BARBEHÖN, Kai (Grabenfleckstr. 6a, München, 81249, DE)
STAUDACHER, Bernhard (Aachener Straße 17, München, 80804, DE)
BARBEHÖN, Kai (Grabenfleckstr. 6a, München, 81249, DE)
| Patentansprüche 1 . Verfahren zum Überwachen des Betriebszustands eines Fahrzeugs (1 ), insbesondere eines Elektro- oder Hybrid-Fahrzeugs, dadurch gekennzeichnet, dass: dem Fahrzeug (1 ) eine durch einen Fahrzeugnutzer über eine Benutzerschnittstelle eingegebene Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb bereitgestellt wird; basierend auf der Spezifikation ein oder mehrere Fahrzeugparameter durch das Fahrzeug (1 ) erfasst werden und zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern an ein dem Fahrzeug (1 ) zugeordnetes und separat von diesem betreibbares Kommunikationsgerät (2) übermittelt wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Information unter Zwischenschaltung einer drahtlosen Kommunikationsschnittstelle des Fahrzeugs (1 ), insbesondere einer Mobilfunkschnittstelle, an das Kommunikationsgerät (2) übermittelt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Information von dem Fahrzeug (1 ) unter Zwischenschaltung einer drahtgebundenen Datenverbindung an einen Server (4) und von dem Server (4) unter Zwischenschaltung einer drahtlosen Kommunikationsschnittstelle, insbesondere einer Mobilfunkschnittstelle, an das Kommunikationsgerät (2) übermittelt wird. 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Information unter Zwischenschaltung eines Mobilfunknetzes, insbesondere mittels einer SMS, an das als Mobilfunkgerät ausgestaltete Kommunikationsgerät (2) übermittelt wird. 5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Fahrzeug (1 ) die Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb über eine Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug (1 ) und/oder unter Verwendung einer nicht zum Fahrzeug (1 ) gehörigen Kommunikationseinrichtung (2, 3) bereitgestellt wird, wobei die Kommunikationseinrichtung (2, 3) insbesondere das dem Fahrzeug (1 ) zugeordnete und separat von diesem betreibbare Kommunikationsgerät (2) ist, an das die zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern übermittelt wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die nicht zum Fahrzeug (1 ) gehörige Kommunikationseinrichtung (2, 3) ein Mobilfunkgerät (2) und/oder ein internetfähiger Rechner (3) ist, wobei die Benutzerschnittstelle vorzugsweise ein aufrufbares Webportal umfasst. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (1 ) ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug ist, wobei die bereitgestellte Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb eine Ladeschwelle der zum Antrieb des Fahrzeugs (1 ) verwendeten Batterie und/oder eine Fahrreichweite und/oder ein im Navigationssystem des Fahrzeugs (1 ) spezifiziertes Navigationsziel umfasst, wobei basierend auf dieser Spezifikation der Ladezustand der Batterie des Fahrzeugs (1 ) bei deren Aufladung erfasst wird und an das Kommunikationsgerät (2) eine Benachrichtigung übermittelt wird, wenn gemäß dem Ladezustand der Batterie die Ladeschwelle der Batterie erreicht ist und/oder die Fahrreichweite erreicht ist und/oder das Fahrzeug (1 ) bis zum Navigationsziel fahren kann. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (1 ) ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug ist, wobei basierend auf einer Eingabe über die Benutzerschnittstelle ferner eine Konfiguration eines vorbestimmten Ladevorgangs für die zum Antrieb des Fahrzeugs (1 ) verwendete Batterie bereitgestellt wird, wobei die Batterie basierend auf dem vorbestimmten Ladevorgang bei der Aufladung geladen wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der vorbestimmte Ladevorgang einer der folgenden Ladevorgänge ist: ein erster Ladevorgang, bei dem die bei der Aufladung der Batterie bereitgestellte elektrische Energie ausschließlich zum Aufladen der Batterie verwendet wird; ein zweiter Ladevorgang, bei dem die bei der Aufladung der Batterie bereitgestellte Energie teilweise auch zum Betrieb von einem oder mehreren elektrischen Verbrauchern im Fahrzeug (1 ) genutzt wird; ein dritter Ladevorgang, bei dem eine Aufladung der Batterie dann erfolgt, wenn die Last im zur Aufladung verwendeten Stromnetz unter einem vorbestimmten Schwellwert liegt. 10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Authentisierung des Fahrzeugnutzers durchgeführt wird, bevor eine Spezifikation betreffend den Fahrzeug betrieb über die Benutzerschnittstelle eingegeben werden kann und/oder bevor dem Fahrzeug (1 ) eine durch den Fahrzeugnutzer eingegebene Spezifikation betreffend den Fahrzeug betrieb bereitgestellt wird. 1 1. Fahrzeug, insbesondere Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug, zur Verwendung in einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend ein Mittel zum Empfang einer über eine Benutzerschnittstelle eingegebenen Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb; ein Erfassungs- und Sendemittel, welches derart ausgestaltet ist, dass es im Betrieb basierend auf der Spezifikation einen oder mehrere Fahrzeugparameter erfasst und zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern an ein dem Fahrzeug (1 ) zugeordnetes und separat von diesem betreibbares Kommunikationsgerät (2) aussendet. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überwachen des Betriebszustands eines Fahrzeugs, insbesondere eines Elektro- oder Hybrid-Fahrzeugs, sowie ein entsprechendes Fahrzeug.
Für den Nutzer eines Fahrzeugs ist es oftmals wünschenswert, dass er Zugriff auf bestimmte Betriebsparameter seines Fahrzeugs auch dann hat, wenn er sich entfernt vom Fahrzeug befindet. Insbesondere bei Elektro- bzw. Hybrid-Fahrzeugen tritt häufig der Fall ein, dass der Fahrzeugnutzer das Fahrzeug an einer Ladestation zum Aufladen der Batterie zum Antrieb des Elektromotors des Fahrzeugs anschließt und dann anderen Tätigkeiten nachgeht. Da der Ladevorgang eine längere Zeit in Anspruch nimmt, hat der Fahrzeugnutzer insbesondere das Bedürfnis, dass er auch in seiner Abwesenheit Informationen über den Ladezustand bzw. die Reichweite seines Fahrzeugs erhält.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren zum Überwachen des Betriebszustands eines Fahrzeugs zu schaffen, bei dem der Fahrzeugnutzer Informationen zu dem Fahrzeug erhält, auch wenn er sich entfernt von dem Fahrzeug befindet.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß Patentanspruch 1 bzw. das Fahrzeug gemäß Patentanspruch 1 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird dem Fahrzeug, dessen Betriebszustand zu überwachen ist, eine durch einen Fahrzeugnutzer über eine Benutzerschnittstelle eingegebene Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb bereitgestellt. Basierend auf dieser Spezifikation werden dann ein oder mehrere Fahrzeugparameter durch das Fahrzeug erfasst, wobei zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern an ein dem Fahrzeug zugeordnetes und separat von diesem betreibbaren Kommunikationsgerät übermittelt wird.
Die Erfassung von Fahrzeugparametern kann dabei je nach Anwendungsfall im Rahmen einer kontinuierlichen Überwachung der Parameter erfolgen bzw. eine einmalige Mes- sung/Ermittlung der entsprechenden Fahrzeugparameter darstellen. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass für einen Fahrzeugnutzer die Möglichkeit eines Zugriffs auf relevante Fahrzeuginformationen geschaffen wird. Das heißt, das Fahrzeug kann dem Nutzer auch in Abwesenheit, d.h. wenn sich der Nutzer nicht im oder am Fahrzeug befindet, unter Verwendung eines Kommunikationsgeräts des Nutzers Informationen zu relevanten Fahrzeugparametern übermitteln.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern unter Zwischenschaltung einer drahtlosen Kommunikationsschnittstelle des Fahrzeugs, insbesondere einer Mobilfunkschnittstelle, an das Kommunikationsgerät übermittelt. In einer weiteren Ausführungsform wird die zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern unter Zwischenschaltung einer drahtgebundenen Datenverbindung an einen Server, der insbesondere Teil eines Backend-Systems ist, und dann von dem Server unter Zwischenschaltung einer drahtlosen Kommunikationsschnittstelle, insbesondere einer Mobilfunkschnittstelle, an das Kommunikationsgerät übermittelt. Die drahtgebundene Datenverbindung kann dabei eine Datenverbindung sein, welche z.B. beim Laden der zum Antrieb verwendeten Batterie eines Elektro- oder Hybrid-Fahrzeugs zwischen dem Fahrzeug und einer Ladestation hergestellt ist. Vorzugsweise wird die zumindest eine Information unter Zwischenschaltung eines Mobilfunknetzes, insbesondere mittels einer SMS (SMS = Short Message Service), an das als Mobilfunkgerät ausgestaltete Kommunikationsgerät gesendet. Gemäß dieser Variante wird erreicht, dass der Fahrzeugnutzer unabhängig von seiner Position die relevanten Fahrzeugparameter auf seinem mitgeführten Mobilfunkgerät empfängt.
In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dem Fahrzeug die Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb über eine Mensch-Maschine- Schnittstelle im Fahrzeug und/oder unter Verwendung einer nicht zum Fahrzeug gehörigen Kommunikationsrichtung bereitgestellt. Vorzugsweise ist dabei die entfernte, nicht zum Fahrzeug gehörige Kommunikationseinrichtung das oben beschriebene, dem Fahrzeug zugeordnete und separat von diesem betreibbare Kommunikationsgerät, an das die zumindest eine Information zu dem oder den Fahrzeugparametern übermittelt wird. Es kann somit das gleiche Kommunikationsgerät sowohl zur Eingabe der Spezifikation als auch zum Empfang der darauf basierenden Information zu dem oder den Fahrzeugparametern verwendet werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die nicht zum Fahrzeug gehörige Kommunikationseinrichtung ein Mobilfunkgerät und/oder ein internetfähiger Rechner, wobei die Benutzerschnittstelle vorzugsweise ein aufrufbares Webportal umfasst. Auf diese Weise wird durch eine entsprechende Benutzerschnittstelle auf dem Display des Mobilfunkgeräts bzw. auf einem Bildschirm eines Rechners eine komfortable Eingabemöglichkeit für die Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb geschaffen.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Fahrzeug ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug und die bereitgestellte Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb umfasst eine Ladeschwelle der zum Antrieb des Fahrzeugs verwendeten Batterie und/oder eine Fahrreichweite und/oder ein im Navigationssystem des Fahrzeugs spezifiziertes Navigationsziel, wobei basierend auf der Spezifikation der Ladezustand der Batterie des Fahrzeugs bei deren Aufladung erfasst wird und an das Kommunikationsgerät eine Benachrichtigung übermittelt wird, wenn gemäß dem Ladezustand der Batterie die Ladeschwelle der Batterie erreicht ist und/oder die Fahrreichweite erreicht ist und/oder das Fahrzeug bis zum Navigationsziel fahren kann. Der Begriff der Batterie ist dabei weit zu verstehen und kann gegebenenfalls auch ein Ensemble aus einer Vielzahl von verschalteten elektrischen Speicherzellen umfassen. Die soeben beschriebene Variante der Erfindung weist besondere Vorteile auf. Insbesondere kann ein Fahrzeugnutzer basierend auf der von ihm gewünschten Fahrtstrecke rechtzeitig über einen ausreichenden Ladezustand der Batterie informiert werden, ohne dass er beim Ladevorgang anwesend sein muss. Er kann somit während des Ladevorgangs anderen Tätigkeiten nachgehen, wird jedoch rechtzeitig mittels einer entsprechenden Benachrichtigung, die beispielsweise als SMS an sein Mobilfunkgerät gesendet wird, über einen ausreichenden Ladezustand informiert, so dass er anschließend sofort zum Fahrzeug zurückkehren kann und die von ihm gewünschte Fahrtstrecke zurücklegen kann.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, in der das Fahrzeug wiederum ein Elektro- bzw. Hybrid-Fahrzeug ist, wird basierend auf einer Eingabe über die Benutzerschnittstelle ferner eine Konfiguration eines Ladevorgangs für die zum Antrieb des Fahrzeugs verwendete Batterie bereitgestellt, wobei die Batterie basierend auf dem vorbestimmten Lade- Vorgang bei der Aufladung geladen wird. Der Fahrzeugnutzer kann somit je nach seinen Bedürfnissen ferner auch die Art des Ladevorgangs festlegen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der vorbestimmte Ladevorgang einer der folgenden Ladevorgänge, wobei der Nutzer den vorbestimmten Ladevorgang vorzugsweise aus einer Mehrzahl von Ladevorgängen auswählen kann:
ein erster Ladevorgang, bei dem die bei der Aufladung der Batterie bereitgestellte elektrische Energie ausschließlich zum Aufladen der Batterie verwendet wird; ein zweiter Ladevorgang, bei dem die bei der Aufladung der Batterie bereitgestellte Energie teilweise auch zum Betrieb von einem oder mehreren elektrischen Verbrauchern im Fahrzeug genutzt wird;
ein dritter Ladevorgang, bei dem eine Aufladung der Batterie dann erfolgt, wenn die Last im zur Aufladung verwendeten Stromnetz unter dem vorbestimmten Schwellwert liegt.
Um zu verhindern, dass unbefugte Dritte Spezifikationen betreffend den Fahrzeug betrieb festlegen können, wird in einer besonders bevorzugten Ausführungsform ein Authentisie- rungsmechanismus verwendet, über den sich der berechtigte Fahrzeugnutzer authentisie- ren kann. Dabei wird eine Authentisierung des Fahrzeugnutzers durchgeführt, bevor eine Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb über die Benutzerschnittstelle eingegeben werden kann und/oder bevor dem Fahrzeug eine durch den Fahrzeugnutzer eingegebene Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb bereitgestellt wird. Das heißt, nur bei erfolgreicher Authentisierung kann eine durch den Fahrzeugnutzer festgelegte Spezifikation weiterverarbeitet werden und zur Übermittlung von Informationen an ein separates Kommunikationsgerät führen.
Neben dem oben beschriebenen Verfahren betrifft die Erfindung ferner ein Fahrzeug, insbesondere ein Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug, zur Verwendung in diesem Verfahren. Das Fahrzeug umfasst dabei ein Mittel zum Empfang einer über eine Benutzerschnittstelle eingegebenen Spezifikation betreffend den Fahrzeugbetrieb, wobei die Benutzerschnittstelle gegebenenfalls Teil des Fahrzeugs in der Form einer entsprechenden Mensch- Maschine-Schnittstelle sein kann. Ebenso kann die Benutzerschnittstelle jedoch auch entfernt vom Fahrzeug angeordnet sein, wobei in diesem Fall das Mittel zum Empfang der eingegebenen Spezifikation insbesondere durch eine drahtlose Kommunikationsschnittstelle des Fahrzeugs, z.B. eine Mobilfunkschnittstelle, gebildet wird. Das erfindungsge- mäße Fahrzeug umfasst ferner ein Erfassungs- und Sendemittel, welches derart ausgestaltet ist, dass es im Betrieb basierend auf der Spezifikation einen oder mehrere Fahrzeugparameter erfasst und zumindest eine Information zu dem oder den erfassten Fahrzeugparametern an ein dem Fahrzeug zugeordnetes und separat von diesem
betreibbares Kommunikationsgerät aussendet.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Fig. 1 detailliert beschrieben. Diese Figur zeigt in schematischer Darstellung die entfernte Überwachung des Betriebszustands eines Fahrzeugs gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Das nachfolgend beschriebene Ausführungsbeispiel betrifft die Konfiguration und Überwachung des Ladevorgangs der Batterie in einem Elektrofahrzeug 1 , wobei die Batterie zum Antrieb des Elektromotors des Fahrzeugs vorgesehen ist. In der dargestellten Ausführungsform kann ein Fahrzeugnutzer an einem PC 3 den Ladevorgang konfigurieren. Hierzu kommuniziert der PC über eine Internetverbindung mit einem Backend-Server 4. Der Betreiber des Backend-Servers ist dabei insbesondere der Fahrzeughersteller. Im Rahmen der Konfiguration wird über die Benutzerschnittstelle des PCs (d.h. dessen Bildschirm) ein Webportal aufgerufen, das von dem Backend-Server bereitgestellt wird. Die Kommunikation zwischen Server 4 und PC 3 ist in Fig. 1 durch den Doppelpfeil P1 angedeutet. Zur Konfiguration des Ladevorgangs des Fahrzeugs 1 muss sich der Fahrzeugnutzer über eine geeignete Authentisierung, insbesondere basierend auf einem Passwort bzw. entsprechenden kryptographischen Schlüsseln, an dem Webportal und damit am Server 4 anmelden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass nur der Fahrzeug nutzer sein Fahrzeug 1 entsprechend konfigurieren kann. Der Fahrzeugnutzer muss dabei nicht unbedingt der Eigentümer des Fahrzeugs sein, sondern das Fahrzeug kann gegebenenfalls auch nur temporär dem Nutzer vermietet worden sein. Gegebenenfalls kann der Fahrzeugnutzer das Fahrzeug auch im Rahmen einer verteilten Nutzung eines Parks von Elektrofahrzeugen verwenden. Auf jeden Fall werden dem Nutzer auch dann zumindest temporär geeignete Authentisierungsdaten zum Zugang für das Webportal bereitgestellt.
Nach erfolgreicher Authentisierung kann der Nutzer geeignete Ladeschwellen bzw.
Reichweiten zum Laden der Batterie des Elektrofahrzeugs einstellen. In dem Szenario der Fig. 1 ist dabei das Elektrofahrzeug 1 an eine (nicht gezeigte) Ladestation zum elektri- sehen Aufladen der Fahrzeug batterie angeschlossen und der Fahrzeugnutzer, der sich entfernt von der Ladestation befindet, möchte sicherstellen, dass er darüber informiert wird, wenn die Batterie des Fahrzeugs ausreichend für eine von ihm gewünschte Reichweite geladen ist. Der Fahrzeugnutzer kann die von ihm gewünschte Reichweite über das Webportal am Bildschirm des PCs 3 eingeben und diese Daten werden unter Zwischenschaltung des Backend-Servers 4 an das Fahrzeug 1 übermittelt, wie durch den Pfeil P2 angedeutet ist. Die Übermittlung der eingestellten Ladeschwellen erfolgt dabei insbesondere über die Zwischenschaltung einer Mobilfunkschnittstelle am Fahrzeug, vorzugsweise wird in dem Backend-Server eine entsprechende SMS generiert, welche an das Fahrzeug übermittelt wird. Die SMS wird dann unmittelbar vom Fahrzeug verarbeitet, wobei das Fahrzeug, welches sich üblicherweise beim Ladevorgang in einem Ruhezustand befindet, durch den Empfang der SMS aufgeweckt wird, so dass anschließend die Verarbeitung der SMS durchgeführt werden kann. Aufgrund der in der SMS enthaltenen Reichweite überwacht das Fahrzeug dann den Ladevorgang.
Sobald ein Ladezustand der Batterie erreicht ist, der die gewünschte Reichweite gemäß der SMS sicherstellt, wird schließlich durch das Fahrzeug über seine Mobilfunkschnittstelle eine weitere SMS ausgesendet, deren Empfänger eine Mobilfunknummer eines dem Fahrzeugnutzer zugeordneten Mobiltelefons 2 ist. Dies ist durch den Pfeil P3 in Fig. 1 angedeutet. In dem Szenario der Fig. 1 wird die SMS direkt vom Fahrzeug 1 über eine drahtlose Kommunikationsschnittstelle an das Mobiltelefon 2 übermittelt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die SMS zunächst unter Zwischenschaltung einer drahtgebundenen Datenverbindung von dem Fahrzeug 1 an den Server 4 und erst von dort über eine drahtlose Kommunikationsschnittstelle an das Mobiltelefon 2 übersendet wird. Als drahtgebundene Datenverbindung wird dabei insbesondere eine bereits vorhandene Datenverbindung genutzt, welche beim Laden der Batterie des Fahrzeugs zwischen dem Fahrzeug und der Ladestation zum Austausch von Informationen betreffend den Ladevorgang verwendet wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die SMS auch dann an das Mobiltelefon gelangt, wenn sich das Fahrzeug bei der Ladung in einem Funkloch (z.B. einer Tiefgarage) befindet. Die SMS informiert somit den Fahrer über den Zeitpunkt, an dem der Ladezustand des Fahrzeugs die gewünschte Reichweite ermöglicht. Gegebenenfalls kann dem Fahrzeugnutzer diese Information auch auf andere Weise übermittelt werden, insbesondere kann der Nutzer die Information auch an dem PC 3 empfangen, z.B. mittels einer E-Mail oder einer im oben beschriebenen Webportal angezeigten Nach- rieht. Nach Empfang der Information kann sich der Fahrzeugnutzer dann zu seinem Fahrzeug begeben, um die Fahrtstrecke im Rahmen der spezifizierten Reichweite zurückzulegen. In der hier beschriebenen Ausführungsform kann der Fahrzeugnutzer über das Webportal neben den Ladeschwellen bzw. Reichweiten auch die Ladestrategie konfigurieren. Dabei kann der Nutzer zwischen verschiedenen Ladestrategien auswählen, wobei ihm vorzugsweise die folgenden drei Ladestrategien zur Auswahl gestellt werden:
1 . Maximale Ladeleistung:
Die an der Ladestation verfügbare Leistung wird komplett zum Aufladen der Fahrzeugbatterie genutzt. Mit dieser Strategie wird die Ladeschwelle bzw. Reichweite in der minimal notwendigen Zeit erreicht.
2. Komfort:
Die verfügbare elektrische Leistung wird teilweise auch für Komfortmerkmale genutzt. Zum Beispiel kann das Fahrzeug während des Aufladens an der Ladestation je nach Witterung beheizt oder gekühlt werden, so dass der Fahrzeugnutzer bei der späteren Verwendung des Fahrzeugs ein geeignet klimatisiertes Fahrzeug vorfindet. Insbesondere wird der Fahrzeuginnenraum bei heißen Temperaturen geeignet gekühlt und bei kalten Temperaturen geeignet beheizt. Da bei dieser Strategie nicht alle elektrische Leistung in das Laden der Batterie fließt, verlängert sich die Ladezeit entsprechend.
3. Eco:
Das Fahrzeug wird bei Lastspitzen im Netz nicht geladen, sondern nur in Zeiten mit geringer Last, was einen geringen Strompreis und damit einen verbilligten Ladevorgang nach sich zieht. Die Ladezeit verlängert sich entsprechend. Vorzugsweise wird dieser Modus dann genutzt, wenn das Fahrzeug über längere Zeit, insbesondere über Nacht, an die Ladestation angeschlossen wird.
In weiteren Ausführungsformen kann der Fahrzeugnutzer alternativ bzw. zusätzlich die von ihm gewünschten Ladeschwellen bzw. Ladestrategien auch über eine andere Benutzerschnittstelle als dem Bildschirm des PCs 3 eingeben. Insbesondere besteht auch die Möglichkeit, dass die Eingabe direkt im Fahrzeug über ein entsprechendes Mensch- Maschine-Interface erfolgt. In diesem Fall gibt der Fahrzeug nutzer die Ladeschwelle bzw. Ladestrategie z.B. in das Mensch-Maschine-Interface beim Abstellen des Fahrzeugs an der Ladestation ein. Ebenso kann der Fahrzeughalter gegebenenfalls den Ladezustand bzw. die Ladestrategie auch über sein Mobiltelefon 2 eingeben, beispielsweise kann das Webportal auch über ein internetfähiges Mobiltelefon auf dessen Display abgerufen werden. Diese Variante hat den Vorteil, dass der Fahrzeugnutzer unabhängig von seinem Standort die Ladeschwelle bzw. Ladestrategie über sein mitgeführtes Mobiltelefon auch ändern kann. Eine Änderung wird dann z.B. über SMS an das Fahrzeug übermittelt, woraufhin die Ladestrategie entsprechend verändert wird bzw. die Ladeschwelle angepasst wird, bei deren Erreichen eine SMS an das Mobiltelefon des Nutzers übermittelt wird.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein Nutzer die Spezifikation des Ladevorgangs bzw. der Ladeschwelle auch offline an seinem PC vornehmen und auf einem tragbaren Datenträger, z.B. einem USB-Stick, speichern. Anschließend kann er die gespeicherte Spezifikation dann über eine entsprechende Schnittstelle von seinem tragbaren Datenträger an das Fahrzeug übermitteln. In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht gegebenenfalls auch die Möglichkeit, dass eine Ladeschwelle bzw. Reichweite durch das Fahrzeug über ein in das Navigationssystem des Fahrzeugs eingegebenes Ziel bestimmt wird und somit indirekt durch den Nutzer spezifiziert wird. Auch in diesem Fall erhält der Fahrzeugnutzer eine SMS, welche ihn darüber informiert, dass er das Navigationsziel basierend auf dem aktuell erreichten Ladezustand der Batterie mit seinem Fahrzeug erreichen kann.
Die im Vorangegangenen beschriebene Erfindung weist eine Reihe von Vorteilen auf. Insbesondere kann der Nutzer eines Elektrofahrzeugs eine Ladung der Fahrzeug batterie exakt nach den von ihm gewünschten Ladezustandsschwellen überwachen, wobei er über eine an sich bekannte Infrastruktur aus Internet, Backend-Server, Mobilfunk und entsprechender Benutzerschnittstellen die Ladezustandsschwelle einstellen kann bzw. bei Erreichen der Ladezustandsschwelle benachrichtigt werden kann. Ein Fahrzeugnutzer kann somit Pausen, in denen sein Fahrzeug an einer Ladestation geladen werden muss, optimal ausnutzen. Gegebenenfalls kann ein Nutzer bei aktuellen Ereignissen komfortabel die Ladestrategie und damit die Ladezeit seines Fahrzeugs beeinflussen.
Im Vorangegangenen wurde das erfindungsgemäße Verfahren basierend auf dem Vorgang des Aufladens einer Fahrzeugbatterie in einem Elektrofahrzeug beschrieben. Die Erfindung ist jedoch auch auf die Überwachung von anderen Fahrzeugparametern und auf andere Arten von Fahrzeugen anwendbar. Beispielsweise kann die Erfindung auch im Rahmen von verbrennungsmotorisch angetriebenen Fahrzeugen bzw. von Hybrid- Fahrzeugen genutzt werden, um beispielsweise den Tankfüllzustand des Fahrzeugs bzw. die sich daraus ergebende Restreichweite des Fahrzeugs zu überwachen bzw. abzurufen oder um weitere, als wichtig bewertete Fahrzeuginformationen vom Fahrzeug zu empfangen.
Next Patent: METHOD FOR TRANSMITTING DATA AND VEHICLE
