BERG, Henning (Zum Hammerseifen 1, Kreuztal, 57223, DE)
FUCHS, Wolfgang (Arendseerstrasse 11, Hilchenbach, 57271, DE)
BERG, Henning (Zum Hammerseifen 1, Kreuztal, 57223, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zum Längsführen eines Walzgutes, insbesondere eines warmgewalzten Stahlbandes auf einem Rollgang (3) eines Warmwalzwerkes (1), das nach dem Verlassen der Fertigwalzstraße (2) über den Rollgang in Richtung eines Haspels (7) transportiert wird und das einen zwischen der Fertigwalzstraße und dem Haspel liegenden Laminar-Kühlbereich (4) durchläuft, dadurch gekennzeichnet, dass das Walzgut (5) längs und beidseitig des Laminar-Kühlbereiches (4) durch wenigstens eine Seitenführung (11 ) geführt wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Walzgut (5) längs und beidseitig des Laminar-Kühlbereiches (4) durch mehrere Seitenführungen (11) geführt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Breite des Walzgutes (5) automatisch erfasst wird, nachdem das Walzgut die Fertigwalzstraße (2) passiert hat. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die betreffenden Seitenführungen (11) auf die ermittelte Walzgutbreite eingestellt werden, nachdem der Kopf des Walzgutes (5) die jeweilige Seitenführung passiert hat. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellen der Seitenführungen (11 ) auf die Walzgutbreite gesteuert erfolgt. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Seitenführungen (11 ) in Abhängigkeit von der Position einer über dem Walzgut (5) angeordneten Kühlvorrichtung (10) mit Abschirmelementen (10.1) für ein flüssiges Kühlmedium eingestellt wird. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Position einer über dem Walzgut (5) angeordneten Kühlvorrichtung (10) mit Abschirmelementen (10.1 ) für ein flüssiges Kühlmedium in Abhängigkeit von der Position der Seitenführungen (11 ) eingestellt wird. 8. Warmwalzwerk mit einer Fertigwalzstraße, umfassend einen nach der Fertigwalzstraße (2) angeordneten Laminar-Kühlbereich (4) mit Rollgang (3) zum Transport des Walzgutes (5), einen am Ende des Rollganges (3) an- geordneten Haspel (7) zum Aufwickeln des Walzgutes (5) und eine über dem Walzgut (5) angeordnete Kühlvorrichtung (10) mit Abschirmelementen (10.1 ) für ein flüssiges Kühlmedium, dadurch gekennzeichnet, dass längs des Laminar-Kühlbereiches (4) wenigstens eine Seitenführung (11) angeordnet ist. 9. Warmwalzwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass längs des Laminar-Kühlbereiches (4) mehrere Seitenführungen (11) angeordnet sind. 10. Warmwalzwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Ausgang (2.1 ) der Fertigwalzstraße (2) und dem Eingang (4.1 ) des Laminar-Kühlbereiches (4) eine die Breite des Walzgutes (5) erfassende Messeinrichtung (12) angeordnet ist. 11. Warmwalzwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Hinblick auf eine gleichmäßige Gefügestruktur und gleichmäßige Festigkeitseigenschaften des Walzgutes (5) die wenigstens eine Seiten- führung (11) in Abhängigkeit von der Position der über dem Walzgut (5) angeordneten Kühlvorrichtung (10) mit Abschirmelementen (10.1) für ein flüssiges Kühlmedium einstellbar ist. 12. Warmwalzwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Hinblick auf eine gleichmäßige Gefügestruktur und gleichmäßige Festigkeitseigenschaften des Walzgutes (5) die Position der über dem Walzgut (5) angeordneten Kühlvorrichtung (10) mit Abschirmelementen (10.1 ) für ein flüssiges Kühlmedium in Abhängigkeit von der Position der wenigstens einen Seitenführung (11) einstellbar ist. 13. Warmwalzwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Seitenführung (11 ) beidseitig des Walzgutes (5) vorhandene, parallel zueinander angeordnete und relativ zueinander verschiebbare Führungslineale (11.1 , 11.2) umfasst. 14. Warmwalzwerk nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Führungslineale (11.1 , 11.2) mit einer als Kolben- Zylindereinheit (13) ausgebildeten Antriebsvorrichtung in Wirkverbindung steht, die das parallele Verschieben der Führungslineale bewirkt. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Längsführen eines Walzgutes, insbesondere eines warmgewalzten Stahlbandes nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 1 und ein Warmwalzwerk zur Durchführung des Verfahrens nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 8.
Allgemein bekannt ist, dass das Walzgut in einem Warmwalzwerk, wenn es die Fertigwalzstraße verlässt, über einen Rollgang einen Laminar-Kühlbereich bis zu einem Haspelbereich durchläuft.
In dem Laminar-Kühlbereich wird das Walzgut mittels Wasser, zum Erreichen einer über die Breite des Walzgutes möglichst gleichmäßigen Gefügestruktur und gleichmäßiger Festigkeitseigenschaften, auf eine erforderliche Haspeltemperatur gekühlt.
Bedingt durch den Gesamtherstellungsprozess des Walzgutes entsteht unter Umständen ein ungleiches Temperaturprofil über die Breite des Walzgutes. Dieses Temperaturprofil kann im Sinne einer Vergleichmäßigung durch vor- zugsweise eine längs des Walzgutes und über der Breite des Walzgutes angeordneten Vorrichtung mit Abschirmelementen zum Kühlen des Walzgutes be- einflusst werden.
Eine solche Vorrichtung ist aus der DE 3230866 C2 und aus der DE 199 25 535 A1 bekannt.
Der Transport des Walzgutes längs des Rollgangs erfolgt dennoch nicht immer so, dass mittels der vorgenannten Vorrichtung immer annähernd die Breite des Walzgutes gleichmäßig gekühlt wird, weil das Walzgut zum Ausschwärmen neigt, also den durch die Vorrichtung vorbestimmten Kühlbereich seitlich ver- lässt. Dadurch können permanent einseitig oder wechselseitig die Kantenbereiche des Walzgutes, im Vergleich zur Gesamtbreite, erhebliche Abweichungen im Temperaturprofil, in der Gefügestruktur und in der Festigkeit auftreten. Als ein besonderer Nachteil sind in diesem Zusammenhang entstehende Besäumverluste zu nennen; diese Besäumverluste führen zu einer geringen Ausbringung.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die vorgenannten Gefüge- und Festigkeitsunterschiede und die Besäumverluste des Walzgutes zu minimieren.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 und durch die Merkmale des Patentanspruchs 8 gelöst.
Nach den Merkmalen des Patentanspruchs 1 wird gemäß dem Verfahren zum Längsführen eines Walzgutes, insbesondere eines warmgewalzten Stahlbandes, das Walzgut nach dem Verlassen der Fertigwalzstraße eines Warmwalzwerkes über einen Rollgang in Richtung eines Haspels transportiert und es durchläuft dabei einen zwischen der Fertigwalzstraße und dem Haspel liegenden Laminar-Kühlbereich.
Erfindungsgemäß wird das Walzgut längs und beidseitig des Laminar- Kühlbereiches durch wenigstens eine Seitenführung geführt, die aus parallel zueinander und voneinander beabstandet angeordneten Führungslinealen be- steht, und zwar derart, dass es, vorzugsweise von einer über dem Walzgut angeordneten Kühlvorrichtung mit Abschirmelementen für ein flüssiges Kühlmedium, im Wesentlichen vollflächig dem Kühlmedium ausgesetzt wird. Damit ist der Vorteil verbunden, dass das Walzgut am Ausschwärmen, das heißt, am Verlassen seiner Transportrichtung im Laminar-Kühlbereich, gehin- dert wird. Damit wird über die Breite des Walzgutes ein gleichmäßiges Temperaturprofil bei Ausbildung einer einheitlichen Gefügestruktur und gleichmäßiger Festigkeitseigenschaften erreicht.
Ferner werden im Ergebnis des erfindungsgemäßen Verfahrens die Besäumverluste des Walzgutes entscheidend verringert und folglich wird die Ausbrin- gung an Walzgut gesteigert. Wie bereits vorstehend erwähnt, kann das Walzgut längs des Laminar-
Kühlbereiches durch mehrere Seitenführungen geführt werden. Die Seitenführungen bestehen dabei, wie erwähnt, aus beidseits des Walzgutes vorhandenen, parallel zueinander angeordneten und relativ zueinander verschiebbaren Führungslinealen.
Das Einstellen der wenigstens einen Seitenführung auf die Breite des Walzgutes erfolgt in Ausgestaltung der Erfindung automatisch, und zwar dadurch, dass nach dem Verlassen der Fertigwalzstraße die Breite des Walzgutes messtechnisch erfasst wird. Daraufhin erfolgt vorzugsweise ein grobes Einstellen der wenigstens einen Seitenführung auf die Breite des Walzgutes und nachdem der Kopf des Walzgutes die Seitenführung passiert hat, erfolgt das Einstellen auf die erfasste Breite des Walzgutes.
Wie bereits vorstehend offenbart, kann das Einstellen der Seitenführung quer zum Transportweg des Walzgutes erfindungsgemäß in Abhängigkeit von der Position der vorzugsweise über dem Walzgut angeordneten Kühlvorrichtung mit den Abschirmelementen für ein flüssiges Kühlmedium erfolgen. In gleicher Weise kann natürlich auch die erwähnte Kühlvorrichtung auf die Position der Seitenführung ausgerichtet werden, und zwar immer unter dem Aspekt der Erzie- lung eines annähernd über die Breite des Walzgutes gleich bleibenden Temperaturprofils.
Nach den Merkmalen des Patentanspruchs 8 umfasst das Warmwalzwerk einen nach der Fertigwalzstraße des Warmwalzwerkes angeordneten Laminar- Kühlbereich mit Rollgang zum Transport des Walzgutes, einen am Ende des Rollganges angeordneten Haspel zum Aufwickeln des Walzgutes und vorzugsweise eine über dem Walzgut angeordnete Kühlvorrichtung mit Abschirmelementen für ein flüssiges Kühlmedium. Erfindungsgemäß ist, um ein seitliches Ausschwärmen des Walzgutes inner- halb des Laminar-Kühlbereiches zu vermeiden, längs des Laminar- Kühlbereiches wenigstens eine Seitenführung angeordnet. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können längs des Laminar-
Kϋhlbereiches mehrere derartige Seitenführungen vorhanden sein. Damit wird eine vergleichsweise hundertprozentige Stabilität hinsichtlich der Längsführung des Walzgutes erreicht. Zwischen dem Ausgang der Fertigwalzstraße und dem Eingang des Laminar- Kühlbereiches ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine die Breite des Walzgutes erfassende Messeinrichtung angeordnet, die signalübertragend mit einer elektronischen Steuerung des Warmwalzwerkes in Verbindung steht. Ferner stehen mit der elektronischen Steuerung signalübertragend zum Beispiel hydraulische Steuermittel zur Beaufschlagung von hydraulischen Kolben- Zylindereinheiten in Verbindung. Die Kolben-Zylindereinheiten sind dabei die Antriebsmittel zum Einstellen der Führungslineale auf etwa die Breite des Walzgutes.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig.1 die schematische Darstellung des Laminar-Kühlbereiches eines
Warmwalzwerkes nach dem Stand der Technik,
Fig.2 die schematische Darstellung des Laminar-Kühlbereiches eines
Warmwalzwerkes nach der vorliegenden Erfindung und
Fig.3 die schematische Darstellung der über dem Walzgut im Laminar- Kühlbereich eines Warmwalzwerkes angeordneten Kühlvorrichtung mit Abschirmelementen für flüssiges Kühlmedium in Kombination mit der Seitenführung eines Rollgangs in der Vorderansicht.
Nach Fig.1 ist ausgangsseitig der Fertigwalzstraße 2 ein Rollgang 3 eines aus mehreren Kühlabschnitten 4.3 bestehenden Laminar-Kühlbereiches 4 eines Warmwalzwerkes 1 ausgebildet. Auf dem Rollgang 3 wird das Walzgut 5 in Gestalt eines warmgewalzten Stahlbandes in Richtung 6 des Pfeils zu einem Haspel 7 transportiert und darauf aufgewickelt. Vor dem Aufwickeln wird das Walzgut 5 aus seiner vorzugsweise horizontalen Transportrichtung 6 mittels eines Treibers 8 abgelenkt. Zwischen dem Ausgang 4.2 des Laminar-Kühlbereichs 4 und der Ablenkeinrichtung 8 ist eine an sich bekannte Seitenführung 9 für das Walzgut 5 angeordnet, die jedoch ausschließlich dem kantenbündigen Haspeln des Walzgutes 5 dient.
Der Laminar-Kühlbereich 4 kann, wie hier dargestellt, über seine Längserstre- ckung aus mehreren Laminar-Kühlabschnitten 4.3 bestehen, wobei jeder Lami- nar-Kühlabschnitt 4.3 eine an sich bekannte Kühleinrichtung 10 mit Ablenkelementen 10.1 , s. a. Fig.3, aufweisen kann.
In Fig.2 ist der aus dem Stand der Technik bekannte Laminar-Kühlbereich 4 dargestellt, allerdings mit dem Unterschied, dass zwischen zwei aufeinander folgenden Laminar-Kühlabschnitten 4.3 eine aus Führungslinealen 11.1 und 11.2 bestehende Seitenführung 11 , s. a. Fig.3, angeordnet ist und dass zwischen dem Ausgang 2.1 der Fertigwalzstraße 2 und dem Eingang 4.1 des La- minar-Kühlbereiches 4 eine Messeinrichtung 12 zur Erfassung der Breite des Walzgutes 4 angeordnet ist.
Die Messeinrichtung 12 ist, der Logik folgend, mit einer hier nicht dargestellten elektronischen Steuerung des Warmwalzwerkes signalübertragend zur Verarbeitung des erfassten Messergebnisses verbunden. Entsprechend signalübertragend verbunden mit der elektronischen Steuerung sind des Weiteren zum Beispiel hier nicht dargestellte Steuermittel für hydraulische Kolben- Zylindereinheiten, die als Verstellantrieb der aus einem ersten und zweiten Führungslineal 11.1 und 11.2 bestehenden Seitenführung 11 zugeordnet sind.
In Fig.3 ist eine an sich bekannte Kühlvorrichtung 10 vertikal über dem auf den Rollgang 3 geführten Walzgut 5 positioniert. Die Kühlvorrichtung 10 besitzt Abschirmelemente 10.1 für ein flüssiges Kühlmedium 13. Gemäß der Erfindung ist zu beiden Seiten des Walzgutes 5 jeweils ein Führungslineal 11.1 und 11.2 positioniert. Beide Führungslineale bilden die Seitenführung 11 aus, die, wie in der Fig.2 dargestellt, zwischen jeweils zwei aufeinander folgenden Laminar-Kühlabschnitten 4.3 angeordnet ist. Jedes der Führungslineale steht mit dem freien Ende der Kolbenstange 14.1 bzw. 15.1 einer vorzugsweise hydraulischen Kolben-Zylindereinheit 14 bzw. 15 in Verbindung, um entsprechend der Breite des Walzgutes 5 auf etwa diese eingestellt zu werden.
Auf die steuerungstechnischen Mittel der Kolben-Zylindereinheiten 14, 15 soll hier nicht weiter eingegangen werden, die diese nicht Gegenstand der Erfin- düng sind.
Bezugszeichenliste
1 Warmwalzwerk
2 Fertigwalzstraße
2.1 Ausgang der Fertigwalzstraße
3 Rollgang
4 Laminar-Kühlbereich
4.1 Eingang des Laminar-Kühlbereiches
4.2 Ausgang des Laminar-Kühlbereiches
4.3 Laminar-Kühlabschnitt
5 Walzgut
6 Transportrichtung
7 Haspel
8 Treiber
9 Seitenführung
10 Kühleinrichtung
10.1 Ablenkelement
11 Seitenführung
11.1 Führungslineal
11.2 Führungslineal
12 Messeinrichtung
13 Kühlmedium
14 Kolben- Zylindereinheit
14.1 Kolbenstange
15 Kolben- Zylindereinheit
15.1 Kolbenstange
