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Title:
METHOD FOR OBTAINING A CONSTANT JOINING MATERIAL IN AIR VORTEX SPINNING PROCESSES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2005/075721
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for starting a drawing frame (1) used for drawing a fiber bond (2). Said drawing frame (1) comprises at least one pair of forward rollers (3) and a pair of rear rollers (4) that is provided with a clamping line (5), one end (6) of a fiber bond being provided for starting the drawing frame (1). According to the invention, said end (6) of the fiber band enters the clamping line (5) of the pair of rear rollers (4) during starting of the drawing frame (1) only once the acceleration response process in the rotary speed curve of the pair of forward rollers (3) and in the rotary speed curve of the pair of rear rollers (4) has been completed.

Inventors:
Wolf, Horst (Kirchfeldhalde 6, Holzheim, 73037, DE)
Bergmann, Michael (Weiherstrasse 7/1, Deggingen Reichenbach, 73326, DE)
Straub, Oliver (Leibnizstrasse 4, Eislingen/Fils, 73054, DE)
Application Number:
PCT/CH2005/000045
Publication Date:
August 18, 2005
Filing Date:
January 28, 2005
Export Citation:
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Assignee:
MASCHINENFABRIK RIETER AG (Patente und Lizenzen, Klosterstrasse 20, Winterthur, CH-8406, CH)
Wolf, Horst (Kirchfeldhalde 6, Holzheim, 73037, DE)
Bergmann, Michael (Weiherstrasse 7/1, Deggingen Reichenbach, 73326, DE)
Straub, Oliver (Leibnizstrasse 4, Eislingen/Fils, 73054, DE)
International Classes:
D01H1/22; D01H4/42; D01H4/48; D01H1/00; D01H4/00; (IPC1-7): D01H4/48; D01H1/22; D01H4/42
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Claims:
Patentansprüche
1. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) zum Verziehen eines Fa serverbandes (2), wobei das Streckwerk (1) ein vorderes Walzenpaar (3) und ein hinteres, eine Klemmlinie (5) aufweisendes Walzenpaar (4) enthält, und wobei zur Inbetriebnahme des Streckwerkes (1) ein FaserverbandEnde (6) vorliegt, da durch gekennzeichnet, dass vor Inbetriebnahme des Streckwerkes (1), das FaserverbandEnde (6) zu der Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) in einen vorbestimmten Abstand gebracht wird, vorzugsweise beträgt dieser Abstand bis zu 6 mm, bevorzugt be trägt dieser Abstand 0.1 mm bis 5 mm, besonders bevorzugt beträgt dieser Ab stand 3 mm oder 4 mm, vorzugsweise wird das in Abstand bringen durch Zu schneiden des FaserverbandEndes (6) durchgeführt.
2. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) zum Verziehen eines Fa serverbandes (2), wobei das Streckwerk (1) ein vorderes Walzenpaar (3) und ein hinteres, eine Klemmlinie (5) aufweisendes Walzenpaar (4) enthält, und wobei zur Inbetriebnahme des Streckwerkes (1) ein FaserverbandEnde (6) vorliegt, da durch gekennzeichnet, dass bei Inbetriebnahme des Streckwerkes (1) das FaserverbandEnde (6) erst dann in die Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) eintritt, wenn im Drehzahiver lauf des vorderen Walzenpaares (3) und im Drehzahlverlauf des hinteren Wal zenpaares (4) der Einschwingungsvorgang aus der Beschleunigung beendet ist, wobei das vordere und das hintere Walzenpaar (3,4) bei Eintritt des Faserver bandEndes (6) in die Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) vorzugswei se konstante Drehzahlwerte aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass dazu vor Inbetriebnahme des Streckwerkes (1), das FaserverbandEnde (6) zu der Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) in einen vorbestimmten Ab stand gebracht wird, vorzugsweise beträgt dieser Abstand 0.1 mm bis 5 mm, be vorzugt 3 mm oder 4 mm.
4. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) zum Verziehen eines Fa serverbandes (2), wobei das Streckwerk (1) ein vorderes Walzenpaar (3) und ein hinteres, eine Klemmlinie (5) aufweisendes Walzenpaar (4) enthält, und wobei zur Inbetriebnahme des Streckwerkes (1) ein FaserverbandEnde (6) vorliegt, da durch gekennzeichnet, dass vor Inbetriebnahme des Streckwerkes (1), das FaserverbandEnde (6) zu der Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) in einen vorbestimmten Abstand gebracht wird, vorzugsweise beträgt dieser Abstand bis zu 6 mm, bevorzugt be trägt dieser Abstand 0.1 mm bis 5 mm, besonders bevorzugt beträgt dieser Ab stand 3 mm oder 4 mm, vorzugsweise wird das in Abstand bringen durch Zu schneiden des FaserverbandEndes (6) durchgeführt.
5. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss einem der voran gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Streckwerk (1) mindes tens ein weiteres Walzenpaar (7) aufweist, wobei das vordere und das hintere Walzenpaar (3,4) dabei vorzugsweise das Hauptverzugsfeld (8) des Streckwer kes (1) bilden.
6. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss einem der voran gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das hintere Walzenpaar (4) das Auslaufwalzenpaar des Streckwerkes (1) darstellt.
7. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss einem der voran gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach oder bei Inbetrieb nahme des Streckwerkes (1), ein Bereich des verzogenen Faserverbandes (2) mit einem Garnende (10) überlappt wird, vorzugsweise durchläuft das Garnende (10) dazu ebenfalls die Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4).
8. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss einem der voran gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Streckwerk (1) den ver zogenen Faserverband (11) unmittelbar an eine Spinneinheit (12) weiterleitet, welche den Faserverband (2,11) zu einem Garn (13) verspinnt, vorzugsweise sind das Streckwerk (1) und die Spinneinheit (12) Elemente einer Spinnstelle einer Textilmaschine.
9. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss Anspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass die Spinneinheit (12) den Faserverband (2,11) mit tels eines Luftspinnverfahrens zu einem Garn (13) verspinnt, vorzugsweise weist die Spinneinheit (12) dazu eine Wirbelkammer (14) und eine Spindel (15) auf.
10. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss einem der voran gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Eintritt des Faserver bandEndes (6) in die Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4), die Walzen (16) des hinteren Walzenpaares (4) eine Umfangsgeschwindigkeit von mindes tens 300 m/min aufweisen oder, dass der Faserverband (11) unmittelbar nach Verlassen der Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) eine Geschwindig keit von mindestens 300 m/min aufweist.
11. Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes (1) gemäss einem der voran gehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Eintritt des Faserver bandEndes in die Klemmlinie (5) des hinteren Walzenpaares (4) bei tieferen WalzenDrehzahlwerten als die Betriebsdrehzahlwerte stattfindet und im An schluss an den Eintritt des FaserverbandEndes (6) in die Klemmlinie (5) des hin teren Walzenpaares (4), die Walzen (3,4, 16) synchron auf ihre Betriebsdrehzahl hochfahren.
12. Steuerung (19) für ein oder mehrere Streckwerke (1) einer Textilmaschine, da durch gekennzeichnet, dass die Steuerung (19) zur Inbetriebnahme des oder der Streckwerke ein Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüchen durch führt.
13. Textilmaschine mit einer oder mehreren Steuerungen (19) gemäss Anspruch 12.
Description:
Konstante Ansetzermasse bei Vortex-Luftspinnverfahren Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerks gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruches 1 und 3, sowie eine Steuerung für Streckwerke einer Textilmaschine nach dem Oberbegriff des Patentan- spruchs 11, und eine Textilmaschine mit einer genannten Steuerung gemäss Patent- anspruch 12.

Stand der Technik Verfahren zur Inbetriebnahme von Streckwerken sind in der Textiltechnik bekannt. Die Schriften EP 121 97 37, EP 807 700, und EP 137 57 09 beschreiben derartige Ver- fahren. Die vorliegende Erfindung eignet sich aber insbesondere, wie aus den er- wähnten Schriften ersichtlich ist, für die Inbetriebnahme von Streckwerken, welche zu Luftspinnmaschinen gehören. Bei Luftspinnmaschinen wird ein Faserverband mittels einer oder mehrerer Luftströmungen zu einem Garn versponnen.

Die bekannten Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerks weisen jedoch Nachteile auf. Dies gilt insbesondere für Streckwerke, welche zu Luftspinnmaschinen gehören bzw. zu Streckwerken, die den verzogenen Faserverband an eine Spinnein- heit weiterleiten, die nach einem Luftspinnverfahren arbeiten. Nachteilig an den be- kannten Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerks ist, dass die Ansetzerquali- tät nicht immer befriedigend ist. Unter dem Ansetzer versteht man eine"Nahtstelle" innerhalb eines Garnes, an welcher das Garn zum Beispiel nach einem Produktions- unterbruch wieder"angesetzt"oder"angehängt"wurde. Üblicherweise wird ein Anset- zer dadurch hergestellt, dass an oder um ein bestehendes Garnende weitere Fasern versponnen werden. Der Ansetzer stellt einen eigentlichen Überlappungsbereich dar zwischen einem Garnende und zusätzlich daran angesponnenen neuen Fasern. Oft- mals stellt er somit eine Dickstelle dar, welche eigentlich unerwünscht ist. Idealerwei- se sollte sich ein Ansetzer oder eine Ansetzstelle nicht vom restlichen Garn unter- scheiden, dies gilt insbesondere in Bezug auf Festigkeit und Fasermasse. Im Bestre- ben, diesen Idealzustand zu erreichen, werden in den oben erwähnten Schriften ver- schiedene Möglichkeiten offenbart. Zum Beispiel kann das Faserende, an welchem

angesetzt werden soll, verjüngt werden und/oder das Streckwerk liefert im Überlap- pungsbereich weniger Fasern ab als im anschliessenden stationären Betriebszustand.

Ungeachtet dessen, besteht bei den bekannten Vorrichtungen aber noch ein weiteres Problem, welches die vorliegende Erfindung nun zu lösen beabsichtigt.

Es ist nämlich festgestellt worden, dass bei Inbetriebnahme eines Streckwerkes und somit bei Inbetriebnahme bzw. beim Beschleunigen der zugehörigen Walzenpaare ein Einschwingvorgang des Drehzahlverlaufes auf die entsprechenden Ansetzgeschwin- digkeiten stattfindet. Dieser Einschwingvorgang (Über-und Unterschwingungen), wel- cher durch das Hochfahren der Walzenpaare vom Stillstand auf deren entsprechende Ansetzgeschwindigkeit bzw.-drehzahl verursacht wird (siehe Fig. 2 und spätere Be- schreibung), verursacht beim ersten Erreichen der Ansetzdrehzahl einen nicht kon- stanten Drehzahlverlauf der Walzenpaare und somit ein nicht konstantes Drehzahl- verhältnis zwischen den Walzenpaaren eines Streckwerkes. Normalerweise beginnt der Ansetzvorgang in einem Streckwerk während der Beschleunigung der Walzenpaa- re auf eine Betriebsgeschwindigkeit oder unmittelbar nach Erreichen einer festgesetz- ten Ansetzgeschwindigkeit. Anders ausgedrückt, wurde bei der Herstellung eines An- setzers der Einschwingvorgang der Walzenpaare bei deren Beschleunigung auf die Ansetzgeschwindigkeit bisher nie berücksichtigt. Dadurch entstand bisher ein Anset- zer bei nicht konstanten Drehzahlen bzw. einem nicht konstanten Drehzahlverhältnis zwischen den beiden Walzenpaaren eines Streckwerkes, welche den Verzug verursa- chen. Durch das Über-und Unterschwingen der Walzenpaare entsteht nämlich ein ungenauer bzw. variierender Verzug im Faserverband. Wird dieser variierend verzo- gene Faserverband mit einem Garnende zusammengeführt, wodurch ein Ansetzer entsteht, so weist auch dieser Ansetzer Massenschwankungen auf. Dies hat zur Fol- ge, dass im Überlappungsbereich des Ansetzers meist eine unzulässige Dickstelle entsteht, oftmals gefolgt von einer unzulässigen Dünnstelle. Im umgekehrten Fall ent- steht eine Dünnstelle im Überlappungsbereich bzw. das Ansetzen misslingt vollstän- dig.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Inbe- triebnahme eines Streckwerks zum Verziehen eines Faserverbandes vorzusehen, mit

welchem Massenschwankungen im Ansetzer vermieden bzw. minimiert werden. Als Aufgabe kann auch angesehen werden, ein Verfahren zur Inbetriebnahme eines Streckwerkes zu schaffen, bei welchem ein Faserverband von Beginn an mit dem richtigen Verzugsverhältnis verzogen werden soll.

Diese Aufgabe bzw. diese Aufgaben werden durch die Merkmale in den unabhängi- gen Patentansprüchen 1 und 3 gelöst.

Die vorteilhafte Wirkung des erfindungsgemässen Verfahrens wird nun im Folgenden anhand der Figuren 1 und 2 erklärt.

Die Figur 1 zeigt ein typisches Streckwerk 1, an welchem das erfindungsgemässe Verfahren Anwendung finden kann. Das Streckwerk 1 weist dazu ein vorderes Wal- zenpaar 3 und ein hinteres, eine Klemmlinie 5 aufweisendes Walzenpaar 4 auf. Das Streckwerk 1 kann ein weiteres Walzenpaar 7 aufweisen. Das Streckwerk 1 dient dem Verziehen des Faserverbandes 2. Dazu drehen die Walzenpaare 3 und 4 mit unter- schiedlichen Geschwindigkeiten bzw. Umfangsgeschwindigkeiten. Das vordere Wal- zenpaar 3 und das hintere Walzenpaar 4 bilden damit das sogenannte Hauptverzugs- feld 8 des Streckwerkes 1. Zwischen den Walzenpaaren 7 und 3 kann auch ein Ver- zug stattfinden (sogenannter Vorverzug). In der Regel weist ein Streckwerk, wie es in der Figur 1 dargestellt ist, am vorderen Walzenpaar 3 Riemchen 20 auf, welche der Führung des zu verziehenden Faserverbandes 2 dienen. Das Vorhandensein der Riemchen 20 ist aber nicht erfindungswesentlich bzw. nicht unbedingt erforderlich. Im stationären Betrieb durchläuft der Faserverband 2 das Walzenpaar 7 (sofern vorhan- den) und vor allem die Walzenpaare 3 und 4. Dabei wird der Faserverband 2 verzo- gen und verlässt das Streckwerk 1 an bzw. nach der Klemmlinie 5 des hinteren Wal- zenpaares 4. Der verzogene Faserverband wird im Anschluss meist gleich weiterver- arbeitet (z. B. an einer Spinneinheit, siehe dazu die folgende Figur 4). Findet nun aus irgendwelchen Gründen ein Produktionsunterbruch statt bzw. muss das Streckwerk 1 allgemein wieder in Betrieb genommen werden, so muss der Faserverband 2 wieder in das Streckwerk 1 eingeführt oder zumindest richtig positioniert werden. Der Position des Faserverband-Endes 6 kommt daher eine besonders wichtige Rolle zu. Für die

Erfindung ist es unwesentlich, ob das Streckwerk 1 dabei das zusätzliche Walzenpaar 7 oder gar noch ein weiteres Walzenpaar aufweist. Normalerweise ist es so, dass bei einem Produktionsunterbruch die Walzenpaare des Streckwerkes 1 in einer Reihen- folge abgestellt werden, dass der Faserverband 2 an der Klemmlinie 5 abgerissen wird. Dazu wird das vordere Walzenpaar 3 vor dem hinteren Walzenpaar 4 abgestellt.

Dadurch befindet sich das Faserverband-Ende 6 unmittelbar vor der Klemmlinie 5.

Siehe dazu beispielsweise die vorher genannte EP 137 57 09.

Wird das Streckwerk 1 nun wieder in Betrieb genommen, so beginnt in der Regel zu- erst das hintere Walzenpaar 4 zu drehen, bevor das vordere Walzenpaar 3 seinerseits wieder den Betrieb aufnimmt. Es mag durchaus sein, dass der Zeitraum zwischen der Inbetriebnahme des hinteren Walzenpaares 4 und des vorderen Walzenpaares 3 gross genug ist, damit im Drehzahlverlauf des Walzenpaares 4 der Einschwingungs- vorgang aus der Beschleunigung beendet ist, bevor das vordere Walzenpaar 3 in Be- wegung gesetzt wird. Da sich das Faserband-Ende 6 aber unmittelbar vor der Klemm- linie 5 des hinteren Walzenpaares 4 befindet, findet ein Verzug des Faserverbandes 2 unmittelbar nach Inbetriebnahme des vorderen Walzenpaares 3 statt. Da das vordere Walzenpaar 3 nach dessen Inbetriebnahme noch auf die Ansetzgeschwindigkeit oder Betriebsgeschwindigkeit beschleunigen muss, findet auch hier ein Einschwingen auf die gewünschte Ansetzdrehzahl statt. Dadurch wird der unmittelbar am Faserband- Ende 6 folgende Bereich des Faserverbandes 2 schwankend verzogen und weist da- mit unerwünschte Massenschwankungen auf. Wird dieser"Anfangsbereich"des Fa- serverbandes 2 dazu verwendet, um einen Ansetzer zu erzeugen, so weist naturge- mäss auch dieser Ansetzer unerwünschte Massenschwankungen auf.

Dass diese Massenschwankungen entstehen, lässt sich auch sehr gut anhand der Figur 2 erkennen. Die Figur zeigt unter anderem den Drehzahlverlauf U4 (t) des hinte- ren Walzenpaares 4 und den Drehzahlverlauf U3 (t) des vorderen Walzenpaares 3. Zu einem Zeitpunkt t = 0 wird das hintere Walzenpaar 4 in Betrieb genommen. Dazu be- schleunigt das genannte Walzenpaar 4 während eines Zeitraumes th, 4 bis das Wal- zenpaar 4 die Ansetzdrehzahl UA, 4 (z. B. ~ 5 mm/msec) erreicht hat. Die Beschleuni- gung der Walzen ist sehr hoch, da dass Garnende 10 ansonsten unerträglich lang

gewählt werden muss. Das Hochfahren geschieht daher während weniger Millisekun- den. Da es den Walzenpaaren aus physikalischen Gründen nicht möglich ist, bei den konstanten, aber sehr hohen Beschleunigungen bei Erreichen der gewünschten Dreh- zahl abrupt die Beschleunigung abzubrechen, entsteht ein Einschwingungsvorgang während eines bestimmten Zeitraumes tEV, 4. Das gleiche gilt entsprechend auch für das vordere Walzenpaar 3 (Einschwingungsvorgang während des Zeitraumes tEv, 3).

Wie lange dieser Einschwingungsvorgang dauert und wie gross die Über-bzw. Unter- schwingungen sind, hängt von den physikalischen Eigenschaften der angetriebenen Walzenpaare, sowie von deren Antrieb, Regelung, und Steuerung ab. Durch Verwen- dung geeigneter Regelungen und Antriebe lässt sich der Zeitraum tEv auf ein Minimum reduzieren. Aufgrund der hohen Beschleunigungen der Walzenpaare aber nicht voll- ständig verhindern.

Damit bei Inbetriebnahme eines Streckwerks durch die genannten Effekte im An- fangsbereich des verzogenen Faserverbandes keine Massenschwankungen entste- hen, wird erfindungsgemäss das Faserverband-Ende (also die vorderste Spitze des Faserverbandes) erst dann der Klemmlinie des zweiten Walzenpaares zugeführt, wenn beide Walzenpaare ihre entsprechende Einschwingungsvorgänge aus der Be- schleunigung beendet haben. Dieser Zeitpunkt ist in der Figur 2 mit tEVE bezeichnet : zu diesem Zeitpunkt haben beide Walzenpaare eine konstante Ansetzdrehzahl er- reicht (wie in der Figur dargestellt) oder sie haben zumindest den Einschwingungsvor- gang beendet. Erfindungsgemäss wird nun frühestens zum Zeitpunkt tEvE mit dem Verziehen des Faserverbandes wieder begonnen oder anders ausgedrückt, frühes- tens zum Zeitpunkt tEVE darf das Faserverband-Ende in die Klemmlinie des hinteren zweiten Walzenpaares eintreten und damit verzogen werden. Beinhaltet die Inbetrieb- nahme des Streckwerks nebst diesem abgestimmten Verzug auch einen Ansetzvor- gang mit einem Garnende, so darf der Zeitpunkt für den Beginn des Ansetzvorganges tK nicht vor dem Zeitpunkt tEVE liegen. Der Zeitpunkt tEVE ist somit der früheste Zeit- punkt, um mit dem Ansetzvorgang zu beginnen. Wird ein Ansetzvorgang durchgeführt, so dauert dieser ein paar wenige Millisekunden (siehe Zeitraum tAE, z. B.-8 msec) und ist zu einem Zeitpunkt tE abgeschlossen. Mit dem Abschluss des Ansetzvorgan- ges zum Zeitpunkt tE ist das Streckwerk wieder stationär betreibbar. Vorzugsweise

findet der Ansetzvorgang bei einer konstanten Ansetzdrehzahl UA, 4 bzw. UA, 3 statt, wobei nach erfolgtem Ansetzen beide Walzenpaare synchron und langsamer, d. h. ohne Überschwinger, auf ihre jeweilige Betriebsdrehzahl UB, 3 und UB, 4 hochfahren können. Es ist aber durchaus denkbar, dass das Ansetzen quasi bei Betriebsdrehzahl erfolgt, sodass die Ansetzdrehzahlen UA, 3 und UA, 4 bereits die Betriebszahlen für den stationären Betrieb des Streckwerkes darstellen. Das synchrone Hochfahren der Wal- zen auf eine von der Ansetzdrehzahl unterschiedliche Betriebsdrehzahl ist in der Figur 2 gestrichelt dargestellt.

Für das erfindungsgemässe Verfahren gibt es verschiedene vorteilhafte Ausgestal- tungen und Ausführungsformen, welche in den abhängigen Ansprüchen zu finden sind.

Im Folgenden wird die Erfindung und der Erfindungsgedanke bzw. ihre Wirkungsweise anhand von weiteren Figuren erläutert. Es soll aber ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sich die Erfindung bzw. der Erfindungsgedanke nicht auf die in den Fi- guren und Beispielen gezeigten Ausführungsformen beschränkt.

Die Figur 3 zeigt ein Streckwerk an dem ein Ansetzvorgang durchgeführt werden soll, wobei dabei für deren Inbetriebnahme das erfindungsgemässe Verfahren Anwendung findet. Zur Durchführung des Ansetzvorganges wird zuerst ein bestehendes Garnende 10 entgegen der eigentlichen Spinnrichtung durch die Spinneinheit 12 gezogen, wel- che nach dem Streckwerk angeordnet ist. Das Garnende 10 wird ebenfalls durch die Klemmlinie 5 des hinteren Walzenpaares 4 geführt und-auf eine bestimmte Länge abgelängt-für die Inbetriebnahme entsprechend positioniert. Bei Inbetriebnahme des Streckwerkes beginnt wie in der Figur 2 dargestellt, zuerst das hintere Walzenpaar 4 zu rotieren. Erst anschliessend wird das vordere Walzenpaar 3 in Betrieb genommen.

Möglicherweise werden auch beide Walzenpaare gleichzeitig in Betrieb genommen (entspricht einer möglichen Variante des erfindungsgemässen Verfahrens). Vor Inbe- triebnahme des Streckwerkes wird jedoch das Faserband-Ende 6 wie dargestellt in einem bestimmten Abstand zur Klemmlinie 5 des hinteren Walzenpaares 4 gebracht.

Dieser Abstand ist mindestens so gross, dass wenn das Faserband-Ende 6 die

Klemmlinie 5 erreicht, beide Walzenpaare 3 und 4 im Drehzahlverlauf den Einschwin- gungsvorgang aus der Beschleunigung beendet haben. Wird wie weiter vorne be- schrieben angesetzt, so überlappen sich Teile des Garnendes 10 und des vorderen Bereiches des dargestellten Faserverbandes 2. Dieser Überlappungsbereich wird in der nachfolgenden Spinneinheit 12 zum eigentlichen Ansetzer versponnen.

Die Figur 4 zeigt ein Streckwerk, welches mit dem erfindungsgemässen Verfahren in Betrieb genommen wurde und deren nachfolgende Spinneinheit 12. Die Figur zeigt das Streckwerk 1 und die Spinneinheit 12 in stationärem Betriebszustand. Die einzel- nen Elemente entsprechen den vorangehenden Figuren und sind mit entsprechend gleichen Bezugszeichen versehen. Die Walzen 16 des hinteren Walzenpaares 4 lie- fern den verzogenen Faserverband 11 der Spinneinheit 12. Die Spinneinheit 12 kann den verzogenen Faserverband 11 nach verschiedenen Spinnverfahren verspinnen. In dieser Figur ist eine Spinneinheit 12 dargestellt, welche nach einem Luftspinnverfah- ren arbeitet (sogenanntes Vortex-Luftspinnverfahren). Die Spinneinheit 12 weist dazu eine Wirbelkammer 14 und eine darin enthaltene Spindel 15 auf. Bei der Spindel 15 handelt es sich genau genommen um eine vorzugsweise sich nicht drehende Spinn- düse. In der Wirbelkammer 14 wird durch Düsen eine Luftwirbelströmung erzeugt, welche ein Verspinnen der Fasern des verzogenen Faserverbandes 11 an der Mün- dung der Spindel 15 verursacht. Das dadurch hergestellte Garn 13 wird entsprechend abgezogen und auf eine Aufspulvorrichtung aufgespult (nicht gezeigt). Wie man der Figur entnehmen kann, weist das Streckwerk 1 auch das Walzenpaar 7 auf, welches mit dem Walzenpaar 3 ein Vorverzugsfeld 9 bildet. Es soll explizit nochmals darauf hingewiesen werden, dass das erfindungsgemässe Verfahren für die Inbetriebnahme eines Streckwerkes nicht auf ein bestimmtes Spinnverfahren, wie das hier gezeigte Luftspinnverfahren, eingeschränkt ist, noch auf das Vorhandensein des weiteren Wal- zenpaares 7.

Die Figur 5 zeigt eine erfindungsgemässe Steuerung 19, welche nach dem erfin- dungsgemässen Verfahren das Streckwerk 1 in Betrieb nimmt. Dazu weist das hintere Walzenpaar 4 einen eigenen Antrieb 18 auf, ebenso das vordere Walzenpaar 3, wel- ches den Antrieb 17 aufweist. Besteht das Streckwerk 1 wie hier dargestellt noch aus

einem weiteren Walzenpaar 7, welches mit dem Walzenpaar 3 ein Vorverzugsfeld bildet, so kann auch das Walzenpaar 7 über den Antrieb 17 des Walzenpaares 3 an- getrieben sein (oder über einen zusätzlichen eigenen Antrieb verfügen). Die erfin- dungsgemässe Steuerung 19 steuert die Antriebe 17 und 18 bei der Inbetriebnahme des Streckwerkes entsprechend dem erfindungsgemässen Verfahren. Die Steuerung 19 kann mit entsprechend weiteren Kontroll-und Steuervorrichtungen einer Textilma- schine verbunden sein (gesamte Textilmaschine nicht dargestellt).

Zum erfindungsgemässen Verfahren kann auch gehören, je nachdem wie das Streckwerk zuvor abgestellt wurde, dass vor der Inbetriebnahme des Streckwerkes das Faserband-Ende 6 von der Klemmlinie 5 des hinteren Walzenpaares 4 zurückbe- wegt wird. Dies kann auch automatisch erfolgen, zum Beispiel mit der Steuerung 19 und dem Antrieb 17. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Faserband-Ende 6 nicht von Hand an einem vorbestimmten Abstand von der Klemmlinie 5 des hinteren Wal- zenpaares 4 abgetrennt wird. Dies ist vor allem bei vollautomatischen Ansetzverfah- ren und-vorrichtungen wünschenswert, bei welchen das Streckwerk zuerst so abge- stellt wird, dass der Faserverband 2 an der Klemmlinie 5 des hinteren Walzenpaares 4 abreisst. Dabei entsteht nämlich ein klar definiertes Faserband-Ende 6, welches nur noch entsprechend positioniert werden muss, bevor das Streckwerk wieder in Betrieb genommen werden kann.

Die Erfindung ist nicht auf die explizit genannten Möglichkeiten und Ausführungsfor- men beschränkt. Diese Varianten sind vielmehr als Anregung für den Fachmann ge- dacht, um die Erfindungsidee möglichst günstig umzusetzen. Von den beschriebenen Ausführungsformen sind daher leicht weitere vorteilhafte Anwendungen und Kombina- tionen ableitbar, die ebenfalls den Erfindungsgedanken wiedergeben und durch diese Anmeldung geschützt werden sollen. Einige der offenbarten Merkmale wurden in die- ser Beschreibung kombiniert beschrieben und werden in den folgenden Ansprüchen kombiniert beansprucht. Es ist aber auch denkbar, einzelne Merkmale dieser Be- schreibung für sich alleine oder in einer andern Kombination in Anwendung des Erfin- dungsgedankens zu beanspruchen. Die Anmelderin behält sich daher ausdrücklich vor, allenfalls andere Kombinationen in Anwendung des Erfindungsgedankens vorzu- sehen.

Legende 1 Streckwerk 2 Faserverband 3 vorderes Walzenpaar 4 hinteres Walzenpaar 5 Klemmlinie 6 Faserband-Ende 7 Walzenpaar 8 Hauptverzugsfeld 9 Vorverzugsfeld 10 Garnende 11 verzogener Faserverband 12 Spinneinheit 13 Garn 14 Wirbelkammer 15 Spindel 16 Walzen des hinteren Walzenpaares 17 Antrieb Vorverzug 18 Antrieb hinteres Walzenpaar 19 Steuerung 20 Riemchen U4 (t) Drehzahlverlauf hinteres Walzenpaar 4 U3 (t) Drehzahlverlauf vorderes Walzenpaar 3 UA, 4 Ansetzdrehzahl für das hintere Walzenpaar 4 UA, 3 Ansetzdrehzahl für das vordere Walzenpaar 3 ts, 3 Zeitpunkt für Inbetriebnahme des vorderen Walzenpaars 3 th, 3 Zeitraum, bis das vordere Walzenpaar 3 die Ansetzdrehzahl UA, 3 erreicht (Beschleunigung) th, 4 Zeitraum, bis das hintere Walzenpaar 4 die Ansetzdrehzahl UA, 4 erreicht (Beschleunigung) tEV, 3 Zeitraum, bis das vordere Walzenpaar 3 den Einschwingungsvorgang aus der Beschleunigung beendet hat tEV, 4 Zeitraum, bis das hintere Walzenpaar 4 den Einschwingungsvorgang aus der Beschleunigung beendet hat tK Zeitpunkt Beginn Ansetzvorgang tE Zeitpunkt Ende Ansetzvorgang tAE Zeitraum Ansetzvorgang tEvE Zeitpunkt, bei welchem beide Walzenpaare den Einschwingungsvorgang beendet haben UB, 4 Betriebsdrehzahl des hinteren Walzenpaares 4 UB, 3 Betriebsdrehzahl des vorderen Walzenpaares 3