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Title:
METHOD FOR OPERATING AN ENGINEERING SYSTEM FOR AN INDUSTRIAL PROCESS AUTOMATION SYSTEM AND CONTROL PROGRAM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/158050
Kind Code:
A1
Abstract:
In an engineering system for an industrial process automation system, components of the industrial process automation system are each represented by a computer-based object within the engineering system and are persistently stored in an engineering database (152). Functions of the engineering system are made available as services (131-133) via a standard service interface (130). Process sequences and states for retrieving or processing objects stored in the engineering database (152) are stored in an order database (151) which is separate from the engineering database (152). Access to process sequences and states which are stored in the order database (151) takes place via an order interface (120) which is separate from the standard service interface (130).

Inventors:
BEILSCHMIDT, Dirk (Brunnenallee 16, Bornheim, 53332, DE)
WOJCIECHOWSKI, Alexander (Am Lenkert 60, Bonn, 53177, DE)
ZHELYABOVSKAYA, Lyudmila (Im Brandengarten 4 d, Bonn, 53127, DE)
Application Number:
EP2018/052893
Publication Date:
September 07, 2018
Filing Date:
February 06, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
G05B19/042
Foreign References:
EP1906274A22008-04-02
EP3051369A12016-08-03
EP2221694A12010-08-25
EP1166215B12002-11-27
EP2808749B12017-03-08
US6063128A2000-05-16
EP1906274A22008-04-02
EP3051369A12016-08-03
EP2221694A12010-08-25
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Betrieb eines Engineering-Systems für ein industrielles Prozessautomatisierungssystem, bei dem

- Komponenten des industriellen Prozessautomatisierungs- systems jeweils durch ein computerbasiertes Objekt in¬ nerhalb des Engineering-Systems repräsentiert und in zu¬ mindest einer zumindest einem Server (104) des Enginee¬ ring-Systems zugeordneten Engineering-Datenbank (152) persistent gespeichert werden,

- die Objekte durch den Server innerhalb einer hierarchischen Objektstruktur verwaltet werden, wobei die Objektstruktur Abhängigkeiten zwischen Objekten umfasst,

- Funktionen des Engineering-Systems als Dienste (131-133) durch den Server über eine einheitliche Dienstschnitt¬ stelle (130) zur Nutzung durch Clients unterschiedlichen Typs verfügbar gemacht werden,

- die einheitliche Dienstschnittstelle (130) mittels eines dem Server (104) zugeordneten Gateways (110) gebildet wird, durch das die Dienste (131-133) des Engineering-

Systems Client-spezifisch verfügbar gemacht werden,

- für Client-spezifische Dienstanforderungen zumindest ein jeweiliger Client-Typ identifiziert wird und Client¬ spezifische Dienstanforderungen anhand dessen an einen Client-spezifischen DienstZugangspunkt (111-113) des Ga¬ teways (110) weitergeleitet werden,

dadurch gekennzeichnet, dass

- die in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekte operativ genutzte Produktivdaten einer technischen Anlage umfassen,

- Prozessabläufe und -zustände zur Abfrage und/oder Bear¬ beitung von in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekten in einer von der Engineering-Datenbank (152) separaten Auftragsdatenbank (151) gespeichert werden, wobei die Prozessabläufe und -zustände durch Auf¬ tragsbearbeitungsobjekte innerhalb der Auftragsdatenbank

(152) repräsentiert werden und ereignisabhängige Zu- standsübergänge bei einer Abfrage und/oder Bearbeitung von in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekten umfassen,

eine Abfrage und/oder Bearbeitung von in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekten durch einen Auftragsbearbeitungsdienst (121) mittels der in der Auf¬ tragsdatenbank (151) gespeicherten Auftragsbearbeitungsobjekte erfolgt,

ein Zugriff auf in der Auftragsdatenbank (151) gespeicherte Prozessabläufe und -zustände über eine von der einheitlichen Dienstschnittstelle (130) separate Server- seitige Auftragsschnittstelle (120) erfolgt.

2. Verfahren nach Anspruch 1,

bei dem die Dienste (131-133) des Engineering-Systems und der Auftragsbearbeitungsdienst (121) über eine einheitliche Er¬ eignisschnittstelle (140) durch andere Dienste nutzbare Er¬ eignismeldungen ausgeben, die durch die Dienste (131-133) des Engineering-Systems und/oder den Auftragsbearbeitungsdienst (121) zur ereignisabhängigen Steuerung auswählbar sind.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,

bei dem die Auftragsschnittstelle (120) mittels des dem Ser¬ ver zugeordneten Gateways (110) Client-spezifisch verfügbar gemacht wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3,

bei dem für Client-spezifische Zugriffe auf die Auftrags¬ schnittstelle (120) zumindest ein jeweiliger Client-Typ iden- tifiziert wird und Client-spezifische Zugriffe anhand dessen an einen Client-spezifischen Zugangspunkt des Gateways (110) weitergeleitet werden. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4,

bei dem Clients (101-103) mittels des Gateways (110) für eine Nutzung der Dienste (131-133) des Engineering-Systems und der Auftragsschnittstelle (120) authentifiziert werden. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

bei dem das Engineering-System mehrere Server umfasst, an die Client-seitige Dienstanforderungen auslastungsabhängig zur Bearbeitung weitergeleitet werden. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

bei dem durch eine Benutzerselektion vorgegebene Objekte für eine Bearbeitung aus der Engineering-Datenbank (201) in zumindest einen Bearbeitungsspeicherbereich (202, 203) geladen werden, wobei den Objekten und dem Bearbeitungsspeicherbe- reich jeweils ein zugriffsberechtigter Benutzer zugeordnet ist, bei dem ein erster Bearbeitungsspeicherbereich (202), der als zugriffsberechtigter Benutzer einem zweiten Bearbeitungsspeicherbereich (203) zugeordnet ist, hierarchisch vorrangig gegenüber dem zweiten Bearbeitungsspeicherbereich (203) ist, bei dem ein erstes Objekt (04', 05, 07) in einem vorrangigen Bearbeitungsspeicherbereich (202), das einen identischen Obj ektidentifikator wie ein zweites Objekt (O4", 05', 07') in einem nachrangigen Bearbeitungsspeicherbereich (203) aufweist, Vorgänger des zweiten Objekts ist, bei Ein- leitung einer Client-seitigen Benutzerfreigabe von in einen ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich (203) geladenen freizugebenden Objekten überprüft wird, ob dem ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich (203) ein direkt vorrangiger Bearbeitungsspeicherbereich (202) zugeordnet ist, bei dem die in den ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich geladenen freizugebenden Objekte bei einem negativen Überprüfungsergeb¬ nis in die Engineering-Datenbank (201) zurückgeschrieben werden und bei dem die in den ausgewählten Bearbeitungsspeicher- bereich geladenen freizugebenden Objekte bei einem positiven Überprüfungsergebnis in den direkt vorrangigen Bearbeitungs¬ speicherbereich zurückgeschrieben werden.

8. Verfahren nach Anspruch 7,

bei dem Bearbeitungsspeicherbereichen jeweils eine Ebeneninformation zugeordnet ist, bei dem sich die einem ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich zugeordnete Ebeneninformation von der einem direkt vorrangigen Bearbeitungsspeicherbereich zugeordneten Ebeneninformation um eine Stufe unterscheidet und bei dem ein erstes Objekt in einem direkt vorrangigen Bearbeitungsspeicherbereich, das einen identischen Obj ektidenti- fikator wie ein zweites Objekt in einem nachrangigen Bearbeitungsspeicherbereich und einen übereinstimmenden zugriffsberechtigten Benutzer aufweist, direkter Vorgänger des zweiten Objekts ist.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8,

bei dem in einen Bearbeitungsspeicherbereich geladene Objekte an einer Client-seitigen graphischen Benutzerschnittstelle gegenüber in der Datenbank gespeicherten Objekten überlagert dargestellt werden und bei dem in einen nachrangigen Bearbeitungsspeicherbereich geladene Objekte an der Client-seitigen graphischen Benutzerschnittstelle gegenüber in einen vorrangigen Bearbeitungsspeicherbereich geladenen Objekten überla- gert dargestellt werden.

10. Steuerungsprogramm zum Betrieb eines Engineering-Systems für ein industrielles Prozessautomatisierungssystem, wobei das Steuerungsprogramm in einen Arbeitsspeicher eines Rech- ners ladbar ist und zumindest einen Codeabschnitt aufweist, bei dessen Ausführung

- Komponenten des industriellen Prozessautomatisierungs- systems jeweils durch ein computerbasiertes Objekt in- nerhalb des Engineering-Systems repräsentiert und in zu¬ mindest einer zumindest einem Server (104) des Enginee¬ ring-Systems zugeordneten Engineering-Datenbank (152) persistent gespeichert werden,

- die Objekte durch den Server innerhalb einer hierarchi- sehen Objektstruktur verwaltet werden, wobei die Objekt¬ struktur Abhängigkeiten zwischen Objekten umfasst,

- Funktionen des Engineering-Systems als Dienste (131-133) durch den Server über eine einheitliche Dienstschnitt¬ stelle (130) zur Nutzung durch Clients unterschiedlichen Typs verfügbar gemacht werden,

- die einheitliche Dienstschnittstelle (130) mittels eines dem Server (104) zugeordneten Gateways (110) gebildet wird, durch das die Dienste (131-133) des Engineering- Systems Client-spezifisch verfügbar gemacht werden, - für Client-spezifische Dienstanforderungen zumindest ein jeweiliger Client-Typ identifiziert wird und Client¬ spezifische Dienstanforderungen anhand dessen an einen Client-spezifischen DienstZugangspunkt (111-113) des Ga¬ teway (110) weitergeleitet werden,

- die in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekte operativ genutzte Produktivdaten einer technischen Anlage umfassen,

- Prozessabläufe und -zustände zur Abfrage und/oder Bear¬ beitung von in der Engineering-Datenbank (152) gespei- cherten Objekten in einer von der Engineering-Datenbank

(152) separaten Auftragsdatenbank (151) gespeichert werden, wobei die Prozessabläufe und -zustände durch Auf¬ tragsbearbeitungsobjekte innerhalb der Auftragsdatenbank (152) repräsentiert werden und ereignisabhängige Zu- standsübergänge bei einer Abfrage und/oder Bearbeitung von in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekten umfassen,

- eine Abfrage und/oder Bearbeitung von in der Engineering-Datenbank (152) gespeicherten Objekten durch einen Auftragsbearbeitungsdienst (121) mittels der in der Auf¬ tragsdatenbank (151) gespeicherten Auftragsbearbeitungsobjekte erfolgt,

- ein Zugriff auf in der Auftragsdatenbank (151) gespeicherte Prozessabläufe und -zustände über eine von der einheitlichen Dienstschnittstelle (130) separate Server- seitige Auftragsschnittstelle (120) erfolgt,

wenn das Steuerungsprogramm im Rechner abläuft.

Description:
Beschreibung

Verfahren zum Betrieb eines Engineering-Systems für ein industrielles Prozessautomatisierungssystem und

Steuerungsprogramm

Industrielle Automatisierungssysteme dienen zur Überwachung, Steuerung und Regelung von technischen Prozessen, insbesondere im Bereich Fertigungs-, Prozess- und Gebäudeautomatisie- rung, und ermöglichen einen im wesentlichen selbständigen Betrieb von Steuerungseinrichtungen, Sensoren, Maschinen und technischen Anlagen. Eine wesentliche Grundlage für eine zu ¬ verlässige Bereitstellung von Überwachungs- , Steuerungs- und Regelungsfunktionen mittels eines Prozessautomatisierungssys- tems besteht in einer vollständigen und korrekten Erfassung und Abbildung von Komponenten des industriellen Prozessauto- matisierungssystems in einem Engineerung- bzw. Projektie ¬ rungssystem. Mittels eines Engineering-Systems können insbesondere Steue ¬ rungsprogramme für Automatisierungsgeräte projektiert werden, die zur Visualisierung eines Abbilds einer technischen Anlage oder einer komplexen Maschine und deren Steuerung bzw. Regelung vorgesehen sind. Zur Laufzeit der Steuerungsprogramme bzw. während eines Runtime-Betriebs wird ein technischer Pro ¬ zess durch Automatisierungsgeräte, wie speicherprogrammierba ¬ re Steuerungen, gesteuert bzw. geregelt. Im Rahmen einer Prozessüberwachung während des Runtime-Betriebs kann eine Bedi ¬ enperson Prozessbilder aufrufen, um einen Überblick über ei- nen aktuellen Anlagenzustand zu erhalten sowie eine Prozess ¬ führung bzw. -bedienung wahrzunehmen.

In EP 1 166 215 Bl ist ein Verfahren zur automatischen Wiedergewinnung von Engineering-Daten aus technischen Anlagen beschrieben, bei dem Engineering- und Runtime-Objekte durch ein einheitliches Objektmodell beschrieben werden. Dadurch lässt sich eine direkte Entsprechung zwischen Engineering- Objekten und Runtime-Objekten auf Objektebene festlegen, so dass kein Informationsverlust durch eine Abbildung von Anla ¬ genkomponenten auf das Objektmodell entsteht. Außerdem kann eine direkte Kommunikation zwischen Engineering- und Runtime- Objekten erfolgen. Aus EP 2 808 749 Bl ist ein Verfahren zum Austausch von Steuerungsinformationen zwischen Bedien- und Beobachtungsgeräten eines industriellen Automatisierungssystems bekannt. Anhand der Steuerungsinformationen wird ein zumindest ausschnittweises Abbild einer mittels Automatisierungsgeräten geregelten oder gesteuerten technischen Anlage an einer graphischen Benutzerschnittstelle eines jeweiligen Bedien- und Beobach ¬ tungsgeräts visualisiert . Dem visualisierten Abbild sind Ele ¬ mente der technischen Anlage repräsentierende computerbasierte Objekte zugeordnet, die durch eine auf einem jeweiligen Bedien- und Beobachtungsgerät eingerichtete Laufzeitumgebung bereitgestellt werden. Sämtliche an unterschiedlichen Bedien- und Beobachtungsgeräten bereitgestellten Objekttypen werden entsprechend einem einheitlichen Adressierungsschema für ei ¬ nen geräteübergreifenden Zugriff verfügbar gemacht.

US 6 063 128 betrifft ein System, das ein Speichergerät, eine erste und zweite Hardware- oder Software-Plattform, ein persistentes portables Datenmodell und computerbasierte Modell ¬ bildungssysteme umfasst, die von der ersten und zweiten

Plattform abhängig sind. Jede Plattform weist eine Schnitt ¬ stelle zum Speichergerät auf und stellt systemabhängige

Dienste bereit. Der ersten Plattform sind ein erster Betriebssystem-Typ sowie ein erster Computer-Hardware-Typ zugeordnet, während der zweiten Plattform ein zweiter Betriebs- system-Typ sowie ein zweiter Computer-Hardware-Typ zugeordnet sind. Das portable Datenmodell ist im Speichergerät in einem plattformunabhängigen Format gespeichert und umfasst persis ¬ tente Komponenten-Objekte. Darüber hinaus ist das computerba- sierte Modellbildungssystem für die erste Plattform in einem ersten Speicherbereich des Speichergeräts gespeichert, wäh ¬ rend das computerbasierte Modellbildungssystem für die zweite Plattform in einem zweiten Speicherbereich des Speichergeräts gespeichert ist. Jedes computerbasierte Modellbildungssystem stellt Dienste bereit, um das portable Datenmodell aus dem

Speichergerät abzurufen, das Datenmodell durch Hinzufügen und Entfernen von Komponenten-Objekten zu ändern und das Datenmodell persistent im Speichergerät zu speichern. Außerdem um ¬ fasst jedes computerbasierte Modellbildungssystem einen sta- tischen Kernel und ein dynamisches Software-Framework. Die Kernel laufen auf der jeweiligen Plattform ab und bilden Schnittstellen zum zugeordneten Betriebssystem und zur entsprechenden Computer-Hardware. Die Software-Frameworks laufen auf der jeweiligen Plattform ab, bilden Schnittstellen zum zugeordneten Kernel und stellen jeweils eine plattformunab ¬ hängige graphische Benutzerschnittstelle bereit.

Mittels eines Engineering-Systems verwaltete Anlagendaten un ¬ terliegen während eines Lebenszyklus einer technischen Anlage ständigen Anpassungen und Änderungen, insbesondere im Rahmen von Wartungs- oder Modernisierungsarbeiten. Dabei greifen üblicherweise äußerst heterogene Benutzergruppen mittels unter ¬ schiedlicher stationärer oder mobiler Bediengeräte auf die Anlagendaten zu. Aus EP 1 906 274 A2, EP 3 051 369 AI und EP 2 221 694 AI sind jeweils Verfahren zum Zugriff auf Engineering- bzw. Konfigurationsdaten eines verteilten technischen Systems entsprechend dem Oberbegriff von Anspruch 1 bekannt . Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb eines Engineering-Systems für ein in ¬ dustrielles Prozessautomatisierungssystem zu schaffen, das einen Zugriff auf Engineering-Daten mittels zahlreicher, un- terschiedlicher Bediengeräte und eine Anpassung von Prozessabläufen für Such- bzw. Bearbeitungsanfragen im Produktivbetrieb ermöglicht, und ein Steuerungsprogramm zu dessen Implementierung anzugeben. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen und durch ein Steuerungsprogramm mit den in Anspruch 10 angegebenen Merkmalen gelöst . Entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb eines Engineering-Systems für ein industrielles Prozessautoma ¬ tisierungssystem werden Komponenten des industriellen Pro- zessautomatisierungssystems jeweils durch ein computerbasier ¬ tes Objekt innerhalb des Engineering-Systems repräsentiert und in zumindest einer zumindest einem Server des Enginee ¬ ring-Systems zugeordneten Engineering-Datenbank persistent gespeichert. Die Objekte werden durch den Server innerhalb einer hierarchischen Objektstruktur verwaltet, wobei die Objektstruktur Abhängigkeiten zwischen Objekten umfasst. Funk- tionen des Engineering-Systems werden durch den Server als Dienste über eine einheitliche Dienstschnittstelle zur Nut ¬ zung durch Clients unterschiedlichen Typs verfügbar gemacht.

Die einheitliche Dienstschnittstelle wird erfindungsgemäß mittels eines dem Server zugeordneten Gateways gebildet, durch das die Dienste des Engineering-Systems Client-spezi ¬ fisch verfügbar gemacht werden. Für Client-spezifische

Dienstanforderungen wird zumindest ein jeweiliger Client-Typ identifiziert. Anhand dessen werden Client-spezifische Dienstanforderungen an einen Client-spezifischen Dienstzugangspunkt des Gateways weitergeleitet. Auf diese Weise kön ¬ nen die Dienste des Engineering-Systems für eine Vielzahl un ¬ terschiedlicher Client-Gerätetypen verfügbar gemacht werden.

Erfindungsgemäß umfassen die in der Engineering-Datenbank gespeicherten Objekte operativ genutzte Produktivdaten einer technischen Anlage. Dagegen werden Prozessabläufe und

-zustände zur Abfrage bzw. Bearbeitung von in der Enginee- ring-Datenbank gespeicherten Objekten in einer von der Engineering-Datenbank separaten Auftragsdatenbank gespeichert werden. Die Prozessabläufe und -zustände werden durch Auf ¬ tragsbearbeitungsobjekte innerhalb der Auftragsdatenbank re ¬ präsentiert und umfassen ereignisabhängige Zustandsübergänge bei einer Abfrage bzw. Bearbeitung von in der Engineering- Datenbank gespeicherten Objekten. Eine Abfrage bzw. Bearbeitung von in der Engineering-Datenbank gespeicherten Objekten erfolgt durch einen Auftragsbearbeitungsdienst mittels der in der Auftragsdatenbank gespeicherten Auftragsbearbeitungsob- jekte erfolgt. Darüber hinaus erfolgt ein Zugriff auf in der Auftragsdatenbank gespeicherte Prozessabläufe und -zustände über eine von der einheitlichen Dienstschnittstelle separate Server-seitige Auftragsschnittstelle. Durch eine entkoppelte Bereitstellung der Dienste des Engineering-Systems und der Auftragsschnittstelle sowie eine Separierung von Engineering- Datenbank und Auftragsdatenbank lassen sich Prozessabläufe für Such- bzw. Bearbeitungsanfragen einfach und ohne unmittelbaren Zugriff auf produktiv genutzte Anlagendaten anpassen .

Entsprechend einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens geben die Dienste des Engineering-Systems und der Auftragsbearbeitungsdienst durch andere Dienste nutz ¬ bare Ereignismeldungen über eine einheitliche Ereignis- schnittsteile aus. Die Ereignismeldungen sind durch die

Dienste des Engineering-Systems bzw. den Auftragsbearbei ¬ tungsdienst zur ereignisabhängigen Steuerung auswählbar. Auf diese Weise können unabhängig voneinander bereitgestellte Dienste zuverlässig und effizient miteinander verknüpft wer ¬ den .

Vorzugsweise wird die Auftragsschnittstelle mittels des dem Server zugeordneten Gateways Client-spezifisch verfügbar ge- macht. Vorteilhafterweise wird für Client-spezifische Zugrif ¬ fe auf die Auftragsschnittstelle zumindest ein jeweiliger Client-Typ identifiziert. Anhand dessen können Client-spezifische Zugriffe an einen Client-spezifischen Zugangspunkt des Gateways weitergeleitet werden. Auf diese Weise kann die Auf- tragsschnittstelle für eine Vielzahl unterschiedlicher Cli ¬ ent-Gerätetypen verfügbar gemacht werden. Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung werden Clients mittels des Gateway für eine Nutzung der Dienste des Engineering-Systems und der Auftragsschnittstelle authentifiziert. Darüber hinaus kann das Engineering-System mehrere Server umfassen, an die Client-seitige Dienstanforde ¬ rungen auslastungsabhängig zur Bearbeitung weitergeleitet werden. Somit ist eine einfache Skalierung des Engineering- Systems möglich.

Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden durch eine Benutzerselektion vorgegebene Objekte für eine Bearbeitung aus der Engine ¬ ering-Datenbank in zumindest einen Bearbeitungsspeicherbe- reich geladen. Dabei ist den Objekten und dem Bearbeitungsspeicherbereich jeweils ein zugriffsberechtigter Benutzer zugeordnet. Ein erster Bearbeitungsspeicherbereich, der als Zugriffsberechtigter Benutzer einem zweiten Bearbeitungsspeicherbereich zugeordnet ist, ist hierarchisch vorrangig gegen- über dem zweiten Bearbeitungsspeicherbereich. Damit ist ein erstes Objekt in einem vorrangigen Bearbeitungsspeicherbe ¬ reich, das einen identischen Obj ektidentifikator wie ein zweites Objekt in einem nachrangigen Bearbeitungsspeicherbe- reich aufweist, Vorgänger des zweiten Objekts ist.

Bei Einleitung einer Client-seitigen Benutzerfreigabe von in einen ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich geladenen freizugebenden Objekten wird vorteilhafterweise überprüft, ob dem ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich ein direkt vorrangiger Bearbeitungsspeicherbereich zugeordnet ist. Bei einem negativen Überprüfungsergebnis werden die in den ausge ¬ wählten Bearbeitungsspeicherbereich geladenen freizugebenden Objekte in die Engineering-Datenbank zurückgeschrieben. An- dernfalls erfolgt ein Zurückschreiben in den direkt vorrangigen Bearbeitungsspeicherbereich. Auf diese Weise kann eine Vielzahl unterschiedlicher Benutzer Projektierungsarbeiten durchführen . Vorzugsweise ist Bearbeitungsspeicherbereichen jeweils eine Ebeneninformation zugeordnet. Dabei unterscheidet sich die einem ausgewählten Bearbeitungsspeicherbereich zugeordnete Ebeneninformation von der einem direkt vorrangigen Bearbeitungsspeicherbereich zugeordneten Ebeneninformation um eine Stufe. Damit ist ein erstes Objekt in einem direkt vorrangi ¬ gen Bearbeitungsspeicherbereich, das einen identischen Ob- j ektidentifikator wie ein zweites Objekt in einem nachrangigen Bearbeitungsspeicherbereich und einen übereinstimmenden zugriffsberechtigten Benutzer aufweist, direkter Vorgänger des zweiten Objekts.

Entsprechend einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden in einen Bearbeitungsspeicherbereich geladene Objekte an einer Client-seitigen graphischen Benutzerschnittstelle gegenüber in der Datenbank gespeicherten Objekten überlagert dargestellt. In entsprechender Weise werden in einen nachrangigen Bearbeitungsspeicherbereich geladene Objekte an der Client-seitigen graphischen Benutzer- Schnittstelle gegenüber in einen vorrangigen Bearbeitungs ¬ speicherbereich geladenen Objekten überlagert dargestellt. Auf diese Weise werden nur zur Bearbeitung tatsächlich benötigte Daten in den zumindest einen Benutzerspeicherbereich geladen, während sonstige produktiv genutzte Anlagendaten in der Engineering-Datenbank unverändert bleiben.

Das erfindungsgemäße Steuerungsprogramm zum Betrieb eines En ¬ gineering-Systems für ein industrielles Prozessautomatisie- rungssystem ist in einen Arbeitsspeicher eines Rechners lad- bar und weist zumindest einen Codeabschnitt auf, bei dessen Ausführung vorangehend erläuterte Schritte durchgeführt wer ¬ den, wenn das Steuerungsprogramm im Rechner abläuft.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend an einem Ausfüh- rungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt

Figur 1 eine Anordnung mit mehreren Clients und einem Server eines Engineering-System für ein industrielles ProzessautomatisierungsSystem,

Figur 2 eine schematische Darstellung einer Überlagerung von Bearbeitungsspeicherbereichen an einer graphischen Benutzerschnittstelle eines Clients. Die in Figur 1 dargestellte Anordnung umfasst einen Server

104 eines Engineering-Systems für ein industrielles Prozess- automatisierungssystem, bei dem Komponenten des industriellen Prozessautomatisierungssystems jeweils durch ein computerba ¬ siertes Engineering-Objekt repräsentiert und in einer Server- seitigen Engineering-Datenbank 152 persistent gespeichert werden. Die Engineering-Objekte werden durch den Server 104 innerhalb einer hierarchischen Objektstruktur verwaltet. Dabei umfasst die Objektstruktur Abhängigkeiten zwischen den Engineering-Objekten. Funktionen des Engineering-Systems werden für eine Vielzahl von stationären oder mobilen Clients 101-103, die sich hinsichtlich Gerätetyp, Hardware-Plattform oder Software-Plattform stark unterscheiden können, als

Dienste 131-133 über eine Server-seitige einheitliche Dienst- schnittsteile 130 verfügbar gemacht. Auf in der Engineering- Datenbank 152 gespeicherte Engineering-Objekte gerichtete Client-seitige Such- bzw. Bearbeitungsanfragen werden an einen Auftragsbearbeitungsdienst 121 weitergeleitet. Die in der Engineering-Datenbank 152 gespeicherten Objekte umfassen operativ genutzte Produktivdaten einer technischen Anlage. Prozessabläufe und -zustände zur Abfrage bzw. Bear ¬ beitung von in der Engineering-Datenbank 152 gespeicherten Objekten werden demgegenüber in einer von der Engineering- Datenbank 152 separaten Auftragsdatenbank 151 gespeichert. Die Prozessabläufe und -zustände werden durch Auftragsbear ¬ beitungsobjekte innerhalb der Auftragsdatenbank 152 repräsentiert und umfassen ereignisabhängige Zustandsübergänge bei einer Abfrage bzw. Bearbeitung von in der Engineering-Daten- bank 152 gespeicherten Objekten. Eine Abfrage bzw. Bearbeitung von in der Engineering-Datenbank 152 gespeicherten Objekten erfolgt durch den Auftragsbearbeitungsdienst 121 mit ¬ tels der in der Auftragsdatenbank 151 gespeicherten Auftragsbearbeitungsobjekte. Für einen Zugriff auf in der Auftragsda- tenbank 151 gespeicherte Prozessabläufe und -zustände ist ei ¬ ne von der einheitlichen Dienstschnittstelle 130 separate Server-seitige Auftragsschnittstelle 120 vorgesehen.

Die Dienste 131-133 des Engineering-Systems und der Auftrags ¬ bearbeitungsdienst 121 geben über eine einheitliche Ereignis- schnittsteile 140 durch andere Dienste nutzbare Ereignismel ¬ dungen aus, die durch die Dienste 131-133 des Engineering- Systems bzw. durch den Auftragsbearbeitungsdienst 121 zur er ¬ eignisabhängigen Steuerung ausgewählt bzw. abonniert werden können.

Die einheitliche Dienstschnittstelle 130 wird mittels eines dem Server 104 zugeordneten Gateways 110 gebildet, durch das die Dienste 131-133 des Engineering-Systems Client-spezifisch verfügbar gemacht werden. Für Client-spezifische Dienstanforderungen wird ein jeweiliger Client-Typ identifiziert. Anhand dessen werden Client-spezifische Dienstanforderungen an einen Client-spezifischen DienstZugangspunkt 111-113 des Gateways 110 weitergeleitet.

Auch die Auftragsschnittstelle 120 wird mittels des Server- seitigen Gateways 110 Client-spezifisch verfügbar gemacht. Hierzu identifiziert das Gateway 110 bei Client-seitigen Zu ¬ griffen auf die Auftragsschnittstelle 120 einen jeweiligen Client-Typ. Anhand dessen werden Client-spezifische Zugriffe an einen von mehreren Client-spezifischen Zugangspunkten 111- 113 des Gateways 110 weitergeleitet. Darüber hinaus ist das Gateway 110 dafür vorgesehen, Clients 101-103 für eine Nut ¬ zung der Dienste 131-133 des Engineering-Systems und der Auf- tragsschnittstelle 120 zu authentifizieren. Grundsätzlich kann das Engineering-System mehrere Server umfassen, die prinzipiell wie der Server 104 ausgestaltet sind und an die Client-seitige Dienstanforderungen auslastungsabhängig zur Bearbeitung weitergeleitet werden.

Durch eine Erstellung von nachfolgend als Arbeitsschichten bezeichneten Bearbeitungsspeicherbereichen des Engineering- Systems können Engineering-Daten und Anlagenobjekte parallel von mehreren Benutzern bearbeitet werden. Bei einer Bearbei- tung von Engineering-Objekten in Arbeitsschichten bleibt eine originäre Datenbasis einer technischen Anlage bis auf weite ¬ res unverändert. Erst nach Bearbeitung werden vorgenommene Änderungen der Engineering-Objekte im Rahmen eines Freigabe- Prozesses mit der originären Datenbasis konsolidiert und in einen operativ genutzten Produktivdatenbestand der Anlage freigegeben .

Durch eine Benutzerselektion vorgegebene Engineering-Objekte werden für eine Bearbeitung aus der Engineering-Datenbank 152 lesend und schreibend in zumindest eine Arbeitsschicht gela ¬ den. Dabei ist den Engineering-Objekten und der Arbeitsschicht jeweils zumindest ein zugriffsberechtigter Benutzer bzw. Eigentümer zugeordnet. Zusätzlich zu den aus der Engine- ering-Datenbank 152 geladenen Engineering-Objekten sind in einer Arbeitsschicht neue Engineering-Objekte erzeugbar.

Arbeitsschichten können hierarchische Abhängigkeiten zu anderen Arbeitsschichten aufweisen. Eine erste Arbeitsschicht, die als Eigentümer einer zweiten Arbeitsschicht zugeordnet ist, ist dabei hierarchisch vorrangig gegenüber der zweiten Arbeitsschicht. Dementsprechend ist ein erstes Engineering- Objekt in einer vorrangigen Arbeitsschicht, das einen identi ¬ schen Obj ektidentifikator wie ein zweites Engineering-Objekt in einer nachrangigen Arbeitsschicht aufweist, Vorgänger des zweiten Engineering-Objekts. Im vorliegenden Ausführungsbei ¬ spiel ist den Arbeitsschichten jeweils eine Ebeneninformation zugeordnet. Die einer ausgewählten Arbeitsschicht zugeordnete Ebeneninformation unterscheidet sich von der einer direkt vorrangigen Arbeitsschicht zugeordneten Ebeneninformation um genau eine Stufe. Ein erstes Engineering-Objekt in einer di ¬ rekt vorrangigen Arbeitsschicht, das einen identischen Ob- j ektidentifikator wie ein zweites Engineering-Objekt in einer nachrangigen Arbeitsschicht und denselben Eigentümer auf- weist, ist direkter Vorgänger des zweiten Engineering- Objekts .

Bei Client-seitiger Einleitung eines Freigabe-Prozesses von in eine ausgewählte Arbeitsschicht geladenen freizugebenden Engineering-Objekten wird überprüft, ob der ausgewählten Arbeitsschicht eine direkt vorrangige Arbeitsschicht zugeordnet ist. Bei einem negativen Überprüfungsergebnis werden die in die ausgewählte Arbeitsschicht geladenen freizugebenden Engi- neering-Obj ekte in die Engineering-Datenbank 152 zurückge ¬ schrieben. Andernfalls werden die in die ausgewählte Arbeits ¬ schicht geladenen freizugebenden Engineering-Objekte in die direkt vorrangige Arbeitsschicht zurückgeschrieben. Entsprechend der in Figur 2 schematisch dargestellten Überlagerung von Arbeitsschichten 202, 203 an einer Client-seitigen graphischen Benutzerschnittstelle 204 werden in eine ausge ¬ wählte Arbeitsschicht 203 geladene Engineering-Objekte Oi", O4", 0 5 ' , 0 7 ' , Os' einerseits gegenüber dem in der Server- seifigen Datenbank gespeicherten Produktivdatenbestand O 1 -O4, Ο δ , Os-Og überlagert dargestellt. Andererseits werden diese Engineering-Objekte Oi", 0 4 " , 0 5 ' , 0 7 ' , Os' gegenüber in eine vorrangige Arbeitsschicht 202 geladenen Engineering-Objekten 0 2 ' , 0 4 ' , 0 5 , 0 7 , Og' überlagert dargestellt. An der gra- phischen Benutzerschnittstelle 204 sind entsprechend dem in Figur 2 dargestellten Beispiel resultierend die Engineering- Objekte Oi", 0 2 ' , O3, 0 4 " , 0 5 ' , Og' sichtbar.