuführung desselben zu der Mischstation (17),

mit einer Dosier- und Zuführeinrichtung (28) zum dosierten Zuführen der Komponenten zu der Betonmischeinrichtung (17) und

mit einer Betonfördereinrichtung (18) zum Fördern des verarbeitbaren Frischbetons auf den Meeresgrund.

20. Anlage nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischstation Vorratsbehälter (22) für Meerwasser und Meereskies vorgeschaltet sind.

21. Anlage nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Entnahme von Meereskies durch ein Saugbaggerschiff gebildet ist.

2. Anlage nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass sie auf einem dafür eingerichteten Produktionsschiff (8) aufgebaut ist.

Description:

Verfahren und Anlage zur Errichtung von Betonbauwerken im Meerwasser

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Errichtung von Betonbauwerken im Meerwasser, vorzugsweise in größerer Küstenentfernung.

Bauwerke, die am oder im Meer zu errichten sind, sind z.B. Fundamente für Windenergieanlagen Sendemasten, Funktürme, Messtürme, Leitpfosten für Fahrtrinnen oder Verankerungen von Bojen, Tonnen, Leuchtfeuer und dgl . Zum Bau wird gegenwärtig der Beton an Land hergestellt oder wenigstens werden seine Bestandteile (Bindemittel, Zuschlagstoff und Anmachwas ¬ ser) an Land bereitgestellt. Bei großen Bauwerken stellen die Bereitstellungs- und Transportkosten einen erheblichen Kostenfaktor dar. Dies gilt insbesondere für die Fundamente von Offshore-Windkraftanlagen . Sollen diese wirtschaftlich arbeiten müssen ihre Errichtungskosten niedrig sein. Offshore- Windkraftanlagen können im Hafen komplett vorproduziert und dann an ihre Standorte geschleppt werden, wo sie verankert werden müssen. Als Fundamente sind Schwimmfundamente vorgeschlagen worden, die mehrere am Meeresboden positionierte Verankerungselemente als Ballastkörper umfassen und die Windkraftanlage am festgelegten Standort halten. Die zur Positionierung dienenden, am Meeresboden ruhenden Verankerungselemente bestehen aus Beton mit einem Volumen von jeweils bis zu 1.000 m 3 oder mehr.

Bei den genannten Dimensionen ist der Einsatz an Land fertig gestellter Fundament- oder Verankerungsstrukturen mit hohem Aufwand und hohen Kosten hinsichtlich des Transports verbunden .

Gegenwärtig werden zur Errichtung von Betonbauwerken auf See Arbeitsschiffe eingesetzt, die eine Misch- und Fördereinheit aufweisen, um einen Unterwasserbeton als Normbeton am Einsatzort zu mischen und auf den Meeresgrund zu pumpen. Alle für die Betonrezeptur erforderlichen Rohstoffe (Zement, Sand, Kies, Wasser, Zusatzstoffe) werden von ihrem Herstellungsbzw. Gewinnungsort zu einem Hafen gefahren, dort in Silos auf dem Arbeitsschiff verladen und von diesem zum Einsatzort gebracht. Wegen der begrenzten Ladekapazität der Arbeitsschiffe müssen diese häufiger zum Hafen zurückkehren als dies bspw. zum Auswechseln des Personals erforderlich wäre.

Ausgehend hiervon ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Anlage zu schaffen, die eine wirtschaftlichere Durchführung von Betonierarbeiten im Meer ermöglichen. Insbesondere sollten die hiermit verbundenen Transportkosten reduziert und die technologischen Aktivitätszyklen verlängert werden .

Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein derartiges Verfahren und eine derartige Anlage für einen Einsatz in größerer Entfernung zum Ufer zu schaffen, die eine möglichst geringe Häufigkeit von Schiffsbewegungen erfordern.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich mit Seewasser in Berührung stehende, insbesondere im Seewasser stehende Betonbauwerke auch in größerer Entfernung von der Küste beispielsweise von einer schiffgetragenen Betonmisch- und

-förderanlage, d.h. letztlich mit einem Spezialschiff errichten. Das Gesamtgewicht der von dem Schiff in einer Aktion errichteten Bauwerke kann wesentlich größer sein als die Tragfähigkeit des Schiffs. Das Gesamtgewicht der Betonbauwerke kann außerdem wesentlich größer sein als das Gewicht des von Land mitgenommenen Materials. Die Erfindung ermöglicht dies, indem zur Herstellung des Betons, aus dem das Bauwerk errichtet wird, ausschließlich oder zumindest vorwiegend Zuschlagstoffe und Anmachwasser genutzt werden, die dem Meer entnommen sind. Als Zuschlagstoff dient vom Meeresboden geförderter Meereskies. Als Anmachwasser dient Seewasser. Dabei werden hier die Begriffe „Seewasser" und „Meereswasser" synonym für salzhaltiges Wasser verwendet, das kein Süßwasser ist.

Das Schiff führt zumindest eine an Land erzeugte Bindemittelkomponente in geeigneten Bunkern mit. Die übrigen Bestandteile des Betons, insbesondere sein Zuschlagstoff und sein Anmachwasser stammen aus dem Meer und sind entsprechend salzhaltig. Es hat sich herausgestellt, dass sich mit salzhaltigen Kiesen, die im Meer gewonnen worden sind und entsprechend salzhaltigem Anmachwasser ein belastbarer und dauerhafter Beton erzeugen lässt. Dies insbesondere, wenn der entnommene Zuschlagstoff aus einer Lagerstätte stammt, aus deren Nähe auch entsprechendes Seewasser entnommen worden ist, das den gleichen Salzgehalt hat wie das Seewasser, mit dem der Zuschlagstoff zuvor langzeitlich in Berührung stand.

Des Weiteren hat sich herausgestellt, dass als Bindemittelkomponente Zement und Flugasche, insbesondere Steinkohlenflugasche, geeignet sind. Vorzugsweise kann hier ein Bindemittel aus Zement, Flugasche und Zusatzmitteln eingesetzt werden .

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann ein großer Teil, z.B. ca. 50% der gesamten Transportkapazität des betreffenden Produktionsschiffs zum Transport der Bindestoffkomponente sowie gegebenenfalls der Metallkonstruktionen oder Gerüste verwendet werden, die in dem Betonbauwerk zu verbauen sind. Damit ergeben sich für den Einsatz des Produktionsschiffs lange Zyklen. Die Anzahl der Hafenfahrten richtet sich an den Ladekapazitäten für das Bindemittel aus.

Das Produktionsschiff enthält zumindest bei einer bevorzugten Ausführungsform vorzugsweise mehrere Silobehälter, in denen am Meeresboden gewonnener Meereskies zwischengelagert werden kann. Die Zwischenlagerung kann mehreren Zwecken dienen. Beispielsweise kann sie ein Entwässern des Meereskieses ermöglichen, um einen gewünschten Feuchtegrad einzustellen. Solche Silobehälter können turnusmäßig mit Meereskies nachgefüllt werden, der beispielsweise durch ein Saugbaggerschiff im Spülverfahren gewonnen, zum Produktionsschiff transportiert und anschließend in die Zuschlagstoffbunker gefördert wird. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere zur Produktion in größerer Küstenferne, wobei sich auch hier Kosteneinsparungen ergeben, weil der Hafen lediglich noch zur Bindemittelaufnahme, d.h. weniger oft angefahren werden muss.

Des Weiteren kann das Produktionsschiff auch seine Bunker mit Sanden und Kiesen aus Siloanlagen im Hafen beladen, um mit der Produktion beginnen zu können, bevor das Saugbaggerschiff Sande und Kiese vom Meeresboden nachliefert.

Das Produktionsschiff weist außer der Mischeinrichtung vorzugsweise eine Betonförderanlage auf.

Die Betonförderanlage besteht aus Vorratsbehältern als Zwischenstation vom übergang der diskontinuierlichen Herstellung des Frischbetons und der kontinuierlichen Förderung durch stationäre Betonpumpen in der erforderlichen Anzahl (in der Regel zwei oder drei) und aus entsprechend den bauwerksspezifischen Einbaubedingungen gestalteten Rohrleitungen einschließlich dem je nach Erfordernis zwischengeschalteten Ausleger. Der Betoneinbau auf dem Meeresgrund erfolgt im Verfahren des Unterwasserbetonierens. Es können dabei Kontroll- und überwachungseinrichtungen für den Betoneinbau installiert werden .

Bei der Errichtung von Verankerungselementen zur Verankerung von Schwimmfundamenten, insbesondere von Windenergieanlagen, wird eine chargenweise Produktion bevorzugt. Dazu werden die zur Errichtung der Verankerungselemente erforderlichen Metallgestelle im Hafen an Deck des Schiffs platziert und eine entsprechende Bindemittelmenge in die Bunker des Schiffs sowie gegebenenfalls eine Menge Zuschlagstoff in andere Bunker des Schiffs eingefüllt. Das Schiff läuft dann zum Errichtungsort der Verankerungselemente aus. Mit seinem Ladekran lässt es das erste Metallgestell zur Errichtung eines ersten Verankerungselementes auf den Meeresboden herab. Vor, bei oder nach dem Absetzen des Metallgestells auf dem Meeresboden beginnt die Herstellung von Frischbeton in der schiffsgetragenen Mischanlage mit der mitgeführten Bindemittelkomponente und mit dem aus dem Meer entnommenen Seewasser als Anmachwasser .

Außerdem kann die Zuschlagstoffversorgung mit dem Saugbaggerschiff turnusmäßig beginnen, um die dafür vorgesehenen Bunker mit Meereskies zu füllen und zu beginnen, diesen zu entwässern. Der erste fertige Frischbeton wird dann mit der

Betonförderanlage in das auf den Meeresboden abgesenkte Metallgestell eingefüllt, das zugleich als Schalung dient. Dazu ist es außen mit einer vorzugsweise wasserdurchlässigen Wand, beispielsweise einem verstärkten Textilvlies versehen. Fortlaufend werden nun die einzelnen Verankerungselemente auf gleiche Weise errichtet, wobei sobald erforderlich zur weiteren Betonproduktion der unklassierte Zuschlagstoff, d.h. der vom Meeresboden entnommene und über das Saugbaggerschiff herangeführte Meereskies verwendet wird. Als Anmachwasser dient immer Seewasser. Die Betonproduktion und Betonierarbeiten können ohne größere Unterbrechungen zur Heranschaffung von Zuschlagstoff und Süßwasser kontinuierlich und schnell durchgeführt werden. Die Errichtungszeiten sind deutlich verkürzt.

Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich auch zur Errichtung von Betonbauwerken in Meeresnähe auf Land, wobei die entsprechende Mischanlage und die zur Materialbevorratung erforderlichen Bunker landgestützt sein können. Jedoch wird auch in diesem Fall unklassierter Meereskies aus einer unterseeischen Lagerstätte in Verbindung mit Meereswasser als Anmachwasser verwendet, so dass auch hier natürliche Ressourcen oder teure Ersatzmaterialien und Energie eingespart werden können .

Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung, der Beschreibung oder Ansprüchen. Die Beschreibung beschränkt sich dabei auf wesentliche Aspekte der Erfindung sowie sonstiger Gegebenheiten. Die Zeichnungen zeigen weitere Einzelheiten, die zur Ergänzung heranzuziehen sind. Es zeigen:

Figur 1 ein Produktionsschiff beim Bunkern, ein Saugbaggerschiff und zu errichtende Fundamente auf See in ei-

ner schematisierten Draufsicht in gestauchter Darstellung,

Figur 2 den Stofffluss bei dem auf dem Produktionsschiff ausgeübten Verfahren,

Figur 3 das Produktionsschiff beim Errichten eines Ballastkörpers,

Figur 4 das Saugbaggerschiff bei der Entnahme von Meereskies und

Figur 5 das Produktionsschiff in einer schematisierten Darstellung.

In Figur 1 sind drei tatsächlich relativ weit, d.h. um mehrere oder mehrere Dutzend Kilometer voneinander entfernte Meeresgebiete 1, 2, 3 veranschaulicht. Das Meeresgebiet 1 grenzt an einen Hafen. Das Meeresgebiet 2 liegt relativ weit vor der Küste und stellt ein Produktionsgebiet dar, in dem Betonbauwerke 4, beispielsweise in Form von Ballastkörpern 5, 6, 7 schon errichtet sind und/oder noch errichtet werden sollen. Dazu dient ein Produktionsschiff 8, das sich bei der Darstellung nach Figur 1 noch in dem Hafen 1 befindet. Während der Produktion nimmt es die gestrichelte Position in dem Meeresgebiet 2 ein.

In dem wiederum mehr oder weniger weit entfernt liegenden Meeresgebiet 3 ist ein Saugbaggerschiff 9 platziert, das zur Entnahme von Meereskies von einer Abbaustelle am Meeresboden dient. Es weist dazu eine entsprechende technische Ausrüstung 11 auf, wie es symbolisch in Figur 4 veranschaulicht ist. Das Saugbaggerschiff 9 kann das Produktionsschiff 8 periodisch anlaufen, um den gewonnenen Meereskies 14 als Zuschlagstoff zur Betonherstellung zu übergeben.

Das Produktionsschiff 8 ist gesondert in den Figuren 3 und 5 veranschaulicht. Diese Darstellungen sind schematisiert. Das Produktionsschiff 8 ist in Figur 5 lediglich anhand des groben Umrisses seines Schiffsrumpfs unter Weglassung aller sonstigen Auf- und Einbauten symbolisiert.

Das Produktionsschiff 8 enthält eine Anlage 15 zur Herstellung von Frischbeton aus einer von Land mitgebrachten Bindemittelkomponente und Zusatzmitteln sowie Meerwasser und Meereskies. Dazu weist die Anlage 15 einen oder mehrere Vorratsbehälter 16 für die Bindemittelkomponente, beispielsweise Zement, Flugasche und Zusatzmittel auf. Der Zement und die

Flugasche können dabei in verschiedenen Vorratsbehältern oder auch als konfektionierte Bindemittelkomponente in einem Vorratsbehälter gelagert werden. Des Weiteren weist das Produktionsschiff 8 eine zur Betonherstellung geeignete Mischanlage 17 auf. Vorzugsweise bestehen insbesondere ihre mit dem Frischbeton in Berührung kommenden Bauteile aus seewasserfestem Material. Dies gilt auch für alle sich an die Mischanlage 17 anschließenden Komponenten, beispielsweise die sich an die Betonförderanlage 18 sowie eine von der Mischanlage 17 zu der Betonförderanlage 18 führende Leitung und eine von der Betonförderanlage 18 weg führende Leitung, die zu einem aus Figur 3 ersichtlichen Betonförderstrang 21 führt.

Das Produktionsschiff 8 trägt vorzugsweise mehrere Bunker 22 zur Bevorratung mit unklassiertem Meereskies. Diese Bunker 22 dienen außerdem der Entwässerung des Meereskieses, d.h. seiner Trennung vom Spülwasser, das mit dem Saugbaggerschiff 9 herangeführt wurde. Dazu dienen die Bunker 22 zunächst als Absetzgefäße, wobei sie mit Auslässen für das ü- berschüssige Wasser versehen sind. Außerdem kann sich niederschlagendes Meerwasser als Anmachwasser dem Mischer zugeführt werden. Alternativ kann Meerwasser der Umgebung des Produktionsschiffs 8 unmittelbar entnommen und vorzugsweise ohne gesonderte Aufbereitung der Mischanlage 17 zugeführt werden.

Die Bunker 22 werden bei Hafenaufenthalten mit dort zwischengelagertem, unklassiertem Meereskies gefüllt. über eine Förder- und Dosieranlage sind die Bunker 22 mit der Mischanlage 17 verbunden. Die Vorladung von Meereskies bei Hafenaufenthalten in die Bunker 22 ermöglicht einen sofortigen Produktionsbeginn nach Einnahme der vorgegebenen Position auf See.

Unter „unklassiertem Meereskies" werden die Kiese verstanden, die nach dem Abbau keiner gesonderten Klassierung unterworfen worden sind. Insbesondere enthalten sie alle Korngrößen bis zu einem Maximalkorn in natürlich vorkommender Mischung. Allenfalls ist überkorn (z.B. > 32 mm) aussortiert.

In der Zeichnung nicht weiter veranschaulichte Dosiereinrichtungen sind z.B. zwischen den Zuschlagstoffsilos 16, 22, 27 und der Mischanlage 17 sowie zum Zudosieren von Zusatzmitteln und Anmachwasser vorgesehen.

Mit dem insoweit beschriebenen Produktionsschiff 8 erfolgt die Errichtung von Ballastkörpern 5 oder sonstigen unterseeischen Bauwerken wie folgt:

Das Produktionsschiff 8 lädt, wie in Figur 1 veranschaulicht, zunächst an Land die Bindemittelkomponente für einen längeren Produktionszyklus. Es werden die Vorratsbehälter 16, vorzugsweise vollständig gefüllt. Außerdem kann die Zuschlagstoffsiloanlage mit unklassiertem aus der See gefördertem Meereskies gefüllt werden.

Das Schiff läuft dann aus. Bei dem Schema nach Figur 1 läuft es direkt den Produktionsort an. Die Produktion beginnt dann sofort, indem, wie in Figur 3 angedeutet, zunächst mit einem Ladekran ein oder mehrere Metallgerüste 29 auf den Meeresboden abgesenkt werden. Die Metallgerüste hüllen den zu erzeugenden Betonkörper ein und steifen ihn aus und lassen überschüssiges Wasser abfließen. über das Füllrohr 21 kann der Beton, wenn erforderlich, gekühlt werden, um mit einer Temperatur, die der des Meerwassers nahe kommt, in das Metallgestell zu gelangen. So wird die nachfolgende Erwärmung durch Hydratation und etwaige daraus resultierende Rissbil-

düng gemindert. Es werden nun die Metallgerüste nacheinander mit Beton gefüllt. Der Beton besteht aus Seewasser und Seekies und mitgebrachten Bindemitteln. Er bildet einen massiven Betonkörper ohne Bewehrungseisen. Die an den Förderanlagen 28 zur Mischstation vorgesehene Dosier- und Zuführeinrichtung und die Mischstation 17 sowie die Förderanlage für den Frischbeton, die vorteilhafterweise computergesteuert arbeiten können, sorgen für eine konsistente Betonzusammensetzung.

Die erzeugten Ballastkörper 5 können jeweils bis zu Tausend Kubikmeter Volumen und mehr aufweisen. Wird die Ladekapazität des Produktionsschiffs 8 weitgehend für den Transport der Bindemittelkomponente, d.h. Zement, Flugasche und Zusatzmittel, wie beispielsweise Abbindungsbeschleuniger, Abbin- dungsverlangsamer, Verflüssiger und dergleichen benutzt, können mehrere bis viele solcher Fundamente ohne Produktionsunterbrechung nacheinander erstellt werden.

Figur 2 veranschaulicht dazu die anfallenden logistischen Aufwendungen in einem Stoffflussdiagramm. Wie ersichtlich, ist der von Land stammende Stoffstrom hinsichtlich Volumen und Gewicht wesentlich geringer als der Stoffstrom des erzeugten Betons. Die weitaus größten Anteile stammen ge- wichts- und mengenmäßig von See und müssen somit nicht in Hafenanlagen umgeladen und per Schiff transportiert werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Errichtung von Betonbauwerken geht davon aus, dass diese Betonbauwerke später mit Salzwasser in Berührung stehen oder in solchem errichtet werden. Es werden dazu Zuschlagstoffe verwendet, die unter gleichem Salzgehalt stehen wie das Meereswasser. Ebenso wird Meereswasser als Anmachwasser verwendet. Es lassen sich somit

schiffgestützt bei geringem Transportaufwand dauerhafte Be ¬ tonbauwerke auf See errichten.

Bezugszeichen:

1 Meeresgebiet, Haien

2 Meeresgebiet

3 Meeresgebiet

4 Betonbauwerk

5 Ballastkörper

6

7

8 Produktionsschiff

9 Saugbaggerschiff

10 Saugrüssel

11 Ausrüstung

12

13 Meeresboden

14 Meereskies

15 Anlage

16 Vorratsbehälter

17 Mischanlage

18 Betonförderanlage

19

20

21 Füllrohr

22 Zuschlagstoffbunker

23 Metallgerüste