Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR OPERATING AN EXHAUST GAS SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/086333
Kind Code:
A1
Abstract:
Disclosed is a method for operating an exhaust gas system (1) that can be placed downstream of an internal combustion engine (2) and includes, along a direction of flow (2) of an exhaust gas (4), a first exhaust gas treatment device (5), which comprises at least one particulate filter (6) and a first catalytic converter (7), and a second catalytic converter (8). In said method, a heating strategy is determined for the second catalytic converter (8).

Inventors:
SUDSCHAJEW, David (Hafenstraße 13, Abbesbüttel, 38527, DE)
Application Number:
EP2018/079362
Publication Date:
May 09, 2019
Filing Date:
October 26, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT (Berliner Ring 2, Wolfsburg, 38440, DE)
International Classes:
F01N3/025; F01N3/035; F01N3/10; F01N3/20; F01N3/22; F01N3/30; F01N9/00; F01N11/00; F01N13/00; F02D41/02
Domestic Patent References:
WO2017092839A12017-06-08
Foreign References:
EP2696047A12014-02-12
US20100205936A12010-08-19
US9399185B22016-07-26
DE102017116405A12017-10-26
DE102010046896A12011-03-31
Attorney, Agent or Firm:
RÖSSLER, Matthias (Kahlhöfer Rößler Kreuels Patentanwälte PartG mbB, Postfach 32 01 02, Düsseldorf, 40416, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1 . Verfahren zum Betrieb einer Abgasanlage (1 ), wobei die Abgasanlage (1 ) stromabwärts einer Verbrennungskraftmaschine (2) angeordnet ist und entlang einer Strömungsrichtung (3) eines Abgases (4) eine erste Abgasbehandlungsvorrichtung (5), umfassend zumindest einen Partikelfilter (6) und einen ersten Katalysator (7), sowie einen zweiten Katalysator (8) aufweist; wobei das Verfahren zumindest die folgenden Schritte umfasst:

a) Ermitteln einer Beladung (10) des ersten Katalysators (7) mit Asche, die eine katalytisch wirksame erste Beschichtung (9) des ersten Katalysators (7) zumindest teilweise deaktiviert; und

wenn infolge der ermittelten Beladung (10) eine nur unzureichende Umsetzung von gasförmigen Emissionen im ersten Katalysator (7) erwartet wird,

b) Erstellen einer light-off-Heizstrategie für den zweiten Katalysator (8) in Abhängigkeit von der in Schritt a) ermittelten Beladung (10); und

c) Einleiten der in Schritt b) ermittelten light-off-Heizstrategie zur Aufheizung des zweiten Katalysators (8).

2. Verfahren nach Patentanspruch 1 , wobei die Ermittlung der Beladung (10) in Schritt a) anhand eines Modell wertes (1 1 ) erfolgt.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei der Partikelfilter (6) und der erste Katalysator (7) eine Baueinheit bilden, bei der eine Ablagerung der Asche auf dem Partikelfilter (6) die in dem Partikelfilter (6) vorliegende und den ersten Katalysator (7) bildende erste Besch ichtung (9) deaktiviert.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Verbrennungskraftmaschine (2) ein Otto-Motor ist.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei der erste Katalysator (7) und der zweite Katalysator (8) jeweils Drei-Wege-Katalysatoren sind.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Aufheizung des zweiten Katalysators (8) zumindest teilweise durch eine Erhöhung einer Temperatur (12) des Abgases (4) stromaufwärts des zweiten Katalysators (8) erfolgt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Aufheizung des zweiten Katalysators (8) zumindest teilweise durch eine Erhöhung einer Temperatur (12) des Abgases (4) innerhalb des zweiten Katalysators (8) erfolgt.

Verfahren nach Patentanspruch 7, wobei der zweite Katalysator (8) eine elektrische Heizeinrichtung (13) umfasst.

9. Abgasanlage (1 ) für eine Verbrennungskraftmaschine (2), wobei die Abgasanlage (1 ) stromabwärts der Verbrennungskraftmaschine (2) anordenbar ist und eine Steuereinheit (14) sowie entlang einer Strömungsrichtung (3) eines Abgases (4) eine erste Abgasbehandlungsvorrichtung (5), umfassend zumindest einen Partikelfilter (6) und einen ersten Katalysator (7), sowie einen zweiten Katalysator (8) aufweist; wobei die Steuereinheit (14) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Patentansprüche eingerichtet ist. 10. Abgasanlage nach Patentanspruch 9, wobei der zweite Katalysator (8) eine Heizeinrichtung (13) aufweist.

Description:
Verfahren zum Betrieb einer Abgasanlage

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Abgasanlage. Die Abgasanlage ist insbesondere in einem Kraftfahrzeug mit einer Verbrennungskraftmaschine einsetzbar. Das Verfahren kann in einem Kraftfahrzeug durchgeführt werden. Die Verbrennungskraftmaschine ist insbesondere ein Otto-Motor. Die Abgasanlage ist stromabwärts der Verbrennungskraftmaschine anordenbar und weist entlang einer Strömungsrichtung eines Abgases eine erste Abgasbehandlungsvorrichtung, umfassend zumindest einen Partikelfilter und einen ersten Katalysator, sowie einen zweiten Katalysator auf.

Aus der DE 10 2010 046 896 A1 ist eine Abgasanlage bekannt.

Der Partikelfilter hat die Aufgabe, das Abgas einer Verbrennungskraftmaschine von Partikeln zu befreien. Dabei werden die Partikel (Ruß) im Par- tikelfilter abgeschieden und das Abgas so gereinigt. In Folge der Beladung des Partikelfilters mit Ruß treten ein Leistungsverlust der Verbrennungskraftmaschine, höherer Kraftstoffverbrauch oder auch Zündaussetzer auf. Aus diesen Gründen wird der Partikelfilter zyklisch oder in Abhängigkeit von der Beladung mit Ruß regeneriert.

Neben der Emission von Ruß entstehen ebenfalls anorganische Partikel, die als Asche bezeichnet werden. Asche entsteht in erster Linie aus der Verbrennung des in der Verbrennungskraftmaschine eingesetzten

Schmieröls. Insbesondere erfolgt dies bei der Verbrennung im Kaltstart, in den Schubphasen oder bei Volllast. Diese Verbrennung erfolgt jedoch nicht nur bei den vorstehend genannten Betriebspunkten sondern (in geringerem Maß) kontinuierlich in Abhängigkeit von einer Last (Drehmoment) und Drehzahl (der Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine). Bei der Verbrennung des Schmieröls werden je nach dessen Zusammensetzung (z. B. enthält das Schmieröl Phosphor und Mangan) mehr oder weniger Asche-Partikel gebildet. Die Asche-Partikel werden ebenfalls durch den Partikelfilter infolge von Abscheidung der Asche-Partikel zurückgehalten. Die Abscheidung erfolgt in Form von Diffusion, wobei sich die Asche- Partikel an der Oberfläche des Partikelfilter-Substrats anlagern.

Diese Abscheidung von Asche-Partikeln an der Oberfläche eines Partikelfilters kann eine katalytische Beschichtung an dem Partikelfilter deaktivieren. Die Asche (im Partikelfilter) kann nicht regeneriert und auch nicht ent- fernt werden. Somit führen die Asche-Partikel zu einer irreversiblen Deak- tivierung der katalytischen Beschichtung. Die Deaktivierung der katalyti- schen Beschichtung führt aber dazu, dass Emissionsgrenzwerte nicht eingehalten werden können. Eine Lösung könne sein, dass eine räumliche Trennung des Katalysators und des Partikelfilters realisiert ist. Der Katalysator wird dabei stromaufwärts des Partikelfilters angeordnet und dient der Umwandlung bzw. Oxi- dation und Reduktion von gasförmigen Emissionen. Der Partikelfilter dient der Abscheidung von Feststoffen. Allerdings sind getrennte Abgasbehand- lungseinheiten, also ein Katalysator einerseits und ein Partikelfilter andererseits, teurer in der Herstellung und beanspruchen mehr Bauraum. Zudem erhöht sich so der Aufwand für die Regeneration des Partikelfilters, da er stromabwärts des Katalysators angeordnet ist. Weiter könnte einerseits ein Sonderöl eingesetzt werden, um die Aschebildung zu reduzieren und andererseits der Ölverbrauch reduziert werden. Sonderöle sind allerdings teuer und reduzieren zudem nur die Bildung von Asche. Eine Reduzierung des Ölverbrauchs ist aufwendig und kann dabei nur in engen Grenzen erfolgen.

Weiter könnte das Volumen des Partikelfilter erhöht werden, um so die Abscheidung auf eine größere Oberfläche zu verteilen, wobei - insbesondere gleichzeitig - zudem die Edelmetallbeladung der katalytischen Be- Schichtung erhöht wird. Neben den höheren Kosten, unter anderem für die zusätzliche Edelmetallbeladung, sind hier selbstverständlich auch Grenzen für den benötigen Bauraum zu beachten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die mit Bezug auf den Stand der Technik angeführten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Insbesondere soll ein Verfahren zum Betrieb einer Abgasanlage vorgeschlagen werden, durch das ein Anstieg von Emissionen gerade in Kaltstartsituationen verringert oder sogar verhindert wird. Zur Lösung dieser Aufgaben trägt ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Patentanspruch 1 bei. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche. Die in den Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale sind in technologisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar und können durch erläuternde Sachverhalte aus der Be- Schreibung und/oder Details aus den Figuren ergänzt werden, wobei weitere Ausführungsvarianten der Erfindung aufgezeigt werden.

Es wird ein Verfahren zum Betrieb einer Abgasanlage vorgeschlagen, wobei die Abgasanlage stromabwärts einer Verbrennungskraftmaschine an- geordnet ist und entlang einer Strömungsrichtung eines Abgases eine erste Abgasbehandlungsvorrichtung, umfassend zumindest einen Partikelfilter und einen ersten Katalysator, sowie einen zweiten Katalysator aufweist. Das Verfahren weist zumindest die folgenden Schritte auf:

a) Ermitteln einer Beladung des ersten Katalysators mit Asche, die eine katalytisch wirksame erste Beschichtung des ersten Katalysators zumindest teilweise deaktiviert; und

wenn infolge der ermittelten Beladung eine nur unzureichende Umsetzung von gasförmigen Emissionen im ersten Katalysator erwartet wird, b) Erstellen einer light-off-Heizstrategie für den zweiten Katalysator in Abhängigkeit von der in Schritt a) ermittelten Beladung; und c) Einleiten der in Schritt b) ermittelten light-off-Heizstrategie zur (beschleunigten) Aufheizung des zweiten Katalysators (zur Erreichung einer light-off Temperatur).

Asche ist insbesondere ein fester Rückstand aus der Verbrennung organischen Materials, also von fossilen Brennstoffen, Biokraftstoffen oder Lebewesen wie Pflanzen und Tieren. Sie entsteht aus dem anorganischen Teil der verbrannten Substanz und besteht somit aus Mineralstoffen.

Asche besteht vor allem aus Oxiden und (Bi-)Karbonaten diverser Metalle, z. B. CaO, Fe 2 O 3 , MgO, MnO, P 2 O 5 , K 2 O, SiO 2 , Na 2 CO 3 , NaHCOs etc.

Eine unzureichende Umsetzung von gasförmigen Emissionen liegt dann vor, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionen überschritten wer- den.

Der stromabwärts des Partikelfilters angeordnete zweite Katalysator kann die Abgasreinigung für die gasförmigen Emissionen übernehmen, wenn der erste Katalysator für eine effektive Umsetzung nicht mehr einsetzbar ist. Der zweite Katalysator kann jedoch so weit stromabwärts der Verbrennungskraftmaschine angeordnet sein, dass eine Temperatur, bei der die gasförmigen Emissionen katalytisch umgewandelt werden können (sogenannte light-off Temperatur), sehr spät erreicht wird. Hier wird vorgeschla- gen, dass zumindest der zweite Katalysator gezielt beheizt wird, so dass z. B. auch nach Kaltstarts eine effektive Umsetzung der gasförmigen Emissionen (zur Erreichung der gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzen) möglich ist. Die Beheizung des zweiten Katalysators kann über eine innermotorische Maßnahme und/oder spezielle Heizeinrichtungen (elektrische Heizeinrichtung, Sekundärlufteinbringung zur Einleitung von oxidativen und exothermen Reaktionen, etc.) erfolgen. Der zweite Katalysator ist insbesondere in Strömungsrichtung des Abgases beabstandet von dem Partikelfilter angeordnet. Bevorzugt ist der zweite Katalysator unmittelbar stromaufwärts von einem Auslass der Abgasanlage angeordnet. Über den Auslass verlässt das Abgas die Abgasanlage und strömt in die Umgebung.

Der Partikelfilter ist insbesondere ein Partikelfilter für Otto-Motoren bzw. für derartig ausgelegte Abgasanlagen. Dabei ist der Partikelfilter insbesondere ein für diesen Zweck (also für die Abscheidung von Partikeln aus dem Abgasstrom) konzipiertes Bauteil und gerade nicht nur eine Oberflä- che der Abgasleitung oder Ähnliches.

Der zweite Katalysator ist insbesondere ein sogenannter Drei-Wege- Katalysator, durch den insbesondere Kohlenstoffmonoxid (CO), Stickoxide (NOx) und unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) zu Kohlenstoffdioxid (CO2), Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt werden können.

Die Ermittlung (oder Berechnung) der Beladung in Schritt a) kann anhand eines Modellwertes erfolgen. Dieses Modell kann in einer Steuereinheit des Kraftfahrzeuges hinterlegt sein, so dass in Abhängigkeit von Betriebspunkten der Verbrennungskraftmaschine (Anzahl und Dauer der Betriebspunkte mit hoher oder geringer Erzeugung von Asche), Laufzeit (Beladung mit Asche wird kontinuierlich ansteigen), Laufleistung (Beladung mit Asche wird kontinuierlich ansteigen), Kraftstoffart und -qualität (Bildung von Asche wird hierdurch beeinflusst), usw. die Beladung mit Asche rechnerisch ermittelt werden kann.

Die Beladung wird insbesondere durch die Menge oder das Gewicht an Asche in Bezug auf die für das Abgas erreichbare Oberfläche der ersten Beschichtung angegeben. Insbesondere werden die Schritte b) und c) dann durchgeführt, wenn infolge der Beladung eine erhöhte light-off- Temperatur des ersten Katalysators oder eine trotz Erreichen der light-off Temperatur (für den Emissionsausstoß relevante) reduzierte Umsetzung von Emissionen durch die erste Beschichtung erwartet wird.

Die Erstellung der Heizstrategie für den zweiten Katalysator kann unter Berücksichtigung der in Schritt a) ermittelten Beladung erfolgen. Die Heizstrategie beinhaltet zumindest eine der folgenden Maßnahmen: die Fest- legung der Geschwindigkeit einer Aufheizung, den Startpunkt einer Aufheizung, das Maß einer Aufheizung, den Verlauf einer Aufheizung und das Ende einer Aufheizung. Insbesondere bilden der Partikelfilter und der erste Katalysator eine Baueinheit, bei der eine Ablagerung der Asche auf dem Partikelfilter, die in dem Partikelfilter vorliegende erste Beschichtung (zunehmend) deaktiviert. Der Partikelfilter nimmt über seine für das Abgas verfügbare Oberfläche Ruß und Asche auf, wobei Ruß sukzessive umgesetzt werden kann (Regeneration des Partikelfilters). Die Asche lässt sich jedoch nicht entfernen, so dass die ebenfalls auf der Oberfläche vorhandene katalytische erste Beschichtung zunehmend abgedeckt und gegenüber dem Abgas bzw. den darin enthaltenen gasförmigen Emissionen deaktiviert wird.

Insbesondere ist der Partikelfilter für Abgase eines Otto-Motors eingerichtet, also ein Otto-Partikel-Filter. Insbesondere ist die Verbrennungskraftmaschine ein Otto-Motor.

Insbesondere sind der erste Katalysator und der zweite Katalysator jeweils Drei-Wege-Katalysatoren.

Die Aufheizung des zweiten Katalysators kann zumindest teilweise

(und/oder zeitweise) durch eine Erhöhung einer Temperatur des Abgases stromaufwärts des zweiten Katalysators erfolgen.

Dabei kann die Erhöhung insbesondere durch innermotorische Maßnahmen eingeleitet werden, z. B. durch einen Betrieb der Verbrennungskraft- maschine mit einem fetteren Gemisch, wobei unverbrannte Kohlenwasserstoffe stromabwärts der Verbrennungskraftmaschine oxidativ umgesetzt werden. Die Aufheizung des zweiten Katalysators kann zumindest teilweise durch eine Erhöhung einer Temperatur des Abgases innerhalb des zweiten Katalysators erfolgen. Insbesondere kann der zweite Katalysator eine (in den zweiten Katalysator integrierte) elektrische Heizeinrichtung umfassen, durch die der zweite Katalysator beheizbar ist.

Alternativ oder zusätzlich kann eine Sekundarlufteinbringung (unmittelbar) stromaufwärts von dem zweiten Katalysator angeordnet sein, so dass gezielt eingebrachte unverbrannte Kohlenwasserstoffe im zweiten Katalysator zur Beheizung des zweiten Katalysators umgesetzt werden können. Die Sekundärlufteinbringung kann auch stromaufwärts von dem Partikelfilter angeordnet sein, so dass diese auch zur Regeneration des Partikelfil- ters einsetzbar ist.

Es wird weiter eine Abgasanlage für eine Verbrennungskraftmaschine vorgeschlagen, wobei die Abgasanlage stromabwärts der Verbrennungskraftmaschine anordenbar ist und eine Steuereinheit, sowie entlang einer Strömungsrichtung eines Abgases eine erste Abgasbehandlungsvorrichtung, umfassend zumindest einen Partikelfilter und einen ersten Katalysator, sowie einen zweiten Katalysator. Die Steuereinheit ist zur Durchführung des hier beschriebenen Verfahrens geeignet ausgeführt und eingerichtet.

Insbesondere weist der zweite Katalysator eine Heizeinrichtung auf und/oder es ist eine Sekundärlufteinbringung (insbesondere stromabwärts des Partikelfilters und) stromaufwärts von dem zweiten Katalysator angeordnet. Weiter wird ein Kraftfahrzeug mit einer Verbrennungskraftmaschine und einer vorstehend beschriebenen Abgasanlage vorgeschlagen. Die Ausführungen zu dem Verfahren gelten insbesondere gleichermaßen für die Abgasanlage und das Kraftfahrzeug und umgekehrt.

Vorsorglich sei angemerkt, dass die hier verwendeten Zahlwörter („erste", „zweite",...) vorrangig (nur) zur Unterscheidung von mehreren gleicharti- gen Gegenständen, Größen oder Prozessen dienen, also insbesondere keine Abhängigkeit und/oder Reihenfolge dieser Gegenstände, Größen oder Prozesse zueinander zwingend vorgeben. Sollte eine Abhängigkeit und/oder Reihenfolge erforderlich sein, ist dies hier explizit angegeben oder es ergibt sich offensichtlich für den Fachmann beim Studium der konkret beschriebenen Ausgestaltung.

Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die angeführten Ausführungsbeispiele nicht be- schränkt werden soll. Insbesondere ist es, soweit nicht explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und Erkenntnissen aus der vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren und insbesondere die dargestell- ten Größenverhältnisse nur schematisch sind. Es zeigen:

Fig. 1 : ein Kraftfahrzeug mit einer Abgasanlage; Fig. 2: ein Diagramm, in dem die Stickoxidemissionen in [mg/s] der Zeit für eine im NEFZ-Fahrprofil betriebene Verbrennungskraftmaschine dargestellt sind;

5 Fig. 3: ein Diagramm, in dem die (kumulierten) Stickoxidemissionen in [mg/km] über der Zeit für eine im NEFZ-Fahrprofil betriebene Verbrennungskraftmaschine dargestellt sind; und

Fig. 4: ein Diagramm, in dem die Temperatur in [Grad Celsius] C

10 der Zeit für eine im NEFZ-Fahrprofil betriebene Verbrennungskraftmaschine dargestellt sind.

Die Figur 1 zeigt ein Kraftfahrzeug 32 mit einer Verbrennungskraftmaschine 2 und Abgasanlage 1 . Die Abgasanlage 1 ist stromabwärts der Verl s brennungskraftmaschine 2 angeordnet und weist entlang einer Strömungsrichtung 3 eines Abgases 4 eine erste Abgasbehandlungsvorrichtung 5, umfassend eine Abgasleitung 16 mit einem Partikelfilter 6 und einem ersten Katalysator 7, sowie einem zweiten Katalysator 8 auf. Der erste Katalysator 7 weist eine katalytisch wirksame erste Beschichtung 9 20 und der zweite Katalysator eine (vergleichbare) zweite Beschichtung 15 auf. Ausgehend von der Verbrennungskraftmaschine 2 durchströmt das Abgas 4 die Abgasleitung 16 zunächst durch eine Turbine 22 eines Turboladers 20, nachfolgend durch ersten Katalysator 7, Partikelfilter 6, zweiten Katalysator 8 und über den Auslass 25 an die Umgebung 24.

25

Der Turbolader 20 umfasst weiter einen Verdichter 21 , der in einem Luftversorgungssystem 23 des Kraftfahrzeuges 32 angeordnet ist. Über die Ansaugleitung 18 wird Luft zur Verbrennungskraftmaschine 2 geführt. Weiter kann über eine Luftleitung 19 Luft einer als Heizeinrichtung 13 vorgesehenen Sekundärlufteinbringung 17 zugeführt werden.

Über die Steuereinheit 14 kann eine, eine katalytisch wirksame erste Be- Schichtung 9 des ersten Katalysators 7 zumindest teilweise deaktivierenden Beladung 10 durch Asche ermittelt werden. Weiter kann über die Steuereinheit 14, wenn infolge der ermittelten Beladung 10 eine nur unzureichende Umsetzung von gasförmigen Emissionen im ersten Katalysator 7 erwartet wird, eine Heizstrategie für den zweiten Katalysator 8 in Ab- hängigkeit von der ermittelten Beladung 10 ermittelt werden. Diese Heizstrategie kann zur beschleunigten Aufheizung des zweiten Katalysators 8 zur Erreichung einer light-off Temperatur 12 eingeleitet werden.

Die Ermittlung der Beladung 10 kann anhand eines Modell wertes 1 1 erfol- gen. Dieses Modell kann in der Steuereinheit 14 des Kraftfahrzeuges 32 hinterlegt sein, so dass in Abhängigkeit von Betriebspunkten der Verbrennungskraftmaschine 2, von Laufzeit, Laufleistung, Kraftstoffart und - qualität, usw. die Beladung mit Asche rechnerisch ermittelt werden kann. Hier bilden der Partikelfilter 6 und der erste Katalysator 7 eine Baueinheit, bei der eine Ablagerung der Asche auf dem Partikelfilter 6, die in dem Partikelfilter vorliegende erste Beschichtung 9 (zunehmend) deaktiviert.

Die Aufheizung des zweiten Katalysators 8 kann durch eine Erhöhung ei- ner Temperatur 12 des Abgases 4 stromaufwärts des zweiten Katalysators 8 erfolgen. Dabei kann die Erhöhung insbesondere durch innermotorische Maßnahmen eingeleitet werden, z. B. durch einen Betrieb der Verbrennungskraftmaschine 2 mit einem fetteren Gemisch, wobei unverbrannte Kohlenwasserstoffe stromabwärts der Verbrennungskraftmaschi- ne 2 oxidativ umgesetzt werden. Dafür ist hier eine Sekundärlufteinbringung 17 unmittelbar stromaufwärts von dem zweiten Katalysator 8 angeordnet, so dass gezielt eingebrachte unverbrannte Kohlenwasserstoffe im zweiten Katalysator 8 zur Beheizung des zweiten Katalysators 8 umge- setzt werden können. Die Aufheizung des zweiten Katalysators 8 kann zumindest teilweise auch durch eine Erhöhung einer Temperatur 12 des Abgases 4 innerhalb des zweiten Katalysators 8, hier durch die elektrische Heizeinrichtung 13 erfolgen. Fig. 2 zeigt ein Diagramm, in dem die Stickoxidemissionen 26 in [mg/s] über der Zeit 28 für eine im NE FZ- Fahrprofil (siehe Geschwindigkeit 29 an der rechten, vertikalen Achse) betriebene Verbrennungskraftmaschine 2 dargestellt sind. Fig. 3 zeigt ein Diagramm, in dem die (kumulierten) Stickoxidemissionen 27 in [mg/km] über der Zeit 28 für dieselbe im NEFZ- Fahrprofil betriebene Verbrennungskraftmaschine 2 dargestellt sind. Fig. 4 zeigt ein Diagramm, in dem die Temperatur 12 in [Grad Celsius] über der Zeit 28 für die im NEFZ-Fahrprofil betriebene Verbrennungskraftmaschine 2 dargestellt sind. Die Fig. 2 bis 4 werden im Folgenden gemeinsam beschrieben.

Ein Fahrzyklus legt fest, unter welchen Bedingungen und mit welchen Geschwindigkeitsabläufen ein Kraftfahrzeug bei der Ermittlung von Energieverbrauch bzw. Kraftstoffverbrauch und CO2-Emission bei Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor, betrieben wird. Die Überprüfung eines Kraft- fahrzeugs durch einen Fahrzyklus ist ein Bestandteil der Herstellerangaben, die für Zulassung und Vertrieb der Kraftfahrzeuge erforderlich sind.

Das NEFZ-Fahrprofil ist durch den NEFZ, also den Neuen Europäischen Fahrzyklus definiert. In jedem Diagramm sind ein erster Verlauf 30 und ein zweiter Verlauf 31 sowie ein Profil der Geschwindigkeit 29 des Kraftfahrzeuges dargestellt. Der erste Verlauf 30 bezeichnet die Stickoxidemissionen 26, die Stickoxi- demissionen 27 sowie die Temperatur 12 während eines bekannten Verfahrens (also ohne Beheizung des zweiten Katalysators 8 und bei infolge der Beladung 10 mit Asche deaktivierter erster Beschichtung 9). Der zweite Verlauf 31 zeigt die Stickoxidemissionen 26, die Stickoxidemissionen 27 sowie die Temperatur 12 während des vorgeschlagenen Verfahrens (auch bei infolge der Beladung 10 mit Asche deaktivierter erster Beschichtung 9), wobei hier der zweite Katalysator 8 frühzeitig über eine Heizeinrichtung 13 beheizt wird, so dass dieser eine light-off Temperatur 12 früher erreichen und dauerhaft halten kann. Erkennbar können die Stickoxidemissionen 26, 27 durch die Erhöhung der Temperatur 12 reduziert werden.

Bezugszeichenliste

1 Abgasanlage

2 Verbrennungskraftmaschine

3 Strömungsrichtung

4 Abgas

5 erste Abgasbehandlungsvorrichtung

6 Partikelfilter

7 erster Katalysator

8 zweiter Katalysator

9 erste Beschichtung

10 Beladung

1 1 Modellwert

12 Temperatur [Grad Celsius]

13 Heizeinrichtung

14 Steuereinheit

15 zweite Beschichtung

16 Abgasleitung

17 Sekundärlufteinbringung

18 Ansaugleitung

19 Luftleitung

20 Turbolader

21 Verdichter

22 Turbine

23 Luftversorgungssystem

24 Umgebung

25 Auslass

26 Stickoxidemission [Milligramm/Sekunde] Stickoxidemission [Milligramm/Kilonneter] Zeit [Sekunde]

Geschwindigkeit [Kilometer/Stunde] erster Verlauf

zweiter Verlauf

Kraftfahrzeug