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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR PRODUCING FRESH MILK HAVING A LONGER SHELF LIFE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/032957
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing fresh milk having a longer shelf life, having a shelf life of at least 20 days, wherein a at least two-stage centrifugal germ removal is performed, in particular for removing spore-forming bacteria relevant to spoilage. The method also allows a subsequent integration of the germ removal stages into a conventional system for milk pasteurization.

Inventors:
BAUMEISTER, Egon (Bergelerweg 13a, Oelde, 59302, DE)
MEYER, Michael (Holtmarweg 22, Beckum, 59269, DE)
WINKENHOFF, Heinrich (Brandenburger Weg 17a, Oelde, 59302, DE)
Application Number:
EP2010/063511
Publication Date:
March 24, 2011
Filing Date:
September 15, 2010
Export Citation:
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Assignee:
GEA MECHANICAL EQUIPMENT GMBH (Werner-Habig-Straße 1, Oelde, 59302, DE)
BAUMEISTER, Egon (Bergelerweg 13a, Oelde, 59302, DE)
MEYER, Michael (Holtmarweg 22, Beckum, 59269, DE)
WINKENHOFF, Heinrich (Brandenburger Weg 17a, Oelde, 59302, DE)
International Classes:
A23C7/04
Domestic Patent References:
Foreign References:
US3525629A
DE10036085C1
US4876100A
DE3826461C1
DE10036085C1
US3525629A
EP1786565A1
Other References:
HANNO R. LEHMANN; ERNST DOLLE: 'Separatoren fur Milch-Reinigung und Milch-Entkeimung', 1986
Attorney, Agent or Firm:
SPECHT, Peter et al. (Am Zwinger 2, Bielefeld, 33602, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von länger haltbarer Frischmilch bei dem eine zumindest zweistufige zentrifugale Entkeimung (900, 901)

a) von Rohmilch vor einem Standardisieren oder

b) von Vollmilch nach einem Standardisieren durchgeführt wird.

2. Verfahren zur Herstellung von länger haltbarer Frischmilch bei dem eine zumindest zweistufige zentrifugale Entkeimung (900, 901) durchgeführt wird, wobei zumindest eine Entkeimung s stufe bereits vor einer Entrahmung erfolgt, während eine zweite Entkeimung s stufe während einer Bearbeitung von Magermilch erfolgt.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Anschluss an die zumindest zweistufige zentrifugale Entkeimung (900, 901) ein Anwärmen (400) von Milch durchgeführt wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anwärmung (400) regenerativ bei 70-85 °C durchgeführt wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren folgende Schritte aufweist: a) Anwärmen (200) von Rohmilch auf eine vorbestimmte Entrahmungstemperatur; b) Entrahmen (300) der Rohmilch i. Teilen (320) der Menge des Rahms (310) anhand von vorgegebenen Richtwerten, sowie c) Standardisieren der Milch; d) Erhitzen (400) der standardisierten Milch e) Heißhaltung (500) der Milch f) Abkühlen (600) der Milch; und g) Abfüllen (800).

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest zweistufig-aufeinanderfolgende zentrifugale Entkeimung (900, 901) nach dem Standardisieren der Milch und vor dem Abfüllen (800) durchgeführt wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein zentrifugales Entkeimen (900) nach dem Anwärmen (200) der Rohmilch und vor dem Entrahmen (300) erfolgt und dass zumindest eine weiteres zentrifugales Entkeimen (901) der Magermilch (360) durchgeführt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anwärmen (390) des Rahms (310) zur Entkeimung nach dem Entrahmen (300) der Rohmilch durchgeführt wird.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anwärmen des Rahms (310) zur Entkeimung nach dem Entrahmen (300) der Rohmilch und vor der Teilung (320) der Menge des Rahms (310) erfolgt.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abfüllen (800) als aseptisches Abfüllen durchgeführt wird.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Stufe des zentrifugalen Entkeimens in einem Separator mit einem Tellerstapel aus Trenntellern durchgeführt wird.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Separator mit Rippen verwendet wird, die radial außerhalb der Trennteller in der Trommel des Separators angeordnet sind.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass keine Rückführung einer sterilisierten Phase in eine entkeimte Frischmilch erfolgt.

Description:
Verfahren zur Herstellung von länger haltbarer Frischmilch

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung länger haltbarer Frischmilch.

Bei einem allgemeinen Herstellungsverfahren von Trinkmilch (Fig.l) wird Rohmilch zunächst auf eine vorgegebene Entrahmungstemperatur erhitzt. Diese kann beispielsweise zwischen 55 und 62°C betragen, um eine Eiweiß Schädigung zu vermeiden.

Nach der Entrahmung, also der Separierung der Rohmilch in Rahm und Magermilch, wird der Rahm homogenisiert.

Anschließend wird die Magermilch gegebenenfalls durch Zugabe einer vorbestimmten Menge an homogenisiertem Rahm standardisiert.

Hiernach muss die standardisierte und homogenisierte Milch bei einer Temperatur zwischen 72°C und 75°C und einer Behandlungszeit von 15 Sekunden bis 30 Sekunden pasteurisiert werden. In diesem Schritt werden verderbnisrelevante Keime abgetötet.

Schließlich wird eine Abkühlung der Milch auf eine Temperatur von 6-7°C vorgenommen. Ein derartiges Herstellungsverfahren gewährleistet bei aseptischer Abfüllung eine Haltbarkeit von bis zu 12 Tagen.

Es sind zudem verschiedenste Verfahren bekannt, welche eine verlängerte Haltbarkeit von Milch gewährleisten. Zumeist weist hocherhitzte Milch aber signifikante Geschmacksunterschiede im Vergleich zu Frischmilch auf.

So ist eine sogenannte ESL (extended shelf life) -Milch bekannt, welche bei Lagertemperaturen T< 8°C eine Haltbarkeit von mindestens 20 Tagen hat.

Eine wesentliche Voraussetzung für eine längere Haltbarkeit von Milch ist eine starke Keimreduzierung von Sporenbildnern und eine Reduzierung der Gesamtkeimzahl. Diese beschleunigen den Verderb von Milch im hohen Maße. Bekannte Verfahren, welche bei der Herstellung von ESL-Milch zum Einsatz kommen sind im Folgenden näher beschrieben:

ESL-Direkterhitzungsanlage

Als Ausgangsprodukt wird standardisierte und thermisierte Milch bzw. nur fettstandardisierte Milch in einem Lager bereitgestellt. In der Direkterhitzung s anläge wird das Produkt auf 70 °C bis 85 °C regenerativ angewärmt und anschließend mittels Dampf direktinjektion auf maximal 127 °C erhitzt. Nach einer Heißhaltung der Milch von 3 Sekunden erfolgt eine Abkühlung in einem Flashkühler auf 70°C bis 85°C. Hiernach erfolgt eine aseptische Homogenisierung bei 70 °C. ESL-Indirekterhitzungsanlage

Als Ausgangsprodukt wird dasselbe Produkt wie bei der Direkterhitzung in einem Lager bereitgestellt. Die Milch wird auf 70 °C regenerativ angewärmt und anschließend septisch homogenisiert. Hiernach wird das Produkt im regenerativen Wärmeaustauscher auf 105°C bis 107 °C angewärmt und in der Erhitzersektion 2 Sekunden auf 127 °C erhitzt.

ESL-Mikrofiltration

Die Rohmilch wird hier bei normaler Entrahmungstemperatur von 55 °C separiert. Die Magermilch wird anschließend bei ebenfalls 55 °C mikrofiltriert. Der Rahm kann mit dem Retentat über 6 Sekunden auf 105 °C bis 125 °C erhitzt und mit der Magermilch vermischt und homogenisiert werden. Anschließend wird die Milch pasteurisiert und auf 4 °C bis 6 °C abgekühlt.

Es werden Membranen mit Porengrößen von 0,8μπι bis 1,4μπι eingesetzt, welche eine Keimzurückhaltung größer 99,5 % garantieren soll. Hierdurch entstehen ein keimarmes Permeat und ein keimreiches Retentat. Das Keimkonzentrat (Retentat) kann aufkonzentriert und nach einer Hocherhitzung dem Permeat zurückgeführt werden. ESL-Tiefenfiltration

In diesem Verfahren werden Filterkerzen aus Polypropylen eingesetzt. Die Porengröße des Vorfilters beträgt 0,3 μπι und die der Hauptfilter 0,2μπι. Die Filtration erfolgt bei Separationstemperatur und die Abscheidung der Keime erfolgt in der Tiefe der Filter ohne die Entstehung von Retentat. Der Verfahrensablauf der Erhit- zungsanlage entspricht der der Mikrofiltration.

Das Produkt der vorgestellten Verfahren ist organoleptisch vergleichbar mit herkömmlich pasteurisierter Milch. Die Entkeimung von Milch durch Mikrofiltration zum Zweck der verlängerten Haltbarkeit hat sich grundsätzlich als besonders geeignet erwiesen. Die DE 100 36 085 Cl offenbart ein Verfahren zur Entkeimung von Milch, insbesondere in der Käsereimilchproduktion. Zur Entkeimung der Milch wird diese in einem Separator in Magermilch und Rahm getrennt. Anschließend erfolgt eine Entkeimung der Magermilch durch eine Mikrofiltration oder einen Separator.

Die US 3 525 629 A offenbart ein Verfahren zur Sterilisation von Milch zur Käse- Verarbeitung. Dabei wird ein bakterienhaltiger Milchschlamm in einem zweistufigen zentrifugalen Verfahren von der Milch abgetrennt, sterilisiert und in den Milchkreislauf zurückgeführt. Eine derartige Milch kann allerdings nicht als Frischmilch bezeichnet werden.

Eine zweistufige zentrifugale Entkeimung ist auch im Artikel„Neuer Stern in der Milchstrasse" von Iloi Wasen, Deutsche Molkerei Zeitung, 2003, S.40/41 offenbart. Konkrete Verfahrensabläufe sind im Artikel allerdings nicht offenbart.

Die Dokumentation„Separatoren für Milch- Reinigung und Milch-Entkeimung" von Hanno R. Lehmann und Ernst Dolle als wissenschaftliche Dokumentation Nr.12 Westfalia Separator AG, Oelde, l.Aufl., 1986, Abb.20 und Kapitel 3.1.2 offenbart eine zweistufige Entkeimung von Magermilch. Dies hat den Nachteil, dass der Rahmanteil entweder einen hohen Anteil an Sporen aufweist oder aufgrund von Erhitzen lediglich einen geringen Anteil an ß-Lactoglobulin. Es ist die Aufgabe der Erfindung, ausgehend vom bisherigen Stand der Technik ein alternatives Verfahren für die Herstellung von länger haltbarer Frischmilch zu schaffen, wobei auch Varianten der Erfindung geschaffen werden sollen, bei welchen keine Hocherhitzung der Milch oder von Milchbestandteilen zwingend notwendig ist. Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 2.

Dabei wird vorteilhaft auch der in der Frischmilch enthaltene Rahm einmal, oder besonders vorteilhaft, zweifach entkeimt.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

Durch Verwendung einer zumindest zweistufigen zentrifugalen Entkeimung kann in der Regel sowohl auf eine Filtration als auch auf eine Erhitzung der Rohmilch vor der Separierung oder der Trinkmilch nach der Standardisierung auf Temperaturen von etwa 125°C verzichtet werden.

Durch die zumindest zweistufige zentrifugale Entkeimung erfolgt eine hohe Keimreduzierung an verderbnisrelevanten Sporenbildnern. So sind in einem Liter Milch nach der zweistufigen zentrifugalen Entkeimung höchstens 1 Bacillus Cereus-Spore pro 10 ml entkeimter Flüssigkeit oder weniger dieser Sporen nachweisbar. Gerade dieser aerobe Sporenbildner verhundertfacht sich in einem Zeitraum von 6 Tagen und beeinträchtigt im hohen Maße die Haltbarkeit der Milch durch Süßgerinnung. Derart wird eine länger haltbare Milch geschaffen, die bei einer Lagertemperatur T< 8°C jedenfalls bis 21 Tagen haltbar ist und bei der es nicht mehr notwendig ist, hocherhitztes Material bei der Herstellung zuzugeben. Zwar wird nicht unbedingt eine extreme Haltbarkeit von 40 Tagen oder mehr erreicht. Dafür wird aber in dem im Vergleich zu herkömmlicher Frischmilch doch deutlich verlängerten Haltbarkeitszeitraum von minimal 20 Tagen oder mehr eine verlängerte haltbare Frisch- milch geschaffen, welche keinerlei Geschmacksbeeinträchtigungen durch Hocherhitzung unterworfen ist. Selbst der Rahm braucht nicht -kann aber auf Wunschhocherhitzt zu werden. Auch der erzielte Gehalt von Lactulose in der verlängert haltbaren erfindungsgemäß hergestellte Frischmilch und der Gehalt an ß-Lactoglobulin sind mit den entsprechenden Gehalten in Frischmilch vergleichbar.

Die Minimierung an keimreichen Konzentrat, welches über die diskontinuierlichen Entleerungen der Separatorentrommel abgeführt wird, wird vorzugsweise durch Einsatz eines PRO+ Systems erreicht, also eines Systems nach der Art der

EP1786565 mit Rippenkörper die radial außerhalb eines Tellerpakets eines Separators angeordnet sind. Hierdurch ist es möglich kleinstmöglich anfallende Konzentratmengen in einem größtmöglichen Entleerungsintervall auszutragen.

Die zumindest zweistufige zentrifugale Entkeimung kann zusätzlich zum Schritt der Entrahmung an verschiedenen Stellen in ein Verfahren zur Haltbarmachung von Frischmilch integriert werden. Die Entkeimung s stufen müssen dabei nicht zwingend aufeinander folgen.

Durch eine zusätzliche Abtrennung von Feststoffen aus der Milch während der Entrahmung kann ebenfalls bereits ein gewisser Austrag an Keimen aus der Milch be- wirkt werden. Der Entrahmung s schritt ist jedoch in diesem Zusammenhang lediglich als eine Art Vorentkeimung, jedoch nicht als vollwertiger Entkeimung s schritt zu werten.

Entkeimung bedeutet hierbei die gezielte Behandlung von Milch oder Magermilch zur Klärung von Feststoffen, wie Keime, Sporen, Bakterien und dergleichen, vor- zugsweise mit einem Separator, insbesondere mit einem Tellerseparator.

Bei dieser Entkeimung wird die Flüssigkeitsphase (die zulaufende Milch) zentrifugal von Feststoffen geklärt. Es ist auch denkbar -aber nicht zwingend notwendigeinen Teilstrom der derart geklärten Flüssigkeit in den Zulauf des Entkeimung s Separators zurückzuleiten, um derart die Entkeimungswirkung ggf. noch zu optimie- ren.

Durch die Integration einer zumindest zweistufigen zentrifugalen Entkeimung in das zuvor genannte allgemeine Herstellungsverfahren kann eine vorteilhafte Ver- längerung der Haltbarkeit der Milch in der Regel auf minimal 20 Tagen erreicht werden.

Es ist vorteilhaft, wenn die zumindest zwei Entkeimung s stufen bereits vor der Entrahmung nacheinander ausgeführt werden, sodass die Anzahl der betreffenden aeroben Keimbildner bereits vor den verschiedenen Erwärmungsprozessen der fol- genden Bearbeitungs schritte bereits drastisch gesenkt wurde, vorzugsweise auf einen Wert unterhalb der Nachweisgrenze.

In einer weiteren Au sführungs Variante kann zumindest eine Entkeimung s stufe bereits vor der Entrahmung erfolgen, während eine zweite Entkeimung s stufe während der Bearbeitung der Magermilch in das Verfahren integriert wird. In einer weiteren Au sführungs Variante kann die Vollmilch nach der Standardisierung das heißt nach einem Zuführen einer Rahmmenge zur Magermilch in zwei aufeinanderfolgenden zentrifugalen Stufen entkeimt werden.

Während durch die erste zentrifugale Entkeimung die Anzahl der entsprechenden aeroben Sporenbildner um bis zu 90% gesenkt wird, kann im späteren Verlauf eine gesonderte Entkeimung der Magermilch in einer weiteren zentrifugalen Entkeimung s stufe erfolgen.

Zur Sicherung der Keimfreiheit ist es bei dieser Au sführungs Variante von Vorteil, wenn nach dem Separationsschritt des Entrahmens der Rahm kurzzeitig auf eine Temperatur vorzugsweise zwischen 100-140°C erhitzt wird, um sowohl eine Keim- freiheit des Rahms als auch der Magermilch nach Wiedervermischen zu gewährleisten.

Da sich eine Keimfreiheit des Rahms vorteilhaft bei der Lagerung von Überschussrahm erweist, kann der Rahm direkt nach dem Entrahmen und vor der Mengenteilung kurzzeitig erhitzt werden, sodass auch der Überschussrahm entkeimt wird. Zur Gewährleistung der Keimfreiheit bei der Lagerung der hergestellten länger haltbaren Frischmilch ist eine an sich bekannte aseptische Abfüllung vorteilhaft. Nachfolgend wird die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher beschrieben.

Es zeigt:

Fig. 1 einen schematischen Ablauf eines Verfahrens zur Herstellung von

Frischmilch;

Fig. 2 einen schematischen Ablauf einer ersten erfinderischen Ausführungsvariante eines Verfahrens zur Herstellung von länger haltbarer Frischmilch;

Fig. 3 ein vereinfachtes Schaltbild einer Anordnung zum Betreiben der ersten erfinderischen Ausführungsvariante;

Fig. 4a, 4b schematische Abläufe von zwei erfinderischen Ausführungsvarianten eines Verfahrens zur Herstellung von länger haltbarer Frischmilch;

Fig. 5 ein vereinfachtes Schaltbild einer Anordnung zum Betreiben der

zweiten erfinderischen Ausführungsvariante;

Fig. 1 zeigt ein Fluss-/Blockdiagramm, welches einen bekannten Herstellungspro- zess für„traditionell hergestellte Frischmilch" wiedergibt.

Gelagerte Rohmilch 100 wird hierbei mit einer Temperatur von 2-8°C, vorzugsweise 5°C, mittels eines Plattenwärmetauschers im Schritt 200 auf eine Entrahmungstemperatur von 50-60°C, vorzugsweise 55°C, erwärmt bzw. angewärmt. Anschließend wird die Rohmilch in einem Separator in Rahm 310 und Magermilch 360 im Schritt 300 zentrifugal getrennt, bzw. die Milch wird entrahmt. Der Rahm 310 wird anschließend je nach erwünschtem Rahmgehalt der Milch im Schritt 320 aufgeteilt, wobei überschüssiger Rahm (Schritt 340) gegebenenfalls gelagert (Schritt 350) werden kann. Anschließend wird der Rahm in Schritt 330 homogenisiert, so dass ein Zerfall von Fettkugeln zur Stabilität gegen das Aufrahmen erfolgt. Die Magermilch (Schritt 360) wird anschließend mit der gewünschten Rahmmenge vermischt, standardisiert, und im Schritt 400 auf eine Temperatur von 70-80°C, vorzugsweise 74°C, mittels eines Plattenwärmetauschers angewärmt bzw. kurzzeiterhitzt und im Schritt 500 entsprechend lange heißgehalten. Bei dieser Temperatur sollen verderbnisrelevante Mikroorganismen abgetötet und unerwünschte Enzyme inaktiviert werden.

Zur Verminderung des Keimwachstums wird die Milch im Anschluss vorzugsweise mit einem Plattenwärmetauscher, Schritt 600, bis auf 4-6°C, vorzugsweise 5°C, zur Lagerung (Schritt 700) abgekühlt. Eine aseptische Abfüllung der Milch, Schritt 800, in Flaschen oder in aseptische Trinkkartons und der Verbrauch der abgefüllten Milch ist in der Regel innerhalb von 12 Tagen möglich.

Fig.2 stellt ein Blockdiagramm dar, in welchem zusätzlich zu den bisher bekannten Schritten zwei Entkeimung s stufen 900, 901 beigefügt wurden. Diese zwei Entkeimungsstufen werden vor der Entrahmung bzw. dem Entrahmen der Rohmilch (Schritt 300) in den Prozess integriert. Hierbei wird nach dem Erhitzen auf eine Separierung stemperatur von 50-60°C, vorzugsweise 55°C, Schritt 200, die Rohmilch in zwei Entkeimung s schritten 900 und 901 von Bakterien und Sporen befreit. Damit ist bereits vor dem Entrahmungsschritt eine Entkeimung bzw. ein Entkeimen der Milch bei vorzugsweise 55°C erfolgt. Man erhält somit bei der Entrahmung sowohl im Wesentlichen sporenfreien Rahm (Schritt 310) als auch keimfreie Magermilch (Schritt 360), wobei der Rahm im späteren Verlauf zwecks Standardisierung der Magermilch wieder zugeführt werden kann. Eine Pasteurisierung der Trinkmilch nach der Standardisierung kann dabei bei 74-85°C, vorzugsweise 80°C erfolgen, so dass hierbei verbliebene verderbnisrele- vante Mikroorganismen und unerwünschte Enzyme entsprechend abgetötet oder inaktiviert werden. Fig.3 zeigt das Schaltbild einer Anlage, welche nach dem in Fig.2 aufgeführten Schema betrieben wird. Dabei gelangt Rohmilch über einen Zulauf Z in einen Lagertank 1, in welchem die Rohmilch bei vorzugsweise 4-6°C gelagert wird. Vom Lagertank wird die Rohmilch über die Teilsektion 2a eines gegenläufigen Plattenwärmetauschers 2 geleitet, wo die Rohmilch auf eine Temperatur von 50-60°C, vorzugsweise 55°C, angewärmt wird.

Die Rohmilch wird nunmehr bei dieser Temperatur in einen ersten Entkeimung s Separator 3 überführt. In diesem Schritt erfolgt eine Grobentkeimung der Milch, wobei die Anzahl an verderbnisrelevanten Sporenbildnern um etwa 90% gesenkt werden kann. Nach der Grobentkeimung wird die Rohmilch in einen zweiten Entkeimungsseparator 4 überführt. In diesem zweiten Entkeimung s schritt werden Keime derart zuverlässig gereinigt, dass zumindest Bacillus Cereus-Sporen nicht mehr nachweisbar sind.

Im Anschluss erfolgt die Entrahmung der entkeimten Rohmilch, durch einen Entrahmung s Separator 5, in welchem die Rohmilch in Rahm und Magermilch getrennt wird.

Der Rahm verlässt den Entrahmung s Separator 5 über die Leitung 8 und kann dabei durch den Wärmetauscher 9 auf vorzugsweise 74°C gehalten werden. Alternativ kann durch den Wärmetauscher 9 der Rahm auf eine Temperatur von 110-140°C, vorzugsweise 125°C, erwärmt werden, um so eine zusätzliche thermische Nachentkeimung anzuschließen. Über eine gesonderte Einleitung CIP kann ggf. auch eine CIP-Reinigung (cleaning in process) der Anlage erfolgen.

Durch ein nicht dargestelltes Ventil erfolgt eine Mengenteilung des Rahms, wobei ein Teil des Rahms als Überschussrahm Ü aus dem Prozess entfernt und gelagert werden kann. Alternativ kann auch noch zusätzlicher Rahm dem Prozess zugeführt werden. Nachdem die Menge des Rahms auf einen vorgegebenen Wert eingestellt ist, wird der Rahm in einen Homogenisator 11 geleitet. Anschließend wird der Rahm über ein nicht dargestelltes Ventil in die Magermilch rückgeführt.

Dieser Vorgang, auch Standardisierung genannt, findet an einem nicht dargestellten Verbindungsstück als Verbindung der Magermilchleitung mit der Rahmleitung statt.

Daraufhin wird die standardisierte Frischmilch über eine Leitung in den Platten- Wärmetauscher 2 geführt, wo sie bei der Durchleitung von vorzugsweise 55°C (Sektion 2b) auf vorzugsweise 74°C (Sektion 2c) angewärmt wird. Zum Erwärmen der Milch wird im vorliegenden Beispiel Wasserdampf D genutzt, welcher durch Kondensation im Gegenstrom den benötigten Wärmeeintrag erbringt. Im Anschluss wird die Milch zur Warmhaltung über einen weiteren Wärmetauscher 7 geleitet. Durch das Anwärmen auf vorzugsweise 74°C erfolgt eine schonende Inaktivierung von Sporenbildnern.

Die standardisierte Frischmilch (T= ca. 74°C) wird im Anschluss in die Sektion 2c des Plattenwärmetauschers und dort über die Sektion 2b ca. 55°C), Sektion 2a ca. 8°C) und Sektion 2d ca. 4°C) auf eine Temperatur von 4-6°C abgekühlt. Sektion 2d kann als Eiskühlung ausgelegt werden, mit einem Kühlmittelzulauf KZ und einem Kühlmittelablauf KA. Über einen Ablauf A wird die nunmehr länger haltbare Frischmilch zu einer aseptischen Abfüllanlage weitergeleitet. Entsprechende Mess- und Kontrollvorrichtungen der Parameter (Druck, Keimzahl, Zellzahl, Temperatur, Motorleistung der Separatoren usw.) wurden im vorliegenden Schaltplan zugunsten der Übersichtlichkeit nicht abgebildet.

In Fig.4 sind die beiden Entkeimung s stufen 900, 901 an verschiedenen Stellen des Prozessablaufs in diesen integriert. Während die erste Entkeimung 900 vor der Entrahmung 300 bzw. des Separierens der Rohmilch in Rahm (Schritt 310) und Magermilch (Schritt 360) erfolgt, dient die Entkeimung s stufe 901 zur Entkeimung der Magermilch (Schritt 360). Der abgetrennte Rahm wird im Anschluss an den Entrahmungsschritt zusätzlich auf vorzugsweise 125°C erhitzt, um so eine Keimfreiheit des Rahms zu gewährleisten. Nach der Abtrennung (Schritt 320) des Überschussrahms (Schritt 340) wird eine vorgesehene Menge an Rahm der keimfreien Magermilch 360 zugeführt. Anschließend erfolgt ein nochmaliges Anwärmen der Trinkmilch (Schritt 400), um ggf. verbliebene verderbnisrelevante Mikroorganismen oder Enzyme zu inaktivieren. Daran schließen sich eine Heißhaltung Schritt 500 und ein Kühlvorgang (Schritt 600) an, so dass die entstandene Trinkmilch bei einer Temperatur von vorzugsweise 5°C oder weniger gelagert und abgefüllt werden kann.

In dem Beispiel der Fig. 4a erfolgen somit eine erste Entkeimung der Rohmilch vor dem Separieren und eine zweite Entkeimung der Magermilch nach dem Separieren von Rahm und Magermilch. Somit sind beide Bestandteile der Frischmilch, Rahm und Magermilch, in diesem Prozess gesondert entkeimt.

Alternativ ist es auch denkbar, den homogenisierten Rahm nicht hoch zu erhitzen sondern ihn nach der Homogenisierung wieder in die Magermilch zur Standardisierung zu leiten und dann dieses Gemisch aus Magermilch und Rahm gemeinsam einer zweiten Entkeimung 901 zu unterziehen. Daran können sich dann wieder die Schritte 400 bis 800 zur abschließenden Verarbeitung zur abgefüllten Frischmilch anschließen (siehe Fig. 4b).

Fig.5 zeigt das Schaltbild einer Anlage welche nach dem in Fig.4a aufgeführten Schema betrieben wird. Dabei wird die Rohmilch analog zu Figur 3 in einem Plattenwärmetauscher 2' auf 55°C erwärmt und anschließend in einem Entkeimung sse- parator 3' grobentkeimt.

Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel der Fig.3 erfolgt die Entrahmung der entkeimten Rohmilch durch einen Entrahmung s Separator 5' bereits nach dem ersten Entkeimung s schritt.

Nach der Entrahmung wird die Magermilch in einen zweiten Entkeimung s Separator 4' geleitet, wo die Magermilch, gesondert vom Rahm, nochmals entkeimt wird.

Die verbleibenden Prozessschritte werden apparativ analog zu Fig.3 gelöst. Gegenüber dem Behandlungsverfahren bei der Pasteurisierung von„traditionell hergestellter Frischmilch" werden bei der Herstellung von länger haltbarer Frischmilch erhöhte Ansprüche an die Qualität der Rohmilch, der Verarbeitung, hinsichtlich der Reinheit und an die Lagerung, hinsichtlich der Kühlung gestellt. So kommt für eine Abfüllung in erster Linie eine aseptische Abfüllung in Frage. Die Rohmilch sollte erster Güte sein und in der Regel nicht älter als 48 Stunden.

Alternativ zu den bisher dargestellten drei Ausführungsvarianten ist ebenso erfindungsgemäß eine zweistufige zentrifugale Entkeimung nach Standardisierung der Milch möglich. Hierfür kommt beispielsweise als Entrahmung s Separator das Modell der Anmelderin MSE 230-01-777 in Frage und als Entkeimung s Separatoren das Modell CND-215-01-076 (zusätzlich auf ein PRO+ System umgerüstet, wie in

EP1786565 beschrieben) und das Modell CSE-230-01-777 in Betracht. Als Entkei- mungs- und Entrahmung s Separatoren werden vorzugsweise kontinuierlich arbeitende selbstentleerende Tellerseparatoren genutzt.

Dabei kann eine bislang herkömmliche Pasteur- Anlage problemlos durch zwei zu- sätzliche Entkeimung s Separatoren und entsprechenden Heizungs- bzw. Kühlvorrichtungen für Rahm nachgerüstet werden.

Die bei dem Verfahren abgeführte Phase aus Bakterien und ggf. einen Anteil an Milch wird im Anschluss bevorzugt verworfen. Eine Sterilisation dieser Phase durch Erhitzen, also ein Abtöten der Bakterien, und eine Rückführung einer solchen sterilisierten Phase in die entkeimte Frischmilch ist nicht bevorzugt, da dies die

Qualität der Frischmilch, insbesondere deren Gehalt an ß-Lactoglobulin und Lactulose negativ beeinflusst. ß-Lactoglobulin ist ein Molkenprotein, welches in der Kuhmilch vorkommt. Ein hoher Gehalt an ß-Lactoglobulin ist ein Idikator für eine hohe Milchqualität. Bei der Erhitzung der Milch kommt es zu einer Denaturierung des Milcheiweiß und folglich zu einem geringeren Gehalt an Molkenproteinen, so auch an ß-Lactoglobulin. Lactulose ist ein Nebenprodukt einer Umlagerungsreaktion von Milchzucker, welche bei Hitzebehandlung erfolgt. Lactulose wirkt abführend und kann nicht vom menschlichen Körper verwertet werden. Lactulose ist in Rohmilch nicht vorhanden. Daher ist ein niedriger Lactulo segehalt ein Indikator für Frische und Qualität der Milch.

Im Folgenden sind einige Richtwerte für einen Lactulo segehalt und einen ß- Lactoglobulingehalt aus der Direktive 92/46/EEC des Rates der Europäischen Gemeinschaft aufgeführt. Zudem wird ein Vorschlag des Bundesministeriums für Ernährung und Lebensmittel für den ß-Lactoglobulingehalt in verschiedenen verarbeiteten Milchsorten angegeben.

Produkt EU Vorschlag Vorschlag des BFEL

(92/46/EEC)

Sterilisierte untere Grenze > 600 mg Lactulose / 1

Milch untere Grenze < 50 mg ß-Lactoglobulin / 1

obere Grenze < 1200 mg Lactulose / 1 untere Grenze > 100 mg Lactulose / 1

UHT - Milch

obere Grenze < 50 mg ß-Lactoglobulin / 1 > 400 mg Lactulose / 1 untere Grenze Peroxidase negativ Peroxidase negativ

Hocherhitzte

Milch obere Grenze < 50 mg Lactulose / 1 > 2000 mg ß-Lactoglobulin / 1 obere Grenze > 2000 mg ß-Lactoglobulin / 1

untere Grenze Phosphatase negativ

Phosphatase negativ

Pasteurisierte

obere Grenze Peroxidase positiv

Milch Peroxidase positiv

obere Grenze

Lactulose nicht nachweisbar

> 2600 mg ß-Lactoglobulin / 1

obere Grenze > 3000 mg ß-Lactoglobulin / 1

In der oben aufgeführten Tabelle werden Sterilisierte Milch, Ultrahochtemperierte Milch (UHT), Hocherhitzte Milch und Pasteurisierte Milch gegenübergestellt und Richtwerte für die einzelnen Sorten angegeben, um eine Definition einzelner Milchsorten zu ermöglichen und einer Verwechslungsgefahr gegenüber dem Verbraucher vorzubeugen. Dabei ist eine Pasteurisierte Milch mit einer traditionell hergestellten Frischmilch gleichzusetzen, wobei das Verfahren der Verarbeitung in Fig.l dargestellt ist. Im Folgenden werden einzelne Messwerte einer rohmilchentkeimten pasteurisierten Milch, welche nach einer Ausführungsvariante des Verfahrens gemäß Fig. 2 behandelt wurde, mit den Messwerten einer mikrofiltrierten oder direkterhitzten Milch verglichen.

Dabei richtet sich die Einstufung einer pasteurisierten Milch nach den in der oberen Tabelle genannten Richtwerten für Lactulose und ß-Lactoglobulin

Produkt Werte Einstufung

Rohmilchentkeimte 3810 mg l\ ß-Lactoglobulin pasteurisierte Milch pasteurisierte Milch 5 mg/1 Lactulose

ESL - Milch mittels 3980 mg /l ß-Lactoglobulin noch pasteurisierte Milch Filtrierung 9 mg/1 Lactulose

ESL - Milch mittels Direkter1490 mg l\ ß-Lactoglobulin Hocherhitzte Milch hitzung 26 mg/1 Lactulose

Wie man den Messwerten entnehmen kann ist die Rohmmilchentkeimte pasteurisierte Milch mit pasteurisierter Milch, bzw. traditionell hergestellter Frischmilch qualitativ gleichwertig.

Bezugszeichen: Magermilchleitung 6, 6', 6"

Lagertank (Vorlauf) I, IM" Rahmleitung 8, 8', 8"

Entkeimung s Separator 3, 3', 3"

Entrahmung s Separator 5, 5', 5"

Wärmetauscher 7, 7', 7"

Wärmetauscher 9, 9', 9"

Homogenisator I I, 11', 11"

Frischmilchleitung 13, 13', 11" Magermilch 360

Erhitzen (Rahm) 370

Heißhaltung (Rahm) 380

Lagerung Rohmilch 100 Kurzzeiterhitzg ./Pasteurisierg . 400 Anwärmung 200 Heißhaltung 500 Entrahmung 300 Kühlung 600 Rahm 310 Lagerung 700

Mengenteilung 320 Temperier- Flüssigkeitszu- und Homogenisieren (Rahm) 330 -ablauf Fl Überschussrahm 340 Separieren Entkeimer I 900

Separieren Entkeimer II 901

Plattenwärmetauscher 2, 2', 2" Wasserdampf D Entkeimung s Separator 4 , 4 ' , 4 "

Lagerung (Überschussrahm) 350 Kühlmittelablauf KA

Abfüllung 800

Reinigung CIP

Zulauf (Rohmilch)

Ablauf (Frischmilch)

Ablauf an Überschussrahm

Kühlmittelzulauf