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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND LOOM FOR PRODUCING WOVEN FABRICS HAVING ADDED WEFT EFFECTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/095262
Kind Code:
A1
Abstract:
In a loom for producing woven fabrics (0) having added weft effects, an effect thread (2) fed in the warp direction above a weft thread (3) to be inserted is displaced in the weft direction (12) over a freely programmable displacement path (A) by means of a plurality of adjacent warp threads (1) drawn into different reed gaps (14). In order to interlace the effect thread (2) with the weft thread (3), the effect thread (2) is positioned beneath the weft thread (3) to be inserted and at the same time enters the open reed gaps (14) of a weaving reed device (10, 7, 7.1) that are upwardly open on one side. At the same time, a needle-shaped guide means (11) for the effect thread (2) is moved vertically and in the weft direction (12) in a plane that is located between the shedding elements (4) and the position of the weaving reed device (10, 7, 7.1) during weft insertion. The guide means (11) is displaced by an electromotive displacement drive (6) with respect to a shedding element (4), said drive driving the guide means (11) vertically.

Inventors:
WAHHOUD, Adnan (Weiherweg 6, Lindau, 88131, DE)
Application Number:
EP2010/070868
Publication Date:
August 11, 2011
Filing Date:
December 29, 2010
Export Citation:
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Assignee:
LINDAUER DORNIER GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG (Rickenbacher Str. 119, Lindau, 88129, DE)
WAHHOUD, Adnan (Weiherweg 6, Lindau, 88131, DE)
International Classes:
D03C7/06; D03D31/00
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Claims:
Patentansprüche

1 . Verfahren zum Herstellen eines Gewebes (0) mit Zusatzschusseffekten durch aufeinander folgende Bewegungszyklen einer Webmaschine, wobei die folgenden Verfahrensschritte vorgesehen sind:

- Bilden eines von Kettfäden (1 ) begrenzten Webfachs (1 .1 ,1.2), durch Fachbildeelemente (4);

- Positionieren eines von einem Führungsmittel (1 1 ) geführten Effektfadens (2), der innerhalb der Webmaschine im Wesentlichen in Kettrichtung verläuft, oberhalb eines einzutragenden Schussfadens (3) und oberhalb des Webfachs (1.1 , 1 .2);

- Verschieben des Effektfadens (2) in Schussrichtung (12) um einen für jeden Bewegungszyklus vorgegebenen Verschiebeweg (A) durch ein Führungsmittel (1 1 ), das nadeiförmig mit einer Fadenöse (18) ausgeführt ist;

- Positionieren des Effektfadens (2) unterhalb eines einzutragenden

Schussfadens (3);

- Eintrag des Schussfadens (3) in das Webfach (1.1 ,1 .2);

- Anschlagen des Schussfadens (3) an einen Geweberand (13) durch eine

Webblatteinrichtung (10,7,7.1 ), die eine Anschlagbewegung (15,15.1 ) mit zwei Endpositionen ausführt;

wobei der Effektfaden (2) bei der Positionierung oberhalb des einzutragenden Schussfadens (3) und oberhalb des Webfachs (1.1 , 1 .2) aus einer von Webblattzähnen (7) der Webblatteinrichtung (10,7,7.1 ) gebildeten einseitig nach oben offenen Rietlücke (14) austaucht und beim Positionieren unterhalb des nächsten einzutragenden Schussfadens (3) in eine andere gleichartig gebildete Rietlücke (14) eintaucht, wobei das Führungsmittel (1 1 ) über ein Fachbildeelement (4) in

Bewegungsrichtung der Fachbildeelemente (4) vertikal angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass

die Fadenöse (18) des Führungsmittels (1 1 ) in vertikaler Richtung und in der Schussrichtung (12) in einer Ebene bewegt wird, die zwischen dem

Fachbildeelement (4), über das das Führungsmittel (1 1 ) vertikal angetrieben wird, und der näher an den Fachbildelementen (4) liegenden Endposition der

Anschlagbewegung (15,15.1 ) angeordnet ist, und dass

das Führungsmittel (1 1 ) bei der Verschiebung des Effektfadens (2) in Schussrichtung (12) gegenüber dem Fachbildeelement (4) verschoben wird, über das es vertikal angetrieben wird, und dass der Verschiebeweg (A) über eine Steuereinrichtung (8) der Webmaschine, in der elektronisch erzeugte Musterdaten speicherbar sind, und einen elektromotorischen Verschiebeantrieb (6) für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine frei programmiert ist, und dass

vor dem Eintauchen in eine Rietlücke (14) der Effektfaden (2) über mehrere nach oben offene Rietlücken (14) hinweg in Schussrichtung (12) verschoben wird, wobei in diese Rietlücken (14) ein oder mehrere Kettfäden (1 ) eingezogen sind und dass bei der vertikalen Bewegung das Führungsmittel (1 1 ) die Kettfäden (1 ) derartig auseinander drückt, dass benachbarte Kettfäden (1 ) jeweils eine Gasse für den Durchtritt des Effektfadens (2) beim Eintauchen in eine Rietlücke (14) bilden.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Ebene, in der die Fadenöse (18) des Führungsmittels (1 1 ) bewegt wird, in Kettrichtung gesehen von den oberen Enden der Webblattzähne (7) in einer Distanz (E) angeordnet ist, die kleiner als 3 mm, bevorzugt kleiner als 2 mm ist.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass

mehrere Effektfäden (2) gleichzeitig verschoben und positioniert werden. 4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass während eines oder mehrerer Bewegungszyklen der Effektfaden (2) nicht unterhalb des einzutragenden Schussfadens (3) positioniert wird. 5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Effektfäden (2) in Schussrichtung (12) auch in einander entgegen gesetzter Richtung und/oder mit unterschiedlichen

Verschiebewegen (A, B) verschoben werden. 6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet, dass in einem oder mehreren Bewegungszyklen kein Schussfaden (3) ausgewählt und eingetragen wird.

7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4 gekennzeichnet durch einen oder mehrere Bewegungszyklen, in denen die Position des Effektfadens (2) in Schussrichtung (12) nicht verändert wird. 8. Webmaschine mit Fachbildeelementen (4) und mit Fachbildeantrieben (9), durch die die Fachbildeelemente (4) vertikal antreibbar sind, sodass ein von Kettfäden (1 ) begrenztes Webfach (1 .1 ,1.2) gebildet werden kann, weiterhin mit Einrichtungen zum Eintrag eines Schussfadens (3) in das Webfach (1.1 ,1 .2) in einer

Schussrichtung (12), mit einer Webblatteinrichtung (10,7,7.1 ) zum Anschlagen des Schussfadens (3) an einen Geweberand (13) mittels einer Anschlagbewegung (15,15.1 ), die zwei Endpositionen aufweist, und mit einem Verschiebeantrieb (6), der in der Schussrichtung (12) eine Verschiebeeinrichtung (5) antreibt, mittels der Elemente linear mechanisch führbar sind, und mit einem Führungsmittel (1 1 ) das nadeiförmig mit einer Fadenöse (18) zur Führung eines Effektfaden (2) ausgeführt ist, wobei über den Verschiebeantrieb (6) ein Verschiebeweg (A) des Effektfadens (2) in Schussrichtung (12) für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine vorgebbar ist, und mit einem Fachbildeelement (4), über das das Führungsmittel (1 1 ) durch einen der Fachbildeantriebe (9) vertikal antreibbar ist, sowie mit an der

Webblatteinrichtung (10,7,7.1 ) angebrachten Webblattzähnen (7), die einseitig nach oben offene Rietlücken (14) bilden, in die der Effektfaden (2) ein- und austauchen kann, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (1 1 ) linear verschiebbar an der Verschiebeeinrichtung (5) angebracht ist und dass die Verschiebeeinrichtung (5) an demjenigen Fachbildeelement (4) angebracht und mit diesem gemeinsam vertikal bewegbar ist, über welches das Führungsmittel (1 1 ) vertikal angetrieben wird, und dass die Fadenöse (18) des Führungsmittels (1 1 ) in einer Ebene bewegbar ist, die zwischen dem Fachbildeelement (4), über das das Führungsmittel (1 1 ) vertikal angetrieben wird, und der näher an den Fachbildelementen (4) liegenden Endposition der Anschlagbewegung (15, 15.1 ) angeordnet ist und dass eine Steuereinrichtung (8) an der Webmaschine vorhanden ist, in der elektronisch erzeugte Musterdaten speicherbar sind und dass der Verschiebeantrieb (6) elektromotorisch ausgeführt ist und dass die Steuereinrichtung (8) mit dem

Verschiebeantrieb (6) Signal übertragend verbunden ist und dass in der

Steuereinrichtung (8) der Verschiebeweg (A) für jeden Bewegungszyklus frei programmierbar ist.

9. Webmaschine nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, dass die

Webblattzähne (7) in Richtung auf ihr oberes, am Ausgang der Rietlücke (14) liegendes Ende hin einen sich in Kettrichtung verjüngenden Materialquerschnitt aufweisen, wobei die Spitze dieser Verjüngung nahe an oder an der den

Fachbildemitteln (4) zugewandten Kante der Webblattzähne (7) liegt.

10. Webmaschine nach Anspruch 8 oder 9 dadurch gekennzeichnet, dass die Ebene, in der die Fadenöse (18) des Führungsmittels (1 1 ) bewegbar ist, in Kettrichtung gesehen von den oberen Enden der Webblattzähne (7) in einer Distanz (E) angeordnet ist, die so klein ist, dass vermieden wird, dass Effektfäden (2), die zwischen Geweberand (13) und Führungsmittel (1 1 ) diagonal die Kettfäden des Oberfachs (1 .1 ) kreuzen, beim Eintauchen in eine Rietlücke (14) am oberen Ende der Webblattzähne (7) hängen bleiben. 1 1 . Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ebene, in der der die Fadenöse (18) des Führungsmittels (1 1 ) bewegbar ist, in Kettrichtung gesehen von den oberen Enden der

Webblattzähne (7) in einer Distanz (E) angeordnet ist, die kleiner als 3 mm, bevorzugt kleiner als 2 mm ist.

12. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (1 1 ) im Bereich der Fadenöse (18) in Schussrichtung (12) eine Breite aufweist, die größer ist als der Abstand zweier benachbarter Webblattzähne (7), die eine nach oben offene Rietlücke (14) bilden.

13. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Führungsmittel (1 1 ) eine den Kettfäden (1 ) zugewandte kegel- oder keilförmige Spitze aufweist, wobei der kegelförmig oder spitz zulaufende Bereich in einer Distanz (C) unterhalb von der Fadenöse (18) beginnt.

14. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebeeinrichtung (5) und der Verschiebeantrieb (6) auf dem Rahmen eines als Webschaft ausgebildeten Fachbildeelementes (4) angeordnet sind, welches durch einen der Fachbildeantriebe (9) einer

Fachbildemaschine vertikal antreibbar ist.

15. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13

dadurch gekennzeichnet, dass die Verschiebeeinrichtung (5) und der

Verschiebeantrieb (6) auf dem Rahmen eines als Webschaft ausgebildeten

Fachbildeelementes (4) angeordnet sind, welches durch einen eigenen

unabhängigen Antrieb (9.5) vertikal antreibbar ist.

16. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 15,

dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Führungsmittel (1 1 ) an einer

Verschiebeeinrichtung (5) angebracht sind.

17. Webmaschine nach einem der Ansprüche 13 oder 14,

dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Führungsmittel (1 1 ) mit einem Ende an einem Nadelbalken befestigt sind und dass dieser Nadelbalken zusammen mit einer in Schussrichtung (12) verlaufenden Linearführung die

Verschiebeeinrichtung (5) bildet, die zusammen mit dem Verschiebeantrieb (6) an der Vorderseite des Webschafts befestigt ist.

18. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 17,

dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Gruppen von Führungsmitteln (1 1 ,1 1.7) vorhanden sind, denen jeweils eine Verschiebeeinrichtung (5, 5.7) und ein

Verschiebeantrieb (6, 6.6, 6.7) zugeordnet sind.

19. Webmaschine nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass

jede dieser Gruppen oder auch jedes System aus mehreren derartiger Gruppen mit jeweils einem anderen der Fachbildeelemente (4) verbunden ist.

20. Webmaschine nach einem der Ansprüche 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass diese Gruppen in Schussrichtung (12) auch in einander entgegen gesetzter Richtung und/oder mit unterschiedlichen Verschiebewegen

(A, B) antreibbar sind.

Description:
Verfahren und Webmaschine zur Herstellung von Geweben mit

Zusatzschusseffekten

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Webmaschine zur Herstellung von Geweben mit Zusatzschusseffekten.

Bei Webmaschinen ist es im Stand der Technik bekannt, zusätzliche Fäden, die in Kettrichtung verlaufen, derartig an der Gewebebindung zu beteiligen, dass bestimmte Zusatzschusseffekte erzielt werden. Zu diesem Zweck werden diese Effektfäden vor dem Eintrag eines Schussfadens für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine in Schussrichtung in eine andere Position gebracht.

Eine derartige Webmaschine zeigt zum Beispiel die Vorrichtung gemäß

EP 0 957 191 . Diese Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum

Bewegen zusätzlicher Kettfäden vorhanden sind. Diese Mittel bestehen in gekrümmten Stäben, die auf Tragbalken angeordnet sind, die stromab vom

Webblatt angeordnet sind. Nachteilig an dieser Anordnung ist, dass durch die gekrümmten Stäbe im Bereich vor dem Webblatt der Schusseintrag behindert wird. Ein Einsatz bei Luftwebmaschinen, bei denen ein Kanal zur Führung des einzutragenden Schussfadens in das Webblatt integriert ist, scheint ausgeschlossen und auch bei Einsatz von Greiferelementen sind mit dieser Anordnung

Einschränkungen gegeben.

Auch die US 3 796 234 sowie die US 2009 0272 455 A1 beschreiben Vorrichtungen zum Verschieben von zusätzlichen Kettfäden bzw. Effektfäden, die ebenfalls vor dem Webblatt im Bereich des Geweberands angeordnet sind, an den der

Schussfaden angeschlagen wird.

In der EP 263 392 wird ebenfalls eine Webmaschine mit Vorrichtungen zur

Verschiebung von zusätzlichen Kettfäden - sogenannte Diagonalfäden - in

Schussrichtung beschrieben. Diese Vorrichtungen bestehen bei einer

Ausführungsform in Diagonalfaden-Verschieberollen, die mittels gewindeförmiger Nuten die Diagonalfäden für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine eine Rietlücke weiter in Schussrichtung transportieren. In allen Ausführungsformen der EP 263 392 sind Verschiebeeinrichtungen zwischen den Vorratsrollen für die Kettfäden bzw. Diagonalfäden und den verschiedenen Fachbildeelementen angeordnet, mit denen die Grundkettfäden oder die Diagonalfäden zur Bildung eines Webfachs vertikal ausgelenkt werden.

Die EP 263 392 beschreibt außerdem Webblatteinrichtungen, deren Webblattzähne in die Schar der Kettfäden und Diagonalfäden ein- und austauchen können. Von diesem Ein- und Austauchen ist jeweils die komplette Schar aller Kettfäden und Diagonalfäden betroffen.

Die CH 27499 zeigt eine Vorrichtung zum Verschieben von Kettfäden in

Schussrichtung, die zwischen dem Webblatt und den Fachbildeelementen angeordnet ist. Mit dieser Vorrichtung können zusätzliche Fäden bzw. Effektfäden in Schussrichtung allerdings nur über solche Kettfäden verschoben -und mit einem Schussfaden abgebunden - werden, die alle zusammen mit dem jeweiligen

Effektfaden in ein und derselben Rietlücke des Webblatts eingezogen sind.

Die US 4,429,722 beschreibt schließlich eine Vorrichtung zum Verschieben von Kettfäden in Schussrichtung, die zwischen dem Webblatt und den Fachbilde- elementen angeordnet ist. Es sind nach oben offene Rietlücken vorhanden, in die Effektfäden ein- und austauchen. Die Vorrichtung scheint nur für grobe Effektfäden mit begrenzten Verschiebewegen einsetzbar.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Webmaschine zur Herstellung von Geweben mit Zusatzschusseffekten zu schaffen, bei der Effektfäden, die neben den Kettfäden zugeführt werden, für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine webmusterabhängig in weiten Grenzen variierbar in

Schussrichtung auch über mehrere in verschiedene Rietlücken eingezogene Kettfäden hinweg verschoben und mit den Schussfäden abgebunden werden können, ohne dass durch zusätzliche mechanische Elemente zwischen Webblatt und Geweberand der Schusseintrag behindert wird. Die Anordnung soll für Luft- und für Greiferwebmaschinen geeignet sein und hohe Webleistungen ermöglichen. Der Einsatz soll bei Geweben möglich sein, die Kettdichten im Bereich üblicher

Bekleidungsgewebe aufweisen, aber auch bei gitterartigen Geweben mit niedriger Kettdichte.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Webmaschine gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines Gewebes mit

Zusatzschusseffekten basiert auf einander folgenden Bewegungszyklen einer Webmaschine. Dabei besteht ein Bewegungszyklus aus den im Stand der Technik schon bekannten Verfahrensschritten - Bilden eines von Kettfäden begrenzten Webfachs durch Fachbildeelemente,

- Positionierung eines Effektfadens oberhalb eines einzutragenden Schussfadens,

- Verschieben des Effektfadens in Schussrichtung um einen

für jeden Bewegungszyklus vorgegebenen Verschiebeweg;

- Positionierung des Effektfadens unterhalb des nächsten einzutragenden

Schussfadens

- Eintrag des Schussfadens in das Webfach in einer Schussrichtung

- Anschlagen des Schussfadens an einen Geweberand durch eine

Webblatteinrichtung, die eine Anschlagbewegung mit zwei Endpositionen ausführt. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der Effektfaden bei der

Positionierung oberhalb des einzutragenden Schussfadens in vertikaler Richtung aus einer von Webblattzähnen gebildeten einseitig offenen Rietlücke austaucht und beim Positionieren unterhalb des nächsten einzutragenden Schussfadens in eine andere Rietlücke eintaucht.

Derartig ausgebildete Rietlücken entstehen, wenn man die Webblattzähne eines Webblatts nur an ihrem unteren Ende in einem Rietbund zusammenfasst, wobei ein in üblichen Webblättern vorgesehener oberer Rietbund entfällt.

Zum Abbinden der Effektfäden mit den eingetragenen Schussfäden, müssen auch die Effektfäden während der Schusseinträge abwechselnd ins Ober- bzw. Unterfach gebracht werden.

Diese Positionierung erfolgt dadurch, dass das Führungsmittel mit dem Effektfaden über eines der Fachbildeelemente - z.B. einen Webschaft - und durch einen der Fachbildeantriebe einer Fachbildemaschine in Bewegungsrichtung der

Fachbildeelemente also vertikal auf- und abgehend angetrieben wird.

Dazu sind Führungsmittel, Verschiebeinrichtung und Verschiebeantrieb mit einem der Fachbildeelemente verbunden.

Um den Bewegungsablauf gemäß dem beschriebenen Verfahren zu erzeugen, wird erfindungsgemäß ein Führungsmittel des Effektfadens in vertikaler Richtung und in der Schussrichtung in einer Ebene bewegt, die zwischen den Fachbildeelementen und derjenigen Endposition der Anschlagbewegung, die näher an den

Fachbildeelementen liegt, angeordnet ist.

Mit dem Verfahren lassen sich die gewünschten Zusatzschusseffekte erzielen, ohne durch mechanische Elemente im Bereich vor dem Webblatt den Schusseintrag zu stören. Durch das Austauchen bzw. Eintauchen des Effektfadens ist es in erfindungsgemäßer Weise möglich, den Effektfaden in der Position oberhalb des

einzutragenden Schussfadens sogar über mehrere Rietlücken - und damit über ein oder mehrere Kettfäden hinweg- in Schussrichtung zu verschieben.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Führungsmittel Fadenösen mit runder, ovaler oder schlitzförmiger Öffnung auf, durch die die Effektfäden geführt werden. Die verschiedenen Öffnungsformen erlauben dabei eine Anpassung an verschiedene Querschnitte der verwendeten Effektfäden.

Weiterhin ist es besonders vorteilhaft, wenn das Führungsmittel so ausgebildet ist, dass es im Bereich unterhalb der Fadenöse eine den Kettfäden zugewandte keilförmig oder kegelförmig ausgebildete Spitze aufweist. Durch die Spitze wird erfindungsgemäß unterstützt, dass bei einer vertikalen Bewegung das

Führungsmittel die Grundkettfäden derartig auseinander drückt, dass benachbarte Kettfäden jeweils eine Gasse für den Durchtritt des Effektfadens beim Eintauchen in eine Rietlücke bilden. Dadurch wird vermieden, dass sich der Effektfaden beim Ein- und Austauchen in unerwünschter Weise mit benachbarten Kettfäden verkreuzt. Eine vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens sieht zudem vor, dass mehrere Effektfäden gleichzeitig verschoben und positioniert werden.

Für bestimmte Bindungsformen des zu erzeugenden Gewebes kann es sinnvoll sein, dass während eines oder mehrerer Bewegungszyklen der Effektfaden nicht unterhalb des einzutragenden Schussfades positioniert wird. Es findet dann keine Bindung zwischen diesem Effektfaden und dem anschließend eingetragenen Schussfaden statt. Der Effektfaden liegt im fertigen Gewebe über dem

eingetragenen Schussfaden.

Möglich ist auch eine Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem mehrere Effektfäden in einander entgegen gesetzter Richtung und/oder mit unterschiedlichen Verschiebewegen in Schussrichtung verschoben werden.

Damit lassen sich auch komplexere Zusatzschusseffekte erzielen.

Die erfindungsgemäße Webmaschine gemäß dem unabhängigen Vorrichtungs- anspruch enthält an sich bekannte, beliebige Arten von Fachbildeantrieben zum Antreiben von Fachbildeelementen, durch deren vertikale Bewegung ein von Kettfäden begrenztes Webfach gebildet wird. Weiterhin sind Einrichtungen zum Eintrag eines Schussfadens in das Webfach in einer Schussrichtung sowie eine Webblatteinrichtung zum Anschlagen des Schussfadens an einen Geweberand vorhanden. Schließlich enthält diese Webmaschine einen Verschiebeantrieb, der in Schussrichtung eine Verschiebeeinrichtung antreibt, an der erfindungsgemäß mindestens ein Führungsmittel vorgesehen ist, mit dem ein Effektfaden in der Schussrichtung verschoben und vertikal positioniert werden kann. Dabei sind über den Verschiebeantrieb verschiedene Verschiebewege des Effektfadens in der Schussrichtung für verschiedene Bewegungszyklen der Webmaschine vorgebbar. Natürlich kann an einer Verschiebeeinrichtung auch eine Gruppe von mehreren Führungsmitteln für mehrere Effektfäden angebracht sein, sodass diese synchron miteinander in Schussrichtung verschoben werden können.

Im Allgemeinen verlaufen die hier in Betracht kommenden Effektfäden innerhalb der Webmaschine im Wesentlichen in Kettrichtung und werden von einem Fadenvorrat auf der Rückseite der Webmaschine abgezogen.

Kettrichtung bezeichnet den Verlauf der Kettfäden vom hinteren zum vorderen Teil der Webmaschine unabhängig davon, in welcher vertikalen Position sich die jeweiligen Fäden befinden.

An der Webblatteinrichtung einer erfindungsgemäßen Webmaschine sind nun die bereits beim Verfahren beschriebenen Webblattzähne derartig angebracht, dass diese einseitig nach oben offene Rietlücken bilden, in die der Effektfaden ein- oder austauchen kann.

Ein weiteres erfindungsgemäßes Merkmal besteht darin, dass das Führungsmittel in einer Ebene angeordnet ist, die zwischen den Fachbildeelementen und derjenigen von zwei Endpositionen einer Anschlagbewegung der Webblattzähne verläuft, die näher an den Fachbildeelementen liegt. Dies ist im Allgemeinen die Position der Webblatteinrichtung mit den Webblattzähnen während des Schusseintrags.

Wegen der beschriebenen Anordnung der Führungsmittel in Kombination mit den einseitig nach oben offenen Rietlücken ist mit der erfindungsgemäßen

Webmaschine die Herstellung von Geweben mit verschiedensten Zusatzschusseffekten ohne Störung des Schusseintrags durch mechanische Elemente im Bereich zwischen Webblattzähnen und Geweberand möglich. In diesem Bereich tauchen keine Führungsmittel von Effektfäden in das für den Schusseintrag durch die Kettfäden gebildete Webfach ein.

Mit der erfindungsgemäßen Webmaschine sind bei der Herstellung von Geweben mit Zusatzschusseffekten höhere Webleistungen erzielbar, da bei der Auslegung des Bewegungsablaufs für die Führungsmittel weniger auf die Schusseintrags- elemente Rücksicht genommen werden muss. Außerdem ergibt sich ein Aufbau, mit dem weitere vorteilhafte Ausführungsformen möglich werden. Die Führungsmittel sind nadeiförmig mit Fadenösen ausgeführt.

In einer bevorzugten Ausführungsform sind ein oder mehrere Führungsmittel mit einem Ende an einem Nadelbalken befestigt. Dieser Nadelbalken bildet zusammen mit einer in Schussrichtung verlaufenden z.B. prismenförmigen Linearführung die Verschiebeeinrichtung, die zusammen mit einem elektromotorischen Antrieb als Verschiebeantrieb an der Vorderseite eines Webschafts befestigt ist. Der

Verschiebeantrieb kann zum Beispiel als Linearantrieb ausgeführt sein, dessen Stator in den Rahmen des Webschafts oder in die prismenförmige Linearführung integriert ist. Es sind jedoch auch andere Antriebe denkbar; zum Beispiel Antriebe mit Bewegungsspindeln oder hydraulische bzw. pneumatische Antriebe, die von einer Steuereinrichtung der Webmaschine angesteuert werden können.

Die Fachbildemaschine, die den Webschaft antreibt, kann zum Beispiel eine Exzentermaschine sein. In diesem Fall kann durch eine Verdrehung zwischen den Exzentern für die Grundbindung der Kettfäden und den Exzentern für die

Effektbindung, das heißt für die vertikale Bewegung der Effektfäden, ein besonders günstiger zeitlicher Ablauf der Fachbildung erreicht werden.

Es sind aber auch andere übliche Fachbildemaschinen z.B. Schaft- oder

Jacquardmaschinen möglich. Auch eine Kombination z.B. aus Exzentermaschine für die Effektbindung und einer Jaquardmaschine für die Grundbindung ist denkbar. Denkbar ist auch, die Verschiebeeinrichtung -z.B. einen Nadelbalken mit in

Schussrichtung verlaufender Linearführung - und den zugehörigen

Verschiebeantrieb in einer zusätzlichen vertikalen Linearführung in der

Webmaschine zu lagern und mit den Litzen einer Jaquardmaschine derartig zu verbinden, dass die vertikale Bewegung der Effektfäden über die Jacquardmaschine gesteuert werden kann.

Die genannten Ausführungsformen haben den Vorteil, dass für den Antrieb der Führungsmittel in vertikaler Richtung keine aufwendigen zusätzlichen Getriebe, Antriebe oder Steuerungen verwendet werden müssen, weil vorhandene

Fachbildeelemente und Fachbildeantriebe verwendet werden können.

Eine weitere Ausführungsform sieht allerdings vor, dass das Führungsmittel über eines der Fachbildeelemente durch einen eigenen unabhängigen Antrieb vertikal angetrieben wird.

Damit kann in vorteilhafter Weise der Bewegungsablauf hinsichtlich zeitlichen Ablauf und in Bezug auf den Hub der Führungsmittel vom Ober- ins Unterfach frei programmierbar gestaltet werden. Bei kleinen Verschiebewegen wäre auch denkbar, das Führungsmittel über eines der Fachbildeelemente - also gemeinsam mit diesem - in Schussrichtung anzutreiben. Demgemäß treiben ein oder mehrere Verschiebeantriebe die

Verschiebeeinrichtung nicht direkt an, sondern über das Fachbildeelement - z.B. den Webschaft, an dessen Vorderseite die Verschiebeeinrichtung mit den

Führungselementen angeordnet ist.

Die Verschiebeeinrichtung kann in diesem Fall Elemente enthalten, mit denen bei der Montage und Einstellung der Webmaschine eine einmalige Positionierung der Führungsmittel in Schussrichtung vorgenommen werden kann.

Im Rahmen der Erfindung ergibt sich eine zusätzliche vorteilhafte Ausgestaltung dadurch, dass mehrere Führungsmittel einer Verschiebeeinrichtung und einem Verschiebeantrieb zugeordnet werden. Möglich ist auch, dass mehrere Gruppen von Führungsmitteln vorhanden sind, denen jeweils eine Verschiebeeinrichtung und ein Verschiebeantrieb zugeordnet sind. Außerdem kann jede dieser Gruppen oder auch jedes System aus mehreren derartiger Gruppen mit jeweils einem anderen der Fachbildeelemente verbunden sein.

Mit einer derartigen Anordnung ergibt sich die vorteilhafte Möglichkeit, diese Gruppen oder Systeme von Verschiebeeinrichtungen und Verschiebeantrieben in Schussrichtung in einander entgegen gesetzten Richtungen und/oder mit verschieden großen Verschiebewegen anzutreiben. Damit können z.B.

spiegelbildlich, symmetrische Zusatzschusseffekte erzielt werden.

Da sich die Führungsmittel im Bereich zwischen der hinteren, den Fachbildeelementen näher liegenden Endposition der Webblattzähne und den

Fachbildeelementen befinden, ist es nahe liegend, wenn die Effektfäden, die im Allgemeinen von einem Fadenvorrat im Bereich der Rückseite der Webmaschine abgezogen werden, mittels einer Umlenkeinrichtung über die Fachbildeelemente hinweg den Führungsmitteln zugeführt werden. Im Verlauf zwischen Fadenvorrat und Umlenkeinrichtung kann auch eine der üblichen Kettfadenwächter - Vorrichtungen zur Überwachung bei Fadenbruch angeordnet werden.

Bei großen Verschiebewegen über mehrere Rietlücken hinweg ergibt sich zwischen dem Punkt, an dem der jeweilige Effektfaden mit dem zuletzt eingetragenen Schussfaden am Geweberand abgebunden ist und der aktuellen, in Schussrichtung verschobenen Position des Führungsmittels dieses Effektfadens ein Fadenverlauf, der die Kettfäden des Oberfachs unter einem Winkel kreuzt. Dieser kreuzende bzw. diagonale Verlauf kann dazu führen, dass der Effektfaden beim Eintauchen in eine Rietlücke am oberen Ende eines der Webblattzähne, die diese Rietlücke begrenzen, hängen bleibt.

Um dies zu vermeiden, sieht eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung vor, dass die Webblattzähne an ihrem oberen am Ausgang der Rietlücken liegenden Ende einen sich in Kettrichtung verjüngenden - z.B. keilförmig zulaufenden -

Materialquerschnitt aufweisen. Die Spitze dieser Verjüngung sollte nahe oder an der den Führungsmitteln zugewandten Kante der Webblattzähne liegen.

Die Gefahr, dass ein Effektfaden an einem Webblattzahn hängen bleibt, wird zudem durch eine in Kettrichtung möglichst geringe Distanz zwischen den oberen Enden der Webblattzähne und der Spitze des Führungsmittels verringert. Diese Distanz ist in einer vorteilhaften Ausführungsform kleiner als 3 mm gewählt; bevorzugt ist eine Distanz, die kleiner als 2 mm ist.

Im Folgenden werden vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung mit Hilfe der Figuren im Detail erläutert

Figur 1a Schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webmaschine mit Blick in Schussrichtung

Figur 1 b Einzelheit X aus Figur 1 a mit Blick in Schussrichtung und mit

Blick in Kettrichtung

Figur 2 Draufsicht der Darstellung gemäß Figur 1

Figur 3 Diagramm der Bewegungsabläufe von Webblatteinrichtung,

Fachbildung und Führungsmitteln

Figur 4 Gewebemuster 4.1 - 4.4

Figur 5 ähnlich Figur 1 , jedoch in einer Ausführungsform mit unabhängigem

Antrieb des Fachbildeelements.

Figur 6 Draufsicht der Ausführung gemäß Figur 5 mit Antrieb der

Verschiebeeinrichtung in Schussrichtung über das Fachbildeelement Figur 7 Anordnung mit zwei Gruppen von Führungsmitteln und

Verschiebeeinrichtungen

Figur 8 Draufsicht der Anordnung aus Figur 7, Antrieb der

Verschiebeeinrichtungen über verschiedene Fachbildeelemente

Figur 9 Gewebemuster 9.1. - 9.4. , die mit einer Anordnung gemäß den

Figuren 7 und 8 erzeugt werden können. Die Figuren 1 a,b und 2 zeigen in einer Teilansicht eine Webmaschine mit

Fachbildeantrieben 9 zum Antreiben von Fachbildeelementen 4, durch deren vertikale Bewegung ein von Kettfäden 1 begrenztes Webfach 1 .1 ,1 .2 gebildet wird. Die dem Fachmann an sich bekannten Fachbildeantriebe 9 können zum Beispiel aus einer Schar von Hebeln und Stangen bestehen, die unterhalb der

Fachbildeelemente 4 angeordnet sind und die die Antriebsbewegungen einer außerhalb des Maschinenrahmens angeordneten nicht dargestellten Fachbildemaschine zu den Fachbildeelementen 4 übertragen. Es sind jedoch auch beliebige andere elektromechanische, hydraulische oder pneumatische Einrichtungen als Fachbildeantriebe 9 verwendbar.

Die Fachbildeelemente 4 bestehen im vorliegenden Beispiel aus bekannten Webschäften mit Litzen, durch deren Litzenaugen die Kettfäden 1 geführt werden. Weiterhin sind dem Fachmann ebenfalls bekannte Einrichtungen zum Eintrag eines Schussfadens 3 in das Webfach 1 .1 ,1.2 in einer Schussrichtung 12 vorhanden. Dies können Einrichtungen zum mechanischen Schusseintrag mittels Webschützen oder Greifern sein oder Einrichtungen zum pneumatischen Schusseintrag. Im Beispiel in Figur 2 dargestellt ist eine Einrichtung mit Greifern, die in bekannter Art und Weise über nicht dargestellte Getriebe und zwei Antriebsräder von beiden Seiten der Webmaschine aus in das Webfach geschoben werden. Der Schussfaden 3 wird in diesem Ausführungsbeispiel von einer Schussspule über einen Vorspuler und einen Farbwähler 19 einem der beiden Greifer zugeführt und in Maschinenmitte an den anderen Greifer übergeben. Natürlich ist auch die Verwendung verschiedener Schussfäden für verschiedene Bewegungszyklen denkbar. Die Auswahl und Vorlage der Schussfäden an einen Greifer erfolgt z.B. mittels eines Farbwählers 19. Derartige Ausführungen sind für Luft- und Greiferwebmaschinen dem Fachmann bekannt.

Weiterhin ist eine Webblatteinrichtung 10,7,7.1 zum Anschlagen des Schussfadens 3 an einen Geweberand 13 vorhanden, die aus einer Webblattlagerung 10 mit Webblattzähnen 7 und einem Rietbund 7.1 besteht. Diese Webblattzähne 7 bilden zwischen sich einseitig nach oben offene Aufnahmeräume, so genannte Rietlücken 14, sodass Fäden, die in Richtung der Kettfäden 1 von hinten nach vorne durch die Webmaschine laufen, von oben in diese Rietlücken 14 eintauchen und somit von den Webblattzähnen 7 in Schussrichtung 12 geführt werden können.

Dem Fachmann ist geläufig, dass mit Schussrichtung 12 beide einander entgegen gesetzte, parallel zum Schusseintrag verlaufende Richtungen gemeint sind. Die Webblattzähne 7 sind über den Rietbund 7.1 an der Webblattlagerung 10 befestigt und führen zusammen mit dieser bei jedem Bewegungszyklus der

Webmaschine eine Anschlagbewegung 15 - 15.1 aus. Schließlich ist im

vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 und 2 eine Verschiebeeinrichtung 5 mit einer Prismenführung auf dem Rahmen des Webschafts angebracht, an der gemäß Figur 2 drei Führungsmittel 1 1 angebracht sind, mit denen drei Effektfäden

2 in der Schussrichtung 12 um den Weg A verschoben werden können.

Durch einen Verschiebeantrieb 6, der die Verschiebeeinrichtung 5 antreibt, sind verschiedene Verschiebewege A der Effektfäden 2 für verschiedene Bewegungs- zyklen der Webmaschine vorgebbar. Sinnvoll ist die Verwendung eines

elektromotorisch, frei programmierbaren Linearantriebs als Verschiebeantrieb 6. Damit kann erfindungsgemäß erreicht werden, dass der Verschiebeweg A über eine Steuereinrichtung 8 der Webmaschine und den Verschiebeantrieb 6 für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine frei programmierbar ist.

Um die Effektfäden auch vertikal über oder unter dem einzutragenden Schussfaden

3 positionieren zu können, sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel Führungsmittel 1 1 , Verschiebeeinrichtung 5 und Verschiebeantrieb 6 mit einem der

Fachbildeelemente 4 verbunden und werden gemeinsam mit diesem vertikal bewegt. Das Fachbildeelement 4 ist in diesem Fall durch einen der oben

beschriebenen Fachbildeantriebe 9 einer nicht dargestellten Fachbildemaschine antreibbar. Statt der Verschiebeeinrichtung 5 mit Prismenführung können natürlich auch andere Arten der linearen mechanischen Führung von Elementen vorgesehen werden.

Aus Figur 1 ist weiterhin ersichtlich, dass das Führungsmittel 1 1 in einer Ebene bewegbar ist, die zwischen den Fachbildeelementen 4 und derjenigen von zwei

Endpositionen einer Anschlagbewegung 15 - 15.1 der Webblattzähne 7 verläuft, die näher an den Fachbildeelementen 4 liegt; dies ist die Position der Webblattzähne 7 während des Schusseintrags.

Durch diese Anordnung ergibt sich, dass bei dem erfindungsgemäßen Verfahrens- ablauf die Effektfäden 2 in die Rietlücken 14 ein- oder aus diesen austauchen können und für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine eine andere in weiten Grenzen vorgebbare Position in Schussrichtung 12 einnehmen können.

Dabei können von einem Bewegungszyklus zum nächsten auch mehrere Rietlücken 14 von den in Schussrichtung 12 verschobenen Effektfäden 2 überstrichen werden. Es sind für die Führung der Effektfäden 2 keine mechanischen Elemente im Bereich zwischen den Webblattzähnen 7 und dem Geweberand 13 vorhanden, sodass der Schusseintrag ungestört ablaufen kann. Für den Fall, dass der Schusseintrag pneumatisch erfolgen soll, ist auch ohne weiteres möglich, die Vorderseite der Webblattzähne 7 in bekannter Art und Weise kanalförmig auszubilden, um den

Transport des Schussfadens 3 durch diesen Kanal mittels Luftstrahl zu ermöglichen. Ein weiterer Aspekt der beschriebenen Ausführungsform der Erfindung ist, dass für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine mittels einer mechanischen oder einer elektronischen Bindungspatrone vorgegeben werden kann, ob sich das

Führungsmittel 1 1 mit dem Effektfaden 2 während des Schusseintrags oberhalb (im Oberfach) oder unterhalb (im Unterfach) des einzutragenden Schussfadens 3 befindet. Eine mechanische Bindungspatrone kann dabei in geeigneter Wahl von Exzentern eines Antriebsmechanismus - z.B. einer Exzentermaschine - oder in einer Lochkarte einer kartengesteuerten Schaftmaschine bestehen. Moderne Fachbildemaschinen werden bekanntlich über elektronisch erzeugte und in der Steuereinrichtung 8 der Webmaschine gespeicherte Musterdaten angesteuert. Zusammen mit einem in der Steuereinrichtung 8 vorprogrammierten individuellen Verschiebeweg A des Effektfadens 2, der zwischen dem Wechsel des Effektfadens 2 vom Ober- ins Unterfach vorgenommen wird, sind unterschiedlichste

Bindungsmuster der Zusatzschusseffekte erzielbar. Dem Fachmann ist bekannt, in einer solchen mechanischen oder elektronischen Bindungspatrone für jeden

Bewegungszyklus der Webmaschine auch weitere Informationen zu speichern. Dazu gehören zum Beispiel die Auswahl und Vorlage eines oder mehrerer

Schussfäden mittels einem so genannten Farbwähler 19, die Schussdichte, die Kettspannung und die Drehzahl der Webmaschine. Besondere Effekte sind auch dadurch möglich, dass in einem Bewegungszyklus kein Schussfaden 3 ausgewählt und eingetragen wird (s. Gewebemuster Fig. 4.1 .).

Die Figuren 1 a und 2 zeigen außerdem, dass die Effektfäden 2 von einem

Fadenvorrat 16 im Bereich der Rückseite der Webmaschine abgezogen und mittels einer Umlenkeinrichtung 17 über die Fachbildeelemente 4 hinweg den

Führungsmitteln 1 1 zugeführt werden. Zur Erhaltung der Fadenspannung kann optional ein federndes Element im Fadenverlauf angeordnet werden. In diesem Bereich ist auch die Anordnung eines nicht dargestellten Fadenwächters sinnvoll, der die Webmaschine bei Bruch eines Effektfadens 2 abstellt. Die Figuren 1 a,b zeigen Führungsmittel 1 1 , die die Form von Nadeln mit Fadenösen 18 und einer Nadelspitze haben. Eine oder mehrere dieser Nadeln sind mit einem Ende an einem Nadelbalken befestigt. Dieser Nadelbalken bildet zusammen mit einer Linearführung die Verschiebeeinrichtung 5.

Die nadeiförmigen Führungsmittel 1 1 bzw. 1 1.2 weisen zudem Fadenösen 18 mit runder 18, ovaler 18.2 oder nicht dargestellter schlitzförmiger Öffnung auf, durch die die Effektfäden 2 geführt werden.

Die verschiedenen Öffnungsformen erlauben dabei eine Anpassung an

verschiedene Querschnitte der verwendeten Effektfäden 2. Es können feine oder grobe Faser oder Filamentgarne im Bereich 1 1 tex bis 10 000 tex zum Einsatz kommen. Auch die Verwendung elektrisch leitfähiger Fäden oder lichtleitender Fasern als Effektfaden 2 ist denkbar, womit noch eine Fülle weiterer Effekte mit derartigen Geweben erzeugt werden können.

In der Figur 1 b ist zu erkennen, dass das nadeiförmige Führungsmittel 1 1 im Bereich einer den Kettfäden 1 zugewandten Spitze keilförmig verläuft; denkbar ist jedoch auch eine kegelförmige Spitze. Der kegelförmig oder spitz zulaufende Bereich beginnt dabei in einer Distanz C von der Fadenöse 18.

In Figur 1 b ist auch sichtbar, dass die oberen Enden der Webblattzähne 7 in vertikaler Richtung eine Distanz D von den Kettfäden des Oberfachs 1.1 an der Stelle aufweisen, an der das Führungsmittel 1 1 bei seiner vertikalen Bewegung die Kettfäden des Oberfachs 1.1 kreuzt.

Schließlich ist zu erkennen, dass zwischen den oberen Enden der Webblattzähne 7 und der Bewegungsebene, in der die Führungsmittel 1 1 bewegt werden, in

Kettrichtung eine - nicht maßstäblich gezeichnete - Distanz E vorliegt.

Die Distanzen C, D und E hängen von der Kettdichte und vom Querschnitt der verwendeten Effektfäden 2 ab. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist C größer oder gleich D gewählt.

Um das weiter oben beschriebene Hängenbleiben diagonal verlaufender Effektfäden 2 beim Eintauchen in eine Rietlücke 14 zu vermeiden, sollte die Distanz E so klein sein, wie es die Abmessungen der beteiligten Elemente und die Präzision der Anschlagbewegung 15- 15.1 eben noch ohne Kollision zulassen.

Zur Vermeidung dieses Hängenbleibens dient auch, dass die Webblattzähne 7 an ihrem oberen am Ausgang der Rietlücke 14 liegenden Ende einen sich in

Kettrichtung verjüngenden Materialquerschnitt aufweisen, wie es Einzelheit X zeigt. Figur 3 zeigt diagrammartig die Bewegungsabläufe einiger Elemente einer

Webmaschine, die das erfindungsgemäße Verfahren ausführt. Dargestellt sind zwei Bewegungszyklen der Webmaschine über insgesamt 720 Winkelgrad Y einer Webmaschinenhauptwelle.

Die Kurven F zeigen den Hub zweier gegenläufiger Fachbildeelemente 4, von denen jedes eine Schar Kettfäden ins Oberfach 1.1 bzw. Unterfach 1 .2 bewegt. Der im Diagramm nicht dargestellte Schusseintrag erfolgt in der Phase, in der das Webfach 1.1 ,1 .2 offen steht. Die Kurve H stellt den Hub eines Führungsmittels 1 1 dar. Dies ist auch der Hub, der von dem Fachbildeelement 4 ausgeführt wird, mit dem das Führungsmittel 1 1 vertikal bewegt wird. Im Stand der Technik ist bekannt, dass Fachbildemaschine und Fachbildeantriebe 9 so gestaltet sind, dass für jedes Fachbildeelement 4 individuell die vertikale Position in der Webmaschine und die Größe des Hubs H bzw. F eingestellt werden kann. Wie oben beschrieben kann bei bestimmten Ausführungsformen der Fachbildemaschine auch der zeitliche Ablauf zwischen den Bewegungen F und H und gegenüber der Bewegung Y der

Webmaschine durch den Bediener in Laufrichtung individuell verschoben werden. Mit 15 -15.1 ist die Anschlagbewegung der Webblatteinrichtung 10,7,7.1 bezeichnet, die jeweils zwischen zwei Schusseinträgen erfolgt.

Die Figuren 4.1 bis 4.4. zeigen verschiedene Gewebemuster mit

Zusatzschusseffekten, die bevorzugt mit den Ausführungsformen der

erfindungsgemäßen Webmaschine gemäß den Figuren 1 und 2 hergestellt werden können.

Figur 5 zeigt eine Webmaschine mit allen Merkmalen der Figuren 1 und 2, bei welcher jedoch die Einrichtung zur vertikalen Bewegung des Führungsmittels 1 1 durch ein Fachbildeelement 4 gebildet wird, welches durch einen eigenen unabhängigen Antrieb 9.5 angetrieben wird. Es sind hierfür beliebige, dem

Fachmann geläufige elektromechanische, pneumatische oder hydraulische Antriebe verwendbar.

In der Darstellung der Figur 5 fehlt zudem die in Figur 1 dargestellte Prismenführung als Bestandteil der Verschiebeeinrichtung 5 auf dem Rahmen des Webschafts, da die Verschiebeeinrichtung 5 in dieser Darstellung nicht direkt durch einen

Linearantrieb, sondern über das Fachbildeelement, z.B. einen Webschaft in

Schussrichtung verschoben wird.

Figur 6 zeigt die Ausführung gemäß Figur 5 in einer Draufsicht, in der zu sehen ist, dass die Verschiebeeinrichtung 5 über das Fachbildeelement 4 mittels eines Verschiebeantriebs 6.6 in Schussrichtung 12 angetrieben wird. Dabei kann der Verschiebeantrieb 6.6 am Maschinengestell gelagert sein. Das Fachbildelement 4 - im vorliegenden Fall ein Webschaft - wird zusammen mit den darauf montierten Verschiebeeinrichtungen 5 in Schussrichtung verschoben.

Die Figuren 7 und 8 zeigen eine Ausführungsform gemäß Figur 6, jedoch mit zwei Gruppen von Führungsmitteln 1 1 , 1 1.7 Verschiebeeinrichtungen 5, 5.7 und

Verschiebeantrieben 6.6 ,6.7, wobei jede der Gruppen mit einem anderen der Fachbildeelemente 4 verbunden ist. Die Ebenen, in denen sich jede Gruppe von Führungsmittel bewegt, können dabei in Kettrichtung hintereinander so angeordnet sein, dass sich die jeweiligen Führungsmittel 1 1 einer Gruppe ungehindert von den Führungsmittel 1 1 .7 einer anderen Gruppe in Schussrichtung 12 verschieben lassen.

Es können auch mehrere derartiger Gruppen mit dem gleichen Fachbildeelement 4 zu einem System von Führungsmitteln 1 1 , 1 1.7. derartig verbunden sein, dass alle Führungsmittel 1 1 dieses Systems vertikal synchron bewegt werden.

Mehrere derartige Systeme können schließlich mit jeweils verschiedenen

Fachbildeelementen 4 verbunden sein und so unabhängig voneinander vertikal angetrieben werden.

Über eine entsprechende Vorgabe für die Verschiebeantriebe 6 bzw. 6.7 lassen sich mit einer derartigen Anordnung auch unterschiedliche Verschiebewege A bzw. B für die Gruppen oder Systeme von Führungsmitteln 1 1 ,1 1 .7 erzielen.

Die Distanz E bezieht sich in diesem Fall auf die vorderste, den Webblattzähnen 7 am nächsten liegende Ebene der Bewegung.

Die Gruppen von Führungsmitteln 1 1 , 1 1.7 können aber auch so in Schussrichtung gegeneinander versetzt angeordnet sein, dass sich alle Führungsmittel 1 1 , 1 1.7 in der gleichen Ebene zwischen Fachbildemitteln 4 und hinterer Endposition der

Anschlagbewegung 15 - 15.1 bewegen (nicht dargestellt).

Durch die Möglichkeit, diese Gruppen in Schussrichtung in einander entgegen gesetzten Richtungen ggf. auch mit unterschiedlichen Verschiebewegen A und B anzutreiben, lassen sich spiegelbildliche, symmetrische oder auch unsymmetrische

Zusatzschusseffekte oder ganze Gewebestrukturen erzielen, wie sie beispielhaft in den Figuren 9.1 . bis 9.4 dargestellt sind. Bezugszeichen

0 Gewebe

1 Kettfäden

1 .1 Webfach, Oberfach

1 .2 Webfach, Unterfach

2 Effektfaden

3 Schussfaden

4 Fachbildeelemente

5, 5.7 Verschiebeeinrichtung

6, 6.6, 6.7 Verschiebeantrieb

7 Webblattzähne

7.1 Rietbund

8 Steuereinrichtung

9 Fachbildeantrieb

9.5 Unabhängiger Antrieb

10 Webblattlagerung

1 1 , 1 1 .2, 1 1.7 Führungsmittel

12 Schussrichtung

13 Geweberand

14 Rietlücken

15, 15.1 Anschlagbewegung

16 Fadenvorrat

17 Umlenkeinrichtung

18, 18.2 Fadenöse

19 Farbwähler

A Verschiebeweg Gruppe 5

B Verschiebeweg Gruppe 5.7

C Distanz Nadelspitze

D Distanz Webblattenden

E Distanz Bewegungsebene

F Hub Fachbildeelemente

H Hub Führungsmittel

Y Webmaschinen-Winkelgrad