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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR MECHANICAL PRETZEL PRODUCTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/125549
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for mechanical pretzel production, comprising the following characteristics: providing a pretzel-shaping and looping device (1), which is supplied with dough strand sections (8) via a supply device; detecting the central regions of the dough strand sections (8) with a shaping unit of the device (1), wherein the central region of the dough strand (8) is surrounded by a plurality of heigh-adjustable bolt-type shaping elements (2) of the shaping unit; detecting the ends (5) of the dough strand via at least one gripping unit (3) provided with grippers (4), and stretching the dough strand (8) by pulling the ends (5) of the dough strand, with the central region of the dough strand (8) being simultaneously fixed by the shaping unit; and shaping a pretzel knot via a mutual rotation of the grippers (4), wherein the shaping of the pretzel knot via the rotation of the grippers (4) is already commenced during the stretching of the dough strand (8).

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Inventors:
BERNHARDT, Udo (Ringsbühlweg 21, Iphofen, 97346, DE)
Application Number:
EP2017/051187
Publication Date:
July 27, 2017
Filing Date:
January 20, 2017
Export Citation:
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Assignee:
FRITSCH GMBH (Bahnhofstraße 27 - 31, Markt Einersheim, 97348, DE)
International Classes:
A21C3/08
Foreign References:
DE1782289A11971-08-12
DE102013103368A12014-10-09
DE10029171A12001-08-23
Attorney, Agent or Firm:
HAFNER & KOHL (Schleiermacherstr. 25, Nürnberg, 90491, DE)
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Claims:
PAT E N TAN S P R Ü C H E

Verfahren zur maschinellen Brezelherstellung, mit folgenden Merkmalen

Vorsehen einer Brezelform- und Schlingvorrichtung (1 ), der über eine Zuführeinrichtung Teigstrangabschnitte zugeführt werden;

Erfassen des Mittelbereichs der Teigstrangabschnitte mit einer Formeinheit der Vorrichtung (1 ), wobei der Mittelbereich des Teigstrangs (8) um eine Mehrzahl von höhenverlagerbaren bolzenartigen Formelementen (2) der Formeinheit herumgelegt wird;

Erfassen der Teigstrangenden (5) durch wenigstens eine mit Greifern (4) versehene Greifeinheit (3) und Dehnung des Teigstrangs (8) durch Ausübung eines Zuges auf die Teigstrangenden (5) bei gleichzeitiger Fixierung des Mittelbereiches des Teigstrangs (8) durch die Formeinheit sowie

Formung eines Brezelknotens durch eine gegenseitige Rotation der Greifer (4), dadurch gekennzeichnet, dass

die Formung des Brezelknotens durch die Rotation der Greifer (4) bereits während der Dehnung des Teigstrangs (8) eingeleitet wird, wobei bei der Einleitung der Formung des Brezelknotens die bereits unter Zug befindlichen Teigstrangenden (5) derart gekreuzt werden, dass der Überkreuzungspunkt (K) der Teigstrangenden (5) nicht oder nur unwesentlich höher liegt als die Abstehhöhe (H) der Formelemente (2) über einer Teigstrangauflage.

Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Teigstrang (8) beim nachfolgenden weiteren Schlingvorgang zur Herstellung des Brezelknotens durch die Greifer (4) im Bereich der Abstehhöhe (H) der bolzenartigen Formelemente (2) durch Reibschluss und/oder teilweisen Formschluss zwischen der Oberfläche des Teigstrangs (8) und den Formelementen (2) gehalten wird.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrzahl von bolzenartigen Formelementen (2) von dem Teigstrang (8) in einem Umschlingungsbereich von wenigstens 220° umschlungen wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Teigstrangenden (5) sowohl während einer Teigstrangdehnungsphase (P1 ) als auch während einer Teigstrangentlastungsphase (P2) gegenüber der Teigstrangauflage angehoben werden.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Teigstrangenden (5) während der Teigstrangdehnungsphase (P1 ) nur so weit angehoben werden, dass ein Teigstrangkreuzungsbereich (K) unter der Abstehhöhe (H) der bolzenartigen Formelemente (2) über der Teigstrangauflage liegt.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gemeinsame Rotationsachse der Greifer (4) beim Schlingvorgang eine Taumelbewegung ausführt.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Formelemente (2) einzeln oder in Gruppen zumindest teilweise abgesenkt und/oder unter die Ebene der Teigstrangauflage zurückgezogen werden.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Erzeugung eines Formschlusses wenigstens eines den Teigstrang (8) zumindest abschnittsweise niederhaltenden Hinterschnitts zumindest beim Kreuzen und/oder beim Schlingvorgang durch eine gekrümmte Ausbildung wenigstens eines bolzenartigen Formelements (2), wobei

der wenigstens eine den Teigstrang (8) niederhaltende Hinterschnitt durch einen Vorsprung (20) am freien Ende eines bolzenartigen Formelements (2) erzeugt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch wenigstens teilweise Rotation eines gekrümmten oder mit einem Vorsprung (20) versehenen Formelements (2) um seine Hochachse zur Freigabe des Teigstrangs (8) aus dem Hinterschnitt.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass gekrümmte bolzenartige Formelemente (2) auf einer gekrümmten Bahn zurückgezogen werden.

1 1 . Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Greifer (4) sowohl während der Dehnungsphase (P1 ) des Teigstrangs (8) unter Vergrößerung des Abstands der Greifer (4) von der Formvorrichtung als auch bei der Verkleinerung des Abstands der Greifer (4) von der Formvorrichtung während einer Teigstrangentlastungsphase (P2) angehoben werden und nur während des letzten Abschnitts (P3) der Teigstrangentlastungsphase (P2) ein Absenken der Greifer (4) zur Vereinigung der Teigstrangenden (5) mit dem Mittelbereich des Teigstrangs (8) erfolgt.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mit Greifern (4) versehene Greifeinheit (3) in der Teigstrangdehnungsphase (P1 ) in wenigstens zwei unterschiedlichen Bewegungsfreiheitsgraden relativ zu den bolzenartigen Formelementen (2) bewegt werden, wobei ein erster Bewegungsfreiheitsgrad eine lineare Bewegung der Greifeinheit (3) entlang einer linearen Bewegungsachse relativ zu den bolzenartigen Formelementen (2) ist und wenigstens ein weiterer Bewegungsfreiheitsgrad eine rotatorische Bewegung der Greifeinheit (3) um eine Rotationsachse relativ zu den bolzenartigen Formelementen (2) ist.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die bolzenartigen Formelemente (2) in wenigstens zwei Richtungen höhenverlagerbar sind, wobei die Höhenverlagerung der Formelemente (2) in Abhängigkeit der geometrischen Abmessungen, insbesondere des Durchmessers, insbesondere des Mittelbereichs, eines Teigstrangabschnitts variabel eingestellt wird, insbesondere derart, dass das freie Ende eines jeweiligen Formelements (2) wenigstens den Scheitelpunkt des, insbesondere querschnittlich betrachtet runden bzw. rundlichen, Teigstrangabschnitts (8) überragt.

14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 13 mit einer Brezelform- und Schlingvorrichtung (1 ), der über eine Zuführeinrichtung (9) Teigstrangabschnitte (8) zugeführt werden, wobei die Brezelformvorrichtung eine Formeinheit zur Erfassung des Mittelbereichs des Teigstrangs (8) aufweist, die eine Mehrzahl von höhenverlagerbaren bolzenartigen Formelementen (2) umfasst;

mit einer Greifeinheit (3) zum Erfassen der Teigstrangenden (5) mit einer Mehrzahl von Greifern (4), wobei der Abstand zwischen der Greifeinheit (3) und der Formeinheit zur Dehnung des durch die Greifer (4) erfassten Teigstranges (8) variierbar ist sowie

einer Steuereinheit zur Steuerung einer Linearbewegung entweder der Greifeinrichtung (3) und/oder der Formeinheit zur Vergrößerung und/oder Verkleinerung des Abstands zwischen der Greifeinheit (3) und der Formeinheit sowie zur Ansteuerung einer die Schlingbewegung zur Formung des Brezelknotens ausführenden Rotation der Greifer (4), dadurch gekennzeichnet, dass

durch die Steuerungsvorrichtung die Rotation der Greifer (4) bei gleichzeitiger den Teigstrang (8) dehnender Linearbewegung entweder der Formeinheit oder der Greifeinheit (3) ansteuerbar ist, wobei

die Steuerungsvorrichtung eine Vertikalverstelleinrichtung der Greifeinheit (3) derart ansteuert, dass während einer Vergrößerung des Abstands zwischen Greifeinheit (3) und Formvorrichtung der Abstand der Greifer (4) von der Teigstrangauflage nicht oder nur unwesentlich höher ist als die Abstehlänge der bolzenartigen Formelemente (2) der Formeinheit von der Teigstrangauflage.

15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der bolzenartigen Formelemente (2) zur teilweisen Umschließung eines um es herumgelegten Teigstrangabschnitts (8) wenigstens abschnittsweise gekrümmt ausgebildet ist.

16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die gekrümmten bolzenartigen Vorsprünge (20) zur Freigabe eines um sie herumgelegten Teigstrangabschnitts zumindest teilweise verdrehbar ausgebildet und gelagert sind.

Description:
Verfahren zur maschinellen Brezelherstellung

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur maschinellen Brezelherstellung mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Verfahrensanspruches 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Bei einem bekannten Verfahren (DE 100 29 171 ) sind folgende Verfahrensschritte vorgesehen:

Zunächst wird eine Brezelform- und Schlingvorrichtung vorgesehen, der über eine Zuführeinrichtung in Form eines Förderbands Teigstrangabschnitte zugeführt werden. Die Teigstrangabschnitte werden vorher vorgeformt und die Enden symmetrisch ausgerichtet und auf einer Förderbandeinrichtung der Form und Schlingvorrichtung zugefahren.

Sodann wird der Mittelbereich eines zugeführten Teigstrangabschnitts mit einer Formeinheit der Vorrichtung erfasst, wobei der Mittelbereich des Teigstrangs um eine Mehrzahl von höhenverlagerbaren bolzenartigen Elementen der Formeinheit U-förmig herumgelegt wird. Beim Stand der Technik werden die höhenverlagerbaren bolzenartigen Formelemente der Formeinheit durch Zwischenräume zwischen parallel laufenden Förderbandabschnitten hochgefahren.

Sodann werden die Teigstrangenden, die im Wesentlichen in eine Richtung weisen, durch Greifer einer Greifeinheit erfasst und der Teigstrang durch Ausübung eines Zuges auf die Teigstrangenden bei gleichzeitiger Fixierung des Mittelbereiches des jeweiligen Teigstranges durch die Formeinheit gedehnt.

Nach der Dehnung wird eine gegenseitige Rotation der Greifelemente initiiert, wodurch der Brezelknoten geformt wird.

Das bekannte Verfahren ist insofern nicht optimiert, als der Dehnungsvorgang und der Schlingvorgang zur Formung des Knotens zeitlich nacheinander ablaufen, was das Verfahren verzögert.

Darüber hinaus wird beim Stand der Technik der Schlingvorgang erst gestartet, wenn die Teigstrangenden bereits wieder in Richtung des Mittelpunkts zurückgeführt werden. Dabei werden die Teigstrangenden relativ stark gegenüber dem Mittelbereich des Teigstranges angehoben, wodurch die Gefahr besteht, dass der Mittelbereich des Teigstranges über die oberen Enden der bolzenartigen Formelemente der Formeinheit gleitet. Beim Stand der Technik müssen deswegen den Teigstrang niederhaltende Führungen vorgesehen werden, die zangenartig den Teigstrang zwischen dem Mittelbereich des Stranges und dem den Knoten bildenden Bereich umgreifen und damit vermeiden, dass der Mittelbereich des Teigstranges beim Schlingvorgang von den Formelementen nach oben abgezogen wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruchs 1 derart auszubilden, dass das Verfahren mit technisch reduziertem maschinellen Aufwand sowie höherer Taktzahl durchgeführt werden kann. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Formung des Brezelknoten durch gegenseitige Rotation der Greifelemente bereits während der Dehnung oder Dehnphase des Teigstranges eingeleitet wird.

Die Formung des Brezelknotens während des Dehnungsvorganges des Teigstranges wirkt sich in mehrerlei Hinsicht positiv auf den Herstellungsprozess aus. Zum ersten führt die Formung des Brezelknotens während des Dehnungsprozesses dazu, dass sich der Mittelbereich des Teigstranges besonders innig um die bolzenartigen Formelemente herumlegt und deswegen ein Abrutschen nach oben in der Regel verhindert werden kann. Eine erste Rotation, beispielsweise um 180°, der Greifer führt dazu, dass das sich bildende Auge des Brezelstranges i. W. geschlossen wird und die Oberfläche des Teigstrangs in besonders innigem Kontakt mit den bolzenartigen Vorsprüngen ist. Die Dehnung des Teigstrangs durch Zug an den Teigstrangenden bei gleichzeitiger Teilformung des Knotens bis zu einem relativen Umkehrpunkt des Greiferpaars gegenüber dem Mittelbereich des Teigstrangs erfolgt derart, dass der Überkreuzungspunkt der Teigstränge nicht oder nur unwesentlich höher angehoben wird als die Abstehhöhe der Formelemente über einer Teigstrangauflage, beispielsweise einem Förderband. Beim nachfolgenden weiteren Schlingvorgang zur Herstellung des Brezelknotens durch die Greifeinrichtung wird dafür gesorgt, dass durch Reibschluss oder teilweisen Formschluss zwischen der Oberfläche des Teigstrangs und dem Formelement der Teigstrang nicht nach oben rutscht. Dadurch kann auf eine greifer- oder zangenartige Niederhaltevorrichtungen verzichtet werden, was den Vorgang weiter beschleunigt und die Herstellungsapparatur vereinfacht.

Sofern bei der Einleitung der Formung des Brezelknotens die bereits unter Zug befindlichen Teigstrangenden derart gekreuzt werden, dass der Überkreuzungspunkt der Teigstrangenden nicht oder nur unwesentlich, d. h. typischerweise in einem Bereich zwischen 0,5 und 10 mm, höher liegt als die Abstehhöhe der Formelemente über der Teigstrangauflage, ist zweckmäßig vorgesehen, dass der Mittelbereich des Teigstrangabschnitts die Abstehhöhe der Formelemente über der Teigstrangauflage nicht überragt. Derart ist eine Sicherung des Teigstrangs bzw. des Teigstrangmittelbereichs möglich, welche die Gefahr eines unkontrollierten Bewegens des Teigstrangs während der Formung des Brezelknotens verhindert.

Die Teigstrangenden werden sowohl während der Teigstrangdehnungsphase, d. h. einer relativen Wegbewegung der Greifer vom Teigstrangmittelpunkt bis zu einem Umkehrpunkt, und auch nachfolgend während einer Teigstrangentlastungsphase gegenüber der Teigstrangauflage angehoben. Dieses Anheben muss nicht notwendigerweise kontinuierlich durchgeführt werden, es kann auch stufenweise erfolgen, jedenfalls ist sowohl der Dehnungs- als auch der Entlastungsprozess des Teigstrangs mit einem Anheben der Teigstrangenden durch die Greifer verbunden, im Gegensatz zum Stand der Technik, wo die Teigstrangenden vorrangig nur während der Dehnungsphase angehoben werden, ohne dass ein Schlingungsprozess oder eine Rotation der Greifer eingeleitet wird.

Was die Bewegung der Greifer anbelangt, so kann es vorteilhaft sein, wenn die gemeinsame Rotationsachse der beiden die Teigstrangenden haltenden Greifer beim Rotationsvorgang eine Taumelbewegung ausführt, d. h. das Über- oder Untergreifen der Teigstränge der Rotation der Greifer nur auf einen kurzen Rotationsabschnitt beschränkt ist, sodass der Rotationsvorgang relativ niedrig und flach über der Fördereinrichtung stattfinden kann. Naturgemäß müssen die sich kreuzenden oder bereits gekreuzten Teigstrangenden über den Mittelbereich der teilgeformten Breze zurückgeführt werden, um mit dem Mittelbereich vereinigt zu werden. Dazu müssen sie über die oberen Enden der bolzenartigen Formelemente der Formeinheit gehoben werden. Dazu ist es vorteilhaft, wenn die Formelemente einzeln oder in Gruppen zumindest teilweise abgesenkt und/oder unter die Ebene der Teigstrangauflage zugezogen werden. Das Zurückziehen der bolzenartigen Formelemente wird prozessgesteuert während der Überführung der Teigstrangenden in den Mittelbereich vollzogen.

Da durch die erfindungsgemäß relativ früh einsetzende Rotation der Greifer der Brezelknoten während einer relativ frühen linearen Bewegungsphase entweder während der Teigstrangdehnungsphase oder Teigstrangentlastungsphase relativ weitgehend fertig geschlungen werden kann, wird der Brezelknoten sich sehr innig verbinden, was durch die Wechselzugwirkung der rotierenden Greifer noch unterstützt wird. Der eine Greifer dehnt zunächst den Teigstrang an einem Ende und der andere Greifer entlastet zumindest geringfügig das andere Ende, sodann wird das vorher entlastete Ende noch einmal gedehnt und das erste Ende etwas entlastet, was zu einer besonders innigen Vereinigung der beiden den Brezelknoten bildenden Teigstrangabschnitte führt. Um insbesondere bei sehr hohen Taktzahlen der Vorrichtung mit Sicherheit ein Abrutschen des Teigstrangs über die oberen Enden der Formelemente zu vermeiden, kann es vorteilhaft sein, wenn die Formelemente zumindest teilweise gekrümmt sind. Dadurch wird an den Formelementen ein Formschluss erzeugt, der die Teigstränge im Bereich der Formeinheit „am Boden" hält. Der Formschluss kann dadurch aufgehoben werden, dass die bolzenartigen Formelemente entweder auf einer gekrümmten Bahn nach unten gezogen werden und dadurch den Teigstrang freigeben oder um eine Hochachse um ca. 180° rotieren, sodass ebenfalls der hakenartige Griff der bolzenartigen Elemente um den Teigstrang gelöst wird.

Zur Freigabe des Teigstrangs aus dem Hinterschnitt werden mit einem Vorsprung versehene Formelemente typischerweise wenigstens teilweise, d. h. um einen bestimmten, zur Freigabe des Teigstrangs aus dem Hinterschnitt ausreichenden, Winkelbereich, um ihre Hochachse rotiert. Gekrümmte, d. h. insbesondere sichelförmig gekrümmte, Formelemente werden zur Freigabe des Teigstrangs aus dem Hinterschnitt typischerweise entlang einer durch die Krümmung der Formelemente definierten Bewegungsbahn in eine den Teigstrang aus dem Hinterschnitt freigebende Position bewegt bzw. zurückgezogen.

Die mit Greifern versehene Greifeinheit wird in der Teigstrangdehnungsphase typischerweise in wenigstens zwei unterschiedlichen Bewegungsfreiheitsgraden relativ zu den bolzenartigen Formelementen bewegt, wobei ein erster Bewegungsfreiheitsgrad eine lineare Bewegung der Greifeinheit entlang einer linearen Bewegungsachse relativ zu den bolzenartigen Formelementen ist und wenigstens ein weiterer Bewegungsfreiheitsgrad eine rotatorische Bewegung (Drehbewegung) der Greifeinheit um eine Rotationsachse relativ zu den bolzenartigen Formelementen ist. Ein weiterer Bewegungsfreiheitsgrad kann die Anhebebewegung der Greifeinheit sein. Bei der Bewegung der Greifer handelt es sich typischerweise um eine aus Bewegungen in mehreren unterschiedlichen Bewegungsfreiheitsgraden kombinierte bzw. überlagerte Bewegung der Greifeinheit (relativ zu den Formelementen). Ein Anheben der Teigstrangenden kann entweder auf einer geradlinig verlaufenden schrägen Bahn oder auf einer nach oben oder unten gekrümmten Bahn oder stufenweise erfolgen. Das Anheben erfolgt zweckmäßig mit einem vergleichsweise flachen Winkel relativ zu der Teigstrangauflage und insbesondere geringfügig oberhalb der Abstehhöhe der Formelemente über der Teigstrangauflage. In einer auf die Teigstrangdehnungsphase folgenden Dehnungsentlastungsphase kann ein weiteres Anheben der Greifer erfolgen.

Die bolzenartigen Formelemente können in wenigstens zwei Richtungen hohenverlagerbar sein. Die Höhenverlagerung der Formelemente kann in Abhängigkeit der geometrischen Abmessungen, insbesondere des Durchmessers, insbesondere des Mittelbereichs, eines Teigstrangabschnitts variabel eingestellt werden. Die Einstellung kann derart erfolgen, dass das freie Ende eines jeweiligen Formelements wenigstens den Scheitelpunkt des, insbesondere querschnittlich betrachtet runden bzw. rundlichen, Teigstrangabschnitts, gegebenenfalls den gesamte Teigstrangabschnitt überragt. Derart ist, insbesondere auch für unterschiedliche Abmessungen aufweisende Teigstränge, eine sichere Anlage eines jeweiligen Teigstrangabschnitts an den Formelementen gewährleistet. Die Erfassung der geometrischen Abmessungen, insbesondere des Durchmessers, insbesondere des Mittelbereichs, eines Teigstrangabschnitts kann über eine geeignete Erfassungseinrichtung, d. h. z. B. eine optische Erfassungseinrichtung, insbesondere eine Kamera, erfolgen.

Die Erfindung ist anhand vorteilhafter Ausführungsbeispiele in den Zeichnungsfiguren näher erläutert, wobei sowohl Verfahrensmerkmale in den Zeichnungen als auch Vorrichtungsmerkmale der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens erläutert werden.

Die Zeichnungsfiguren zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung der Verfahrensschritte, die beim Stand der

Technik ablaufen;

Fig. 2 eine Darstellung der Verfahrensschritte gem. der Erfindung, ähnlich Fig. 1 , wobei das Anheben der Teigstrangenden und die dabei folgende Rotation der Greifer zur Einleitung des Schlingvorgangs des Brezelknotens angedeutet ist;

Fig. 3 eine schematische Detaildarstellung der bolzenartigen Formelemente mit den teigstrangübergreifenden Vorsprüngen;

Fig. 4 eine schematische Darstellung insgesamt gekrümmter Formelemente;

Fig. 5 eine schematische Draufsicht auf den Kranz der Formelemente nach einer ersten

Rotation der Greifer.

Zunächst wird gemäß Fig. 1 das Verfahren nach dem Stand der Technik beschrieben.

Das Verfahren setzt eine Brezelform und Schlingvorrichtung 1 voraus, die unter anderem eine Anordnung von bolzenartigen Formelementen 2 und eine Greifeinheit 3 umfasst, wobei die Greifeinheit 3 zwei Greifer 4 zum Erfassen der Teigstrangenden 5 aufweist. Die beiden Greifer 4 können um eine gemeinsame Drehachse 6 verdreht und insgesamt in Förderrichtung 7 relativ zu den bolzenartigen Formelementen 2 verfahren werden, um auf die Teigstrangenden 5 einen Zug auszuüben, der zu einer Dehnung des Teigstrangs 8 führt. Rechts von der durch die bolzenartigen Formelemente 2 gebildeten Formeinheit ist in Figur 1 noch ein Teigstrang 8 gezeigt, wobei der Teigstrang auf einer Zuführeinrichtung 9 in Form eines Förderbandes 10 der Vorrichtung 1 zugeführt wird.

Beim Stand der Technik werden während einer Dehnungsphase P1 , ohne einen Schlingvorgang, die Teigstränge bis zu einem Umkehrpunkt U gedehnt, und gleichzeitig auf eine Höhe h2 angehoben. Dann wird eine Dehnungsentlastungsphase P2 eingeleitet, wobei der Abstand zwischen den Greifern, die vorher bis zum Umkehrpunkt U verfahren wurden zu den Formelementen 2 verringert wird. Es kommt dabei auf den relativen Abstand an, wobei sowohl die Greifeinheit 3 als auch die Formeinheit gebildet durch die bolzenartigen Formelemente 2, verfahren werden können.

Während der Dehnungsphase P1 erfolgt beim Stand der Technik damit lediglich ein Anheben der Teigstrangenden 5, bis beim Umkehrpunkt die Höhe h2 erreicht ist. Dann wird während einer Entlastungs- und Schlingphase die Greifeinheit 3 in Richtung der Formeinheit zurückgefahren und der Schlingvorgang durchgeführt, dann werden während oder Phase P3 die Teigstrangenden 5 auf den Strangmittelbereich abgesenkt und dort eingedrückt.

Während der Schlingphase und Dehnungs-Entlastungsphase P2 wird die Höhe h2 im Wesentlichen beibehalten. Die Höhe h2 ist so bemessen, dass das Greiferpaar die Teigstrangenden 5 ohne Probleme über die oberen Enden der hochgefahrenen bolzenartigen Formelemente 2 heben kann, ohne dass der durchhängende Teigstrang 8 an den Formelementen 2 hängen bleibt.

Da außerdem das Anheben der Teigstrangenden 5 während der Dehnungsphase P1 in einem relativ steilen Winkel erfolgt, ist zu befürchten, dass der Teigstrang 8 nach oben von den bolzenartigen Formelementen 2 rutscht, was zu einem Abbruch des Schlingverfahrens führen würde. Aus diesem Grunde wird zu Beginn der Teigstrangdehnungsphase P1 eine Niederhaltevorrichtung 1 1 nach Art einer Greifeinheit um die beiden sich zusammenlegenden Teigstränge der Teigstrangenden 5 herumgefahren, die ggf. mit der Greifeinheit 3 mitverfahren wird. Diese hält den sich dehnenden Teigstrang 8 im Bereich der Form- und Schlingvorrichtung 1 so weit unten über der Förderbandeinrichtung, dass ein Abrutschen des Teigstrangs 8 über die Oberkante der bolzenartigen Formelemente 2 mit Sicherheit vermieden wird. Durch diese Niederhalteeinheit 1 1 wird die Taktzahl der Vorrichtung reduziert und der maschinelle Aufbau verkompliziert.

Nachfolgend wird auf Figur 2 Bezug genommen. In Zeichnungsfigur 2 tragen identische Elemente oder Phasen identische Bezugszeichen wie in Figur 1 .

Zunächst ist zu sehen, dass während der Teigstrangdehnungsphase P1 die Teigstrangenden 5 durch die Greifer 4 der Greifeinheit 3 in einem deutlich kleineren Winkel φ von der Förderbandeinrichtung abgehoben werden als beim Stand der Technik. Beim Umkehrpunkt U wird lediglich eine Höhe h1 erreicht, die deutlich unter der endgültigen Anhebehöhe h2 liegt, die ausreichend ist, um die sich gekreuzten Teigstrangenden 5 über die oberen Enden der hohenverlagerbaren bolzenartigen Formelemente 2 der Formeinheit zu heben. Das Anheben der Teigstrangenden 5 während der ersten Phase P1 kann entweder auf einer geraden Bahn oder auf einer nach oben oder unten gekrümmten Bahn oder stufenweise erfolgen, jedenfalls insgesamt mit einem flacheren Winkel und lediglich bis zu einer geringeren Höhe h1 , weil nach dem Umkehrpunkt U, d. h. in der Dehnungsentlastungsphase P2 ein weiteres Anheben der Greifer 4 erfolgt. Insgesamt ist das Anheben damit i. W. auf zwei Phasen verteilt, was den gesamten Vorgang beruhigt. Außerdem ist zu sehen, dass die Greifeinheit 3 mit den Greifern 4 bereits in der Teigdehnungsphase P1 eine Rotation startet, um die Teigstrangenden 5 zumindest teilweise zu überkreuzen. Auch während der Dehnungsentlastungsphase P2 bei weiterem Anheben der Teigstrangenden 5 wird die Greifeinheit 3 weiter rotieren, um eine endgültige Fertigstellung des Brezelknotens durchzuführen.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass auch während einer Absenkphase P3 die Greifeinheit 3 noch rotiert, es kann aber auch so sein, dass der Brezelknoten bereits zum Ende der Dehnungsentlastungsphase P2, d. h. am Scheitelpunkt S der oberen Bewegungskurve bereits fertig geschlungen ist.

Bei der Einleitung der Formung des Brezelknotens werden die bereits unter Zug befindlichen Teigstrangenden 5 derart gekreuzt, dass der Überkreuzungspunkt K nicht oder nur unwesentlich höher liegt als die Abstehhöhe H der Formelemente 2 über der Teigstrangauflage in Form des Förderbandes 10.

Der Teigstrang 8 wird beim nachfolgenden weiteren Schlingvorgang zur Herstellung des Brezelknotens durch die Greifeinrichtung 3 im Bereich der Abstehhöhe H der bolzenartigen Formelemente 2 durch Reibschluss oder teilweisen Formschluss zwischen der Oberfläche des Teigstrangs 8 und den Formelementen 2 gehalten. Die Mehrzahl von bolzenartigen Formelementen 2 wird von dem Teigstrang 8 in einem Umschlingungsbereich von wenigstens 220° umschlungen, was sich am besten aus der Draufsicht gemäß Fig. 5 ergibt. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine vollständige Umschlingung einen Umschlingungsbereich von 360° einnimmt und eine U-förmige Halbumschlingung einen Umschlingungsbereich von 180°. Vorteilhaft ist ein Umschlingungsbereich von wenigstens 220°.

Um den Abstand zwischen den Greifelementen 4 und der Teigstrangauflage, nämlich dem Förderband 10 möglichst gering zu halten, kann es vorteilhaft sein, wenn die gemeinsame Rotationsachse der Greifer 4 beim Schlingvorgang eine Taumelbewegung„T" ausführt, die in Fig. 2 in Phase P1 angedeutet ist.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Formelemente 2 einzeln oder in Gruppen zumindest teilweise unter die Ebene der Teigstrangauflage zurückgezogen werden. Dies erleichtert den Überhebeprozess des Teigstrangs 8 in den Mittelbereich des Auges des Teigstrangs 8. Das Zurückziehen der bolzenartigen Formelemente 2 kann prozessgesteuert während der Überführung der Teigstrangenden 5 in den Mittelbereich der Formeinheit erfolgen.

In Zeichnungsfiguren 3 und 4 sind unterschiedliche Möglichkeiten gezeigt, um ein Niederhalten des Teigstrangs 8 im Bereich der Formelemente 2 insbesondere bei hohen Taktzahlen zu gewährleisten. Gemäß Fig. 3 haben die Formelemente 2 an ihren oberen Enden hakenartige Vorsprünge 20, die, wenn sie bezogen auf den Kranz der Formelemente 2, nach außen stehend ausgerichtet sind, den herumgelegten Teigstrang 8 übergreifen, so wie dies in Figur 5 angedeutet ist.

Zur Freigabe des Teigstrangs 8 sind die bolzenartigen Formelemente 2 um ihre Hochachse rotierbar gelagert, sobald die hakenartigen Vorsprünge 20 nach innen gedreht sind und damit die Stellung 20' in Figur 5 erreicht haben, ist der herumgelegte Teigstrang 8 freigegeben. Darüber hinaus können die bolzenartigen Formelemente 2 dann in eine abgesenkte Stellung verfahren werden, ohne den Teigstrang 8 zu beschädigen, wie dies in Figur 3c dargestellt ist.

In Figur 4 ist eine andere Art eines Formschlusses und der Auflösung dieses Formschlusses dargestellt. Die bolzenartigen Formelemente 2 sind wie gekrümmte Zähne ausgebildet, die insgesamt auf einer gekrümmten Bahn nach unten gefahren werden können, um dadurch den Formschluss über dem unten gehaltenen Teigstrang 8 aufzulösen. BEZUGSZE ICH EN LISTE Brezelform- und Schlingvorrichtung

Formelement

Greifeinheit

Greifer

Teigstrangende

Drehachse

Förderrichtung

Teigstrang

Zuführeinrichtung

10 Förderband

11 Niederhaltevorrichtung

20 Vorsprünge

20' Stellung

P1 Teigstrangdehnungsphase

P2 Teigstrangentlastungsphase

P3 Absenkphase

H Abstehhöhe

h1 Höhe

h2 Anhebehöhe

K Überkreuzungspunkt

U Umkehrpunkt

T Taumelbewegung