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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR MONITORING A PRODUCTION PROCESS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/019654
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for monitoring a production process with regard to quality, comprising at least the following steps: a) breaking down the production process into a sequence of individual steps, defined by a sequence of control commands for a production programme for carrying out the production process on a machine tool, b) generating at least one signal template per individual step of the production process from the control commands for the individual steps, each signal template corresponding to a theoretical signal curve for a parameter which may be measured on executing the production process, c) measurement of a signal curve for at least one parameter per individual step during said execution, d) comparison of the or each measured signal curve with the respective computer generated signal template, wherein a qualitatively poor production process is determined if the measured signal curve differs from the signal template by more than a given tolerance.

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Inventors:
ECKSTEIN, Martin (Fichtenstrasse 1, Puchheim, 82178, DE)
BREITKOPF, Günter (Tizianstr. 74, München, 80638, DE)
Application Number:
DE2007/001393
Publication Date:
February 21, 2008
Filing Date:
August 04, 2007
Export Citation:
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Assignee:
MTU AERO ENGINES GMBH (Dachauer Strasse 665, München, 80995, DE)
ECKSTEIN, Martin (Fichtenstrasse 1, Puchheim, 82178, DE)
BREITKOPF, Günter (Tizianstr. 74, München, 80638, DE)
International Classes:
G05B19/406; G05B19/418; G05B23/02; G05B19/406; G05B19/418; G05B23/02
Attorney, Agent or Firm:
MTU AERO ENGINES GMBH (Intellectual Property Management, Postfach 50 06 40, München, 80976, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Verfahren zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens, insbesondere eines spanenden Fertigungsverfahrens wie z. B. des Bohrens, mit zumindest den folgenden Schritten: a) Zerlegen des Fertigungsverfahrens in eine Abfolge aus Einzelschritten, die durch eine Sequenz von Steuerbefehlen eines Fertigungsprogramms, welches zur Ausführung des Fertigungsverfahrens auf einer Werkzeugmaschine auszuführen ist, definiert werden; b) Generieren mindestens einer Signalschablone je Einzelschritt des Fertigungsverfahrens, wobei jede Signalschablone aus den Steuerbefehlen der Einzelschritte generiert wird, und jede Signalschablone einem theoretischen Signalverlauf eines bei Ausführung des Fertigungsverfahrens messtechnisch erfassbaren Parameters entspricht; c) Messen eines Signalverlaufs mindestens eines Parameters je Einzelschritt während der Ausführung desselben; d) Vergleichen des oder jedes gemessenen Signalverlaufs mit der jeweiligen rechnerisch generierten Signalschablone, wobei dann, wenn der gemessene Signalverlauf um mehr als eine bestimmte Toleranz von der Signalschablone abweicht, auf ein qualitativ schlechtes Fertigungsverfahren geschlossen wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Toleranz jeder Signalschablone durch eine den theoretischen Signalverlauf einhüllende Obergrenze und Untergrenze definiert wird, wobei die Obergrenze und Untergrenze zusammen mit der Signalschablone aus den Steuerbefehlen der Einzelschritte generiert wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für solche Parameter Signalschablonen sowie vorzugsweise entsprechende Obergrenzen und Untergrenzen generiert werden, die ohne zusätzliche Sensoren an der Werkzeugmaschine erfasst werden können.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass für die Leistungsaufnahme von Motoren der Werkzeugmaschine Signalschablonen sowie vorzugsweise entsprechende Obergrenzen und Untergrenzen generiert werden.

5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalschablone jedes Einzelschritts in fertigungstechnisch relevante bzw. qualitätsrelevante Abschnitte untergliedert wird, wobei insbesondere überwacht wird, dass der gemessene Signalverlauf in diesen qualitätsrelevanten Abschnitten nicht um mehr als die bestimmte Toleranz von der Signalschablone abweicht.

6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der gemessene Signalverlauf um mehr als eine bestimmte Toleranz von der Signalschablone abweicht, das Fertigungsverfahren abgebrochen wird.

7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Bohren in die Einzelschritte Zentrierbohren, Vorbohren, Aufsenken, Fertigsenken und Entgraten untergliedert wird.

Description:

Verfahren zur überwachung eines Fertigungsverfahrens

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens .

Die Qualität von mit Hilfe eines Fertigungsverfahrens hergestellter Bauteile beeinflusst in starkem Maß die Gebrauchseigenschaften desselben. Dies gilt insbesondere für hoch beanspruchte Bauteile eines Gasturbinenflugtriebwerks. Hierbei bezieht sich die Qualität der Bauteile insbesondere auf die Maßhaltigkeit, die statische und dynamische Festigkeit sowie auf die Oberflächengüte der Bauteile. Die Qualität von hergestellten Bauteilen lässt sich zerstörungsfrei nur mit sehr großem Aufwand prüfen. Daher sind Verfahren zur überwachung eines Fertigungsverfahrens von Interesse, mit welchen auf die Qualität der hergestellten Bauteile geschlossen werden kann.

Aus der Praxis sind Verfahren zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens bekannt, bei welchen Signalverläufe von Parametern des Fertigungsverfahrens messtechnisch erfasst werden, wobei mehrere messtechnisch erfasste Signal verlaufe, die einem korrekten und damit qualitativ hochwertigen Fertigungsablauf zugeordnet werden können, statistisch ausgewertet werden, um Sollverläufe für die messtechnisch erfassbaren Signalverläufe bereitzustellen. Zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens werden dann messtechnisch erfasste Istverläufe der Signalverläufe mit den vorab ermittelten Sollverläufen für dieselben verglichen, wobei dann, wenn die Istverläufe von den Sollverläufen um mehr als ein definiertes Maß abweichen, auf ein qualitativ schlechtes Fertigungsverfahren geschlossen wird. Nach dem Stand der Technik sind zur Bereitstellung der Sollverläufe für die messtechnisch erfassbaren Signalverläufe demnach mehrere tatsächlich gemessene Signalverläufe von korrekten bzw. qualitativ guten Fertigungsabläufen erforderlich, um hieraus die Sollverläufe mit Hilfe stochastischer Auswertungen, d. h. durch Mitteilung über die Messungen, die damit signifikant sind, zu ermitteln. Sollen jedoch Bauteile in kleinen Losgrößen gefertigt werden, so ist die aus der Praxis bekannte Vorgehensweise zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens ungeeignet.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, ein Verfahren zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens zu schaffen, das auch bei kleinen Losgrößen eine überwachung ermöglicht. Dieses Problem wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst zumindest die folgenden Schritte: a) Zerlegen des Fertigungsverfahrens in eine Abfolge aus Einzelschritten, die durch eine Sequenz von Steuerbefehlen eines Fertigungsprogramms, welches zur Ausführung des Fertigungsverfahrens auf einer Werkzeugmaschine auszuführen ist, definiert werden; b) Generieren mindestens einer Signalschablone je Einzelschritt des Fertigungsverfahrens, wobei jede Signalschablone aus den Steuerbefehlen der Einzelschritte generiert wird, und wobei jede Signalschablone einem theoretischen Signalverlauf eines bei Ausführung des Fertigungsverfahrens messtechnisch erfassbaren Parameters entspricht; c) Messen eines Signalverlaufs mindestens eines Parameters je Einzelschritt während der Ausführung desselben; d) Vergleichen des oder jedes gemessenen Signalverlaufs mit der jeweiligen rechnerisch generierten Signalschablone, wobei dann, wenn der gemessene Signalverlauf um mehr als eine bestimmte Toleranz von der Signalschablone abweicht, auf ein qualitativ schlechtes Fertigungsverfahren geschlossen wird.

Im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen, das hinsichtlich seiner Qualität zu überwachende Fertigungsverfahren in eine Abfolge aus Einzelschritten zu untergliedern, wobei für jeden Einzelschritt mindestens eine Signalschablone aus den Steuerbefehlen der Einzelschritte rechnerisch generiert wird.

Die Signalschablonen geben Sollverläufe für Signalverläufe von Parametern des Fertigungsverfahrens vor, wobei es sich bei diesen Signalschablonen erfindungsgemäß um theoretisch, rechnerisch ermittelte Sollverläufe und nicht wie im Stand der Technik um aus realen Signalverläufen über statistische Auswertungen generierte Sollverläufe handelt. Dies hat den Vorteil, dass das erfindungsgemäße Verfahren auch dann zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens herangezogen werden kann, wenn Bauteile mit

relativ kleinen Losgrößen mit dem zu überwachenden Fertigungsverfahren hergestellt werden sollen.

Vorzugsweise wird die Toleranz jeder Signalschablone durch eine den theoretischen Signalverlaufeinhüllende Obergrenze und Untergrenze definiert, wobei die Obergrenze und Untergrenze zusammen mit der Signalschablone aus den Steuerbefehlen der Einzelschritte generiert wird.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden für solche Parameter Signalschablonen sowie vorzugsweise entsprechende Obergrenzen und Untergrenzen generiert, die ohne zusätzliche Sensoren an der Werkzeugmaschine erfasst werden können.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:

Fig. 1 ein Diagramm mit einer für einen Einzelschritt des Bohrens generierten Signalschablone und mit einem entsprechenden, gemessenen Signalverlauf.

Die hier vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur qualitätsrelevanten überwachung eines Fertigungsverfahrens, insbesondere eines spanenden Fertigungsverfahrens. Nachfolgend wird die Erfindung für den Fall beschrieben, dass es sich bei dem zu überwachenden Fertigungsverfahren um Bohren handelt.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird das zu überwachende Fertigungsverfahren in eine Abfolge aus Einzelschritten zerlegt bzw. untergliedert, wobei die Einzelschritte durch eine Sequenz von Steuerbefehlen eines Fertigungsprogramms definiert werden, welches zur Ausführung des Fertigungsverfahrens auf einer Werkzeugmaschine auszuführen ist. Bei diesem Fertigungsprogramm handelt es sich dabei insbesondere um ein NC- Programm. Wird als Fertigungsverfahren Bohren hinsichtlich qualitätsrelevanter Parameter überwacht, so wird das Fertigungsverfahren Bohren vorzugsweise in die Einzelschritte

Zentrierbohren, Vorbohren, Aufsenken, Fertigsenken und Entgraten untergliedert, wobei beim Entgraten zwischen einem Entgraten an der Oberseite gebohrter Löcher und einem Entgraten an der Unterseite der gebohrten Löscher unterschieden wird.

Für jeden der Einzelschritte des zu überwachenden Fertigungsverfahrens wird mindestens jeweils eine Signalschablone generiert, wobei jede Signalschablone aus den Steuerbefehlen des Fertigungsprogramms für den jeweiligen Einzelschritt, sowie aus dem jeweiligen Werkzeug, dem verwendeten Material und den Maschinenspezifika rechnerisch und damit theoretisch generiert wird, und wobei jede Signalschablone einem theoretischen Signalverlaufbzw. Sollverlauf eines bei Ausführung des Fertigungsverfahrens messtechnisch erfassbaren Parameters entspricht.

Fig. 1 zeigt für den Einzelschritt Vorbohren des Fertigungsverfahrens Bohren eine aus den Steuerbefehlen des Fertigungsprogramms bzw. NC-Programms rechnerisch generierte Signalschablone 10 bzw. einen theoretischen Signalverlauf über der Zeit t für ein messtechnisch erfassbares Drehmoment M eines Motors der Werkzeugmaschine.

Zur überwachung eines Fertigungsverfahrens werden während Ausführung der Einzelschritte desselben Signalverläufe bzw. Istverläufe messtechnisch erfasst, und zwar für die Parameter, für welche vorab die Signalschablonen rechnerisch aus den Steuerbefehlen des Fertigungsprogramms generiert wurden.

Der oder jeder gemessene Signalverlauf wird sodann mit der jeweils entsprechenden, rechnerisch generierten Signalschablone verglichen, wobei dann, wenn der gemessene Signalverlauf um mehr als eine bestimmte Toleranz von der Signalschablone abweicht, auf ein qualitativ schlechtes Fertigungsverfahren geschlossen wird.

In Fig. 1 ist neben der rechnerisch ermittelten Signalschablone 10 weiterhin ein gemessener Signalverlauf 11 für den entsprechenden Parameter der Signalschablone 10 gezeigt, nämlich für das Drehmoment M eines Motors der Werkzeugmaschine.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Toleranz jeder Signalschablone durch eine den theoretischen Signalverlauf einhüllende Obergrenze sowie Untergrenze definiert, wobei die Obergrenze und Untergrenze zusammen mit der Signalschablone aus den Steuerbefehlen der Einzelschritte rechnerisch und damit theoretisch generiert wird. In Fig. 1 sind eine die Signalschablone 10 einhüllende Obergrenze sowie Untergrenze aus Gründen einer einfacheren Darstellung nicht dargestellt.

Die Signalschablonen können für solche Parameter berechnet werden, für die separate Sensoren notwendig sind (Dehmomente, Kräfte, Wege, Schwingungsniveaus),vorzugsweise werden aber für solche Parameter des zu überwachenden Fertigungsverfahrens Signalschablonen sowie vorzugsweise Obergrenzen und Untergrenzen für die Signalschablonen generiert, die ohne zusätzliche Sensoren an der Werkzeugmaschine erfasst werden können. Bei einem solchen Parameter handelt es sich z. B. um die Leistungsaufnahme eines Motors der Werkzeugmaschine, die unmittelbar aus der Elektronik der Werkzeugmaschine gewonnen werden kann. In diesem Fall kann dann auf zusätzliche Sensoren verzichtet werden, wodurch das Verfahren besonders kostengünstig und einfach implementiert werden kann.

Die Signalschablone eines jeden Einzelschritts kann in fertigungstechnisch relevante bzw. qualitätsrelevante Abschnitte untergliedert werden, wobei dann insbesondere überwacht wird, dass der gemessene Signalverlauf in diesen qualitätsrelevanten Abschnitten um nicht mehr als eine bestimmte Toleranz von der Signalschablone abweicht.

In Fig. 1 kann die Signalschablone 10 für den Einzelschritt des Vorbohrens des Fertigungsverfahrens Bohren in z. B. die qualitätsrelevanten Abschnitte 12, 13 und 14 untergliedert werden, wobei es sich bei dem Abschnitt 12 um einen sogenannten Luftschnitt, bei dem Abschnitt 13 um das stationäre Vorbohren und bei dem Abschnitt 14 um einen Entspannzyklus handelt. Für jeden dieser Abschnitte kann eine individuelle Toleranz und damit eine individuelle Obergrenze und Untergrenze bestimmt werden.

Wie bereits erwähnt, wird dann, wenn der gemessene Signal verlauf von der rechnerisch ermittelten Signalschablone um mehr als eine bestimmte Toleranz abweicht, auf ein quali-

tativ schlechtes Fertigungsverfahren geschlossen. Vorzugsweise wird dann das Fertigungsverfahren abgebrochen.

Die rechnerisch ermittelte Signalschablone dient demzufolge als Sollsignalverlauf eines messtechnisch erfassten Parameters eines Einzelschritts des zu überwachenden Fertigungsverfahrens, wobei diese als Sollsignalverlauf dienenden Signalschablone mit einem messtechnisch erfassten Istsignalverlauf des Parameters verglichen wird.

Der Vergleich der rechnerisch ermittelten Signalschablonen mit messtechnisch erfassten Signalverläufen erfolgt vorzugsweise in Echtzeit, kann aber auch offline durchgeführt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere dann geeignet, wenn zur Messung der Signal verlaufe verwendete Sensoren ein Signal mit einem hohen Rauschanteil bereitstellen. Rechnerisch erzeugte Signalschablonen sind weniger kritisch im Hinblick aufmesstechnisch erfasste Signalverläufe mit einem hohen Rauschanteil.