DANNER, Jasper (Maistrasse 50, München, 80337, DE)
SCHNEIDER, Florian (Frühlingsstrasse 52, Eichenau, 82223, DE)
BERG, Karsten (Klosterholzweg 7, Starnberg, 82319, DE)
DANNER, Jasper (Maistrasse 50, München, 80337, DE)
SCHNEIDER, Florian (Frühlingsstrasse 52, Eichenau, 82223, DE)
| Patentansprüche Verfahren zur Überwachung des Kältemittelfüllgrades einer Klimaanlage, insbesondere einer Fahrzeugklimaanlage, mit folgenden Schritten: Ermitteln des Lastzustands der Klimaanlage, Ermitteln einer momentanen Temperaturgröße und einer momentanen Druckgröße des Kältemittelkreislaufs, Überprüfen, ob die Temperaturgröße und die Druckgröße außerhalb eines vorgegebenen, dem momentanen Lastzustand zugeordneten Temperatur-/Druckbereichs liegt und Erzeugen einer Fehlermeldung, wenn dies der Fall ist. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der momentanen Druckgröße um den Druck des Kältemittels auf einer Hochdruckseite eines Verdichters der Klimaanlage handelt. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die momentane Druckgröße mittels eines auf der Hochdruckseite des Verdichters angeordneten Drucksensors gemessen wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der momentanen Temperaturgröße um die Temperatur des Kältemittels auf der Hochdruckseite des Verdichters oder auf der Niederdruckseite des Verdichters oder im Verdichter handelt oder um die Temperatur einer Elektronikplatine oder eines bestimmten Halbleiterbauelements des Verdichters. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Lastzustand mitteis eines vorgegebenen Algorithmus ermittelt wird, in den ein oder mehrere der folgenden Eingangsparameter eingehen: Lufttemperatur der Umgebung, und/oder Betriebsart der Klimaanlage, insbesondere, ob Frischluft- oder Umluftbetrieb eingestellt ist, und/oder aktuell eingestellte Gebläseleistung eines Gebläses eines Klimageräts der Klimaanlage, und/oder aktuelle Gebläseleistung eines im Bereich eines Kondensators der Klimaanlage angeordneten Gebläses, und/oder aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit, und/oder ob im Falle einer Mehrverdampferklimaanlage aktuell ein oder mehrere Verdampfer aktiv sind, und/oder aktuelle Leistung bzw. aktuelle Drehzahl des Verdichters. |
Klimaanlage
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Überwachung des Kältemittelfüllgrades einer Klimaanlage gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 1.
Fahrzeugklimaanlagen sollten stets hinreichend mit Kältemittel befüllt sein. Ist der Kältemittelfüllgrad zu niedrig, so kann die maximal mögliche Kälteleistung nicht erreicht werden. Im Übrigen besteht bei zu geringem Kältemittelfüllgrad die Gefahr, dass Schmieröl des Verdichters, welches in das Kältemittel übergeht, nicht hinreichend zum Verdichter zurückgefördert wird, was im ungünstigsten Fall zu einer Schädigung des Verdichters führen kann.
Aus der Forschung sind bereits verschiedene Konzepte zur Überwachung des Kältemittelfüllgrades bekannt, die allerdings eine relativ aufwändige Sensorik benötigen. Dies ist mit hohen Kosten verbunden, insbesondere dann, wenn Sensoren an Kältekreislaufkomponenten benötigt werden, die standardmäßig nicht an den Datenbus (z.B: LIN, CAN) des Fahrzeugs angeschlossen sind. Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, mittels dem der Kältemittelfüllgrad einer Fahrzeugklimaanlage vergleichsweise einfach und kostengünstig überwacht werden kann.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Ausgangspunkt der Erfindung ist ein Verfahren zur Überwachung des Kältemittelfüllgrades einer Klimaanlage, insbesondere einer Fahrzeugklimaanlage, bei dem der "Lastzustand" der Klimaanlage sowie eine momentane "Temperaturgröße" und eine momentane "Druckgröße" des Kältemittelkreislaufs ermittelt und anschließend überprüft wird, ob die "Temperaturgröße" und die "Druckgröße" außerhalb eines vorgegebenen, dem ermittelten Lastzustand zugeordneten Temperatur-/Druckbereichs liegen, wobei eine Fehlermeldung erzeugt wird, wenn dies der Fall ist.
Der oben eingeführte Verfahrensparameter "Lastzustand" ist eine komplexe Größe, die näherungsweise durch mindestens einen, vorzugsweise durch mehrere über einen vorgegebenen Algorithmus miteinander zu verknüpfende Eingangsparameter beschreibbar ist. Eingangsparameter, welche in den Algorithmus zur Ermittlung des momentanen Lastzustands der Klimaanlage eingehen können, sind z.B.
die Umgebungslufttemperatur und/oder
die Betriebsart, in der die Klimaanlage gerade betrieben wird, worunter insbesondere verstanden wird, ob die Klimaanlage im „Frischluftmodus" (Frischluft aus der Umgebung wird dem Fahrgastraum zugeführt) oder im „Umluftmodus" ( die im Fahrgastraum befindliche Luft wird lediglich umgewälzt, ohne Frischluft zuzuführen) betrieben wird, und/oder
die aktuell eingestellte Gebläseleistung eines Gebläses eines Klimageräts der Klimaanlage, und/oder die aktuelle Gebläseleistung eines im Bereich eines Kondensators der Klimaanlage angeordneten Gebläses bzw. Lüfters, und/oder die aktuelle Fahrzeuggeschwindigkeit, und/oder
ob, im Falle einer Mehrverdampferklimaanlage, aktuell ein oder mehrere Verdampfer in Betrieb sind, und/oder
die aktuelle Leistung bzw. die aktuelle Drehzahl des Verdichters der Fahrzeugklimaanlage.
Bei der "momentanen Druckgröße" kann es sich um den Kältemitteldruck auf der Hochdruckseite des Verdichters der Klimaanlage handeln. Dieser Druck kann unmittelbar mittels eines auf der Hochdruckseite des Verdichters angeordneten Drucksensors gemessen werden.
Bei der momentanen Temperaturgröße handelt es sich vorzugsweise um die Temperatur des Kältemittels auf der Hochdruckseite des Verdichters.
Alternativ dazu könnte die momentane Temperaturgröße auch durch die auf der Niederdruckseite des Verdichters herrschende Kältemitteltemperatur oder durch eine im Verdichter gemessene Kältemitteltemperatur gebildet sein.
Alternativ dazu könnte als Temperaturgröße auch eine Temperatur einer Elektronikplatine bzw. eines bestimmten Halbleiterbauelements des Kältemittelverdichters verwendet werden.
Gemäß der Erfindung können für eine Vielzahl von Lastzuständen zulässige Temperatur-/Druckbereiche vorgegeben und in einem Speicher abrufbar gespeichert sein. Liegt der durch die momentane Temperaturgröße und die momentane Druckgröße gebildete Temperatur-/Druck-Vektor außerhalb des dem aktuellen Lastzustand zugeordneten zulässigen Temperatur- /Druckbereichs, so kann mit einer hinreichend großen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Grund in einer Unterbefüllung oder Überbefüllung des Kältemittelkreislaufs mit Kältemittel zu suchen ist. In einem derartigen Fall wird eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben und der Fahrer aufgefordert, eine Werkstatt aufzusuchen.
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, dass prinzipiell nur ein zur Ermittlung der momentanen Temperaturgröße geeigneter Temperatursensor benötigt wird. Ein Drucksensor zur Ermittlung der momentanen Druckgröße sowie Einrichtungen (Sensoren) zur Ermittlung des Lastzustands sind auch bei herkömmlichen Fahrzeugklimaanlagen bereits vorhanden, was im Ergebnis eine sehr einfache und kostengünstige Überwachung des Kältemittelfüllgrads ermöglicht.
Da der Verdichter auch bei herkömmlichen Fahrzeugklimaanlagen üblicherweise bereits über einen Datenanschluss zur Regelung des Verdichters verfügt, braucht keine zusätzliche Datenleitung vorgesehen zu werden.
Im folgenden wird das Grundprinzip der Erfindung im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt ein Diagramm, in dem auf der Abszisse der Kältemitteldruck auf der Hochdruckseite des Verdichters aufgetragen ist. Auf der Ordinate kann, wie in Fig. 1 dargestellt, die Kältemitteltemperatur am Ausgang des Verdichters (Hochdruckseite) aufgetragen sein, oder alternativ dazu, die Kältemitteltemperatur am Eintritt in den Verdichter (Niederdruckseite) oder an der sauggasgekühlten Leistungselektronik eines Fahrzeugs.
Die eingezeichneten „Temperatur-/Druck-Punkte" repräsentieren die bei einem ganz bestimmten Lastzustand auftretenden Temperatur- /Druckverhältnisse. So beschreibt beispielsweise der Punkt 1 die Temperatur und den Druck, wenn die Klimaanlage zu wenig Kältemittel enthält. Punkt 2 beschreibt die Temperatur und den Druck, wenn die Klimaanalage mit zuviel Kältemittel befüllt wurde. Der Rechteckbereich 3 beschreibt denjenigen Temperatur-/Druckbereich, der bei einem ganz bestimmten Lastzustand als „zulässig" angesehen wird. „Zulässig" bedeutet, dass der Kältemittelfüllgrad in einer akzeptablen Größenordnung liegt, d.h. weder zu niedrig noch zu hoch. Bei den Punkten 4 - 7, die alle innerhalb des„zulässigen Temperatur-/Druckbereichs" liegen, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass auch der Kältemittelfüllgrad in einer akzeptablen Größenordnung liegt. Wird bei dem vorliegenden Lastzustand hingegen ein momentaner Temperatur- /Druckpunkt ermittelt, der außerhalb des Rechteckbereichs 3 liegt, so ist von einer Unter- oder Überfüllung auszugehen. Die Überwachungselektronik gibt in einem solchen Fall eine entsprechende Fehlermeldung aus.
Wie bereits erwähnt, bezieht sich das Diagramm der Fig. 1 auf einen ganz bestimmten Lastzustand der Klimaanlage. In einem elektronischen Speicher einer Überwachungselektronik sind für eine Vielzahl von Lastzuständen bzw. für alle Lastzustände, die auftreten können, derartige„Diagramme" abgelegt, so dass in jedem Lastzustand näherungsweise anhand einer Temperaturgröße und einer Druckgröße überprüfbar abschätzbar ist, ob der Kältemittelfüllgrad in einer akzeptablen Größenordnung liegt oder nicht.
