SÖCKNICK, Ralf (Urbanstrasse 32, Kornwestheim, 70806, DE)
DOPSLAFF, Carsten (Schlehenweg 12, Winnenden, 71364, DE)
SÖCKNICK, Ralf (Urbanstrasse 32, Kornwestheim, 70806, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zum Betrieb einer Wasserenthärtungsanlage (1) mit - einer automatisch verstellbaren Verschneideeinrichtung (9a, 9a1, 9a") zum Mischen eines Verschnittwasserstroms V(t)verschnitt aus einem ersten, enthärteten Teilstrom V(t)teιn weich und einem zweiten, rohwasserführenden Teilstrom V(t)teιi2roh, und mit - einer elektronischen Steuereinrichtung (11 ), wobei die Steuereinrichtung (11) mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellposition der Verschneideeinrichtung (9a, 9a1, 9a") so regelt, dass die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom V(t)verschnιtt auf einen vorgegebenen Sollwert (SW) eingestellt wird, wobei die Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") eine oder mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgt, dadurch gekennzeichnet, dass der Sollwert (SW) durch eine Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") vorgegeben wird, und dass die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") an die Steuereinrichtung (11) übermittelt wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Wasserentnahmestation (50, 50', 50") eine Eingabevorrichtung (23) aufweist, an der der Sollwert (SW) eingegeben wird. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der über die Eingabevorrichtung (23) an der Wasserentnahmestation (50, 50', 50") eingegebene Sollwert (SW) mittels einer Funkdatenübertragung oder einer leitungsgebundenen Datenübertragung der elektronischen Steuereinrichtung (11) der Wasserenthärtungsanlage (1) übermittelt wird. 4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgt, und dass der Sollwert (SW) in Abhängigkeit davon, an welcher der Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") gerade Verschnittwasser entnommen wird, bestimmt wird. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest für einen Teil der Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") feste, in der Steuereinrichtung (11) definierte Sollwerte zugewiesen sind. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgt, und dass im Falle einer gleichzeitigen Wasserentnahme an mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") der Sollwert durch diejenige Wasserentnahmestation (50, 50', 50"), an der als erstes mit der Wasserentnahme begonnen wurde, bestimmt wird. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgt, und dass im Falle einer gleichzeitigen Wasserentnahme an mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") der Sollwert durch diejenige Wasserentnahmestation (50, 50', 50"), die die niedrigste Verschnittwasserhärte anfordert, bestimmt wird. 8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgt, und dass eine Aufteilung des Verschnittwasserstroms V(t)verschnιtt auf die ■ verschiedenen Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") unmittelbar hinter dem Zusammenfluss (52) von weichwasserführendem Teilstrom V(t)teιiiweich und rohwasserführendem Teilstrom V(t)teii2roh erfolgt. 9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzeige an einer Wasserentnahmestation (50, 50', 50") signalisiert, sobald das dort entnommene Wasser den vorgegebenen Sollwert (SW) erreicht hat. 10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Signalgeber an einer Wasserentnahmestation (50, 50', 50") ein Warnsignal abgibt, solange das dort entnommene Wasser den vorgegebenen Sollwert (SW) noch nicht erreicht hat. 11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzeige an einer Wasserentnahmestation (50, 50', 50") anzeigt, welcher Sollwert (SW) für diese Wasserentnahmestation (50, 50', 50") vorgegeben ist. 12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserenthärtungsanlage (1) mindestens zwei Durchflussmesser (14, 17) zur direkten oder indirekten Bestimmung der momentanen Teilströme V(t)teιn weich und V(t)teιi2roh umfasst, und dass die Steuerung der Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") anhand einer gemessenen, momentanen Rohwasserhärte WHrOhmom und dem vorgegebenen Sollwert (SW) für die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom V(t)verschnm in Rückkopplung mit den bestimmten Teilströmen V(t)te.π weich und V(t)ten2roh erfolgt. 13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Wasserentnahmestation (50, 50', 50") einen Kaltwasserzufluss und einen Warmwasserzufluss mit Anteilen entsprechend einer Einstellung einer Mischeinrichtung an der Wasserentnahmestation (50, 50', 50") mischt, wobei einer der Zuflüsse, insbesondere der Warmwasserzufluss, eine feste Wasserhärte aufweist und der andere Zufluss, insbesondere der Kaltwasserzufluss, über die Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") mit Verschnittwasser versorgt wird, und dass die Einstellung der Mischeinrichtung an die Steuereinrichtung (11) übermittelt wird und zur Bestimmung des Sollwerts ausgewertet wird. 14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserenthärtungsanlage (1) mehrere automatisch verstellbare Verschneideeinrichtungen (9a, 9a', 9a") aufweist, deren Verstellpositionen von der Steuereinrichtung (11) geregelt werden. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass Verschnittwasserabläufe (3, 3', 3") von mehreren Verschneideeinrichtungen (9a, 9a', 9a") zusammengeführt sind und der zusammengeführte Verschnittwasserablauf (3a) eine oder mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgt, und dass die Steuereinrichtung (11) anhand des Sollwerts (SW), der durch die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") am zusammengeführten Verschnittwasserablauf (3a) vorgegeben wird, eine der zugehörigen Verschneideeinrichtungen (9a, 9a1, 9a") zur Bereitstellung des Verschnittwassers auswählt und auf den Sollwert (SW) einregelt, und die übrigen zugehörigen Verschneideeinrichtungen (9a, 9a', 9a") für die Bereitstellung von Verschnittwasser sperrt. 16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Verschneideeinrichtungen (9a, 9a1, 9a") jeweils allein eine oder mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser versorgen, dass die elektronische Steuervorrichtung (11) mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellpositionen der allein versorgenden Verschneideeinrichtungen (9a, 9a', 9a") so regelt, dass die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom einer jeweiligen Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") auf einen jeweiligen Sollwert (SW) eingestellt wird, und dass die jeweiligen Sollwerte (SW) der allein versorgenden Verschneideeinrichtungen (9a, 9a', 9a") jeweils durch eine Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50"), die an die jeweilige Verschneideeinrichtung (9a, 9a1, 9a") angeschlossen sind, vorgegeben werden. 17. Wasserenthärtungssystem, umfassend eine Wasserenthärtungsanlage (1) mit - einer automatisch verstellbaren Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") zum Mischen eines Verschnittwasserstroms V(t)verschnitt aus einem ersten, enthärteten Teilstrom V(t)teιiiweιch und einem zweiten, rohwasserführenden Teilstrom V(t)teιi2roh, und mit - einer elektronischen Steuereinrichtung (11), wobei die Steuereinrichtung (11 ) mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellposition der Verschneideeinrichtung (9a, 9a1, 9a") so regelt, dass die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom V(t)verschnrtt auf einen vorgegebenen Sollwert (SW) eingestellt wird, und umfassend eine oder mehrere Wasserentnahmestationen (50, 50', 50"), die zur Versorgung mit Verschnittwasser durch die Verschneideeinrichtung (9a, 9a1, 9a") an die Wasserenthärtungsanlage (1) angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Erfassung einer Einstellung der einen oder mehreren Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") vorgesehen sind, dass Mittel zur Übermittlung der erfassten Einstellung an die elektronische Steuereinrichtung (11) vorgesehen sind, und dass die elektronische Steuereinrichtung (11) dazu ausgebildet ist, einen den übermittelten Einstellungen entsprechenden Sollwert an der Verschneideeinrichtung (9a, 9a', 9a") anzuwenden. 18. Wasserenthärtungssystem nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Erfassung einer Einstellung eine Eingabevorrichtung (23), insbesondere einen Drehschalter oder eine Tastatur, und/oder Entnahmesensoren, insbesondere Durchflussmesser oder Ventil- Stellungsmesssensoren, umfassen, und/oder dass die Mittel zur Übermittlung der erfassten Einstellung einen Funksender und einen Funkempfänger oder ein Datenübertragungskabel (51) umfassen. 19. Wasserenthärtungssystem nach einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserenthärtungsanlage (1) mehrere Verschneideeinrichtungen (9a, 9a1, 9a") jeweils zur Versorgung einer oder mehrerer Wasserentnahmestationen (50, 50', 50") mit Verschnittwasser aufweist, und dass die elektronische Steuervorrichtung (11) mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellpositionen der Verschneideeinrichtungen (9a, 9a', 9a") so regelt, dass die Wasserhärte im jeweiligen Verschnittwasserstrom V(t)verschnιtt auf einen jeweiligen vorgegebenen Sollwert (SW) eingestellt wird. 20. Verwendung eines Wasserenthärtungssystems nach Anspruch 17 bis 19 in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer
Wasserenthärtungsanlage mit - einer automatisch verstellbaren Verschneideeinrichtung zum Mischen eines
Verschnittwasserstroms V(t) ve rschnι t t aus einem ersten, enthärteten Teilstrom
V(t)teιiiweιch und einem zweiten, rohwasserführenden Teilstrom V(t) te ιi2roh, und mit
- einer elektronischen Steuereinrichtung, wobei die Steuereinrichtung mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellposition der
Verschneideeinrichtung so regelt, dass die Wasserhärte im
Verschnittwasserstrom V(t) ve r sc hnι tt auf einen vorgegebenen Sollwert (SW) eingestellt wird, wobei die Verschneideeinrichtung eine oder mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgt. Eins solches Verfahren ist beispielsweise aus der EP 0 900 765 B1 bekannt.
Wasserenthärtung wird überall dort eingesetzt, wo über die üblichen Versorgungssysteme (etwa das Trinkwassernetz) lediglich relativ hartes 5 Wasser zur Verfügung steht, jedoch aus technischen Gründen oder Komfortgründen ein weicheres Wasser gewünscht ist.
Eine Wasserenthärtungsanlage wird in der Regel zentral (etwa in einem Gebäudekeller) installiert und versorgt eine Vielzahl von o Wasserentnahmestationen (im einfachsten Fall umfassend Wasserhähne, oder auch technische Wasserverbraucher wie Waschmaschinen) mit enthärtetem Wasser.
Aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen ist es oft notwendig oder5 erwünscht, lediglich teilenthärtetes Wasser einzusetzen. So kann vollständig enthärtetes Wasser zu Korrosionsproblemen führen, wenn eine Schutzschichtbildung in der nachgeschalteten Rohrleitungsinstallation nicht mehr möglich ist. Zudem wird bei einer Vollenthärtung die Kapazität eines Enthärters (meist umfassend ein lonentauscherharz) schnell erschöpft, und eso muss frühzeitig regeneriert werden. Dies ist mit einem hohen Salzverbrauch und damit erhöhten Kosten verbunden. Zur Durchführung einer Teilenthärtung ist eine Verschneideeinrichtung zum Mischen von enthärtetem Wasser (auch als Weichwasser bezeichnet) und Rohwasser notwendig. In der Regel ist es erwünscht, die Wasserhärte im Verschnittwasser, das ist das Gemisch von5 enthärtetem Wasser und Rohwasser, einzustellen und zu steuern.
Die EP 0 900 765 B1 beschreibt eine Vorrichtung zur Wasserenthärtung nach dem lonenaustauschprinzip mit einer Verschneidevorrichtung. Eine Auswerte- und Regeleinheit stellt die Härte eines Mischwasser über das Verhältnis vono Rohwasser und Weichwasser mittels eines Sperrventils oder einer Querschnittsdrossel automatisch ein. Die Härte des Rohwassers wird dafür über einen Leitwert ermittelt.
Die gewünschte Verschnittwasserhärte wird bei bekannten Wasserenthärtungsanlagen an deren jeweiliger Steuereinrichtung direkt eingegeben und als Sollwert für die Steuerung der Verschneideeinrichtung eingesetzt. Die Eingabe der gewünschten Verschnittwasserhärte erfolgt in der Regel vor der Inbetriebnahme der Wasserenthärtungsanlage. Die an die Wasserenthärtungsanlage angeschlossenen Wasserentnahmestellen erhalten alle Verschnittwasser gleicher Härte. Der Sollwert bleibt während des Betriebes der Wasserenthärtungsanlage konstant.
Je nach Anwendungsfall können jedoch wechselnde Wasserhärten an den Wasserentnahmestationen erwünscht oder notwendig sein. Beispielsweise kann für die Bereitung von Kaltgetränken mineralreiches Wasser mit einer relativ hohen Wasserhärte erwünscht sein, während zum Betrieb einer Waschmaschine zum Sparen von Waschmittel eine relativ niedrige Wasserhärte erwünscht ist.
Die Eingabe eines neuen Sollwerts an der Steuereinrichtung ist recht umständlich, insbesondere da die Wasserenthärtungsanlage meist zentral am Eingang einer Hausinstallation (etwa in einem Gebäudekeller) untergebracht ist.
Aufgabe der Erfindung
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, mit einer Wasserenthärtungsanlage auf komfortable Weise Wasser unterschiedliche r Härtegrade an einer oder mehreren, angeschlossenen Wasserentnahmestationen zu Verfügung zu stellen. Kurze Beschreibung der Erfindung
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren der eingangs genannten Art, das dadurch gekennzeichnet ist, dass der Sollwert (SW) durch eine Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen vorgegeben wird, und dass die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen an die Steuereinrichtung übermittelt wird.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird der Sollwert der Verschnittwasserhärte, auf den die Steuereinrichtung der Wasserenthärtungsanlage die Verschneideeinrichtung einregelt, nicht an der Steuereinrichtung vorgegeben, sondern an einer Wasserentnahmestation. Die Wasserentnahmestation umfasst dabei zumindest eine Entnahmearmatur (etwa einen Zapfhahn) und ist entfernt von der Wasserenthärtungsanlage angeordnet und über ein Leitungssystem an diese angeschlossen. Die Wasserenthärtungsanlage ist typischerweise am Eingang einer Haus- oder Industrieinstallation angeordnet, und die Wasserentnahmestation ist Teil dieser Haus- oder Industrieinstallation. Im Rahmen der Erfindung ist die Wasserenthärtungsanlage von der oder den Wasserentnahmestationen typischerweise durch Gebäudewände und/oder Geschossdecken voneinander getrennt.
Die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen beinhaltet unmittelbar oder mittelbar eine Information über eine derzeit gewünschte Wasserhärte, die dann als Sollwert von der Steuereinrichtung an der Verschneideeinrichtung angewendet wird (man beachte, dass erfindungsgemäß auch mehrere Verschneideeinrichtungen in der Wasserenthärtungsanlage vorgesehen sein können). Die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen ist durch einen Bediener veränderbar, so dass über die Einstellung der Bediener eine gewünschte Wasserhärte auswählen kann. Die Einstellung wird dann über geeignete Mittel (etwa per Funk oder über eine Datenleitung) an die Steuereinrichtung übermittelt, ausgewertet und für die Steuerung der Verstellposition der Verschneideeinrichtung angewandt, so dass an der oder den Wasserentnahmestationen alsbald Verschnittwasser der gewünschten Härte zur Verfügung stehen kann.
Mit der vorliegenden Erfindung braucht nicht mehr für jeden Einsatzzweck Wasser mit der gleichen, in der Praxis fest vorgegebenen Wasserhärte verwendet zu werden. Je nach Anwendungsfall können unterschiedliche Wasserhärten, die erwünscht oder notwendig sind, individuell komfortabel ausgewählt werden. Beispielsweise kann bei bestimmten Anwendungen auf eine Enthärtung ganz verzichtet werden (etwa für eine Gartenbewässerung oder Toilettenspülungen). Zum Trinken von Wasser kann individuell mineralreiches, hartes Wasser oder enthärtetes, weiches Wasser erwünscht sein. Teilenthärtetes Wasser bietet sich beispielsweise zum Duschen an. Dieses reduziert einerseits Kalkflecken an Armaturen, andererseits lassen sich Körperpflegemittel leicht wieder abspülen. Enthärtetes, weiches Wasser kann für die Zubereitung von Tee oder Kaffee, zum Gießen von bestimmten Pflanzen wie Orchideen oder zum Bügeln vorteilhaft sein.
Momentane Messgrößen, anhand derer die Regelung der Verschnittwasserhärte erfolgt, können beispielsweise die Rohwasserhärte oder Durchflüsse an Rohwasser oder Weichwasser an der Verschneideeinrichtung sein.
Bevorzugte Varianten der Erfindung
Bei einer besonders vorteilhaften Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens weist mindestens eine Wasserentnahmestation eine Eingabevorrichtung auf, an der der Sollwert (SW) eingegeben wird. Diese Variante erlaubt eine individuelle Auswahl der gewünschten Wasserhärte an der Wasserentnahmestation. Die zu übermittelnde Einstellung umfasst in dieser Variante den an der Eingabevorrichtung eingegebenen Sollwert. Der Sollwert braucht dabei nicht direkt numerisch eingegeben oder übermittelt zu werden, sondern kann auch indirekt durch Auswahl und Mitteilung einer Option von mehreren Optionen (etwa weich-mittel-hart) oder der kontinuierlich verstellbaren Position auf einer Skala bestehen, wobei erst die Steuereinrichtung der Option oder Skalaposition den Sollwert numerisch zuzuordnen braucht. Die Eingabevorrichtung kann beispielsweise ein Drehschalter oder eine Tastatur oder ein Schieber mit Skala sein. Die Wasserentnahmestation umfasst dann neben der eigentlichen Entnahmearmatur (Verbrauchstelle, etwa einem "Wasserhahn") auch die Eingabevorrichtung. Im Falle von mehreren Wasserentnahmestationen weist in dieser Ausführungsform zumindest eine der Wasserentnahmestationen eine Eingabevorrichtung auf, mit der die für diese Wasserentnahmestation gewünschte Wasserhärte vorgegeben wird.
Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung dieser Variante wird der über die Eingabevorrichtung an der Wasserentnahmestation eingegebene Sollwert (SW) mittels einer Funkdatenübertragung oder einer leitungsgebundenen Datenübertragung der elektronischen Steuereinrichtung der Wasserenthärtungsanlage übermittelt wird. Dadurch kann auf einfache Weise die Information über die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen an die Steuereinrichtung auch über größere Entfernungen und durch Wände und Decken übertragen werden. Insbesondere können WLAN oder RS232 eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt ist eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, die vorsieht, dass die Verschneideeinrichtung mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgt, und dass der Sollwert (SW) in Abhängigkeit davon, an welcher der Wasserentnahmestationen gerade Verschnittwasser entnommen wird, bestimmt wird. Mit anderen Worten: Die übermittelte Einstellung (hier der mehreren Wasserentnahmestationen) umfasst in dieser Variante die Information, an welcher Wasserentnahmestation gerade Wasser entnommen wird. Diejenige Wasserentnahmestation, an der gerade Verschnittwasser entnommen wird, bestimmt den Sollwert. Die Zapfhandlung eines Bedieners oder eines automatisch agierenden technischen Verbrauchers kann unmittelbar ausgewertet werden, ohne dass es weiterer Eingabehandlungen zur Gewinnung der besagten Information bedarf.
Bei einer bevorzugten Weiterentwicklung dieser Verfahrensvariante sind zumindest für einen Teil der Wasserentnahmestationen feste, in der Steuereinrichtung definierte Sollwerte zugewiesen. Der Sollwert kann dann allein darüber bestimmt werden, dass an einer bestimmten Wasserentnahmestation gerade Wasser entnommen wird. Es sind keinerlei weitere Eingabehandlungen durch einen Bediener zur Vorgabe des Sollwerts nötig; ebenso sind keine Eingabevorrichtungen an den Wasserentnahmestationen für die Eingabe eines Sollwerts erforderlich. Für die Wasserentnahmestationen (oder auch Wasserentnahmestationsgruppen) dieses Teils ist jeweils ein Entnahmesensor eingerichtet, der eine
Wasserentnahme an der Wasserentnahmestation registriert (etwa über eine Durchflussmessung, oder über das Auslesen der Stellung eines Zapfhahns) und an die Steuereinrichtung weitermeldet, etwa per Funk oder leitungsgebunden. Diese Variante ist besonders nützlich, wenn bei verschiedenen Zapfhandlungen an der gleichen Wasserentnahmestation immer wieder die gleiche Wasserhärte benötigt wird (etwa weil ein bestimmtes technisches Gerät dort dauerhaft angeschlossen ist), aber die verschiedenen Wasserentnahmestationen jeweils unterschiedliche Wasserhärten anfordern. Beispielsweise wird bei einer Hausinstallation in die Küchenleitung immer 2°iges Wasser eingespeist, zur Badewanne / Dusche immer 6°iges Wasser, während der WC-Kasten mit hartem Wasser gefüllt wird. Jede dieser Entnahmestellen (Wasserentnahmestationen) hat typischerweise ihre eigene Zuleitung von der Verschneideeinrichtung aus. Jedoch können auch „Leitungsgruppen" (Wasserentnahmestationsgruppen) gebildet werden, z.B. Toilettenleitung für alle Toiletten, Duschleitung für alle Duschen, usw. In die jeweilige Leitung wird immer Wasser mit der gleichen Härte eingespeist, ein Ausspülen vor Benutzung des Wassers ist nicht erforderlich. Die Verschneideeinrichtung wird bevorzugt durch bloßes Öffnen einer Entnahmestelle einfach und rasch angesteuert.
Bei einer anderen, vorteilhaften Verfahrensvariante ist vorgesehen, dass die Verschneideeinrichtung mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgt, und dass im Falle einer gleichzeitigen Wasserentnahme an mehreren Wasserentnahmestationen der Sollwert durch diejenige Wasserentnahmestation, an der als erstes mit der Wasserentnahme begonnen wurde, bestimmt wird. Dieses Vorgehen sorgt dafür, dass in einer laufenden Wasserentnahme keine Änderung des Härtegrades des entnommenen Wassers erfolgt. An Wasserentnahmestellen, die später mit der Wasserentnahme begonnen haben und daher (noch) nicht die angeforderte Wasserhärte erhalten, kann ein Warnsignal ausgegeben werden.
Bei einer alternativen, ebenfalls vorteilhaften Verfahrensvariante ist vorgesehen, dass die Verschneideeinrichtung mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgt, und dass im Falle einer gleichzeitigen Wasserentnahme an mehreren Wasserentnahmestationen der Sollwert durch diejenige Wasserentnahmestation, die die niedrigste Verschnittwasserhärte anfordert, bestimmt wird. Dies schützt Wasserverbraucher, die lediglich eine niedrige Wasserhärte vertragen und durch eine zu hohe Wasserhärte beschädigt werden könnten. Eine niedrige Wasserhärte wird andererseits von technischen Wasserverbrauchern, die normalerweise mit einer höheren Wasserhärte arbeiten, in der Regel gut vertragen. Alternativ sind auch andere Prioritäten der Wasserentnahmestationen möglich, etwa der Vorrang einer bestimmten Wasserentnahmestation unabhängig von der dort angeforderten Wasserhärte. Es ist erfindungsgemäß auch möglich, die Wasserentnahme stets nur an einer Wasserentnahmestation zu gestatten und die übrigen solange zu sperren, bis die dortige Wasserentnahme beendet ist.
Besonders bevorzugt ist eine Verfahrensvariante, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Verschneideeinrichtung mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgt, und dass eine Aufteilung des Verschnittwasserstroms V(t) ve rschnιtt auf die verschiedenen
Wasserentnahmestationen unmittelbar hinter dem Zusammenfluss von weichwasserführendem Teilstrom V(t) teι πweιch und rohwasserführendem Teilstrom V(t) te ιi 2ro h erfolgt. In diesem Fall hängt die Wasserhärte während der ersten Zeit der Wasserentnahme an einer Wasserentnahmestation nur von der zuletzt dort gezapften Wasserhärte ab. Besonders vorteilhaft wird in dieser Variante nur das gleichzeitige Zapfen an einer Wasserentπahmestation gestattet und den einzelnen Wasserentnahmestationen jeweils ein fester Sollwert zugewiesen. Dadurch wird an den einzelnen Wasserentnahmestationen auch zu Beginn einer Wasserentnahme bereits die gewünschte Wasserhärte bereitgestellt; ein Ausspülen von Leitungen ist nicht erforderlich.
Vorteilhaft ist weiterhin eine Verfahrensvariante, gemäß der eine Anzeige an einer Wasserentnahmestation signalisiert, sobald das dort entnommene Wasser den vorgegebenen Sollwert (SW) erreicht hat. Wasser zwischen
Verschneideeinrichtung und Verbrauchsstelle (Wasserentnahmestation) muss in der Regel zu Beginn einer Wasserentnahme zuerst ausgespült werden, weil dessen Härte einem früher eingestellten Sollwert entspricht. Das auszuspülende Volumen an Wasser ist abhängig vom Leitungsvolumen zwischen Verschneideeinrichtung und Verbrauchsstelle. Durch das Ausspülen vor der eigentlichen Entnahme steht frisches, nicht stagniertes Wasser zur Verfügung. Die Bestimmung des ausgespülten Volumens kann mit einem Durchflussmessgerät, Volumenzähler oder näherungsweise über ein Zeitglied an der Verbrauchsstelle erfolgen. Das Durchflussmessgerät oder der Volumenzähler kann an der Verbrauchsstelle insbesondere im Wasserhahn oder in der Zuleitung integriert sein. Alternativ kann auch vor Ort an der
Wasserentnahmestation experimentell die Wasserhärte geprüft werden, etwa mittels einer ionenselektiven Elektrode oder mittels titrimetrischer Bestimmung. Die Anzeige hilft dabei, die Verwendung eines Wassers mit einer (noch) unerwünschten Härte zu vermeiden. Die Anzeige kann beispielsweise als grüne Kontrolllampe ausgebildet sein, die leuchtet, sobald (nach ausreichender Spülung der Zuleitung) und solange die gewünschte Wasserhärte bereitsteht. Insbesondere kann eine optische Anzeige oder eine akustische Anzeige eingesetzt werden.
Ebenso vorteilhaft ist eine Verfahrensvariante, nach der ein Signalgeber an einer Wasserentnahmestation ein Warnsignal abgibt, solange das dort entnommene Wasser den vorgegebenen Sollwert (SW) noch nicht erreicht hat. Der Signalgeber hilft ebenfalls dabei, die Verwendung eines Wassers mit einer unerwünschten Härte zu vermeiden. Das Signalgeber kann beispielsweise als rote Kontrolllampe oder ausgebildet sein, die leuchtet, solange die gewünschte Wasserhärte noch nicht bereitsteht (also die Zuleitung noch nicht ausreichend gespült ist). Es können insbesondere optische und akustische Signalgeber verwendet werden.
Bei einer bevorzugten Verfahrensvariante zeigt eine Anzeige an einer Wasserentnahmestation an, welcher Sollwert (SW) für diese Wasserentnahmestation vorgegeben ist. Dies verringert die Gefahr, versehentlich eine unerwünschte Wasserhärte zu zapfen. Es kann leicht kontrolliert werden, welche Härte das aktuell entnommene Wasser aufweist. Eine andere, bevorzugte Verfahrensvariante sieht vor, dass die Wasserenthärtungsanlage mindestens zwei Durchflussmesser zur direkten oder indirekten Bestimmung der momentanen Teilströme V(t) te iiiweιch und V(t)teιi 2 ro h umfasst, und dass die Steuerung der Verschneideeinrichtung anhand einer gemessenen, momentanen Rohwasserhärte WH r0h mom und dem vorgegebenen Sollwert (SW) für die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom V(t)verschmtt in Rückkopplung mit den bestimmten Teilströmen V(t) te iiiweιch und V(t) tei i 2 ro h erfolgt. Die Einstellung der Verschneidung ist dann besonders genau. Es können Schwankungen der Anteile der Teilströme im Verschnittwasser, die sich bei identischer Einstellung der Verschneideeinrichtung aufgrund von Schwankungen von Außenbedingungen (etwa der Druck des zulaufenden Rohwassers, oder die Größe des Entnahmeflusses von Verschnittwasser) etwaig ergeben, ausgeglichen werden, und die Verschnittwasserhärte bleibt besonders genau am Sollwert.
Besonders bevorzugt ist auch eine Verfahrensvariante, die dadurch gekennzeichnet ist, dass mindestens eine Wasserentnahmestation einen Kaltwasserzufluss und einen Warmwasserzufluss mit Anteilen entsprechend einer Einstellung einer Mischeinrichtung an der Wasserentnahmestation mischt, wobei einer der Zuflüsse, insbesondere der Warmwasserzufluss, eine feste Wasserhärte aufweist und der andere Zufluss, insbesondere der Kaltwasserzufluss, über die Verschneideeinrichtung mit Verschnittwasser versorgt wird, und dass die Einstellung der Mischeinrichtung an die Steuereinrichtung übermittelt wird und zur Bestimmung des Sollwerts ausgewertet wird. In der Regel ist für das Warmwasser eine geringe Härte (typisch <= 2°dH, meist CTdH) vorgesehen. Durch das Mischen der beiden Zuflüsse erhält der Verbraucher Mischwasser einer mittleren Temperatur. Durch das Mischen der beiden Zuflüsse stellt sich eine Härte im Mischwasser in Abhängigkeit der Anteile der Zuflüsse und deren jeweiligen Wasserhärten ein. Für das Mischwasser ist entweder eine Mischwasserhärte fest oder durch eine Einstellung der Wasserentnahmestation vorgegeben. Die Steuereinrichtung ermittelt dann aus den Anteilen der Zuflüsse und der vorgegebenen Mischwasserhärte den für deren Erreichung notwendigen Sollwert für das Kaltwasser. Durch die Verfahrensvariante kann die Härte des Mischwassers eingeregelt werden.
Bevorzugt ist weiterhin eine Verfahrensvariante, bei der die Wasserenthärtungsanlage mehrere automatisch verstellbare Verschneideeinrichtungen aufweist, deren Verstellpositionen von der Steuereinrichtung geregelt werden. Dadurch kann die
Wasserenthärtungsanlage flexibler und effektiver eingesetzt werden.
Bei einer besonders bevorzugten Weiterentwicklung dieser Verfahrensvariante ist vorgesehen, dass Verschnittwasserabläufe von mehreren Verschneideeinrichtungen zusammengeführt sind und der zusammengeführte Verschnittwasserablauf eine oder mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgt, und dass die Steuereinrichtung anhand des Sollwerts (SW), der durch die Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen am zusammengeführten Verschnittwasserablauf vorgegeben wird, eine der zugehörigen Verschneideeinrichtungen zur Bereitstellung des Verschnittwassers auswählt und auf den Sollwert (SW) einregelt, und die übrigen zugehörigen Verschneideeinrichtungen für die Bereitstellung von Verschnittwasser sperrt. Jede Verschneideeinrichtung kann beispielsweise Verschnittwasser erzeugen, dessen Wasserhärte innerhalb eines bestimmten Intervalls liegt (z.B. kann eine Verschneideeinrichtung für Verschnittwasser im Härtebereich I zuständig sein, eine weitere für den Härtebereich Il und eine dritte für den Härtebereich III). Damit werden extreme und häufige Einstellungsänderungen der einzelnen Verschneideeinrichtungen vermieden, und der Materialverschleiß verringert sich. Außerdem werden die vorgegebenen Sollwerte (SW) schneller erreicht, wenn jede einzelne Verschneideeinrichtung lediglich innerhalb eines begrenzten Härteintervalls arbeitet. Typischerweise decken die verschiedenen Verschneideeinrichtungen jeweils unterschiedliche, bevorzugt aneinander angrenzende Härteintervalle ab.
Bei einer weiteren, besonders bevorzugten Weiterentwicklung der obigen Verfahrensvariante ist vorgesehen, dass mehrere Verschneideeinrichtungen jeweils allein eine oder mehrere Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser versorgen, dass die elektronische Steuervorrichtung mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellpositionen der allein versorgenden Verschneideeinrichtungen so regelt, dass die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom einer jeweiligen Verschneideeinrichtung auf einen jeweiligen Sollwert (SW) eingestellt wird, und dass die jeweiligen Sollwerte (SW) der allein versorgenden
Verschneideeinrichtungen jeweils durch eine Einstellung der einen oder der mehreren Wasserentnahmestationen, die an die jeweilige Verschneideeinrichtung angeschlossen sind, vorgegeben werden. Diese Variante gestattet die gleichzeitige Bereitstellung von Verschnittwasser unterschiedlicher, aber individuell und komfortabel vorgewählter Härte durch die verschiedenen Verschneideeinrichtungen.
In den Rahmen der vorliegenden Erfindung fällt auch ein Wasserenthärtungssystem, umfassend eine Wasserenthärtungsanlage mit
- einer automatisch verstellbaren Verschneideeinrichtung zum Mischen eines Verschnittwasserstroms V(t) ve rschπιtt aus einem ersten, enthärteten Teilstrom V(t)teιnweιc h und einem zweiten, rohwasserführenden Teilstrom V(t) te ιi2roh, und mit
- einer elektronischen Steuereinrichtung, wobei die Steuereinrichtung mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellposition der Verschneideeinrichtung so regelt, dass die Wasserhärte im Verschnittwasserstrom V(t) ve rschnitt auf einen vorgegebenen Sollwert (SW) eingestellt wird, und umfassend eine oder mehrere Wasserentnahmestationen, die zur Versorgung mit Verschnittwasser durch die Verschneideeinrichtung an die Wasserenthärtungsanlage angeschlossen sind, das dadurch gekennzeichnet ist, dass Mittel zur Erfassung einer Einstellung der einen oder mehreren Wasserentnahmestationen vorgesehen sind, dass Mittel zur Übermittlung der erfassten Einstellung an die elektronische Steuereinrichtung vorgesehen sind, und dass die elektronische Steuereinrichtung dazu ausgebildet ist, einen den übermittelten Einstellungen entsprechenden Sollwert an der Verschneideeinrichtung anzuwenden. Das Wasserentnahmesystem kann auf komfortable Weise wechselnde Wasserhärten an der oder den Wasserentnahmestationen mit einer Wasserenthärtungsanlage zur Verfügung stellen, ohne dass dafür eine manuelle Verstellung an deren Steuereinheit erforderlich wäre.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Wasserenthärtungssystems ist vorgesehen, dass die Mittel zur Erfassung einer
Einstellung eine Eingabevorrichtung, insbesondere einen Drehschalter oder eine Tastatur, und/oder Entnahmesensoren, insbesondere Durchflussmesser oder Ventil-Stellungsmesssensoren, umfassen, und/oder dass die Mittel zur Übermittlung der erfassten Einstellung einen Funksender und einen Funkempfänger oder ein Datenübertragungskabel umfassen. Diese Mittel zur Erfassung und diese Mittel zur Übermittlung sind besonders einfach und haben sich in der Praxis bewährt.
Eine andere, bevorzugten Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserenthärtungsanlage mehrere Verschneideeinrichtungen jeweils zur Versorgung einer oder mehrerer Wasserentnahmestationen mit Verschnittwasser aufweist, und dass die elektronische Steuervorrichtung mittels einer oder mehrerer, experimentell bestimmter, momentaner Messgrößen die Verstellpositionen der Verschneideeinrichtungen so regelt, dass die Wasserhärte im jeweiligen Verschnittwasserstrom V(t) ve rschnm auf einen jeweiligen vorgegebenen Sollwert (SW) eingestellt wird. Dadurch kann die Wasserenthärtungsanlage flexibler und effektiver eingesetzt werden.
Ebenfalls in den Rahmen der vorliegenden Erfindung fällt die Verwendung eines erfindungsgemäßen Wasserenthärtungssystems in einem oben beschriebenen, erfindungsgemäßen Verfahren.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung. Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemäß jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und Zeichnung
Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird anhand von Ausfüh- rungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. L eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Wasserenthärtungssystems mit einer Eingabevorrichtung für die gewünschte Verschnittwasserhärte an einer Wasserentnahmestation; Fig. 2: eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Wasserenthärtungssystems mit mehreren Wasserentnahmestationen für unterschiedliche Verschnittwasserhärten;
Fig. 3: eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Wasserenthärtungssystems mit mehreren Verschneideeinrichtungen, die jeweils eine eigene Wasserentnahmestelle mit Verschnittwasser versorgen;
Fig. 4: eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Wasserenthärtungssystems mit mehreren Verschneideeinrichtungen, die zusammen eine Wasserentnahmestelle mit Verschnittwasser versorgen.
Die Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein erfindungsgemäßes Wasserenthärtungssystem, umfassend eine Wasserenthärtungsanlage 1 zur Verwendung mit einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren, sowie (hier) einer Wasserentnahmestation 50.
Die Wasserenthärtungsanlage 1 ist über einen Zulauf 2 an ein lokales
Wasserversorgungssystem, etwa das Trinkwassernetz, angeschlossen. Die Wasserenthärtungsanlage befindet sich dafür in einem Versorgungsraum (etwa Kellerraum) eines Gebäudes, welches über die Wasserenthärtungsanlage mit Wasser (insbesondere Verschnittwasser und/oder Weichwasser) versorgt werden soll.
Ein erster Teil des am Zulauf 2 fließenden (gesamten) Rohwasserstroms V(t) roh fließt einer Enthärtungsvorrichtung 6 zu, welche insbesondere einen Steuerkopf 19 sowie zwei Kammern mit lonentauscherharz 5 aufweist. Ein zweiter Teil des Rohwassers fließt in eine Bypassleitung 18 ein. Das in die Enthärtungsvorrichtung 6 einfließende Rohwasser passiert zunächst einen Leitfähigkeitssensor 12, mit dem die momentane Wasserhärte WH r0h mom des Rohwassers bestimmt wird. Sodann passiert dieses Rohwasser eine der beiden oder auch beide Kammern mit lonentauscherharz 5, wobei dieses vollständig enthärtet wird. Schließlich passiert das enthärtete Wasser den Durchflussmesser 14, der den momentanen, ersten Teilstrom V(t) teι ii weιch mom bestimmt.
Der zweite Teil des Rohwassers in der Bypassleitung 18 passiert zunächst eine automatisch betätigbare Verschneideeinrichtung 9a, hier ein mit einem Stellmotor 10 verstellbares Verschneideventil 9, und anschließend einen Durchflussmesser 17, welcher den momentanen zweiten Teilstrom V(t) te ii2 r o h mom bestimmt.
Der erste Teilstrom V(t) te ιn weich und der zweite Teilstrom V(t) te ii2roh werden schließlich zu einem Verschnittwasserstrom V(t) ve rschni tt vereint, welcher einem Ablauf 3 zufließt. Der Ablauf 3 ist an (hier) die eine Wasserentnahmestation 50 angeschlossen. Die Wasserentnahmestation 50 befindet sich außerhalb des Versorgungsraumes, in dem die Wasserenthärtungsanlage 1 (einschließlich Steuereinrichtung 11) angeordnet ist, was durch Trennwände 56 angedeutet ist. Einem Bediener der Wasserentnahmestation 50 ist daher die Wasserenthärtungsanlage 1 nicht zugänglich. Im Allgemeinen ist die eine bzw. sind die mehreren Wasserentnahmestationen 50 im Rahmen der Erfindung typischerweise wenigstens 2 m von der Wasserenthärtungsanlage 1 (und insbesondere deren Steuereinrichtung 11) entfernt.
Die Messergebnisse des Leitfähigkeitssensors 12 und der Durchflussmesser 14, 17 werden an eine elektronische Steuereinrichtung 11 gemeldet. In der Steuereinrichtung 11 ist ein gewünschter Sollwert SW der Wasserhärte des Verschnittwassers, die an der Wasserentnahmestation 50 verfügbar sein soll, hinerlegt. Aus dem Sollwert SW der Verschnittwasserhärte und der momentanen Wasserhärte WH rO h mom ermittelt die Steuereinrichtung 11 ein momentanes Soll-Verhältnis der Teilströme V(t) te ιiiweιch und V(t) te ,| 2ra h, durch welches sich die gewünschte Wasserhärte im Verschnittwasser ergibt. Entsprechen die momentanen Teilströme V(t)teιiiweιch mom und V(t) te ιi 2 r o h mom nicht dem Soll-Verhältnis, so regelt die Steuereinrichtung 11 automatisch die
Verstellposition (hier den Strömungsquerschnitt) des Verschneideventils 9 über den Stellmotor 10 nach, beispielsweise über eine PD- oder PID-Regelung. Dadurch kann die Wasserenthärtungsanlage 1 auch bei schwankender Rohwasserhärte oder schwankenden Leitungsdrücken eine konstante Verschnittwasserhärte liefern.
Zusätzlich überwacht die Steuereinrichtung 11 auch den Erschöpfungsgrad der gerade aktiven Kammer der Enthärtungsvorrichtung 6. Bei Wasserentnahmen wird dabei die entnommene Weichwassermenge jeweils mit der zugehörigen momentanen Rohwasserhärte gewichtet und von der (derzeitgen Rest-) Kapazität abgezogen. Ist die Kammer erschöpft, so schaltet die Steuereinrichtung 11 die Enthärtungsvorrichtung 6 auf die andere (nichterschöpfte) Kammer um und veranlasst außerdem die Regeneration der erschöpften Kammer. Hierfür wird ein Regenerationsventil 15 mit einem Stellmotor 16 durch die Steuereinrichtung 11 automatisch betätigt, wodurch Regeneriermittellösung (bevorzugt Salzsole) 7 aus einem Vorratsgefäß 8 durch die erschöpfte Kammer strömt.
Die Wasserentnahmestation 50 umfasst eine Verbrauchsstelle (Entnahmearmatur) 20, etwa einen Wasserhahn, und weiterhin ein
Absperrventil 21 , das über ein Stellglied 22 geöffnet bzw. geschlossen wird. Am Stellglied 22 der Entnahmearmatur 20 befindet sich eine Eingabevorrichtung 23, hier in Gestalt von drei Auswahltasten, über die eine gewünschte Wasserhärte eingegeben werden kann. Die drei Tasten stehen beispielsweise für 2°dH, 6°dH und 18°dH, was auf diesen jeweils aufgedruckt ist, und beispielsweise für die Anwendungen Bügeln (2°dH), Duschen/Baden (6°dH) und Kaltgetränkebereitung (18°dH) bestimmt ist.
Wird eine neue gewünschte Wasserhärte an der Eingabevorhchtung 23 5 eingegeben, so wird diese als neuer Sollwert SW an die Steuereinrichtung 11 über (hier) ein Datenübertragungskabel 51 übermittelt und von dieser sodann für die Verschneideeinrichtung 9a angewandt.
Die Auswahltasten der Eingabevorrichtung 23 sind in der Ausführungsformo jeweils grün und rot beleuchtbar. Wird eine neue Auswahltaste gedrückt, so wird sie zunächst rot beleuchtet. Dadurch wird dem Bediener mitgeteilt, dass die zugehörige Wasserhärte zwar angefordert ist, aber an der Entnahmestelle 20 noch nicht zur Verfügung steht. Sobald der Leitungsabschnitt des Ablaufs 3 bis zur Wasserentnahmestation 50 mit Verschnittwasser der neu angeforderten5 Härte gespült ist, ändert sich die Beleuchtung der Auswahltaste auf grün. Der Bediener weiß dann, dass die gewünschte Härte nunmehr zur Verfügung steht. Die gründe Beleuchtung wird zur Anzeige der derzeit gegenwärtigen Wasserhärte beibehalten, bis eine andere Auswahltaste gedrückt worden wird. o Die Figur 2 zeigt ein ähnliches Wasserenthärtungssystem wie Fig. 1 ; im folgenden werden nur die Unterschiede erläutert (entsprechendes gilt auch für die nachfolgenden Figuren).
In dieser Ausführungsform sind drei Wasserentnahmestationen 50, 50', 50"5 vorgesehen, die von einer gemeinsamen Verschneideeinrichtung 9a mit Verschnittwasser versorgt werden.
Jede Eπtnahmearmatur 24, 24', 24" der Wasserentnahmestationen 50, 50', 50" liefert ein Verschnittwasser mit einer individuellen, in der Steuereinrichtungo vordefinierten (und in dieser Ausführungsform nur an der Steuervorrichtung unmittelbar abänderbaren) Wasserhärte. Sämtliche Entnahmearmaturen 24, 24', 24" werden über separate Zuleitungen 27, 27", 27" von der Verschneideeinrichtung 9a aus gespeist; die Zuleitungen 27, 27', 27" verzweigen unmittelbar hinter dem Zusammenflusspunkt 52 der Teilströme
V(t)teιl1weιch Und V(t)teιl2roh-
Da sich die Wasserhärte in den einzelnen Zuleitungen 27, 27', 27" nicht ändert, ist ein Ausspülen von Verschnittwasser anderer Härte aus den Zuleitungen 27, 27', 27" vor Benutzung des Wassers nicht erforderlich. Beispielsweise kann eine zur Küche führende Zuleitung (etwa die unterste Zuleitung 27) immer 2°iges Wasser beinhalten, eine andere Zuleitung (etwa die mittlere Zuleitung 27'), die zur Badewanne / Dusche führt, ist mit 6°igem Wasser gefüllt, während eine dritte Zuleitung (etwa die oberste Zuleitung 27"), die einen WC-Kasten speist, härteres Wasser führt.
Die Verschneideeinrichtung 9a wird über die Steuereinrichtung 11 durch bloßes Öffnen eines Absperrventils 25, 25', 25" mittels eines Stellgliedes 26, 26', 26" an der jeweiligen Entnahmearmatur 24, 24', 24"angesteuert; das Öffnen eines bestimmten Absperrventils wird über das Datenübertragungskabel 51 dafür an die Steuereinrichtung 11 gemeldet. Wird z.B. die Dusche (über Absperrventil 25') betätigt, so stellt sich die Verschneideeinrichtung 9a automatisch so ein, dass die Verschnittwasserhärte 6°dH beträgt. Es können auch „Leitungsgruppen" gebildet werden (z.B. Toilettenleitung für alle Toiletten, Duschleitung für alle Duschen, usw.), so dass jede Ablaufleitung 27, 27', 27" mehrere Wasserentnahmestationen versorgt. Die Stellglieder 26, 26', 26" sind in dieser Ausführungsform so eingerichtet, dass das Öffnen eines
Absperrventils 25, 25', 25" nur möglich ist, wenn alle anderen Absperrventile 25, 25', 25" geschlossen sind.
Die Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wasserenthärtungssystems. Die elektronische Steuereinrichtung 11 steuert drei einfache Verschneideeinrichtungen 9a, 9a', 9a", die jeweils (hier) genau eine Wasserentnahmestation 50, 50', 50" mit Verschnittwasser versorgen. Jede Wasserentnahmestation 50, 50', 50" verfügt über eine eigene Eingabevorrichtung 23, 23', 23" zur Vorgabe eines Sollwerts der Wasserhärte für die jeweils zugehörige Verschneideeinrichtung 9a, 9a', 9a". In dieser Ausführungsform können mehrere Wasserentnahmestationen 50, 50', 50" (oder Stränge von Wasserentnahmestationen) unabhängig voneinander mit Verschnittwasser unterschiedlicher Härte versorgt werden.
Das Wasserenthärtungssystem, das in Figur 4 dargestellt ist, verfügt über mehrere Verschneideeinrichtungen 9a, 9a', 9a", die zusammen eine
Wasserentnahmestation 50 (oder einen Strang von Wasserentnahmestationen) gemeinsam mit Verschnittwasser versorgen. Ablaufleitungen 3, 3', 3" der Verschneideeinrichtungen 9a, 9a 1 , 9a" laufen an einem Zusammenflusspunkt 53 zusammen, von dem aus über einen zusammengeführten Verschnittwasserablauf 3a die Wasserentnahmestation 50 angeschlossen ist.
Jede Verschneideeinrichtung 9a, 9a", 9a" der Wasserenthärtungsanalage 1 ist für einen bestimmten Härtebereich zuständig. Beispielsweise ist die unterste Verschneideeinrichtung 9a für einen Härtebereich 0-4°dH zuständig, die mittlere Verschneideeinrichtung 9a' ist für einen Härtebereich 5-10°dH zuständig, und die oberste Verschneideeinrichtung 9a" ist für einen Härtebereich von 11 und mehr °dH zuständig. Je nach angeforderter Wasserhärte, eingegeben an einer Eingabevorrichtung 23 der Wasserentnahmestation 50 und übermittelt über das Datenübertragungskabel 51 and die Steuereinrichtungl 1 , wählt die Steuereinrichtung 11 die zuständige Verschneideeinrichtung 9a, 9a', 9a" aus und regelt diese auf den vorgegebenen Sollwert ein; an den übrigen Verschneideeinrichtungen 9a, 9a 1 , 9a" wird der Wasserfluss komplett gesperrt.
Damit werden extreme und häufige Einstellungsänderungen der einzelnen Verschneideeinrichtungen 9a, 9a\ 9a" vermieden; der Materialverschleiß verringert sich. Außerdem werden die vorgegebenen Sollwerte (SW) schneller erreicht, wenn jede einzelne Verschneideeinrichtung 9a, 9a 1 . 9a" lediglich innerhalb eines begrenzten Härteintervalls arbeitet.
