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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND INSTALLATION FOR THE TREATMENT OF MILK FOR THE PRODUCTION OF CHEESE MILK HAVING A REDUCED CONTENT OF GERMS AND BACTERIA
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/096106
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for the treatment of milk for the production of cheese milk having a reduced content of germs and bacteria, and to an installation for carrying out said method. The aim of the invention is to devise a corresponding method and installation with which the advantages resulting from the treatment of the milk at a low or at a high temperature level can be variably combined depending on the focus. This aim is achieved by a second method variant according to which the supplied milk (M) is subdivided into a first milk portion (MI) and a second milk portion (M2), the first milk portion (M1) is subjected to centrifuging (ZF), the second milk portion (M2) is subjected to the bacteria controlling treatment (BSB) together with • either the at least first retentate (R-1) obtained in the at least first microfiltration (MF-I) • or the at least first retentate (R-1) and in addition with the milkfat fraction (RF) or a first portion of the milkfat fraction (RF1). BSB is a thermal treatment by heating the milk to above 100°C and the mixture treated this way and consisting of • either second components (K2), which consist of a non-centrifuged treated second milk portion (M2*) and a treated at least first retentate (R-1*), • or third components (K3), which consist of the second components (K2) and a treated milkfat fraction (RF) or a treated first milkfat fraction (RF1*), is combined and mixed with the at least first permeate (P-1) or the last permeate resulting from the last microfiltration in order to obtain standardized cheese milk (SKM).

Inventors:
LÖW, Joachim (Halberstädter Straße 34, Hildesheim, 31141, DE)
Application Number:
EP2015/002485
Publication Date:
June 23, 2016
Filing Date:
December 09, 2015
Export Citation:
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Assignee:
GEA TDS GMBH (Voss-Str. 11/13, Sarstedt, 31157, DE)
International Classes:
A23C7/04; A01J11/00; A23C9/142; A23C19/05
Domestic Patent References:
WO2000074495A12000-12-14
WO2007108708A12007-09-27
WO2000074495A12000-12-14
Foreign References:
EP0194286B11990-11-22
DE69409510T21998-08-06
DE60002199T22003-10-30
EP2777389A12014-09-17
EP0194286B11990-11-22
Other References:
FANNY GUYOMARC'H: "Formation of heat-induced protein aggregates in milk as a means to recover the whey protein fraction in cheese manufacture, and potential of heat-treating milk at alkaline pH values in order to keep its rennet coagulation properties. A review", DAIRY SCIENCE AND TECHNOLOGY (LE LAIT), vol. 86, no. 1, 1 February 2006 (2006-02-01), PARIS, FR, pages 1 - 20, XP055268525, ISSN: 0023-7302, DOI: 10.1051/lait:2005046
PEDERSEN, P. J.: "Microfiltration for the reduction of bacteria in milk and brine", NEW APPLICATIONS OF MEMBRANE PROCESSES, BRUSSELS, INTERNATIONAL DAIRY FEDERATION, 1992, pages 33 - 50,2,3,8,9,38,39
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Behandlung von Milch zur Herstellung von Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien, wobei die zugeführte Milch (M) wenigstens einer ersten Mikrofiltration (MF-I) unterzogen wird, die zu einer Auftrennung in wenigstens ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat (R-l) und in wenigstens ein erstes Permeat (P-l) mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien führt, wobei das wenigstens erste Retentat (R-l) einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen wird, und wobei auf die den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) des wenigstens ersten Retentats (R-l) eine Mischung des wenigstens ersten Retentats (R-l) mit dem wenigstens ersten Permeat (P-l) oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat folgt, dadurch gekennzeichnet,

• dass die zugeführte Milch (M) in einen ersten Teil Milch (M1 ) und einen zweiten Teil Milch (M2) aufgeteilt wird,

• dass der erste Teil Milch (M1 ) wenigstens der ersten Mikrofiltration (MF-I) unterzogen wird,

• dass der zweite Teil Milch (M2) mit dem wenigsten ersten Retentat (R-l) aus der wenigstens ersten Mikrofiltration (MF-I) der gemeinsamen, den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen wird,

• und dass die derart behandelte Mischung aus ersten Komponenten (K1 ), bestehend aus einem nicht filtrierten behandelten zweiten Teil Milch (M2*) und einem behandelten wenigstens ersten Retentat (R- ), mit dem wenigstens ersten Permeat (P-l) oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat zusammengeführt wird, um so standardisierte Käsereimilch (SKM) zu erhalten.

2. Verfahren nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Milch (M1 ) und dem zweiten Teil Milch (M2) variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben ist. Verfahren zur Behandlung von Milch zur Herstellung von Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien, wobei die zugeführte Milch (M) einer Zentrifugierung (ZF) unterzogen wird, die eine Auftrennung in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion (RF) und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion (MMF) bewirkt, wobei die Magermilchfraktion (MMF) wenigstens einer ersten Mikrofiltration (MF-I) unterzogen wird, die zu einer Auftrennung in wenigstens ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat (R-l) und in wenigstens ein erstes Permeat (P-l) mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien führt, wobei das wenigstens erste Retentat (R-l) aus der wenigstens ersten Mikrofiltration (MF-I) und die Rahmfraktion (RF) oder ein Teil davon (RF1 ) einer gemeinsamen, den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen wird, und wobei die derart behandelte Mischung, bestehend aus einem behandelten ersten Retentat (R-l*) und einer behandelten Rahmfraktion (RF*) oder einem behandelten Teil davon (RF1*), mit dem wenigstens ersten Permeat (P-l) oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat zusammengeführt und vermischt wird,

dadurch gekennzeichnet,

• dass die zugeführte Milch (M) in einen ersten Teil Milch (M1 ) und einen zweiten Teil Milch (M2) aufgeteilt wird,

• dass der erste Teil Milch (M1 ) der Zentrifugierung (ZF) unterzogen wird,

• dass der zweite Teil Milch (M2) zusammen

o entweder mit dem wenigsten ersten Retentat (R-l) aus der wenigstens ersten Mikrofiltration (MF-I)

o oder mit dem wenigsten ersten Retentat (R-l) und zusätzlich mit der Rahmfraktion (RF) oder einem ersten Teil Rahmfraktion (RF1 ) der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen wird,

• und dass die derart behandelte Mischung aus

o entweder zweiten Komponenten (K2), bestehend aus einem nicht zentrifugierten behandelten zweiten Teil Milch (M2*) und einem behandelten wenigstens ersten Retentat (R-l*), o oder dritten Komponenten (K3), bestehend aus den zweiten Komponenten (K2) und einer behandelten Rahmfraktion (RF) oder einem behandelten ersten Teil Rahmfraktion (RF1*),

mit dem wenigstens ersten Permeat (P-l) oder dem aus der letzten Mikro- filtration resultierenden letzten Permeat zusammengeführt und vermischt wird, um so standardisierte Käsereimilch (SKM) zu erhalten.

Verfahren nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass die aus der Zentrifugierung (ZF) gewonnene, nicht filtrierte Magermilchfraktion (MMF) in einen ersten Teil Magermilchfraktion (MMF1 ) und einen zweiten Teil Magermilchfraktion (MMF2) aufgeteilt wird, dass der erste Teil Magermilchfraktion (MMF1 ) wenigstens der ersten Mikrofiltration (MF-I) unterzogen wird, und dass der zweite Teil Magermilchfraktion (MMF2) der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen und zusammen

• entweder mit der Mischung aus den zweiten Komponenten (K2)

• oder mit der Mischung aus den dritten Komponenten (K3)

weiterbehandelt wird.

Verfahren nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Magermilchfraktion (MMF1 ) und dem zweiten Teil Magermilchfraktion (MMF2) variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben ist.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Milch (M1 ) und dem zweiten Teil Milch (M2) variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Rahmfraktion (RF1) und dem zweiten Teil Rahmfraktion (RF2) variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben ist.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei der Zentrifugierung (ZF) anfallende Ablagerungen (AL) der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen und zusammen

• entweder mit der Mischung aus den zweiten Komponenten (K2)

• oder mit der Mischung aus den dritten Komponenten (K3)

weiterbehandelt werden. Verfahren nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei der Zentrifugierung (ZF) anfallende Ablagerungen (AL) zusammen mit dem zweiten Teil Magermilchfraktion (MMF2) der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung (BSB) unterzogen und zusammen

· entweder mit der Mischung aus den zweiten Komponenten (K2)

• oder mit der Mischung aus den dritten Komponenten (K3)

weiterbehandelt wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Anteil der zweiten Komponente (K2) oder der dritten Komponente (K3), bezogen auf die Menge zugeführte Milch (M), bis zu 20 Prozent beträgt, und dass die Ergänzung auf den Anteil von bis zu 20 Prozent durch den behandelten zweiten Teil Milch (M2*) erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die den Bakteriengehalt steuernde Behandlung (BSB) bei Temperaturen zwischen 125 und 140 Grad Celsius durchgeführt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei einer Mikrofiltrierung in mehr als einer hintereinander geschalteten Mikrofiltration ein jeweiliges Retentat (R-Il; R-Ill; R-IV; ...), generiert aus einer zweiten (MF-II) und jeder weiteren Mikrofiltration (MF-III; MF-IV; ...), jeweils der vorhergehenden Mikrofiltration zugeführt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass bei einer Mikrofiltrierung in mehr als einer hintereinander geschalteten Mikrofiltration die jeweiligen Retentate (R-Il; R-Ill; R-IV; ...), generiert aus einer zweiten (MF-II) und jeder weiteren Mikrofiltration (MF-III; MF-IV; ...), entweder getrennt voneinander der ersten Mikrofiltration (MF-I) zugeführt werden oder zusammengeführt sind und die Mischung daraus der ersten Mikrofiltration (MF-I) zugeführt wird.

14. Anlage zur Behandlung von Milch zur Herstellung von standardisierter Käsereimilch (SKM) mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien, wobei eine erste Anlage (100) aufweist:

· eine Zufuhrleitung (5) für Milch (M), die sich in einer ersten Leitung (5.1 ) für einen ersten Teil Milch (M1 ) fortsetzt und verbunden ist mit

• wenigstens einer ersten Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I) zum Auftrennen des ersten Teils Milch (M1 ) in ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat (R-l) und ein erstes Permeat (P-l) mit einem reduzierten Ge- halt an Keimen und Bakterien,

• wobei die Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I) verbunden ist mit einer neunten Leitung (8) für das erste Retentat (R-l) und einer zehnten Leitung (9) für das erste Permeat (P-l), • wobei die neunte Leitung (8) verbunden ist mit einer den Bakteriengehalt steuernden Einheit (4; BSB), welche wiederum verbunden ist mit einer elften Leitung (10) für das in der den Bakteriengehalt steuernden Einheit (4; BSB) behandelte erste Retentat (R-l*),

• und wobei die zehnte Leitung (9) und die elfte Leitung (10) zusammengeführt sind und sich danach fortsetzen in einer Sammelleitung (11 ) für das behandelte erste Retentat (R-l*) und für das wenigstens erste Permeat (P-l) oder für das aus der letzten Mikrofiltration resultierende letzte Permeat,

dadurch gekennzeichnet,

dass am Übergang von der Zufuhrleitung (5) zur ersten Leitung (5.1 ) eine zweite Leitung (5.2) für einen zweiten Teil Milch (M2) abzweigt und die zweite Leitung (5.2) verbunden ist mit der den Bakteriengehalt steuernden Einheit (4; BSB).

Anlage nach Anspruch 14, wobei eine zweite Anlage (101 ) gegenüber der ersten Anlange (100) dadurch gekennzeichnet ist,

• dass die erste Leitung (5.1 ) für den ersten Teil Milch (M1 ) verbunden ist mit einer Zentrifugalabscheidereinheit (2; ZF) zum Auftrennen des ersten Teils Milch (M1 ) in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion (RF) und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion (MMF),

• dass die Zentrifugalabscheidereinheit (2; ZF) jeweils verbunden ist mit einer dritten Leitung (6) für die Magermilchfraktion (MMF), mit einer sechsten Leitung (7) für die Rahmfraktion (RF) und mit einer zwölften Leitung (12) für Ablagerungen (AL) in der Zentrifugalabscheidereinheit (2; ZF),

• dass sich die dritte Leitung (6) verzweigt in eine vierte Leitung (6.1 ) für einen ersten Teil Magermilchfraktion (MMF1 ) und in eine fünfte Leitung

(6.2) für einen zweiten Teil Magermilchfraktion (MMF2),

• dass sich die sechste Leitung (7) verzweigt in eine über ein Regelventil

(7.3) geführte siebte Leitung (7.1 ) für einen ersten Teil Rahmfraktion (RF1 ) und in eine achte Leitung (7.2) für einen zweiten Teil Rahmfraktion (RF2),

• dass die vierte Leitung (6.1 ) verbunden ist mit wenigstens der ersten Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I) und

· dass aus der fünften (6.2), der siebten (7.1 ) und der zwölften Leitung (12) beliebig ausgewählte Leitungen mit der den Bakteriengehalt steuernden Einheit (4; BSB) verbunden sein können.

16. Anlage nach Anspruch 14 oder 15,

dadurch gekennzeichnet,

dass mehr als eine in Reihe geschaltete Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I; MF-II; MF-III; MF-IV; ...) vorgesehen sind, und dass eine jeweilige Retentat- leitung 8 einer zweiten (3; MF-II) und jeder weiteren Mikrofiltrationseinheit (3; MF-III; MF-IV; ...) jeweils in Form einer Rückführleitung mit einer Zufuhrlei- tung der vorhergehenden Mikrofiltrationseinheit verbunden ist.

17. Anlage nach Anspruch 14 oder 15,

dadurch gekennzeichnet,

dass mehr als eine in Reihe geschaltete Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I; MF-II; MF-III; MF-IV; ...) vorgesehen sind, und dass die jeweiligen Retentat- leitungen 8 einer zweiten (3; MF-II) und jeder weiteren Mikrofiltrationseinheit (3; MF-III; MF-IV; ...) entweder getrennt voneinander mit einer Zufuhrleitung der ersten Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I) verbunden sind oder in einer Re- tentat-Sammelleitung zusammengeführt sind und diese mit der Zufuhrleitung der ersten Mikrofiltrationseinheit (3; MF-I) verbunden ist.

Description:
Verfahren und Anlage zur Behandlung von Milch zur Herstellung von Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien

TECHNISCHES GEBIET

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Behandlung von Milch zur Herstellung von Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien, wobei im Wesentlichen zwei Varianten im Rahmen der vorliegenden Erfin- dung relevant sind. Nach einer ersten Verfahrensvariante wird die zugeführte Milch, vorzugsweise sog. Fettmilch, wenigstens einer ersten Mikrofiltration unterzogen, die zu einer Auftrennung in wenigstens ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat und in wenigstens ein erstes Permeat mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien führt, wobei das wenigstens erste Retentat einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung, vorzugsweise einer thermischen Behandlung oberhalb von 100 °C, unterzogen wird, und wobei auf die den Bakteriengehalt steuernden Behandlung des wenigstens ersten Retentats eine Mischung des wenigstens ersten Retentats mit dem wenigstens ersten Permeat oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat folgt.

Nach einer zweiten Verfahrensvariante wird die zugeführte Milch vor der wenigstens ersten Mikrofiltration zunächst einer Zentrifugierung unterzogen, die eine Auftrennung in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion bewirkt. Die Magermilchfraktion wird sodann in der vorstehend gemäß der ersten Verfahrensvariant beschriebenen Weise mikrofiltriert, und die Rahmfraktion oder Teile davon werden zusammen mit dem aus der Magermilchfraktion gewonnenen Retentat der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen. Die nachfolgende Behandlung zusammen mit dem aus der Magermilchfraktion resultierenden Permeat entspricht jener der ersten Verfahrensvariante.

STAND DER TECHNIK

Es ist bekannt, die Milch zur Herstellung von Käse im Zuge ihrer Verarbeitung durch wenigstens eine einstufige Mikrofiltration in Phasen unterschiedlicher Zusammensetzung zu trennen. Neben einer Standardisierung der Inhaltstoffe im Rahmen unterschiedlicher Aufgabenstellungen soll vor allem die Abtrennung solcher Mikroorganismen in der Membran- bzw. Mikrofiltration erfolgen, die die Produktqualität im weiteren Prozess negativ beeinflussen. Die Mikroorganismen befinden sich in der Phase, die keine Filtermembran passiert haben, dem Retentat. Die andere Phase, die durch die Filtermembran hindurchtritt, das sog. Permeat, weist einen reduzierten Gehalt an Mikroorganismen, nachfolgend auch mit Keimen und Bakterien bezeichnet, auf.

Bei einer mehrstufigen Mikrofiltrierung in mehr als einer hintereinander geschalte- ten Mikrofiltration kommen vorzugsweise zwei alternative Varianten zur Anwendung. Nach einer ersten Variante wird ein jeweiliges Retentat, generiert aus einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltration, jeweils der vorhergehenden Mikrofiltration zugeführt. Eine zweite Variante zeichnet sich dadurch aus, dass die jeweiligen Retentate, generiert aus einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltration, entweder getrennt voneinander der ersten Mikrofiltration zugeführt werden oder zusammengeführt sind und die Mischung daraus der ersten Mikrofiltration zugeführt wird.

Es ist weiterhin bekannt, die im Retentat enthaltenen Keime und Bakterien anschließend durch eine den Keime- und Bakteriengehalt steuernde Behandlung, vorzugsweise eine thermische Behandlung durch Erhitzung, und hier vorzugsweise oberhalb von 100 °C, bis hin zu einer UHT-Erhitzung, zu inaktivieren. Dieser Behandlung, nachfolgend stets als den Bakteriengehalt steuernde Behandlung bezeichnet, kann allein das Retentat oder auch letzteres zusammen mit dem für die Käseherstellung vorgesehenem Fettanteil, beispielsweise in Form von Rahm, unterzogen werden.

Zum notorischen Fachwissen des Molkereifachmannes gehört, dass durch die Verwendung von Filtrationsprozessen, wie beispielsweise die Membran- bzw. Mikrofiltration, eine thermisch wenig belastete Käsereimilch von hoher bakteriologi- scher Qualität hergestellt werden kann. Eine Kombination dieser Filtrationsprozesse mit einer thermischen Behandlung der Milch auf relativ niedrigem Temperaturniveau (unterhalb von 100 °C), wie beispielsweise Thermisierung, Pasteurisierung oder auch Behandlung mit niedrigeren Temperaturen, kann dabei erfolgen. Anlagen zur Durchführung derartiger Verfahren können relativ lange Produktions- Zeiten erreichen, da die thermische Belastung gering gehalten werden kann, wodurch die Bildung von Ablagerungen an den Wandungen der Anlagen und die Ablagerungsgeschwindigkeit herabgesetzt werden. Im Zusammenhang mit der thermischen Behandlung der Milch ist dem Fachmann weiterhin bekannt, dass eine Behandlung auf relativ hohem Temperaturniveau (oberhalb von 100 °C) andererseits den Vorteil hat, dass vor allem durch die Denaturierung von Molkenproteinen eine höhere Ausbeute (geringere Menge erforderliche Milch je Menge Käse) erzielt werden kann. Dies resultiert aus der Tatsa- che, dass sich durch die Denaturierung der Molkeproteine größere Partikel bilden, die in der Käsematrix und damit als Käse im Produkt verbleiben. Außerdem begünstig nach allgemeiner Kenntnis eine diesbezügliche thermische Behandlung die Fähigkeit der Milch, im späteren Käse Löcher entstehen zu lassen. Bei Käse, der nicht durch Labzugabe hergestellt wird, z.B. Frischkäse, wird in den meisten Fällen ein Großteil der Molkenproteine mittels Erhitzung der gesamten Milchmenge denaturiert.

Diesen Vorteilen stehen aber andere, negative Beeinflussungen der Milch im Zuge ihrer Behandlung auf hohem Temperaturniveau entgegen. So wird bei Labkäse durch die höhere Erhitzung der gesamten Milch deren Labfähigkeit herabgesetzt, sodass Qualitätsminderungen zu erwarten sind.

In der DE 600 02 199 T2, die aus der WO 00/74495 A1 hervorgegangen ist, ist ein Verfahren zur Behandlung von Milch beschrieben, mit dem eine standardisierte Milch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien erhalten wird. Die zugeführte Milch wird dabei einer Zentrifugierung unterzogen, die eine Auftrennung in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion bewirkt. Die Magermilchfraktion wird einer ersten Mikrofiltration unterzogen, die zu einer Auftrennung in ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat und in ein erstes Permeat mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien führt. Das erste Permeat wird einer zweiten Mikrofiltration unterzogen, die eine Auftrennung in ein zweites Retentat und ein zweites Permeat bewirkt, wobei das zweite Retentat zu der Zufuhrseite des ersten Mikrofiltrationsschrittes zurückgeführt wird. Das Retentat aus dem ersten Mikrofilt- rationsschritt wird mit der aus der Zentrifugierung stammenden Rahmfraktion oder eines Teils davon zusammengeführt und diese beiden Komponenten werden einer gemeinsamen, den Bakteriengehalt steuernden Behandlung, beispielsweise einer thermischen Behandlung, unterzogen. Die derart behandelte Mischung wird mit dem zweiten Permeat zusammengeführt und vermischt, um so Milch mit dem gewünschten Fettgehalt zu erhalten.

In dem Dokument PEDERSEN, P. J., Microfiltration for t e reduction of bacte- ria in milk and brine, New applications of membrane processes, Brüssels, International Dairy Federation, 1992 (Special issue, 9201), S. 33-50 (Seiten 2, 3, 8, 9, 38, 39), ISBN 92-9098-006-0, wurde das vorstehend beschriebene Verfahren im Wesentlichen vorveröffentlicht, wobei der Unterschied zwischen dem jüngeren und dem älteren Verfahren darin besteht, das anstelle der zweistufigen Mikrofiltra- tion eine einstufige Verwendung findet.

Aus der EP 2 777 389 A1 ist eine Verfahren und eine Anlage zur Herstellung von Milch als Käseausgangsmaterial bekannt, die, ausgehend von den vorstehend skizzierten und als konventionell bezeichneten Verfahren und Anlagen, eine erste Zentrifugierung der Ausgangsmilch (Rohmilch) in eine Rahmfraktion und eine Magermilchfraktion, eine einstufige Mikrofiltration der Magermilchfraktion in ein Permeat und ein Retentat, eine thermische Behandlung der Rahmfraktion oder Teile davon und eine Zusammenführung des in der Mikrofiltration generierten Permeats mit der Rahmfraktion vorsehen. Anstelle der in den vorstehenden Dokumenten beschriebenen thermischen Behandlung des Retentats wird letzteres in einer zweiten Zentrifugierung in eine saubere Fraktion mit einem niedrigen Bakteriengehalt und in eine Fraktion mit einem hohen Bakteriengehalt aufgetrennt. Die saubere Fraktion wird der Zufuhrseite der einstufigen Mikrofiltration zugeführt.

Die EP 0 194 286 B1 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Behan- dein von Vollmilch zur Herstellung eines Milchproduktes mit einem niedrigen Bakteriengehalt. Dafür werden ein Separator, eine Mikrofiltrationsanlage sowie ein Wärmetauscher und eine Sterilisationseinheit verwendet. Im Wärmetauscher wird eine im Separator gewonnene Magermilchfraktion auf eine für die Mikrofiltration geeignete Temperatur erwärmt. In der Sterilisationseinheit werden das in der Mik- rofiltration gewonnene Retentat und eine im Separator gewonnene Rahmfraktion einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen. Die Wärmebehandlung in der Sterilisationseinheit richtet sich nach dem Verwendungszweck des Milchproduktes; für die Käseherstellung ist eine mildere Wärmebehandlung vorge- sehen.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Anlage zur Behandlung von Milch zur Herstellung von Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien der einleitend beschriebenen Art zu schaffen, mit denen die Vorteile, wie sie durch die Behandlung der Milch einerseits auf niedrigem und andererseits auf hohem Temperaturniveau erzielt werden, mit variabler Schwerpunktsetzung miteinander kombiniert werden können. Dabei sollen die angestrebten Vorteile vorrangig bei der Herstellung von Labkäse erzielt werden.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Diese Aufgabe wird durch Verfahren mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche 1 oder 3 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Verfahren sind Gegenstand der Unteransprüche. Anlagen zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren sind Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 14 und des abhängigen Anspruchs 15. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Anlagen sind Gegenstand der zugeordneten Unteransprüche.

Der erfinderische verfahrenstechnische Grundgedanke besteht darin, dass ein Teil der Milch (Vollmilch bzw. Fettmilch oder Magermilch) einer thermischen Behandlung auf hohem Temperaturniveau (oberhalb von 100°C, bevorzugt zwischen 125 und 140 °C) unterzogen wird, der nicht filtriert wurde. Dieser Anteil, der allein thermisch behandelt wird, kann im Verhältnis zum Anteil der filtrierten Milch variabel sein, und er kann auch mit bereits filtriertem Medium (Retentat) vermischt wer- den. Bedeutsam ist, dass am Ende des Behandlungsprozesses ein Anteil thermisch behandelter, aber nicht filtrierter Milch in der gesamten, den Behandlungs- prozess verlassenden Milch vorhanden ist. Anstelle einer Filtration kann auch eine Entkeimung durch Zentrifugierung durchgeführt werden. Durch eine planmäßige Kombination der beiden an sich bekannten thermischen Behandlungsverfahren in einer Prozesslinie, nämlich Filtration auf niedrigem Temperaturniveau einerseits und den Bakteriengehalt steuernden Behandlung auf hohem Temperaturniveau andererseits, können die Vorteile beider Verfahren mitei- nander kombiniert werden. Hierbei kann die Wirkung durch unterschiedliche Aufteilung der Milchströme je nach herzustellendem (Zwischen-)Produkt gesteuert werden.

Neu ist aber auch, dass die beiden Behandlungsschritte, nämlich einerseits Erhitzen des aus der Filtration stammenden Retentats und andererseits planmäßige Denaturierung von Molkeproteinen, miteinander kombiniert werden. Die Kombination ermöglicht es, die notwendige Erhitzung an einem Ort und in einem Prozessschritt durchzuführen. Die Erhitzung wird dabei vorzugsweise rezepturabhängig durchgeführt. Für jede herzustellende Käsereimilch kann entsprechend zu der „Grundlast", bestehend aus dem durch Filtration hergestellten Permeat einerseits und andererseits dem durch Filtration hergestellten Retentat ggf. in Verbindung mit der aus der Zentrifugierung gewonnenen Rahmfraktion und ggf. auch einer Magermilchfraktion, ein Anteil der zugeführten Milch, erfindungsgemäß der zweite Teil Milch, mit hocherhitzt werden. Durch die Hocherhitzung des zweiten Teils Milch werden zwar mehr Molkeproteine denaturiert, jedoch verbleiben immer noch genügend„native" Molkeproteine, um die Labfähigkeit zu erhalten.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass es einerseits Käse gibt, wie beispielsweise klassischer Gouda, die einen insgesamt höheren Anteil an denaturier- ten Molkeproteinen vertragen, während andere, wie beispielsweise Großlochkäse, einen vergleichsweise niedrigeren Anteil aufweisen dürfen. Bei manchen Käsesorten wird die gewünschte Lochbildung durch Zugabe von nicht separierter Milch zur Hocherhitzung positiv beeinflusst, da dadurch der Anteil an feinsten Partikeln in der Milch erhöht wird, die wiederum die Lochbildung positiv beeinflussen.

Die konkrete erfinderische Lösung besteht gemäß einer ersten Verfahrensvariante darin, dass die zugeführte Milch in einen ersten Teil Milch und einen zweiten Teil Milch aufgeteilt wird. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Milch und dem zweiten Teil Milch variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben.

Der erste Teil Milch wird zum Einen wenigstens der ersten Mikrofiltration unterzo- gen und der der zweite Teil Milch wird zum Anderen mit dem wenigsten ersten Retentat aus der wenigstens ersten Mikrofiltration der gemeinsamen, den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen. Die derart behandelte Mischung aus ersten Komponenten, bestehend aus einem nicht filtrierten behandelten zweiten Teil Milch und einem behandelten wenigstens ersten Retentat, wird mit dem we- nigstens ersten Permeat oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat zusammengeführt, um so standardisierte Käsereimilch zu erhalten.

Die konkrete erfinderische Lösung besteht gemäß einer zweiten Verfahrensvariante darin, dass die zugeführte Milch zunächst in einen ersten Teil Milch und einen zweiten Teil Milch aufgeteilt wird. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Milch und dem zweiten Teil Milch variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben.

Der erste Teil Milch wird sodann zum Einen einer Zentrifugierung unterzogen und in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion aufgetrennt. Die gewonnene Rahmfraktion ist in einen ersten und in einen zweiten Teil Rahmfraktion aufteilbar. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Rahmfraktion und dem zweiten Teil Rahmfraktion variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben.

Der zweite Teil Milch wird zum Anderen gemäß einer ersten Alternative zusam- men mit dem wenigsten ersten Retentat aus der wenigstens ersten Mikrofiltration, generiert aus der Magermilchfraktion, der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen. Der zweite Teil Milch kann aber auch zum Anderen gemäß einer zweiten Alternative zusammen mit dem wenigsten ersten Retentat aus der wenigstens ersten Mikrofiltration und zusätzlich mit der Rahmfraktion oder einem ersten Teil Rahmfraktion der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen werden.

Die derart behandelte Mischung aus entweder zweiten Komponenten, bestehend aus einem nicht zentrifugierten behandelten zweiten Teil Milch und einem behandelten wenigstens ersten Retentat oder dritten Komponenten, bestehend aus einem nicht zentrifugierten behandelten zweiten Teil Milch und einem behandelten wenigstens ersten Retentat und einer behandelten Rahmfraktion oder einem behandelten ersten Teil Rahmfraktion, wird mit dem wenigstens ersten Permeat oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat, jeweils generiert aus der Magermilchfraktion, zusammengeführt und vermischt, um so standardisierte Käsereimilch zu erhalten.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der zweiten Verfahrensvariante sieht vor, dass die aus der Zentrifugierung gewonnene, nicht filtrierte Magermilchfraktion in einen ersten Teil Magermilchfraktion und einen zweiten Teil Magermilchfraktion aufgeteilt wird. Der erste Teil Magermilchfraktion wird zum Einen wenigstens der ersten Mikrofiltration und der zweite Teil Magermilchfraktion wird zum Anderen der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen. Der derart behandelte zweite Teil Magermilchfraktion wird entweder mit der Mischung aus den zweiten Komponenten oder mit der Mischung aus den dritten Komponenten in der vorstehend beschriebenen Weise weiterbehandelt.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Magermilchfraktion und dem zweiten Teil Magermilchfraktion variabel und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben.

Weiterhin wird vorgeschlagen, dass bei der Zentrifugierung anfallende Ablagerungen der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen werden. Derart behandelt können sie zusammen entweder mit der Mischung aus den zweiten Komponenten oder mit der Mischung aus den dritten Komponenten in der vorstehend beschriebenen Weise weiterbehandelt werden. Eine andere Ausgestaltung sieht vor, dass bei der Zentrifugierung anfallende Ablagerungen zusammen mit dem zweiten Teil Magermilchfraktion der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung unterzogen werden. Derart behandelt können diese beiden Bestandteile entweder mit der Mischung aus den zweiten Kompo- nenten oder mit der Mischung aus den dritten Komponenten in der vorstehend beschriebenen Weise weiterbehandelt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass der Anteil der zweiten Komponente oder der dritten Komponente, bezogen auf die Menge zugeführte Milch, bis zu 20 Prozent beträgt, und dass die Ergänzung auf den Anteil von bis zu 20 Prozent durch den behandelten zweiten Teil Milch erfolgt. Der zweite Teil Milch wird demzufolge so eingestellt, dass er die Differenz zwischen dem durch die Filtration gegebenen Anteil bzw. dem durch die Filtration und durch die Zentrifugierung gegebenen Anteil und dem gewünschten Anteil von bis zu 20 % ergänzt. Dieser Sachverhalt wird nachfolgend an einem numerischen Beispiel verdeutlicht.

Beispiel:

Es sollen beispielsweise 15 % (entsprechend 7.500 Liter/Stunde) des gesamten zugeführten Milchstromes (zugeführte Milch) bei einer Zulaufleistung von 50.000 Liter/Stunde für eine Käserezeptur hocherhitzt werden. Bei einem Rahm-Anteil, der in der Milch verbleibt und beispielsweise 8 % der Zulaufleistung beträgt (entsprechend 4.000 Liter/Stunde), und einem aus der Filtration resultierenden Reten- tat-Anteil, der beispielsweise 2 % (entsprechend 1.000 Liter/Stunde) der Zulaufleistung ausmacht, können erfindungsgemäß 2.500 Liter/Stunde der Hocherhit- zung zugeführt werden.

Die Temperaturen im Bereich der Hocherhitzung, d.h bei der den Bakteriengehalt steuernde Behandlung, liegen zwischen 125 und 140 Grad Celsius, damit die durch die Filtration, vorzugsweise durch die Mikrofiltration, abgetrennten, uner- wünschten und hitzebeständigen Keime, vor allem Clostridien und Bazillen, inaktiviert werden.

Der Gehalt an Keimen und Bakterien im Permeat kann dadurch weiter reduziert werden, dass sich die Mikrofiltrierung der Magermilchfraktion in mehr als einer hin- tereinander geschalteten Mikrofiltration vollzieht. Eine diesbezügliche erste Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass ein jeweiliges Retentat, generiert aus einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltration, jeweils der vorhergehenden Mikrofiltration zugeführt wird. Eine diesbezügliche zweite Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass die jeweiligen Retentate, generiert aus einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltration, entweder getrennt voneinander der ersten Mikrofiltration zugeführt werden oder zusammengeführt sind und die Mischung daraus der ersten Mikrofiltration zugeführt wird. Eine erste Anlage zur Behandlung von Milch zur Herstellung von standardisierter Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien zur Durchführung der ersten Verfahrensvariante weist, in an sich bekannter Weise, die folgenden Merkmale auf:

• eine Zufuhrleitung für Milch, die sich in einer ersten Leitung für einen ersten Teil Milch fortsetzt und verbunden ist mit

• wenigstens einer ersten Mikrofiltrationseinheit zum Auftrennen des ersten Teils Milch in ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat und ein erstes Permeat mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien,

• wobei die Mikrofiltrationseinheit verbunden ist mit einer neunten Leitung für das erste Retentat und einer zehnten Leitung für das erste Permeat,

• wobei die neunte Leitung verbunden ist mit einer den Bakteriengehalt steuernden Einheit, welche wiederum verbunden ist mit einer elften Leitung für das in der den Bakteriengehalt steuernden Einheit behandelte erste Retentat,

• und wobei die zehnte Leitung und die elfte Leitung zusammengeführt sind und sich danach fortsetzen in einer Sammelleitung für das behandelte erste Retentat und für das wenigstens erste Permeat oder für das aus der letzten Mikrofiltration resultierende letzte Permeat.

Im Unterschied zum vorstehend definierten Stand der Technik ist die erfindungs- gemäße erste Anlage dadurch gekennzeichnet, dass am Übergang von der Zufuhrleitung zur ersten Leitung eine zweite Leitung für einen zweiten Teil Milch abzweigt und die zweite Leitung verbunden ist mit der den Bakteriengehalt steuernden Einheit. Eine zweite Anlage zur Behandlung von Milch zur Herstellung von standardisierter Käsereimilch mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien zur Durchführung der zweiten Verfahrensvariante weist die an sich bekannten Merkmale der ersten Anlage auf und ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,

• dass die erste Leitung für den ersten Teil Milch verbunden ist mit einer Zentrifugalabscheidereinheit zum Auftrennen des ersten Teils Milch in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion,

· dass die Zentrifugalabscheidereinheit jeweils verbunden ist mit einer dritten Leitung für die Magermilchfraktion, mit einer sechsten Leitung für die Rahmfraktion und mit einer zwölften Leitung für Ablagerungen in der Zentrifugalabscheidereinheit,

• dass sich die dritte Leitung verzweigt in eine vierte Leitung für einen ersten Teil Magermilchfraktion und in eine fünfte Leitung für einen zweiten Teil Magermilchfraktion,

• dass sich die sechste Leitung verzweigt in eine über ein Regelventil geführte siebte Leitung für einen ersten Teil Rahmfraktion und in eine achte Leitung für einen zweiten Teil Rahmfraktion,

· dass die vierte Leitung verbunden ist mit wenigstens der ersten Mikrofiltrati- onseinheit und

• dass aus der fünften, der siebten und der zwölften Leitung beliebig ausgewählte Leitungen mit der den Bakteriengehalt steuernden Einheit verbunden sein können.

Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Anlage werden die beiden Behandlungsschritte, nämlich einerseits Erhitzen des aus der Filtration stammenden Re- tentats und andererseits planmäßige Denaturierung von Molkeproteinen, miteinander kombiniert. Durch die Kombination ist nur eine Erhitzungsanlage, die den Bakteriengehalt steuernde Einheit, erforderlich, die in ihrer Leistung, vorzugsweise rezepturabhängig, geregelt wird. Eine weitere Ausgestaltung, die gleichermaßen auf die erste und die zweite Anlage anwendbar ist, sieht vor, dass mehr als eine in Reihe geschaltete Mikrofiltrati- onseinheit vorgesehen sind, und dass eine jeweilige Retentatleitung einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltrationseinheit jeweils in Form einer Rückführleitung mit einer Zufuhrleitung der vorhergehenden Mikrofiltrationseinheit verbunden ist.

Eine weitere diesbezügliche Ausgestaltung, die ebenfalls gleichermaßen auf die erste und die zweite Anlage anwendbar ist, sieht vor, dass mehr als eine in Reihe geschaltete Mikrofiltrationseinheit vorgesehen sind, und dass die jeweiligen Reten- tatleitungen einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltrationseinheit entweder getrennt voneinander mit einer Zufuhrleitung der ersten Mikrofiltrationseinheit verbunden sind oder in einer Retentat-Sammelleitung zusammengeführt sind und diese mit einer Zufuhrleitung der ersten Mikrofiltrationseinheit verbunden ist.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Figur 1 zeigt den Stand der Technik (WO 00/74495 A1), von dem die vorliegende Erfindung im Rahmen einer zweiten Verfahrensvariante ausgeht. Eine eingehendere Darstellung der Erfindung ergibt sich aus der folgenden Beschreibung und den beigefügten Figuren der Zeichnung sowie aus den Ansprüchen. Während die Erfindung in den verschiedensten Ausführungsformen zweier bevorzugter Verfahren und Anlagen zu deren Durchführung realisiert ist, sind in der Zeichnung eine erste und eine zweite erfindungsgemäße Anlage dargestellt, wobei mit jeder Anlage ein bevorzugtes Verfahren mit jeweils unterschiedlichen Ausgestaltungen durchführbar ist. Die beiden Anlagen sind nachfolgend nach Aufbau und Funktion beschrieben. Es zeigen

Figur 2 in schematischer Darstellung eine erfindungsgemäße erste Anlage ohne Zentrifugierung der zugeführten Milch und

Figur 3 ebenfalls in schematischer Darstellung eine erfindungsgemäße zweite Anlage mit Zentrifugierung der zugeführten Milch, wobei beide Anlagen, vom Prozessende her gesehen, bis zum Eintritt einerseits in die Mikrofiltration und andererseits in die den Bakteriengehalt steuernden Behandlung gleich ausgeführt sind.

DETAILLIERTE BESCHREIBUNG

Eine Anlage 1 (Figur 1) zur Behandlung von Milch M zur Herstellung von standardisierter Käsereimilch SKM mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist, bildet einen Anlagenabschnitt B1 zwischen einer vorgeordneten Prozessanlage A1 und einer nachgeordneten Prozessanlage C1. Die vorgeordnete und die nachgeordnete Prozessanlage A1 , C1 sind nicht näher dargestellt, wobei beispielsweise in der vorgeordneten Prozessanlage A1 eine thermische Vorbehandlung und Lagerung der Milch M und in der nachgeordneten Prozessanlage C1 weitere Behandlungsschritte zur Herstellung des Käseendprodukts erfolgen können.

Die zu behandelnde Milch M wird über eine Zufuhrleitung 5, die mit einer Zentrifugalabscheidereinheit 2 verbunden ist, letzterer zugeführt. In der Zentrifugalabscheidereinheit 2 erfolgt eine Zentrifugierung ZF der Milch M und damit deren Auftrennung in eine Keime und Bakterien enthaltende Rahmfraktion RF und eine Keime und Bakterien enthaltende Magermilchfraktion MMF. Die Zentrifugalabscheidereinheit 2 ist jeweils verbunden mit einer dritten Leitung 6 für die Abfuhr der Magermilchfraktion MMF, einer sechsten Leitung 7 für die Abfuhr der Rahmfraktion RF und einer zwölften Leitung 12 für die Abfuhr von Ablagerungen AL, die sich in der Zentrifugalabscheidereinheit 2 sammeln.

Die dritte Leitung 6 ist verbunden mit wenigstens einer ersten Mikrofiltrationsein- heit 3, in der durch eine erste Mikrofiltration MF-I eine Auftrennung der Magermilchfraktion MMF in ein Keime und Bakterien enthaltendes erstes Retentat R-l und ein erstes Permeat P-l mit einem reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien erfolgt. Die Mikrofiltrationseinheit 3 ist weiterhin verbunden mit einer neunten Leitung 8 zur Ableitung des ersten Retentats R-l und einer zehnten Leitung 9 für die Ableitung des ersten Permeats P-l. Es ist auch bereits bekannt, dass mehr als eine in Reihe geschaltete Mikrofiltrati- onseinheit 3 vorgesehen sind, wobei in der zweiten Mikrofiltrationseinheit durch eine zweite Mikrofiltration MF-II ein zweites Retentat R-Il und ein zweites Permeat P-Il und durch jede weitere Mikrofiltration MF-III, MF-IV, usw. die zugeordneten Retentate R- III, R-IV, usw. und die zugeordneten Permeate P-Ill, P-IV, usw. generiert werden. Nach einer diesbezüglichen ersten Ausgestaltung ist eine jeweilige Retentatleitung 8 einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltrationseinheit jeweils in Form einer Rückführleitung mit einer Zufuhrleitung der vorhergehenden Mikrofiltrationseinheit verbunden. Nach einer diesbezüglichen zweiten Ausgestaltung sind die jeweiligen Retentatleitungen 8 einer zweiten und jeder weiteren Mikrofiltrationseinheit entweder getrennt voneinander mit einer Zufuhrleitung der ersten Mikrofiltrationseinheit 3 verbunden oder sie sind in einer Retentat-Sammelleitung zusammengeführt und diese ist mit einer Zufuhrleitung der ersten Mikrofiltrationseinheit 3 verbunden. Im Ausführungsbeispiel wäre diese Zufuhrleitung die dritte Lei- tung 6 für die Magermilchfraktion.

Die sechste Leitung 7 verzweigt sich in eine siebte Leitung 7.1 für die Weiterleitung eines ersten Teils Rahmfraktion RF1 und eine achte Leitung 7.2 für die Weiterleitung eines zweiten Teils Rahmfraktion RF2. Die siebte Leitung 7.1 ist mit ei- ner den Bakteriengehalt steuernden Einheit 4, in der eine den Bakteriengehalt steuernde Behandlung BSB, vorzugsweise eine thermische Behandlung durch Erhitzung oberhalb von 100 °C, durchgeführt wird, verbunden. Die den Bakteriengehalt steuernde Einheit 4 ist weiterhin verbunden mit der neunten Leitung 8 für die Zufuhr des ersten Retentats R-l und mit einer elften Leitung 10 für die Abfuhr eines behandelten ersten Retentats R-l* und eines behandelten ersten Teils Rahmfraktion RF1 * . Die zehnte Leitung 9 für das erste Permeat P-l und die elfte Leitung 10 sind zusammengeführt und setzen sich in einer Sammelleitung 11 fort, die die standardisierte Käsereimilch SKM, bestehend aus dem behandelten ersten Retentat R- , dem behandelten ersten Teil Rahmfraktion RF-I* sowie dem we- nigstens ersten Permeat P-l oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat, abführt. Die bekannte Anlage 1 verfügt notwendigerweise an bestimmten Stellen über Absperr- und Steuer- bzw. Regeleinrichtungen, die dem Fachmann geläufig sind und die in Figur 1 nicht dargestellt sind. Eine erste Anlage 100 nach der Erfindung (Figur 2), die einen ersten Anlagenabschnitt B100 umfasst, und eine zweite Anlage 101 (Figur 3), die einen zweiten Anlagenabschnitt B101 umfasst, wobei die Anlagenabschnitte 100, 101 jeweils zwischen der vorgeordneten Prozessanlage A1 und der nachgeordneten Prozessanlage C1 ausgebildet sind, werden nachfolgend nur insoweit nach Aufbau und Funktion vollständig beschrieben, wie sie sich von der im Stand der Technik bekannten Anlage 1 gemäß Figur 1 unterscheiden. Übereinstimmende Merkmale der Anlagen 1 , 100 und 101 tragen die gleiche Bezeichnung.

Die Zufuhrleitung 5 (Figur 2), über die die zu behandelnde Milch M zuströmt, ver- zweigt sich in eine erste Leitung 5.1 für einen ersten Teil Milch M1 und eine zweite Leitung 5.2 für einen zweiten Teil Milch M2. Dabei ist das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Milch M1 und dem zweiten Teil Milch M2 variabel, vorzugsweise steuerbar und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben.

Die erste Leitung 5.1 ist verbunden mit der ersten Mikrofiltrationseinheit 3 zum Auftrennen des ersten Teils Milch M1 in das Keime und Bakterien enthaltende erste Retentat R-l und das einen reduzierten Gehalt an Keimen und Bakterien aufweisende erste Permeat P-l und führt dieser den ersten Teil Milch M1 zu. Die zweite Leitung 5.2 ist verbunden mit der den Bakteriengehalt steuernden Einheit 4, in der neben dem über die neunte Leitung 8 zugeführten ersten Retentat R-l der zweite Teil Milch M2 der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB, vorzugsweise einer thermischen Behandlung durch Erhitzung oberhalb von 100 °C, unterzogen wird. Die elfte Leitung 10 führt aus der den Bakteriengehalt steuern- den Einheit 4 die Mischung aus ersten Komponenten K1 , bestehend aus einem nicht filtrierten behandelten zweiten Teil Milch M2* und dem behandelten wenigstens ersten Retentat R-l*, ab und führt die ersten Komponenten K1 mit dem in der zehnten Leitung 9 herangeführten wenigstens ersten Permeat P-l oder dem aus der letzten Mikrofiltration resultierenden letzten Permeat zusammen, um so in der nachfolgenden Sammelleitung 11 die standardisierte Käsereimilch SKM zu erhalten.

Die Zufuhrleitung 5 (Figur 3), über die die zu behandelnde Milch M der zweiten Anlage 101 zuströmt, verzweigt sich in die erste Leitung 5.1 für den ersten Teil Milch M1 und die zweite Leitung 5.2 für den zweiten Teil Milch M2. Dabei ist das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Milch M1 und dem zweiten Teil Milch M2 variabel, vorzugsweise steuerbar und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben.

Die erste Leitung 5.1 ist mit der Zentrifugalabscheidereinheit 2 und die zweite Leitung 5.2 ist mit der den Bakteriengehalt steuernden Einheit 4 verbunden. Die mit der Zentrifugalabscheidereinheit 2 verbundene sechste Leitung 7 verzweigt sich in die über ein Regelventil 7.3, das das Aufteilungsverhältnis der sich verzweigenden Rahmfraktion-Ströme steuert, geführte siebte Leitung 7.1 für die Rahmfraktion RF oder einen Teil davon, den ersten Teil Rahmfraktion RF1 , und in die achte Leitung 7.2 für den zweiten Teil Rahmfraktion RF2. Die mit der Zentrifugalabscheidereinheit 2 verbundene dritte Leitung 6 für die Magermilchfraktion MMF verzweigt sich in eine vierte Leitung 6.1 für einen ersten Teil Magermilchfraktion MMF1 und in ei- ne fünfte Leitung 6.2 für einen zweiten Teil Magermilchfraktion MMF2. Die zwölfte Leitung 12 für die Ablagerungen AL mündet direkt oder über einen Endabschnitt der siebten Leitung 7.1 in die den Bakteriengehalt steuernden Einheit 4 ein.

Während die zweite Leitung 5.2 stets den zweiten Teil Milch M2 in die den Bakte- riengehalt steuernden Einheit 4 einspeist, weil diese Zufuhr einen wesentlichen Teil der Erfindung ausmacht, können aus der fünften Leitung 6.2 für den zweiten Teil Magermilchfraktion MMF2, der siebten Leitung 7.1 für die Rahmfraktion RF bzw. RF1 und der zwölften Leitung 12 für die Ablagerungen AL beliebig ausgewählte Leitungen mit den zugeordneten Fluiden mit der den Bakteriengehalt steu- ernden Einheit 4 wahlweise verbunden sein und letzterer diese Fluide je nach der gewünschten Zusammensetzung im Endprodukt, der standardisierten Käsereimilch SKM, zuführen. Die vierte Leitung 6.1 für den ersten Teil Magermilchfraktion MMF1 ist verbunden mit wenigstens der ersten Mikrofiltrationseinheit 3. Letztere ist weiterhin verbunden mit der neunten Leitung 8 zur Ableitung des ersten Retentats R-l und der zehnten Leitung 9 für die Ableitung des ersten Permeats P-l, wobei Retentat und Permeat durch die erste Mikrofiltration MF-I nunmehr aus dem ersten Teil Magermilchfraktion MMF1 generiert werden.

In der den Bakteriengehalt steuernden Einheit 4 können nunmehr neben dem ersten Retentat R-l und dem zweiten Teil Milch M2, jeweils variabel, vorzugsweise steuerbar und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben, die Rahmfraktion RF oder ein Teil davon, der erste Teil Rahmfraktion RF1 , der zweite Teil der Magermilchfraktion MMF2 und die Ablagerungen AL der den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB, vorzugsweise der thermischen Behandlung durch Erhitzung oberhalb von 100 °C, unterzogen werden.

Die elfte Leitung 10 führt aus der den Bakteriengehalt steuernden Einheit 4 die Mischung entweder aus zweiten Komponenten K2, bestehend aus einem nicht filtrierten behandelten zweiten Teil Milch M2 * und dem behandelten wenigstens ersten Retentat R- , oder aus dritten Komponenten K3, bestehend den zweiten Komponenten K2 und einer behandelten Rahmfraktion RF * oder einem behandelten ersten Teil Rahmfraktion RF1*, und zusätzlich wahlweise ergänzt durch einen behandelten zweiten Teil Magermilchfraktion MMF2* und/oder behandelte Ablagerungen AL*, ab und führt diese Bestandteile mit dem in der zehnten Leitung 9 herangeführten wenigstens ersten Permeat P-l oder dem aus der letzten Mikrofiltrati- on resultierenden letzten Permeat zusammen, um so in der nachfolgenden Sammelleitung 11 die standardisierte Käsereimilch SKM zu erhalten.

Das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Magermilchfraktion MMF1 und dem zweiten Teil Magermilchfraktion MMF2 und auch das Aufteilungsverhältnis zwischen dem ersten Teil Rahmfraktion RF1 und dem zweiten Teil Rahmfraktion RF2 ist variabel, vorzugsweise steuerbar und durch den Verwendungszweck der Käsereimilch vorgegeben. Die mit der vorbeschriebenen ersten Anlage 100 durchführbare erste Verfahrensvariante und die mit der zweiten Anlage 101 durchführbare zweite Verfahrensvariante sind nicht auf die vorstehend jeweils konkret beschriebenen Ausgestaltungen beschränkt, sondern weitere Ausgestaltungen ergeben sich für den Fachmann aus der Vielfalt der den Anlagen 100, 101 innewohnenden Variationsmöglichkeiten.

Die erste Anlage 100 und die zweite Anlage 101 werden jeweils, bestimmt durch die Betriebsweise der vorgeordneten Prozessanlage A1 und/oder der nachgeordneten Prozessanlage C1 , entweder kontinuierlich oder diskontinuierlich (Batchpro- zess) betrieben.

BEZUGSZEICHENLISTE DER VERWENDETEN ABKÜRZUNGEN

Figur 1 (Stand der Technik)

1 Anlage

2 Zentrifugalabscheidereinheit

3 erste Mikrofiltrationseinheit (für erste Mikrofiltration MF-I)

4 Bakteriengehalt steuernde Einheit (z.B. UHT-Einheit; für eine den Bakteriengehalt steuernde Behandlung BSB)

5 Zufuhrleitung (für Milch M)

6 dritte Leitung (für eine Magermilchfraktion MMF)

7 sechste Leitung (für eine Rahmfraktion RF)

7.1 siebte Leitung (für einen ersten Teil Rahmfraktion RF1 )

7.2 achte Leitung (für einen zweiten Teil Rahmfraktion RF2)

8 neunte Leitung (für ein erstes Retentat R-l)

9 zehnte Leitung (für das erste Permeat P-l oder das letzte Permeat) 10 elfte Leitung (für eine behandelte Mischung aus einem behandelten ersten Retentat R-l * und einem behandelten ersten Teil Rahmfraktion RF1*; mit einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB behandelt)

11 Sammelleitung (für eine standardisierte Käsereimilch SKM)

12 zwölfte Leitung (für Ablagerungen AL aus der Zentrifugierung ZF)

AL Ablagerungen

BSB eine den Bakteriengehalt steuernde Behandlung

M (zugeführte) Milch

MMF Magermilchfraktion

MF-I, MF-II, MF-III,

MF-IV, usw. erste, zweite, dritte, vierte, usw. Mikrofiltration

P-l, PN, P-Ill,

P-IV, usw. erstes, zweites, drittes, viertes, usw. Permeat

R-l, RH, R-Ill,

R-IV, usw. erstes, zweites, drittes, viertes, usw. Retentat

RF Rahmfraktion erster Teil Rahmfraktion

zweiter Teil Rahmfraktion

R- behandeltes erstes Retentat

RF1* behandelter erster Teil Rahmfraktion)

(R- , RF1*: jeweils mit einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB behandelt)

SKM standardisierte Käsereimilch

ZF Zentrifugierung

A1 vorgeordnete Prozessanlage

B1 Anlagenabschnitt

C1 nachgeordnete Prozessanlage

Figur 2

100 erste Anlage

5.1 erste Leitung (für einen ersten Teil Milch M1 )

5.2 zweite Leitung (für einen zweiten Teil Milch M2)

10 elfte Leitung

(für eine behandelte Mischung aus den ersten Komponenten K1 ; mit einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB behandelt)

K1 erste Komponenten (bestehend aus einem behandelten ersten Retentat

R-l* und einem behandelten zweiten Teil Milch M2*)

M1 erster Teil Milch

M2 zweiter Teil Milch

M2 * behandelter zweiter Teil Milch

(mit einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB behandelt)

B100 erster Anlagenabschnitt Figur 3

101 zweite Anlage

6.1 vierte Leitung (für einen ersten Teil Magermilchfraktion MMF1 )

6.2 fünfte Leitung (für einen zweiten Teil Magermilchfraktion MMF2)

7.3 Regelventil

10 elfte Leitung

(für eine behandelte Mischung aus den zweiten Komponenten K2 oder den dritten Komponenten K3 (mit einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB behandelt)

AL* behandelte Ablagerungen

K2 zweite Komponenten (bestehend aus einem behandelten zweiten Teil

Milch M2* und einem behandelten ersten Retentat R- )

K3 dritte Komponenten

(bestehend aus einem behandelten zweiten Teil Milch M2* und einem behandelten ersten Retentat R-l* und einer behandelten Rahmfraktion RF* oder einem behandelten ersten Teil Rahmfraktion RF1*) MMF1 erster Teil Magermilchfraktion

MMF2 zweiter Teil Magermilchfraktion

MMF2* behandelter zweiter Teil Magermilchfraktion behandelte Rahmfraktion

(AL*, MMF2*, RF*: jeweils mit einer den Bakteriengehalt steuernden Behandlung BSB behandelt)

B101 zweiter Analgenabschnitt