LEHMANN, Michael (Marienstrasse 59, Eriskirch, 88097, DE)
| PATENTANSRÜCHE 1. Verfahren zum Betreiben einer Webmaschine mit einer Fachbildemaschine, die zu- und abschaltbare Bewegungen der Fachbildemittel aufweist und durch einen einzigen drehzahlveränderlichen Antrieb angetrieben wird, der unabhängig von einem drehzahlveränderlichen Antrieb der Webmaschine angesteuert wird, wobei die beiden Antriebe im normalen Webbetrieb die Web- und die Fachbildemaschine im Wesentlichen synchron betreiben, bei einer Betriebsstörung jedoch die betriebliche Synchronität von Web- und Fachbildemaschine durch die Steuerung der Antriebe aufgelöst wird und die Drehzahl der Webmaschine reduziert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungen der Fachbildemittel derartig angesteuert werden, dass eine Behebung der Betriebsstörung möglich wird und Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung durchgeführt werden und die Fachbildemaschine nicht zum Stillstand kommt, solange die Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung durchgeführt werden. 2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Steuerung der Antriebe nach erfolgreicher Behebung der Betriebsstörung ein normaler Webbetrieb mit Betriebsdrehzahl und im Wesentlichen synchroner Betriebsweise von Webmaschine und Fachbildemaschine wieder hergestellt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass vom Zeitpunkt der Erkennung der Betriebsstörung bis zu dem Zeitpunkt, wo die im Wesentlichen synchrone Betriebsweise von Webmaschine und Fachbildemaschine wieder hergestellt wird, die Drehzahl der Fachbildemaschine zu keinem Zeitpunkt unter ein Drehzahlniveau abfällt, das bei 50% der kleineren von zwei Betriebsdrehzahlen von Web- und Fachbildemaschine liegt, wobei die eine der zwei Betriebsdrehzahlen diejenige zum Zeitpunkt des auf die Erkennung der Betriebsstörung nächstfolgenden Blattanschlages der Webmaschine ist und wobei die andere der zwei Betriebsdrehzahlen diejenige zum Zeitpunkt des auf die Wiederherstellung der im Wesentlichen synchronen Betriebsweise nächstfolgenden Blattanschlags der Webmaschine ist. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Webmaschine während die Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung durchgeführt werden, zumindest zeitweise im Stillstand befindet. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Webmaschine während die Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung durchgeführt werden, zumindest zeitweise in einem Schleichgang befindet. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3 , dadurch gekennzeichnet, dass während der Durchführung von Maßnahmen zur Behebung einer Betriebsstörung durch Schussbruch die Fachbildemittel derartig angesteuert werden, dass zunächst das Webfach (N) für den nicht korrekt eingetragenen Schussfaden (S_N) wieder geöffnet wird, sodass dieser Schussfaden entfernt werden kann und danach der nächste Webfachwechsel frühestens erfolgt, um den erneut nunmehr korrekt eingetragenen Schussfaden (S_N) abzubinden und danach das Webfach (N+1) für den Eintrag des musterrichtig darauf folgenden Schussfadens (S_N+1) geöffnet wird. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass während der Durchführung der Maßnahmen zur Behebung einer Betriebsstörung vor der Wiederherstellung des normalen Webbetriebs mit Betriebsdrehzahl und im Wesentlichen synchroner Betriebsweise von Webmaschine und Fachbildemaschine die Fachbildemittel derartig angesteuert werden, dass sie in diejenige musterrichtige Offenstellung des Webfach (N-1) gebracht werden, die erforderlich war, um den vor Betriebsstörung zuletzt korrekt eingetragenen Schuss (S_N-1) in das Webfach einzutragen und danach der nächste Webfachwechsel frühestens erfolgt, um diesen Schussfaden (S_N-1) erneut abzubinden und danach das Webfach (N) für den Eintrag des musterrichtig darauf folgenden Schussfadens (S_N) geöffnet wird. 8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass nacheinander mehrere nicht korrekt eingetragene Schussfäden entfernt werden. 9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass nacheinander mehrere nicht korrekt eingetragene Schussfäden entfernt werden. 10. Webmaschine mit einer Fachbildemaschine, die zu- und abschaltbare Bewegungen der Fachbildemittel aufweist und durch einen einzigen drehzahlveränderlichen Antrieb angetrieben wird, der unabhängig von einem drehzahlveränderlichen Antrieb der Webmaschine angesteuert wird, mit einer Steuer- und Regeleinrichtung, die Mittel enthält, mit denen die beiden Antriebe die Web- und Fachbildemaschine im normalen Webbetrieb im Wesentlichen synchron betreiben und mit denen bei einer Betriebsstörung die betriebliche Synchronität von Web- und Fachbildemaschine durch die Steuer- und Regeleinrichtung aufgelöst und die Drehzahl der Webmaschine reduziert werden kann dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-9 vorhanden sind, die mit der Steuer- und Regeleinrichtung der Web- und der Fachbildemaschine signalübertragend verbunden sind, wobei die Mittel bestehen aus Signalgebern für Meldungen bezüglich Eintrag des Schussfadens und/oder für meidungen bezüglich der Position der Schusseintragselemente, und Eingabemitteln mit denen der Bediener Abläufe der Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung gemäß Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9 vorwählen kann und Eingabemitteln mit denen die Betriebsart gemäß Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und die Drehzahlen von Web- und Fachbildema schine während und nach der Durchführung der Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung vorgewählt werden können. |
Technisches Gebiet Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Webmaschine mit einer Fachbildemaschine, die zu- und abschaltbare Bewegungen der Fachbildemittel aufweist und durch einen einzigen drehzahlveränderlichen Antrieb angetrieben wird, der unabhängig von einem drehzahlveränderlichen Antrieb der Webmaschine angesteuert wird.
Die Fachbildemaschine ist von der Art, dass die Bewegungen der einzelnen Fachbildemittel - z.B. Webschäfte oder Jacquard-Platinen - über eine elektronische Steuerung einzeln programmierbar über elektromechanische Elemente angesteuert, das heißt zu- oder abgeschaltet werden können. Derartige Fachbildemaschinen sind dem Fachmann unter der Bezeichnung Schaftmaschine oder Jacquardmaschine bekannt. Bei Schaft- oder Jac- quardmaschinen im Sinne dieser Erfindung ist ein Antrieb der Hauptwelle der Fachbildemaschine und damit verbundener Drehmassen der Fachbildemaschine einschließlich evtl. vorhandener zusätzlicher Schwungmassen unabhängig von der zuschaltbaren Bewegung der Fachbildemittel möglich. Eine Schaftmaschine die nach diesem Prinzip arbeitet, ist zum Beispiel in der EP 570628 A1 beschrieben. Im Gegensatz zu Fachbildemaschinen, bei denen jedes Fachbildemittel einen eigenen Motor aufweist, benötigt eine Fachbildemaschine, wie sie hier zu Grunde liegt, nur einen einzigen Antriebsmotor.
Im hier vorliegenden Verfahren ist im Übrigen die Rede von elektromotorischen, über eine elektronische Steuerung drehzahlveränderlichen Antrieben, die in der Lage sind, die Web- und die Fachbildemaschine mit ihrer regulären Betriebsdrehzahl zu betreiben.
Ein unabhängiger motorischer Antrieb der Fachbildemaschine erlaubt es, in bestimmten Betriebszuständen den im normalen Webbetrieb im Wesentlichen synchronen Betrieb von Fachbildemaschine und Webmaschine aufzuheben.
An dieser Stelle sei auf den Umstand hingewiesen, dass sowohl die Webmaschine als auch die Fachbildemaschine Komponenten besitzen, die in den meisten Fällen über getriebliche Mittel ungleichförmig bewegt werden. Bei der Webmaschine sind dies in der Regel die Komponenten zum Blattanschlag und ggf. Komponenten zum mechanischen Schusseintrag. Bei der Fachbildemaschine sind dies die Fachbildemittel. Die ungleichförmigen Bewegungen dieser Komponenten verursachen unabhängig voneinander schwankende Massenträgheitsmomente an der Welle des jeweiligen Antriebsmotors. Diese wiederum verursachen schwankende Drehzahlen über jeweils einen Arbeitszyklus von Web- und Fachbildemaschine. Je nach Größe der Antriebseinheiten und je nachdem, wie die zugehörige Antriebssteuerung regelungstechnisch ausgelegt ist, fallen diese Schwankungen größer oder kleiner aus. Dieser Sachverhalt ist unter anderem in der EP 0 893 525 A1 beschrieben.
Das bedeutet, dass die Web- und die Fachbildemaschine mit voneinander unabhängigen Antriebsmotoren in der Regel über einen Arbeitszyklus hinweg nur zu bestimmten, funkti- onal unbedingt erforderlichen Zeitpunkten winkelsynchron und physikalisch exakt drehzahlgleich sind. In anderen Winkelbereichen eines Arbeitszyklus kann von dieser exakten Synchronität abgewichen werden. Eine im Wesentlichen synchrone Betriebsweise bedeutet in diesem Zusammenhang, dass z.B. innerhalb eines Arbeitszyklus die momentane Drehzahl von Web- oder Fachbildemachine nur 85 % von der eigentlichen Betriebsdreh- zahl beträgt, über mehrere Arbeitszyklen gemittelt jedoch beide Maschinen mit gleicher Betriebsdrehzahl laufen.
Für die beschrieben Betriebsweise ist es erforderlich, dass Web- und Fachbildemaschine bzw. deren Antriebe in Verbindung mit den zugehörigen elektronischen Steuer- und Regeleinrichtungen einschließlich Drehwinkelgebern oder anderen Sensoren ausgerüstet sind, die eine Bestimmung der momentanen Position von Web- und Fachbildemaschine sowie ein Synchronisieren der beiden erlauben.
Stand der Technik
Ein Verfahren zum Betreiben einer Webmaschine mit einer Fachbildemaschine mit von- einander unabhängigen Antrieben ist aus der EP 1 328 673 B1 bekannt. Diese enthält die Anregung, dass das Hochlaufen der Fachbildemaschine ohne die Bewegung der Fachbildemittel und ohne Bewegung der Webmaschine erfolgen kann. Das hat den Vorteil, dass die Antriebsmomente an der Fachbildemaschine verringert sind, da die Zeit für den Hochlauf der Fachbildemaschine mit ihren Drehmassen einschließlich evtl. vorhandener Schwungmassen länger sein kann als bei synchronem Hochlauf von Web- und Fachbildemaschine; außerdem werden die Massen der Fachbildemittel bei diesem Vorgang nicht mitbewegt.
Weiterhin beruht der Vorschlag gemäß der EP 1 328 673 B1 auf der Überlegung, dass die Webmaschine beim Hochlaufvorgang von Web- und Fachbildemaschine derartig betrie- ben wird, dass vor dem ersten Blattanschlag mit einer Drehzahl, die nahe oder gleich der Betriebsdrehzahl ist, keine „leeren" Blattanschläge gegen den Bindepunkt des Gewebes ausgeführt werden, weil dies zu einer unerwünschten Verdichtung des Gewebes und zu einer Mikroaufrauung der Schuss- und Kettfäden am Bindepunkt führen kann.
Ausgehend von dem Verfahren gemäß der EP 1 328 673 B1 wurden Überlegungen angestellt, dass es nicht gleichgültig ist, in welcher Stellung die Fachbildemittel zum Stillstand kommen, wenn der Webbetrieb wegen eines Schussfadenbruches oder eines Kettfadenbruchs unterbrochen werden muss. Bei Schussfadenbruch z.B. ist die Offenstellung des Webfaches erforderlich, damit der oder die gebrochenen Schussfäden entfernt werden können. Offenstellung des Webfachs bedeutet, dass alle Fachbildemittel in einer der beiden Extremlagen der Bewegung (hoch oder tief) stehen.
Ein längerer Stillstand der Webmaschine bzw. der Fachbildemittel bei Offenstellung des Webfaches ist aber für die Qualität des entstehenden Gewebes ungünstig; dabei werden nämlich die Kettfäden belastet, der Bindepunkt kann wandern, und beim erneuten Hoch- fahren der Webmaschine mit ihren Blattanschlägen können Anlaufstellen im Gewebe entstehen. Man ist daher bestrebt, bei Betriebsstörungen die Zeit, in der das Webfach in Offenstellung steht, so kurz wie möglich zu halten. Wenn immer möglich, wird daher außerhalb des normalen Webbetriebs das Webfach in eine Geschlossenstellung gebracht.
Technische Aufgabe sowie Lösung gemäß der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, bei einer Betriebsstörung die Zeitdauer für das Beheben der Betriebsstörung zu verkürzen und das Herunterfahren der Fachbildemaschine und der damit verbundenen Drehmassen und evtl. vorhandener Schwungmassen bis zum Stillstand möglichst zu vermeiden. Bei Betriebsstörungen durch Schussbruch wird damit die Zeitdauer mit einer Offenstellung des Webfachs weiter verkürzt und außerdem wird weniger elektrische Energie benötigt, da die Fachbildemaschine nicht angehalten und anschließend wieder in Betrieb gesetzt werden muss, um einen Schussbruch zu beheben.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dabei wird die Fachbildemaschine mit einer hohen Arbeitsdrehzahl, z.B. der bisherigen Betriebsdrehzahl, weiterbetrieben und, falls die Schussbruchbehebung erfolgreich war, ohne Stillstand wieder in den regulären Webbetrieb überführt.
Im Stand der Technik wird für Starts, Stopps und Drehzahlwechsel der Web- und Fach- biidemaschine mit voneinander unabhängigen Antrieben bereits vorgeschlagen, die Fach- bildemittel aus bestimmten Gründen nicht mit zu betreiben und z.B. bei hochlaufender oder herunterfahrender Fachbildemaschine die Fachbildemittel vorzugsweise in einer Offenfachstellung stehen zu lassen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden bei einer Betriebsstörung bei weiter laufender Fachbildemaschine über eine programmierbare Ablaufsteuerung die Fachbildemittel in geeigneterWeise zu- oder abgeschaltet, sodass ein gebrochener Schußfaden beseitigt und anschließend erneut eingetragen werden kann. Dabei wird nur die Webmaschine über die Steuerung ihres eigenen Antrieb in der Drehzahl reduziert und ggf. ganz zum Stillstand gebracht. Anschließend fährt die Webmaschine mit ihrem eigenen Antrieb wieder auf die für den weiteren Webbetrieb gewünschte Betriebsdrehzahl hoch und synchronisiert sich dabei mit der Fachbildemaschine, die bereits mit dieser Betriebsdrehzahl läuft - so dass der Webbetrieb wieder musterrichtig weitergeführt wird.
Aus bestimmten Gründen kann es erforderlich sein, dass die Betriebsdrehzahl der Web- und der Fachbildemaschine beim ersten Blattanschlag nach einer Betriebsstörung unterschiedlich von der Betriebsdrehzahl beim letzten Blattanschlag vor einer Betriebsstörung sein muss. Dies kann z.B. darin begründet sein, dass die Steuerung der Webmaschine derartig programmiert ist, dass sie die Betriebsdrehzahl der Web- und Fachbildemaschine bei einer großen Zahl aufeinander folgender Betriebsstörungen selbstständig solange senkt, bis weniger Betriebsstörungen auftreten. Ein umgekehrter Vorgang bei weniger häufigen Betriebsstörungen ist natürlich auch denkbar. Außerdem kann es andere webtechnische Erfordernisse geben, die beim ersten Blattan- schlag nach einer Betriebsstörung eine andere Betriebsdrehzahl der Web- und Fachbildemaschine erfordern als beim letzten Blattanschlag vor der Betriebsstörung. Aus diesem Grund ist es im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens auch vorgesehen, die Drehzahl der Fachbildemaschine vor der Wiederaufnahme des regulären, musterrichtigen Webbetriebs an die Erfordernisse, die die Webmaschinensteuerung vorgibt anzupassen, das heißt, die Drehzahl der Fachbildemaschine in bestimmten Grenzen zu senken oder zu erhöhen, so dass sie mit der Webmaschine, die die Blattanschläge ausführt, im folgenden regulären Webbetrieb im Wesentlichen wieder synchron, das heißt mit Betriebsdrehzahl läuft. Hierzu gehört ggf. auch ein Verstellen der Winkelbeziehung bzw. relativen Position zwi- sehen Webmaschine und Fachbildemaschine. Es kann aus webtechnischen Gründen er- forderlich sein, diese Winkelbeziehung bzw. relative Position im Arbeitszyklus von Web- und Fachbildemaschine zum Zeitpunkt der Geschlossenstellung des Webfachs für den weiteren regulären Webbetrieb dauerhaft oder auch von Schuß zu Schuß zu verändern. Es findet eine Phasenverschiebung zwischen den Arbeitszyklen von Web- und Fachbil- demaschine statt. Das muss ggf. bei der erneuten Synchronisierung nach einer Betriebsstörung durch eine geeignete Programmierung der Steuerungen der Antriebsmotoren berücksichtigt werden, ändert aber nichts an der im Wesentlichen synchronen Betriebsweise im normalen Webbetrieb von Web- und Fachbildemaschine.
Unter bestimmten Umständen kann es zur Behebung der Ursachen für die Betriebsstörung auch erforderlich sein, die Drehzahl der Fachbildemaschine während des nicht synchronen Betriebs von Web- und Fachbildemaschine zu senken. Damit der Vorteil des hier beanspruchten Verfahrens noch bestehen bleibt, wird man einen Stillstand der Fachbildemaschine jedoch vermeiden; sinnvoll ist es, die Drehzahl der Fachbildemaschine nicht unter 50 % der Betriebsdrehzahl abzusenken.
Weiterhin kann es sinnvoll sein, auch die Webmaschine während des nicht synchronen Betriebs von Web- und Fachbildemaschine zumindest zeitweilig mit einer geringen Drehzahl weiter zu betreiben, um die Beseitigung der Ursachen für die Betriebsstörung zu er- möglichen. Dies kann zum Beispiel dann erforderlich sein, wenn man zur automatischen Behebung von Schussbrüchen das Webblatt der Webmaschine in eine bestimmte Position bringen möchte.
Die Webmaschine wird während des beschriebenen Vorgangs auf eine z.B. mit der Schussbruchbehebung vereinbare (d.h. hinreichend langsame) Schleichgeschwindigkeit heruntergefahren werden. Mit Schleichgeschwindigkeit im vorliegenden Fall sind Drehzahlen gemeint, die kleiner als 10 % von der normalen Betriebsdrehzahl sind. Die Behebung einer Betriebsstörung z.B. die Schussbruchbehebung kann automatisch oder manuell durch das Webereipersonal erfolgen. Automatische Schussbruchbehebung - z.B. mittels Luftstrahl - ist bei modernen Webmaschinen Stand der Technik und braucht hier nicht näher beschrieben zu werden.
Für den Fall der manuellen Behebung von Betriebsstörungen werden aus Sicherheitsgründen im Rahmen des hier beschriebenen Verfahrens entsprechend angepasste Verfahrensabläufe erforderlich sein. Das Betreiben der Webmaschine mit geringer Drehzahl (Schleichgang) und das wieder Aufnehmen des normalen Webbetriebs nach Schussbruchbehebung kann z.B. erst durch entsprechende Eingabe am Bedienpult der Webmaschine durch das Webereipersonals gestartet werden.
Die gewünschten, in der Steuer- und Regeleinrichtung vorprogrammierten Betriebsarten, sowie die Drehzahlen von Web- und Fachbildemaschine während und nach Durchführung der Maßnahmen zur Behebung einer Betriebsstörung sind vom Bediener über entsprechende Eingabemenüs oder Tastaturen an der Steuer- und Regeleinrichtung von Web- und Fachbildemaschine vorwählbar.
Bei längeren Betriebsunterbrechungen, z.B. bei erfolglosem Versuch, die Ursache für eine Betriebsstörung zu beheben, werden Web- und Fachbildemaschine stillgesetzt. Das Webfach wird dann durch geeignete Steuerung des Antriebs der Fachbildemaschine und entsprechende Ansteuerung der Fachbildemittel möglichst bald in eine Geschlossenstellung gebracht. Bei Betriebsstörungen, die keine Schussbruchbehebung erfordern und damit auch keine Offenstellung des Webfachs, kann das Anfahren einer Geschlossenstellung des Webfachs ebenfalls sehr frühzeitig erfolgen, nämlich während die Fachbildemaschine noch Heruntergefahren wird, das heißt nach Erkennen der Betriebsstörung noch nicht zum Stillstand gekommen ist. Dies kann zum Beispiel bei einer Betriebsstörung durch Kettbruch sinnvoll sein. Das erfindungsgemäße Verfahren hat besondere Vorteile für den Fall, dass die Ursache der Betriebsstörung ein Schussbruch an der Webmaschine ist. Dieser wird gemäß Stand der Technik durch Signalgeber an die Steuer- und Regeleinrichtung der Webmaschine gemeldet, die damit erkennen kann, ob ein Schussfaden ordnungsgemäß eingetragen wurde oder nicht. Für die Entfernung eines gebrochenen Schusses aus dem Webfach und das erneute Eintragen dieses gebrochenen Schusses in das musterrichtige Webfach sind nämlich bestimmte Stellungen der Fachbildemittel, die das Webfach bilden, erforderlich. Diese werden gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren ohne Stillstand der Fachbildemaschine durch Zu- oder Abschalten der Bewegung der Fachbildemittel erreicht. Bei einem Schussbruch muss z.B. zur Entfernung des gebrochenen Schussfadens das Webfach in derjenigen musterrichtigen Stellung sein, die beim Eintrag dieses gebrochenen Schusses in das Webfach vorlag. Anschließend muss dieser Schuss erneut eingetragen und der musterrichtige Webbetrieb mit dem nächsten Schuss fortgesetzt werden. Es ist allerdings zu beachten, dass bei unterbrochener Synchronisation zwischen Web- und Fachbildemaschine und bei Drehzahlreduktion oder komplettem Herunterfahren der Webmaschine die Ansteuerung der Fachbildemittel bei weiter laufender Fachbildemaschine nur erfolgen darf, wenn keine Kollision mit eventuell noch im Webfach vorhandenen mechanischen Schusseintragselementen (z.B. Greifer) mehr erfolgen kann. Gegebenenfalls ist eine Signalgeber vorzusehen, die die Position der Eintragselemente erfassen und Signale an die Steuerung der Web- oder der Fachbildemaschine übermitteln, die ein Ansteuern der Fachbildemittel verhindern oder unterbrechen, solange die Gefahr einer Kollision mit den Eintragselementen besteht.
Aus webtechnischen Gründen kann es generell sinnvoll sein, nach einer Betriebsstörung oder längerem Stillstand der Webmaschine einen sogenannten Start mit Leerschuss auszuführen. Die Webmaschine läuft dabei an, ohne dass ein Schuss eingetragen wird, das heißt, der zuletzt richtig eingetragene Schuss erfährt erneut einen Blattanschlag - vorzugsweise aber dann nur diesen einen, wozu die Webmaschine innerhalb eines Webzyklus startet. Die Fachbildemittel müssen zuvor in diejenige musterrichtige Offenstellung des Webfachs gebracht werden, die erforderlich war, um diesen letzten Schuss ins Webfach einzutragen.
Bei unabhängigen Antrieben für Web- und Fachbildemaschine ist es möglich, beliebige Bewegungen der von der Fachbildemaschine angetriebenen Fachbildemittel auszuführen, ohne dass die Webmaschine dabei bewegt wird. Das heißt es werden keine unerwünsch- ten Blattanschläge, zum Beispiel beim langsamen Rückwärtslauf der Webmaschine in die notwendige Startposition, erforderlich.
Der beschriebene Start mit Leerschuß lässt sich nun in einer vorteilhaften Weiterbildung in das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Webmaschine mit einer Fach- bildemaschine integrieren, wenn diese Option für den Wiederstart des Webprozesses nach einer Betriebsstörung gefordert ist.
Am Beispiel einer Betriebsstörung durch Schussbruch beschrieben stellt sich diese Weiterbildung des Verfahrens wie folgt dar: Während der Durchführung der Maßnahmen zur Schussbruchbehebung wird die Fachbildemaschine mit hoher Arbeitsdrehzahl weiterbe- trieben und bringt nach Beseitigung des gebrochenen Schussfadens das Webfach des letzten korrekt eingetragenen Schussfadens in eine Offenstellung, legt diesen Schussfaden also frei. Dazu werden die zugehörigen Fachbildemittel in geeigneter Weise zu- bzw. abgeschaltet. Die Webmaschine kann sich während dieses Vorganges ihrerseits bereits in der Startphase befinden oder sie startet erst nach gänzlicher Öffnung dieses Faches. In jedem Fall startet die Webmaschine mit ihrem Antrieb wieder auf die für den weiteren Webbetrieb gewünschte Betriebsdrehzahl und wird durch die Steuerung nach Abschluss der Maßnahmen zur Behebung der Betriebsstörung mit dem unabhängigen Antrieb der Fachbildemaschine synchronisiert, die dann auch mit dieser Betriebsdrehzahl läuft - so dass der Webbetrieb wieder musterrichtig weitergeführt wird. Die Webmaschinensteue- rung erhält bei diesem Vorgang ein Signal, dass vor dem ersten Blattanschlag kein
Schuss einzutragen ist, was über entsprechende elektromechanische Einrichtungen moderner Greifer- oder Luftwebmaschinen durchführbar ist.
Es kann auch vorkommen, dass mehrer Schüsse fehlerhaft oder gebrochen eingetragen werden, bevor die Webmaschine mit Antrieb über ihre Überwachungseinrichtungen stillgesetzt und der Vorgang der Schussbruchbehebung gestartet wird. In diesem Fall ist das hier beschriebene Verfahren sinngemäß für mehrere gebrochene oder nicht korrekt eingetragene Schüsse auszuführen. Die Fachbildemittel müssen dazu bei laufender Fachbildemaschine und stehender oder im Schleichgang betriebener Webmaschine durch Zu- bzw. Abschalten ihrer Bewegung nacheinander in die musterabhängig richtigen Offenstellungen des Webfachs gebracht werden, um die zugehörigen Schüsse entfernen zu können.
Der gewünschte, in der Steuer- und Regeleinrichtung vorprogrammierte Ablauf der Maß- nahmen zur Behebung einer Betriebsstörung ist vom Bediener über entsprechende Eingabemenüs oder Tastaturen an der Steuer- und Regeleinrichtung von Web- und Fachbildemaschine auswählbar.
Kurze Erläuterung der Figuren
Figur 1 Diagramm des erfindungsgemäßen Verfahrensablaufs bei Schussbruchbehebung
Figur 2 Diagramm wie in Fig. 1 , jedoch Webmaschine im Schleichgang
Figur 3 Diagramm wie in Fig. 1 , jedoch Start mit Leerschuss
Figur 4 Diagramm wie in Fig. 1 , dargestellt wird jedoch ein optionaler Ablauf für
Webmaschinen mit mechanischen Eintragselementen Figur 5 Diagramm wie in Fig. 1 , jedoch mit unterschiedlicher Betriebsdrehzahl vor und nach der Betriebsstörung
Figur 6 Diagramm wie in Fig. 1 , dargestellt wird zusätzlich eine erneute Unterbrechung des Betriebs ohne dass sich das erfindungsgemäße Verfahren anschließt.
Figur 7 Schnitt durch eine Webmaschine, Blick in Schussrichtung, mit einem Webfach, das aus Kettfäden (1) gebildet wird, die durch Fachbildemittel (2) ausgelenkt werden, so dass ein Schussfaden (S) eingetragen werden kann.
Ausführunqsbeispiele
Figur 1 zeigt einen zunächst laufenden Webbetrieb, in dem die Betriebsdrehzahlen n1.1 der Webmaschine und n1.2 der Fachbildemaschine gleich groß sind. Der in das Webfach N eingetragene Schußfaden S_N bricht (!) , d.h. er wird nicht korrekt eingetragen.
Der Wechsel von Webfach N auf Webfach N+1 wird in den meisten Fällen noch vollzogen, da er im Regelfall bei hoher Betriebsdrehzahl aufgrund der trägen bewegten Massen nicht mehr zu unterbinden ist, d.h. dass der Umsteuerbefehl für die Fachbildemittel- Bewegung auf das Webfach N nicht so schnell umgesetzt werden kann, dass Webfach N gleich offen bleibt.
Die Geschlossenstellung der Fachbildemittel, die beim Wechsel von Webfach N auf N+1 in Bewegung sind, wird dabei zum Zeitpunkt t1.1 durchlaufen, z.B. ist 330° (bezogen auf den Webmaschinenwinkel, der bei einem Webzyklus 360° überstreicht) ein häufiger Praxiswert für die Geschlossenstellung des Webfachs.
Zum Zeitpunkt t1.2, welcher z.B. mit dem Blattanschlag der Webmaschine, also 360°, zusammenfallen kann, beginnt der Bremsvorgang der Webmaschine. Im dargestellten Fall wird die Webmaschine bis auf Stillstand abgebremst, d.h. n1.1 ist dann = 0. Infolge oben beschriebenen Webfachwechsels ist nunmehr das Webfach N+1 offen. Der zugehörige Schußfaden S_N+1 wird hier nicht eingetragen (X), da ja zunächst der nicht korrekt eingetragene (bzw. gebrochene) Schußfaden S_N beseitigt werden muß. Deshalb wird durch eine entsprechende Ansteuerung der Fachbildemittel in das Webfach N zurückgewechselt. Der nicht korrekt eingetragene Schußfaden kann nunmehr manuell oder durch eine sogenannte automatische Schussbruchbehebung entfernt werden. Während des gesam- ten Vorganges hat die Fachbildemaschine ihre Betriebsdrehzahl n1.2 nicht verändert, d.h. sie ist noch gleich jener, mit der sie auch schon bis zum Eintritt des Schussbruch- Ereignisses betrieben wurde.
Der Antrieb der Fachbildemaschine muß also keine Leistungs- bzw. Drehmomentenspitze für einen Bremsvorgang erbringen. Auch die entsprechende Zeit wird gespart; nur die - wegen geringerer Drehmassen bzw. ohne zusätzliche Schwungmassen schneller bremsende - Webmaschine wurde stillgesetzt.
Ist der gebrochene oder nicht korrekt eingetragene Schussfaden entfernt, startet die Webmaschine wieder. Im Beispiel wurde der Punkt, ab dem Web- und Fachbildemaschi- ne wieder mit gleicher Drehzahl und in der für den regulären Webbetrieb geforderten Weise synchron betrieben werden, auf den Blattanschlag gelegt, welcher auf den Zeitpunkt t1.4 fällt. Kurz vor t1.4 wird t1.3 durchlaufen, welcher den Zeitpunkt für die Geschlossenstellung des Webfachs angibt. Der Schußfaden S_N ist entsprechend rechtzeitig vor t1.3 einzutragen, damit er sich ordnungsgemäß durch das Webfach bewegen und schließlich abgebunden werden kann.
Figur 2 zeigt einen zunächst laufenden Webbetrieb wie in Figur 1 dargestellt. Zum Zeitpunkt t2.2, welcher z.B. mit dem Blattanschlag der Webmaschine, also 360°, zusammenfallen kann, beginnt der Bremsvorgang der Webmaschine. Im dargestellten Fall wird die Webmaschine bis auf eine Schleichdrehzahl abgebremst, d.h. n2.1 ist dann > 0. Das weitere Verfahren läuft analog zu Figur 1 ab.
Während des gesamten Vorganges hat die Fachbildemaschine ihre Betriebsdrehzahl n2.2 nicht verändert, d.h. sie ist noch gleich jener, mit der sie auch schon bis zum Eintritt des Schussbruch-Ereignisses betrieben wurde. Nur die vergleichsweise wesentlich schneller bremsende Webmaschine wurde auf die Schleichgangsgeschwindigkeit abgebremst.
Sind mehrere Schußfäden gebrochen oder nicht korrekt eingetragen, so wird zunächst das Webfach des letzten gebrochenen Schusses geöffnet, wie dies in Figur 1 und 2 für den Schußfaden S_N geschehen ist.
Wenn dieser Schußfaden auf manuellem Wege beseitigt wurde (wobei die Webmaschine bevorzugt auf Stillstand abgebremst wurde), werden vorzugsweise durch Eingaben des Bedieners an der Webmaschine die Fachbildemittel der weiterhin laufenden Fachbildemaschine deartig nacheinander angesteuert, dass alle weiteren Fächer geöffnet und die Schüsse entfernt werden können, bis auch der zuerst gebrochene Schußfaden S_N-i (mit i > 0) beseitigt werden kann. Nach dieser Beseitigung wird die Webmaschine wieder gestartet; in das entsprechend geöffnete Webfach N-i wird der Schußfaden S_N-i eingetragen; Zeitpunkt t1.3 gibt den Zeitpunkt für die Geschlossenstellung des Webfachs an, die im Zuge des Webfachwechsels von N-i auf N-i+1 durchlaufen wird; zum Zeitpunkt t1.4 wird der Schußfaden S_N-i angeschlagen.
Wurde der letzte gebrochene Schußfaden automatisch beseitigt, werden vorzugsweise auch auf dem automatischem Wege bei laufender Fachbildemaschine alle weiteren Fächer geöffnet und die Schußfäden entfernt, bis auch der zuerst gebrochene Schußfaden S_N-i (mit i > 0) beseitigt werden kann. Nach dieser Beseitigung startet die Webmaschine automatisch wieder; entweder aus dem Stillstand oder aus der Schleichbewegung heraus. Startet sie aus dem Stillstand heraus, so fällt der Punkt, ab dem Web- und Fachbildemaschine wieder mit gleicher Drehzahl und in der betriebsmäßig geforderten Weise synchron betrieben werden, auf t1.4. Kurz vor t1.4 wird t1.3 durchlaufen, welcher den Zeitpunkt die Geschlossenstellung des Webfachs angibt. Startet sie aus der Schleichbewegung heraus, so fällt der Punkt, ab dem Web- und Fachbildemaschine wieder mit gleicher Drehzahl und in der betriebsmäßig geforderten Weise synchron betrieben werden, auf t2.4. Kurz vor t2.4 wird t2.3 durchlaufen, welcher den Zeitpunkt für die Geschlossenstellung des Webfachs angibt.
Figur 3 zeigt zunächst laufenden Webbetrieb wie in den vorhergehenden Beispielen. Der in das Webfach N eingetragene Schußfaden S_N bricht, d.h. er wird nicht korrekt eingetragen. Zum Zeitpunkt t3.2, welcher z.B. mit dem Blattanschlag der Webmaschine, also 360°, zusammenfallen kann, beginnt der Bremsvorgang der Webmaschine. Im dar- gestellten Fall wird die Webmaschine bis auf Stillstand abgebremst, d.h. n3.1 ist dann = 0. Während des gesamten weiteren Vorganges hat die Fachbildemaschine ihre Drehzahl n3.2 nicht verändert, d.h. sie ist noch gleich jener, mit der sie auch schon bis zum Eintritt des Schussbruch-Ereignisses betrieben wurde. Ist der gebrochene Schussfaden entfernt, wird in das Webfach N-1 gewechselt und dadurch der letzte korrekt einge- tragene Schussfaden S_N-1 freigelegt. Daraufhin startet die Webmaschine wieder. Der Schußfaden S_N-1 wird zum Zeitpunkt t.3.4 durch das Webblatt angeschlagen. Dieses Freilegen eines bereits zuvor durch das Webblatt angeschlagenen Schußfadens (hier S_N-1), um ihn im Zuge des Wiederstarts erneut abzubinden und anzuschlagen, wird in der Praxis häufig als Start mit Leerschuß betrachtet. Vom Webfach N-1 wird im Zuge des wieder laufenden Webbetriebes in das Webfach N gewechselt, um den Schuß N einzutragen. Auch die weiteren Schußfäden ab N+1 werden dann in der webtechnisch üblichen Art und Weise eingetragen.
Figur 4 zeigt eine Modifikation des Ausführungsbeispiels 1 (Figur 1) für Webmaschinen mit mechanischem Schusseintragssystem (Bandgreifer- und/oder Stangengreifer- basierendes Schusseintragsystem) oder auf Webschützen oder Projektilen basierendem Schusseintragssystem. Dabei wird das Webfach N+1 solange offen gehalten, bis durch einen Wechsel auf das Webfach N keine Kollisionsgefahr mit Elementen des Schusseintrages mehr besteht. Im Beispiel sei für eine Stangengreifer- oder Bandgreifer- Webmaschine ein Mittel, z.B. Lage- und/oder Drehzahlgeber, vorgesehen, das den zum Zeitpunkt t4.3 erfolgten Stillstand der Webmaschine detektiert. Dabei ist die Stillstandsposition so gewählt, dass sich die Bandgreifer oder Stangengreifer in Vollständigkeit außerhalb des Webfaches befinden. Erst dann wird über Steuerungsmittel der Wechsel in das Webfach N freigegeben. Der sonstige Ablauf ist identisch zu Figur 1 ; es entsprechen einander: (t4.1 und t1.1), (t4.2 und t1.2): (t4.4 und t.1.3); (t4.5 und t1.4); (n4.1 und n1.1); (n4.2 und n1.2).
Auch Figur 5 zeigt eine Modifikation des Ausführungsbeispiels 1 (Figur 1). Die Modifikation besteht darin, dass die Betriebsdrehzahlen n5.1 der Webmaschine und n5.2 der Fach- bildemaschine zum Zeitpunkt t5.4 andere sind als zum Zeitpunkt t5.2. Dabei ist t.5.4 der Zeitpunkt des ersten Blattanschlages nach Eintrag des Schusses S_N, welcher zuvor nicht korrekt eingetragen wurde und daher entfernt werden musste; der Zeitpunkt t.5.2 entspricht 1.1.2. Dass n5.1, n5.2, wie dargestellt, in t.5.4 niedriger liegen als in t5.2 hat oft seine praktische Bedeutung in der Vermeidung von Anlaufstellen. So kann z.B. gefordert sein, den ersten Schussfaden nach (Wieder-)Start nur mit 90% der ansonsten gefahrenen Betriebsdrehzahl (s. Zeitpunkt t5.2) anzuschlagen. Im Übrigen entsprechen einander: t5.1 und t1.1 sowie t5.3 und t1.3.
Figur 6 entspricht im Ablauf Figur 1 , zeigt aber zusätzlich noch einen kurz darauf folgenden Stopp, der nicht zu dem erfindungsgemäßen Verfahren führt, was ab dem Zeitpunkt t6.5 durch ein entsprechendes Herunterfahren von Web- und Fachbildemaschine bis zum Stillstand ersichtlich wird. Der Schussfaden S_N+3 wird nicht mehr eingetragen. Das Webfach bleibt in diesem Beispiel in einer Offenstellung. Selbstverständlich kann die Steuerung der Fachbildemaschine auch derartig programmiert werden, dass während des Herunterfahrens von Web- und Fachbildemaschine die Bewegung der Fachbildemittel derartig angesteuert wird, dass sich das Webfach bei Stillstand von Web- und Fachbildemaschine in einer Geschlossenstellung befindet.
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