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Title:
METHOD FOR PREPARING AMINOPROPYLALKOXYSILANES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/154479
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to: a method for synthesising aminopropylalkoxysilanes of general formula (I): H2N-CR2R3-CHR1-CH2-SiR4R5(OR6), wherein silazanes, which are selected from the general formulae (IVa) and (IVb) and mixtures thereof, are hydrosilated in the presence of catalyst A which contains compounds selected from rhodium and iridium compounds and mixtures thereof, and are reacted with alcohol of general formula (V): R6-OH for conversion into the aminopropylalkoxysilanes of general formula (I), wherein R1 to R6 are defined as cited in claim 1; and the preparation of a silazane mixture of the general formulae (IVa) and (IVb) with subsequent synthesis of aminopropylalkoxysilanes of the general formula (I).

Inventors:
FRITZ-LANGHALS ELKE (DE)
WEIDNER RICHARD (DE)
Application Number:
EP2018/052942
Publication Date:
August 15, 2019
Filing Date:
February 06, 2018
Export Citation:
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Assignee:
WACKER CHEMIE AG (DE)
International Classes:
C07F7/10; C07F7/18
Domestic Patent References:
WO2013139604A12013-09-26
Foreign References:
EP0578186A11994-01-12
DE102015207673A12016-10-27
EP2841489B12015-08-05
EP2828270A12015-01-28
EP0578186A11994-01-12
DE3546376A11986-07-17
DE3606262A11986-09-04
Other References:
HARRY R. ALLCOCK ET AL: "Organosilicon derivatives of phosphazenes. 11. Synthesis and reactivity of cyclotriphosphazenes bearing reactive silane functionalities: novel derivatives via hydrosilylation reactions", ORGANOMETALLICS, vol. 10, no. 11, 1 November 1991 (1991-11-01), US, pages 3819 - 3825, XP055368650, ISSN: 0276-7333, DOI: 10.1021/om00057a010
DATABASE WPI Week 199241, Derwent World Patents Index; AN 1992-337614, XP002785067
DATABASE WPI Week 199914, Derwent World Patents Index; AN 1999-163210, XP002785068
Attorney, Agent or Firm:
FRITZ, Helmut et al. (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Synthese von 3 -Aminopropylalkoxysilanen der allgemeinen Formel I

H2N-CR2R3 -CHR1-CH2 - SXR4R5 (ORs) bei dem Silazane, die ausgewählt werden aus den allgemeinen Formeln IVa und IVb

IVa IVb und Gemischen davon, in Gegenwart von Katalysator A hydro- silyliert werden, der Verbindungen enthält, die ausgewählt werden aus Rhodium- und Iridium-Verbindungen und Gemischen davon,

und zur Überführung in die 3 -Aminopropylalkoxysilane der allgemeinen Formel I mit Alkohol der allgemeinen Formel V

R6 - OH V umgesetzt werden, wobei

R1 bis R3 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Ci-C20~ Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen -0-, -CO-, -C00-, -OCO- oder -OCOO- , -S- oder NRX ersetzt sein können, und wobei die Reste über

Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können, bedeuten,

R4 und R5 unabhängig voneinander einen einwertigen unsubsti

tuierten oder substituierten Ci-C20-Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im

Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen -O- , -CO-, -COO-, -OCO- oder -OCOO- , -S- oder NRX ersetzt sein können, und wobei die Reste über Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können,

R® Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 8 C-Atomen, wobei nicht

benachbarte Kohlenstoffatome durch Sauerstoffe ersetzt sein können, und

Rx einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Cx- C20-Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen - O-, -CO-, -COO-, -OCO- oder -OCOO-, -S- ersetzt sein können, und wobei die Reste über Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können,

bedeuten .

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem R1 ein Wasserstoffatom bedeutet .

3. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden

Ansprüche, bei dem R2 und R3 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe bedeuten.

4. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden

Ansprüche, bei dem R4 und R5 unabhängig voneinander einen einwertigen unsubstituierten Ci-Cg-Kohlenwasserstoffrest bedeuten .

5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden

Ansprüche, bei dem R6 einen Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4 C-Atomen bedeutet.

6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorangehenden

Ansprüche, bei dem der Katalysator A Verbindungen enthält, die ausgewählt werden aus Rh- und Iridiumkomplexen, welche 4- oder 6- fach koordiniert sind.

7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem die Rh- und

Iridiumkomplexe Liganden aufweisen, die ausgewählt werden aus Halogenid, Wasserstoff, BF4 , mono- oder bidentaten N- , P- , As- oder Sb-, N-heterocyclischen Garben- oder

Alkenylliganden und Kohlenmonoxid.

8. Verfahren zur Synthese von 3 -Aminopropylalkoxysilanen der allgemeinen Formel I

H2N- CR2R3 -CHR1- CH2 - SiR4R5 (OR6) I, bei dem in einem ersten Schritt olefinisches Amin der allgemeinen Formel II mit Chlorsilan der allgemeinen Formel III

ClSiR4R5H III, umgesetzt wird, wobei ein Silazangemisch der allgemeinen Formeln IVa und

IVb gebildet wird,

in einem zweiten Schritt das Silazangemisch der allgemeinen Formeln IVa und IVb in Gegenwart von Katalysator A, der Verbindungen enthält, die ausgewählt werden aus Rhodium- und Iridium-Verbindungen und Gemischen davon, hydrosily- liert wird,

und zur Überführung in die 3 -Aminopropylalkoxysilane der allgemeinen Formel I mit Alkohol der allgemeinen Formel V

R6 - OH V umgesetzt wird, wobei

R1 bis R3 unabhängig voneinander ein Wasserstoffato oder einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten q!-O20- Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen -0-, -CO-, -COO-, -OCO- oder -OCOO- , -S- oder NRX ersetzt sein können, und wobei die Reste über

Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können, bedeuten,

R4 und R5 unabhängig voneinander einen einwertigen unsubsti tuierten oder substituierten C1~C2o-Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im

Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen -0-, -CO-, -COO-, -0C0- oder -OCOO-, -S- oder NRX ersetzt sein können, und wobei die Reste über Kohlenwasserstof freste verbrückt sein können, Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 8 C-Atomen, wobei nicht benachbarte Kohlenstoffatome durch Sauerstoffe ersetzt sein können, und

Rx einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten C.- C2o-Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen - O- , -CO-, -COO-, -OCO- oder -OCOO-, -S- ersetzt sein können, und wobei die Reste über Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können,

bedeuten .

Verfahren nach Anspruch 8, bei dem im ersten Schritt mindestens 2 Mol -Äquivalente olefinisches Amin der

allgemeinen Formel II, bezogen auf Chlorsilan der

allgemeinen Formel III eingesetzt werden, wobei das bei der Umsetzung gebildete zweiphasige flüssige Gemisch, dessen untere Phase das Hydrochlorid des Amins der allgemeinen Formel II enthält und dessen obere Phase das Silazangemisch der allgemeinen Formeln IVa und IVb enthält, vor dem zweiten Schritt durch Phasentrennung aufgetrennt wird.

Description:
Verfahren zur Herstellung von Aminopropylalkoxysilanen

Die Erfindung betrifft die Herstellung von primären 3- Aminopropylalkoxysilanen über eine Hydrosilylierung in

Gegenwart von Rhodium- oder Iridium-Verbindungen .

Primäre 3 -Aminopropylalkoxysilane sind wichtige Zwischen produkte in der Technik, sie eignen sich insbesondere für die Endstopperung von hydroxyfunktionellen Siloxanen unter Bildung von endständig-funktionalisierten Aminoalkylsiloxanen, den sogenannten Aminölen.

Endständig mit einer primären 3 -Aminopropylgruppe funktional! - sierte Polysiloxane, sog. Aminöle, finden in vielen Bereichen der Siliconchemie Anwendung, z. B. bei der Herstellung von Copolymeren. Damit Copolymere mit hohen Molekulargewichten hergestellt werden können, müssen die Aminöle möglichst voll ständig endfunktionalisiert sein. Aber auch bei weiteren

Anwendungen mindert eine unvollständige Endfunktionalisierung die Qualität, da an den nicht gestopperten Si-OH Kettenenden Kettenabbauprozesse einsetzen.

Äquilibrierungsverfahren unter Verwendung von Bis-3-amino- propyldisiloxanen liefern nur Aminöle mit unvollständig umgesetzten Kettenenden, während mit Stopperungsverfahren unter Verwendung von 3 -Aminopropylalkoxysilanen, wie in

DE102015207673 Al und EP2841489 Bl beschrieben, vollständige Stopperungen erzielt werden können, weswegen sich nur 3 -Amino propylalkoxysilane für die Aminölproduktion eignen.

In der EP2828270 Al ist eine Methode zur Herstellung von 3- Aminopropylalkoxysilanen aus den entsprechenden 3 -Chlorpropyl- alkoxysilanen und einem 20- bis 30-fachen molaren Überschuss an Ammoniak beschrieben. Dieses Verfahren ist aufgrund der hohen Druckanforderungen verhältnismäßig aufwändig. Ein weiterer Nachteil bei diesem Verfahren ist, dass die als Edukte einge setzten 3 -Chlorpropylsilane über Platin-katalysierte Hydrosi lylierung von Allylchlorid hergestellt werden müssen, bei der infolge einer Nebenreaktion, der Propenabspaltung, nur mäßige Ausbeuten erzielt werden können.

Ein einfaches und druckloses Verfahren, welches die 3-Amino- propylalkoxysilane in guten Ausbeuten und in einer hohen Rein heit liefert, steht daher noch aus.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Synthese von 3- Aminopropylalkoxysilanen der allgemeinen Formel I

H 2 N- CR 2 R 3 - CHR 1 - CH 2 - SiR 4 R 5 (OR 6 ) I , bei dem Silazane, die ausgewählt werden aus den allgemeinen Formeln IVa und IVb

und Gemischen davon, in Gegenwart von Katalysator A hydrosily- liert werden, der Verbindungen enthält, die ausgewählt werden aus Rhodium- und Iridium-Verbindungen und Gemischen davon, und zur Überführung in die 3 -Aminopropylalkoxysilane der allgemeinen Formel I mit Alkohol der allgemeinen Formel V

R s - OH V umgesetzt werden, wobei

R 1 bis R 3 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Ci - C 2 o - Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen -0-, -CO-, -C00-, -0C0- oder -OCOO- , -S- oder NR X ersetzt sein können, und wobei die Reste über

Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können, bedeuten,

R 4 und R 5 unabhängig voneinander einen einwertigen unsubsti

tuierten oder substituierten C 1 -C 2 o--Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im

Kohlenwasserstof frest durch Gruppen -0-, -CO-, -C00-, -OCO- oder -OCOO-, -S- oder NR X ersetzt sein können, und wobei die Reste über Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können, R6 Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 8 C-Atomen, wobei nicht

benachbarte Kohlenstoffatome durch Sauerstoffe ersetzt sein können, und

R x einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Ci- C 2 o-Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen - O-, -CO-, -COO-, -0C0- oder -OCOO-, -S- ersetzt sein können, und wobei die Reste über Kohlenwasserstoffreste verbrückt sein können,

bedeuten .

Das erfindungsgemäße Verfahren ist drucklos und einfach

durchführbar und liefert die gewünschten

Aminopropylalkoxysilane mit einer primären Aminogruppe in guten Ausbeuten mit nur geringen Anteilen (ca. 2 bis 4 %) an dem isomeren Produkt, dem sogenannten ß- Produkt Ia .

H 2 N- CR 2 R 3 - CMeR 1 - SiR 4 R 5 ( OR 6 ) Ia Ein weiterer Vorteil des Verfahrens ist, dass zur Herstellung des Silazangemisches der allgemeinen Formeln IVa und IVb kostengünstige Ausgangsmaterialien wie Allylamin und

DimethylChlorsilan verwendet werden können und keine weiteren Reagentien erforderlich sind.

In der EP 0578186 ist die intramolekulare Hydrosilylierung von Diallylaminen mit Rhodium-Katalysatoren unter Bildung von 5- Ring-Silazanen beschrieben. Über dieses Verfahren können keine 3 -Aminopropylalkoxysilane mit einer primären Aminogruppe erzeugt werden, da der Stickstoff irreversibel durch eine nicht entfernbare Alkylgruppe blockiert ist.

DE 3546376 beschreibt außerdem die Umsetzung von Gemischen aus Monosilazan IVa und Bissilazan IVb (erhältlich nach DE 3606262) mit Platin-Katalysator und die nachfolgende Hydrolyse zu

Disiloxanen, welche jedoch als Isomerengemische vorliegen;

daher wird in DE 3546376 empfohlen, für die Hydrosilylierung nur das Monosilazan einzusetzen, dessen Herstellung in reiner Form jedoch schwierig und aufwändig ist, da es sich in das Bissilazan und Allylamin umwandeln kann.

In keiner der beiden Schriften wird die Herstellung von 3- Aminopropylalkoxysilanen beschrieben, die - wie oben ausgeführt - für die Aminölherstellung besonders geeignet sind. Auf der Basis der offenbarten Schriften ist es daher unerwartet, dass die Rhodium-katalysierte Hydrosilylierung des Monosilazan- Bissilazangemisches zu einem im Wesentlichen einheitlichen 3- Aminopropylalkoxysilan der allgemeinen Formel I mit nur

geringen Anteilen an isomerem ß- Produkt der allgemeinen Formel Ib führt .

Im Verfahren können die Silazane der allgemeinen Formeln IVa und IVb in jedem Verhältnis eingesetzt werden. Es können auch reine Silazane der allgemeinen Formeln IVa oder IVb eingesetzt werden. Bevorzugt ist der Einsatz eines Gemisches, das 10 bis 80 Gew.-%, insbesondere 20 bis 60 Gew.-% Silazan der

allgemeinen Formel IVa enthält, bezogen auf die Summe an

Silazanen der allgemeinen Formeln IVa und IVb .

Bevorzugt bedeuten R 1 bis R 3 unabhängig voneinander ein

Wasserstoffatom oder einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Ci- C 6 -Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen NR X ersetzt sein können.

Bevorzugt bedeuten R 4 und R 5 unabhängig voneinander einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Ci-C 6 - Kohlenwasserstoffrest , wobei einzelne nicht benachbarte

Methyleneinheiten im Kohlenwasserstoffrest durch Gruppen -0- oder NR X ersetzt sein können.

Bevorzugt bedeutet R 6 Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 4

C-Atomen, wobei nicht benachbarte Kohlenstoffato e durch Sauer stoffe ersetzt sein können.

Bevorzugt bedeutet R x einen einwertigen unsubstituierten oder substituierten Ci-C 6 -Kohlenwasserstoffrest .

Bevorzugte Substituenten an R 1 bis R 5 sind Halogene,

insbesondere Fluor-, Chlor- oder Bromreste oder Cyanoreste .

Besonders bevorzugt bedeuten R 2 und R 3 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom oder eine Methylgruppe.

Besonders bevorzugt bedeutet R 1 ein Wasserstoffatom .

Besonders bevorzugt bedeuten R 4 und R 5 unabhängig voneinander einen einwertigen unsubstituierten Ci-C 6 -Kohlenwasserstoffrest , insbesondere Methyl-, Ethyl-, n-Propyl oder i -Propylgruppe .

Besonders bevorzugt bedeutet R 6 eine Methyl-, Ethyl-, n-Propyl oder i- Propylgruppe . Besonders bevorzugt bedeutet R x einen einwertigen unsubstituier ten Ci-C 6 -Kohlenwasserstoffrest , insbesondere Methyl-, Ethyl-, n-Propyl oder i - Propylgruppe .

Die Hydrosilylierung wird in Gegenwart eines Katalysators A durchgeführt, der Verbindungen enthält, die ausgewählt werden aus Rhodium- und Iridium-Verbindungen und Gemischen davon.

Bevorzugt enthält A eine oder mehrere Rhodium- oder Iridium- Verbindungen, die komplexierende Liganden tragen.

Besonders bevorzugt sind Rh- oder Iridiumkomplexe, welche

4- oder 6- fach koordiniert sein können.

Als Liganden sind Halogenid, Wasserstoff, BF 4 ~ , Acetylacetonato, mono- oder bidentate N-, P-, As- oder Sb-, N-heterocyclische Garben- oder Alkenylliganden und Kohlenmonoxid bevorzugt.

Insbesondere bevorzugte Liganden sind Chlor, Brom, Iod,

Wasserstoff, Acetat, Carboxylat, Acetylacetonato, R y 3 P oder (R Y 0) 3 P, wobei R y bevorzugt die Bedeutung CI -C20 -Alkyl , C5-C20- Aryl, C6-C20-Aralkyl, CO, oder C2-C20-Alkenyl aufweist.

Beispiele für die Komponente A sind die folgenden

Rhodiumverbindungen :

[Rh (0 2 CCH 3 ) 2 ] 2 , Rh (0 2 CCH 3 ) 3 , Rh 2 (C 8 H 15 0 2 ) 4 , Rh(C 5 H 7 0 2 ) 3 ,

Rh(C 5 H 7 0 2 ) (CO) 2 , Rh(CO) [Ph 3 P] (C B H 7 0 2 ) , Rh (CO) 2 (C 5 H 7 0 2 ) ,

Rh RhCl 3 f (R) 2 S] 3 (R y 3 P) 2 Rh (CO) X, (R Y 3 P) 3 Rh (CO) H, RhCl(PPh 3 ) 3 , RhBr ( PPh 3 ) 3 , RhBr(PPh 3 ) 3 , RhCl (PHPh 2 ) 3 , RhCl [P (Benzyl) 3 ] 3 ,

RhCl (SbPh 3 ) 3 , RhBF 4 (Cyclooctadien) 2 , RhH(PPh 3 ) 3 , RhCl (CO) (PPh 3 ) 2 , Rhl (CO) (PPh 3 ) 2 , RhCl (CO) (PEt 3 ) 2 , RhH (CO) (PPh 3 ) 2 , RhCl (CO) (C 8 H 14 ) 2 , RhCl (1, 5 -Cyclooctadien) , RhCl (CO) 2 (acac) ,

RhCl ( 1 , 5 -Cyclooctadien) (acac) , RhCl 3 , [RhCl (C 2 H 4 ) 2 ] 2 , [

RhCl ( 1 , 5 -Cyclooctadien) ] 2 , [RhCl (CO) 2 ] 2 oder Rh 4 (CO) 12 , wobei R y die vorstehenden Bedeutungen aufweist. Weitere Beispiele für die Komponente A sind Iridium- Verbindungen, wie Ir(OOCCH 3 ) 3 , Ir(C 5 H 7 0 2 ) 3 , [Ir (Z) (En) 2 ] 2 und

[Ir (Z) (Dien)] 2 , wobei Z gleich Chlor, Brom, Iod oder Alkoxy, En gleich Olefin, wie Ethylen, Propylen, Buten, Cyclohexen und Cycloocten und Dien gleich Cyclooctadien bedeutet. Bevorzugte Iridiumkatalysatoren sind. Chlorobis (cyclooctane) iridium (I) dimer, Chlorobis (1, 5-cyclooctadiene) iridium (I) dimer und

Iridium ( III ) acetylacetonat .

Die Verbindung A kann auch in geträgerter Form, beispielsweise auf Si0 2 oder Kohlenstoff eingesetzt werden.

Die Rhodium- oder Iridiumverbindung wird bevorzugt in Mengen von mindestens 0,1 ppm und höchstens 20000 pp , besonders bevorzugt in Mengen von mindestens 1 ppm und höchstens 2000 ppm, ganz besonders bevorzugt in Mengen von mindestens 10 ppm und höchstens 500 ppm an Rhodium oder Iridium (bezogen auf das Element) bezogen auf das eingesetzte Silazangemisch eingesetzt.

Bevorzugt wird die Hydrosilylierung in einem inerten Lösemittel durchgeführt .

Bevorzugte Lösemittel sind aromatische Kohlenwasserstoffe wie Toluol oder Xylol, oder aliphatische Kohlenwasserstoffe wie Cyclohexan, Heptan oder Octan, welche auch als Gemische vor liegen können.

Weitere Lösemittel bei der Hydrosilylierung sind chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie z. B. 1 , 2 -Dichlorethan oder Dichlor methan, Ether wie z. B. Methyl- tert . -butylether, Diethylether oder Ethylenglycoldimethylether .

Das Lösemittel wird bevorzugt in Anteilen von mindestens

1 Gew. % bis höchstens 10000 Gew. %, besonders bevorzugt in Anteilen von mindestens 10 Gew. % und höchstens 1000 Gew.%, ganz besonders bevorzugt in Anteilen von mindestens 30 % und höchstens 500 % bezogen auf die Gewichtsmenge des Silazangemisch.es bestehend aus den allgemeinen Formeln IVa und IVb eingesetzt .

Die Hydrosilylierung wird bevorzugt bei Temperaturen von mindestens 20 °C und höchstens 250°C, besonders bevorzugt von mindestens 50°C und höchstens 200°C, ganz besonders bevorzugt von mindestens 80°C und höchstens 150°C durchgeführt.

Vorzugsweise wird hydrosilylierte Mischung nicht isoliert sondern mit Alkohol der allgemeinen Formel V umgesetzt.

Bei der Alkoholyse der hydrosilylierten Mischung wird im

Wesentlichen das 3 -Aminopropylalkoxysilan und als weiteres Produkt ein Alkoxysilan R 6 OSiR 4 R 5 H erhalten, welches aus der Alkoholyse der Verbindung Vb oder weiteren am Stickstoff bissilylierten linearen Silazanen resultiert. Dieses kann auf destillativem Weg jedoch sehr leicht abgetrennt werden, da es einen deutlich niedrigeren Siedepunkt besitzt als die

Verbindung allgemeinen Formel I.

Vorzugsweise findet die Alkoholyse der hydrosilylierten

Mischung ohne Aufarbeitung und Abtrennung von Bestandteilen der Mischung statt.

Eine weitere Steigerung der Wirtschaftlichkeit kann dadurch erzielt werden, dass die zur Hydrosilylierung eingesetzten Silazane, die ausgewählt werden, aus den allgemeinen Formeln IVa und IVb, hergestellt werden durch Umsetzung von

olefinischem Amin der allgemeinen Formel II

mit Chlorsilan der allgemeinen Formel III ClSiR 4 R 5 H I I I , wobei R 1 , R 2 , R 3 , R 4 und R 5 die vorstehenden Bedeutungen und bevorzugten Bedeutungen aufweisen.

Es fällt dabei ein Gemisch aus Monosilazan der allgemeinen Formel IVa und Bissilazan der allgemeinen Formel IVb an. Dieses Gemisch kann direkt ohne aufwändige Auftrennung der beiden Silazane in die nachfolgende Hydrosilylierung und Umsetzung mit Alkohol unter Bildung von 3 -Aminopropylalkoxysilanen der allgemeinen Formel I eingesetzt werden kann. Das Verfahren kann daher besonders wirtschaftlich als Eintopfreaktion ausgeführt werden .

Es wurde jedoch überraschend gefunden, dass bei Einsatz von mindestens 2 Äquivalenten olefinischem Amin der allgemeinen Formel I I , insbesondere Allylamin, bezogen auf Chlorsilan der allgemeinen Formel III , insbesondere Dimethylchlorsilan bei der Umsetzung zweiphasige flüssige Gemische gebildet werden, deren untere Phase das Hydrochlorid des Amins der allgemeinen Formel I I und Amin mit nur sehr geringen Anteilen an Silazanen (< 1 Gew. %) enthält, und die obere Phase im Wesentlichen das

Silazangemisch der allgemeinen Formel IVa und der allgemeinen Formel IVb und kleinen Mengen Amin der allgemeinen Formel II, insbesondere Allylamin im Bereich von 10 Gew. % enthält. Die obere Phase ist zudem weitgehend frei von Chlorid.

Dadurch kann das für die nachfolgende Hydrosilylierung einge setzte Silazangemisch durch einfache Phasentrennung gewonnen werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das olefinische Amin der allgemeinen Formel I I , insbesondere Allylamin aus der unteren Phase durch Umsetzung mit einer Base, z.B. wässriger Natron- lauge, vollständig und auf einfache Weise zurückgewonnen werden kann .

Bevorzugt wird bei diesem Verfahren ein molarer Überschuss an olefinischem Amin der allgemeinen Formel II bezogen auf das Chlorsilan der allgemeinen Formel III eingesetzt, besonders bevorzugt werden mindestens 1,5 Äquivalente und höchstens 20 Äquivalente an Amin der allgemeinen Formel II bezogen auf das Chlorsilan der allgemeinen Formel III eingesetzt, ganz

besonders bevorzugt werden mindestens 2 Äquivalente und

höchstens 10 Äquivalente Allylamin der allgemeinen Formel II bezogen auf das Chlorsilan der allgemeinen Formel III

eingesetzt. Bei dieser Ausführungsform wird ein flüssiges zweiphasiges Gemisch ohne Feststoffanteile erhalten, dessen obere Phase das Gemisch der Silazane der allgemeinen Formeln IVa und IVb und geringe Anteilen des Amins der allgemeinen Formel II enthält und dessen untere Phase das Hydrochlorid des Amins gelöst in dem Amin enthält. Dabei ist die untere Phase (Salzphase) praktisch frei von Silanen.

Es ist daher möglich, das für die Hydrosilylierung benötigte Silazange isch der allgemeinen Formeln IVa und IVb, welches die obere Phase bildet, über eine einfache Phasentrennung

abzutrennen und - gegebenenfalls nach einer Abreicherung des überschüssigen Amins der allgemeinen Formel I I , beispielsweise durch Strippen - das nicht-umgesetzte Amin der allgemeinen Formel I I durch Destillation abzureichern.

Amin der allgemeinen Formel I I kann aus der unteren Phase quantitativ durch Zugabe von mindestens molaren Mengen an einer Base, beispielsweise wässriger Natronlauge und Destillation zurückgewonnen und wiedereingesetzt werden. Die Herstellung des Silazangemischs der allgemeinen Formeln IVa und IVb wird bevorzugt bei Temperaturen von mindestens 0°C, besonders bevorzugt von mindestens 20°C und ganz besonders bevorzugt bei mindestens 30°C durchgeführt, und bevorzugt höchstens bei 150°C, besonders bevorzugt bei höchstens 100°C, ganz besonders bevorzugt bei höchstens 60 °C ausgeführt. In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Amin der allgemeinen Formel I I vorgelegt und das Chlorsilan der allgemeinen Formel III zugegeben .

Die Herstellung des Silazangemischs der allgemeinen Formeln IVa und IVb kann mit oder ohne Lösemittel durchgeführt werden.

Falls Lösemittel eingesetzt werden sind die bei der

Hydrosilylierung beschriebenen Lösemittel bevorzugt.

Alle vorstehenden Symbole der vorstehenden Formeln weisen ihre Bedeutungen jeweils unabhängig voneinander auf. In allen For meln ist das Siliciumatom vierwertig.

In den folgenden Beispielen sind, falls jeweils nicht anders angegeben, alle Mengen- und Prozentangaben auf das Gewicht bezogen, alle Drücke 0,10 MPa (abs.) und alle Temperaturen

20 °C .

Beispiel 1

664 g (11,6 mol) Allylamin werden unter Inertgas in einem 21 Rundkolben mit KPG-Rührer und Rückflusskühler vorgelegt und langsam innerhalb von ca. 2 Std. mit 472 g (5,00 mol) Dimethyl- chlorsilan versetzt. Man lässt auf Umgebungstemperatur abkühlen und trennt die Phasen. Das Gewicht der abgetrennten oberen Phase beträgt 502 g, das Gewicht der abgetrennten unteren Phase 616 g.

Zusammensetzung der Phasen (GC-Flächen %) : a) untere Phase (GC der in MTBE löslichen Anteile) : < 1 % Silane, > 99 % Allylamin (Allylaminhydrochlorid wird nicht erfasst)

b) obere Phase (GC in MTBE) : 13 % Allylamin, 38 % Monosilazan IVa , 48 % Disilazan IVb .

Die obere Phase enthält ca. 17 pp Chlorid (bestimmt über Ionenchromatographie) .

Die obere Phase wird bei einer Badtemp . von 115 °C ande

stilliert. Dabei werden 34 g Allylamin zurückgewonnen. Das im Sumpf verbleibende Silazangemisch enthält noch ca. 4 % Allyl - amin .

Beispiel 2 (Rückgewinnung von Allylamin)

60 g der unteren Phase aus Beispiel 1 werden mit einer Lösung aus 25 g NaOH und 78 g Wasser versetzt und die erhaltene Lösung wird über eine Füllkörperkolonne destilliert. Bei einer Kopf- temp. von 63 °C erhält man 43 g reines Allylamin.

Beispiel 3 (Hydrosilylierung)

60 g der andestillierten oberen Phase aus Beispiel 1 [Zusammen setzung: 28 Gew.% (146 mmol) Monosilazan und 64 Gew.% (222 mmol) Disilazan] werden in 120 ml Toluol gelöst und mit 5,5 mg Bis- (1, 5-cyclooctadien) -dirhodium- (I) -dichlorid (Anteil Rh ca. 41 %, entspricht ca. 40 ppm Rh bezogen auf das Silazangemisch) in 1,5 ml Xylol versetzt. Man erhitzt auf 110°C, wobei die Mi schung zu sieden beginnt. Nach einer Gesamtreaktionszeit von 60 Min. lässt man erkalten, versetzt mit 19 g Methanol und lässt über Nacht bei Raumtemp. stehen.

Anschließend wird fraktioniert und im Vakuum bei einem Druck von 80 mbar destilliert. Man erhält 39 g (264 mmol, 72%) 3- Aminopropyldimethylmethoxysilan mit ca. 2-4 % l-Methyl-2- aminoethyldimethylmethoxysilan . Beispiel 4 (Hydrosilylierung)

Der Versuch wird analog Beispiel 3 mit 33 ppm Bis- (1, 5-cyclo- octadien) -dirhodium- (I) -dichlorid durchgeführt. Es werden 38 g 3 -Aminopropyldimethylmethoxysilan erhalten .

Beispiel 5

Es werden analog zu Beispiel 2 Versuche mit den folgenden weiteren Hydrosilylierungskatalysatoren (jeweils 50 ppm Rh) durchgeführt, welche zu vergleichbaren Produktausbeuten

führten: Tris- ( triphenylphosphin) -rhodium (I) -Chlorid, Dichloro- tetraethylene-dirhodium (I) , Acetylacetonato (1, 5-cyclooctadien) - rhodium(I) 99% [12245-39-5], Chlorodicarbonylrhodium ( I ) dimer , Carbonylchlorobis- (triphenylphosphin) -rhodiu (1) , Rhodium (111) - chlorid-hydrat .