Wermelinger, Anton (Under-Neuhus 11 Ruswil, CH-6017, CH)
| 1. | Verfahren zur Herstellung eines Hochspannungsisolators mit einem langgestreckten zentralen Volloder Hohlkörper (1), einem Mantel aus Kunststoff (6) und einem oder mehreren Schirmen (3) aus Kunststoff mit den folgenden Schritten : der Mantel (6) aus Kunststoff wird durch Giessen oder Extrudieren auf den Volloder Hohlkörper aufge bracht ; die Schirme (3) aus Kunststoff werden geformt ; wobei der Kunststoff des Mantels (6) und/oder der Kunst stoff der Schirme (3) teilweise vernetzt wird bzw. werden und gegebenenfalls der nicht teilweise vernetzte Kunst stoff des Mantels (6) oder der Schirme (3) im wesentlichen vollständig vernetzt wird, die Schirme (3) werden auf einem vorgesehenen Platz auf dem Mantel (6) angeordnet ; und das so gebildete HochspannungsisolatorVorprodukt wird vollständig vernetzt. |
| 2. | Verfahren nach Anspruch 1, bei dem sowohl der Kunststoffe des Mantels als auch der Kunststoff der Schirme Silikon kautschuk umfassen. |
| 3. | Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Kunststoffe des Mantels und der Kunststoff der Schirme identisch sind. |
| 4. | Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem sowohl der Kunststoff des Mantels als auch der Kunststoff der Schirme mindestens einen Vernetzungskatalysator enthalten. |
| 5. | Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem der teilweise zu vernetzende Kunststoff mindestens zwei Ver netzungskatalysatoren enthält, die bei verschiedenen Tem peraturen reagieren. |
| 6. | Verfahren nach Anspruch 5, bei dem ein bei einer niedrig sten Temperatur reagierender Vernetzungskatalysator in ei ner Menge eingesetzt wird, die nicht ausreicht, um den Kunststoff vollständig zu vernetzen. |
| 7. | Verfahren nach Anspruch 6, bei dem ein oder mehrere bei einer höheren Temperatur reagierende Vernetzungs katalysatoren in einer Menge eingesetzt werden, die gerade ausreicht, um die auf die teilweise Vernetzung folgende vollständige Vernetzung zu bewirken. |
| 8. | Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, bei der Kunst stoff des Mantels und/oder der Kunststoff der Schirme ei nen durch RadikalKatalyse vernetzenden Kunststoff, insbe sondere Poly (dimethylmethylvinylsiloxan), umfassen, der mindestens einen, bevorzugt zwei, RadikalKatalysatoren, insbesondere PeroxidKatalysatoren, enthält. |
| 9. | Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, bei dem ein RadikalKatalysator mit einer niedrigeren Zerfallstempe ratur Bis (2,4dichlorbenzoyl) peroxid ist und ein Radikal Katalysator mit einer höheren Zerfallstemperatur 2,5 Bis (tert.butylperoxy)2,5dimethylhexan ist. |
| 10. | Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem ein oder beide Kunststoffe einen durch Additionsreaktion ver netzenden Kunststoff umfassen, der mindestens einen Addi tionsKatalysator, bevorzugt PlatinKatalysator, und min destens einen Inhibitor für die Additionsreaktion enthält. |
| 11. | Verfahren nach Anspruch 10, bei dem der durch Additions reaktion vernetzende Kunststoff (Poly (dimethylmethyl vinylsiloxan) umfasst. |
| 12. | Verfahren nach Anspruch 11, bei dem der durch Additionsre aktion vernetzende Kunststoff weiter ein Hydrogensiloxan, insbesondere Poly (dimethylhydrogenmethylsiloxan) um fasst. |
| 13. | Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, bei dem der Kunststoff mindestens zwei verschiedene, eine Additionsre aktion bis zu verschiedenen Temperaturen (Anspringtemperaturen) hemmende Inhibitoren enthält. |
| 14. | Verfahren nach Anspruch 13, bei dem die mindestens zwei Inhibitoren Vinylmethylsiloxan (1 : 3) und Ethinylcyclo hexanol umfassen. |
| 15. | Verfahren nach Anspruch 13, oder 14, bei dem ein Inhibitor mit der niedrigsten Anspringtemperatur in einer Menge zu gesetzt ist, die nicht ausreicht, um den Kunststoff voll ständig zu vernetzen. |
| 16. | Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, bei dem Kunststoffabdichtungen für am Ende des zentralen Voll oder Hohlkörpers angebrachte Armaturen auf gleich Weise wie die Schirme aufgebracht werden. |
| 17. | Hochspannungsisolator mit einem langgestreckten zentralen Volloder Hohlkörper (1), einem Mantel aus Kunststoff (6) und einem oder mehreren Schirmen (3), erhältlich nach dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16. |
| 18. | Kunststoff zur Verwendung in dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, der mindestens zwei bei verschiedenen Temperaturen reagierende Vernetzungskatalysatoren oder mindestens zwei verschiedene, eine Additionsreaktion bis zu verschiedenen Temperaturen hemmende Inhibitoren ent hält. |
| 19. | Kunststoff nach Anspruch 18, der einen Silikonkautschuk umfaßt. |
| 20. | Kunststoff nach Anspruch 18 oder 19, der radikalisch ver netzbar ist und bei dem die mindestens zwei Vernetzungska talysatoren RadikalKatalysatoren, insbesondere Peroxid Katalysatoren, sind. |
| 21. | Kunststoff nach Anspruch 20, der Poly (dimethyl methylvinylsiloxan) enthält. |
| 22. | Kunststoff nach Anspruch 20 oder 21, bei dem ein Radikal Katalysator mit einer niedrigeren Reaktionstemperatur Bis (2,4dichlorbenzoyl) peroxid ist und ein Radikal Katalysator mit einer höheren Reaktionstemperatur 2,5 Bis (tert.butylperoxy)2,5dimethylhexan ist. |
| 23. | Kunststoff nach Anspruch 18 oder 19, der durch Additions reaktion vernetzbar ist und mindestens einen Additions Katalysator, insbesondere PlatinKatalysator, aufweist. |
| 24. | Kunststoff nach Anspruch 23, der Poly (dimethyl vinylmethylsiloxan) umfasst. |
| 25. | Kunststoff nach Anspruch 24, der weiter ein Hydrogen methylsiloxan, insbesondere Poly (dimethylhydrogenmethyl siloxan) umfasst. |
| 26. | Kunststoff nach einem der Ansprüche 23 bis 25, bei dem die mindestens zwei Inhibitoren für die Additionsreaktion Vinylmethylsiloxan (1 : 3) und Ethinylcyclohexanol umfas sen. |
| 27. | Kunststoff nach einem der Ansprüche 18 bis 26, bei dem ein Vernetzungskatalysator mit niedrigster Reaktionstemperatur oder ein Inhibitor mit der niedrigsten Anspringtemperatur in einer Menge zugesetzt ist, die nicht ausreicht, um den Kunststoff vollständig zu vernetzen. |
| 28. | Kunststoff nach einem der Ansprüche 18 bis 22, bei dem ein oder mehrere Vernetzungskatalysatoren mit höherer Reakti onstemperatur in einer Menge zugesetzt sind, die gerade ausreicht, um den Kunststoff zusammen mit dem Vernetzungs katalysator mit niedrigster Reaktionstemperatur vollstän dig zu vernetzen. |
| 29. | Verfahren zur Herstellung eines nichtzylindrischen Bau teils mit einem langgestreckten zentralen Volloder Hohl körper, einem Mantel aus Kunststoff und einem oder mehre ren Verrippungsgliedern aus Kunststoff mit den folgenden Schritten : der Mantel aus Kunststoff wird durch Giessen oder Ex trudieren auf den Volloder Hohlkörper aufgebracht ; die Verrippungsglieder aus Kunststoff werden geformt ; wobei der Kunststoff des Mantels und/oder der Kunststoff der Verrippungsglieder teilweise vernetzt wird bzw. werden und gegebenenfalls der nicht teilweise vernetzte Kunst stoff des Mantel oder der Verrippungsglieder im wesentli chen vollständig vernetzt wird, die Verrippungsglieder werden auf einem vorgesehenen Platz auf dem Mantel angeordnet ; und die so gebildete Zusammenstellung wird vollständig vernetzt. |
| 30. | Verfahren nach Anspruch 29, mit einem oder mehreren Merk malen der Ansprüche 2 bis 15. |
HINTERGRUND DER ERFINDUNG Der Begriff Hochspannung wird im Zusammenhang mit der Erfindung weit verstanden und bezieht sich auf Spannungen von mehr als 1000 Volt, wodurch er neben dem Hochspannungsbereich in engem Sinne auch den Mittelspannungsbereich umfasst.
Hochspannungsisolatoren sind mulitfunktionale Bauteile und die- nen vorwiegend der elektrischen Isolierung im Hinblick auf Kriechstromstrecke, Durchschlagfestigkeit und Lichtbogen- beständigkeit. Mechanisch betrachtet übernehmen sie Zugkräfte, Druckkräfte, Biegung sowie auch Stützfunktionen, beispielsweise bei Hohlisolatoren für Schalter.
Im Stand der Technik sind Hochspannungskeramik-,-giessharz- und-verbundisolatoren bekannt, wobei sich die letztgenannten mehr und mehr durchsetzen. Diese weisen typischerweise einen Verbund aus einem glasfaserverstärkten zylindrischen Stab (Vollkörper) oder Rohr (Hohlkörper) in ihrem Zentrum und einer Umkleidung aus Kunststoff, insbesondere Silikonkautschuk, auf.
Die Umkleidung ihrerseits setzt sich in der Regel aus einem den Voll-oder Hohlkörper überziehenden Mantel sowie schuppenartig von diesem abstehenden Schirmen zusammen, welche dazu dienen, Regenwasser abzuweisen und den sog. Kriechweg, also die für den Kriechstrom kürzeste Strecke zwischen den beiden Enden des Sta- bes oder Rohrs, zu verlängern. Am Voll-oder Hohlkörper sind anwenderspezifische Endarmaturen befestigt. Die Kombination von Voll-oder Hohlkörper und Kunststoffmantel wird im folgenden einfachheitshalber"Kern"genannt.
Verbundisolatoren mit Kunststoff-, insbesondere Silikonumklei- dungen werden insbesondere wegen zwei Eigenschaften bevorzugt : Erstens ist die Kunststoff-, insbesondere Silikonumkleidung sehr hydrophob, d. h. die Wasserabweisung der meist im Freien benutzten Isolatoren ist hoch, was eine Schmutzabweisung und damit geringe Kriechstromverluste begünstigt. Zweitens ist ihre Bauweise leicht, was die Montage erleichtert.
In der Praxis werden prinzipiell zwei Verfahren zur Herstellung von Verbundisolatoren verwendet : a) die sogenannte Ein-Verguss-Umhüllung (siehe Figur 1). Bei diesem Verfahren werden der Mantel und die Schirme (die Umklei- dung) 2 in einem Arbeitsgang mit einer in Längsrichtung teilba- ren Gußform auf einen Voll-oder Hohlkörper 1 gegossen. Nach- teilig ist dabei aber die relativ niedrige Flexibilität bei der Herstellung unterschiedlicher Isolatorformen. Außerdem können mit diesem Verfahren keine Hinterschneidungen, wie z. B. Rillen an den Schirmen, gegossen werden, wenn nicht mehrteilige Formen verwendet werden, die jedoch den Herstellungsaufwand erheblich erhöhen ; b) ein mehrstufiges Herstellungsverfahren (siehe Figur 2). Dar- in wird ein Mantel 6 auf den Voll-oder Hohlkörper gegossen oder extrudiert, getrennt davon werden Schirme 3 vorgefertigt, in der Regel durch ein Spritzguss-oder Pressverfahren, und diese werden dann über den Kern gezogen und mit einem Klebstoff auf demselben befestigt.
Das Verfahren b) gestattet eine wesentlich flexiblere Herstel- lung als das Verfahren a), ist aber noch nicht als optimal an- zusehen. Die Klebfuge 4 zwischen Schirm und Kern sind nach- weislich elektrisch erodierende Problemstellen, ebenfalls even- tuell verbleibender Klebstofffilm 4a auf dem Kern zwischen den Schirmen. Weiter ist es insofern unökonomisch, als der Kleb- stoff in speziellen Arbeitsgängen aufgetragen werden muß und die überschüssigen Rückstände nach dem Setzen der Schirme aus den erwähnten elektrischen Gründen manuell sauber entfernt wer- den mussen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht demgemäss darin, ein flexi- bles Verfahren zur Herstellung von Hochspannungsverbund- isolatoren bereitzustellen, welches das Erfordernis des Ver- klebens von Mantel und Schirm vermeidet. Dazu gehört auch die Bereitstellung eines zugehörigen Produkts, eines entsprechenden Werkstoffes sowie eines allgemeinen Verfahrens.
KURZFASSUNG DER ERFINDUNG Die Erfindung betrifft Verfahren zur Herstellung eines Hoch- spannungsisolators mit einem langgestreckten zentralen Voll- oder Hohlkörper, einem Mantel aus Kunststoff und einem oder mehreren Schirmen aus Kunststoff, mit den folgenden Schritten : der Mantel aus Kunststoff wird durch Giessen oder Extrudieren auf den Voll-oder Hohlkörper aufgebracht ; die Schirme aus Kunststoff werden geformt ; wobei der Kunststoff des Mantels und/oder der Kunststoff der Schirme teilweise vernetzt wird bzw. werden und gegebenenfalls der nicht teilweise vernetzte Kunststoff des Mantels oder der Schirme im wesentlichen voll- ständig vernetzt wird. Als weitere Schritte werden die Schirme werden auf einem vorgesehenen Platz auf dem Mantel angeordnet ; und das so gebildete Hochspannungsisolator-Vorprodukt wird vollständig vernetzt.
Gemäß einem anderen Aspekt stellt die Erfindung einen Hochspan- nungsisolator mit einem langgestreckten zentralen Voll-oder Hohlkörper, einem Mantel aus Kunststoff und einem oder mehreren Schirmen bereit, wobei der Hochspannungsisolator nach dem Ver- fahren nach dem obigen Verfahren erhältlich ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt ist die Erfindung auf einen Kunst- stoff zur Verwendung in dem obigen Verfahren gerichtet. Der Kunststoff enthält mindestens zwei bei verschiedenen Temperatu- ren reagierende Vernetzungskatalysatoren oder mindestens zwei verschiedene, eine Additionsreaktion bis zu verschiedenen Tem- peraturen hemmende Inhibitoren.
Gemäß einem noch weiteren Aspekt ist die Erfindung schließlich auf eine Verfahren gerichtet zur Herstellung eines nicht- zylindrischen Bauteils mit einem langgestreckten zentralen Voll-oder Hohlkörper, einem Mantel aus Kunststoff und einem oder mehreren Verrippungsgliedern aus Kunststoff. Das Verfahren umfaßt folgende Schritte : der Mantel aus Kunststoff wird durch Giessen oder Extrudieren auf den Voll-oder Hohlkörper aufge- bracht ; die Verrippungsglieder aus Kunststoff werden geformt ; wobei der Kunststoff des Mantels und/oder der Kunststoff der Verrippungsglieder teilweise vernetzt wird bzw. werden und ge- gebenenfalls der nicht teilweise vernetzte Kunststoff des Man- tel oder der Verrippungsglieder im wesentlichen vollständig vernetzt wird. Das Verfahren umfaßt folgende weitere Schritte : die Verrippungsglieder werden auf einem vorgesehenen Platz auf dem Mantel angeordnet ; und die so gebildete Zusammenstellung wird vollständig vernetzt.
In den Unteransprüchen sind Konkretisierungen und vorteilhafte Ausgestaltungen angegeben.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN Figur 1 ist eine Querschnittansicht eines Teils eines Hochspan- nungsverbundisolators nach dem Stand der Technik, dessen Um- kleidung einstückig hergestellt ist.
Figur 2 ist eine Querschnittsansicht eines Teils eines Hoch- spannungs-Verbundisolators nach dem Stand der Technik mit auf dem Mantel aufgeklebtem Schirm und Klebfuge.
Figur 3 ist eine schematische Querschnittsansicht eines Teils eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Hochspan- nungs-Verbundisolators mit zweistückig gefertigter Umkleidung ohne Klebfuge.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN Im folgenden werden Ausführungsbeispiele anhand von Fig. 3 nä- her beschrieben.
Der Verbundisolator weist einen elektrisch isolierenden, lang- gestreckten zentralen Körper 1 auf, der zumindest Zugkräfte aufnehmen kann und z. B. die Form eines Stabes oder Rohres hat.
Er ist beispielsweise aus glasfaserverstärktem Kunststoff ge- fertigt. Auf den Körper 1 ist ein dünner Mantel 2 z. B. aus Si- likonkautschuk aufextrudiert. Auf den Mantel 2 sind Schirme 3 aufgesetzt, die in Radialrichtung oder einem spitzen Winkel hierzu auskragen. Diese sind z. B. im Spritzguss-oder Pressver- fahren vorproduziert. Der Mantel 2 und die Schirme 3 sind an den längs des Umfangs verlaufenden Berührflächen 5 chemisch miteinander verbunden, wie unten noch näher erläutert wird. Die Schirme 3 können zur Verlängerung des Kriechweges auf einer oder beiden Seiten Verrippungen oder Rillen aufweisen.
Durch die Verbindung von bündig, d. h. ohne Zwischenraum aufein- anderliegenden Kunststoffmantel und Kunststoffschirmen des Iso- lators, von denen mindestens einer nur teilweise vernetzt (anvulkanisiert) ist und gegebenenfalls der andere im wesentli- chen vollständig vernetzt ist, mittels vollständiger Vernetzung (Vulkanisation), wie in der Kurzfassung der Erfindung beschrie- ben, sind sehr stabile kovalente chemische Bindungen zwischen Mantel und Schirm erzielbar. Dies gilt für den Fall der teil- weisen Vernetzung beider Umkleidungskomponenten ganz offen- sichtlich. Aber auch bei im wesentlichen vollständiger Vernet- zung einer der Umkleidungskomponenten ist eine chemische kova- lente Verbindung zwischen anvulkanisierter und durchvulkani- sierter Umkleidungkomponente möglich, da auch bei einem durch- vulkanisierten Kunststoff in der Regel in der Nähe der Oberflä- che noch genügend reaktive Gruppen vorhanden sind, um unter der Einwirkung des verbleibenden Vernetzungskatalysators des anvul- kanisierten Kunststoffs mit diesem stabile chemische Bindungen einzugehen, wie dies beispielsweise dem Fachmann auf dem Gebiet der Kunststoffklebstoffe wohlbekannt ist. In beiden Fällen wird also eine in physikalischer Hinsicht homogene Umkleidung ohne elektrische Fugen gebildet.
Ein bevorzugter Kunststoff zur Verwendung in dem erfindungs- gemäßen Verfahren ist Silikonkautschuk. Deshalb wird die an- schließende Beschreibung des Verfahrens vorwiegend an Hand von Silikonkautschuk vorgenommen. Es versteht sich aber, dass die Erfindung nicht auf Silikonkautschuk beschränkt ist, sondern alle isolierenden Kunststoffe einschliesst, z. B. Polyethylen, Ethylen-Ethylacrylat-Copolymer, Ethylen-Vinylacetat-Copolymer, Ethylen-Propylen-Copolymer (EPM), Ethylen-Propylen-Dien- Terpolymer (EPDM), chlorsulfoniertes Polyethylen, Polypropylen, Butylacrylat-Glycidylmethacrylat-Copolymer, Polybuten, Butyl- kautschuke und ionomere Polymere.
Prinzipiell kann die Kunststoffvernetzung auf jegliche bekannte Weise, einschliesslich Strahlungsvernetzung, durchgeführt wer- den. Bevorzugt wird sie aber mittels eines Katalysators vorge- nommen.
Die teilweise Kunststoffvernetzung des Verfahrens der Erfindung kann ebenfalls mittels dosierter Strahlung oder mittels eines einzigen Vernetzungskatalysator oder, bei durch Additions- reaktion vernetzenden Silikonkautschuken, mittels eines einzi- gen Inhibitors durchgeführt werden, indem Reaktionszeit und- temperatur geeignet gewählt werden. Bevorzugt werden jedoch mindestens zwei Vernetzungskatalysatoren mit verschiedenen Re- aktionstemperaturen verwendet. In diesem Fall wird der Kataly- sator mit der niedrigsten Reaktionstemperatur bevorzugt in ei- ner Menge eingesetzt, die nicht ausreicht, um den Kunststoff vollständig zu vernetzen ; und der oder die Katalysator (en) mit höherer Reaktionstemperatur wird bzw. werden bevorzugt nur in einer solchen Menge eingesetzt, die gerade ausreicht, um in Kombination mit dem Katalysator mit der niedrigsten Reaktion- stemperatur den Kunststoff vollständig zu vernetzen. Die spezi- ellen Mengen dieser Vernetzungskatalysatoren hängen von der Art des Katalysators und des Kunststoffs ab und können durch Routi- neversuche bestimmt werden. Die teilweise vernetzte oder anvul- kanisierte Umkleidungskomponente sollte eine gute Handhabung ermöglichen und Formstabilität aufweisen. Die Menge des oder der bei höherer Temperatur reagierenden Katalysators bzw. Kata- lysatoren kann aus der Kenntnis des bei niedrigerer Temperatur reagierenden Katalysators berechnet oder durch einfache Versu- che ermittelt werden. Im Fall von durch Additionsreaktion ver- netzendem Silikonkautschuk werden mindestens zwei verschiedene, die Vernetzungsreaktion bis zu verschiedenen Temperaturen hem- mende Vernetzungsinhibitoren eingesetzt.
Bei radikalisch vernetzendem Silikonkautschuk handelt es sich bevorzugt um Poly (dimethyl-methylvinly-siloxan), insbesondere das von der Wacker Chemie unter der eingetragenen Marke "Powersil 310"vertriebenene, das eine Poly (dimethyl- methylvinyl-siloxan) mit hochdisperser Kieselsäure als verstär- kendem Füllstoff und Aluminium-Trihydrat zur Erhöhung der Kriechstromfestigkeit ist.
Für eine Teilvernetzung (Anvulkanisation) werden dem oben be- schriebenen Silikonkautschuk bevorzugt mindestens zwei bei ver- schiedenen Temperaturen zerfallende Radikal-Katalysatoren zuge- setzt. Bevorzugt werden Peroxid-Katalysatoren, insbesondere Bis (2,4-dichlorbenzoylperoxid) (50% ig in Silkonöl,"Vernetzer E"der Wacker Chemie), das bei 90°C zu reagieren beginnt, und 2,5-Bis (ter.-butylperoxy)-2,5-dimethylhexan (45% ig in Silikon- kautschuk ;"Vernetzer C6"der Wacker Chemie), das bei 170-190°C reagiert.
Die speziell verwendeten Mengen der bei unterschiedlichen Tem- peraturen reagierenden Radikal-Katalysatoren hängen von deren Natur und vom verwendeten Kautschuk ab und können vom Fachmann leicht durch einfache Versuche unter Berücksichtigung der oben gegebenen allgemeinen Beschreibung ermittelt werden. Für eine Anvulkanisation wird z. B. der Vernetzer E in einer Menge von weniger als etwa 1,5 Gew. %, bezogen auf Silikonkautschuk, ein- gesetzt, und für die anschliessende Durchvulkanisation wird z. B. der Vernetzer C6 in einer Menge von weniger als etwa 0,6 Gew. %, bezogen auf Silikonkautschuk, eingesetzt.
Bei dem durch Additionsreaktion vernetzenden Silikonkautschuk handelt es sich bevorzugt um Poly (dimethyl-vinylmethyl- siloxan), dem bevorzugt ein Hydrogensiloxan, z. B. Poly (dime- thyl-hydrogenmethyl-siloxan), beigemischt ist. Die bevorzugten Katalysatoren sind Platin-Katalysatoren. Um eine teilweise Ver- netzung durchzuführen, werden dem Silkonkautschuk mindestens ein Inhibitor, bevorzugt mindestens zwei Inhibitoren für die Additionsreaktion zugesetzt.
Die Menge der Inhibitoren steuert die sogenannte Anspringtem- peratur, bei der bei gegebenem Inhibitor die Reaktion dann tat- schlich eingeleitet wird. Der Inhibitor, der für die niedrig- ste Anspringtemperatur sorgen soll, wird bevorzugt in einer Menge eingesetzt, die eine Anspringtemperatur bewirkt, die niedrig genug ist, dass der Silikonkautschuk nicht vollständig vernetzt wird ; und der oder die Inhibitor (en), die für die hö- here Anspringtemperatur sorgen sollen, werden in einer solchen Menge eingesetzt, dass die vollständige Vernetzung bei einer Temperatur im gewünschten Temperaturabstand erfolgt. Die spezi- ellen Mengen dieser Anspringkatslysatoren hängen von der Art des Inhibitors und des Silikonkautschuks ab und können, analog wie oben bei den Vernetzungskatalysatoren beschrieben, vom Fachmann durch Routineversuche bestimmt werden.
Beispiele für Inhibitoren sind Vinyl-methyl-siloxan (1 : 3) (unter der Bezeichnung PT 67 von der Wacker Chemie erhältlich) (übliche Einsatzmenge bei alleiniger Verwendung 0,5 bis 0,75 Gew. %, bezogen auf Silikonkautschuk) und eine 5% ige Lösung von Ethinylcyclohexanol in Silikonöl (unter der Bezeichnungn PT88 von der Wacker Chemie erhältlich) (übliche Einsatzmenge bei al- leiniger Verwendung 0,25 bis 0,5 Gew. o, bezogen auf Silikonkau- tschuk).
Falls eine der Umkleidungskomponenten im erfindungsgemäßen Ver- fahren bereits zu Beginn durchvulkanisiert wird, kann jeder für das spezielle Herstellungsverfahren (z. B. Giessen, Extrudieren, Spritzgiessen oder Pressformen) geeignete Katalysator verwendet werden. Diese Katalysatoren sind dem Fachmann wohlbekannt und die oben genannten Katalysatoren E, C6 und Platinkatalysatoren fallen darunter.
Das offenbarte Verfahren ist nicht etwa nur für die genannten Hochspannungsverbundisolatoren geeignet, sondern kann vorteil- haft für alle in ähnlicher Art geformte Körper Anwendung fin- den. Entsprechend nennt die Kurzfassung der Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung nicht-zylindrischer Bauteile, die ei- nen langgestreckten Voll-oder Hohlkörper, einen (vorzugsweise zylindrische) Kunststoffmantel und mehrere Kunststoffverrip- pungsglieder aufweisen. Bei diesen Bauteilen kann es sich bei- spielsweise um Schläuche oder Rohre handeln, an deren Aussen- seite sich z. B. Verstärkungs-, Abstützungs-oder Befestigungse- lemente befinden. Der Verfahrensablauf entspricht dem des vor- beschriebenen Verfahrens zur Herstellung eines Hochspannungs- verbundisolators und umfaßt vorteilhaft auch dessen Ausgestal- tungen.
In einem konkreten Beispiel für die Herstellung eines Hochspan- nungsverbundisolators wird ein Mantel aus dem oben beschriebe- nen Silikonkautschuk"Powersil 310"mit einem einzigen Peroxid- Vernetzer auf einen Stab extrudiert und weitgehend vernetzt.
Schirme mit einer nicht zur vollständigen Vulkanisation ausrei- chenden Menge des oben beschriebenen Vernetzers E und einer zur Durchvulkanisation benötigten Menge des oben beschriebenen Ver- netzers C6 werden bei i40°C gespritzt und dabei anvulkanisiert.
Der Kern wird mit bündig aufliegenden Schirmen bestückt, und es wird eine Durchvulkanisation in einem Vulkanisationsofen bei 170°C vorgenommen. Es resultiert eine stabile Verbindung zwi- schen Mantel und Schirmen.
Der allgemeine Zweck der offenbarten Ausführungsformen ist so- mit die Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens zur Her- stellung eines Hochspannungsisolators oder, allgemeiner, eines nicht-zylindrischen Bauteils, eines entsprechend hergestellten Hochspannungsisolators sowie eines Kunststoffs hierfür.
Alle in dieser Beschreibung genannten Publikationen und exi- stierenden Gegenstände werden hiermit durch Bezugnahme in die Beschreibung einbezogen.
Wenngleich bestimmte erfindungsgemäße Verfahren, Vorrichtungen und Produkte Isolatoren und Kunststoffe hier beschrieben wur- den, ist der Schutzbereich dieses Patents nicht hierauf be- schränkt. Im Gegenteil, das vorliegende Patent umfaßt alle Aus- führungsformen der Erfindung im Rahmen der angefügten Patentan- sprüche, entweder wortsinngemäß oder unter der Äquivalenzdok- trin.
