MÄDER, Hans Rudolf (Gallusäckerstrasse 23, Mörschwil, CH-9402, CH)
Ansprüche
1. Verfahren zur Herstellung einer Isolierglasscheibe (1) mit mindestens zwei Glasscheiben (3,3') umfassend die Schrit ¬ te: a) Bereitstellen von mindestens zwei Glassscheiben (3,3') und eines flexiblen Abstandhalters (4) b) Eingeben eines Trocknungsmittels (9,16) in oder auf den Abstandhalter (4) c) Aufbringen des Abstandhalters (4) auf eine erste Glas ¬ scheibe (3) in einen randnah verlaufenden Bereich d) Aufsetzen einer zweiten Glasscheibe (3' ) auf die erste Glasscheibe (3), so dass der Abstandhalter (4) zwischen der ersten und zweiten Glasscheibe (3,3') liegt e) Verbinden der beiden Glasscheiben (3,3') dadurch gekennzeichnet, dass das Eingeben des Trocknungs ¬ mittels (9,16) während oder nach dem Aufbringen des Ab ¬ standhalters (4) auf die erste Glasscheibe (3) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Trocknungsmittel (9,16) in mindestens einen Hohlraum (12) des Abstandhalters (4) eingefügt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein geschlossener Hohlraum (12) zum Einfüllen des Trocknungsmittels (9,16) im Wesentlichen entlang sei ¬ ner Längsrichtung geöffnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch das öffnen des Hohlraums (12) eine Gasverbindung zwischen dem Hohlraum (12) und einem Zwischenraum (7) zwischen zwei Glasscheiben (3,3') erzeugt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das öffnen des Hohlraums (12) derart erfolgt, dass eine erste Kontaktfläche (14) und eine zweite Kontaktfläche (15) des Abstandhalters (4) zusammen einen Trennschutz (13) bilden, wobei die Kontaktflächen
(14,15) im Wesentlichen parallel zueinander und in einer Ebene parallel zu einer Ebene der Glasscheiben (3,3') liegen und wobei die Kontaktflächen (14,15) eben oder profiliert ausgestaltet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das öffnen, insbesondere Aufschneiden, des Hohlraums (12) und das Einfüllen des Trocknungsmittels
(9,16) in einem gemeinsamen Arbeitsschritt, insbesondere mittels einer Vorrichtung mit einem kombinierten Schneid- und Füllkopf (17), erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknungsmittel (9,16) beim Eingeben in oder auf den Abstandhalter (4) mittels einer Analyseeinrichtung (27) zum Messen des Aktivitätsgrades des Trocknungsmittels, insbesondere der Adsorbtionskapazität des Trocknungsmittels, überwacht wird.
8. Vorrichtung zum Applizieren eines Abstandhalters (4) auf eine Glasscheibe (3,3') und zum Einbringen eines Trocknungsmittels (9,16) in oder auf einen Abstandhalter (4), insbesondere in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend
Mittel zum Auftragen eines flexiblen Abstandhalters (4) entlang eines Randbereichs einer Glasscheibe (3,3') Mittel (17) zum Applizieren eines Trocknungsmittels (9,16) in oder auf den Abstandhalter (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung derart aufgebaut ist, dass der Abstandhalter (4) während oder nach dem Auftragen auf die Glasscheibe (3) mit Trocknungsmittel (9,16) befüllbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Trennwerkzeug zum öffnen eines mit Trocknungsmittel (9,16) befüllbaren Hohlraums (12) im Abstandhalter (4) umfasst.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Trennwerkzeug in einer Bewegungsrichtung (R) derart vor dem Füllkopf (17) angeordnet ist, dass das Auftrennen des Hohlraums (12) und das Füllen mit Trocknungsmittel
(9,16) in einem Arbeitsschritt ausführbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Auftrags- und Führvorrichtung (22) aufweist, mittels welcher der Abstandhalter (4) zum Füllen mit Trocknungsmittel in der gewünschten Position relativ zum Füllkopf geführt oder führbar ist und/oder eine Butylkante auf das Abstandhalter (4) aufbringbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Analyseeinrichtung (27) zum Messen des Aktivitätsgrades des Trocknungsmittels, insbesondere der Adsorbtionskapazität des Trocknungsmittels, aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen Zufuhrkanal (20, 26) zum Zuführen des Trocknungsmittels zum Mittel (17) zum Applizieren des Trocknungsmittel aufweist, wobei die Analyseeinrichtung (27) über einen Bypass-Ausgang (28) mit dem Zufuhrkanal (20) verbunden ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Dosiereinrichtung (29, 30) für das Trocknungsmittel aufweist, mit welchem die Art der Befüllung des Abstandhalters einstellbar ist. |
Verfahren zur Herstellung einer Isolierglasscheibe sowie eine Vorrichtung zum Applizieren eines Abstandhalters auf eine Glasscheibe
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Isolierglasscheibe sowie eine Vorrichtung zum Applizieren eines Abstandhalters auf eine Glasscheibe mit den Merkmalen des Oberbegriffs der unabhängigen Ansprüche.
üblicherweise werden Isolierglasscheiben hergestellt, bei welchen ein Abstandhalter mit Rechteckquerschnitt zwischen zwei Glasscheiben montiert wird. Es sind beispielsweise Abstandhlater in Bandform bekannt. Solche Abstandhalter werden bereits bei ihrer Herstellung mit einem Trocknungsmittel gefüllt und bevorzugt auf einer Haspel oder in einem Vorratsbehälter zwischengelagert. Bekannt ist beispielsweise, bei der Herstellung der Abstandhalterbänder das Trocknungsmittel in die Abstandhaltebänder ein- zuextrudieren .
Das Trocknungsmittel dient dazu, den Luftzwischenraum zwischen zwei Glasscheiben zu entfeuchten und nach Möglichkeit einen Langzeit-Taupunkt von -70 0 C zu gewährleisten. WO 2005/078227 beschreibt beispielsweise die Herstellung einer solchen Isolierglasscheibe mittels eines vollständig vorfabrizierten Abstandhalters. Dabei wird der Abstandhalter aus einem geschäumten Material hergestellt, welches zudem mit einem Trocknungsmittel versehen ist. Der Abstandshalter mit dem Trocknungsmittel wird in einem Vorratsbehälter zwischengelagert bis er für die Montage der Isolierglasscheibe gebraucht wird. Zur Herstellung der Isolierglasscheibe werden der Abstandhalter und zwei Glasscheiben zu einer Isolierglasscheibe zusammengefügt.
Es ist weiterhin bekannt, einen flexiblen Abstandhalter mittels eines Roboters automatisch auf eine Glasscheibe aufzubringen, bevor eine zweite Glasscheibe mit der ersten Scheibe verbunden wird. Die EP 1347142 Bl beschreibt eine Vorrichtung zum automatischen Applizieren von elastoplastischen Abstandhaltern auf eine Glasscheibe. Der Abstandhalter wird von einer Vorratstrommel abgewickelt und zugspannungsfrei zur Applizierstelle befördert.
Die bekannten Verfahren haben den Nachteil, dass das Trocknungsmittel bereits bei der Herstellung des Abstandshalters in den Abstandshalter eingefügt wird. Dadurch kann das Trocknungsmittel bei der Lagerung des Abstandhalters unkontrolliert Feuchtigkeit aufnehmen. Bei der Montage des Isolierglases ist somit nicht bekannt, welche verbleibende Kapazität zur Aufnahme von Feuchtigkeit das Trocknungsmittel noch aufweist. Zudem kann weder die Menge noch die Art des Trocknungsmittels für einen bestimmten Abstandhalter bei der Isolierglasherstellung gewählt werden.
Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Bekannten zu vermeiden, insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung der Eingangs genannten Art zu schaffen, welche auf einfache Art und Weise die Herstellung einer Isolierglasscheibe ermöglichen. Insbesondere soll sichergestellt werden, dass das Trocknungsmittel die erforderliche Kapazität und Aktivität aufweist.
Erfindungsgemäss werden diese Aufgaben mit einem Verfahren zur Herstellung einer Isolierglasscheibe mit mindestens zwei Glasscheiben mit den Merkmalen gemäss Anspruch 1 gelöst.
Das Verfahren umfasst die Schritte:
Bereitstellen von mindestens zwei Glassscheiben und eines flexiblen Abstandhalters
Eingeben eines Trocknungsmittels in oder auf den Abstandhalter
Aufbringen des Abstandhalters auf eine erste Glasscheibe in einen randnah verlaufenden Bereich
Aufsetzen einer zweiten Glasscheibe auf die erste Glasscheibe, so dass der Abstandhalter zwischen der ersten und zweiten Glasscheibe liegt
Verbinden der beiden Glasscheiben zu einer Isolierglasscheibe Das Eingeben des Trocknungsmittels erfolgt dabei während oder nach dem Aufbringen des Abstandhalters auf die erste Glasscheibe .
Der Abstandhalter besteht aus derart flexiblem Material, dass entsprechend der Kontur des Glases angepasst werden kann. Beispielsweise ist der Abstandhalter aus Silikon oder ähnlich flexibel und UV beständigem & foggingsicheren Material gefertigt. Bevorzugt können auch geschäumte Kunststoffe für den Abstandhalter verwendet werden.
Der Abstandhalter dient als Träger für das Trocknungsmittel. Der Begriff „während dem Aufbringen" ist so zu verstehen, dass etwa gleichzeitig mit dem Aufbringen des Abstandhalters oder unmittelbar vor dem Aufbringen des Abstandhalters auch das Trocknungsmittel im gleichen Arbeitsgang in den oder auf den Abstandhalter gegeben wird. Dazu wird der Abstandhalter bevorzugt kontinuierlich mittels einer geeigneten Vorrichtung entlang des Randbereichs der Glasscheibe geführt und der Abstandhalter auf die Glasscheibe aufgebracht. Während diesem kontinuierlichen Auftragen wird der Abstandhalter ebenfalls kontinuierlich mit Trocknungsmittel versehen. Das Zufügen des Trocknungsmittels kann überall auf dem Transportweg des Abstandhalters auf die Glasscheibe erfolgen. Beispielsweise kann das Trocknungsmittel unmittelbar an einer öffnung eines Vorratbehälters für den Ab-
standhalter appliziert werden. In einem anderen bevorzugten Verfahren wird das Trocknungsmittel mittels einer geeigneten Vorrichtung unmittelbar beim Auftragen des Abstandshalters auf die Glasscheibe dem Abstandhalter beigefügt. Beispielsweise weist eine Vorrichtung zum Applizieren des Abstandhalters einen Appli- zierkopf auf, der einerseits den Abstandhalter automatisch in einem Randbereich der Glasscheibe anbringt und gleichzeitig den Abstandshalter mit Trocknungsmittel versieht.
In einem alternativen Verfahren wird das Trocknungsmittel erst nach dem Aufbringen des Abstandhalters auf die Glasplatte appliziert. Bevorzugt ist der Abstandhalter dann schon mindestens teilweise mit der Glasscheibe verbunden, beispielsweise mittels eines Butylklebers . Eine Stirnseite der Glasscheibe kann dann auch als Führhilfe für eine geeignete Vorrichtung zum Applizieren des Trocknungsmittels dienen.
Das Verbinden der beiden Glasscheiben mit dem Abstandhalter erfolgt in bekannter Weise bevorzugt mittels Klebstoffen. Dieser Vorgang ist bekannt und wird deshalb an dieser Stelle nicht weiter erläutert.
In einer besonders bevorzugten Weise wird das Trocknungsmittel in mindestens einen Hohlraum des Abstandhalters eingefügt. Es sind mehrere kleinere Hohlräume oder auch beispielsweise ein einziger grosser Hohlraum denkbar. Der Abstandhalter bildet dabei bevorzugt ein sich in Längsrichtung erstreckendes Hohlraumprofil. Der Abstandshalter kann jedoch auch als offenes Profil ausgebildet sein, wobei - statt des Hohlraums - eine Vertiefung auf einer Oberfläche des Abstandhalters vorgesehen ist, in welche das Trocknungsmittel aufgetragen wird.
In einem anderen bevorzugten Verfahren wird das Trocknungsmittel
in mindestens einen geschlossenen Hohlraum eines Hohlraumprofils appliziert. Dazu wird der Hohlraum zum Einfüllen des Trocknungsmittels im Wesentlichen entlang seiner Längsrichtung geöffnet. Das Hohlraumprofil kann entweder vollständig geschlossen sein, so dass zum öffnen des Hohlraums das Hohlraumprofil aufgetrennt bzw. aufgeschnitten werden muss. Es ist jedoch auch denkbar, dass das Hohlraumprofil offenbar ist, insbesondere einen Längsschlitz aufweist, welcher bereits bei der Herstellung des Hohlraumprofils angebracht wird und welcher durch die Eigenspannung des Profils geschlossen ist. Zum Applizieren des Trocknungsmittels genügt es in diesem Fall, das Hohlraumprofil auseinander zu ziehen, so dass das Trocknungsmittel durch den so entstehenden Spalt in den Hohlraum gefüllt werden kann.
Bevorzugt wird der Hohlraum derart geöffnet, dass auch nach dem Schliessen des Hohlraums eine Gasverbindung zwischen dem Hohlraum und einem Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Glasscheiben erzeugt wird. Dadurch kann das Trocknungsmittel die im Zwischenraum der Isolierglasscheibe gespeicherte Feuchtigkeit absorbieren .
Das öffnen des Hohlraums erfolgt bevorzugt derart, dass eine erste Kontaktfläche und eine zweite Kontaktfläche des Abstandhalters zusammen einen Längsschlitz begrenzen. Die Kontaktflächen liegen im Wesentlichen parallel zueinander und in einer Ebene parallel zu einer Ebene der Glasscheiben. Die Kontaktflächen können eben sein und so einen stumpfen Stoss bilden. In einem anderen bevorzugten Verfahren werden die Kontaktflächen profiliert ausgestaltet. Daraus ergibt sich beispielsweise eine Nut-Feder-artige Verbindung der beiden Kontaktflächen.
Das öffnen des Hohlraums erfolgt bevorzugt entlang eines bestehenden Schlitzes im Abstandhalter. In einem alternativen Verfah-
ren wird der Schlitz erst beim Befüllen mit Trocknungsmittel erzeugt .
In bevorzugter Weise geschieht das öffnen, insbesondere das Aufschneiden, des Hohlraums und das Einfüllen des Trocknungsmittels in einem gemeinsamen Arbeitsschritt. Bevorzugt wird dazu eine Vorrichtung mit einem kombinierten Trenn- und Füllkopf verwendet. Der Füllkopf mit dem voran gesetzten Trennwerkzeug bewegt sich also bevorzugt entlang des geschlossenen Abstandhalters und trennt den Hohlraum auf, so dass der Hohlraum durch einen Füllkopf mit Trocknungsmittel versehen werden kann. In einem weiteren bevorzugten Verfahren wird der Füllkopf durch eine bereits im Abstandshalter vorhandene Trennlinie, insbesondere einen Schlitz, gebildet durch zwei Kontaktflächen, geführt. Dadurch muss der Hohlraum des Abstandshalters nicht mehr aufgeschnitten werden .
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Applizieren eines Abstandhalters auf eine Glasscheibe und zum Einbringen eines Trocknungsmittels in oder auf einen Abstandhalter mittels eines Füllkopfs. Die Vorrichtung umfasst Mittel zum Auftragen eines flexiblen Abstandhalters entlang eines Randbereichs einer Glasscheibe und Mittel zum Applizieren eines Trocknungsmittels, insbesondere einen Füllkopf. Die Vorrichtung ist derart aufgebaut, dass der Abstandhalter während oder nach dem Auftragen auf die Glasscheibe mit Trocknungsmittel befüllbar ist.
Bevorzugt sind die Vorrichtungen zum Applizieren des Abstandhalters und zum Einbringen des Trocknungsmittels in einer einzigen Maschine integriert, jedoch ist alternative auch eine Vorrichtung aus mehreren, einzelnen Komponenten denkbar.
Bevorzugt umfasst die Vorrichtung ein Trennwerkzeug zum öffnen eines mit Trocknungsmittel befüllbaren Hohlraums im Abstandhalter. Das Trennwerkzeug kann eine Klinge aufweisen, mit der ein geschlossener Hohlraum des Abstandhalters aufgeschnitten werden kann. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform umfasst das Trennwerkzeug zwei im Winkel angeordnete Flächen, mit welchen eine bereits vorhandene öffnung zum Hohlraum ausgeweitet werden kann, so dass ein Füllkopf das Trocknungsmittel in den Hohlraum einfügen kann.
Das Trennwerkzeug ist in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform in Bewegungsrichtung gesehen derart unmittelbar vor dem Füllkopf angeordnet, dass das Auftrennen des Hohlraums und das Füllen mit Trocknungsmittel in einem Arbeitsschritt ausführbar ist. Als Bewegungsrichtung wird die Richtung definiert, in welcher sich die Vorrichtung relativ zum Abstandshalterband bewegt. Das Trennwerkzeug kann entlang des auf einer Glasscheibe fixierten Abstandhalters bewegt werden. Bevorzugt wird der Abstandhalter jedoch vor der Applikation auf der Glasscheibe entlang des Trennwerkzeugs geführt. Dabei verharrt das Trennwerkzeug entweder in einer fixen Position oder bewegt sich entlang der Glasscheibe während gleichzeitig der Abstandhalter auf die Glasscheibe aufgebracht wird.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Applizieren eines Abstandhalters und zum Einbringen eines Trocknungsmittels, welche eine Führeinrichtung aufweist. Mit dieser Führeinrichtung ist der Abstandhalter zum Füllen mit Trocknungsmittel in der gewünschten Position relativ zum Füllkopf geführt oder führbar. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform fehlt eine separate Führeinrichtung und die Vorrichtung wird stattdessen durch das Trennwerkzeug geführt, welches bevorzugt vor dem Füllkopf angeordnet ist.
Weiter kann die Vorrichtung eine Analyseeinrichtung zum Messen des Aktivitätsgrades des Trocknungsmittels aufweisen, wobei mittels der Analyseeinrichtung insbesondere die Adsorbtionskapazi- tät des Trocknungsmittels gemessen werden kann. Auf diese Weise kann eine Qualitätssicherung sichergestellt werden.
Wenn die Vorrichtung einen Zufuhrkanal zum Zuführen des Trocknungsmittels zum Mittel zum Applizieren des Trocknungsmittels aufweist, dann kann die Analyseeinrichtung über einen Bypass- Ausgang mit dem Zufuhrkanal verbunden sein. Somit lässt sich der Aktivitätsgrad des Trocknungsmittels besonders einfach und effizient messen.
Sodann kann die Vorrichtung eine Dosiereinrichtung für das Trocknungsmittel aufweisen, mit welchem die Befüllung des Abstandhalters einstellbar ist. Die Dosiereinrichtung kann Dosiereinheiten aufweisen, die jeweils einer Zufuhrleitung zugeordnet wären .
Weitere Einzelmerkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele und aus den Zeichnungen. Es zeigen:
Figur 1 Die schematische Darstellung der Herstellung einer
Isolierglasscheibe nach einem erfindungsgemässen Verfahren
Figur 2 Einen Querschnitt durch den Rand einer Isolierglasscheibe gemäss einem ersten Ausführungsbeispiel
Figur 3 Einen Querschnitt durch den Rand einer Isolierglasscheibe gemäss einem zweiten Ausführungsbeispiel
Figur 4 Einen Querschnitt durch den Rand einer Isolierglasscheibe gemäss einem dritten Ausführungsbeispiel
Figur 5 Eine Teilansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung bzw. ein Verfahren zum Befüllen des Abstandhalters mit Trocknungsmittel
Figur 6 Eine schematische Darstellung des Zufuhrsystems für das Trocknungsmittel der Vorrichtung gemäss Figur 5
Figur 7 Eine schematische Darstellung eines alternativen Zufuhrsystems
Figur 1 zeigt schematisch die Herstellung einer Isolierglasscheibe 1. Ein flexibler Abstandhalter 4 wird mittels einer nicht dargestellten Vorrichtung in einem Randbereich auf eine rechteckige Glasscheibe 3 aufgebracht. Der Abstandhalter wird mit geringem Abstand von den Stirnseiten 2 der Glasscheibe 3 angebracht. Der Abstandhalter 4 wird dabei kontinuierlich in eine vorbestimmte Position auf der Glasscheibe 3 gebracht. Etwa gleichzeitig bzw. im gleichen Arbeitsgang wird das Abstandhalter 4 mit einem Trocknungsmittel versehen. Dieser Vorgang ist in der Zeichnung mit dem Pfeil D gekennzeichnet. Der Abstandhalter 4 befindet sich beim Applizieren des Trocknungsmittels mittels einer nicht dargestellten Vorrichtung noch nicht auf der Glasscheibe 3. Ebenfalls etwa gleichzeitig wird im gleichen Arbeitsgang der Abstandhalter 4 mit einer ebenfalls nicht dargestellten Vorrichtung mit einem Butylkleber versehen, schematisch dargestellt mit dem Pfeil B. Der Butylkleber wird auf zwei gegenüberliegenden Seiten des Abstandhalters 4 an den Stellen aufgebracht, auf welchen später die Glasscheiben 3,3' zu liegen kommen. Der Butylkleber dient dazu, die Glasscheiben 3,3' mit dem
Abstandshalter 4 zusammenzukleben, so dass sich eine dampf- und flüssigkeitsdichte Primärsperre zwischen Abstandhalter 4 und Glasscheiben 3,3' bildet. Der Abstandhalter durchläuft also kontinuierlich die Schritte Aufbringen des Butylklebers, Applizieren des Trocknungsmittels und Aufbringen auf die Glasscheibe 3. Selbstverständlich ist diese Reihenfolge nicht zwingend, es sind auch beliebige andere Reihenfolgen denkbar. Anschliessend wird die ersten Glasscheibe 3 mit dem Abstandhalter 4 und eine zweiten Glasscheibe 3' deckungsgleich zusammengefügt, so dass der Abstandhalter 4 zwischen den beiden Glasscheiben 3,3' zu liegen kommt. Der Abstandhalter 4 liegt dadurch in einem Randbereich der Glasscheiben 3,3' und bildet mit diesen eine Isolierglasscheibe 1.
Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch den Randbereich einer nach einem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Isolierglasscheibe 1. Zwischen den Glasscheiben (3,3') bindet sich der flexible Abstandhalter 4 aus Silikon. Der Abstandhalter 4 befindet sich im Randbereich der beiden Glasscheiben (3,3') . Bündig zu den Stirnseiten 2,2' der Glasscheiben 3,3' ist hier noch eine Sekundärsperre 5 aus Polysulfiten, Polyurethan und/oder Silikon angeordnet, welche am Abstandhalter 4 anliegt. Die Sekundärsperre 5 liegt in einem Bereich am Abstandhalter 4 an. Der Abstandhalter 4 ist im Wesentlichen rechteckig geformt und weist auf der einem Zwischenraum 7 zwischen den Glasscheiben 3,3' zugewandten Seite eine im Querschnitt halbrundförmige Ausnehmung 8 auf. In die Ausnehmung 8 ist eine Matrix 9 mit Trocknungsmittel eingebettet, welche in direktem Kontakt mit dem Zwischenraum 7 steht. Dabei kann als Trägermaterial für die Matrix ein Kleb- und/oder Dichtstoff verwendet werden. Trägermaterial ist beispielsweise Silikon, Butyl oder ein Hotmelt. Das Trägermaterial sollte jedenfalls vorzugsweise UV-beständig und fogging sicher sein. Der Abstandhalter 4 ist auf den Glasscheiben 3,3' und der
Sekundärsperre 5 zugewandten Seiten mit einer Wasserdampf- Gassperrfolie 10 versehen. Zwischen der Wasserdampf- Gassperrfolie 10 und den Glasscheiben 3,3' befindet sich jeweils eine Butylkante 11. Die Wasserdampf-Gassperrfolie 10 und die Bu- tylkanten 11 bilden zusammen eine Wasserdampfsperre (Primärsperre) und dichten den Zwischenraum 7 dampfdicht ab. Die Primär- Sperrschicht besteht beispielsweise aus einer Verbundfolie, die aus Materialträgerfolie, Klebstoff, Funktionsschicht (Primärsperrschicht) /-en besteht. Die Funktionschichten bestehen beispielsweise aus einer metallischen Walzfolie und aus sputter- /bedampften metallischen oder glasartigen Schichten (SiO2) . Die Funktionsschichten können nach Bedarf mehrlagig sein. Die Festigkeit des Abstandhalters senkrecht zur Ebene der Glasscheiben 3,3' ist hoch, da das Profil des Abstandhalters 4 durch die Matrix 9 gestützt wird. Dadurch können die Butylkanten 11 besser verpresst werden. Die Folie 10 weist eine Trägerfolie, einen Klebstoff, insbesondere Silikon oder Acrylat, und eine Sperrschicht auf. Die Sperrschicht umfasst eine Schicht aus 50 μm Alum bzw. coating Alum oder aus 100-150 nm Siθ2.
Die Figur 3 zeigt ein zweites Beispiel einer erfindungsgemäss hergestellten Isolierglasscheibe 1 mit einem Abstandhalter 4. Die Aussenkonturen des Abstandhalters 4 und dessen Aufbau sind ähnlich wie beim Abstandhalter 4 gemäss Figur 2. Im Unterschied zum ersten Beispiel in Figur 2 weist der Abstandhalter 4 gemäss Figur 3 einen geschlossenen Hohlraum 12 auf, welcher auf der dem Zwischenraum 7 zugewandten Seite mittig mit einem Trennschutz 13 versehen ist. Der Hohlraum 12 ist vollständig mit einem Granulat 16 aus Trocknungsmittel gefüllt. Die Konturen des Hohlraums 12 sind ähnlich wie die Aussenkonturen des Abstandhalters geformt, so dass der Hohlraum 12 von einer gleichmässig dicken Aussenwand des Abstandhalters 4 umgeben ist. Der Trennschutz 13 liegt zwischen einer ersten Kontaktfläche 14 und einer zweiten Kontakt-
fläche 15 des Abstandhalters 4. Die Kontaktfläche 15 weist im Querschnitt ein Nut Profil auf und die Kontaktfläche 14 weist im Querschnitt ein korrespondierendes Feder Profil auf. Beide Kontaktflächen 14,15 berühren sich gegenseitig, dennoch bleibt die Trennfläche 13 dampfdurchlässig. Die Dichtflächen sind durch den Partialdruck-Unterschied zwischen Luftzwischenraum und Barometerdruck aussen stets in Bewegung. Der Abstandhalterdichtlippen machen die Glasbewegungen in geringem Masse mit und sind dadurch gegen den Luftzwischenraum wasserdampfdurchlässig.
In Figur 4 ist ein drittes Beispiel einer Isolierglasscheibe 1 dargestellt. Der Abstandhalter 4 entspricht weitgehend dem Beispiel in Figur 3. Der Hohlraum 12 ist hier jedoch im Querschnitt im Wesentlichen elliptisch ausgebildet. Im Hohlraum 12 ist eine Matrix 9 mit Trocknungsmittel enthalten, welche den Hohlraum 12 nur ca. zur Hälfte ausfüllt. Die Matrix 9 bildet im Querschnitt eine runde Fläche, deren Durchmesser der kleineren Hauptachse der Querschnitt-Ellipse des Hohlraums 12 entspricht.
Figur 5 zeigt schematisch eine Teilansicht einer erfindungsge- mässen Befüllvorrichtung zum Befüllen eines Abstandhalters 4 in einem erfindungsgemässen Verfahren. Die Vorrichtung hat einen Füllkopf 17 mit einer Applikationsöffnung 19 zum Applizieren des Granulats 16 in den Hohlraum 12. In Bewegungsrichtung R, dargestellt durch den Pfeil, vor dem Füllkopf 17 befindet sich eine profilierte Klinge 18, welche mit dem Füllkopf 17 verbunden ist. Die Klinge ist aus zwei im Winkel miteinander verbundenen, flächigen, gekrümmte Platten geformt, welche an ihrer Verbindungsstelle eine sichelförmig gekrümmte Kante 25 bilden. Durch die abgewinkelte Anordnung der Platten wird der Abstandstandhalter entlang der Trennfläche 13 aufgespreizt, so dass der Füllkopf 17 in den Hohlraum 12 ragend zwischen den Kontaktflächen 14, 15 bewegt werden kann.
Alternativ ist denkbar, insbesondere wenn der Abstandhalter beim Befüllen schon einen Trennschutz 13 aufweist, die Klinge 18 mit einer stumpfen Kante 25 auszubilden.
Die Klinge 18 ist in einer gemeinsamen Ebene mit dem Füllkopf 17 angeordnet. Die Klinge weist das in den Figuren 3 und 4 gezeigte Profil der Trennfläche 13 auf. Selbstverständlich sind auch andere Klingenprofile denkbar. Es ist denkbar, anstelle der gezeigten festen Verbindung zwischen Füllkopf 17 und Klinge 18 eine lösbare Verbindung vorzusehen, so dass die Klinge 18 ausgetauscht werden kann. Vorteilhaft sind deshalb nicht dargestellte Wechselklingen, um unterschiedliche Geometrien der Trennfläche 13 zu erhalten.
Der Füllkopf 17 ist mit einer Trocknungsmittel-Zuführvorrichtung mit zwei Zufuhrkanälen 20 für Matrixträgermaterial und 26 Trockenmittel verbunden. Die beiden Zufuhrkanäle 20, 26 münden in eine Mischbatterie 21, welche die Zufuhr des Matrixmaterials 16 regelt. Dieses Zufuhrsystem wird nachfolgend anhand der Figur 6 erläutert .
In Bewegungsrichtung R vor der Klinge 18 bindet sich eine Auftrags- und Führvorrichtung 22 mit zwei Auftragsdüsen 23. Durch die Auftragsdüsen 23 kann auf beiden Seitenwänden des Abstandhalters 4 je eine Butylkante 11 aufgetragen werden. Die beiden Auftragsdüsen 23 ragen gegeneinander, wobei deren Auftragsöffnungen 24 parallel in einem Abstand zueinander angeordnet sind, welcher etwa der Breite des Abstandhalters 4 entspricht. Die Position der Auftrags- und Führvorrichtung 22 kann mittels einer nicht dargestellten Verbindung relativ zur Klinge 18 bzw. zum Füllkopf 17 konstant gehalten werden. Dadurch dient die Auf-
trags- und Führvorrichtung 22 dazu, die Befüllungsvorrichtung entlang des Abstandhalters 4 zu führen.
Wird der Abstandhalter bezogen auf die Vorrichtung in Bewegungsrichtung B bewegt, schneidet die Klinge 18 den Abstandhalter 4 auf. Die Auftrags- und Führvorrichtung 22 bewirkt, dass der Abstandhalter mittig auf die Klinge 18 zugeführt wird und dass an beiden Seitenwänden des Abstandhalters 4 eine Butylkante 11 aufgetragen wird. Die profilierte Klinge 18 schneidet eine profilierte Trennfläche 13 in die obere Wand des Abstandhalters 4. Gleichzeitig füllt der durch die Trennfläche 13 in den Hohlraum 12 ragende Füllkopf 17 diesen mit der Matrix 9. Die Füllrate kann mittels einer nicht dargestellten Steuereinrichtung auf die Bewegungsgeschwindigkeit der Vorrichtung bzw. des Abstandhalters abgestimmt werden, sodass der Füllgrad unabhängig der Relativgeschwindigkeit zwischen Vorrichtung und dem Abstandhalter 4 konstant bleibt.
Die Befüllungsvorrichtung ist mit Mitteln zum Applizieren des Abstandhalters 4 auf der Glasscheibe versehen (nicht dargestellt) . Während des Applizierens des Abstandhalters 4 wird durch eine nicht dargestellte Fördereinrichtung der Abstandhalter 4 kontinuierlich zur Applikationsstelle auf der Glasscheibe 3 bewegt und auf dem Weg dorthin über die Befüllvorrichtung geführt. Dadurch wird der Abstandhalter 4 kontinuierlich mit Trocknungsmittel, insbesondere der Matrix 9 oder dem Granulat befüllt und seitlich über die Auftrags- und Führvorrichtung 22 mit einer Butylkante 11 versehen.
Figur 6 zeigt ein Zufuhrsystem für die Vorrichtung, mit welcher eine Matrix enthaltend eine Trocknungsmittel-Substanz und ein Trägermaterial für die Matrix in einen (nicht dargestellten) Abstandshalter eingebracht werden kann. Für die Trocknungsmittel-
Substanz einerseits und das Trägermaterial andererseits ist jeweils ein Vorratsbehälter 31 bzw. 34 vorgesehen. Am Ausgang des Vorratsbehälters 31 bzw. 34 schliesst eine Zufuhrleitung 20 bzw. 26 an, die sich ersichtlicherweise in einem Knotenpunkt zu einer einzigen Trocknungsmittel-Zufuhrleitung vereinigen. Die Zufuhr der Trocknungsmittel, d.h. einer beispielsweise pulverförmigen Trocknungsmittel-Substanz und eines flüssigen oder pastösen Trägermaterials, wird jeweils mittels einer Dosiereinrichtung 29 und 30 geregelt. Auf diese Weise ist die Art der Befüllung des Abstandhalters einfach einstellbar, z.B. können Mengen, Dichte des eingebrachten Materials eingestellt werden. Weiterhin ist in Figur 6 eine Pumpe für das Trägermaterial sowie eine Förderschnecke für die Trocknungsmittel-Substanz erkennbar. Sodann weist die Vorrichtung eine Analyseeinrichtung 27 zum Messen der Adsorbtionskapazität des Trocknungsmittels auf. Diese ist über einen Bypass-Ausgang 28 mit dem Zufuhrkanal 20 verbunden. Auf diese Weise kann der Aktivitätsgrad des Trocknungsmittels beliebig oft überwacht werden, wodurch letzlich die Herstellung von Isolierglas konstant hoher Qualität gewährleistet ist.
In Figur 7 ist ein Zufuhrsystem für ein Trocknungsmittel gezeigt, das als Granulat vorliegt. Dieses Granulat ist im Vorratsbehälter 31 gelagert und gelang über eine Zuführleitung 20 zu einem (nicht dargestellten) Mittel zum Applizieren des Trocknungsmittel in den Abstandshalter. Dieses Trocknungsmittel wird üblicherweise als Schüttgut geliefert. Die eigentliche Trocknungsmittel-Substanz (z.B. Aluminiumsilikat) ist als Puder in Ton gebunden, der als Kugelschüttgut (oder Granulat) in der Grosse von z.B. 0,5 - 2 mm Schüttgutkugeln vorliegt. Solche Tonkugeln sind relativ druckbeständig und geben dem Abstandhalter- Profil die notwendige Querstabilität. Wie im System gemäss Figur 6 ist auch hier eine Dosiereinrichtung 29, eine Analyseeinrichtung 27 zum Messen der Adsorbtionskapazität des Granulats und
eine Förderschnecke vorgesehen. Statt Ton sind auch andere noch steifere Trägermaterialien denkbar!
