SEIBERT, Eckhard (Drachenfelsstr. 12, Hagenbach, 76767, DE)
WALZ, Horst (Dennacher Str. 14, Straubenhardt, 75334, DE)
FRYE, Uwe (Kropsburgstr. 5c, Hagenbach, 76767, DE)
SEIBERT, Eckhard (Drachenfelsstr. 12, Hagenbach, 76767, DE)
WALZ, Horst (Dennacher Str. 14, Straubenhardt, 75334, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zur überwachung einer technischen Anlage (1) mit einer Mehrzahl von zur Abwicklung von Prozessschritten daten- seitig miteinander verbundenen Anlagenkomponenten (Al-A3) , bei dem bedarfsweise auf einer Anzeigeeinheit (36) jeweils eine Anzahl von Einzelmeldungen umfassende Zustandsmeldungen angezeigt werden, wobei bei der Veranlassung der Anzeige einer Zustandsmeldung ermittelt wird, welche Einzelmeldungen zu dieser Zustandsmeldung anzuzeigen sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Zustandsmeldung in Form eines Meldefensters (40, 42) zur Anzeige gebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem für die Anzeige einer spezifischen Anlagenkomponente (Al, A2, A3) oder einer Gruppe von Anlagenkomponenten (Al, A2, A3) zugeordneten Zustandsmeldung die Auswahl der für diese anzuzeigenden Einzelmeldungen abhängig von der datenseitigen Verknüpfung der je- weiligen Anlagenkomponente (Al, A2, A3) oder Gruppe von Anlagenkomponenten (Al, A2, A3) mit anderen Anlagenkomponenten (Al, A2 , A3) vorgenommen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem für die Anzeige einer Zustandsmeldung die Auswahl der für diese anzuzeigenden Einzelmeldungen abhängig von den die Anzeige der Zustandsmeldung auslösenden Betriebsbedingungen vorgenommen wird.
5. überwachungssystem (30) für eine technische Anlage (1) mit einer Mehrzahl von datenseitig miteinander verbundenen Anlagenkomponenten (Al, A2 , A3), mit einer Anzeigeeinheit (36) zur bedarfsweisen Anzeige von Zustandsmeldungen, bei dem eine zur Ausgabe der Zustandsmeldungen an die Anzeigeeinheit (36) vorgesehene Steuereinheit (34) vor der Ausgabe einer Zustandsmeldung ermittelt, welche Einzelmeldungen zu dieser Zustandsmeldung anzuzeigen sind.
6. überwachungssystem (30) nach Anspruch 5, bei dem die Anzeigeeinheit (36) zur Anzeige der jeweiligen Zustandsmeldung in Form eines Meldefensters (40, 42) ausgelegt ist.
7. überwachungssystem (30) nach Anspruch 5 oder 6, bei dem die Steuereinheit (34) die für eine Zustandsmeldung anzuzeigenden Einzelmeldungen kontextabhängig ermittelt. |
Beschreibung
Verfahren zur überwachung einer technischen Anlage und überwachungssystem zur Durchführung des Verfahrens
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur überwachung einer technischen Anlage mit einer Mehrzahl von zur Abwicklung von Prozessschritten datenseitig miteinander verbundenen Anlagenkomponenten, bei dem bedarfsweise auf einer Anzeige- einheit jeweils eine Anzahl von Einzelmeldungen umfassende Zustandsmeldungen angezeigt werden. Sie betrifft weiterhin ein überwachungssystem für eine technische Anlage mit einer Mehrzahl von datenseitig miteinander verbundenen Anlagenkomponenten, mit einer Anzeigeeinheit zur bedarfsweisen Anzeige von Zustandsmeldungen, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens .
In einer Leitwarte zur Steuerung einer technischen Anlage, insbesondere einer Kraftwerksanlage, oder in so genannten Prozessleitsystemen fallen ständig große Mengen verschiedener Messdaten an, die in ihrer Gesamtheit den Anlagen- oder Betriebszustand der technischen Anlage beschreiben. Das Bedienpersonal der Anlage steht vor der Aufgabe, die für den Betriebszustand jeweils relevanten Messdaten oder Messgrößen zu identifizieren und ihre Werte in Bezug auf den Zustand der Anlage zu verfolgen, zu analysieren und zu interpretieren. Dabei ist die Prozessführung in der Leitwarte oder im Pro- zessleitsystem üblicherweise unter Rückgriff auf geeignete Anzeigeeinheiten, insbesondere Bildschirme oder Monitore, re- alisiert, über die situations- oder bedarfsgerecht geeignete Informationen für das Bedienpersonal bereitgestellt werden.
Gerade bei der überwachung vergleichsweise komplexer technischer Anlagen, die üblicherweise eine Mehrzahl von zur Ab- wicklung von Prozessschritten datenseitig miteinander verbundene Anlagenkomponenten umfassen, werden in derartigen Pro- zessleitsystem abnormale Zustände, die beispielsweise auf Fehlfunktionen einzelner Komponenten schließen lassen oder
auch in Form von Warnmeldungen oder dergleichen einen Handlungsbedarf für das Bedienpersonal charakterisieren, in Form von entsprechenden Zustandsmeldungen auf die jeweilige Anzeigeeinheit ausgegeben, so dass die Informationen vom Bedien- personal wahrgenommen werden können. Derartige Zustandsmeldungen, die unter Rückgriff auf herkömmliche Anzeige- oder Displaytechniken üblicherweise als so genannte Meldefenster ausgegeben werden, umfassen dabei in der Regel eine Mehrzahl von Einzelmeldungen oder Einzelinformationen, die in ihrer Gesamtheit den Informationsinhalt der jeweiligen Zustandsmel- dung wiedergeben. Insbesondere bei auf spezifische Anlagenkomponenten bezogenen Zustandsmeldungen können dabei die enthaltenen Einzelinformationen oder -meidungen beispielsweise für die jeweilige Anlagenkomponente relevante Messwerte oder -parameter oder auch weitere Informationen über der jeweiligen Anlagenkomponente zugeordnete oder mit dieser datenseitig verbundene weitere Anlagenkomponenten enthalten.
üblicherweise werden die situations- oder bedarfsgerecht zur Anzeige zu bringenden Zustandsmeldungen in der Form vorkonfigurierter Meldefenster zur Anzeige gebracht, wobei der Informationsinhalt der jeweiligen Meldefenster bereits bei der Auslegung der technischen Anlage durch manuelle oder projektbezogene Zuordnung von Anlagenteilen, Parametern oder der- gleichen zur jeweiligen Zustandsmeldung bzw. zum jeweiligen Meldefenster zugewiesen wird. Der Inhalt oder Informationsgehalt der jeweiligen Zustandsmeldung oder des für diese jeweils erzeugten Meldefensters enthält somit sämtliche Meldungen der zugeordneten Meldequellen, also beispielsweise der den zugeordneten Anlagenkomponenten zugewiesenen Sensoren, Messwertaufnehmer oder dergleichen, so dass ein vergleichsweise umfassender und komplexer Informationsgehalt der jeweiligen Zustandsmeldung oder des korrespondierenden Meldefensters entsteht. Gerade im Hinblick auf die damit verbundenen üblicherweise großen Datenmengen bedingt dies, dass das Bedienpersonal zur ordnungsgemäßen Ursachenerkennung oder Diagnose eine Filterung der angezeigten Informationen vornehmen
muss, um die angebotene Informationsmenge auf ein verarbeitbares Maß zu reduzieren.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur überwachung einer technischen Anlage der oben genannten Art anzugeben, das eine besonders bedarfsgerechte und benutzerfreundliche Aufbereitung der darzustellenden Informationen bei der Erzeugung einer Zustandsmeldung ermöglicht. Des Weiteren soll ein zur Durchführung des Verfahrens besonders ge- eignetes überwachungssystem für eine technische Anlage angegeben werden.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst, indem bei der Veranlassung der Anzeige einer Zu- Standsmeldung ermittelt wird, welche Einzelmeldungen zu dieser Zustandsmeldung anzuzeigen sind.
Die Erfindung geht dabei von der überlegung aus, dass gerade im Hinblick auf die üblicherweise hohe Komplexität und Viel- falt der anlagenrelevanten Informationen eine besonders hohe Benutzer- und Bedienfreundlichkeit eines überwachungssystems erreichbar ist, indem bereits frühzeitig, also insbesondere bereits bei der Erzeugung der Zustandsmeldungen, eine geeignete Vorfilterung der darzustellenden Informationen vorgenom- men wird. Um dabei die Diagnose des Anlagenzustands und damit auch ein zielgerichtetes Handeln und Reagieren des Bedienpersonals besonders zu erleichtern, sollte die Vorfilterung der verfügbaren Informationen dabei besonders zielgerichtet und fokussiert vorgenommen werden. Dabei ist vorgesehen, dass der Inhalt oder Informationsgehalt der zu erzeugenden Zustandsmeldung nicht statisch und somit unter Rückgriff auf vorkonfigurierte Informationsstrukturen, sondern vielmehr dynamisch, also insbesondere situationsbezogen, erfolgt.
Ein besonders hoher Grad an zweckgerichteter und fokussierter Vorverarbeitung und -filterung der verfügbaren Informationen ist dabei erreichbar, indem in besonders vorteilhafter Ausgestaltung die Ermittlung der im Rahmen der jeweiligen Zu-
Standsmeldung anzuzeigenden Einzelmeldungen kontextbezogen erfolgt. Unter „kontextbezogen" ist hierbei insbesondere zu verstehen, dass der Informationsinhalt der anzuzeigenden Zu- standsmeldung und somit die auszuwählenden Einzelmeldungen abhängig vom Kontext, aus dem heraus Zustandsmeldung erzeugt werden soll, ausgewählt wird.
Dabei kann einerseits in einer vorteilhaften Ausgestaltung eine Kontext bezogene Auswahl der Einzelelemente in dem Sinne erfolgen, dass für die Anzeige einer spezifischen Anlagenkomponente oder einer Gruppe von Anlagenkomponenten zugeordneten Zustandsmeldung die Auswahl der für diese anzuzeigenden Einzelmeldungen abhängig von der datenseitigen Verknüpfung der jeweiligen Anlagenkomponente oder Gruppe von Anlagenkomponen- ten mit anderen Anlagenkomponenten vorgenommen wird. Bei der kontextbezogenen Auswahl der anzuzeigenden Einzelmeldungen wird dabei somit insbesondere die datenseitige Verknüpfung verschiedener Anlagenkomponenten miteinander und somit deren gegenseitige Beeinflussung mit berücksichtigt. Als Kontext kann dabei insbesondere auch angesehen werden, dass Meldungselemente unter Rückgriff auf Funktionspläne oder die leittechnische Struktur des Systems gemäß den in einem Prozessbild dargestellten Funktionen ausgewählt werden, wobei Prozessbilder die verfahrenstechnische Sicht auf den Prozess re- präsentieren und zur Prozessbeobachtung oder -bedienung verwendet werden können. In derartige Prozessbilder können beispielsweise auch Piktogramme integriert sein.
Des Weiteren können als Kontext in diesem Sinne auch Meldun- gen einer Automatisierungsebene wie beispielsweise der über- sichts-, der Bereichs- oder der Einzelebene aufgefasst werden, wobei die Automatisierungsebene die leittechnische Sicht der Funktionsabläufe wiedergibt. Ebenfalls als Kontext aufgefasst werden können Meldungen einer einzelnen Automatisie- rungsfunktion, dargestellt in Prozessbildern oder in einer Automatisierungsebene .
In alternativer oder zusätzlicher vorteilhafter Weiterbildung kann die Auswahl der im Rahmen einer Zustandsmeldung anzuzeigenden Einzelmeldungen auch situations- oder betriebszu- standsabhängig vorgenommen werden, wobei zweckmäßigerweise für die Anzeige einer Zustandsmeldung die Auswahl der für diese anzuzeigenden Einzelmeldungen abhängig von den die Anzeige der Zustandsmeldung auslösenden Betriebsbedingungen vorgenommen wird. Dabei kann insbesondere berücksichtigt werden, ob die Auslösung der Anzeige einer Zustandsmeldung auto- matisiert, also im Sinne einer Warnmeldung, oder manuell, also im Sinne eines vom Bedienpersonal initiierten Abrufs von Information, erfolgt. Gerade bei einer manuellen Auslösung einer Zustandsmeldung, beispielsweise durch Anklicken eines entsprechenden Symbols auf der Anzeigeeinheit durch das Be- dienpersonal, kann bei der Auswahl der Einzelmeldungen der Kontext in dem Sinne berücksichtigt werden, dass Parameter unter Randbedingungen des Kontextes, aus dem heraus angeklickt wurde, in die Auswahl der Einzelmeldungen einfließen. Der Kontext, aus dem heraus angeklickt wurde, kann dabei sei- nerseits durch ein Fenster oder eine Teileinheit davon, z. B. durch ein graphisches Objekt, insbesondere eine piktogrammartige Darstellung einer Anlagenkomponente, eines Aggregats oder eines Funktionssymbols, repräsentiert sein.
Bezüglich des überwachungssystems wird die genannte Aufgabe gelöst, indem eine zur Ausgabe der Zustandsmeldungen an die Anzeigeeinheit vorgesehene Steuereinheit vor der Ausgabe einer Zustandsmeldung ermittelt, welche Einzelmeldungen zu dieser Zustandsmeldung anzuzeigen sind.
Vorteilhafterweise ermittelt die Steuereinheit dabei die für eine Zustandsmeldung anzuzeigenden Einzelmeldungen Kontext abhängig.
In besonders zweckmäßiger Weiterbildung werden die Zustandsmeldungen dabei in Form von Meldefenstern zur Anzeige gebracht .
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch die kontextbezogene Auswahl der im Rahmen einer Zustandsmeldung anzuzeigenden Informationen oder Einzelmeldungen eine besonders ziel- und bedarfsgerechte Vor- auswahl der zur Anzeige gebrachten Einzelinformationen erreichbar ist. Dabei ist dem Bedienpersonal in der Art einer geeigneten Vor- und Aufbereitung der anzuzeigenden Informationen ein besonders erleichterter Rückschluss und Zugriff auf die besonders situationsrelevanten Informationen ermöglicht, so dass die Diagnose von Anlagenzuständen und eine geeignete Reaktion hierauf besonders erleichtert wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
FIG 1 ein Funktionsschema eines Prozesses mit zur
Durchführung eines Verfahrens zur überwachung einer technischen Anlage vorgesehenen Komponenten, und
FIG 2, 3 jeweils eine Bildschirmdarstellung einer technischen Anlage bzw. eines zugehörigen Prozesses mit mindestens einer Zustandsmeldung in Form eines Meldefensters.
Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
Der im Ausführungsbeispiel gemäß FIG 1 dargestellte Prozess- ablauf innerhalb einer Anlage 1 ist Teil eines Gesamtprozesses einer nicht näher dargestellten Kraftwerksanlage. Die Anlage 1 umfasst eine in eine Dampfleitung 2 geschaltete Pumpe Al mit vorgeschalteten Dampfventil A2 und ein in einer Abzweigleitung 4 geschaltetes Abblaseregelventil A3. Zwischen der Pumpe Al und dem Dampfventil A2 ist ein Durchflusssensor 6 vorgesehen, mit dem die pro Zeiteinheit durch die Dampfleitung 2 strömende Dampfmenge erfasst wird. Außerdem ist auf der Druckseite der Pumpe Al ein Drucksensor 8 vorgesehen. Die
Pumpe Al ist mit einem Drehzahlsensor 10 versehen. Das Dampfventil A2 sowie das Abblaseregelventil A3 weisen jeweils ein Steuer- und Meldeelement 12 bzw. 14 auf. Die Pumpe Al und das Dampfventil A2 sowie das Abblaseregelventil A3 werden im fol- genden auch als Anlagenkomponenten Al bis A3 bezeichnet.
Von den Sensoren 6, 8 und 10 erfasste Messwerte MW sowie von den Meldeelementen 12 und 14 abgegebenen Meldesignale MS werden einem Automatisierungssystem 20 zugeführt. In Automati- sierungseinheiten des Automatisierungssystems 20 werden die Messwerte MW und die Meldesignale MS zu Prozesssignalen PS vorverarbeitet. Gegebenenfalls werden Steuersignale SI an die Anlagenkomponenten Al bis A3 der Anlage 1 abgegeben. Durch die innerhalb des Automatisierungssystems 20 ablaufenden Pro- zesse wird die Kraftwerksanlage mit ihren Anlagenkomponenten Al bis A3 automatisch gesteuert und überwacht.
Die in den Automatisierungseinheiten des Automatisierungssystems 20 aus Online erfassten Messwerten MW und/oder Meldesig- nalen MS generierten Prozesssignale PS werden anschließend einem zentralen überwachungssystem 30, zum Beispiel einem leittechnischen System oder einem Prozessleitsystem, zugeführt. Das überwachungssystem 30 kann insbesondere eine geeignete Datenverarbeitungseinheit sein. Das überwachungssys- tem 30 dient dabei insbesondere in der Art eines zentralen Prozesssystems der Prozessführung und -überwachung.
Bei einem Störfall oder einem sonstigen abnormalen Zustand des überwachten Prozesses oder einer der Anlagenkomponenten Al bis A3 werden die für diesen Störfall aus Online erfassten Messwerten MW oder Meldesignale MS generierten Prozesssignale PS einer Steuereinheit 34 des überwachungssystems 30 zugeführt. Führt z.B. eine Störung in einem in die Dampfleitung 2 geschalteten (nicht dargestellt) Anlagenteil zu einer Druck- erhöhung in der Dampfleitung 2, so sinkt die Drehzahl der
Pumpe Al ab, und das Abblaseregelventil A3 öffnet. Das Automatisierungssystem 20 schließt darauf mittels eines Steuersignals SI das Dampfventil A2, so dass sich die Drehzahl der
Pumpe Al normalisiert und das Abblaseregelventil A3 wieder schließt. Nach einer darauffolgenden erneuten öffnung des Dampfventils A2 durch das Automatisierungssystem 20 erhöht sich wiederum der Druck innerhalb der Dampfleitung 2, so dass sich der Vorgang solange wiederholt, bis die Störung beseitigt ist.
Diesen Vorgang beschreibende Messwerte MW, z.B. die vom Durchflusssensor 6 erfasste Dampfmenge und der vom Drucksen- sor 8 erfasste Dampfdruck sowie die vom Drehzahlsensor 10 erfasste Pumpendrehzahl, werden dem Automatisierungssystem 20 zugeführt. Als Reaktion auf die im Automatisierungssystem 20 eintreffenden Messwerte MW werden die Steuersignale SI zum öffnen oder Schließen der Ventile A2 und A3 vom Automatisie- rungssystem 20 der Anlage 1 ausgegeben. Zur Analyse werden aus den Messwerten MW und den Steuersignalen SI Prozesssignale PS erstellt.
Zur Information des Bedienpersonals, und um gegebenenfalls ein manuelles Eingreifen in die Prozessabläufe zu ermöglichen, werden in derartigen abnormalen Situationen oder Störfällen von der Steuereinheit 34 Zustandsmeldungen erzeugt oder bereitgestellt, die auf einer zugeordneten Anzeigeeinheit 36 in Form von Meldefenstern darstellbar sind. Um dabei eine besonders situations- und bedarfsgerechte Darstellung der relevanten Informationen und somit ein besonders fokus- siertes Eingreifen des Bedienpersonals zu ermöglichen, ist bereits bei der Erzeugung der Zustandsmeldung eine geeignete Vorfilterung der verfügbaren Informationen vorgesehen. Dazu werden die zur Bildung der Zustandsmeldung zu verwendenden Informationsinhalte oder Einzelmeldungen situationsabhängig und kontextabhängig ausgewählt.
Die Zustandsmeldungen werden dabei in Form von so genannten Meldefenstern 40, 42, 44 auf die Anzeigeeinheit 36 ausgegeben, wie sie beispielsweise in den Bildschirmdarstellungen gemäß FIG 2 und 3 dargestellt sind. Unter kontextbezogener
Auswahl der zu berücksichtigenden Einzelmeldungen oder Informationen ist dabei insbesondere folgendes zu verstehen:
Meldungen der in einem Prozessbild dargestellten Funktio- nen: Prozessbilder repräsentieren die verfahrenstechnische Sicht auf den Prozess und werden zur Prozessbeobachtung und Prozessbedienung verwendet. In die Prozessbilder sind beispielsweise Piktogramme eingebaut.
- Meldungen einer Automatisierungsebene (übersichts-, Bereichs- oder Einzelebene) : die Automatisierungsebene stellt die leittechnische Sicht dar.
Meldungen einer einzelnen Automatisierungsfunktion werden dargestellt in Prozessbildern oder in einer Automatisierungsebene. Die Automatisierungsfunktion umfasst beispielsweise eine Pumpe, ein Ventil oder einen Regler.
Bei der Aufbereitung und Vorverarbeitung der Informationen kann dabei beispielsweise nunmehr die Pumpe Al in einem Piktogramm eines Prozessbildes angeklickt werden, wobei beispielsweise bei Betätigung der rechten Maustaste alle Meldungen, die die Pumpe Al betreffen, in einem zugeordneten Meldefenster erscheinen. Gleichermaßen kann für andere Konstella- tionen oder Kontexte eine entsprechende Informationszuordnung vorgesehen sein. Wird beispielsweise ein Softwarebaustein oder ein (graphisches) Objekt, das eine bestimmte Funktion im Kraftwerk repräsentiert, in der entsprechenden Sicht auf der Anzeigeeinheit 36 angeklickt, so werden auf eine derartige Bedienanforderung hin relevante Meldungen bezüglich dieses Objekts oder Bausteins angezeigt.
Die in einem Meldefenster anzuzeigenden Meldungen werden unter Ausnutzung der Informationen eines Datenmodels, welches Beziehungen von Meldequellen und Kontexten enthält, automatisch ermittelt. Das Suchkriterium ergibt sich dabei aus dem Kontext, aus dem heraus das Meldefenster geöffnet wird.
Konkret ist beispielsweise in der Bildschirmdarstellung gemäß FIG 3 innerhalb eines Basisfensters eine diagrammatische Darstellung von miteinander verknüpften Anlagenkomponenten einer technischen Großanalage mit zugeordneten Prozess- und Zu- Standsparametern enthalten. Dabei handelt es sich um einen spezifischen Ausschnitt aus einem größeren Prozessbild (verfahrenstechnische Sicht) . Die einzelnen Anlagenkomponenten sind piktogrammartig in Form von graphischen Objekten dargestellt.
Beim Auftreten von Störfällen oder von besonderen Betriebssituationen, die durch geeignete Messfühler und anlageninterne überwachungsroutinen automatisch erfasst und identifiziert werden, werden die betroffenen Komponenten oder Aggregate oder die zugehörigen Zustandsparameter in der Bildschirmdarstellung durch die Anlagensteuerung automatisch farblich hervorgehoben, etwa in der Signalfarbe rot.
Eine auf diese Weise „alarmierte" Bedienperson kann dann bei- spielsweise mit einem Mauseingabegerät oder dergleichen auf einen freien Bereich des Basisfensters klicken und durch Betätigen der rechten Maustaste das Meldefenster 42 aufrufen, in dem eine Anzahl von für den gewählten Ausschnitt des Prozessbildes, d. h. den so definierten Kontext, relevanten Sta- tusmeldungen angezeigt wird. Insbesondere kann das Meldefenster 42 in der Art einer Kurzzusammenfassung eine tabellarische Auflistung von Statusmeldungen aller auf dem Bildausschnitt des Basisfensters dargestellten Anlagenkomponenten enthalten. Die so gebündelten Einzelmeldungen können bei- spielsweise jeweils eine fortlaufende Nummer, einen Kennzeichnungscode, eine Typenbezeichnung oder Gruppenzuordnung, eine Fehlerbeschreibung, Datums- und Zeitstempel, zugehörige Parameter sowie ggf. weitere Statusinformationen beinhalten.
Die Bedienperson kann darüber hinaus auch die einzelnen Grafikobjekte, die die Anlagenkomponenten repräsentieren - insbesondere die farblich hervorgehobenen Grafikobjekte, die die gestörten oder „auffälligen" Anlagenkomponenten darstellen,
welche sich in besonderen Betriebszuständen befinden - anklicken und z. B. durch Betätigen der rechten Maustaste ein für die jeweilige Komponente spezifisches Meldefenster 44 mit (vorzugsweise ausschließlich) komponentenspezifischen Einzel- meidungen aufrufen bzw. in den Vordergrund bringen.
Da derartige kontextspezifische Meldefenster vorzugsweise erst auf eine entsprechende Bedienanforderung hin eingeblendet werden, wird die Bedienperson von einer Flut automatisch eingeblendeter „Popup"-Fenster verschont.
Der gleiche Funktionsmechanismus ist in FIG 2 für eine Bildschirmdarstellung angegeben, die eine entsprechende leitech- nische, d. h. übergeordnete bzw. zusammenfassende und abs- trakte Sicht auf die zu überwachende technische Anlage und deren Steuerungsabläufe repräsentiert. Auch hier lassen sich bei Bedarf entsprechende Meldefenster 40 aufrufen, die kontextbezogene Inhalte vermitteln.
