AMANN, Notker (Niederholzstr. 56, Friedrichshafen, 88045, DE)
BANERJEE, Alexander (Ruettlenaeckerstr. 4, Oberteuringen, 88094, DE)
AMANN, Notker (Niederholzstr. 56, Friedrichshafen, 88045, DE)
| Patentansprüche 1 . Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs, wobei der Antriebsstrang als Antriebsaggregat einen Hybridantrieb mit einem Verbrennungsmotor und einer elektrischen Maschine, einen im generatorischen Betrieb der elektrischen Maschine des Hybridantriebs aufladbaren und im motorischen Betrieb der elektrischen Maschine des Hybridantriebs entladbaren elektrischen Energiespeicher, ein zwischen den Hybridantrieb und einen Abtrieb geschaltetes Getriebe und mindestens einen getriebeseitigen oder an- triebsaggregatseitigen Nebenabtrieb aufweist, wobei der Nebenabtrieb innerhalb vom Nebenabtrieb abhängiger Funktionsfähigkeitsgrenzen mit einem variablen Energiebedarf betreibbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Hybridantriebs und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Nebenabtriebs im Antriebstrang zur Verfügung stehende und nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers im Nebenabtrieb gespeichert wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der Nebenabtrieb ein der Kühlung eines Kühlraums dienendes Kühlaggregat ist, nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers vom Kühlaggregat zur Abkühlung des Kühlraums innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb benötigte Energie im Kühlraum thermisch zu speichern. 3. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der Nebenabtrieb ein der Kühlung eines Verbrennungsmotors dienender Kühllüfter ist, nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers vom Kühllüfter zur Abkühlung des Verbrennungsmotors innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb benötigte Energie zur Verbrennungsmotorkühlung thermisch zu nutzen. 4. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der Nebenabtrieb ein der Heizung eines Verbrennungsmotors dienendes Heizaggregat ist, nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers vom Heizaggregat zur Aufheizung des Verbrennungsmotors innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb benötigte Energie zur Verbrennungsmotoraufheizung thermisch zu nutzen. 5. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der Nebenabtrieb ein der Heizung oder Kühlung eines Fahrgastraums dienendes Klimagerät ist, nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers vom Klimagerät zur Heizung oder Kühlung des Fahrgastraums innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb benötigte Energie im Fahrgastraums zu nutzen. 6. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass dann, wenn der Nebenabtrieb ein hydraulisch oder pneumatisch betätigter Nebenabtrieb ist, nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers zur Erhöhung eines Arbeitsdrucks innerhalb zulässiger Druckgrenzen in einem Hydraulikspeicher oder Pneumatikspeicher des Nebenabtriebs genutzt wird. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Hybridantriebs und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Nebenabtriebs eine Energiebilanz ermittelt wird, auf Grundlage derer nicht am Abtrieb benötigte Energie unter Gewährleistung eines optimalen Gesamtwirkungsgrads des Antriebsstrangs im elektrischen Energiespeicher und/oder unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers im Nebenabtrieb zu speichern. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf Grundlage der Energiebilanz ein Lastbetriebspunkt des Verbrennungsmotors angehoben wird. 9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf Grundlage der Energiebilanz bei hohen Fahrgeschwindigkeiten innerhalb der zulässigen Funktionsfähigkeitsgrenzen des jeweiligen Nebenabtriebs demselben keine weitere Energie zugeführt wird. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .
Die Hauptkomponenten eines Antriebsstrangs sind ein Antriebsaggregat und ein Getriebe. Das Getriebe wandelt Drehzahlen und Drehmomente und stellt so ein Zugkraftangebot des Antriebsaggregats an einem Abtrieb des Antriebsstrangs bereit. Die hier vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs mit einem als Hybridantrieb ausgebildeten Antriebsaggregat und mindestens einen getriebeseitigen oder antriebsaggre- gatseitigen Nebenabtrieb.
Der Hybridantrieb eines solchen Antriebsstrangs umfasst einen
Verbrennungsmotor und eine elektrische Maschine, wobei die elektrische Maschine des Hybridantriebs generatorisch oder motorisch betrieben werden kann. Im generatorischen Betrieb der elektrischen Maschine des Hybridantriebs wird ein elektrischer Energiespeicher des Antriebsstrangs stärker aufgeladen und im motorischen Betrieb der elektrischen Maschine des Hybridantriebs wird der elektrische Energiespeicher des Antriebsstrangs stärker entladen.
Ein Nebenabtrieb wird auch als Power Take Out (PTO) bezeichnet, wobei ein Nebenabtrieb getriebeseitig oder antriebsaggregatseitig Leistung entnimmt, die dann am Abtrieb nicht als Zugkraftangebot zur Verfügung steht. Bei einem Nebenabtrieb kann es sich zum Beispiel um ein Kühlaggregat eines Kühlfahrzeugs oder eine hydraulische Presse eines Müllfahrzeugs oder einen hydraulisch betätigten Kran eines Nutzkraftwagens oder dergleichen handeln.
Bislang bereitet es Schwierigkeiten, einen Antriebsstrang mit einem Hybridantrieb und mindestens einem Nebenabtrieb effizient zu betreiben. Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, ein neuartiges Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs zu schaffen.
Dieses Problem wird durch ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs eines Kraftfahrzeugs gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß wird abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Hybridantriebs und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Nebenabtriebs im Antriebstrang zur Verfügung stehende und nicht am Abtrieb als Zugkraftangebot benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers im Nebenabtrieb gespeichert.
Die hier vorliegende Erfindung ermöglicht einen effizienten Betrieb eines Antriebsstrangs mit einem als Hybridantrieb ausgebildeten Antriebsaggregat und mit mindestens einem Nebenabtrieb. Abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Hybridantriebs und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Nebenabtriebs wird im Antriebsstrang zur Verfügung stehende Energie bzw. Leistung, die am Abtrieb nicht als Zugkraftangebot benötigt wird, unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers im Nebenabtrieb gespeichert.
Die Umgehung des elektrischen Energiespeichers verfügt über den Vorteil, dass der Energiedurchsatz durch denselben kleiner wird und damit der elektrische Energiespeicher geschont werden kann. Weiterhin wird durch die Speicherung von Energie im Nebenabtrieb eine Energiespeicherkapazität des Antriebsstrangs vergrößert, und zwar über den durch den elektrischen Energiespeicher bereitgestellten Umfang hinaus. Dies entspricht sozusagen einer virtuellen Vergrößerung der Speicherkapazität des elektrischen Energiespeichers. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 ein exemplarisches Antriebsstrangschema eines Kraftfahrzeugs, bei welchem das erfindungsgemäße Verfahren einsetzbar ist;
Fig. 2 ein Blockschaltbild eines Antriebsstrangs zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Die hier vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Antriebsstrangs mit einem Hybridantrieb und mindestens einem Nebenabtrieb. Fig. 1 zeigt stark schematisiert ein Antriebsstrangsschema eines Antriebsstrangs, bei welchem das erfindungsgemäße Verfahren zum Einsatz kommen kann. So verfügt der in Fig. 1 gezeigte Antriebsstrangs über einen Hybridantrieb, der von einem Verbrennungsmotor 1 und einer elektrischen Maschine 2 gebildet wird, wobei zwischen den Hybridantrieb, nämlich die elektrische Maschine 2 desselben, und einen Abtrieb 3 des Antriebsstrangs ein Getriebe 4 geschaltet ist. Zwischen den Verbrennungsmotor 1 und die elektrische Maschine 2 kann nach dem gezeigten Ausführungsbeispiel eine Kupplung 5 geschaltet sein. Ebenso ist im gezeigten Ausführungsbeispiel zwischen die elektrische Maschine 2 und das Getriebe 4 eine Kupplung 6 geschaltet, wobei die Kupplung 6 ein Anfahrelement bereitstellt und auch getriebeintern sein kann.
Der Antriebsstrang der Fig. 1 verfügt weiterhin über zwei Nebenabtriebe, nämlich über einen getriebeseitigen Nebenabtrieb 7 und einen antriebsaggre- gatseitigen Nebenabtrieb 8. Der getriebeseitige Nebenabtrieb 7 entnimmt vom Getriebe 4 Leistung, die dann am Abtrieb 3 nicht als Zugkraftangebot zur Verfügung steht. Der antriebsaggregatseitige Nebenabtrieb 8 entnimmt vom Hybridantrieb, nämlich von der elektrischen Maschine 2 desselben, Leistung. Fig. 2 zeigt ein weiteres Blockschaltbild für den Antriebsstrang der Fig. 1 , wobei in Fig. 1 neben bereits erwähnten Baugruppen, nämlich neben dem Verbrennungsmotor 1 , der elektrischen Maschine 2 und den beiden Nebenabtrieben 7 und 8, Energiespeicher gezeigt sind. So wird in einem Kraftstofftank 9 des Antriebsstrangs Kraftstoff bereit gehalten, der vom Verbrennungsmotor 1 in kinetische Energie des Kraftfahrzeugs gewandelt wird, wobei eine Masse 10 des Kraftfahrzeugs die kinetische Energie desselben speichert.
Die kinetische Energie der Fahrzeugmasse 10 kann auch von der elektrische Maschine 2 des Hybridantriebs gesteigert werden, wozu die elektrische Maschine 2 einen elektrischen Energiespeicher 1 1 des Antriebstrangs stärker entlädt. Zwischen die elektrische Maschine 2 und den elektrischen Energiespeicher 1 1 ist gemäß Fig. 2 ein elektrischer Zwischenkreis 12, der als Gleichstromzwischenkreis ausgeführt ist, geschaltet. Wie den Pfeilen der Fig. 2 entnommen werden kann, kann im generatorischen Betrieb der elektrischen Maschine 2 kinetische Energie der Fahrzeugmasse 10 in elektrische Energie zum stärkeren Aufladen des elektrischen Energiespeichers 1 1 gewandelt werden, wobei das Entladen des elektrischen Energiespeichers 1 1 und das Aufladen desselben jeweils über den elektrischen Zwischenkreis 12 erfolgt.
Fig. 2 zeigt weiterhin Details des getriebeseitigen Nebenabtriebs 7 sowie des antriebsaggregatseitigen Nebenabtriebs 8. Exemplarisch soll davon ausgegangen werden, dass es sich beim getriebeseitigen Nebenabtrieb 7 zum Beispiel um einen hydraulisch betätigten Nebenabtrieb handelt, wobei der hydraulisch betätigte Nebenabtrieb 7 eine elektrisch angetriebene Hydraulikpumpe 13 umfasst, die vom elektrischen Zwischenkreis 12 mit elektrischer Energie versorgt wird, und die elektrische Energie in hydraulische Energie wandeln kann, die in einem Hydraulikspeicher 14 des Nebenabtriebs 7 speicherbar ist. Gemäß den Pfeilen der Fig. 2 kann auch hydraulische Energie in elektrische Energie gewandelt werden. Der antriebsaggregatseitige Nebenabtrieb 8 umfasst zum Beispiel ein Kühlaggregat 15, das vom elektrischen Zwischenkreis 12 mit elektrischer Energie versorgt wird, wobei das Kühlaggregat 15 einen Kühlraum 1 6 des Antriebsstrangs kühlt, der auch als Energiespeicher, nämlich als thermischer Energiespeicher 1 6, fungiert.
Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, einen solchen Antriebsstrang derart zu betreiben, dass abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Hybridantriebs, nämlich abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Verbrennungsmotors 1 und der elektrischen Maschine 2 desselben, und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers 1 1 und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des jeweiligen Nebenaggregats 7 bzw. 8 im Antriebsstrang zur Verfügung stehende und nicht am Abtrieb 3 als Zugkraftangebot benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 im Nebenabtrieb 7 und/oder 8 gespeichert wird.
Dann, wenn, wie in Fig. 2 dargestellt, der Nebenabtrieb 8 ein der Kühlung des Kühlraum 1 6 dienendes Kühlaggregat 15 umfasst, kann nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 vom Kühlaggregat 15 zur Kühlung des Kühlraums 1 6 innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen desselben genutzt werden, um so die nicht am Abtrieb benötigte Energie im Kühlraum 1 6 thermisch zu speichern. So ist zum Beispiel der Betrieb des Kühlraums ohne Funktionseinbußen innerhalb eines definierten Temperaturbereichs zulässig, sodass im Antriebsstrang zur Verfügung stehende, überschüssige Energie, die nicht als Zugkraftangebot benötigt wird, genutzt werden kann, um den Kühlraum unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 innerhalb des zulässigen Temperaturbereichs stärker abzukühlen. Die Temperaturgrenzen sind Funktionsfähigkeitsgrenzen des Kühlraums 1 6 bzw. Kühlaggregat 15. Im Fall des hydraulisch betätigten Nebenabtriebs 7 kann nicht am Abtrieb benötigte Energie ebenfalls unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 ohne Funktionseinbußen zur Erhöhung eines Arbeitsdrucks innerhalb zulässiger Druckgrenzen im Hydraulikspeicher 14 des Nebenabtriebs 8 genutzt werden. Die Druckgrenzen sind Funktionsfähigkeitsgrenzen des hydraulisch betätigten Nebenabtriebs 7.
Ebenso ist es möglich, dass dann, wenn der Nebenabtrieb 8 ein der Kühlung des Verbrennungsmotors 1 dienender Kühllüfter ist, nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 vom Kühllüfter zur Abkühlung des Verbrennungsmotors 1 innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie zur Verbrennungsmotorkühlung thermisch zu nutzen, nämlich als Kühlleistung in der Masse des Verbrennungsmotors 1 thermisch zu speichern.
Dann, wenn der Nebenabtrieb 8 ein der Heizung eines Verbrennungsmotors 1 dienendes Heizaggregat ist, kann nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 vom Heizaggregat zur Aufheizung des Verbrennungsmotors 1 innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie zur Verbrennungsmotoraufheizung thermisch zu nutzen, nämlich als Heizleistung in der Masse des Verbrennungsmotors 1 thermisch zu speichern
Dann, wenn der Nebenabtrieb 8 ein der Heizung oder Kühlung eines Fahrgastraums dienendes Klimagerät ist, kann nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 vom Klimagerät zur Heizung oder Kühlung des Fahrgastraums innerhalb zulässiger Temperaturgrenzen genutzt wird, um so die nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie im Fahrgastraums zu nutzen, nämlich thermisch zu speichern. Es ist demnach eine Erkenntnis der hier vorliegenden Erfindung, dass ein Antriebsstrang mit einem Hybridantrieb und einem Nebenabtrieb, das innerhalb von vom Nebenabtrieb abhängiger Funktionsfähigkeitsgrenzen ohne Funktionseinbußen mit einem variablen Energiebedarf betreibbar ist, dadurch effizient betrieben werden kann, dass abhängig vom Betriebszustand des Hybridantriebs und/oder abhängig vom Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers und/oder abhängig vom Betriebszustand des Nebenabtriebs Energie, die am Abtrieb 3 nicht als Antriebsleistung benötigt wird, unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 in mindestens einem Nebenabtrieb 7 und/oder 8 gespeichert werden kann. Hierdurch wird der elektrische Energiespeicher 1 1 geschont, da der Energiedurchsatz durch denselben verringert wird.
Ferner wird hierdurch eine virtuelle Vergrößerung der Kapazität des e- lektrischen Energiespeichers 1 1 erzielt, da überschüssige Energie, die nicht als Antriebsleistung benötigt wird, nicht nur im elektrischen Energiespeicher 1 1 , sondern auch in Energiespeichern der Nebenaggregate 7 und/oder 8 gespeichert werden kann. Die Nebenaggregate verfügen demnach über einen variablen Leistungsbedarf, um die Nebenaggregate innerhalb zulässiger Funktionsfähigkeitsgrenzen ohne Funktionseinbußen zu betreiben. Die Speicherung von Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 in einem oder mehreren Nebenaggregaten erfolgt dabei unter Berücksichtigung und Einhaltung der nebenaggregatspezifischen Funktionsfähigkeitsgrenzen.
Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung wird abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Hybridantriebs, nämlich abhängig vom aktuellen Betriebszustand des Verbrennungsmotors 1 und der elektrischen Maschine 2, und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des elektrischen Energiespeichers 1 1 und/oder abhängig vom aktuellen Betriebszustand des oder jeden Nebenabtriebs eine Energiebilanz über den gesamten Antriebsstrang ermittelt. Auf Grundlage dieser Energiebilanz wird nicht am Abtrieb 3 benötigte Energie unter Gewährleistung eines optimalen Gesamtwirkungsgrads des Antriebsstrang im elektrischen Energiespeicher 1 1 und/oder unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 im jeweiligen Nebenabtrieb 7 und/oder 8 gespeichert. Hierdurch wird eine hohe Energieeffizienz beim Betreiben des Antriebsstrangs gewährleistet, wobei hierbei der Wirkungsgrad jedes einzelnen beteiligten Aggregats, also des Verbrennungsmotors 1 sowie der elektrischen Maschine 2 sowie des elektrischen Energiespeichers 1 1 sowie der Nebenabtriebe 7 und 8, berücksichtigt wird.
Bei der Bestimmung der Energiebilanz zur Gewährleistung eines optimalen Gesamtwirkungsgrads des Antriebsstrangs werden nicht nur die Wirkungsgrade der beteiligten Aggregate berücksichtigt, vielmehr werden auch die Speicherkapazitäten und Zustandsgroßen der jeweiligen Energiespeicher sowie die vorhandenen Freiheitsgrade bzw. Funktionsfähigkeitsgrenzen der jeweiligen Nebenabtriebe berücksichtigt. Vorzugsweise wird Energie in demjenigen Energiespeicher gespeichert, der die aktuell zur Verfügung stehende Energie über den gesamten Antriebsstrang gesehen wirkungsgradoptimal speichern kann.
In Folge der ermittelten Energiebilanz kann zur Bereitstellung eines optimalen Gesamtwirkungsgrads des Antriebsstrangs zum Beispiel ein Lastbetriebspunkt des Verbrennungsmotors angehoben werden, nämlich dann, wenn bei der Energiebilanz festgestellt wird, dass unter Erhöhung des Lastbetriebspunkt des Verbrennungsmotors der Gesamtwirkungsgrad des Antriebsstrangs steigt.
Bei der Erhöhung eines Lastbetriebspunkt kann dann überschüssige, vom Verbrennungsmotor 1 bereitgestellte Energie zum Laden der unterschiedlichen vorhandenen Energiespeicher genutzt werden. Weiterhin kann auf Grundlage der ermittelten Energiebilanz zum Beispiel bei hohen Fahrgeschwindigkeiten des Antriebsstrangs dem Nebenabtrieb keine weitere Energie zugeführt werden, und zwar wiederum innerhalb zulässiger Funktionsfähigkeitsgrenzen des jeweiligen Nebenabtriebs, um so den Energiespeicher des jeweiligen Nebenabtriebs stärker zu entladen und für bei hohen Fahrgeschwindigkeiten zu erwartende Bremsenergie, die beim Rekuperieren in elektrische Energie gewandelt wird, Speicherkapazität im jeweiligen Energiespeicher zu schaffen. Auf diese Art und Weise kann dann zum Beispiel beim Bremsen durch Rekuperieren bereitgestellte elektrische Energie unter Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 genutzt werden, um zum Beispiel beim Nebenabtrieb 7 über die Hydraulikpumpe 13 den Arbeitsdruck im Hydraulikspeicher 14 zu erhöhen oder für den Nebenabtrieb 8 durch Betreiben des Kühlaggregats 15 die Temperatur im Kühlraum 1 6 zu reduzieren. Auf diese Art und Weise kann dann vorausschauend bei hohen Fahrgeschwindigkeiten eine Umgehung des elektrischen Energiespeichers 1 1 eingeplant werden.
Bezuqszeichen Verbrennungsmotor
elektrische Maschine
Abtrieb
Getriebe
Kupplung
Kupplung
getriebeseitiger Nebenabtrieb motorseitiger Nebenabtrieb
Kraftstofftank
Fahrzeugsmasse
elektrischer Energiespeicher
Zwischenkreis
Hydraulikpumpe
hydraulischer Energiespeicher Kühlaggregat
thermischer Energiespeicher
