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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR OPERATING A RAIL-GUIDED SUPERSTRUCTURE MACHINE, AND SUPERSTRUCTURE MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/068404
Kind Code:
A1
Abstract:
A rail-guided superstructure machine (1) is operated by means of a control device (11) in such a way that at least one status variable (Z) of the superstructure machine (1) is determined according to an operating status and the at least one status variable (Z) is compared with at least one predefined threshold value (GW, GS) for monitoring a derailment safety of the superstructure machine (1). In this way, the derailment safety of the superstructure machine (1) is determined and monitored according to the current operating state. The superstructure machine (1) thereby has an extended range of application and an enhanced performance capability, as well as an increased cost effectiveness.

Inventors:
PHILIPP, Thomas (Hainzenbachstrasse 59a, 4060 Leonding, 4060, AT)
Application Number:
EP2018/073649
Publication Date:
April 11, 2019
Filing Date:
September 04, 2018
Export Citation:
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Assignee:
PLASSER & THEURER EXPORT VON BAHNBAUMASCHINEN GMBH (Johannesgasse 3, 1010 Wien, 1010, AT)
International Classes:
B61L15/00; B61D15/02; B61F9/00; B61L23/00; B66C23/50; E01B29/00
Domestic Patent References:
WO2017144153A22017-08-31
Foreign References:
DE3015227A11981-03-12
DE202006019036U12007-03-08
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Claims:
Patenta nsprüche

Ί. Verfahren zum Betreiben einer schienengeführten Oberbaumaschine, umfassend die Schritte:

- Bereitstellen einer schienengeführten Oberbaumaschine (Ί) auf einem Gleis (3),

- Ermitteln mindestens einer Zustandsgröße (Z) der Oberbaumaschine (Ί) in

Abhängigkeit eines Betriebszustands, und

- Vergleichen der mindestens einen Zustandsgröße (Z) mit mindestens einem

vordefinierten Grenzwert (Gw, Gs) zur Überwachung der Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine (Ί).

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadu rch geken nzeich net, dass während einer Arbeitsfahrt ein Arbeitsgerät (8, 9) der Oberbaumaschine (Ί) betätigt wird und die mindestens eine Zustandsgröße (Z) wiederholt während der Arbeitsfahrt ermittelt und mit dem mindestens einen Grenzwert (Gw, Gs) verglichen wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadu rch geken nzeich net, dass die mindestens eine Zustandsgröße (Z) mit einem Grenzwert Gw verglichen wird und die Oberbaumaschine (Ί) ein Warnsignal erzeugt, wenn die mindestens eine

Zustandsgröße (Z) außerhalb eines durch den Grenzwert Gw definierten

Toleranzbereichs liegt.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadu rch geken nzeich net, dass die mindestens eine Zustandsgröße (Z) mit einem Grenzwert Gs verglichen wird und der Betriebszustand der Oberbaumaschine (Ί) automatisch verändert wird, wenn die mindestens eine Zustandsgröße (Z) außerhalb eines durch den Grenzwert Gs definierten Toleranzbereichs liegt.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadu rch geken nzeich net, dass die mindestens eine Zustandsgröße (Z) in Abhängigkeit eines Krümmungsparameters, insbesondere eines Bogenradius (R), des Gleises (3) ermittelt wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadu rch geken nzeich net, dass zur Ermittlung der mindestens einen Zustandsgröße (Z) eine zu der Entgleisungssicherheit

erforderliche Radführungskraft (Ya) der Oberbaumaschine (Ί) in Abhängigkeit des Krümmungsparameters ermittelt wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadu rch geken nzeich net, dass die Oberbaumaschine (Ί) mittels mindestens eines ersten Messsensors (12) mindestens eine erste Messgröße bestimmt, aus der ein Krümmungsparameter des Gleises (3) ermittelt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadu rch geken nzeich net, dass die mindestens eine erste Messgröße ein Ausschwenkweg (SA) eines Drehgestells (Di) der

Oberbaumaschine (Ί) ist.

9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadu rch geken nzeich net, dass die mindestens eine erste Messgröße ein horizontaler Abstand (d) zwischen der

Oberbaumaschine (Ί) und dem Gleis (3) ist.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadu rch geken nzeich net, dass die mindestens eine Zustandsgröße (Z) in Abhängigkeit mindestens einer

Radaufstandskraft (Q) der Oberbaumaschine (1) ermittelt wird.

11. Verfahren nach Anspruch 10, dadu rch geken nzeich net, dass für die mindestens eine Radaufstandskraft (Q) ein vordefinierter Wert (Qmin) in einer

Steuereinrichtung (11) der Oberbaumaschine (1) gespeichert ist.

12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadu rch geke n nzeich net, dass die Oberbaumaschine (1) mittels mindestens eines zweiten Messsensors (13, 14) mindestens eine zweite Messgröße bestimmt, aus der die mindestens eine

Radaufstandskraft (Q) ermittelt wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dad u rch geken nzeich net, dass die mindestens eine Zustandsgröße (Z) in Abhängigkeit mindestens einer zweiten Messgröße ermittelt wird, die insbesondere ein Federweg (SL, SR) eines Rads (RL, RR) der Oberbaumaschine (Ί) ist.

14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dad u rch ge ken nzeich net, dass die mindestens eine zweite Messgröße an mindestens einer äußeren Achse (An) der Oberbaumaschine (1) und/oder an einer entlasteten Seite der Oberbaumaschine (1) bestimmt wird.

15. Oberbaumaschine mit

- einem Maschinenrahmen (2),

- mindestens zwei an dem Maschinenrahmen (2) gelagerten Achsen (An, A12, A21, A22; An, A22) und daran angeordneten schienenführbaren Rädern (RL, RR),

- einem Antrieb (4) zum Drehantreiben mindestens einer der Achsen (An, A12, A21, A22; An, A22), und

- einem an dem Maschinenrahmen (2) befestigten Arbeitsgerät (8, 9),

geke n nzeich net d u rch

eine Steuereinrichtung (11), die derart ausgebildet ist, dass

- mindestens eine Zustandsgröße (Z) der Oberbaumaschine (1) in Abhängigkeit eines Betriebszustands ermittelt wird, und

- die mindestens eine Zustandsgröße (Z) mit mindestens einem vordefinierten

Grenzwert (Gw, Gs) zur Überwachung einer Entgleisungssicherheit der

Oberbaumaschine (1) verglichen wird.

Description:
Besch rei bu ng

Verfahren zum Betreiben einer schienengeführten Oberbaumaschine sowie

Oberbaumaschine

Gebiet der Technik

[01] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer schienengeführten Oberbaumaschine. Ferner betrifft die Erfindung eine Oberbaumaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs Ί5.

Stand der Technik

[02] Schienengeführte Oberbaumaschinen werden zur Herstellung, Erneuerung und Instandhaltung von Oberleitungsanlagen eingesetzt. Hierzu weisen die Oberbaumaschinen Arbeitsgeräte auf, wie beispielsweise Hebearbeitsbühnen, frei verschwenkbare Arbeitsbühnen, Kräne und Manipulatoren, die in

Abhängigkeit einer Last und einer Stellung ein variables Kippmoment auf die jeweilige Oberbaumaschine erzeugen. Zur Gewährleistung der

Entgleisungssicherheit wird unter der Annahme von Extrembedingungen, wie beispielsweise einer maximalen Belastung der Arbeitsgeräte und einer maximalen Gleisüberhöhung, die Bewegungsfreiheit der Arbeitsgeräte sowie die Arbeitsfahrgeschwindigkeit der Oberbaumaschine beschränkt.

Zusammenfassung der Erfindung

[03] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer schienengeführten Oberbaumaschine zu schaffen, das die Leistungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Oberbaumaschine erhöht und deren

Einsatzbereich erweitert.

[04] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass durch die Annahme von

Extrembedingungen die Leistungsfähigkeit der Oberbaumaschine in einer Vielzahl von in der Praxis auftretenden Arbeitssituationen unverhältnismäßig eingeschränkt wird. Deshalb wird in Abhängigkeit eines momentanen

Betriebszustands mindestens eine Zustandsgröße der Oberbaumaschine ermittelt und die mindestens eine Zustandsgröße mit mindestens einem vordefinierten Grenzwert verglichen. Der mindestens eine vordefinierte Grenzwert dient zur Überwachung der Entgleisungssicherheit der

Oberbaumaschine, so dass durch den Vergleich der mindestens einen

Zustandsgröße mit dem mindestens einen vordefinierten Grenzwert für den momentanen Betriebszustand überprüft wird, ob die Entgleisungssicherheit noch zuverlässig gewährleistet oder gefährdet ist. Hierdurch ist es möglich, die Leistungsfähigkeit und den potentiellen Einsatzbereich der

Oberbaumaschine in Abhängigkeit des momentanen Betriebszustands besser auszuschöpfen, so dass die Wirtschaftlichkeit der Oberbaumaschine verbessert wird. Trotz des erweiterten Einsatzbereichs und der erhöhten Leistungsfähigkeit der Oberbaumaschine ist zu jeder Zeit die

Entgleisungssicherheit aufgrund der Überwachung zuverlässig gewährleistet.

[05] Die mindestens eine Zustandsgröße charakterisiert somit die

Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine. Die mindestens eine

Zustandsgröße wird vorzugsweise in Abhängigkeit einer Radführungskraft und/oder einer Radaufstandskraft der Oberbaumaschine ermittelt. Die mindestens eine Zustandsgröße ist vorzugsweise ein Verhältnis bzw. ein Quotient aus einer Radführungskraft und einer Radaufstandskraft. Das

Ermitteln der mindestens einen Zustandsgröße und/oder das Vergleichen der mindestens einen Zustandsgröße mit dem mindestens einen Grenzwert erfolgt vorzugsweise mittels einer Steuereinrichtung der Oberbaumaschine. Das Ermitteln der mindestens einen Zustandsgröße und das Vergleichen mit dem mindestens einen Grenzwert erfolgt insbesondere in Echtzeit, so dass die Überwachung der Entgleisungssicherheit während des Betriebs schnell und zuverlässig erfolgt.

[06] Ein Verfahren nach Anspruch 2 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit und somit eine erhöhte Wirtschaftlichkeit. Dadurch, dass wiederholt, insbesondere in gleichen Zeitabständen, während der Arbeitsfahrt die mindestens eine Zustandsgröße ermittelt und mit dem mindestens einen Grenzwert verglichen wird, wird in zuverlässiger Weise ständig die Entgleisungssicherheit während der Arbeitsfahrt und während der Betätigung des Arbeitsgeräts überwacht. Das Ermitteln der mindestens einen Zustandsgröße und das Vergleichen mit dem mindestens einen Grenzwert erfolgt vorzugsweise online und/oder in Echtzeit. Durch das wiederholte Ermitteln und Vergleichen ist ein uneingeschränkter Betrieb des Arbeitsgeräts während der Arbeitsfahrt möglich, solange die mindestens eine

Zustandsgröße innerhalb eines vordefinierten Toleranzbereichs für die

Entgleisungsstabilität liegt.

[07] Ein Verfahren nach Anspruch 3 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Wenn die mindestens eine

Zustandsgröße außerhalb des durch den Grenzwert Gw definierten

Toleranzbereichs liegt, erzeugt die Oberbaumaschine ein Warnsignal, so dass ein Operator der Oberbaumaschine einen Warnhinweis erhält, dass sich die Oberbaumaschine in einem Grenzbereich der Entgleisungssicherheit befindet. Das Warnsignal ist optisch und/oder akustisch. Der Operator hat hierdurch die Möglichkeit, den momentanen Betriebszustand der Oberbaumaschine derart zu ändern, dass ein zu hohes Kippmoment, das die Gefährdung der

Entgleisungssicherheit verursacht, reduziert wird. Der Operator bringt hierzu beispielsweise das Arbeitsgerät in einen sicheren Zustand. Die

Vorschubbewegung der Oberbaumaschine während einer Arbeitsfahrt muss hierzu nicht unterbrochen werden.

[08] Ein Verfahren nach Anspruch 4 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Der Betriebszustand der

Oberbaumaschine wird automatisch verändert, wenn die mindestens eine Zustandsgröße außerhalb des durch den Grenzwert Gs definierten

Toleranzbereichs liegt. Der Betriebszustand der Oberbaumaschine wird aufgrund einer akuten Gefährdung der Entgleisungssicherheit automatisch derart verändert, dass die Oberbaumaschine wieder in einen sicheren

Betriebszustand ohne eine Gefährdung der Entgleisungssicherheit überführt wird. Der Betriebszustand wird beispielsweise derart automatisch geändert, dass ein Antrieb der Oberbaumaschine abgeschaltet und die

Oberbaumaschine gestoppt wird und/oder das von dem Arbeitsgerät verursachte Kippmoment durch eine Bewegung des Arbeitsgeräts reduziert wird. Vorzugsweise erzeugt die Oberbaumaschine vor einer automatischen Veränderung des Betriebszustands ein Warnsignal, so dass ein Operator die Möglichkeit hat, die Oberbaumaschine selbst wieder in einen sicheren

Betriebszustand zu überführen.

[09] Ein Verfahren nach Anspruch 5 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Die mindestens eine Zustandsgröße, die die Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine charakterisiert, ist abhängig von einer im momentanen Betriebszustand der Oberbaumaschine

erforderlichen Radführungskraft. Die Radführungskraft ist wiederum abhängig von einem Krümmungsparameter des Gleises bzw. des Gleisabschnitts, auf dem sich die Oberbaumaschine aktuell befindet. Der Krümmungsparameter ist insbesondere ein Bogenradius des Gleisabschnitts, auf dem sich die Oberbaumaschine aktuell befindet. Der Krümmungsparameter ist

insbesondere ausgewählt aus der Gruppe Bogenradius der kurveninneren Schiene, Bogenradius der kurvenäußeren Schiene oder mittlerer Bogenradius des Gleises. Der mittlere Bogenradius des Gleises liegt zwischen dem

Bogenradius der kurveninneren Schiene und dem Bogenradius der

kurvenäußeren Schiene. Dadurch, dass die mindestens eine Zustandsgröße in Abhängigkeit des Krümmungsparameters des Gleises ermittelt wird, charakterisiert die mindestens eine Zustandsgröße die Entgleisungssicherheit genau und zuverlässig, so dass die Überwachung der Entgleisungssicherheit zuverlässig gewährleitstet ist.

[10] Ein Verfahren nach Anspruch 6 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Dadurch, dass die mindestens eine Zustandsgröße in Abhängigkeit einer zu der Entgleisungssicherheit

erforderlichen Radführungskraft der Oberbaumaschine ermittelt wird, ist eine genaue und zuverlässige Überwachung der Entgleisungssicherheit möglich. Die Radführungskraft wird in Abhängigkeit des Krümmungsparameters des Gleises bzw. des Gleisabschnitts, auf dem sich die Oberbaumaschine aktuell befindet, ermittelt. Die Radführungskraft wird vorzugsweise anhand einer in einer Steuereinrichtung der Oberbaumaschine hinterlegten Tabelle und/oder Berechnungsvorschrift ermittelt. Die mindestens eine Zustandsgröße, die die Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine charakterisiert, wird somit genau und zuverlässig ermittelt. [11] Ein Verfahren nach Anspruch 7 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Mittels des mindestens einen ersten Messsensors wird die mindestens eine erste Messgröße messtechnisch bestimmt, aus der wiederum der Krümmungsparameter des Gleises bzw. des Gleisabschnitts, auf dem sich die Oberbaumaschine aktuell befindet, ermittelt wird. Die mindestens eine Zustandsgröße wird in Abhängigkeit des

Krümmungsparameters ermittelt. Da die Entgleisungssicherheit abhängig von einer Radführungskraft der Oberbaumaschine ist und die Radführungskraft wiederum abhängig von dem Krümmungsparameter des Gleises ist, charakterisiert die mindestens eine Zustandsgröße die Entgleisungssicherheit genau und zuverlässig. Vorzugsweise werden mittels des mindestens einen ersten Messsensors wiederholt Messwerte zu der mindestens einen ersten Messgröße messtechnisch ermittelt, so dass aus den Messwerten wiederholt der Krümmungsparameter ermittelt wird. Dies erfolgt vorzugsweise online und/oder in Echtzeit.

[12] Ein Verfahren nach Anspruch 8 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Weist die Oberbaumaschine Drehgestelle auf, so ist durch eine Messung des Ausschwenkwegs eines der Drehgestelle in einfacher und zuverlässiger Weise der Krümmungsparameter, insbesondere der Bogenradius, des Gleisabschnitts ermittelbar, auf dem sich die

Oberbaumaschine aktuell befindet. Der Ausschwenkweg kann in einfacher Weise mittels des mindestens einen ersten Messsensors gemessen werden. Der Messsensor ist insbesondere ein kontinuierlich oder diskret ausgebildeter Weg-Messsensor. Der Messsensor ist beispielsweise ein kontinuierlicher Linearaufnehmer oder eine diskrete mechanische Schaltkulisse.

[13] Ein Verfahren nach Anspruch 9 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Durch die Messung des horizontalen Abstands zwischen der Oberbaumaschine und dem Gleis ist der

Krümmungsparameter des Gleises bzw. des Gleisabschnitts, auf dem sich die Oberbaumaschine aktuell befindet, genau und zuverlässig ermittelbar. Der horizontale Abstand wird auch als Pfeilhöhe bezeichnet. Die Messung des horizontalen Abstands ist sowohl bei Oberbaumaschinen mit Drehgestellen als auch bei Oberbaumaschinen ohne Drehgestelle, also mit nicht verschwenkbaren Achsen, möglich. Der horizontale Abstand wird in einem Mitten bereich der Oberbaumaschine, also zwischen den Achsen der

Oberbaumaschine, und/oder im Überhang der Oberbaumaschine gemessen. Der mindestens eine Messsensor ist insbesondere optisch ausgebildet.

[14] Ein Verfahren nach Anspruch Ί0 gewährleistet einen erweiterten

Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Die Entgleisungssicherheit ist abhängig von einer Radaufstandskraft der Oberbaumaschine. Dadurch, dass die mindestens eine Zustandsgröße in Abhängigkeit mindestens einer Radaufstandskraft ermittelt wird, charakterisiert die mindestens eine

Zustandsgröße die Entgleisungssicherheit genau und zuverlässig. Hierdurch ist eine genaue und zuverlässige Überwachung der Entgleisungssicherheit möglich. Die mindestens eine Radaufstandskraft wird durch Messung und/oder Berechnung ermittelt. Die mindestens eine Radaufstandskraft wird beispielsweise aus dem ermittelten Krümmungsparameter berechnet.

[15] Ein Verfahren nach Anspruch 11 gewährleistet einen erweiterten Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Der gespeicherte Wert für die

mindestens eine Radaufstandskraft charakterisiert eine angenommene minimal auftretende Radaufstandskraft. Hierdurch fließt in die Ermittlung der mindestens einen Zustandsgröße der für die Entgleisungssicherheit

ungünstigste Wert der mindestens einen Radaufstandskraft ein. Die

Berechnung der mindestens einen Zustandsgröße wird hierdurch vereinfacht. Zudem ist vorzugsweise ein gespeicherter Wert für die mindestens eine Radaufstandskraft für den Fall vorhanden, dass eine für die Ermittlung der mindestens einen Radaufstandskraft durchzuführende Messung,

beispielsweise aufgrund eines technischen Defekts, nicht durchführbar ist.

[16] Ein Verfahren nach Anspruch 12 gewährleistet einen erweiterten

Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Durch die Messung der mindestens einen zweiten Messgröße ist eine genaue und zuverlässige Ermittlung der mindestens einen Radaufstandskraft möglich. Da die

mindestens einen Zustandsgröße von der mindestens einen Radaufstandskraft abhängig ist, ist hierdurch eine genaue und zuverlässige Überwachung der Entgleisungssicherheit möglich. Vorzugsweise ist die mindestens eine zweite Messgröße eine Kraft und/oder eine Länge. Die mindestens eine zweite Messgröße wird, falls die Oberbaumaschine mehr als zwei Achsen hat, vorzugsweise an mindestens einer äußeren Achse gemessen. Die äußeren Achsen werden auch als führende Achse und nachlaufende Achse bezeichnet. Vorzugsweise wird die mindestens eine zweite Messgröße an beiden Rädern der jeweiligen Achse gemessen, wobei für die Ermittlung der mindestens einen Zustandsgröße insbesondere die zweite Messgröße des entlasteten Rades, also des Rades an der entlasteten Seite, verwendet wird. Die

mindestens eine zweite Messgröße wird vorzugsweise wiederholt,

insbesondere in gleichen Zeitabständen, gemessen. Mittels der Messwerte wird die mindestens eine Zustandsgröße online und/oder in Echtzeit ermittelt. Hierdurch wird die Entgleisungssicherheit ständig und zuverlässig

gewährleistet.

[17] Ein Verfahren nach Anspruch Ί3 gewährleistet einen erweiterten

Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Die mindestens eine zweite Messgröße ist vorzugsweise eine Kraft und/oder eine Länge,

insbesondere der Federweg eines Rads der Oberbaumaschine. Der Federweg wird beispielsweise mittels eines kontinuierlichen Linearaufnehmers gemessen. Vorzugsweise wird aus der mindestens einen zweiten Messgröße mindestens eine Radaufstandskraft berechnet. Die mindestens eine Zustandsgröße wird in Abhängigkeit der mindestens einen Radaufstandskraft ermittelt. Die

mindestens eine Zustandsgröße ist beispielsweise ein Verhältnis einer

Radführungskraft zu der zugehörigen Radaufstandskraft. Weiterhin wird die mindestens eine Zustandsgröße beispielsweise derart ermittelt, dass eine zeitliche Änderung der zweiten Messgröße ermittelt und die zeitliche

Änderung mit dem mindestens einen Grenzwert verglichen wird. Hierdurch wird die Entgleisungssicherheit genau und zuverlässig überwacht.

[18] Ein Verfahren nach Anspruch 14 gewährleistet einen erweiterten

Einsatzbereich und eine erhöhte Leistungsfähigkeit. Die Gefahr einer

Entgleisung ist am schnellsten an einer äußeren Achse, also an der führenden Achse und der nachlaufenden Achse, und an der entlasteten Seite der

Oberbaumaschine zu erkennen. Vorzugsweise wird die mindestens eine zweite Messgröße somit an mindestens einer äußeren Achse und an der entlasteten Seite der Oberbaumaschine bestimmt. Hierzu sind beispielsweise an jeweils beiden Rädern mindestens einer der äußeren Achsen zweite

Messsensoren angeordnet, die zugehörige zweite Messgrößen bestimmen. Anhand der Messgrößen wird erkannt, welche Seite der Oberbaumaschine entlastet ist, so dass die zugehörige zweite Messgröße zur Ermittlung der mindestens einen Zustandsgröße verwendet wird.

[19] Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, eine schienengeführte

Oberbaumaschine zu schaffen, die einen erweiterten Einsatzbereich sowie eine erhöhte Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit hat.

[20] Diese Aufgabe wird durch eine Oberbaumaschine mit den Merkmalen des Anspruches Ί5 gelöst. Die Vorteile der erfindungsgemäßen Oberbaumaschine entsprechen den Vorteilen des erfindungsgemäßen Verfahrens. Die

Oberbaumaschine kann insbesondere mit den Merkmalen mindestens eines der Ansprüche 1 bis 14 weitergebildet werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

[21] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung einer schienengeführten

Oberbaumaschine gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel, Fig. 2 eine schematische Draufsicht auf die auf einem Gleis befindliche

Oberbaumaschine in Fig. 1,

Fig. 3 eine geometrische Zeichnung zur Berechnung eines Bogenradius des Gleises in Fig. 2 anhand eines Ausschwenkweges eines

Drehgestells der Oberbaumaschine,

Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Drehgestells der

Oberbaumaschine zur Veranschaulichung einer Federwegmessung, Fig. 5 eine schematische Draufsicht auf eine Oberbaumaschine gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, und

Fig. 6 eine geometrische Zeichnung zur Ermittlung eines Bogenradius des

Gleises anhand eines gemessenen Abstands zwischen der

Oberbaumaschine und dem Gleis. Beschreibung der Ausführungsformen

[22] Nachfolgend ist anhand der Fig. 1 bis 4 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Eine Oberbaumaschine Ί weist einen

Maschinenrahmen 2 auf, an dem zwei Drehgestelle Di und D2 um zugehörige Schwenkachsen S1 und S2 verschwenkbar gelagert sind. An jedem der

Drehgestelle Di, D2 sind zwei Achsen An, A12 und A21, A22 gelagert. Die Achsen An und A22 bilden die äußeren Achsen der Oberbaumaschine Ί. An den Achsen An bis A22 sind jeweils zwei schienenführbare Räder R|_ und RR befestigt. Die Drehgestelle Di, D2 und die zugehörigen Achsen An bis A22 sind in einer horizontalen x-Richtung voneinander beabstandet. Die x-Richtung bildet zusammen mit einer horizontalen y-Richtung und einer vertikalen z- Richtung ein maschinenfestes Koordinatensystem. Die Schwenkachsen S1 und S2 verlaufen parallel zu der z-Richtung. Die Räder RL und RR der Achsen An bis A22 sind entsprechend einer Spurweite eines Gleises 3 in der y-Richtung zueinander beabstandet. Zum Drehantreiben mindestens einer der Achsen An bis A22 weist die Oberbaumaschine Ί einen Antrieb 4 auf, der an dem

Maschinenrahmen 2 befestigt ist.

[23] Im Betrieb ist die Oberbaumaschine 1 auf Schienen 5, 6 des Gleises 3

angeordnet und schienengeführt mittels des Antriebs 4 in einer

Arbeitsrichtung 7 verfahrbar. An dem Maschinenrahmen 2 sind Arbeitsgeräte 8, 9 befestigt. Das Arbeitsgerät 8 ist beispielsweise als Hebearbeitsbühne ausgebildet und in der z-Richtung verlagerbar. Das Arbeitsgerät 9 ist beispielsweise als in der x-, der y- und der z-Richtung frei verschwenkbare Arbeitsbühne ausgebildet. Die Arbeitsgeräte 8, 9 dienen beispielsweise zur Herstellung, Erneuerung und Instandhaltung einer Oberleitungsanlage 10, die dem Gleis 3 zugeordnet ist.

[24] Zur Steuerung der Oberbaumaschine 1 und zur Überwachung einer

Entgleisungssicherheit weist die Oberbaumaschine Ί eine Steuereinrichtung ΊΊ auf. Die Steuereinrichtung ΊΊ ist in Signalverbindung mit einem ersten

Messsensor Ί2 und zweiten Messsensoren Ί3, Ί4. Der erste Messsensor Ί2 dient zur Messung eines Ausschwenkweges SA des Drehgestelles Dn Der erste Messsensor Ί2 ist zur Messung des Ausschwenkweges SA an dem Drehgestell Di und dem Maschinenrahmen 2 angeordnet. Der erste Messsensor Ί2 ist beispielsweise als kontinuierlich messender Linearaufnehmer oder als diskret messende mechanische Schaltkulisse ausgebildet. Durch die Messung des Ausschwenkweges SA wird der Steuereinrichtung ΊΊ eine erste Messgröße bereitgestellt.

[25] Die Achsen An bis A 2 2 sind im Bereich der jeweiligen Räder R L und RR mittels Federn Ί5 an dem jeweiligen Drehgestell Di, D2 gelagert. Der Messsensor Ί3 ist im Bereich des Rades RL der Achse An angeordnet, wohingegen der

Messsensor Ί4 im Bereich des Rades RR der Achse An angeordnet ist. Der Messsensor Ί3 dient zur Messung eines Federweges SL zwischen dem Rad RL und dem Drehgestell Di, wohingegen der Messsensor Ί4 zur Messung eines Federweges SR zwischen dem Rad RR und dem Drehgestell Di dient. Die Messsensoren Ί3, Ί4 sind beispielsweise als kontinuierlich messende

Linearaufnehmer ausgebildet, die im Bereich des jeweiligen Rades RL und RR zwischen der Achse An und dem Drehgestell Di angeordnet sind. Die äußere Achse An ist die in der Arbeitsrichtung 7 führende Achse. Alternativ oder zusätzlich können zweite Messsensoren an der äußeren Achse A22, die die in der Arbeitsrichtung 7 nachlaufende Achse ist, angeordnet sein.

[26] Nachfolgend ist der Betrieb der schienengeführten Oberbaumaschine 1 und das Überwachen der Entgleisungssicherheit beschrieben:

[27] Zur Herstellung, Erneuerung und/oder Instandhaltung der Oberleitungsanlage Ί0 wird die Obermaschine Ί von einem Operator mittels des Antriebs 4 in der Arbeitsrichtung 7 auf dem Gleis 3 verfahren. Die Arbeitsgeräte 8, 9 werden zur Durchführung erforderlicher Arbeiten an der Oberleitungsanlage Ί0 nach Bedarf positioniert. Dieser Betriebszustand wird als Arbeitsfahrt bezeichnet.

[28] Während der Arbeitsfahrt bestimmt die Oberbaumaschine 1 mittels des ersten Messsensors Ί2 wiederholt, vorzugsweise in konstanten Zeitabständen, den Ausschwenkweg SA des Drehgestells Di und stellt die ermittelten Messwerte der Steuereinrichtung ΊΊ bereit. Zusätzlich bestimmt die Oberbaumaschine Ί wiederholt, vorzugsweise in konstanten Zeitabständen, die Federwege SL und SR im Bereich der Räder RL und RR der führenden Achse An und stellt die ermittelten Messwerte der Steuereinrichtung ΊΊ bereit. Vorzugsweise werden der Ausschwenkweg SA und die Federwege SL und SR ZU übereinstimmenden Zeitpunkten gemessen. [29] Die Arbeitsgeräte 8, 9 erzeugen je nach Last und Stellung ein Kippmoment auf die Oberbaumaschine 1, das die Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine 1 gefährden kann. Zur Überwachung der Entgleisungssicherheit wird eine Zustandsgröße Z der Oberbaumaschine 1 in Abhängigkeit des aktuellen Betriebszustands ermittelt und die ermittelte Zustandsgröße Z zur

Überwachung der Entgleisungssicherheit mit vordefinierten Grenzwerten Gw und Gs verglichen. Die Zustandsgröße Z ist ein Quotient aus einer

Radführungskraft Y a und einer Radaufstandskraft Q. Für die Zustandsgröße Z gilt somit:

Z = Y a /Q (Ί).

[30] Die Radführungskraft Y a wird in Abhängigkeit des gemessenen

Ausschwenkweges A ermittelt. Hierzu wird mittels der Steuereinrichtung 11 zunächst aus dem gemessenen Ausschwenkweg A ein Krümmungsparameter des Abschnitts des Gleises 3 ermittelt, auf dem sich die Oberbaumaschine 1 aktuell bzw. momentan befindet. Der Krümmungsparameter ist ein

Bogenradius R des Abschnitts des Gleises 3, auf dem sich die

Oberbaumaschine 1 aktuell befindet. Aus dem Ausschwenkweg A wird zunächst ein Ausschwenkwinkel φ berechnet. Der Ausschwenkwinkel φ ergibt sich wie folgt:

wobei A der gemessene Ausschwenkweg und r ein Abstand des Messsensors 12 von der Schwenkachse Si auf der Verbindungsgeraden zwischen den Schwenkachsen Si und S2 ist. Üblicherweise ist der Ausschwenkweg A wesentlich kleiner als der Abstand r. Der Abstand r ist bekannt und konstant.

[31] Anhand des Ausschwenkwinkels φ nach Gleichung (2) wird der Bogenradius R wie folgt berechnet:

R = 2— -sin(cp) (3)' wobei D der Abstand der Schwenkachsen Si und S2 ist. Der Abstand D ist bekannt und konstant. Die Berechnung des Bogenradius R ist in Fig. 3 veranschaulicht. Aus dem Ausschwenkweg A ergibt sich zudem die

Krümmungsrichtung des Gleises 3, so dass - im Beispiel von Fig. 2 - das bogeninnere Rad RL und das bogenäußere Rad RR eindeutig bestimmt werden kann. [32] Der Bogenradius R ist ein mittlerer Bogenradius, der zwischen einem

Bogenradius der kurvenäußeren Schiene 6 und der kurveninneren Schiene 5 liegt. Der Bogenradius R kann näherungsweise als Bogenradius der bogenäußeren Schiene 6 angenommen werden oder zur exakten Berechnung des Bogenradius der kurvenäußeren Schiene 6 um eine halbe Spurweite des Gleises 3 erhöht werden.

[33] Gemäß der Norm bzw. Vorschrift ORE B55/RP8 (siehe Tab. I. 2, Lfd. Nr. 20) wird die Radführungskraft Y A des bogenäußeren Rades RR nach folgender Gleichung (4) in kN ermittelt:

Ya = [Q [X (™1 CLq + ™ 2 ) + ΤΠ 3 CL q + ΤΠ 4 ] + X (c CL q + C 2 ) + C 3 CL q + C 4 } KT 3 , wobei

Q eine mittlere Radaufstandskraft in kN,

a q eine Seitenbeschleunigung in m/s 2 ,

mi bis m 4 und Ci bis c 4 Regressionsfaktoren und

x eine Hilfsgröße bezeichnet.

[34] Für Gleichung (4) und die Berechnung der Radführungskraft Y A in kN gilt:

und

a q = 0 m/s 2 .

[35] Die mittlere Radaufstandskraft Q von der Oberbaumaschine 1 ist bekannt und wurde beispielsweise durch eine Messung ermittelt. Für die mittlere

Radaufstandskraft Q gilt beispielsweise: Q = 65,12 kN.

[36] Für die variable Hilfsgröße x wird der berechnete Bogenradius R in Gleichung (4) eingesetzt.

[37] Die Radaufstandskraft Q ist abhängig von einem auf die Oberbaumaschine 1 wirkenden Kippmoment, einer momentanen Verwindung im Gleis 3 und einer Überhöhung des Gleises 3. Die aktuelle Radaufstandskraft Q ergibt sich wie folgt:

Q = Qo - As · k (5), wobei Qo eine Radaufstandskraft in einer Ruhelage der Oberbaumaschine 1, k eine Federkonstante der Federn Ί5 und

As einen Einfeder- bzw. Ausfederweg bezeichnet.

[38] Der Einfeder- bzw. Ausfederweg As ergibt sich zu

As = SL - So für das Rad RL (6),

As = SR - So für das Rad RR (7),

wobei SL, SR die gemessenen Federwege sind und so ein Federweg in der Ruhelage ist.

[39] Aus den berechneten Radaufstandskräften Q für die Räder RL und RR wird die kleinere Radaufstandskraft Q des bogenäußeren Rades RR ausgewählt, da das bogenäußere Rad RR eine entlastete Seite der Oberbaumaschine 1

charakterisiert. Aus der ermittelten Radführungskraft Y a und der ermittelten Radaufstandskraft Q des Rades RR wird anschließend nach Gleichung (Ί) die Zustandsgröße Z berechnet.

[40] Die Zustandsgröße Z charakterisiert die Entgleisungssicherheit der

Oberbaumaschine 1. Zur Überprüfung, ob die Entgleisungssicherheit zuverlässig gewährleistet oder gefährdet ist, wird die Zustandsgröße Z mit dem ersten Grenzwert Gw und dem zweiten Grenzwert Gs verglichen. Für die Grenzwerte gilt: Gw < Gs. Die Grenzwerte werden beispielsweise wie folgt gewählt: G w = 0,98 und G s = 1,08.

[41] Die Steuereinrichtung 11 vergleicht während der Arbeitsfahrt wiederholt und online bzw. in Echtzeit die ermittelte Zustandsgröße Z mit dem ersten

Grenzwert Gw- Wird der Grenzwert Gw überschritten, so ist die

Entgleisungssicherheit gefährdet und die Oberbaumaschine 1 erzeugt ein akustisches und/oder optisches Warnsignal. Aufgrund des Warnsignals hat der Operator die Möglichkeit, die Oberbaumaschine 1 wieder in einen sicheren Betriebszustand zu überführen, beispielsweise ein aufgrund der Stellung der Arbeitsgeräte 8, 9 erzeugtes, zu hohes Kippmoment zu reduzieren. Weiterhin vergleicht die Steuereinrichtung 11 die ermittelte Zustandsgröße Z wiederholt mit dem zweiten Grenzwert Gs, beispielsweise dann, wenn der Grenzwert Gw überschritten wurde. Wird auch der Grenzwert Gs überschritten, ist die

Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine 1 akut gefährdet, so dass die Steuereinrichtung 11 den Betriebszustand der Oberbaumaschine 1 unmittelbar und automatisch verändert. Die Steuereinrichtung ΊΊ reduziert beispielsweise das Kippmoment durch automatisches Verändern der Stellung der

Arbeitsgeräte 8, 9 und/oder stoppt die Arbeitsfahrt der Oberbaumaschine 1 automatisch. Hierdurch ist zu jedem Zeitpunkt die Entgleisungssicherheit der Oberbaumaschine Ί sicher und zuverlässig gewährleistet. Gleichzeitig werden der mögliche Einsatzbereich und die Leistungsfähigkeit der Oberbaumaschine Ί weitest möglich im Rahmen der Entgleisungssicherheit ausgeschöpft.

[42] Nachfolgend ist anhand der Fig. 5 und 6 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Im Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel weist die Oberbaumaschine Ί zwei Achsen An und A22 auf, die nicht verschwenkbar, also nicht mittels Drehgestellen an dem Maschinenrahmen 2 gelagert sind. Der erste Messsensor Ί2 ist mittig zwischen den Achsen An und A22 an dem Maschinenrahmen 2 befestigt und dient zur Messung eines horizontalen Abstandes d zwischen der Oberbaumaschine Ί und einer der Schienen 5, 6 des Gleises 3. In Fig. 5 ist der Messsensor Ί2 im Bereich der bogenäußeren Schiene 6 angeordnet, so dass dieser den horizontalen Abstand d zwischen der bogenäußeren Schiene 6 und der Oberbaumaschine Ί misst. Der Messsensor Ί2 ist beispielsweise optisch ausgebildet. Der horizontale Abstand d wird auch als Pfeilhöhe bezeichnet.

[43] Der Messsensor Ί2 misst - geometrisch betrachtet - den Abstand d zwischen der bogenäußeren Schiene 6 und einer Verbindungsgeraden V, die durch die Kontaktpunkte P1 und P3 der Räder RR der Achsen Anund A22 definiert ist. In Fig. 6 ist die Messung des Abstandes d und die Berechnung des Bogenradius R der bogenäußeren Schiene 6 veranschaulicht. Durch die Messung des Abstandes d wird ein weiterer zwischen den Kontaktpunkten P1 und P3 liegender Punkt P2 bestimmt. Durch die Punkte P1 bis P3 ist der Bogenradius R eindeutig festgelegt, so dass der Bogenradius R wie folgt berechenbar ist:

[44] wobei a der Abstand der Kontaktpunkte P1 und P3 zu dem Messsensor Ί2 ist.

Da der Abstand d wesentlich kleiner als der Abstand a ist, ist der Summand d/2 vernachlässigbar. [45] Alternativ zu der beschriebenen Anordnung des Messsensors 12 mittig zwischen den Achsen An und A22 kann die Anordnung auch in einem

Überhang der Oberbaumaschine 1 erfolgen. Ein entsprechender erster

Messsensor 12' ist in Fig. 5 veranschaulicht. Hierdurch werden in

entsprechender Weise Punkte P1 bis P3 definiert, aus denen der Bogenradius R berechenbar ist.

[46] Aus dem ermittelten Bogenradius R kann mit Gleichung (1) die

Radführungskraft Y A am bogenäußeren Rad RR entsprechend dem ersten Ausführungsbeispiel berechnet werden. Die Berechnung der

Radaufstandskraft Q und der Zustandsgröße Z sowie die Überwachung der Entgleisungssicherheit durch Vergleich mit den Grenzwerten Gw und Gs erfolgt entsprechend zu dem ersten Ausführungsbeispiel. Hinsichtlich des weiteren Aufbaus und der weiteren Funktion der Oberbaumaschine 1 wird

dementsprechend auf das erste Ausführungsbeispiel verwiesen.

[47] Alternativ oder zusätzlich kann in der Steuereinrichtung 11 ein minimaler Wert Qmin für die Radaufstandskraft Q gespeichert sein, mit dem die Berechnung der Zustandsgröße Z und die Überwachung der Entgleisungssicherheit erfolgt. In diesem Fall kann auf die Messung der Federwege SL und SR sowie die zugehörigen zweiten Messsensoren 13, 14 verzichtet werden. Hierdurch wird der Aufbau der Oberbaumaschine 1 vereinfacht. Weiterhin kann der Wert Q m in für den Fall verwendet werden, dass die Messung des Federweges SL und/oder des Federweges SR ausfällt. Der minimal im Betrieb vorkommende Wert Qmin wird beispielsweise vor Inbetriebnahme der Oberbaumaschine 1 berechnet und als fester Wert in der Steuereinrichtung 11 gespeichert.

[48] Dadurch, dass die Entgleisungssicherheit in Abhängigkeit des momentanen Betriebszustands der Oberbaumaschine 1 ständig überwacht wird, kann die Leistungsfähigkeit der Oberbaumaschine 1 in jedem momentanen

Betriebszustand bis zu der physikalischen Grenze ausgeschöpft werden, so dass sich der Einsatzbereich der Oberbaumaschine 1 erweitert und sich die Wirtschaftlichkeit erhöht.