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Title:
METHOD FOR PRODUCING AN ABRASIVE PARTICLE, AND ABRASIVE PARTICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/010730
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for producing an aluminium-based abrasive particle (1), at least comprising the following steps: forming a sol as a solution or dispersion of aluminium particles, gelling the sol by adding gelling agents, forming shaped bodies from the gel using an additive method, drying and firing the shaped bodies while retaining the previously achieved geometry of the abrasive particles. According to the invention, an optically binding binder is added to the sol and/or the gel and the gel is applied in layers in an additive manner, and the binder is set using electromagnetic radiation so as to form the shaped bodies. The abrasive particle obtained can be formed, in particular, by six intersecting or overlapping triangular volumetric areas.

Inventors:
JÄGER, Achim (Wittenberger Str. 120, Hannover, 30179, DE)
ABEL, Thorsten (Peiner Str. 27, Hannover, 30519, DE)
Application Number:
DE2017/100576
Publication Date:
January 18, 2018
Filing Date:
July 12, 2017
Export Citation:
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Assignee:
VSM VEREINIGTE SCHMIRGEL- UND MASCHINEN-FABRIKEN AG (Siegmundstraße 17, Hannover, 30165, DE)
International Classes:
C09K3/14; B28B1/00; B29C64/10; B33Y80/00
Attorney, Agent or Firm:
ADVOPAT PATENT- UND RECHTSANWÄLTE (Theaterstr. 6, Hannover, 30159, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Herstellen eines Schleifkorns (1 ) auf Alumina-Basis, mit mindestens folgenden Schritten:

Ausbilden eines Sols als Lösung oder Dispersion von Alumi- na-Partikeln,

Gelieren des Sols durch Zugabe von Geliermitteln,

Ausbilden von Formkörpern aus dem Gel,

Trocknen und Brennen der Formkörper unter Ausbildung geformter

Schleifkörner (1 ),

dadurch gekennzeichnet, dass

dem Sol und/oder dem Gel ein optisch bindender Binder zugeführt wird, und

das Gel schichtweise additiv aufgetragen und zur Formung der Formkörper der Binder mittels elektromagnetischer Strahlung verfestigt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass

auf einer Unterlage eine Gel-Schicht aufgetragen wird,

ein Laser als Beleuchtungseinrichtung derartig verfahren wird, dass er in der Gel- Schicht Formkörper durch Aushärten des optischen Binders ausbildet.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sukzessive Gel-Schichten aufeinander aufgetragen werden, und die Beleuchtungseinrichtung in der aufgetragenen Schicht jeweils Bereiche der Formkörper aushärtet.

4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aushärten des optischen Binders durch elektromagnetische Strahlung einen Teil des Schrittes des Trocknens oder den gesamten Schritt des Trocknens darstellt.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Unterlage Formkörper mit jeweils sechs sich schneidenden und/oder überlappenden, im wesentlichen gleichen Volumenkörpern (7) ausgebildet werden, insbesondere mit im Wesentlichen einer äußeren dreizähligen Form der Formkörper.

Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die

Formkörper alternierend auf einer Basisfläche stehend und einer Spitzenfläche stehend ausgebildet werden.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem optischen Binden

nicht gebundenes Gel ausgewaschen oder abgetragen wird, und nachfolgend beim Erhitzen der Formkörper der optische Binder entfernt wird, z. B. durch Oxidation und/oder Verdampfen.

Schleifkorn (1 ) auf Alumina -Basis, das

sechs im wesentlichen planparallele Volumenkörper (7) aufweist, wobei jeder Volumenkörper (7) jeweils zwei im wesentlichen zueinander parallele dreieckige Wände (6) und eine Stegfläche (3) aufweist und die dreieckigen Wände (6) jeweils zwei sich in einem mittleren Bereich des Schleifkorns (1 ) treffende, gleich lange Katheten (15) und eine längere Hypotenuse (16) aufweisen.

Schleifkorn (1 ) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass es ausschließlich aus den Volumenkörpern (7) und die Volumenkörper (7) verbindenden oder Überlappungen der Volumenkörper (7) darstellenden Zwischenbereichen gebildet ist.

10. Schleifkorn (1 ) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass es im Wesentlichen eine abgeflachte tetraedrische Außenform mit im Wesentlichen vier Seitenbereichen (2) jeweils dreieckiger Form aufweist, wobei die sechs Stegflächen (3) zwischen den Seitenberei- chen (2) ausgebildet sind und in den Seitenbereichen (2) Vertiefungen

(5) ausgebildet sind.

1 1 . Schleifkorn (1 ) nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils drei Stegflächen (3) sich in einer Spitzenfläche (4) treffen und das Schleifkorn (1 ) vier vorzugsweise jeweils plane, dreieckige, gleichschenklige Spitzenflächen (4) aufweist.

12. Schleifkorn (1 ) nach Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Volumenkörper (7) als planparallele Plättchen oder Stege (7) mit einer gleichmäßigen Wanddicke (d) ausgebildet sind.

13. Schleifkorn (1 ) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wanddicken-Verhältnis (w) definiert ist als das Verhältnis der Wanddicke (d) zur Hypotenusenlänge (h) und in dem Bereich 0,05 bis 0,5 liegt.

14. Schleifkorn (1 ) nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass es aus polykristallinem α-Alumina-Material ausgebildet ist.

15. Schleifartikel (14), der aufweist:

einen Träger (10) mit einer Oberseite (9).

auf der Oberseite (9) des Trägers (10) eine Vielzahl von Schleifkörnern (1 ) nach einem der Ansprüche 8 bis 14, und

ein Bindermaterial (12), das auf der Oberseite (9) des Trägers (10) aufgetragen ist und einen unteren Bereich der Schleifkörner (1 ) umgibt.

Description:
Verfahren zum Herstellen eines Schleifkorns und Schleifkorn

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Schleifkorns sowie ein Schleifkorn, das insbesondere durch das erfindungsgemäße Verfahren herstellbar ist.

Keramische Schleifkörner auf Alumina-Basis werden vielfältig in

Schleifmitteln wie Schleifbändern und Schleifscheiben eingesetzt. Die Schleifkörner sind polykristallin aus α-Alumina, im Allgemeinen mit Zusätzen, ausgebildet.

Zur Herstellung der Schleifkörner sind Sol-Gel-Prozesse bekannt, bei denen ein Alumina-Ausgangsmaterial, zum Beispiel Boehmit, als wässrige Dispersion nanokristalliner Teile oder als Lösung ausgebildet wird, nachfolgend das Sol durch Zugabe von Geliermittel wie unter anderem Salpetersäure geliert wird, und das Gel nachfolgend durch eine Wärmebehandlung zu α -Alumina umgewandelt wird.

Hierbei kann das Gel als eine Schicht auf einer Unterlage aufgetragen werden, wobei die Schicht nachfolgend getrocknet, kalziniert und gebrannt wird, sodass eine gebrannte Platte nachfolgend gebrochen und klassiert werden kann.

Weiterhin sind Verfahren unter Formung des Gel-Materials bekannt. Die WO 2001/139562 A2 beschreibt ein Verfahren, bei dem das Gel in Formen gefüllt wird, um tetraedrische Formkörper oder Grünlinge auszuformen, die dann nachfolgend der Temperaturbehandlung unterworfen werden. Die EP 651778 B1 zeigt die Herstellung derartiger Schleifkörner mit dreieckiger Grundfläche und planparallelen Flächen.

Komplexe Formgebungen der Schleifkörner sind jedoch im Allgemeinen aufwendig. Auch ist zum Beispiel das Abfüllen des Gels in Formvertiefungen auf einem Träger, und das Lösen nach dem Brennen aufwendig.

Die EP 2 251 185 A1 beschreibt ein Verfahren zur generativen Herstellung eines Formkörpers als Grünling für eine Dentalrestauration, wobei aus unter Einwirkung von elektromagnetischer Strahlung verfestigbarem Material mittels einer Mehrzahl von Belichtungsschritten jeweils schichtweise Material aufgetragen und verfestigt wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen von keramischen Schleifkörnern und ein keramisches Schleifkorn zu schaffen, die eine sichere Herstellung und gute Schleifeigenschaften ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren und ein Schleifkorn nach den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Das erfindungsgemäße Schleifkorn kann insbesondere durch ein erfindungsgemäßes Verfahren hergestellt werden. Die Unteransprüche beschreiben bevorzugte Weiterbildungen. Hierbei ist weiterhin ein Schleifartikel mit den Schleifkörnern vorgesehen.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden die Formkörper bzw. Grünlinge somit durch additives Auftragen ausgebildet. Sie können insbesondere ausgebildet werden, indem dem Sol oder Gel ein optischer Binder beigefügt wird, das Gelmaterial sukzessive und schichtweise aufgetragen und mittels eines optischen Binders verfestigt wird, der bei elektromagnetischer Strahlung einer spezifischen Frequenz aushärtet. In den aufgetrage- nen Gelschichten kann somit elektromagnetische Strahlung derartig fokus- siert werden, dass Bereiche lokal ausgehärtet werden, so dass die Formkörper bzw. Grünlinge Schicht für Schicht ausgebildet werden.

Derartige Verfahren zur Herstellung von Formkörpern sind auch als "3D-Drucken" bekannt, da eine Fläche sukzessive aufgetragen wird und ein Formkörper durch Aushärten oder Aufragen vom Material an vorgegebenen Stellen ausgebildet wird. Somit werden die Formkörper bzw. Grünlinge der Schleifkörner durch 3D-Drucken aus dem Gelmaterial ausgebildet. Bei Einsetzen eines optisch aushärtenden Binders härtet somit zunächst der Binder und sichert die Formgebungen der Formkörper, sodass zum Beispiel überflüssiges Gelmaterial nachfolgend ausgewaschen werden kann. Bei der nachfolgenden Temperaturbehandlung, d.h. in an sich bekannter Weise wie Kalzinieren und Sintern des Gel-Materials der Formkörper, verdampft oder oxidiert der Binder.

Der Vorgang der additiven Auftragung mit optischer Härtung kann grundsätzlich entsprechend der EP 2 251 185 A1 erfolgen, es können jedoch auch andere 3D-Druck-Verfahren angesetzt werden, insbesondere mit ande- ren Schichtdicken und Eindringtiefen der optischen Strahlung.

Erfindungsgemäß kann die optische Aushärtung des Binders auch bereits ganz oder teilweise zum Trocknen des Formkörpers führen, so dass gegebenenfalls nur eine kurze weitere Trocknung erforderlich ist, oder be- reits anschließend das Kalzinieren erfolgen kann.

Erfindungsgemäß wird insbesondere der Vorteil erreicht, dass grundsätzlich komplexe und anspruchsvolle Formgebungen von Schleifkörnern möglich sind. Hierbei können viele Schleifkörner platzsparend nebeneinander ausgebildet werden, wobei zum Beispiel alternierend Positionen auf einem Seitenbereich (Basisfläche) und einer Spitzenfläche ausgebildet werden, sodass die Schleifkörner dicht aneinander gepackt werden können, mit kleinen Zwi- schenräumen.

Das erfindungsgemäße Schleifkorn weist sechs im wesentlichen planparallele Volumenkörper auf, die jeweils zwei im wesentlichen zueinander parallele dreieckige Wände und eine Stegfläche aufweisen. Hierbei können die Volumenkörper insbesondere als planparalle, dreieckige, Stege oder Plättchen mit jeweils einer Stegfläche ausgebildet sein.

Die dreieckigen Wände weisen zwei sich in einem mittleren Bereich des Schleifkorns treffende, gleich lange Katheten und eine längere Hypotenuse auf, d.h. die Hypotenuse ist länger als die Katheten.

Gemäß einer bevorzugten Ausbildung ist das Schleifkorn ausschließlich aus diesen sechs Volumenkörpern bzw. Stegen oder Plättchen gebildet, die sich in dem mittleren Bereich überlappen bzw. ineinander übergehen.

Vorzugsweise sind die Spitzen abgeflacht, so dass Spitzenflächen, z. B. plane, dreieckige, gleichschenklige Spitzenflächen, ausgebildet sind. Somit weist ein derartiges Schleifkorn vorzugsweise lediglich drei Arten von Kanten auf, nämlich zwölf gleich lange Katheten, zwölf gleich lange Hypotenusen und zwölf gleich lange Schenkel der Spitzenflächen, wobei die Länge der

Schenkel die Wanddicke (Plättchendicke) wiedergeben; es werden vorzugsweise sechs rechteckige Stegflächen und vier dreieckige Spitzenflächen, die zusammen die Außenflächen bilden, und weiterhin zwölf dreieckige Stegwände ausgebildet. Die Außenform des Schleifkorns wird somit vorzugsweise durch die Stegflächen und die Spitzenflächen bestimmt. Die Stegwände definieren Vertiefungen und erstrecken sich zur Mitte hin. Somit wird eine Form gebildet, bei der die Berührungspunkte sämtlicher

Katheten der Stege sich in etwa im Massenschwerpunkt des Schleifkorns treffen.

Ein derartiges Schleifkorn fällt beim Aufbringen auf einen Träger somit jeweils auf einen Seitenbereich, so dass eine Spitze, vorzugsweise mit abgeflachter Spitzenfläche, nach oben ragt. Die selbstausrichtende, stabilisierende und symmetrische Form stützt das Schleifkorn gegenüber seitlichen Belastungen bzw. Kippmomenten in jeder Richtung. Beim Schleifvorgang wird zunächst die Spitzenfläche abgetragen, woraufhin nachfolgend sukzessive die dreieckigen Stegwände abgetragen werden.

Es zeigt sich, dass Schleifkörner mit derartigen Stegwänden eine gute Schleifleistung bringen; die Abrasivwirkung bzw. der Schleif-Abtrag ist gleichmäßig, insbesondere auch gleichmäßig bei Eintrag der Schleif- Reaktionskräfte aus verschiedenen Richtungen.

Die gegenüber den Stegflächen zum Mittelpunkt hin vertiefte Form der Seitenflächen ermöglicht eine formschlüssige Einbindung der Schleifkörner in das als Vergussmasse eingesetzte Bindermaterial. Somit können die Schleifkörner mit einem Seitenbereich auf dem Trägermaterial, zum Beispiel einem Gewebe, deponiert werden; da sie jeweils auf eine der durch drei Hypotenusen begrenzten Seitenbereiche fallen, ist eine aufwendige Ausrichtung, zum Beispiel mittels elektrostatischer Aufladung usw., grundsätzlich nicht erforderlich. Die Schleifkörner können sodann in ein Bindermaterial aufgenom- men werden, das formschlüssig in die Vertiefungen der Seitenbereiche eingreift und somit die Schleifkörner sicher hält.

Ein Wanddicken-Verhältnis ist definiert als das Verhältnis der Wanddi- cke zur Länge der Hypotenuse; es bestimmt die Stabilität und Gesamthöhe des Schleifkorns. Hierbei erhöht sich mit steigendem Wanddicken-Verhältnis die Stabilität gegenüber seitlichen Belastungen und Kipp-Momenten, die während eines Schleifvorganges auftreten; hingegen nimmt die Gesamthöhe bzw. Gesamthöhe pro Masse des Schleifkorns, die für die Abtragsleistung und auch für die maximale mögliche Flächendichte und somit Körnung relevant ist, mit steigendem Wanddicken-Verhältnis ab. Es zeigt sich hierbei, dass ein Wanddicken-Verhältnis im Bereich von 0,05 bis 0,5 vorteilhaft ist.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnungen an einigen Ausführungsformen erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 -4 schematisierte Darstellungen der geometrischen Ausbildungen eines Schleifkorns gemäß einer Ausführungsform der Erfindung, in verschiedenen perspektivischen Ansichten;

Fig. 5 eine Aufsicht auf ein Schleifkorn entsprechend Figur 1 -4 mit sich verbreiternden Stegen;

Fig. 6, 7 Durchsichten eines Schleifkorns gemäß einer Ausführungsform der Erfindung in verschiedenen perspektivischen Ansichten;

Fig. 8 eine perspektivische Ansicht eines Schleifkorns gemäß einer

Ausführungsform der Erfindung;

Fig. 9 Aufsicht auf das Schleifkorn aus Figur 8; Fig. 10-12 weitere perspektivische Ansichten des Schleifkorn aus Fig. 8,

9; Fig. 13 einen Schleifartikel mit einer Vielzahl von Schleifkörnen;

Fig. 14 eine Detailvergrößerung aus Fig. 13 mit der Einbindung eines Schleifkorns auf dem Schleifartikel; Fig. 15 ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Herstellen der

Schleifkörner gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.

Ein Schleifkorn 1 auf α-Alumina (Aluminiumoxid, AI203)-Basis ist in der Ausführungsform der Fig. 6, 7 sowie der Ausführungsform der Fig. 8 bis 12 detaillierter gezeigt und durch sechs identische Stege 7 (Volumenkörper) gebildet, die zu einem mittleren Bereich bzw. idealisiert in Fig. 1 gezeigten Mittelpunkt M hin aufeinander zu laufen. Die Stege 7 sind jeweils planparallel mit zwei parallelen, dreieckigen Stegwänden 6 und einer die Stegwände 6 verbindenden Stegfläche 3. Die Stegfläche 3 steht somit jeweils senkrecht auf den beiden Stegwänden 6. Jeweils drei Stegflächen 3 treffen sich in einer Spitzenfläche 4, die somit ein gleichschenkliges Dreieck bildet, mit der Schenkellänge entsprechend der Wanddicke d der Stege 7 (siehe insbesondere die Angaben der geometrischen Strecken bzw. Längen in Fig. 10). Die Stegwände 6 bilden jeweils ein gleichschenkliges Dreieck mit zwei von einer Spitzenfläche 4 nach innen verlaufenden Katheten 15 der Kathetenlänge k und einer zwei Spitzenflächen 4 verbindenden Hypotenuse 16 der Hypotenusenlänge h, wobei h> k.

Zur Veranschaulichung sind in Fig. 1 1 die sechs Stege als erster Steg 7a, zweiter Steg 7b, dritter Steg 7c, vierter Steg 7d, fünfter Steg 7e und sechster Steg 7f bezeichnet. Die sechs Stege 7a bis 7f treffen sich zur Mitte hin in Übergangsbereichen, die sich nach außen zu den Spitzenflächen 4 erstrecken, bzw. diese Übergangsbereiche stellen Überlappungen der sich nach innen erstreckenden Stege 7 dar. Die Stegflächen 3 sind somit - wie insbesondere aus der Ausführungsform der Fig. 8 bis 12 ersichtlich ist - rechteckig zu den Kanten h und d.

Das Schleifkorn 1 weicht somit von der in Fig. 1 gezeigten idealen Außenform eines Tetraeders mit Mittelpunkt M ab, zeigt aber eine dreizählige Symmetrie, d. h. vier dreizählige Achsen. Die Seitenbereiche 2 sind gegenüber der Tetraederform nach innen zum Mittelpunkt M hin vertieft, wobei die Seitenbereiche 2 durch jeweils drei Hypotenusen 16 begrenzt sind und die Vertiefungen 5 durch jeweils drei Katheten 15 bzw. drei Stegwände 6 definiert werden.

Somit ist jeweils ein Steg 7 mit einer äußeren Stegfläche 3 zwischen zwei Vertiefungen 5 gebildet.

Somit treffen sich Berührungspunkte sämtlicher Katheten 15 der Stege 7 in etwa im Massenschwerpunkt M des Schleifkorns 1 .

Abweichend von dieser Ausführungsform sind z. B. auch Ausbildungen mit Stegwänden 6 möglich, die nicht genau parallel verlaufen, so dass keine Stege mit gleichmäßiger Dicke ausgebildet werden, sondern zum Beispiel von ihrer Stegfläche 3 zur Mitte hin etwas dicker werden bzw. nicht-plan oder plan und nicht parallel verlaufen.

Die Schleifkörner 1 bilden somit einen symmetrischen Körper, der selbsttätig jeweils auf einem Seitenbereich 2, d.h. drei Hypotenusen 16 steht. Dies ist zum Beispiel in Figur 14 detaillierter gezeigt: das Schleifkorn 1 liegt auf einer Oberseite 9 eines z. B. durch ein Gewebe gebildeten Trägers 10. Auf der Oberseite 9 des Trägers 10 ist weiterhin ein Bindermaterial 12 als Vergussmasse aufgebracht, das den unteren Bereich der Schleifkörner 1 bedeckt und einen oberen Bereich frei lässt. Das Bindermaterial 12 härtet aus und ermöglicht somit die Ausbildung eines Schleifartikels 14 gemäß Fi- gur 13, bei dem eine Vielzahl von Schleifkörnern 1 auf einem Träger, z. B. einem Gewebe 10 aufgebracht und in dem Bindermaterial 12 fixiert und gesichert ist. Hierbei ist zum Beispiel aus Figur 13 in den Randbereichen zu sehen, dass der untere Bereich des Schleifkorns 1 von dem Bindermaterial 12 formschlüssig umgeben wird, da der Binder 12 jeweils in die Vertiefungen 5 der Schleifkörner 1 eindringt und hierdurch die Stegwände 6 umgibt, insbesondere an dem unteren, verbreiterten Bereich der Schleifkörner 1.

Weiterhin weist die dreizählige Form des Schleifkorns 1 ein hohes Kipp- Gegenmoment gegenüber Belastungen in jeglichen Richtungen auf, da - wie insbesondere aus den Ansichten der Figur 9 und 1 1 ersichtlich ist - jedem Kippmoment ein oder zwei Stege 7 entgegen wirken.

Ein Wanddicken-Verhältnis w ist definiert als das Verhältnis der Wanddicke d zur Hypotenusenlänge h, d.h.

w = d / h

Das Wanddicken-Verhältnis w bestimmt die Stabilität, d.h. insbesondere das Kipp-Gegenmoment, und eine Gesamthöhe G des Schleifkorns 1 . Die Ausführungsform der Fig. 6, 7 zeigt Stege 7 mit einem kleinen Wanddicken- Verhältnis w; die bevorzugte Ausführungsform der Fig. 8 bis 12 zeigt Stege 7 mit einem größeren Wanddicken-Verhältnis w, das vorzugsweise im Bereich von 0,05 bis 0,5 liegt.

Die Anordnung der Schleifkörner 1 auf dem Träger 10 können gemäß Figur 13 regelmäßig oder unregelmäßig sein. Die Ausbildung der Schleifkörner 1 erfolgt gemäß dem Flussdiagramm der Fig. 15 durch einen Sol-Gel-Prozess mit additiven Aufbringen, auch als "3D Drucken" bezeichnet: Nach dem Start in StO wird in Schritt St1 ein Sol ausgebildet, indem zum Beispiel Nano-Partikel von Alumina in einer wässrigen Dispersion, zum Beispiel als Boehmit, aufbereitet werden, z. B. mit Zusätzen (Schritt St1 ). Aus diesem Sol wird nachfolgend in Schritt St2 ein Gel ausgebildet, in dem gelierende Substanzen, zum Beispiel Salpetersäure, zugefügt werden. Weiterhin wird in Schritt St3 ein optischer Binder zugegeben, der bei Einstrahlung von elektromagnetischer Strahlung einer spezifischen Frequenz, z. B. im UV- Bereich, aushärtet. Ergänzend können (z. B. in Schritt St1 oder St2) a- Alumina- Keime, d.h. α-Alumina-Einkristalle, für die spätere Kristallit-Ausbildung, zugeführt werden, wie bei Sol-Gel-Prozessen als solches bekannt ist.

Das so ausgebildete Gel wird in Schritt St4 sukzessive schichtweise auf einem Untergrund aufgebracht, wobei nach Aufbringen einer Schicht nachfolgend gemäß Schritt St5 das Gel-Material durch einen Laser der relevanten Frequenz mit geeigneter Fokussierung an den gewünschten Stellen des Ma- terial ausgehärtet wird und an weiteren Stellen als nicht-ausgehärtete Masse verbleibt, oder auch entfernt wird. Die Schritte St4 bis St5 können sukzessiv wiederholt werden, bis die Formkörper ausgebildet sind. Die verbleibende Gel-Masse kann nachfolgend in Schritt St6 entfernt werden, oder auch bereits nach jedem Schritt St5 des optischen Aushärtens.

Somit wird ein 3D-Druck bzw. additives Aufbringen oder Ablation aus der Gel-Phase mittels Laser-Aushärten erreicht, bei dem auf einem Untergrund eine Vielzahl von Schleifkörnern 1 aus Gel mit optisch gehärtetem Binder geschaffen werden. Die Schleifkörner 1 können auf dem Untergrund dicht aneinander stehen, das heißt insbesondere dichter als auf dem fertigen Schleifartikel der Figur 14, wobei die Schleifkörner 1 bei der Herstellung z. B. als alternierend auf einer Seitenfläche 2 und auf einer Spitzenfläche 4, das heißt ineinander geschachtelt, aber beabstandet, ausgebildet werden, um auf einem Untergrund eine hohe Anzahl von Schleifkörnern 1 auszubilden. Nachfolgend werden die so gebildeten Grünlinge, die bereits die gewünschte Form der Schleifkörner 1 aufweisen, einer Wärmebehandlung unterzogen. Die Laserbehandlung hat bereits zu einer Erhitzung geführt, die gegebenenfalls bereits den Schritt des Trocknens erfüllt hat, ansonsten schließen sich zum Beispiel die Schritte an:

- gegebenenfalls weiteres Trocknen in Schritt St7

- Kalzinieren bei etwa 800° Celsius in Schritt St8, wobei der Binder oxidiert,

- Brennen bei ca. 1400° Celsius in Schritt St9.

Die so hergestellten Schleifkörner 1 auf Alumina-Basis werden nachfolgend weiterverarbeitet, zum Beispiel zu den Schleifartikeln 14 gemäß Figur

Bezugszeichenliste (Teil der Beschreibung) 1 Schleifkorn

2 Seitenfläche

3 Stegfläche

4 Dreieck-förmige Spitzenfläche

5 Vertiefung

6 Wand, vorzugsweise Stegwand

7 Volumenkörper, vorzugsweise Steg

7a erster Steg

7b zweiter Steg

7c dritter Steg

7d vierter Steg 7e fünfter Steg

7f sechster Steg

9 Oberseite

10 Träger, z. B. Gewebe

12 Bindermaterial

15 Kathete

16 Hypotenuse M Mittelpunkt

k Kathetenlänge

h Hypotenusenlänge

d Wanddicke (Schenkellänge der Spitzenfläche 4) StO Start

St1 Schritt Ausbilden eines Sols

St2 Schritt Ausbilden eines Gels

St3 Schritt Zugeben eines optischen Binders

St4 Schritt sukzessive schichtweise Aufbringung auf einem

Untergrund

St5 Schritt Binden/Aushärten des Gel-Materials durch einen Laser

St6 Schritt Entfernen verbleibender Gel-Masse

St7 Schritt Trocknen, kann in St5 bereits erfolgen St8, St9 Wärmebehandlung der Grünlinge

St8 Schritt Kalzinieren bei etwa 800° Celsius mit Oxidation des

Binders

St9 Schritt Brennen bei ca. 1400° Celsius