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Title:
METHOD FOR INTEGRATING A CARTRIDGE-LIKE FUNCTIONAL COMPONENT INTO A FURNITURE PANEL, AND FURNITURE PANEL COMPRISING INTEGRATED FUNCTIONAL COMPONENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/134935
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for integrating a cartridge-like functional component into a furniture panel (43). The method has the following steps: - introducing at least one recess (411, 421, 431) into the furniture panel; - applying an adhesive layer (50) onto at least one side of the functional component, wherein the adhesive layer (50), the at least one side of the functional component, and/or the recess (411, 421, 431) has a structured surface; - introducing the functional component into the recess; and - pressing the furniture panel together with the inserted functional component. The invention additionally relates to a furniture panel (43) which is produced according to the method and comprises an integrated functional component and to a furniture body (10) or furniture comprising such a furniture panel (43).

Inventors:
FEYEN, Florian (Am Knochenhof 1, Osnabrück, 49082, DE)
ANDSCHUS, Stefan (Albert-Schweitzer Str. 14b, übbecke, 32312, DE)
GÖTZ, Gerhard (Theodora-Löwenstein-Str. 14, Bünde, 32257, DE)
Application Number:
EP2019/050089
Publication Date:
July 11, 2019
Filing Date:
January 03, 2019
Export Citation:
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Assignee:
AMBIGENCE GMBH & CO. KG (Goebenstraße 3-7, Herford, 32052, DE)
International Classes:
A47B96/20
Domestic Patent References:
WO2010060988A12010-06-03
WO2009059896A12009-05-14
WO2017029199A12017-02-23
Foreign References:
DE102009005596A12009-07-23
EP2428137A12012-03-14
US5399406A1995-03-21
EP2368049B12016-10-26
DE102017104170A12018-08-30
Attorney, Agent or Firm:
KLEINE, Hubertus et al. (Am Zwinger 2, Bielefeld, 33602, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zum Integrieren eines kassettenartigen Funktionsbauteils in eine Möbelplatte, aufweisend die folgenden Schritte:

- Bereitstellen eines Funktionsbauteils;

- Einbringen mindestens einer Aussparung (411 , 421 , 431 ) in eine Mö belplatte (43);

- Aufbringen einer Klebstofflage (50) auf zumindest eine Seite des Funk tionsbauteils, wobei die Klebstofflage (50), die zumindest eine Seite des Funktionsbauteils und/oder die Aussparung (41 1 , 421 , 431 ) eine strukturierte Oberfläche aufweist;

- Einsetzen des Funktionsbauteils in die Aussparung; und

- Pressen der Möbelplatte (43) mit dem eingesetzten Funktionsbauteil.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , bei dem das Funktionsbauteils eine minimale und maximale Fertigungstoleranz im Hinblick auf seine Dicke aufweist und bei dem die Aussparung (41 1 , 421 , 431 ) eine minimale und eine maximale Fertigungstoleranz in Richtung ihrer Tiefe aufweist, wobei eine Höhe (h) der strukturierten Oberfläche größer ist, als der Abstand zwischen dem Funktionsbauteils mit minimaler Toleranz und der Aussparung (41 1 , 421 , 431 ) mit maximaler Toleranz im montierten Zustand.

3. Verfahren nach Anspruch 2, bei der die Höhe (h) 0, 5 mm bis 2 mm be trägt.

4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, bei der das Funktionsbauteil in der Di cke eine Fertigungstoleranz von maximal 0,4 mm aufweist.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der die Aussparung

(41 1 , 421 , 431 ) in der Tiefe eine Fertigungstoleranz von maximal 0,5 mm aufweist.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die Klebstofflage (50) Klebstoff in Form einer Vielzahl von Strukturelementen (51 ) aufweist.

7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem die Strukturelemente (51 ) 3- dimensionale Elemente sind, insbesondere Pyramiden, Pyramidenstümp fe, Kegel oder Kegelstümpfe.

8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, bei dem die Strukturelemente (51 ) be- abstandet voneinander angeordnet sind, so dass nach dem Aufbringen der Klebstofflage (50) zwischen benachbarten Strukturelemente (51 ) Freiräu me (52) verbleiben.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, bei dem etwa 10 bis 300 Strukturelemente (51 ) pro cm2 in der Klebstofflage (50) vorhanden sind.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem die Klebstofflage (50) zwischen 50 g/m2 und 350 g/m2 Klebstoff und bevorzugt zwischen 150 g/m2 und 250 g/m2 Klebstoff aufweist.

1 1. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei der die Klebstofflage (50) durch eine strukturierte Walze aufgetragen wird.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , bei dem die Möbelplatte (43) einteilig ausgebildet ist, wobei die Aussparung (431 ) das Funktions bauteil vollständig aufnimmt.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei dem die Möbelplatte (43) zweiteilig von zwei Teilplatten (41 , 42) gebildet wird, wobei jeder der Teilplatten (41 , 42) eine Aussparung (41 1 , 421 ) aufweist, die das Funkti onsbauteil gemeinsam aufnehmen.

14. Verfahren nach Anspruch 13, bei jeweils eine Klebstofflage (50) auf zwei gegenüberliegende Seiten des Funktionsbauteils aufgetragen wird, sowie auf zumindest eine Seitenfläche zumindest einer der Teilplatten (41 , 42), wobei die beiden Teilplatten (41 , 42) so um das Funktionsbauteil gelegt werden, dass dieses von den beiden Teilplatten (41 , 42) umschlossen ist.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei der das Funktionsbau teil ein Beschlag (30) zur Bewegung eines beweglichen Möbelteils oder ein Beschlag (30) zur Aufnahme eines Beschlags zur Bewegung eines beweg lichen Möbelteils ist.

16. Verfahren nach Anspruch 15, bei dem als Funktionsbauteil ein Beschlag (30), insbesondere ein Klappenbeschlag verwendet wird, der zwei im We sentlichen parallele Seitenplatten (31 , 32) aufweist, wobei die Klebstofflage (50) auf zumindest eine der Seitenplatten (31 , 32) aufgebracht wird.

17. Verfahren nach Anspruch 15, bei der in das Funktionsbauteil zur Aufnah me eines Beschlags ein Füllkörper eingesetzt wird. 18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, bei der eine Presszeit min destens 30-60 Sekunden beträgt.

19. Möbelplatte (43) für eine Wand, insbesondere Seitenwand (13) eines Mö belkorpus (10) oder Möbels, dadurch gekennzeichnet, dass ein Funktions- bauteil in einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 18 in die

Möbelplatte (43) integriert ist.

20. Möbelplatte (43) nach Anspruch 19, die sich aus zwei Teilplatten (41 , 42) zusammensetzt, die das Funktionsbauteil umschließen.

21. Möbelplatte (43) nach Anspruch 19 oder 20, bei der als Funktionsbauteil ein Beschlag (30) integriert ist.

22. Möbelkorpus (10) oder Möbel, mit einer Wand, insbesondere Seitenwand (13), die eine Möbelplatte (43) gemäß einem der Ansprüche 19 bis 21 aufweist.

Description:
Verfahren zum Integrieren eines kassettenartigen Funktionsbauteils in eine Möbelplatte sowie Möbelplatte mit integriertem Funktionsbauteil

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Integrieren eines kassettenartigen Funktionsbauteils in eine Möbelplatte. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Mö belplatte mit einem integrierten Funktionsbauteil, sowie einen Möbelkorpus bzw. ein Möbel mit einer derartigen Möbelplatte.

Die Korpusse von Möbeln sind in der Regel aus Möbelplatten gebildet, die auf der Basis von Holz oder einem Holzwerkstoff, beispielsweise einer Spanplatte oder einer mitteldichten oder hochdichten Faserplatte (MDF - Medium Density Fiber, HDF - High Density Fiber), gefertigt sind. Zur Verbindung der Möbelplat ten untereinander oder zum gelenkigen Anbinden von bewegbaren Möbelteilen wie Türen oder Klappen werden Verbindungsbeschläge oder sonstige Funkti onsbeschläge verwendet. Dies sind in der Regel aus Kunststoffen und/oder metallischen Werkstoffen bestehende Beschläge und auch andere, dem Möbel Funktionalität verleihenden Komponenten wie Antriebseinheiten oder Elektro nikbauteile, werden im Rahmen dieser Anmeldung zusammenfassend als Funktionsbauteile bezeichnet.

Neben anderen Befestigungsmethoden ist insbesondere für kleinere Funkti onsbauteile ein Einsetzen in eine entsprechende Bohrung oder Aussparung der Möbelplatte und ein Verkleben in dieser Aussparung bekannt.

Beispielsweise beschreibt die Druckschrift EP 2 368 049 B1 einen Verbin dungsbeschlag, insbesondere für Leichtbau-Möbelplatten, wobei der Beschlag mit einem Gehäuse versehen ist, an dem eine nach außen offene Klebemittel kammer ausgebildet ist, die durch eine von außen zugängliche Einspritzdüse mit anschließendem Klebemittelkanal mit Kleber gefüllt werden kann. Die offe ne Struktur der Klebekammer sowie zusätzlich in der Leichtbau-Möbelplatte vorhandene Hohlräume nehmen dabei überschüssige Klebermengen auf.

Größere Funktionsbauteile, beispielsweise Türscharniere, Barfach- oder Klap penbeschläge, werden in der Regel auf Möbelplatten aufgesetzt und mit diesen verschraubt. Sie ragen dann in den Innenraum eines Möbelkorpus hinein, wodurch sie bei geschlossener Tür oder Klappe nicht sichtbar sind, jedoch dennoch die Optik des Möbelkorpus bei geöffneter Tür oder Klappe oder bei Verwendung einer transparenten Tür oder Klappe beeinträchtigen und das nutzbare Innenvolumen des Möbelkorpus verringern. Zudem beanspruchen sie Fläche an den Innenseiten des Möbelkorpus, die dann nicht für Regalböden oder ähnliche Strukturierungselemente genutzt werden können.

Aus der nachveröffentlichten Druckschrift DE 10 2017 104 170 A1 sind als Ver bundelemente aufgebaute Möbelplatten beschrieben, bei denen ein kassetten förmiger Beschlag so integriert ist, dass Seitenflächen der Möbelplatte im We sentlichen eben sind. Es wird zu diesem Zweck eine Möbelplatte aus zwei ent lang einer Mittelebene getrennten Teilplatten zusammengesetzt, wobei mit spiegelbildlicher Kontur in beide Teilplatten Aussparungen eingebracht, bei spielsweise eingefräst sind, die bei zusammengesetzter Möbelplatte einen Hohlraum bilden, in den der Beschlag eingesetzt, beispielsweise eingeklebt ist.

Eine Schwierigkeit dabei liegt in den Fertigungstoleranzen der verschiedenen Komponenten begründet. Die Funktionsbauteile, die aus Kunststoff und/oder Metall aufgebaut sind, weisen bezüglich ihrer Abmessungen, insbesondere ih rer Dicke, in der Regel nur geringe Toleranzen auf. Die Möbelplatten selbst weisen größere Toleranzen auf. Insbesondere die Tiefe, mit der die Ausspa rung in die Teilplatten eingefräst ist, kann bei üblichen Produktionsmethoden der Holzbearbeitung nur mit Toleranzen im Bereich von zehntel Millimetern (mm) gefertigt werden. Ein Klebeprozess für den eingelegten Beschlag oder allgemeiner das eingelegte Funktionsbauteil muss in der Lage sein, die sich im Produktionsprozess ergebenen unterschiedlichen Dickentoleranzen ausglei- chen zu können.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren der ein gangs genannten Art zum Integrieren eines Funktionsbauteils in eine Möbel platte anzugeben, das produktionstauglich durchgeführt werden kann und in der Lage ist, Produktionstoleranzen insbesondere in Hinblick auf die Toleran zen durch Holzbearbeitungswerkzeuge sicher auszugleichen. Produktionstaug lich bedeutet dabei, dass keine individuelle Anpassung einer Klebstoffmenge an tatsächliche Abmessungen bestimmt werden muss, sondern dass mit ge wählten Prozessparametern trotz auftretender Produktionstoleranzen eine zu verlässige Klebeverbindung gebildet wird.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unab hängigen Anspruchs. Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch eine Möbelbau platte sowie einen Möbelkorpus oder ein Möbel mit den jeweiligen Merkmalen der entsprechenden nebengeordneten Ansprüche. Vorteilhafte Ausgestaltun gen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Integrieren eines kassettenartigen Funktionsbauteils in eine Möbelplatte weist die folgenden Schritte auf: Es wird mindestens eine Aussparung in eine Möbelplatte eingebracht und es wird ein Funktionsbauteil bereitgestellt. Weiter wird eine Klebstofflage auf zumindest ei ne Seite des Funktionsbauteils aufgebracht, wobei die Klebstofflage, die zu mindest eine Seite des Funktionsbauteils und/oder die Aussparung eine struk turierte Oberfläche aufweist. Das Funktionsbauteil wird dann in die Aussparung eingesetzt und die Möbelplatte mit dem eingesetzten Funktionsbauteil wird ge presst.

Als kassettenartig gilt dabei ein Funktionsbauteil, der zwar ein dreidimensiona ler Körper ist, der sich aber in zwei Raumrichtungen deutlich weiter erstreckt als in die dritte Raumrichtung. Das Funktionsbauteil kann in dem Sinne als flä chig oder scheibenförmig angesehen werden. Es kann eine im Wesentlichen gleiche Dicke über seine gesamte Fläche haben, es können jedoch auch Be reiche unterschiedlicher Dicke vorliegen. Die Bezeichnung kassettenförmig ist zudem nicht auf eine rechteckige Kontur des Funktionsbauteils beschränkt. Vielmehr kann das Funktionsbauteil eine beliebige Kontur aufweisen.

Die strukturierte Oberfläche der Klebstofflage oder mindestens einer der beiden Oberflächen (des Funktionsbauteils oder der Aussparung), die miteinander ver klebt werden sollen, ermöglicht einen Ausgleich von Fertigungstoleranzen, konkret von Fertigungstoleranzen in der Dicke des Funktionsbauteils, d.h. in ei ner Richtung senkrecht zu seiner flächigen Ausdehnung, und Fertigungstole ranzen in der Tiefe der Aussparung in der Möbelplatte. Der Toleranzbereich ermöglicht, dass einerseits die Klebeverbindung an beiden Seiten gut haftet und sich andererseits das Funktionsbauteil beim Pressen nicht in den äußeren Oberflächen der Möbelplatte abzeichnet.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens weist das Funktionsbauteil aufgrund von Fertigungstoleranzen eine Dicke auf, die zwischen einer minima len und einer maximalen Dicke liegt. Weiter weist die Aussparung aufgrund von Fertigungstoleranzen eine Tiefe auf, die zwischen einer minimalen und einer maximalen Tiefe liegt, wobei eine Höhe der strukturierten Oberfläche größer ist, als der Unterschied der minimalen Dicke des Funktionsbauteils und der maxi malen Tiefe der Aussparung im montierten Zustand. Eine Klebstofflage mit die- ser Höhe ist vorteilhaft in der Lage, alle Kombinationen verschieden dicker Funktionsbauteile und verschieden tiefer Aussparungen, die im Fertigungspro zess Vorkommen können, auszugleichen.

Bevorzugt weist das Funktionsbauteil in der Dicke eine Fertigungstoleranz von maximal 0,4 mm (Millimeter) auf und die Aussparung in der Tiefe eine Ferti gungstoleranz von maximal 0,5 mm. Die Höhe der strukturierten Oberfläche der Klebstofflage liegt bevorzugt in einem Bereich zwischen 0,5 und 2 mm.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens weist die Klebstof flage Klebstoff in Form einer Vielzahl von Strukturelementen auf. Die Struktu relemente sind z.B. 3-dimensionale Elemente, insbesondere Pyramiden, Pyra midenstümpfe, Kegel oder Kegelstümpfe. Sie sind bevorzugt beabstandet von einander angeordnet sind, so dass nach dem Aufbringen der Klebstofflage zwi schen benachbarten Strukturelemente Freiräume verbleiben. Zum Toleranz ausgleich kann so verdrängter Klebstoff in die Freiräume ausweichen. Die Klebstofflage kann auf diese Weise bis zu einer minimalen Stärke zusammen gedrückt werden, die erreicht ist, wenn der verdrängte Klebstoff die Freiräume ausfüllt.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens sind etwa 10 bis 300 Strukturelemente pro cm 2 (Quadratzentimeter) in der Klebstofflage vorhan den. Bei der genannten Anzahl lassen sich bei typischen geeigneten Viskositä ten des Klebstoffs im Bereich von ca. 15.000 mPas (Milli-Pascal-Sekunden) die Strukturelemente gut abformen und sie behalten ihre Form bis zum Verpressen bei. Ist der Klebstoff beim Aufträgen zu viskos und/oder ist die Anzahl pro Flä che der Strukturelemente zu hoch, ist eine Verformung der Strukturelemente zum Toleranzausgleich nicht möglich oder erfolgt nur unvollständig. Ist die Vis kosität oder die Anzahl pro Fläche zu gering, verlaufen die Strukturelemente und ein Toleranzausgleich kann ebenfalls nicht erfolgen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens weist die Klebstof flage zwischen 50 g/m 2 und 350 g/m 2 (Gramm pro Quadratmeter) Klebstoff und bevorzugt zwischen 150 g/m 2 und 250 g/m 2 Klebstoff auf. Aufgetragen werden kann der Klebstoff durch eine bevorzugt strukturierte Walze.

Das beschriebene Verfahren kann in einem Ausführungsbeispiel mit einer Mö belplatte durchgeführt werden, die eine Aussparung aufweist, die das Funkti onsbauteil vollständig aufnimmt. In einer alternativen Ausgestaltung des Verfahrens kann die Möbelplatte zwei teilig von mindestens zwei Teilplatten gebildet werden, wobei mindestens eine der Teilplatten eine Aussparung aufweist, die das Funktionsbauteil aufnimmt. Bevorzugt sind in mindestens zwei der Teilplatten (Teil-) Aussparungen vorge sehen, die das Funktionsbauteil gemeinsam aufnehmen. Bevorzugt wird dabei jeweils eine Klebstofflage auf zwei gegenüberliegende Seiten des Funktions bauteils aufgetragen, sowie auf zumindest eine Seitenfläche zumindest einer der Teilplatten, wobei die beiden Teilplatten so um das Funktionsbauteil gelegt werden, dass dieses von den beiden Teilplatten umschlossen ist.

Die so erstellte Möbelplatte umschließt das Funktionsbauteil im Wesentlichen vollständig - ggf. bis auf eine stirnseitige Öffnung in der Möbelplatte, durch die das Funktionsbauteil zugänglich ist. Wird als Funktionsbauteil z.B. ein Beschlag eingesetzt, kann ein Flebelwerk des Beschlags durch diese Öffnung austreten, der Beschlag ansonsten aber vollständig in die Möbelplatte integriert sein.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens ist das Funktions bauteil ein Bewegungsbeschlag zur Bewegung eines beweglichen Möbelteils, oder ist ein Beschlag zur Aufnahme eines Bewegungsbeschlags. Als Funkti onsbauteil kann beispielsweise ein Klappenbeschlag verwendet wird, der zwei im Wesentlichen parallele Seitenplatten aufweist, wobei die Klebstofflage auf zumindest eine der Seitenplatten aufgebracht wird.

Weiter kann in das Funktionsbauteil ein Füllkörper eingesetzt werden. Der Füll körper verhindert ein mögliches Verformen eines Gehäuses des Funktionsbau teils während des Pressens, um die Funktionsfähigkeit des Funktionsbauteils nach dem Pressvorgang sicherzustellen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens beträgt eine Presszeit mindestens 30-60 Sekunden. Mit wird sichergestellt, dass der Kleb stoff aufgrund seiner Viskosität so fließt, dass ein vollständiger Toleranzaus gleich erfolgen kann.

Eine erfindungsgemäße Möbelplatte für eine Wand, insbesondere Seitenwand eines Möbelkorpus oder Möbels, zeichnet sich dadurch aus, dass ein Funkti onsbauteil in einem der zuvor beschriebenen Verfahren in die Möbelplatte inte griert ist. Es ergeben sich die im Zusammenhang mit dem Verfahren genannten Vorteile. In einer bevorzugten Ausgestaltung setzt sich die Möbelplatte zwei Teilplatten zusammen, die das Funktionsbauteil umschließen. Eine derartige Möbelplatte ist besonders zur Aufnahme eines Beschlags als Funktionsbauteil geeignet.

Eine erfindungsgemäßer Möbelkorpus oder Möbel, weist eine Wand, insbeson dere Seitenwand, auf, die eine solche Möbelplatte umfasst oder aus ihr gebildet ist.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Hilfe von Figuren nähert erläutert. Die Figuren zeigen:

Fig. 1 ein Möbel mit einer Seitenwand mit integriertem Klappenbe

schlag;

Fig. 2 ein Diagramm zur Verdeutlichung eines Herstellverfahrens eines

Verbundelements aus Möbelplatte und integriertem Funktions bauteil;

Fig. 3 eine isometrische Darstellung eines zu montiertenden Verbunde lements;

Fig. 4 eine schematische isometrische Darstellung einer Klebstofflage;

Fig. 5, 6 zwei weitere isometrische Ansichten des teilmontierten Verbun delements bzw. von Teilen des Verbundelements während des Herstellungsprozesses;

Fig. 7 eine isometrische Ansicht des fertiggestellten Verbundelements;

Fig. 8a, 8b jeweils eine Seitenansicht zur Erläuterung eines Toleranzausglei ches durch eine Klebstofflage;

Fig. 9 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Herstellungsverfahrens für ein Verbundelement aus Möbelplatte und integriertem Funktions bauteil in einer Darstellung analog zu Fig. 2;

Fig. 10 ein gemäß dem Diagramm der Fig. 9 hergestelltes Verbundele ment in einem Zwischenschritt seiner Fertigung; und Fig. 1 1 eine isometrische Ansicht des fertiggestellten Verbundelements.

In allen Figuren kennzeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder gleichwir kende Elemente. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist in den Figuren nicht je des Element in allen Figuren mit einem Bezugszeichen versehen.

In der Beschreibung beziehen sich Begriffe wie oben, unten, links, rechts aus schließlich auf die in den jeweiligen Figuren gewählte beispielhafte Darstellung. Die Begriffe vorne und hinten sind auf eine Ausrichtung des Möbelkorpus be zogen, wobei die vordere Seite die offene und dem Benutzer in der Regel zu gewandte Seite des Möbelkorpus kennzeichnet.

Fig. 1 zeigt in einer isometrischen Darstellung einen Oberschrank beispielswei se einer Küche als erstes Ausführungsbeispiel eines Möbels mit Verbundele menten als Seitenwand. Als Verbundelement ist im Rahmen dieser Anmeldung eine Anordnung aus einer Möbelplatte mit einem integrierten Funktionsbauteil zu verstehen.

Der Oberschrank umfasst einen Möbelkorpus 10 mit einem Unterboden 1 1 und einem Oberboden 12 sowie zwei Seitenwänden 13. Eine Rückwand ist bevor zugt unter anderem aus Stabilitätsgründen vorhanden, in diesem Ausführungs beispiel aber nicht sichtbar. Das Möbel kann auch einen anders gestalten Auf bau aufweisen.

Der Möbelkorpus 10 ist nach vorne offen, um Zugang zum Innenraum des Schrankes zu erhalten. Es ist eine Klappenanordnung 20 mit einer in diesem Beispiel einteiligen Klappe 21 vorgesehen, um die Öffnung des Möbelkorpus 10 verschließen zu können. Die einteilige Klappe 21 ist entlang ihrer oberen hori zontalen Seitenkante schwenkbar gelagert. Zu diesem Zweck sind Beschläge 30 vorgesehen, die mit einem Hebelwerk 33 im oberen Bereich der einteiligen Klappe 21 mit dieser verbunden sind.

Die Beschläge 30 sind dabei (bis auf das in der dargestellten Öffnungsstellung ausgefahrene Hebelwerk 33) innerhalb der jeweiligen Seitenwand 13 angeord net. Im geschlossenen Zustand der Klappe 21 ist das Hebelwerk 33 ggf. bis auf Montageelemente zur Verbindung mit der Klappe 21 vollständig in die Seiten wand 13 eingefahren. Der Bereich innerhalb der Seitenwand 13, in dem sich der Beschlag 30 befindet, ist in der Fig.1 durch eine gestrichelte Linie angedeu tet. Die Seitenwand 13 zeichnet sich durch Seitenflächen aus, die idealerweise einstückig sind und über die gesamte Fläche eine durchgängig gleiche Oberflä chenbeschaffenheit aufweisen können. Die Oberfläche der einstückigen Seiten flächen kann durch verschiedene Muster, Oberflächenbeschaffenheit oder ver schiedene Farben Designeffekte erzeugen. Dieses gilt bevorzugt sowohl für ei ne äußere der Seitenflächen, als auch für eine zum Innenraum des Möbelkor pus 10 weisende innere der Seitenflächen. Die Seitenwände 13 weisen zudem eine Stirnfläche auf, die im Bereich des Beschlags 30 eine Öffnung aufweist, in die das Flebelwerk 33 des Beschlags 30 eintaucht bzw. aus der das Flebelwerk 33 ausfährt. Im geschlossenen Zustand der Klappenanordnung 20 ist das Fle belwerk 33 bis auf eventuelle Befestigungsmittel, mit dem es mit der hier eintei ligen Klappe 21 verbunden ist, vollständig in die Öffnung eingetaucht.

Anmeldungsgemäß sind die Seitenwände 13 als Verbundelemente 40 ausge bildet, deren Herstellung und Aufbau in Zusammenhang mit den Figuren 2-8b in einem ersten Ausführungsbeispiel und in Zusammenhang mit den Fig. 9-1 1 nachfolgend in einem zweiten Ausführungsbeispiel näher erläutert werden

In Fig. 2 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Verbundelements 40 mit einem integrierten Beschlag 30 schematisch erläutert.

Das Verbundelement 40 weist in dem dargestellten ersten Ausführungsbeispiel eine sich aus zwei Teilplatten 41 und 42 zusammensetzende Möbelplatte 43 auf. In die Teilplatten 41 , 42 sind Aussparungen 41 1 , 421 eingebracht. Bei auf einander gelegten Teilplatten 41 , 42 ergänzen sich die Aussparungen 41 1 , 421 zu einem Hohlraum, in dem der Beschlag 30 positioniert ist. Die Aussparung 41 1 , 421 werden, da jede den Beschlag 30 nur teilweise aufnimmt, nachfolgend auch als Teilaussparung 41 1 , 421 bezeichnet. Im dargestellten Beispiel sind die Teilaussparungen 41 1 , 421 zueinander spiegelbildlich ausgebildet, sie kön nen aber auch unterschiedliche Konturen und/oder Tiefen aufweisen, solange der gemeinsam gebildete Hohlraum geeignet ist, den Beschlag 30 aufzuneh men.

Die Teilplatten 41 , 42 können aus gleichem, oder auch aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein. Es ist auch möglich, dass eine der Teilplatten 41 , 42 aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialen besteht. Nach dem Bereitstellen der Teilplatten 41 , 42 und dem Beschlag 30 wird in ei nem ersten Schritt S1 der Beschlag 30 mit mindestens zwei Klebstofflagen 50 versehen. Im dargestellten Beispiel ist der Beschlag 30 als ein kassettenförmi ges Funktionsbauteil ausgebildet, das zwei parallele Seitenplatten 31 , 32 auf weist. Komponenten des Beschlags 30, wie beispielsweise das in Fig. 1 ge zeigte ausfahrbare Flebelwerk 33, sind über Nieten oder andere Befestigungs elemente an den Seitenplatten 31 , 32 befestigt. Dieses erfolgt derart, dass die Seitenplatten 31 , 32 möglichst eben sind und insbesondere so, dass verwende te Befestigungselemente nicht über die Seitenplatten 31 , 32 hervorstehen.

Bei dem in Fig. 2 gezeigten Beispiel wird jeweils eine Klebstofflage 50 auf jede der beiden Seitenplatten 31 , 32 aufgebracht. Zusätzlich können auch Schmal seiten des Beschlags 30 mit Klebstoff versehen werden. Details zu der Kleb stofflage 50 werden nachfolgend in Zusammenhang mit den Fig. 4 und 8a, 8b erläutert.

In einem zweiten Schritt S2 wird der Beschlag 30 in die Teilaussparung 41 1 ei ner ersten der Teilplatten, vorliegend der Teilplatte 41 , eingesetzt. Die Fig. 3 gibt diese Teilplatte 41 und den Beschlag 30 vor bzw. während des Einsetzens nochmals vergrößert wieder. In dieser Fig. 3 ist zu erkennen, dass die Klebstof flage 50 aus einer Vielzahl von Strukturelementen 51 besteht, die in der Fig. 4 in einer Ausschnittvergrößerung schematisch wiedergegeben sind.

Die Fig. 4 zeigt, dass die Klebstofflage 50 die Strukturelemente 51 in Form von Pyramidenstümpfen aufweist. Eine regelmäßige Anordnung der Strukturele mente 51 bildet die Klebstofflage 50 auf der jeweiligen Seitenplatte 31 , 32 des Beschlags 30. Die Dichte der Strukturelemente 51 liegt beispielsweise in einem Bereich zwischen etwa 10 und 300 Elemente/cm 2 . Es wird angemerkt, dass anstelle der Ausbildung der Strukturelemente 51 als Pyramidenstümpfe auch andere, 3-dimensionale geometrische Formen wie Kegelstümpfe oder Zylinder oder tropfenähnliche Strukturen eingesetzt werden können. Auch ist es mög lich, den Klebstoff als in einer Richtung ausgedehnten, linienförmigen Struktu relementen aufzubringen. Weiter ist es denkbar, dass die Klebstofflage 50 sich aus einer durchgehenden Klebstoffschicht und den aufgesetzten Strukturele menten zusammensetzt. Relevant ist hier, dass die Flöhe der Klebstofflage 50 nicht über die benetze Fläche gleich ist, dass also keine Schicht mit homogener Schichtdicke aufgetragen ist. Der in der Klebstofflage 50 verwendete Kleber ist bevorzugt ein Kleber mit ei ner hohen Viskosität, der nach dem Aufträgen die gezeigte Struktur beibehält und diese idealerweise auch nach dem Einsetzen des Beschlags 30 in die Teil platte 41 durch das Eigengewicht des Beschlags 30 nicht verliert. Der Auftrag der Klebstofflage 50 erfolgt beispielsweise mit Hilfe von strukturierten Walzen, die die Strukturelemente 51 formen. Die eingesetzte Klebstoffmenge kann in einem Bereich zwischen 50 g/m 2 und 350 g/m 2 (Gramm pro Quadratmeter) lie gen, bevorzugt in einem Bereich von 150 g/m 2 bis 250 g/m 2 .

Die Viskosität des Klebstoffs liegt bei Verarbeitungstemperatur (z.B. 120°C) bei ca. 15.000 mPas (Milli-Pascal-Sekunden). Ist der Klebstoff beim Aufträgen zu viskos, ist eine Verformung der Strukturelemente 51 zum Toleranzausgleich nicht möglich oder erfolgt nur unvollständig. Ist die Viskosität zu gering, verlau fen die Strukturelemente 51 und ein Toleranzausgleich kann ebenfalls nicht er folgen.

Als Klebstoff wird bevorzugt ein reaktiver Polyurethan-Schmelzklebstoff ver wendet. Die Polymere reagieren mit der Luftfeuchtigkeit/Feuchtigkeit und ver netzen zu Polyurethan. Durch Abkühlung erstarrt der Klebstoff und lässt keine weitere Verarbeitung zu, daher muss eine Verarbeitung innerhalb der soge nannten„offenen Zeit“ des Klebstoffs erfolgen. Grundsätzlich kann das be schriebene Verfahren auch mit anderen Arten von Klebstoffen durchgeführt werden.

Wieder mit Bezug auf Fig. 2 wird in einem nächsten Verfahrensschritt S3 die zweite der Teilplatten, die Teilplatte 42, ebenfalls mit einer Klebstofflage verse hen, wobei es sich dabei um eine durchgehende Klebstofflage oder auch um eine Klebstofflage 50 handeln kann, die ebenfalls Strukturelemente 51 auf weist. Bedingt durch den Auftrag des Klebstoffs auf die zweite Teilplatte 42 mit Hilfe einer Walze bleibt der Bereich der Teilaussparung 421 klebstofffrei. Die mit der Klebstofflage 50 versehene zweite Teilplatte ist in der Fig. 5 nochmals vergrößert dargestellt.

In einem Schritt S4 werden die erste Teilplatte 41 mit dem eingesetzten Be schlag 30 und die zweite Teilplatte 42 aufeinander gefügt und in einem Schritt S5 das so entstandene Verbundelement 40 durch Aufbringen von Druck in ei ner Presse, beispielsweise einer Furnier- oder Laminierpresse, gepresst, bis die Klebstofflage 50 zumindest soweit ausgehärtet ist, dass eine Entnahme aus der Presse möglich ist. Eventuell ist das Verbundelement 40 danach bis zum vollständigen Aushärten zu lagern, bevor sich weitere Verarbeitungsschritte anschließen.

Ggf. kann das Pressen unter Wärmezufuhr und/oder Kühlung erfolgen, um das Aushärten des Klebers zu unterstützen oder zu initiieren. Beispielsweise kann durch Wärmezufuhr re-aktivierbarer Klebstoff in Verbindung mit einer Presse mit Wärmezufuhr eingesetzt werden, wodurch erreicht wird, dass Warte- oder Lagerzeiten zwischen den Schritten S3 und S4 eingefügt werden können.

Die Presse kann beispielsweise als Stempelpresse mit zwangsgeführtem Stempel ausgebildet sein, sodass ein Verrutschen der Teilplatten 41 , 42 zuei nander vermieden wird. Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, die beiden Teilplatten 41 , 42 beim Pressen in ihrer Position zu halten, um ein Verrutschen insbesondere der vorderen Kanten zueinander zu unterbinden. Zum Erzielen einer ansprechenden Optik sollten gerade die vorderen Kanten bündig zuei nander sein.

Die Fig. 6 zeigt das Zusammenfügen der beiden Teilplatten 41 , 42 und dem Beschlag 30 und die Fig. 7 schließlich das zusammengefügte und durch Pres sen fertiggestellte Verbundelement 40. Die ggf. leicht sichtbare Fuge zwischen den Teilplatten 41 , 42 kann als Designelement eingesetzt werden. Insbesonde re kann eine der Teilplatten, beispielhaft die Teilplatte 41 , aus zwei oder mehr Lagen bestehen, z.B. einer äußeren Lage aus einem Holzwerkstoff (ggf. mit außen auflaminierter Dekorschicht) und einer innen aufgelegten Glas, Plexiglas oder Metall. Die entsprechende Teilaussparung 41 1 durchdringt die innere La ge und erstreckt sich bis in die äußere Lage. Die andere Teilplatte 42 ist wiede rum aus dem Holzwerkstoff in der Stärke der äußeren Lage der Teilplatte 41 gefertigt. Es ergibt sich ein zusammengesetztes Verbundelement 40 mit einer mittleren Lage aus dem Glas, Plexiglas oder Metall, durch die die Fuge zwi schen den Teilplatten kaschiert ist. Wird eine mittlere Lage aus einem transpa renten oder zumindest durchscheinenden Material eingesetzt, kann seitlich Licht eingestrahlt werden, das sich durch innere Reflexion so ausbreitet, dass es an den Kanten austritt, was ein zusätzliches Designelement darstellen kann.

In den Fig. 8a und 8b ist jeweils in Form einer schematischen Seitenansicht das Zusammenwirken der Klebstofflage 50 mit den Teilplatten 41 , 42 näher er läutert. Die Fig. 8a zeigt einen maximalen Abstand d ma x zwischen der mit der Klebstoff lage 50 benetzten Seitenplatte 31 bzw. 32 des Beschlags 30 und der aufge setzten Teilplatte 41 , 42. Dieser maximale Abstand d ma x ist unwesentlich kleiner als eine Höhe h, die die Strukturelemente 51 der Klebstofflage 50 nach dem Aufträgen aufweisen. Ein gewisser Druck zwischen Beschlag 30 und Teilplatte 41 , 42, der zu der gezeigten Verformung der Strukturelemente 51 führt wird benötigt, um den Klebstoff der Klebstofflage 50 gut benetzend mit der Oberflä che der Teilplatten 41 , 42 zu verbinden. Härtet die Klebstofflage 50 in der in Fig. 8a gezeigten Situation aus, liegt trotz des verbleibenden Abstands d max ei ne belastbare Klebeverbindung vor. Zwischen den Strukturelementen 51 ver bleiben Freiräume 52, die die Festigkeit der ausgehärteten Klebstofflage 50 je doch nicht beinträchtigen.

Fig. 8b zeigt die Klebstofflage 50 wenn die Teilplatte 41 bzw. 42 maximal auf den Beschlag 30 zubewegt wird und sich folglich in einem minimalen Abstand d mi n der entsprechenden Seitenplatte 31 , 32 befindet. Die ursprüngliche Form der Strukturelemente 51 mit der Höhe h ist in der Fig. 8b ebenso wie in der Fig. 8a zur Veranschaulichung angegeben. In dem dargestellten Zustand ist der von der Teilplatte 41 , 42 verdrängter Klebstoff 53 in die nunmehr gefüllten Freiräu me 52, die in Fig. 8a ungefüllt waren, gedrückt worden. Der bei der Klebstoffla ge 50 minimal mögliche Abstand d min zwischen der Seitenplatte 31 , 32 und der Teilplatte 41 , 42 ist gegeben, wenn der verdrängte Klebstoff 53 vollständig die Freiräume 52 ausfüllt. Idealerweise ist die Klebstoffmenge so gewählt, dass bei Erreichen des Abstandes d m in immer noch ein minimaler Freiraum 52 vorhan den ist.

Die Fig. 8a und 8b zeigen, dass die Klebstofflage 50 durch die Strukturelemen te 51 in der Lage ist, Toleranzen - insbesondere bedingt durch die (Holz-) Be arbeitung der Teilplatten 41 , 42, durch eine variable Dicke der ausgehärteten Klebstofflage 50 zwischen d m in und d max auszugleichen. Durch den großen To leranzbereich wird sichergestellt, dass einerseits die Klebeverbindung an bei den Seiten gut haftet (bei zu tiefen Teilaussparungen 41 1 , 421 ) und anderer seits der Beschlag 30 sich beim Pressen nicht in die äußeren Oberflächen der Teilplatten 41 , 42 drückt (bei Teilaussparungen 41 1 , 421 mit einer zu geringen Tiefe). Die Strukturelemente 51 und die Freiräume 52 selbst zeichnen sich nicht auf der Oberfläche der Möbelplatte ab.

Es wird angemerkt, dass alternativ oder zusätzlich auch die Oberfläche des Beschlags 30 eine strukturierte Oberfläche aufweisen kann. Eine aufgetragene Klebstofflage 50, die in sich dann eine gleichmäßige Dicke aufweisen kann, kann in dem Fall ebenso Toleranzen ausgleichen, da überschüssiger Klebstoff in die Strukturierung der Oberfläche des Beschlags 30 ausweichen kann. Ver gleichbares gilt, wenn die zu verklebende Oberfläche der Teilaussparungen 41 1 , 421 strukturiert ist.

In Fig. 9 ist ein zweites Ausführungsbeispiel eines Herstellungsverfahrens für ein Verbundelement 40 mit integriertem Beschlag 30 in gleicher Weise wie in Fig. 2 dargestellt.

Im Unterschied zum zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel ist vorliegend nur eine Möbelplatte 43 mit einer Aussparung 431 vorgesehen, in die der Be schlag 30 eingesetzt wird. Die Aussparung 431 ist so tief ausgestaltet, dass der Beschlag 30 vollständig und möglichst eben zur Oberfläche der Möbelplatte 43 in die Aussparung 431 eingesetzt werden kann.

Es entsteht auf diese Weise ein Verbundelement 40, bei dem der Beschlag 30 integriert ist und nicht über die Seitenfläche der Möbelplatte 43 hinaussteht. Gleichwohl ist der Beschlag 30, oder allgemeiner ein auf diese Weise integrier tes Funktionsbauteil, auf einer Seite des Verbundelements 40 sichtbar.

Wiederum wird in einem ersten Schritt S1 1 ein bereitgestellter Beschlag 30, der wiederum eine obere und eine untere Seitenplatte 31 , 32 aufweist, mit einer Klebstofflage 50 versehen. Im Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel wird die Klebstofflage 50 hier einseitig aufgetragen, beispielhaft auf die Seiten platte 31.

In einem nächsten Schritt S12 wird der Beschlag 30 mit der Klebstofflage 50 zur Möbelplatte 43 weisend in die Aussparung 431 der Möbelplatte 43 einge setzt und ausgerichtet. Die einteilige Möbelplatte 43 mit dem Beschlag 30 kurz vor bzw. während des Einsetzens ist in der Fig. 10 auch nochmals in einer Ver größerung dargestellt.

In einem nächsten Schritt S13 wird die Möbelplatte 43 mit dem eingesetzten Beschlag 30 in einer Presse so gepresst, dass die Klebstoffschicht 50 aushär tet und der Beschlag 30 mit seiner Oberseite bündig mit der Oberseite der Mö belplatte 43 in der Aussparung 431 eingeklebt ist. Das resultierende Verbunde lement 40 in der Fig. 11 nochmals in der Vergrößerung wieder gegeben. Bezugszeichen

10 Möbelkorpus

1 1 Unterboden

12 Oberboden

13 Seitenwand

20 Klappenanordnung

21 einteilige Klappe

30 Beschlag

31 , 32 Seitenplatte

33 Hebelwerk

40 Verbundelement

41 , 42 Teilplatte

41 1 , 412 (Teil-) Aussparung

43 Möbelplatte

431 Aussparung

50 Klebstofflage

51 Strukturelement

52 Frei raum

53 verdrängter Klebstoff

S1 - S5 Verfahrensschritt

S11 - S13 Verfahrensschritt h Höhe der Strukturelemente

dmin minimaler Abstand (zwischen verklebten Flächen) dmax maximaler Abstand (zwischen verklebten Flächen)