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Title:
METHOD FOR PRODUCING ISOCYANATES BY PHOSGENATING AMINES IN LIQUID PHASE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/064128
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method for producing isocyanates by reacting amines with phosgene in liquid phase, involving the following method steps: (a) mixing a liquid amine-containing reactant flow (1) and a liquid phosgene-containing reactant flow (2) so as to obtain a reactant mixture; (b) reacting the reactant mixture in a dwell time reactor (R) so as to obtain a reaction mixture (3); (c) reacting the reaction mixture (3) in a reaction column (K1) so as to obtain a head flow (4) and an bottom flow (5), which is fed to a phosgene/hydrogen chloride stripping column (K2); (d) separating by distillation phosgene and hydrogen chloride via the head flow (6) of the phosgene/hydrogen chloride stripping column (K2), a bottom flow (7) being obtained in the phosgene/hydrogen chloride stripping column (K2), containing the isocyanate and the solvent, from which in method step (e) the valuable product isocyanate is obtained by separating the solvent by distillation, and in method step (f) a hydrogen-chloride-containing vapour flow (13) and a bottom flow (14), which contains phosgene and solvent and which is recycled into method step (a), are obtained by thermally fractionating the vapours from the phosgene/hydrogen chloride stripping column (K2) in a separation column (K3) overhead, characterised in that the thermal fractionation in method step (f) is performed at a higher head pressure in the separation column (K3) relative to the head pressure in the phosgene/hydrogen chloride stripping column (K2).

Inventors:
MATTKE, Torsten (Reiboldstr. 14D, Freinsheim, 67251, DE)
HILLER, Markus (Maxburgstr. 25, Maxdorf, 67133, DE)
PALLASCH, Hans-Jürgen (Am Kleisinger 29, Kallstadt, 67169, DE)
Application Number:
EP2013/072112
Publication Date:
May 01, 2014
Filing Date:
October 23, 2013
Export Citation:
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Assignee:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
International Classes:
C07C263/10
Foreign References:
US20060252960A12006-11-09
EP1873142A12008-01-02
US20060123842A12006-06-15
Attorney, Agent or Firm:
REITSTÖTTER, KINZEBACH & PARTNER (Ludwigsplatz 4, Ludwigshafen, 67059, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen in flüssiger Phase, mit den folgenden Verfahrensstufen: a) Mischung eines flüssigen aminhaltigen Eduktstromes (1 ) und eines flüssigen phosgenhaltigen Eduktstromes (2) unter Erhalt eines Zuführstromes,

Umsetzung des Zuführstromes aus der Verfahrensstufe a) in einem Verweilzeitreaktor (R), unter Erhalt eines zweiphasigen, gasförmigen/flüssigen Reaktionsgemisches (3), das unmittelbar oder nach Abtrennung der gasförmigen Phase in einem nachgeschalteten Abscheider (A) einer Reaktionskolonne (K1 ) zugeführt wird,

Umsetzung des zweiphasigen, gasförmigen/flüssigen Reaktionsgemisches (3) oder nur der flüssigen Phase hiervon in der Reaktionskolonne (K1 ), unter Erhalt eines Kopfstromes (4) und eines Sumpfstromes (5), der einer Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) zugeführt wird, d) destillative Abtrennung von Phosgen und Chlorwasserstoff über den Kopfstrom (6) der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2), wobei in der Phosgen/- Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) ein Sumpfstrom (7) erhalten wird, enthaltend das Isocyanat und das Lösungsmittel, woraus in Verfahrensstufe e) durch destillative Abtrennung des Lösungsmittels das Wertprodukt Isocyanat gewonnen wird, und wobei in Verfahrensstufe durch thermische Auftrennung der Brüden aus der Phosgen/Chlorwasserstoff- Strippkolonne (K2) in einer Trennkolonne (K3) über Kopf ein Chlorwasserstoff enthaltender Brüdenstrom (13) und ein Sumpfstrom (14) erhalten werden, der Phosgen und Lösungsmittel enthält, und der in die Verfahrensstufe (a) recycliert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die thermische Auftrennung in Verfahrensstufe f) bei einem höheren Kopfdruck der Trennkolonne (K3) gegenüber dem Kopfdruck in der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der höhere Kopfdruck in der Trennkolonne (K3) gegenüber der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) realisiert wird, indem der Kopfstrom (6) aus der Phosgen/Chlorwasserstoff- Strippkolonne (K2), oder ein Brüdenstrom (10), der neben einem Kondensatstrom (1 1 ) durch Teilkondensation des Kopfstromes (6) aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) in einem zweiten Kondensator (W2) erhalten wird, vor der Zuführung desselben zur Trennkolonne (K3) in einem Ejektor (E) unter Erhalt eines Stromes (12) komprimiert wird, der in die Trennkolonne (K3) eingeleitet wird.

Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Treibstrom für den Ejektor (E) der Kopfstrom (4) aus der Reaktionskolonne (K1 ) oder die Gasphase des teilkondensierten Kopfstromes (4) aus der Reaktionskolonne, bevorzugt die Gasphase des teilkondensierten Kopfstromes(4) aus der Reaktionskolonne (K1 ) genutzt wird.

Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Treibstrom für den Ejektor (E) der Brüdenstrom (15) genutzt wird, der aus dem gasförmigen/flüssigen Reaktionsgemisch (3) aus dem Verweilzeitreaktor (R) im nachgeschalteten Abscheider (A) neben einem flüssigen Strom (16) erhalten wird, der der Reaktionskolonne (K1 ) zugeführt wird.

Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kondensatstrom (1 1 ), der durch Teilkondensation des Kopfstromes (6) aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) im zweiten Kondensator (W2) erhalten wird, in einem weiteren Ejektor (E) unter Erhalt eines Kondensatstromes komprimiert wird, der in die Trennkolonne (K3) eingeleitet wird, wobei der weitere Ejektor (E) als Treibstrom den Kondensatstrom (8) nutzt, der nach Teilkondensation des Kopfstromes (4) aus der Reaktionskolonne (K1 ) im ersten Kondensator (W1 ) neben dem Brüdenstrom (9) erhalten wird.

Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das gasförmige/- flüssige Reaktionsgemisch (3) aus dem Verweilzeitreaktor (R) oder der Brüdenstrom (15), der im nachgeschalteten Abscheider (A) erhalten wird, einer Gaswäsche mit einem Lösungsmittel zur Abtrennung von Isocyanat-Restspuren unterworfen wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopfdruck in der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) zwischen 1 und 4 bar Überdruck beträgt.

Description:
Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten durch Phosgenierung von Aminen in flüssiger Phase

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von aromatischen oder aliphatischen Isocyanaten durch Phosgenierung der entsprechenden Amine in flüssiger Phase.

Die Flüssigphasenphosgenierung von Aminen als klassische Route zur Herstellung von Isocyanaten ist vielfach beschrieben und wird im großtechnischen Maßstab durchgeführt (siehe z.B. Ullmanns Enzyklopädie der Technischen Chemie, Band 7 (Polyurethane), 3. neubearbeitete Auflage, Carl Hanser Verlag, München-Wien, S. 76 ff (1993).). Insbesondere die aromatischen Isocyanate TDI (Toluylendiisocyanat) und MDI (Methlyendiphenyldiisocyanat) sowie die aliphatischen Isocyanate Hexamethylendiisocyanat (HDI) und Isophorondiisocyanat (IPDI) werden großtechnisch global verteilt hergestellt.

Heutige großtechnische Synthesen der aromatischen Diisocyanate MDI und TDI sowie der aliphatischen Diisocyanate HDI und IPDI erfolgen fast ausschließlich in kontinuierlichen Verfahren.

Die Umsetzung der Edukte Amin und Phosgen erfolgt in der Regel mehrstufig. Ein derartiges mehrstufiges Verfahren mit sehr hoher chemischer Ausbeute, hoher Raum- Zeit-Ausbeute und niedrigem Phosgen-Holdup ist in der EP 1 575 904 beschrieben. Danach wird die Umsetzung zwischen einem organischen Amin und Phosgen drei- oder mehrstufig, in einem inerten Lösungsmittel, vorzugsweise Toluol, Chlorbenzol, Dichlorbenzol oder Mischungen der beiden letzteren, und mit einem Phosgenüberschuss durchgeführt, das dadurch gekennzeichnet ist, dass über jede der Stufen eine Reduzierung des Drucks erfolgt und die erste Phosgenierstufe einen statischen Mischer, bevorzugt eine Düse, umfasst, die zweite Stufe einen Verweilzeitapparat und die dritte Stufe in einer oder mehreren (Reaktions-)Kolonnen durchgeführt wird. Der Druck vor der Düse beträgt vorzugsweise 3 bis 70 bar. Der Verweilzeitreaktor der zweiten Stufe wird vorzugsweise bei einem Druck von 2,5 bis 35 bar betrieben. Hinter der Düse wird über eine Armatur oder eine andere dafür geeignete Einrichtung auf den Druck der zweiten Stufe entspannt. Es kann allerdings auch der natürliche Druckverlust der Düse oder der Verbindung von Düse und Verweilzeitreaktor zur Druckreduzierung verwendet werden. Der Reaktor der ersten Stufe, zumeist ein statischer Mischer, kann auch in den Reaktor der zweiten Stufe, einen Verweilzeitapparat, integriert werden. Der Reaktor der dritten Phosgenierstufe, eine Reaktionskolonne, wird vorzugsweise bei einem Druck von 2 bis 20 bar betrieben. Hinter dem Reaktor der zweiten Stufe wird über eine Armatur oder eine andere dafür geeignete Einrichtung auf den Druck des Reaktors der dritten Stufe entspannt. Gegebenenfalls ist auch ein natürlicher Druckverlust zur Druckreduzierung ausreichend.

Anschließend wird das verbleibende isocyanathaltige Produktgemisch einer weiteren Aufarbeitung (Lösungsmittelabtrennung, Reindestillation) zugeführt. Als Nebenprodukt anfallende HCl, überschüssiges Phosgen sowie Lösungsmittelreste werden aus den Reaktions- und Destillationsstufen als gasförmige Brüden abgezogen und einer thermischen Trennung, z.B. nach WO 2004056758, zugeführt.

Der Druck fällt begonnen mit Mischapparat, Verweilzeitreaktor, Reaktionskolonne, Phosgenstripper und HCI-Phosgen-T rennung stetig ab. Zur Vermeidung zu hoher und damit ausbeuteschädlicher Sumpftemperaturen im Phosgenstripper wird der Druck in dieser Kolonne möglichst klein gehalten (1 bis 4 bar). Über den Brüdenstrom ist die HCI-Phosgentrennung angekoppelt und muss entsprechend bei leicht geringerem Druck gefahren werden. Für die thermische Abtrennung von Phosgen aus dem HCI- Strom sind daher entsprechend tiefe Temperaturen erforderlich (-40 bis -20 °C). Die dafür erforderliche Kälteenergie führt jedoch zu hohen Investitions- und Betriebskosten.

Es war demgegenüber Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten durch Flüssigphasenphosgenierung der entsprechenden Amine zur Verfügung zu stellen, das in technisch einfacher Weise zu deutlichen Einsparungen an Investitions- und Betriebskosten führt.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen in flüssiger Phase, mit den folgenden Verfahrensstufen: a) Mischung eines flüssigen aminhaltigen Eduktstromes und eines flüssigen phosgenhaltigen Eduktstromes unter Erhalt eines Zuführstromes, b) Umsetzung des Zuführstromes aus der Verfahrensstufe a) in einem Verweilzeitreaktor, unter Erhalt eines zweiphasigen, gasförmigen/flüssigen Reaktionsgemisches, das unmittelbar oder nach Abtrennung der gasförmigen Phase in einem nachgeschalteten Abscheider einer Reaktionskolonne zugeführt wird, c) Umsetzung des zweiphasigen, gasförmigen/flüssigen Reaktionsgemisches oder nur der flüssigen Phase hiervon in der Reaktionskolonne, unter Erhalt eines Kopfstromes und eines Sumpfstromes, der einer Phosgen/Chlorwasserstoff- Strippkolonne zugeführt wird, d) destillative Abtrennung von Phosgen und Chlorwasserstoff über den Kopfstrom der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne, wobei in der Phosgen/Chlorwasserstoff- Strippkolonne ein Sumpfstrom erhalten wird, enthaltend das Isocyanat und das Lösungsmittel, woraus in Verfahrensstufe e) durch destillative Abtrennung des Lösungsmittels das Wertprodukt Isocyanat gewonnen wird, und wobei in Verfahrensstufe f) durch thermische Auftrennung der Brüden aus der Phosgen/Chlorwasserstoff- Strippkolonne in einer Trennkolonne über Kopf ein Chlorwasserstoff enthaltender

Brüdenstrom und ein Sumpfstrom erhalten werden, der Phosgen und Lösungsmittel enthält, und der in die Verfahrensstufe a) recycliert wird, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die thermische Auftrennung in Verfahrensstufe f) bei einem höheren Kopfdruck der Trennkolonne gegenüber dem Kopfdruck in der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne durchgeführt wird.

Es hat sich überraschend gezeigt, dass die Trennkolonne, in der Chlorwasserstoff über Kopf und Phosgen über den Sumpfstrom abgetrennt wird, bei höherem Druck und entsprechend höheren Temperaturen betrieben werden kann, mit entsprechenden Energieeinsparungen in der Kälteeinlage.

Ein weiterer Vorteil einer Chlorwasserstoff-Phosgen-Trennung bei höherem Druck ergibt sich, wenn der Chlorwasserstoff für eine weitere Verarbeitung, beispielsweise in einem Oxichlorierungsverfahren zur Herstellung von 1 ,2-Dichlorethan, komprimiert werden muss. In diesem Fall verringert sich die notwendige Verdichtung und somit die entsprechenden Investitions- und Betriebskosten für den Kompressor.

Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten wie in EP 157 5904 beschrieben. Jedoch wird der Trennkolonne zur Auftrennung von Chlorwasserstoff und Phosgen bei erhöhtem Druck gegenüber der vorgeschalteten Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne betrieben. Die Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne wird insbesondere bei einem Kopfdruck zwischen 1 und 4 bar Überdruck betrieben.

Zwischen der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne und der Trennkolonne ist bevorzugt keine Einrichtung zur aktiven Druckminderung vorgesehen.

Bevorzugt wird der höhere Kopfdruck in der Kolonne gegenüber der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne realisiert, indem der Kopfstrom aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne oder ein Brüdenstrom, der neben einem Kondensatstrom durch Teilkondensation des Kopfstromes aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Stripp- kolonne in einem Kondensator (W2) erhalten wird, vor der Zuführung desselben zur Trennkolonne in einem Ejektor (E) unter Erhalt eines Stromes komprimiert wird, der in die Trennkolonne (K3) eingeleitet wird.

Das Verfahren ist nicht beschränkt bezüglich der danach herstellbaren Isocyanate. Hierbei kann es sich bevorzugt um die aromatischen Isocyanate TDI (Toluylendiisocyanat) und MDI (Methlyendiphenyldiisocyanat) sowie die aliphatischen Isocyanate Hexamethylendiisocyanat (HDI) und Isophorondiisocyanat (IPDI) handeln.

Als Treibstrom für den Ejektor wird insbesondere der Kopfstrom aus der Reaktionskolonne (K1 ) oder die Gasphase des teilkondensierten Kopfstromes aus der Reaktionskolonne, bevorzugt die Gasphase des teilkondensierten Kopfstromes aus der Reaktionskolonne (K1 ) genutzt.

Insbesondere wird als Treibstrom für den Ejektor (E) der Brüdenstrom genutzt, der aus dem gasförmigen/flüssigen Reaktionsgemisch aus dem Verweilzeitreaktor (R) im nachgeschalteten Abscheider (A) neben einem flüssigen Strom erhalten wird, der der Reaktionskolonne (K1 ) zugeführt wird.

Weiter bevorzugt wird der Kondensatstrom, der durch Teilkondensation des Kopfstromes aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne (K2) im Kondensator erhalten wird, in einem weiteren Ejektor unter Erhalt eines Kondensatstromes komprimiert, der in die Trennkolonne eingeleitet wird, wobei der Ejektor als Treibstrom den Kondensatstrom nutzt, der nach Teilkondensation des Kopfstromes aus der Reaktionskolonne im Kondensator neben dem Brüdenstrom erhalten wird. Der Kondensatstrom aus der Teilkondensation des Kopfstroms aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne kann jedoch mittels einer Pumpe in die auf höherem Kopfdruck arbeitende Trennkolonne gefördert werden. In einer weiteren Ausführungsvariante wird der höhere Kopfdruck in der Trennkolonne gegenüber der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne realisiert indem der Kopfstrom aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne oder ein Brüdenstrom, der neben einem Kondensatstrom durch Teilkondensation des Kopfstromes aus der Phosgen/- Chlorwasserstoff-Strippkolonne in einem Kondensator erhalten wird, vor der Zuführung desselben zur Trennkolonne in einem Ejektor unter Erhalt eines Stromes komprimiert wird, der in die Trennkolonne eingeleitet wird, wobei der Ejektor als Treibstrom den Brüdenstrom nutzt, der aus dem Reaktionsgemisch des Verweilzeitreaktors oder eines nachgeschalteten Abscheiders abgezogen wird. Dem Gasabzug aus dem Verweilzeitreaktor oder einem gegebenenfalls nachgeschalteten Abscheider kann bevorzugt eine Gaswäsche mit Lösungsmittel zur Abtrennung von Isocyanat-Restspuren nachgeschaltet sein.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer Zeichnung sowie von Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Die Zeichnungen zeigen im Einzelnen:

Figur 1 eine schematische Darstellung einer Anlage zur Herstellung von Isocyanaten durch Flüssigphasenphosgenierung von Aminen nach dem Stand der Technik,

Figur 2 eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens und Figur 3 eine schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.

In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen jeweils gleiche oder entsprechende Merkmale.

Die in Figur 1 dargestellte Anlage zur Durchführung einer Flüssigphasenphosgenierung nach dem Stand der Technik umfasst einen Verweilzeitreaktor R, dem ein aminhaltiger Strom 1 und ein phosgenhaltiger Strom 2 zugeführt wird. Das Reaktionsgemisch 3 aus dem Verweilzeitreaktor R wird einer Reaktionskolonne K1 zugeführt und darin in einen Kopfstrom 4 und einen Sumpfstrom 5 aufgetrennt. Der Kopfstrom 4 wird in einem ersten Kondensator W1 in einen Brüdenstrom 8 und einen Kondensatstrom 9 aufgetrennt, die jeweils einer Trennkolonne K3 zugeführt werden. Der Sumpfstrom 5 aus der Reaktionskolonne K1 wird einer Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 zugeführt, und darin in einen Strom 6 aufgetrennt, der in einem zweiten Kondensator W2 in einen Brüdenstrom 10 und einen Kondensatstrom 1 1 aufgetrennt wird, die jeweils der Trennkolonne K3 zugeführt werden, sowie in einen Sumpfstrom 7, enthaltend das Isocyanat und Lösungsmittel, woraus durch destillative Abtrennung des Lösungsmittels in einer in der Figur nicht dargestellten Einrichtung das Isocyanat gewonnen wird. In der Trennkolonne K3 wird ein Kopfstrom 13 abgezogen, der in einem dritten Kondensator W3 teilweise kondensiert wird, sowie ein Sumpfstrom 14, der in das Verfahren recycliert wird.

Das in Figur 2 dargestellte Schema einer bevorzugten erfindungsgemäßen Anlage umfasst gegenüber der in Figur 1 dargestellten Anlage nach dem Stand der Technik einen Ejektor E, worin der Brüdenstrom 10, der aus dem Kopfstrom 6 der Phosgen/- Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 im zweiten Kondensator W2 gewonnen wird, mittels des Brüdenstromes 9, der durch Teilkondensation des Kopfstromes 4 aus der Reaktionskolonne K1 im ersten Kondensator W1 gewonnen wird, komprimiert wird, unter Erhalt eines Stromes 12, der der Trennkolonne K3 zugeführt wird. In der In Figur 2 dargestellten bevorzugten Ausführungsvariante wird der Kondensatstrom 1 1 , der durch Teilkondensation des Kopfstromes 6 aus der Phosgen/Chlorwasserstoff- Strippkolonne K2 im Kondensator zweiten W2 gewonnen wird, mittels einer Pumpe P der Trennkolonne K3 zugeführt.

Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren bevorzugten Ausführungsform einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wonach gegenüber der in Figur 2 dargestellten Ausführungsvariante der Ejektor E mit einem gasförmigen Treibstrom 15 betrieben wird, der aus dem Reaktionsgemisch 3 aus dem Verweilzeitreaktor R in einem Abscheider A neben einem flüssigen Strom 16 gewonnen wird, der der Reaktionskolonne K1 zugeführt wird. Gegenüber der in Figur 2 dargestellten Anlage wird der Kopfstrom 9 aus dem ersten Kondensator W1 nicht als Treibstrom dem Ejektor E zugeführt, sondern in die Trennkolonne K3 eingeleitet. Vergleichsbeispiel

In einer entsprechend der in Figur 1 dargestellten Anlage zur Herstellung von Toluylendiisocyanat werden ein aminhaltiger Strom 1 und ein phosgenhaltiger Strom 2 in einem Verweilzeitreaktor R bei ca. 20 bar gemischt und das Amin reagiert im Verweilzeitreaktor R zum entsprechenden Isocyanat unter Bildung von HCl ab. In der anschließenden Reaktionskolonne K1 werden bei 5,5 bar gegebenenfalls gebildete Zwischenprodukte (Carbamoylchloride) thermisch in das Isocyanat und HCl gespalten. Über den Kopfstrom 4 der Reaktionskolonne K1 werden HCl und überschüssiges Phosgen abgezogen. Der Sumpfstrom 5 aus der Reaktionskolonne K1 wird einer Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 zugeführt, in der bei 2,5 bar Restspuren an HCl und Phosgen sowie Teile des Lösungsmittels abgezogen werden. Der Sumpfstrom 7 der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 ist weitestgehend Phosgen- und HCI-frei. Die Kopfströme beider Kolonnen K1 und K2, Strom 4 und Strom 6, die im Wesentlichen HCl, Phosgen und Lösungsmittel enthalten, erden jeweils in nachgeschalteten Kondensatoren, W1 und W2, bei -5 °C teilkondensiert. Anschließend werden die Kondensatströme 9 und 1 1 , und die Restbrüden, Ströme 8 und 10, einer weiteren Trennkolonne K3 zur Trennung von HCl und Phosgen bei 2,45 bar zugeführt. Hierzu muss am Kopf der Trennkolonne K3 im Kondensator W3 eine Kondensatortemperatur von -25 °C realisiert werden.

Ausführungsbeispiel 1 (erfindungsgemäß)

In der in Figur 2 dargestellten Anlage werden in einer Treibstrahldüse E (Ejektor) die Restbrüden 10 aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 mittels der Restbrüden 8 aus der Reaktionskolonne K1 auf einen Druck von 4 bar verdichtet und der Trennkolonne K3 zugeführt. Diese kann dadurch bei 4 bar anstatt bei 2,45 bar wie im Vergleichsbeispiel betrieben werden. Das Kondensat aus der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 wird mittels einer Pumpe P ebenfalls auf 4 bar gebracht. Durch den erhöhten Kolonnendruck steigt die Kondensationstemperatur für den Brüdenstrom 13 der Trennkolonne K3 auf -5 °C. Die im Vergleichsbeispiel erforderliche Tieftemperaturkondensation bei -25 °C entfällt in diesem Fall, und wird durch Kälte auf höherem und damit preiswerterem Niveau ersetzt. Ausführungsbeispiel 2 (erfindungsgemäß)

In der in Figur 3 dargestellten Anlage wird die im Verweilzeitreaktor R gebildete, hochgespannte Gasphase zur Verdichtung der Restbrüden der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 genutzt. Hierzu muss vor der Entspannung des Reaktionsgemisches 3 in die Reaktionskolonne K1 ein Abscheider A vorgesehen werden, in dem Gas- und Flüssigphase getrennt werden. Durch die hochgespannte Gasphase, Strom 15, können die Restbrüden der Phosgen/Chlorwasserstoff-Strippkolonne K2 auf 5,5 bar verdichtet werden. Entsprechend steigt die Kondensationstemperatur für den Brüdenstrom 13 aus der Trennkolonne K 3 auf ca. 5 °C an. Der Kopfdruck in der Trennkolonne K3 beträgt 5,5 bar.

Bei den Druckangaben in den Beispielen handelt es sich um Absolutdrücke.