AUSSERMEIER, Josef (Wiesbach 9, Neumarkt-Sankt Veit, 84494, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteils für Fahrzeuge durch Kaschieren einer ersten, vorzugsweise flexiblen Materiallage (40) mit einer Oberseite (42) und einer Unterseite (41) auf einen, vorzugsweise formstabilen Träger (30) mit einer, vorzugsweise dreidimensionalen Oberflächenkontur (31), umfassend die Schritte: Bereitstellen des Trägers (30) ; Auflegen der Unterseite (41) der Materiallage (40) auf die Oberflächenkontur (31) des Trägers (30), wobei auf der Unterseite (41) der Materiallage (40) und/oder der Oberflächenkontur (31) des Trägers (30) ein thermisch aktivierbarer Klebstoff (52) aufgetragen ist, wobei Carbon- Nanotubes als Heizeinrichtung zumindest in einem Teilbereich mit dem Klebstoff in Kontakt stehen; Erwärmen des Klebstoffs in dem Teilbereich durch Anlegen einer Spannung an die Carbon-Nanotubes, wodurch der Klebstoff aktiviert wird; Zusammendrücken der Materiallage (40) und des Trägers (30) . 2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Materiallage aus wenigstens zwei (43, 44} miteinander entlang einer Naht (45) verbundenen Teilen besteht, und der Teilbereich zumindest zunächst nur der Bereich (33) der Oberflächenkontur (31) des Trägers (30) ist, in dem die Naht (45) platziert wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Klebstoff (52) im Wesentlichen im gesamten Bereich der Oberflächenkontur des Trägers (30) durch Anlegen der Spannung an die Carbon-Nanotubes erwärmt und aktiviert wird. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Carbon-Nanotubes in dem Klebstoff gelöst oder dispergxert sind . 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die Carbon-Nanotubes separat vom Klebstoff und vor dem Aufbringen des Klebstoffs auf die Oberflächenkontur des formstabilen Trägers und/oder die Unterseite der flexiblen Materiallage aufgebracht sind. 6. Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge, das durch das Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche herstellbar 7. Innenverkleidungsteil nach Anspruch 6, wobei die Carbon- Nanotubes als Ohmscher Widerstand einer Flächenheizung dienen . 8. Innenverkleidungsteil nach Anspruch 6, wobei die Carbon- Nanotubes als Stromquelle eines Funktionselements oder eines externen elektrischen/elektronischen Geräts dienen. 9. Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge nach Anspruch 8, bei dem das Funktionselement eine Stromversorgungsschnittstelle zur Stromversorgung eines externen elektrischen/elektronischen Geräts ist. 10. Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge nach Anspruch 8, bei dem das Funktionselement eine Beleuchtungseinrichtung ist. 11. Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteils für Fahrzeuge durch Kaschieren einer, vorzugsweise flexiblen Materiallage (40} mit einer Oberseite (42) und einer Unterseite (41) auf einen, vorzugsweise formstabilen Träger (30) mit einer, vorzugsweise dreidimensionalen Oberfiächenkontur (31), umfassend die Schritte: Bereitstellen des Trägers (30) ; Auflegen der Unterseite (41} der Materiallage (40) auf die Oberflächenkontur (31) des Trägers (30), wobei auf der Unterseite (41) der Materiallage (40) und/oder der Oberflächenkontur (31) des Trägers (30) ein thermisch aktivierbarer Klebstoff aufgetragen ist, wobei Carbon- Nanotubes als Heizeinrichtung auf einen Innenkontur eines Kaschierwerkzeugs aufgebracht sind, die beim Zusammendrücken der Materiallage (40) und des Trägers (30) mit der Oberseite der Materiallage in Kontakt kommt; Erwärmen des Klebstoffs in dem Teilbereich durch Anlegen einer Spannung an die Carbon-Nanotubes , wodurch der Klebstoff aktiviert wird; Zusammendrücken der Materiallage (40) und des Trägers (30) . |
KASCHIEREN SOWIE INNENVERKLEIDUNGSTEIL
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung von Bauteilen, die im Innenraum von
Landfahrzeugen, Wasserfahrzeugen und Luftfahrzeugen zum
Einsatz kommen können und insbesondere Bauteilen für den Innenraum von Kraftfahrzeugen. Rein beispielhaft fallen hierunter Verkleidungsteile im Bereich der Türen,
Armaturentafeln, Handschuhkästen und Mittelkonsolen. Im Besonderen betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen der Bauteile durch Kaschieren einer
vorzugsweise flexiblen Materiallage mit einer Oberseite und einer Unterseite auf einen vorzugsweise formstabilen Träger mit einer vorzugsweise dreidimensionalen Oberflächenkontur sowie solche Bauteile.
Zur Herstellung von mit einer flexiblen Materiallage
kaschierten Trägern wird im Stand der Technik primär zwischen dem sogenannten Vakuumkaschieren (auch als Folienkaschieren bezeichnet) und dem sogenannten Presskaschieren
unterschieden .
Beim Vakuumkaschieren werden in der Regel Kunststofffolien als flexible Materiallage durch Applikation von Vakuum auf Träger kaschiert. Zur Verbindung zwischen dem Träger und der flexiblen Materiallage dient ein auf den Träger und/oder die flexible Materiallage aufgebrachter Klebstoff.
Das Presskaschieren kommt in der Regel bei der Verarbeitung von flexiblen Materiallagen, die entweder nicht vakuumfähig sind, wie beispielsweise Textilien, oder die nicht bzw. nur bedingt dehnbar sind, wie beispielsweise Leder oder
Kunstleder, zum Einsatz. Hierbei werden der Träger und die flexible Materiallage r die in das Werkzeug eingelegt sind, in einem vordefinierten Pressspalt verpresst bzw. gefügt. Auch bei diesem Verfahren wird die Verbindung der Elemente durch auf den Träger und/oder die flexible Materiallage aufgetragenen Klebstoff erzielt.
Vielfach kommt zur Verbindung der zwei Elemente ein thermisch aktivierbarer Klebstoff zum Einsatz, der vorab auf eines oder beide Elemente aufgetragen wurde. Dieser Klebstoff itiuss vor bzw. während des Kaschierens aktiviert werden.
Dies kann durch Heizen der Kaschierwerkzeuge bzw. deren Formhälften erfolgen, so dass der Klebstoff in der Fuge zwischen dem Träger und der flexiblen Materiallage durch Kontakt des Trägers und der flexiblen Materiallage mit der beheizten Form aktiviert wird. Dabei erfolgt die Erwärmung über eine gleichzeitige Erwärmung des Trägers und der flexiblen Materiallage. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass insbesondere bei der Verwendung empfindlicher
Materialien nicht beliebig hohe Temperaturen über die
Formhälften appliziert werden können.
Alternativ ist es bekannt, die Klebstoffschicht vor dem
Zusammenbringen von Träger und flexibler Materiallage, z. B. über Heißluft oder Infrarot zu erwärmen.
Gegebenenfalls kann es ferner aufgrund einer geringen
Anfangshaftung zwischen den Elementen notwendig sein, die Fugentemperatur in der Fuge zwischen der flexiblen
Materiallage und dem Träger durch Kühlen eines oder beider Werkzeuge schnell wieder zu reduzieren.
Die oben genannten Verfahren haben den Nachteil eines hohen Energieaufwands, da der formstabile Träger und die flexible Materiallage beim. Aktivieren des Klebstoffs mitgeheizt werden. Ferner führen die Verfahren zu relativ hohen
Taktzeiten, da die Wärme an der Oberseite der flexiblen Materiallage, insbesondere bei der Verwendung von Echtleder nicht mehr als 85°C betragen darf. Darüber hinaus muss die Klebefuge bei manchen Verfahren wieder gekühlt werden, um Ablösungen zu vermeiden .
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt demnach darin, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, das bei geringeren Taktzeiten und geringem Energieaufwand
prozesssicher durchführbar ist. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein
Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge zu schaffen, das bei geringeren Taktzeiten und niedrigerem Energieaufwand
prozesssicher herstellbar ist.
Die obige Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein Innenverkleidungsteil mit den
Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst. Alternativ kann die vorliegende Erfindung auch in einem Verfahren gemäß Anspruch 11 umgesetzt werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, den Klebstoff unmittelbar in der Fuge zwischen dem formstabilen Träger und der flexiblen Materiallage, d. h. zwischen
Oberflächenkontur des formstabilen Trägers und Unterseite der flexiblen Materiallage zu aktivieren. Durch die direkte
Einbringung der Wärme in die Fuge lässt sich die
aufzuwendende Energie sehr effizient nutzen, da nur der Klebstoff direkt beheizt wird und nicht wie bei derzeitigen Verfahren der formstabile Träger bzw. die flexible
Materiallage mitgeheizt werden. Auch lassen sich sehr kurze Taktzeiten verwirklichen, indem Carbon-Nanotubes mit einem sehr direkten Ansprechverhalten als Heizeinrichtung verwendet werden .
Dementsprechend schlägt die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zum Herstellen eines Innenverkleidungsteils für Fahrzeuge durch Kaschieren einer vorzugsweise flexiblen Materiallage auf einen vorzugsweise formstabilen Träger vor. Die flexible Materiallage weist eine Oberseite und eine
Unterseite auf. Die beiden Seiten können gleich gestaltet sein. Alternativ kann die flexible Materiallage eine Gut- und eine Schlechtseite aufweisen, wobei die Gutseite die
Oberseite und die Schlechtseite die Unterseite ist. Letzteres ist insbesondere bei der Kaschierung von Dekormaterialien auf einen formstabilen Träger der Fall, bei denen die Oberseite im späteren Bauteil eine Sichtseite bildet, die im
Endprodukt, z. B. dem verbauten Verkleidungsteil im
Kraftfahrzeug, von einem Betrachter wahrnehmbar ist. Der formstabile Träger ist meist aus Kunststoff, insbesondere Spritzguss. Er kann eine dreidimensionale Oberflächenkontur aufweisen. Das bedeutet, dass seine Oberfläche, die später die flexible Materiallage trägt, nicht in einer Ebene liegt, sondern eine dreidimensional gekrümmte Fläche ist. Bei der flexiblen Materiallage kann es sich um eine Dekorschicht aus z. B. Leder, Echtleder, künstliches Leder, nicht transparente Kunststofffolien, Textile, Vliese, Gewirke, Holzfurniere oder eine Steinschicht handeln. Auch kann es sich bei der
flexiblen Materiallage um eine Zwischenschicht, z. B.
Haptikschicht in Form einer Abstandsschicht, z. B. eines Abstandsgewirkes handeln. Es versteht sich jedoch, dass die vorliegende Erfindung auch auf die Verbindung beliebiger Elemente miteinander anwendbar ist, z. B. zwei flexibler Materialien oder zwei formstabiler Materialien. Darüber hinaus muss das fertige Innenverkleidungsteil keine
dreidimensionale Oberflächekontur aufweisen, sondern kann auch eben bzw. planar in einer Ebene liegend gestaltet sein. Das Verfahren umfasst die Schritte des Bereitstellens des formstabilen Trägers sowie das Auflegen der Unterseite der flexiblen Materiallage auf die Oberflächenkontur des
formstabilen Trägers. Vorab wird in einem separaten
Verfahrensschritt auf der Unterseite der flexiblen
Materiallage und/oder der Oberflächenkontur des formstabilen Trägers ein thermisch aktivierbarer Klebstoff aufgetragen. Hierzu können beliebige bekannte Verfahren wie beispielsweise ein Sprühauftrag zum Einsatz kommen. Bei dem thermisch aktivierbaren Klebstoff kann es sich um einen Hot-Melt oder einen thermisch aktivierbaren Dispersionsklebstoff handeln. Zur Aktivierung des Klebstoffes schlägt die vorliegende Erfindung die Verwendung von Carbon-Nanotubes als
Heizeinrichtung vor, die zumindest in einem Teilbereich mit dem Klebstoff in Kontakt stehen. Hierzu muss eine elektrische Kontaktierung der durch die Carbon-Nanotubes gebildeten
Heizfläche hergestellt werden, um eine Spannung anlegen zu können. Durch Anlegen der Spannung erwärmen sich die Carbon- Nanotubes, die als Ohmscher Widerstand der Heizeinrichtung fungieren und erwärmen in dem Teilbereich den Klebstoff, wodurch dieser aktiviert wird. Die elektrische Kontaktierung kann gegebenenfalls durch mit eingelegte Kupferstreifen (Kupferfolie) oder Kontaktzangen, die in Randbereichen des formstabilen Trägers angreifen, realisiert werden.
Des Weiteren umfasst das erfindungsgemäße Verfahren das Zusammendrücken der flexiblen Materiallage und des
formstabilen Trägers. Dies kann nach und/oder während der Aktivierung des Klebstoffs erfolgen. Bevorzugterweise erfolgt das Zusammendrücken jedoch vor der Aktivierung, so dass die flexible Materiallage und der Träger bereits lagegenau fixiert sind, ohne dass sie sich noch relativ zueinander verschieben können. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung wird ein Verfahren geschaffen, das mit niedrigen Taktzeiten prozesssicher durchgeführt werden kann.
Ein weiterer Vorteil der Verwendung von Carbon-Nanotubes besteht darin, dass eine Spannung in einem relativ niedrigen Bereich zur Aktivierung bei niedrigen Taktzeiten ausreichend ist. Derart niedrige Spannungen sind aus Sicht der
Arbeitsplatzsicherheit vorteilhaft und bedürfen keiner besonderer Sicherheitsvorbereitungen.
Bei der vorliegenden Erfindung kann entweder der Klebstoff im gesamten Bereich der Oberflächenkontur des formstabilen Trägers durch Anlegen der Spannung an die Carbon-Nanotubes erwärmt und aktiviert werden, um die flexible Materiallage an der Oberflächenkontur zu befestigen. Dabei ist unter „im gesamten Bereich" zu verstehen, dass der Klebstoff in
wenigstens dem gesamten Bereich erwärmt wird, in dem eine Verbindung zwischen formstabilen Träger und flexibler
Materiallage in einem Arbeitsgang herzustellen ist.
Randbereiche am Umfang des Trägers können hier ausgenommen sein .
Alternativ kann das erfindungsgemäße Verfahren auch zur
Vorfixierung der flexiblen Materiallage an dem formstabilen Träger genutzt werden. Insbesondere bei der Verwendung flexibler Materiallagen in Form eines Nähkleids, bei der die flexible Materiallage aus wenigstens zwei miteinander entlang einer Naht verbundenen Teilen besteht, ist es vorteilhaft, nur den Bereich des Klebstoffs zu aktivieren, in dem die Naht vorfixiert wird. Mit anderen Worten wird in diesem Fall gemäß einer bevorzugten Ausführungsform zumindest zunächst nur der Klebstoff im Bereich der Oberflächenkontur des formstabilen Trägers aktiviert, indem die Naht der flexiblen Materiallage zu platzieren, d. h. vorzufixieren ist. Die Aktivierung des Teilbereichs kann durch ein gesteuertes Anlegen der Spannung in den einzelnen Teilbereichen, z. B. an den beiden Enden entlang des dem Nahtverlauf entsprechenden Abschnitts auf dem formstabilen Träger erfolgen. Auch dieses gesteuerte Anlegen kann durch entsprechendes Vorsehen von Kontaktstreifen oder durch Befestigen von Kontakt zangen realisiert werden. Im Anschluss kann der übrige Klebstoff anderweitig aktiviert werden oder aber bevorzugterweise auf die gleiche Art und Weise, wobei die Spannung nicht nur an dem Teilbereich, sondern über den gesamten Bereich der Oberflächenkontur angelegt wird, wie es oben erläutert wurde.
Um keinen zusätzlichen Verfahrenschritt erforderlich zu machen, um die Carbon-Nanotubes in Kontakt mit dem Klebstoff zu bringen, kann es bevorzugt sein, die Carbon-Nanotubes in dem Klebstoff zu lösen oder zu dispergieren, bevor dieser auf die Oberflächenkontur des formstabilen Trägers und/oder die Unterseite der flexiblen Materiallage aufgebracht wird. Bei dieser Ausführungsform wird damit keine zusätzliche Schicht im Vergleich zum bisherigen Bauteil erforderlich und
zusätzliche Verfahrensschritte können eingespart werden.
Alternativ ist es jedoch auch denkbar, die Carbon-Nanotubes separat vom Klebstoff und vor dem Aufbringen des Klebstoffs auf die Oberflächenkontur des formstabilen Trägers und/oder die Unterseite der flexiblen Materiallage aufzubringen. Dies kann rein beispielhaft durch eine Beschichtung erfolgen. Z. B. ist von der Firma FutureCarbon GmbH, Deutschland ein Heizlack auf Acrylatbasis mit der Bezeichnung Carbo e-Therm LT bekannt, der zu diesem Zweck geeignet ist.
Des Weiteren schlägt die vorliegende Erfindung auch ein Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge vor, das durch das oben erwähnte Verfahren herstellbar bzw. hergestellt ist.
Besonders vorteilhaft hat sich hierbei die Doppelfunktion de Heizeinrichtung aus Carbon-Nanotubes herauskristallisiert. Diese kann im. hergestellten Innenverkleidungsteil als
Ohmscher Widerstand einer Flächenheizung dienen. Wird das Innenverkleidungsteil beispielsweise im Bereich der
Armaturentafel, Mittelkonsole oder Türinnenverkleidung oder aber im Bereich des Dachhimmels verwendet, können
ausreichende Flächen für eine Flächenheizung in einem
Kraftfahrzeug geschaffen werden, so dass die Heizeinrichtung aus Carbon-Nanotubes, die im Kaschierverfahren genutzt wird, auch im späteren Innenverkleidungsteil noch einen Nutzen hat D. h. die vorliegende Erfindung betrifft gleichfalls die Verwendung der Heizeinrichtung aus Carbon-Nanotubes in einem Innenverkleidungsteil für Fahrzeuge, das durch das Verfahren wie es oben beschrieben wurde, hergestellt ist, als Ohmscher Widerstand einer Flächenheizung. Alternativ ist es auch denkbar, die Carbon-Nanotubes als Stromquelle eines Funktionselements oder eines externen elektrischen/elektronischen Geräts zu nutzen. So kann bei einer Kontaktierung der durch die Carbon-Nanotubes gebildeten Fläche an zwei beabstandeten Punkten Strom abgenommen werden. Das Potenzial ergibt sich dabei aus dem Abstand der zwei Punkte, an denen die Spannung abgegriffen wird, zueinander. Um das Funktionselement mit Strom zu versorgen, kann dieses z. B. durch entsprechende Kontaktelemente, z. B. Pins in Form von Nadelspitzen durch die flexible Materiallage hindurch mit der Fläche aus Carbon-Nanotubes kontaktiert werden.
Alternativ ist es auch denkbar, eine
Stromversorgungsschnittstelle fest mit dem
Innenverkleidungsteil zu verbinden, die an den zwei erwähnten Punkten zur Abnahme der Spannung mit der Schicht aus Carbon- Nanotubes verbunden ist. Bei dieser
Stromversorgungsschnittstelle kann es sich beispielsweise um eine Buchse oder einen Stecker zur Verbindung mit einem externen elektrischen/elektronischen Gerät, z. B. einem MP3- Spieler, einem Navigationsgerät, einem Mobiltelefon, etc. handeln. Beispielsweise kommen ein USB-Steckplatz oder ein USB-Stecker zum Einsatz. Es sind aber auch andere Steckerbzw. Buchsengestaltungen denkbar.
Darüber hinaus ist es auch denkbar, mögliche
Beleuchtungselemente bzw. Einrichtungen, die als Zierelemente in Innenverkleidungsteile eingearbeitet werden können, über die Fläche aus Carbon-Nanotubes elektrisch mit Strom zu versorgen. So könnten beispielsweise LEDs durch Kontaktieren der LED-Kontakte in einem Abstand zueinander mit der Fläche aus Carbon-Nanotubes mit Strom versorgt werden.
Bei all diesen Ausführungsformen macht sich die vorliegende Erfindung zu Nutze, dass die Spannung, die an der Fläche aus Carbon-Nanotubes anzulegen ist, im Bereich der
Bordnetzspannung eines Kraftfahrzeugs von 0 - 12 V liegt, so dass eine problemlose Kontaktierung der Carbon-Nanotubes mit dem Bordnetz realisierbar ist.
Die vorliegende Erfindung wurde oben in Zusammenhang mit der Erwärmung eines thermisch aktivierbaren Klebstoff direkt in der Fuge zwischen den zu verbindenden Bauteilen beschrieben, kann alternativ jedoch auch in einem Verfahren umgesetzt werden, bei dem die Carbon-Nanotubes als Heizeinrichtung auf eine Innenkontur eines Kaschierwerkzeugs aufgebracht sind, die beim Zusammendrücken der flexiblen Materiallage und des formstabilen Trägers mit der Oberseite der flexiblen
Materiallage in Kontakt kommt, wobei das Erwärmen des
Klebstoffs durch Anlagen einer Spannung an die Carbon- Nanotubes in diesem Fall über die flexible Materiallage erfolgt. Dies hat im Vergleich zum Stand der Technik den Vorteil, dass das Werkzeug nicht mit komplizierten Kanälen ausgestaltet werden muss und damit kostengünstig ist. Ferner kann unmittelbar nach Erreichen der Heiztemperatur die
Formhälfte gekühlt werden, um die Taktzeiten auch bei dieser Ausführungsform gering zu halten.
Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung, die alleinstehend oder in Kombination mit einem oder mehreren der oben genannten Merkmale umgesetzt werden können, insofern sich die Merkmale nicht widersprechen, sind aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform ersieht licht . Diese Beschreibung erfolgt unter Bezugnahme auf die
begleitenden Zeichnungen, in denen:
Figur 1 schematisch einen Teilschnitt eines
Press kaschierwerkzeugs zeigt;
Figur 2 einen Teilschnitt eines erfindungsgemäßen
Innenverkleidungsteils in einer Explosionsdarstellung
Figur 1 stellt ein Presskaschierwerkzeug dar, mit dem das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung ausgeführt werden kann. Das dargestellte Presskaschierwerkzeug umfasst ein Unterwerkzeug 10, die untere Werkzeughälfte und ein
Oberwerkzeug 20, die obere Werkzeughälfte.
Bei dem Unterwerkzeug 10 kann es sich um eine Werkzeughälfte aus z. B. Aluminium handeln. Die untere Werkzeughälfte 10 ist zur Aufnahme eines formstabilen Trägers 30 ausgestaltet.
Gegebenenfalls kann das Unterwerkzeug 10 gekühlt sein, ist jedoch unbeheizt.
Das Oberwerkzeug 20 ist durch eine Werkzeugschale gebildet, die eine formgebende Innenkontur 21 umfasst. Zwischen der Innenkontur 21 und einer Oberfläche bzw. Oberseite 11 des Unterwerkzeugs 10, auf der der Träger 30 mit seiner Rückseite aufliegt, wird ein definierter Pressspalt gebildet. Auch in der Werkzeugschale des Oberwerkzeugs 20 können Kühlkanäle ausgebildet sein. Auch das Oberwerkzeug 20 bzw. dessen
Werkzeugschale ist unbeheizt.
Ferner ist ein Umbugschieber 50 vorgesehen, der in Richtung des Doppelpfeils 51 bewegbar ist und gegebenenfalls einen Teil der flexiblen Materiallage 40, die zunächst über den Rand des formstabilen Trägers 30 vorragt, in einem
Umbugbereich an diesen andrücken kann.
Der formstabile Träger 30 ist vorzugsweise ein
Kunststoffträger und vorzugsweise spritzgegossen. Er weist eine Oberfläche 31 auf. Diese Oberfläche 31 ist
beispielsweise dreidimensional gekrümmt, so dass eine dreidimensionale Oberflächenkontur gebildet ist. Die der Oberflächenkontur 31 entgegengesetzte Seite 32 liegt auf der Oberseite 11 des Unterwerkzeugs 10 auf. Ferner ist der formstabile Träger 30 auf dem Unterwerkzeug 10 lagefixiert.
Die flexible Materiallage 40, bei der es sich gemäß der dargestellten Ausführungsform um eine Dekorschicht,
vorzugsweise aus Echtleder oder Kunstleder handelt, liegt mit ihrer Unterseite 41 bzw. Rückseite auf der Oberflächenkontur 31 des Trägers 30 auf. Die Oberseite 42 ist der Innenkontur 21 der Werkzeugschale der Oberwerkzeugs 20 zugewandt.
In der Fuge zwischen der Oberflächenkontur 31 und der
Unterseite 41 ist ein thermisch aktivierbares Klebemittel 52 vorgesehen. Dieses kann vorab auf die Rückseite bzw.
Unterseite 41 der flexiblen Materiallage 40 und/oder die Oberseite 31 bzw. Oberflächenkontur 31 des formstabilen
Trägers aufgebracht sein. Hierbei können herkömmliche
Auftragsverfahren, wie beispielsweise ein Sprühverfahren zum Einsatz kommen. Bei dem Klebemittel kann es sich um einen Hotmelt oder einen thermisch aktivierbaren
Dispersionsklebstoff handeln. Die Aktivierungstemperatur kann in einem Bereich zwischen 50°C und 200°C liegen. Bei einem Hotmelt der zuvor genannten Art liegt sie vorzugsweise bei 70°C. Bei einem Dispersionsklebstoff der vorgenannten Art liegt sie vorzugsweise bei ca. 55°C.
Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist zwischen der Klebstoffschicht 52 und der Oberflächenkontur 31 des Trägers 30 und/oder der KlebstoffSchicht 52 und der
Unterseite 41 der flexiblen Materiallage 40 eine Schicht umfassend miteinander in Verbindung stehende Carbon- Nanotubes, die ein Flächengebilde er zeugen , vorgesehen. Die in Figur 1 nicht dargestellte Schicht aus Carbon-Nanotubes kann über entsprechende Kontaktierungen z. B. Kontaktstreifen (z. B. Kupferstreifen) mit einer Stromquelle 60 kontaktiert sein .
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt die Kontaktierung dabei an zwei gegenüberliegenden Enden des Flächengebildes (in Figur i z. B. linker und rechter Hand oder vorne und hinten) . Soll im gesamten Bereich des Flächengebildes aus Carbon- Nanotubes eine Erwärmung stattfinden, so erfolgt die
Kontaktierung an den jeweils entgegengesetzten Enden entlang der gesamten Breite an den jeweiligen Enden parallel zueinander (senkrecht zur Blattrichtung in Figur 1 oder in der Breite von links nach rechts) . Soll nur ein Teilbereich erwärmt werden, geben die jeweils zwei Kontaktierungspunkte sowie deren Tiefe bzw. Breite den jeweiligen Teilbereich vor. Dies wird weiter unten in Bezug auf Figur 3 näher erläutert.
Beim Anlegen einer Spannung über die Stromquelle 60,
beispielsweise einer 12 V Spannung, ggf. auch höher, um schneller die gewünschte Temperatur bzw. höhere Temperaturen zu erreichen, fungieren die miteinander in elektrisch
leitender Art in Verbindung stehenden Carbon-Nanotubes als Ohmscher Widerstand und führen zu einer Erwärmung des
Flächengebildes. Das Flächengebilde steht dabei in Kontakt mit der Klebstoffschicht 52, so dass der Klebstoff auf die gewünschte Aktivierungstemperatur erwärmt wird. Dabei wird die Wärme direkt in der Fuge, in der die Klebstoffschicht 52 vorhanden ist, zwischen der Oberseite 31 des Trägers 30 und der Unterseite 41 der Materiallage 40 eingebracht. Sobald die Aktivierungstemperatur erreicht ist, kann die Spannung .
deaktiviert werden und gegebenenfalls eine Kühlung des
Unterwerkzeugs 10 und/oder Oberwerkzeugs 20 erfolgen.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist es bevorzugt, die Carbon-Nanotubes derart in der Klebstoffschicht 52 zu losen oder zu dispergieren, dass keine zusätzliche
Beschichtung mit den Carbon-Nanotubes erforderlich ist.
Ansonsten ist die Ausgestaltung gleichermaßen wie oben beschrieben. Letztere Ausführungsform ist in Figur 1
dargestellt .
Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf Figur 1 ein Verfahren gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erläutert .
In einem ersten Verfahrensschritt werden die Oberfläche 31 des Trägers 30 und/oder die Unterseite 41 der Materiallage 40 mit einer Beschichtung aus Carbon-Nanotubes und anschließend einem Klebemittelauftrag in Form eines thermisch aktivierbaren Klebstoffs versehen. Alternativ und wenn die Carbon-Nanotubes bereits in dem Klebstoff gelöst oder dispergiert sind, reicht lediglich ein solcher
Klebstoffauftrag. Anschließend wird die Materiallage 40 auf dem Träger 30 vorfixiert. Daraufhin wird der Träger 30 im Unterwerkzeug 10 fest gelegt. Im Anschluss schließt sich das Oberwerkzeug 20, so dass der zwischen dem ünterwerkzeug 10 und dem Oberwerkzeug 20 vorgesehene Pressspalt realisiert wird. Während des Schließens oder nach dem Schließen wird eine Spannung 60 an dem Flächengebilde aus den Carbon- Nanotubes angelegt, wodurch diese als Ohmscher Widerstand fungieren und eine Heizeinrichtung bilden. Dadurch wird der thermisch aktivierbare Klebstoff 52, in dem die Carbon- Nanotubes dispergiert oder gelöst sind, oder mit dem das Flächengebilde aus dem Carbon-Nanotubes in direktem
unmittelbaren Kontakt steht, auf die Aktivierungstemperatur, wie sie oben erwähnt wurde, gebracht. Sobald die
Aktivierungstemperatur erreicht ist, kann die Stromquelle 60 deaktiviert werden und gegebenenfalls eine Kühlung der
Werkzeughälften 10 und/oder 20 erfolgen, um eine schnelle Abkühlung der Fugentemperatur herbeizuführen. Gleichzeitig kann der Umbugschieber 50 durch Bewegen in Richtung nach links in Figur 1 den über einen Rand des Trägers 30
hervorstehende Teil der flexiblen Materiallage 40 gegen den Träger 30 bzw. dessen Oberseite 31 zu drücken. Hierbei muss keine zusätzliche Erwärmung des Klebstoffs in diesem Bereich erfolgen, da dies gleichfalls über die Heizeinrichtung umfassend die Carbon-Nanotubes erzielt werden kann, insofern eine entsprechende Kontaktierung realisierbar ist. Im
Anschluss und nach dem Öffnen der Werkzeughälften 10 und 20 kann das hergestellte Bauteil entnommen werden.
Im Anschluss können die über das Bauteil hervorstehenden Kontaktstreifen entfernt werden. Andererseits ist es bevorzugt, die Kontaktstreifen beizubehalten und nach dem Verbauen in einem Fahrzeug mit dem 12 V Bordnetz zu kontaktieren. Dadurch wird es möglich, das Flächengebilde aus Carbon-Nanotubes, das entweder separat vom Klebstoff 52 oder in diesem gelöst bzw. dispergiert aufgetragen ist auch im fertigen Bauteil zu nutzen. Beispielsweise könnte durch das Anlegen einer Spannung an den Kontaktstreifen im fertigen Bauteil eine Flächenheizung geschaffen werden. Insbesondere bei der Verwendung in großflächigen Interieurbauteilen, wie beispielsweise der Armaturentafel und/oder Türverkleidungen sowie dem Dachhimmel können dadurch große Flächen- beheizt werden, die gegebenenfalls eine herkömmliche Heizung in einem Kraftfahrzeug ersetzen können. Jedoch ist es auch bei kleineren Flächen z. B. Lenkrädern, Armauflagen, etc.
möglicherweise vorteilhaft diese Flächen zu wärmen, so dass dem Nutzer ein angenehmes warmes Gefühl vermittelt wird. Ein späteres Lösen der Verklebung durch die erneute Erwärmung ist durch die erfolgte chemische Reaktion im Klebstoff
ausgeschlossen.
Es versteht sich, dass gegebenenfalls auch mehr als nur zwei Lagen über dieses Verfahren miteinander verbunden werden könnten. Z. B. kann zwischen der Materiallage 14 und dem Träger 30 eine weitere Zwischenschicht in Form einer
Haptikschicht z. B. eine Abstandsschicht, vorgesehen sein. Hierbei kommen Abstandsgewirke, Vliesstoffe und ähnliche Schichten in Frage. Auch ist es denkbar, dass die
Materiallage 40 bereits aus zwei oder mehr Lagen besteht. Rein beispielhaft sei hier auf Lederplanware verwiesen, bei denen eine Kunstlederschicht mit einer rückseitigen
Verstärkungsschicht versehen ist. Die Verstärkungsschicht kann dabei vorzugsweise aus einer Vliesschicht bestehen.
Als alternativer Anwendungsfall des Flächengebildes aus Carbon-Nanotubes ist es auch denkbar, eine Stromversorgung für ein externes Gerät vorzusehen. So ist es denkbar, die Materiallage 40 als Dekorlage auszubilden, die reversibel von Kontaktpins durchdrungen werden kann. Die Kontaktpins, die elektrisch leitend ausgestaltet sein sollten, kommen in einem Abstand zueinander, der das entsprechende Spannungspotenzial vorgibt, mit dem Flächengebilde aus Carbon-Nanotubes in
Kontakt bzw. werden damit elektrisch verbunden. Ist dieses mit Strom versorgt, d. h. liegt eine Spannung an, findet eine Stromversorgung über die zwei Pins statt. Diese
Stromversorgung kann zur Stromversorgung externer Geräte über z. B. einen Stecker {USB, etc.) erfolgen oder unmittelbar durch „Andocken" des Geräts, das in diesem Fall die
entsprechenden Kontaktpins aufweisen muss. Rein beispielhaft seien als solche externen Geräte Navigationssysteme,
Mobiltelefone, MP3-Spieler, etc. genannt.
Alternativ ist es auch denkbar, in das Innenverkleidungsteil Beleuchtungselemente zu integrieren, die durch in Kontakt bringen an zwei Punkten mit dem Flächengebilde aus Carbon- Nanotubes und Anbinden der Kontaktstreifen an das Bordnetz mit Strom versorgt werden können. Rein beispielhaft sei hier auf LEDs verwiesen, die z. B. in Kombination mit Lichtleitern zum Einsatz kommen können.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann die vorliegende Erfindung auch zum Einsatz kommen, um die flexible
Materiallage 40 auf dem formstabilen Träger 30 vorzufixieren . Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die Oberflächenkontur 31 des formstabilen Trägers 30 stark gekrümmt ist und die flexible Materiallage 40 in Form eines Nähkleids vorliegt, bei dem ein erster Teil 43 und ein zweiter Teil 44 entlang einer Naht 45 miteinander verbunden sind (Figur 2).
Hierzu muss die Naht 45 beim Vorfixieren möglichst genau auf dem Knick 33 des Trägers 30, d. h. dem Kontursprung fixiert werden. Gemäß dieser Ausführungsform ist auf der
Oberflächenkontur 31 des Trägers eine Klebstoffschicht 52 aus einem thermisch aktivierbaren Klebstoff, wie oben erwähnt, aufgebracht. Zwischen dieser Klebstoffschicht und der
Oberflächenkontur 31 kann ein Flächengebilde aus Carbon- Nanotubes,. z . B. der oben erwähnte Lack, aufgebracht sein. Alternativ ist es auch denkbar, wie es oben erläutert wurde, die Carbon-Nanotubes in dem Klebstoff 52 selbst zu lösen oder zu dispergieren . Auf der Unterseite 41 der Materiallage 40 ist ferner ebenfalls ein thermisch aktivierbarer Klebstoff 53 vorgesehen. Dieser kann gegebenenfalls auch entfallen. Zum Vorfixieren wird im Bereich des Kontursprungs 33 an zwei beabstandeten Enden eine Kontaktierung der Carbon-Nanotube- Schicht (hier der Klebstoffschiebt 52 mit den Carbon- Nanotubes) entlang einer Breite V angelegt. Die an
beabstandeten Enden platzierten zwei Kontaktierungspunkte liegen entlang des Kontursprungs 33 (senkrecht in Figur 2). Durch Anlegen einer Spannung in nur diesem Teilbereich, wie es in Figur 2 durch die Schraffur angedeutet wurde, wird der Klebstoff nur in diesem Teilbereich aktiviert, so dass eine Vorfixierung der Lage 40 in diesem Bereich manuell erfolgen kann .
Im Anschluss kann das Innenverkleidungsteil mit einem
herkömmlichen Presskaschierverfahren fertig gestellt werden oder aber bevorzugterweise wird entlang der gesamten
Oberflächenkontur 31 eine Aktivierung des Klebstoffs über die Carbon-Nanotubes herbeigeführt, wie es in Bezug auf Figur 1 erläutert wurde.
Es versteht sich, dass die Beschreibung der Ausführungsformen in Figur 1 und 2 nur beispielhaft ist und dass dem Fachmann verschiedenartige Abwandlungen und Modifikationen der vorliegenden Erfindung ersichtlich sind. Beispielsweise wäre es auch denkbar, eine Beschichtung aus Carbon-Nanotubes auf der Innenkontur 21 des Oberwerkzeugs 20 vorzunehmen und die Heizung der Klebstoffschicht 52 in der Fuge zwischen der Materiallage 40 und dem Träger 30 über das Oberwerkzeug 20 bzw. die Beschichtung aus Carbon-Nanotubes vorzusehen. Dabei wäre jedoch eine Beheizung durch die Materiallage 40
notwendig, was gegebenenfalls weniger bevorzugt ist. Auch versteht sich, dass das Flächengebilde aus Carbon-Nanotubes im späteren Bauteil nicht zwingenderweise weiter verwendet werden muss, wenn dies auch Vorteile bietet. Auch ist die vorliegende Erfindung nicht auf die Verwendung der Carbon- Nanotube-Schicht im fertigen Bauteil als Flächenheizung oder Energiequelle beschränkt. Auch andere Anwendungsfälle sind denkbar.
Schließlich wurde die vorliegende Erfindung oben anhand eines Presskaschierverfahrens dargestellt, ist aber zweifelsfrei auch bei einem Vakuumkaschierverfahren umsetzbar. Des
Weiteren sind auch andere Kaschierverfahren, bei denen zwei oder mehr Elemente, die vorzugsweise flächig, miteinander zu verbinden sind, denkbar. Daraus ergibt sich bereits, dass die miteinander zu verbindenden Elemente nicht zwangsläufig formstabil und flexibel sein müssen. Vielmehr können auch zwei formstabile Elemente oder zwei flexible Elemente verbunden werden.
