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Title:
METHOD FOR PRODUCING ISOCYANATES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/055904
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing isocyanates by reacting amines with phosgene in the gas phase in at least one reaction zone, the reaction mixture being guided to at least one zone in which at least one liquid is injected to terminate the reaction. The invention is characterized by guiding the reaction mixture through a continuous quenching liquid curtain which completely fills the cross-section of the quenching zone.

Inventors:
DAISS, Andreas (Im Oberen Grain 5, Deidesheim, 67146, DE)
WÖLFERT, Andreas (Kärlegartenstr. 12, Bad Rappenau, 74906, DE)
KNÖSCHE, Carsten (Am Gutenbrunnen 25, Niederkirchen, 67150, DE)
STROEFER, Eckhard (Karl-Kuntz-Weg 9, Mannheim, 68163, DE)
Application Number:
EP2007/061941
Publication Date:
May 15, 2008
Filing Date:
November 06, 2007
Export Citation:
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Assignee:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
DAISS, Andreas (Im Oberen Grain 5, Deidesheim, 67146, DE)
WÖLFERT, Andreas (Kärlegartenstr. 12, Bad Rappenau, 74906, DE)
KNÖSCHE, Carsten (Am Gutenbrunnen 25, Niederkirchen, 67150, DE)
STROEFER, Eckhard (Karl-Kuntz-Weg 9, Mannheim, 68163, DE)
International Classes:
C07C263/10; C07C265/14
Attorney, Agent or Firm:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten durch Umsetzung von Aminen mit

Phosgen in der Gasphase in mindestens einer Reaktionszone, wobei das Reak- tionsgemisch zum Abbruch der Reaktion durch mindestens eine Zone geführt wird, in der mindestens eine Flüssigkeit eingedüst wird, dadurch gekennzeichnet, daß man das Reaktionsgemisch durch einen geschlossenen Vorhang aus Quenchflüssigkeit führt, der den Querschnitt der Quenchzone vollständig ausfüllt.

2. Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen in der Gasphase in mindestens einer Reaktionszone, wobei man das Reaktionsgemisch zum Abbruch der Reaktion durch mindestens eine Zone (Quenchzone) führt, in die man mindestens eine Flüssigkeit (Quenchflüssigkeit) eindüst, dadurch gekennzeichnet, daß die Quenchzone zylinder- oder konusför- mig geformt ist und man die Quenchflüssigkeit so eindüst, daß das Sprühbild der

Quenchflüssigkeit einen abgeschlossenen Raum mit der Wandung der Quenchzone bildet und man das Reaktionsgemisch in diesen Raum führt.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Quenchflüs- sigkeit koaxial eindüst.

4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das Reaktionsgemisch in einem Winkel ß (beta) von 45° bis 90° zur Sprühdüsenachse in die Quenchzone einbringt.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man das man das Reaktionsgemisch tangential in die Quenchzone einbringt.

6. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Quenchzeit 0,001 bis 0,2 Sekunden beträgt.

7. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die relativen Standardabweichung der Quenchzeit weniger als 1 beträgt.

8. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Strömung des Reaktionsgemischs am Eintritt in die Quenchzone eine Geschwindigkeit von 0,05 bis 1 ,0 Mach aufweist.

9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömung des Reaktionsgemischs am Eintritt in die Quenchzone eine Geschwindigkeit von mindestens 1 ,0 bis 5,0 Mach aufweist.

10. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Strömungsquerschnitt des engsten Strömungsquerschnittes zwischen Reaktionszone und Quenchzone 10 / 1 bis 1 / 10 beträgt.

1 1. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Strömungsquerschnitt in der Quenchzone zu freiem Strömungsquerschnitt in der Reaktionszone 25 / 1 bis 1 / 2 beträgt.

12. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Reaktionsgemisch mit einer Temperatur von 150 bis 600 0 C in die

Quenchzone eintritt.

13. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitströpfchen des Quenchmediums einen Sauter-Durchmesser D32 von 5 bis 5000 μm aufweisen.

14. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitströpfchen des Quenchmediums die Düse mit einer Geschwindigkeit von mindestens 15 m/s verlassen.

15. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Anzahl der Zerstäubungseinrichtungen zur Anzahl der Reaktionsgemischeintritte in die Quenchzone 10 / 1 bis 1 / 10 beträgt.

Description:

Verfahren zur Herstellung von lsocyanaten

Beschreibung

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von lsocyanaten in der Gasphase.

Polyisocyanate werden in großen Mengen hergestellt und dienen hauptsächlich als Ausgangsstoffe zur Herstellung von Polyurethanen. Ihre Herstellung erfolgt zumeist durch Umsetzung der entsprechenden Amine mit Phosgen.

Eine Möglichkeit der Herstellung von lsocyanaten ist die Umsetzung in der Gasphase. Die Vorteile dieser Verfahrensführung liegt in einem verringerten Phosgen-Hold-Up, in der Vermeidung schwer phosgenierbarer Zwischenprodukte und erhöhten Reaktions- ausbeuten. Neben einer effektiven Vermischung der Eduktströme stellen die Realisierung eines engen Verweilzeitspektrums und die Einhaltung eines engen Verweilzeitfensters wichtige Voraussetzungen für die technische Durchführbarkeit eines derartigen Prozesses dar. Diese Anforderungen können beispielsweise durch den Einsatz von turbulent betriebenen Rohrreaktoren oder durch Strömungsrohre mit Einbauten befriedigt werden.

Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von lsocyanaten durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen in der Gasphase bekannt. EP-A-593 334 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von aromatischen Diisocyanaten in der Gasphase, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung des Diamins mit Phosgen in einem Rohrreaktor ohne bewegte Teile und mit einer Verengung der Wände entlang der Längsachse des Rohrreaktors stattfindet. Das Verfahren ist jedoch problematisch, da die Vermischung der Eduktströme allein über eine Verengung der Rohrwand schlecht im Vergleich zur Anwendung eines aktiven Mischorgans funktioniert. Eine schlechte Vermischung führt üblicherweise zu einer hohen unerwünschten Feststoffbildung.

EP-A-699 657 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von aromatischen Diisocyanaten in der Gasphase, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung des zugehörigen Diamins mit dem Phosgen in einem zweizonigen Reaktor stattfindet, wobei die erste Zone, die 20 % bis 80 % des Gesamtreaktorvolumens ausmacht, ideal vermischt ist und die zweite Zone, die 80 % bis 20 % des Gesamtreaktorvolumens ausmacht, durch eine Kolbenströmung charakterisiert werden kann. Weil jedoch mindestens 20 % des Reaktionsvolumens ideal rückvermischt sind, resultiert eine ungleichmäßige Verweil- zeitverteilung, die zu einer unerwünscht erhöhten Feststoffbildung führen kann.

EP-A-289 840 beschreibt die Herstellung von Diisocyanaten durch Gasphasenphosge- nierung, wobei die Herstellung erfindungsgemäß in einer turbulenten Strömung bei

Temperaturen zwischen 200 0 C und 600 0 C in einem zylindrischen Raum ohne bewegte Teile stattfindet. Durch den Verzicht auf bewegte Teile wird die Gefahr eines Phosgenaustrittes reduziert. Durch die turbulente Strömung im zylindrischen Raum (Rohr) wird, wenn man von Fluidelementen in Wandnähe absieht, eine gute Strömungsgleich- Verteilung im Rohr und damit eine enge Verweilzeitverteilung erreicht, die, wie in EP-A- 570 799 beschrieben, zu einer Verringerung der Feststoffbildung führen kann.

EP-A-570 799 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von aromatischen Diisocyanaten in der Gasphase, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung des zugehörigen Dia- mins mit dem Phosgen in einem Rohrreaktor oberhalb der Siedetemperatur des Dia- mins innerhalb einer mittleren Kontaktzeit von 0,5 bis 5 Sekunden durchgeführt wird. Wie in der Schrift beschrieben ist, führen zu lange als auch zu kurze Reaktionszeiten zu einer unerwünschten Feststoffbildung. Es wird daher ein Verfahren offenbart, bei dem die mittlere Abweichung von der mittleren Kontaktzeit weniger als 6 % beträgt. Die Einhaltung dieser Kontaktzeit wird dadurch erreicht, dass die Reaktion in einer Rohrströmung durchgeführt wird, die entweder durch eine Reynolds-Zahl von oberhalb 4.000 oder eine Bodenstein-Zahl von oberhalb 100 charakterisiert wird.

EP-A-749 958 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Triisocyanaten durch Gasphasenphosgenierung von (cyclo)aliphatischen Triaminen mit drei primären Ami- nogruppen, dadurch gekennzeichnet, dass man das Triamin und das Phosgen kontinuierlich in einem auf 200 0 C bis 600 0 C erhitzten, zylindrischen Reaktionsraum mit einer Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 3 m/s miteinander zur Reaktion bringt.

Im explizit offenbarten Beispiel wird das Reaktionsgemisch durch ein Lösungsmittel hindurch geleitet, was nur eine unspezifische Trennung der Reaktionsprodukte zuläßt und zu einer breiten Quenchzeitverteilung führt.

EP-A-928 785 beschreibt die Verwendung von Mikrostrukturmischern zur Phosgenie- rung von Aminen in der Gasphase. Nachteilig bei der Verwendung von Mikromischern ist, dass bereits kleinste Feststoffmengen, deren Entstehung bei der Synthese des Isocyanats nicht vollständig auszuschliessen ist, zum Verstopfen des Mischers führen können, was die zeitliche Verfügbarkeit der Phosgenierungsanlage herabsetzt.

In allen Fällen ist es jedoch notwendig, nach Erreichen einer optimalen Reaktionszeit die Reaktion effektiv abzubrechen, um die Bildung von Feststoffen durch Folgereaktionen des Isocyanats zu verhindern.

EP 1403248 A1 beschreibt das rasche Abkühlen eines Reaktionsgemisches, aus Iso- cyanat, Phosgen und Chlorwasserstoff, in einer zylinderförmigen Quenchzone. Die Quenchzone besteht dabei aus mindestens 2 Düsenkopfen, die ihrerseits eine oder mehrere Einzeldüsen enthalten. Die Düsen sind dabei am äußeren Umfang verteilt. In

der Quenchzone wird das Reaktionsgas mit den versprühten Flüssigkeitströpfchen vermischt. Durch die Verdampfung der Flüssigkeit wird die Temperatur des Gasgemisches schnell abgesenkt, so dass der Verlust des Isocyanatwertprodukts infolge hoher Temperaturen vermindert wird. Ferner wird durch die Düsenanordnung ein frühzeitiger Kontakt des heißen Reaktionsgases mit den Quenchzonenwandungen unterdrückt, so dass die Bildung von Belägen an den Oberflächen reduziert wird.

Bei der in der Figur offenbarten Ausführungsform zeigt sich jedoch, daß unter der Berücksichtigung des Mitrisses der Quenchflüssigkeit durch das einströmende Reakti- onsgemisch insbesondere an der Wandung des Quenchraums Kanäle offenbleiben, durch die Reaktionsgemisch ohne innigen Kontakt mit dem Quenchmedium geleitet werden. Dies führt zu einem Anteil ungequenchtem Reaktionsgemisch und somit zu einer Verbreiterung des Quenchzeitverteilung.

Nachteilig bei dem beschriebenen Verfahren sind die Quenchzeiten von 0,2 bis 3,0 s, die zu einem deutlichen vermeidbaren Verlust an Isocyanat führen.

Die internationale Patentanmeldung WO 2005/123665 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten mit einer Verengung zwischen Reaktionszone und Quench. Das dort explizit offenbarte Beispiel mit bestimmtem Sauter-Durchmesser und bestimmter Geschwindigkeit der Eindüsung läßt Quenchzeiten von 0,01 Sekunden zu.

Mit den dort offenbarten Maßnahmen kann jedoch noch keine optimale Wirkung im Quench erzielt werden.

Aufgabe der Erfindung war es, ein Verfahren zur Herstellung von Isocyanaten in der Gasphase zu entwickeln, bei dem nach Erreichen der optimalen Verweilzeit die Reaktion innerhalb ausreichend kurzer Zeiten gestoppt wird und eine einfache Abtrennung des Isocyanats von den übrigen Bestandteilen des Reaktionsgemisches erreicht wer- den kann.

Die Aufgabe konnte dadurch gelöst werden, dass die Umsetzung in einer Reaktionszone zu einem Umsatz von mindestens 98% durchgeführt wird und das Reaktionsgemisch zum Abbruch der Reaktion durch eine Zone geführt wird, in der eine Flüssigkeit eingedüst wird. Im folgenden wird diese Zone als Quenchzone bezeichnet. Dabei befindet sich zwischen der Reaktionszone und der Zone, in der der Reaktionsabbruch herbeigeführt wird, ein Bereich der einen gegenüber Quench- und Reaktionszone veränderten Querschnitt besitzen kann. Die Querschnittsfläche dieses Bereiches kann dabei kleiner oder größer als die Querschnittsfläche der Reaktionszone sein. Erfin- dungsgemäß wird das gasförmige Reaktionsgemisch durch einen Vorhang aus

Quenchflüssigkeit geführt, der die gesamte Querschnittsfläche der Quenchzone ausfüllt.

Als Reaktionszone können Rohrreaktoren, Strömungsrohre mit oder ohne Einbauten oder Plattenreaktoren eingesetzt werden.

Die Umsetzung des Amins mit dem Phosgen in der Gasphase kann unter den bekannten Bedingungen erfolgen.

Die Vermischung der Reaktionskomponenten Amin und Phosgen kann vor oder im Reaktor erfolgen. So ist es möglich, dem Reaktor eine Mischeinheit, beispielsweise eine Düse, vorzuschalten, wodurch bereits ein gemischter Gasstrom, enthaltend Phosgen und Amin, in den Reaktor gelangt.

In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zunächst der Phosgenstrom mittels eines Verteilelements auf die gesamte Breite des Reaktors mög- liehst homogen verteilt. Die Zufuhr des Aminstroms erfolgt am Anfang des Reaktors, hier ist ein Verteilerkanal mit Löchern oder Mischdüsen im Reaktionskanal eingebracht, wobei dieser Verteilerkanal bevorzugt über die gesamte Breite des Reaktors reicht. Aus den Löchern oder Mischdüsen wird das Amin, das gegebenenfalls mit einem I- nertmedium vermischt ist, dem Phosgenstrom zugeführt.

Bei dem Inertmedium handelt es sich um ein Medium, das bei der Reaktionstemperatur gasförmig vorliegt und nicht mit den Edukten reagiert. Beispielsweise können Stickstoff, Edelgase wie Helium oder Argon oder Aromaten wie Chlorbenzol, Dichlorbenzol oder XyIoI verwendet werden. Bevorzugt wird Stickstoff als Inertmedium verwendet.

Für das erfindungsgemäße Verfahren können primäre Amine, bevorzugt Diamine oder Triamine und besonders bevorzugt Diamine verwendet werden, die bevorzugt ohne Zersetzung in die Gasphase überführt werden können. Besonders geeignet sind hier Amine, insbesondere Diamine, auf Basis von aliphatischen oder cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffen mit 1 bis 15 Kohlenstoffatomen. Beispiele hierfür sind 1 ,6- Diaminohexan, 1-Amino-3,3,5-trimethyl-5-aminomethylcyclohexan (IPDA), 4,4'- Diaminodicyclohexylmethan, 1 ,3- oder 1 ,4-(isocyananatomethyl)cylohexan (BIC) sowie 3 (bzw. 4), 8 (bzw. 9)-Bis(aminomethyl)-tricyclo[5.2.1.0 26 ]decan- Isomerengemische. Bevorzugt verwendet wird 1 ,6-Diaminohexan (HDA).

Für das erfindungsgemäße Verfahren können auch aromatische Amine verwendet werden, die bevorzugt ohne Zersetzung in die Gasphase überführt werden können. Beispiele für bevorzugte aromatische Amine sind Toluylendiamin (TDA), vorzugsweise 2,4- oder 2,6-lsomere oder Gemische davon, Diaminobenzol, Napthyldiamin (NDA) und 2,4'- oder 4,4'-Methylen(diphenylamin) (MDA) oder Isomerengemische davon.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist es vorteilhaft, Phosgen im überschuss zu den Aminogruppen einzusetzen. üblicherweise liegt ein molares Verhältnis von Phosgen zu Aminogruppen von 1 ,1 :1 bis 20 : 1 , bevorzugt von 1 ,2 :1 bis 5 :1 vor.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es vorteilhaft sein, die Ströme der Reaktanten vor dem Vermischen vorzuwärmen, üblicherweise auf Temperaturen von 100 bis 600 0 C, bevorzugt von 200 bis 500 0 C. Die Umsetzung im Reaktionskanal findet üblicherweise bei einer Temperatur von 150 bis 600 0 C, bevorzugt von 250 bis 500 0 C statt. Das erfindungsgemäße Verfahren wird bevorzugt kontinuierlich durchgeführt.

Die Umsetzung von Phosgen mit Amin im Reaktionsraum erfolgt bei Absolutdrücken von mehr als 0,1 bar bis weniger als 20 bar, bevorzugt zwischen 0,5 bar und 15 bar und besonders bevorzugt zwischen 0,7 und 10 bar. Im Fall der Umsetzung von (cyc- lo)aliphatischen Aminen beträgt der Absolutdruck ganz besonders bevorzugt zwischen 0,7 bar und 5 bar, insbesondere von 0,8 bis 3 bar, speziell 1 bis 2 bar und ganz speziell von 1 ,1 bis 1 ,5 bar.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Abmessungen des Reaktors und die Strömungsgeschwindigkeiten so bemessen, dass eine turbulente Strömung, d.h. eine Strömung mit einer Reynolds-Zahl von mindestens 2300, bevorzugt mindestens 2700, besonders bevorzugt mindestens 10000 vorliegt, wobei die Reynolds-Zahl mit dem hydraulischen Durchmesser des Reaktors gebildet wird. Die Reynoldszahl legt hierbei das Strömungsregime und damit die Verweilzeitverteilung im Reaktionsrohr fest (H. Schlichting: Grenzschichttheorie, Verlag G. Braun, 1982; M. Baerns: Chemische Reaktionstechnik, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1992). Bevorzugt durchlaufen die gasförmigen Reaktionspartner den Reaktor mit einer Strömungsgeschwindigkeit von 2 bis 220 Meter/Sekunde, bevorzugt 20 bis 150 Meter/Sekunde, besonders bevorzugt von 30 bis 100 Meter/Sekunde.

Im allgemeinen beträgt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die mittlere Kontaktzeit 0,05 bis 5 Sekunden, bevorzugt von 0,06 bis 1 , besonders bevorzugt 0,1 bis 0,45 Sekunden. Unter mittlerer Kontaktzeit wird die Zeitspanne von Beginn der Vermischung der Edukte bis zum Abbruch der Reaktion durch den Quench verstanden. In einer be- vorzugten Ausführungsform ist die Strömung im erfindungsgemäßen Verfahren durch eine Bodenstein-Zahl von mehr als 10, bevorzugt mehr als 100 und besonders bevorzugt von mehr als 500 charakterisiert. Die Bodensteinzahl ist dabei ein Maß für den Rückvermischungsgrad des Strömungsapparates. Mit steigender Bodensteinzahl nimmt die Rückvermischung ab (M. Baerns: Chemische Reaktionstechnik, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1992)

Wie oben ausgeführt, wird am Ende des Reaktors, der ein turbulent betriebener Rohrreaktor, ein Strömungsrohr mit Einbauten oder ein Plattenreaktor sein kann, eine Quenchzone angeordnet.

Als Reaktionsraum wird das Volumen beschrieben, in dem mindestens 98% des Umsatzes, d.h. der Verbrauch des eingesetzten Amins, stattfindet, bevorzugt mindestens 99%, besonders bevorzugt 99,5%, ganz besonders bevorzugt 99,7%, insbesondere 99,9% und speziell 99,99%.

Gegenstand der Erfindung ist demzufolge ein Verfahren zur Herstellung von Isocyana- ten durch Umsetzung von Aminen mit Phosgen in der Gasphase in mindestens einer Reaktionszone, wobei das Reaktionsgemisch zum Abbruch der Reaktion durch mindestens eine Zone geführt wird, in der mindestens eine Flüssigkeit eingedüst wird, in dem das Reaktionsgemisch durch einen geschlossenen Vorhang aus Quenchflüssig- keit geführt wird, der den Querschnitt der Quenchzone vollständig ausfüllt.

Die Veränderung des Strömungsquerschnitts zwischen Reaktions- und Quenchzone wird dabei in Abhängigkeit von den übrigen verfahrenstechnischen Parametern und der absoluten Größe des Apparates festgelegt. So kann es bei kleinen Apparatedimensio- nen und/oder bei stark ablagerungsbildenden Isocyanaten beispielweise günstig sein, eine Erweiterung des Querschnittes zwischen Reaktions- und Quenchzone vorzusehen um eine Verstopfung des Querschnitts des zu vermeiden. Im Falle einer Querschnittserweiterung ist darauf zu achten, dass die Strömung ablösungsfrei erfolgt, weil ansonsten ebenfalls mit der Bildung von Ablagerung zu rechnen ist. Die zum Erreichen einer ablösungsfreien Strömung erforderlichen Maßnahmen, insbesondere die dazu erforderlichen Winkel an übergängen innerhalb von oder zwischen den Bauteilen sind dem Fachmann an sich bekannt.

Im Falle ausreichend großer Apparatedimensionen oder lediglich gering ablagerungs- bildenden Isocyanaten dagegen ist ein gleichbleibender oder bevorzugt sich verengender Strömungsquerschnitt zwischen Reaktionszone und Quenchzone zu bevorzugen.

Dabei sind stark ablagerungsbildende Isocyanate besonders Monoisocyanate und (cyclo)aliphatische Isocyanate, insbesondere 1 ,6-Hexamethylendiisocyanat.

Hingegen sind wenig ablagerungsbildende Isocyanate beispielsweise aromatische Isocyanate und insbesondere Toluylendiisocyanat.

Als allgemeine Regel steigt die Neigung von Isocyanaten zur Ablagerungsbildung mit steigender Funktionalität, steigender Reaktivität und/oder steigendem Molgewicht.

Eine Verengung des Strömungsquerschnittes ist dabei bevorzugt so zu wählen, dass das Reaktionsgas beim Verlassen der Verengung einerseits merklich abgekühlt ist und andererseits eine ausreichend hohe Strömungsgeschwindigkeit besitzt, die eine effektive Sekundärzerstäubung der Quenchflüssigkeit bewirkt. Unter Sekundärzerstäubung ist dabei zu verstehen, dass z. B. mit Hilfe von Zerstäuberdüsen erzeugte Flüssigkeitströpfchen durch Kräfte in der Gasströmung, insbesondere die aerodynamische Kräfte, weiter zerteilt werden, so daß eine größere Wärme- und Stoffübergangsfläche entsteht.

Beide Anforderungen können durch Einstellung der Geschwindigkeiten der Strömung des Reaktionsgemisches je nach Randbedingungen der Querschnitte erreicht werden:

Bei einer Erweiterung des Strömungsquerschnittes im Verlauf der Strömung des Reaktionsgemisches kann die Machzahl der Strömung des Reaktionsgemischs am Eintritt in die Quenchzone im allgemeinen 0,05 bis weniger als 1 ,0, bevorzugt 0,1 bis weniger als 1 ,0, besonders bevorzugt 0,2 bis weniger als 1 ,0, und ganz besonders bevorzugt 0,3 bis weniger als 1 ,0 betragen.

Bei einer Verengung des Strömungsquerschnittes im Verlauf der Strömung des Reaktionsgemisches kann die Machzahl hinter der Querschnittsverengung zusätzlich auch mindestens 1 ,0 betragen, beispielsweise bis zu 5,0, bevorzugt bis zu 3,5, besonders bevorzugt bis zu 2,5 und ganz besonders bevorzugt bis zu 1 ,5. Denkbar ist eine adiabatische Nachexpansion des Reaktionsgemisches nach Verlassen der Reaktionszone und vor dem Zusammentreffen mit der Quenchflüssigkeit. Dies hat zur Folge, daß das bereits vorgekühlte Reaktionsgemisch kurz vor dem Zusammentreffen mit dem Quenchmedium einem Verdichtungsstoß unterliegt, dessen Temperaturanstieg durch den Quenchvorgang aufgefangen wird.

Unter der Machzahl versteht man hierbei die lokale Strömungsgeschwindigkeit bezogen auf die lokale Schallgeschwindigkeit des Reaktionsgemisches. Aus der Anforde- rung an die Machzahl ergibt sich aufgrund der Massenbilanz bei vorgegebenem Massenstrom, Druck und Temperatur direkt die Größe des Eintrittsquerschnittes in die Quenchzone.

Das Verhältnis der jeweils engsten Strömungsquerschnitte in Reaktionszone und Quenchzone beträgt im Falle ausreichend großer Apparatedimensionen oder bei Iso- cyanaten, die eine geringe Neigung zur Bildung von Ablagerungen zeigen, 1 / 1 bis 10 / 1 , bevorzugt 1 ,2 / 1 bis 10 / 1 , besonders bevorzugt 2 / 1 bis 10 / 1 und ganz besonders bevorzugt 3 / 1 bis 10 / 1. Im Fall kleiner verstopfungsanfälliger Apparatedimensionen oder stark ablagerungsbildenden Isocyanaten ist eine Erweiterung des Strö- mungsquerschnittes zwischen Reaktions- und Quenchzone von 1 / 1 bis 1 / 10, bevorzugt 1 / 1 ,2 bis 1 / 10, besonders bevorzugt 1 / 2 bis 1 / 10 und besonders bevorzugt 1

/ 3 bis 1 / 10 bezogen auf die Strömungsquerschnittfläche des Reaktionsrohres vorteilhaft.

Mit den verstopfungsanfälligen Dimensionen sind die jeweils durch die kleinsten auftre- tenden Durchmesser oder Spaltmaße gemeint, in denen sich Ablagerungen bilden können.

Der übergang zwischen Reaktions- und Quenchzone wird dabei bevorzugt in Form eines Konus gestaltet. Denkbar sind aber auch Kegel mit einem ovalen oder ellipsen- förmigen Querschnitt oder konkav oder konvex geformte übergänge, also beispielsweise Halbkugelräume.

In der Quenchzone wird das Reaktionsgemisch, das im wesentlichen aus den Isocya- naten, Phosgen und Chlorwasserstoff besteht, intensiv mit der eingedüsten Flüssigkeit vermischt.

Die Vermischung von Reaktionsgemisch und Flüssigkeit muss dabei erfindungsgemäß so erfolgen, dass das Reaktionsgemisch nicht teilweise im Bypass an der Quenchflüs- sigkeit vorbeiströmt. Dadurch wird gewährleistet, dass das gesamte Reaktionsgemisch innerhalb sehr kurzer Zeit abgekühlt wird. Ferner wird gewährleistet, daß diese Abkühlung gleichmäßig erfolgt, d.h. mit geringer Abweichung von der mittleren Abkühlungszeit.

Dies konnte durch den Stand der Technik nicht sichergestellt werden, da die im Stand der Technik offenbarten Düsen nicht sicherstellen, daß keine Kanäle offenbleiben, durch die Reaktionsgemisch am Quenchmedium vorbeiströmen kann, oder daß die Zeit zwischen Eintritt in die Quenchzone und Kontakt mit dem Quenchmedium ausreichend kurz und möglichst gleich ist.

Die Vermischung erfolgt derart, dass die Temperatur des Reaktionsgemisches ausgehend von 150 bis 600 0 C, bevorzugt 250 bis 500 0 C um 50 bis 300°C, vorzugsweise um 100 bis 250 0 C auf 100 bis 200 °C, bevorzugt auf 140 bis 180 °C abgesenkt wird und das im Reaktionsgemisch enthaltene Isocyanat durch Kondensation vollständig oder teilweise in die eingedüsten Flüssigkeitströpfchen übergeht, während das Phosgen und der Chlorwasserstoff im wesentlichen vollständig in der Gasphase verbleiben.

Der Anteil des im gasförmigen Reaktionsgemisch enthaltenen Isocyanats, das in der Quenchzone in die Flüssigphase übergeht, beträgt dabei vorzugsweise 20 bis 100 Gew%, besonders bevorzugt 50 bis 99,5 Gew% und insbesondere 70 bis 99 Gew%, bezogen auf das im Reaktionsgemisch enthaltene Isocyanat.

Der Anteil des im gasförmigen Reaktionsgemisch enthaltenen Chlorwasserstoff, der in der Quenchzone in die Flüssigphase übergeht, beträgt dabei vorzugsweise unter 20 Gew%, besonders bevorzugt unter 15 Gew%, ganz besonders bevorzugt unter 10 Gew% und insbesondere unter 5 Gew%.

Der Anteil des im gasförmigen Reaktionsgemisch enthaltenen Phosgen, der in der Quenchzone in die Flüssigphase übergeht, beträgt dabei vorzugsweise unter 20 Gew.- %, besonders bevorzugt unter 15 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt unter 10 Gew.- % und insbesondere unter 5 Gew.-%.

Das Reaktionsgemisch durchströmt die Quenchzone vorzugsweise von oben nach unten. Am Ausgang der Quenchzone ist ein Sammelbehälter angeordnet, in dem die Flüssigphase abgeschieden, gesammelt und durch einen Auslass entfernt und anschließend aufgearbeitet wird. Die verbleibende Gasphase wird über einen zweiten Auslass entfernt und ebenfalls aufgearbeitet.

Die Flüssigkeitströpfchen des Quenchmediums werden mittels geeigneter Düsen, beispielsweise Ein- oder Zweistoffzerstäuberdüsen, vorzugsweise Einstoffzerstäuberdüsen, erzeugt und besitzen vorzugsweise einen mittleren Sauter-Durchmesser D32 von 5 bis 5000 μm, besonders bevorzugt 5 bis 500 μm und insbesondere 5 bis 250 μm.

Der Sauterdurchmesser D32 (Sauter mean diameter, SMD) beschreibt bis auf einen konstanten Faktor das Verhältnis von mittlerem Tropfenvolumen zu mittlerer Tropfenoberfläche (siehe dazu K. Schwister: Taschenbuch der Verfahrenstechnik, Fachbuch- verlag Leipzig, Carl Hanser Verlag 2003) und ist somit die für den Quenchprozess wesentliche Kenngröße der erzeugten Tropfengrößenverteilung. Es ist der Tropfendurchmesser, bei dem das Verhältnis Volumen/Oberfläche das gleiche ist wie für die Summe aller Tropfen im betrachteten Ensemble und gibt den Feinheitsgrad der Zerstäubung hinsichtlich der Reaktionsoberfläche an

Die Breite der Tropfengrößenverteilung sollte möglichst gering sein, weil zu große Tropfen keine schnelle Temperaturabsenkung bewirken können und zu kleine Tropfen nur noch mit erhöhtem Aufwand nachfolgend von der Gasströmung getrennt werden können.

Die Zerstäuberdüsen erzeugen je nach Ausführungsform einen Sprühkegelwinkel von 10 bis 140°, bevorzugt von 10 bis 120°, besonders bevorzugt von 10° bis 100°. Figur 7 zeigt die Definition des Sprühkegelwinkels α (alpha).

Als Sprühbild wird die Teilfäche einer Fläche senkrecht zur Sprühachse (bei rotationssymmetrischen Düsen) bzw. senkrecht zur Spiegelebene (bei spiegelsymmetrischen Düsen) bezeichnet, die von Flüssigkeitströpfchen durchströmt wird. Die äußere Kontur

des Sprühbildes ist in der Regel kreisförmig (bei Vollkegeldüsen) oder kreisringförmig (bei Hohlkegeldüsen). Es kann jedoch auch oval oder elliptisch bis rechteckig sein (z.B. bei Flachstrahldüsen).

Die Umhüllende der versprühten Tröpfchen ist in der Regel keulenförmig und bildet in der Nähe der Düse idealisiert einen Kegel. Denkbar ist auch ein Hohlkegel. Je nach Form der Quenchzone können aber auch Sprühdüsen vorteilhaft zum Einsatz gebracht werden, die eine nicht-kegelförmige Umhüllende erzeugen. Des weiteren sind fächerförmige Umhüllende denkbar, beispielsweise erzeugt durch Schlitzdüsen oder Flach- Strahldüsen.

Um die notwendige Tropfengröße einzustellen werden Einstoffzerstäuberdüsen in der Regel mit einem überdruck relativ zum Quenchzonendruck von mindestens 1 bar, bevorzugt mindestens 4 bar, besonders bevorzugt mindestens 10 bar, ganz besonders bevorzugt mindestens 20 bar und insbesondere mindestens 50 bar betrieben.

Im Fall von Einstoffzerstäuberdüsen ist in der Regel ein überdruck von nicht mehr als 1000 bar ausreichend, bevorzugt nicht mehr als 500 bar, besonders bevorzugt nicht mehr als 200 bar, ganz besonders bevorzugt nicht mehr als 100 bar und insbesondere nicht mehr als 80 bar.

Im Fall von Zweistoffzerstäuberdüsen kann die Düse flüssigkeitsseitig sowohl als Druck- als auch als Saugdüse betrieben werden, d.h. der Flüssigkeitsvordruck relativ zum Quenchzonendruck kann positiv oder negativ sein. Das Zerstäubergas besitzt in der Regel einen Vordruck, der so hoch ist, dass das Verhältnis von Vordruck zu

Quenchzonendruck größer als das kritische Druckverhältnis ist, bevorzugt größer als zweimal das kritische Druckverhältnis ist und besonders bevorzugt größer als viermal das kritische Druckverhältnis ist. Das kritische Druckverhältnis gibt das Druckverhältnis an, ab dem der Druck im engsten Querschnitt des Zerstäubungsgaskanales unabhän- gig vom Druck hinter der Düse ist.

Die Geschwindigkeit, mit der die Tröpfchen aus der Düse austreten, hängt von der Art der Zerstäubung ab und beträgt in der Regel mindestens 15 m/s, bevorzugt mindestens 40 m/s und besonders bevorzugt mindestens 100 m/s. Die Obergrenze der Ge- schwindigkeit ist nicht kritisch. Häufig ist eine Geschwindigkeit bis zu 350 m/s ausreichend.

Bevorzugt kann sich zwischen der Reaktionszone und der Quenchzone eine Querschnittsverengung befinden, durch die eine Entspannung, verbunden mit einer Kon- zentrationserniedrigung, der Reaktanten und erste Temperaturabsenkung des Reaktionsgases erzielt wird. Ferner bewirkt der aus der Querschnittverengung mit erhöhter

Geschwindigkeit austretende Reaktionsgasstrom beim Zusammentreffen mit dem Quenchflüssigkeitsspray eine zusätzliche Sekundärzerstäubung der Quenchflüssigkeit

Auf Grund der großen spezifischen Oberfläche der Flüssigkeitstropfen und der hohen Relativgeschwindigkeiten zwischen Reaktionsgas und Quenchflüssigkeit werden der Stoff- und Wärmeaustausch zwischen Reaktionsgas und Quenchflüssigkeit intensiviert. Damit werden zusammen mit dem Vermeiden von Reaktionsgemisch-Bypassströmen die für das Abkühlen des Reaktionsgemisches benötigten Kontaktzeiten stark verringert und der Verlust von Isocyanatwertprodukt infolge Weiterreaktion zu Nebenproduk- ten minimiert.

Die Geschwindigkeit des Reaktionsgasstromes im engsten Querschnitt beträgt bevorzugt mehr als 20 m/s, besonders bevorzugt mehr als 50 m/s, insbesondere mehr als 100 m/s und ist nach oben durch die Schallgeschwindigkeit des Reaktionsgasgemi- sches unter den jeweiligen Bedingungen limitiert. Im Fall einer kritischen Durchströmung des engsten Querschnittes kommt es hinter dem engsten Querschnitt zu einer Nachexpansion und weiteren Beschleunigung des Reaktionsgasgemisches.

Der freie Strömungsquerschnitt in der Quenchzone beträgt bezogen auf den freien Strömungsquerschnitt in der Reaktionszone im allgemeinen 25 / 1 bis 1 / 2 bevorzugt 10 / 1 bis 1 / 1 .

Die Anordnung der Zerstäubungsdüsen in der Quenchzone wird so gewählt, dass eine Bypass-Strömung des Reaktionsgemisches an der Quenchflüssigkeit vorbei weitge- hend vermieden wird. Dies wird dadurch erreicht, dass die Quenchflüssigkeitströpfchen in der Quenchzone einen geschlossenen Vorhang bilden, der den Bereich eines oder mehrerer Reaktionsgemischeintritte in die Quenchzone vollständig vom Bereich der Austritte aus der Quenchzone trennt. Damit muss das gesamte Reaktionsgemisch den durch die Quenchflüssigkeit gebildeten Vorhang, also die Gesamtheit der im zeitlichen Mittel von Tröpfchen überstrichene Volumina der Quenchdüsen, durchdringen und wird somit effizient abgekühlt.

Der Flüssigkeitsvorhang kann je nach eingesetzten Zerstäubungsvorrichtungen unterschiedlich geformt sein. So können beispielsweise Zerstäubungsvorrichtungen mit kreisrundem Sprühbild (beispielsweise kegelförmiger Umhüllende) oder aber mit elliptisch Sprühbild zum Einsatz kommen. Daneben können auch schlitzförmige Düsen mit annähernd ovalem oder elliptisch bis rechteckigen Sprühbild eingesetzt werden (fächerförmige Umhüllende). Im Fall kegelförmiger oder elliptischer kegelförmiger Umhüllender kann es sich ferner um einen Hohl- oder um einen Vollkegel handeln.

Die Zerstäuberdüsen sind in der Quenchzone so angeordnet, dass die Isoflächen des Quenchflüssigkeitsvolumenanteils, die die Umhüllende der einzelnen Düsen definieren,

zusammen mit der Quenchzonenwand und dem Reaktionsgaseintritt ein geschlossenes Volumen einhüllen. Die Eindüsungsrichtung der Zerstäuberdüsen, die im Falle kegelförmiger Düsen durch die Mittelachse des Sprühkegels definiert ist und die Hauptströmungsrichtung des Gases in der Quenchzone können Winkel von 0°bis 180°, bevorzugt von 0° bis 90°, besonders bevorzugt von 0° bis 60° einschließen. Dabei bedeutet ein Winkel von 0°, dass die Zerstäuberdüsenachse genau parallel zur Hauptströmungsrichtung ist und die Düse in Richtung der Hauptströmung verdüst, während ein Winkel von 90° bedeutet, dass die Zerstäuberdüsenachse genau senkrecht auf der Hauptströmungsrichtung in der Quenchzone steht. Ein Winkel von 180° bedeutet, dass die Zerstäuberdüse die Quenchflüssigkeit genau entgegen der Hauptströmungsrichtung eindüst.

Der Quenchflüssigkeitsvorhang kann durch eine oder mehrere Vorrichtungen zur Zerstäubung der Quenchflüssigkeit erzeugt werden. Das Verhältnis von Anzahl der Zer- stäubungseinrichtungen zu Anzahl der Reaktionsgemischeintritte in die Quenchzone beträgt dabei 10 / 1 bis 1 / 10, bevorzugt 4 / 1 bis 1 / 4, besonders bevorzugt 4 / 1 bis 1 / 1 , ganz besonders bevorzugt 3 / 1 bis 1 / 1 und insbesondere 2 / 1 bis 1 / 1.

In einer bevorzugten Ausführungsform (Figur 1 ) mit einer Düse sitzt die Quenchdüse 2 koaxial in der Mitte einer zylinder- oder konusförmigen Quenchzone 5. In Figur 1 ist eine Quenchzone aus einem Zylinder mit aufgesetztem Konus dargestellt. Das Reaktionsgemisch 3_wird über einen Ringspalt 4 koaxial zur Quenchdüse 2 in die Quenchzone 5 eingebracht. Die Quenchzonenwand 7 und der Sprühkegel 6 bilden einen sich verengenden Raum 8, in den das Reaktionsgemisch strömt. Das Reaktionsgemisch muss durch diese konstruktiven Maßnahmen dann den durch den Sprühkegel gebildeten Vorhang durchströmen. In dieser bevorzugten Ausführungsform muss der Sprühkegelwinkel größer als der Konuswinkel der Quenchzonenwand sein.

In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform (Figur 2) mit einer Düse sitzt die Düse 2 ebenfalls koaxial in der Mitte einer zylinder- oder konusförmigen Quenchzone 5. Das Reaktionsgemisch wird hier über einen Einlaß 3 in einem Winkel ß (beta) zur Sprühdüsenachse in die Quenchzone eingebracht, wobei der Winkel ß 0° bis 90° bevorzugt 45° bis 90° besonders bevorzugt 70° bis 90° beträgt. Ein Winkel ß von 0° bedeutet dabei parallel zur Sprühdüsenachse und ein Winkel ß von 90° senkrecht zur Sprühdüsen- achse. In einer besonders bevorzugten Anordnung tritt der Reaktionsgemischstrom tangential in die Quenchzone ein. Dies bedeutet, daß der Reaktionsgemischstrom nicht direkt auf die Sprühdüsenachse geführt wird, sondern mit der Verbindungsachse von Reaktionsgemischeintritt 3 mit Sprühdüsenachse einen Winkel von 5° bis 45°, bevorzugt 10° bis 45°, besonders bevorzugt 20° bis 45° und ganz besonders bevorzugt 30° bis 45° einschließt. Das Reaktionsgemisch strömt dann wieder durch den sich verengenden Raum 8, der durch den Sprühkegel 6 und die Quenchzonenwand 7 gebildet wird und durchdringt schließlich den Quenchflüssigkeitsvorhang. In dieser bevorzugten

Ausführungsform muss der Sprühkegelwinkel größer als der Konuswinkel der Quench- zonenwand sein.

In einer weiteren bevorzugten Anordnung mit mehreren Zerstäubungsvorrichtungen 2 sitzen beispielsweise 2 bis 10 Zerstäubungsdüsen 2 auf einem Ring um den Eintritt des Reaktionsgemischs 3 angeordnet (Figur 3a und 3b). In Figur 3a sind exemplarisch sechs Zerstäubungsdüsen dargestellt. Die Sprühdüsen erzeugen dabei durch überlagerung der einzelnen Sprühbilder ein elliptisches oder kreisförmiges Sprühbild 6. Im Inneren des Rings befindet sich der Reaktionsgemischeintritt 3. Die Achse der Sprüh- kegel ist gegenüber dem Reaktionsgemischeintrittsrichtung um den Winkel y (gamma) angestellt. Gamma y beträgt dabei von 0°, die Eindüsung erfolgt also parallel zum Reaktionsgemisch, bis 90°, die Eindüsung erfolgt also senkrecht zum Reaktionsgemisch, bevorzugt 0° bis 60° besonders bevorzugt 0° bis 45°. Vorteil mehrerer Düsen ist dabei, dass kleinere Düsen eingesetzt werden können, die in der Regel kleinere Tröpfchen erzeugen um damit ein schnelleres Quenchen der Flüssigkeit ermöglichen. Wieder wird durch geeignete Kombination der Quenchzonenform und Anordnung der Zerstäubungsvorrichtungen gewährleistet, dass sich ein geschlossener Sprühvorhang ausbildet.

Figur 4 zeigt eine Variante der Anordnung aus Figur 3 mit einer Querschnittsverengung V\_ zwischen Reaktions- und Quenchzone.

Diese Querschnittsverengung führt zu einer Beschleunigung des Reaktionsgemischs und dadurch zu einem Druckabfall, der eine Abkühlung des Reaktionsgemischs be- wirkt. Durch die Beschleunigung kann das Reaktionsgemisch im engsten Querschnitt eine Geschwindigkeit von bis zu 1 ,0 Mach erreichen. Hinter dem engsten Querschnitt können sich auch Geschwindigkeitem von größer als 1 ,0 Mach ergeben.

Durch diese Abkühlung wird das Reaktionsgemisch bis zum Quenchvorgang weniger thermisch belastet. Darüberhinaus bewirkt die erhöhte Geschwindigkeit des Reaktionsgemischs eine Sekundärverteilung der Quenchtröpfchen und somit einen verbesserten Wärme- und Stoffübergang zwischen Reaktionsgasgemisch und Quenchflüssig- keit. Zwar führt der Zusammenprall von Reaktionsgemisch und Quenchtröpfchen kurzzeitig nochmals zu einem Temperaturanstieg, dieser wird jedoch durch den Quench- Vorgang von der Quenchflüssigkeit aufgenommen und bewirkt somit keine weitere thermische Belastung des Reaktionsgemischs.

In einer weiteren, bevorzugten Anordnung tritt das Reaktionsgasgemisch über einen Spalt auf der Stirnseite in die Quenchzone. Der Spalt kann dabei ringförmig oder ellip- tisch sein oder auch eine andere beliebige Kurve beschreiben. Die Spaltbreite kann dabei variabel sein, ist aber bevorzugt konstant. Auf beiden Seiten des Spaltes sind je nach Umfang des Spaltes ein oder mehrere Zerstäuberdüsen angeordnet, die parallel

oder in einem Winkel y zur Hauptströmungsrichtung des Reaktionsgasgemisches Quenchflüssigkeit eindüsen. Der Winkel y beträgt dabei 0° bis 90° bevorzugt, 0° bis 60° besonders bevorzugt 0° bis 30°. Durch die Sprühdüsen auf beiden Seiten des Spaltes wird ein sich verjüngender Strömungskanal für das Reaktionsgasgemisch ge- bildet, der durch das Zusammentreffen der Sprühbilder der Zerstäuberdüsen abgeschlossen wird. Wieder ergibt sich ein geschlossener Vorhang, durch den das Reaktionsgasgemisch hindurchtreten muss und damit schnell abgekühlt wird. Bevorzugt handelt es sich bei dem Spalt um einen Ringspalt, durch den das Reaktionsgemisch geführt wird und in dem sich innen mindestens eine sowie außen je nach Umfang des Ringspalts mehrere Sprühdüsen, beispielsweise 2 bis 10, bevorzugt 2 bis 8 und besonders bevorzugt 3 bis 6 Düsen, für die Quenchflüssigkeit befinden.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform mit mehreren Reaktionsgaseintritten 3 und mehreren Zerstäubungsvorrichtungen 2, sitzen eine Vielzahl von Zerstäubungsdü- sen 2 und Reaktionsgaseintritt 3 auf der Stirnseite 1_0 der Quenchzone. Die Zerstäubungsvorrichtungen 2 und die Reaktionsgemischeintritte 3 sind dabei bevorzugt gleichmäßig verteilt (Figur 5). Wieder bilden die Zerstäubungsvorrichtungen einen geschlossenen Vorhang ähnlich wie in Figur 3a. Bevorzugt ist dabei eine Anordnung der Zerstäubungsvorrichtungen 2, wie in Figur 5 dargestellt, bei denen die Zerstäubungs- Vorrichtungen einen äußeren Kranz bilden, also sich zwischen der Seitenwandung der Quenchzone 7 und den Reaktionsgemischeintritten 3 befinden, so daß sichergestellt ist, daß das Reaktionsgemisch nicht mit der Wandung in Kontakt kommt, sondern auf das Quenchmedium trifft.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist dargestellt in Figur 6. Darin wird das Reaktionsgas 3 entlang der Längsachse der Quenchzone geführt, in der quer zur Strömungsrichtung des Reaktionsgases ein Vorhang aus mehreren, in Figur 6 vier, sich überlagernden fächerförmigen Umhüllenden besteht. Diese sich überlagernden fächerförmigen Umhüllenden füllen den gesamten Querschnitt der Quenchdüse aus, so daß das Reaktionsgas mit der Quenchflüssigkeit in Kontakt kommt.

Die Sprühdüsenachsen der Quenchdüsen, die in der Figur 6 beispielsweise seitlich an der Quenchzone angebracht sind, können mit der Längsachse der Quenchzone besonders bevorzugt einen Winkel von 90° einschließen, also senkrecht zur Längsachse der Quenchzone stehen. Es ist jedoch möglich, daß die Sprühdüsenachsen einen Winkel von etwa -45° bis +135° mit der Längsachse einschließen, also gegen bzw. bevorzugt mit der Strömungsrichtung des Reaktionsgases ausgerichtet sind.

Bevorzugt wird in die Quenchzone der Austrag aus einer Reaktionszone geleitet, es können aber auch die Austräge aus mehreren Reaktionszonen über einen oder mehrere Einlasse in eine Quenchzone geführt werden.

Es ist auch möglich, den Austrag aus einer Reaktionszone aufzuteilen und über mehrere Einlasse in eine oder mehrere Quenchzonen zu führen.

Die Flüssigkeit, die über die Zerstäuberdüsen eingedüst wird, muss eine gute Löslich- keit von Isocyanaten sowie eine geringe für Chlorwasserstoff und/oder Phosgen aufweisen. Vorzugsweise werden organische Lösungsmittel eingesetzt. Insbesondere eingesetzt werden aromatische Lösungsmittel, die mit Halogenatomen substituiert sein können. Beispiele für derartige Flüssigkeiten sind Toluol, Benzol, Nitrobenzol, Anisol, Chlorbenzol, Dichlorbenzol (ortho, para), Trichlorbenzol, XyIoI, Hexan, Diethylisophtha- lat (DEIP), aber auch Tetrahydrofuran (THF), Dimethylformamid (DMF) und deren Gemische.

In einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens handelt es sich bei der eingedüsten Flüssigkeit um ein Gemisch aus Isocyanaten , ein Gemisch aus Isocyanaten und Lösungsmittel oder um ein Isocyanat (wobei die jeweils verwendete Quenchflüssigkeit Anteile an Leichtsieder wie HCl und/oder Phosgen bis zu 20 Gew%, bevorzugt bis zu 10 Gew%, besonders bevorzugt bis zu 5 Gew% und ganz besonders bevorzugt bis zu 2 Gew% aufweisen kann). Vorzugsweise wird dabei das Isocyanat eingesetzt, das bei dem jeweiligen Verfahren hergestellt wird. Da durch die Temperatursenkung in der Quenchzone die Reaktion zum Stillstand kommt, können Nebenreaktionen mit den eingedüsten Isocyanaten veringert, wenn nicht ausgeschlossen werden. Der Vorteil dieser Ausführungsform liegt insbesondere darin, dass auf eine Abtrennung des Lösungsmittels verzichtet werden kann.

Die Temperatur der eingedüsten Flüssigkeit liegt vorzugsweise bei 0 bis 300 0 C, besonders bevorzugt bei 50 bis 250 0 C und insbesondere bei 70 bis 200°C, so dass bei der eingedüsten Flüssigkeitsmenge die gewünschte Abkühlung und Kondensation des Isocyanates erreicht wird. Dies bedingt das wetgehende Stoppen der Reaktion.

Die Geschwindigkeit des Reaktionsgases in der Quenchzone ist vorzugsweise größer als 1 m/s, besonders bevorzugt größer als 10 m/s und insbesondere größer als 20 m/s.

Die Geschwindigkeit des Reaktionsgases in der Quenchzone ist vorzugsweise größer als 1 m/s, besonders bevorzugt größer als 10 m/s und insbesondere größer als 20 m/s. Im Falle einer Querschnittsverengung zwischen Reaktions- und Quenchzone kann im engsten Querschnitt bis zu Schallgeschwindigkeit in dem jeweiligen System erreicht werden. Durch eine weitere Expansion der Strömung zwischen engstem Querschnitt und Quenchzone können dann auch Strömungsgeschwindigkeiten jenseits der Schallgeschwindigkeit erzielt werden, die eine deutliche Abkühlung des Gases mit sich brin- gen. In diesem Fall tritt dann im Bereich der Quenchzone ein Verdichtungsstoß auf, der zu einer sprunghaften Abbremsung und Druckerhöhung des Gases führt.

Um eine schnelle Abkühlung der gasförmigen Reaktionsmischung in der Quenchzone und einen schnellen übergang des Isocyanats in die Flüssigphase zu erreichen, müssen die Tröpfchen der eingedüsten Flüssigkeit sehr schnell über den gesamten Strömungsquerschnitt des Reaktionsgases fein verteilt werden. Die gewünschte Tempera- turabsenkung und der gewünschte übergang des Isocyanats in die Tröpfchen wird dabei vorzugsweise in bis zu 10 Sekunden, besonders bevorzugt in bis zu 1 Sekunde und insbesondere in bis zu 0,2 Sekunden durchgeführt. Bei den angegebenen Zahlenwerten handelt es sich um mittlere Quenchzeiten. Durch die besondere Gestaltung der Quenchzone werden die Abweichungen der minimalen und maximalen Quenchzeit von diesem Mittelwert klein gehalten. Die auf den Mittelwert bezogene Standardabweichung. Die auf den Mittelwert bezogene relative Standardabweichung der Quenchzeit- verteilung beträgt höchstens 1 , bevorzugt höchstens 0,5, besonders bervorzugt höchstens 0,25 und insbesondere 0,1. Die obigen Zeiten (Quenchzeiten) sind dabei definiert als der Zeitraum zwischen dem Eintritt des Reaktionsgases in den Quenchbereich und dem Zeitpunkt, zu dem das Reaktionsgas 90% der Temperaturänderung von Eintrittstemperatur in den Quenchbereich zur adiabaten Endtemperatur abgeschlossen hat. Die adiabate Endtemperatur ist die Temperatur, die sich einstellt, wenn das Reaktionsgemisch und die Quenchflüssigkeit in den jeweiligen Mengenströmen und Eingangstemperaturen unter adiabatischen Bedingungen vermischt werden und das thermody- namische Gleichgewicht erreichen. Durch die gewählten Zeiträume kann ein Verlust von Isocyanat durch Neben- bzw. Weiterreaktionen praktisch vollständig vermieden werden.

Das Masseverhältnis von eingedüster Flüssigkeitsmenge zur Menge der gasförmigen Reaktionsmischung beträgt vorzugsweise 100:1 bis 1 :10, besonders bevorzugt 50:1 bis 1 :5 und insbesondere 10:1 bis 1 :2.

Die aus der Quenchzone entnommene Flüssigphase und Gasphase werden aufgearbeitet. Bei Verwendung eines Lösungsmittels als zerstäubte Flüssigkeit erfolgt eine Trennung von Isocyanat und Lösungsmittel, zumeist mittels Destillation. Die Gasphase, die im wesentlichen Phosgen, Chlorwasserstoff und gegebenenfalls nicht abgetrenntes Isocyanat enthält, kann ebenfalls, vorzugsweise durch Destillation oder Adsorption, in ihre Bestandteile zerlegt werden, wobei das Phosgen wieder der Reaktion zugeführt werden kann und der Chlorwasserstoff entweder für weitere chemische Reaktionen genutzt, zu Salzsäure weiterverarbeitet werden oder wieder in Chlor und Wasserstoff gespalten werden kann.

In den Figuren 1 bis 5 sind Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt.

Die Erfindung soll an den nachstehenden Beispielen näher erläutert werden.

Beispiel 1 :

In einem Rohrreaktor mit 8 mm Durchmesser mit vorgeschaltendem Mischorgan wurden 20 kg/h Reaktionsgas erzeugt, das Toluoldiisocyanate, Phosgen und Chlorwas- serstoff enthielt.

Das Reaktionsgas wurde dann über einen Ringspalt mit 17 mm Innendurchmesser (Do,ι) und 19 mm Außendurchmesser (Di) der Quenchzone zugeführt. In der Quench- zone befand sich eine Einstoffdüse, die im Inneren des Ringspaltes koaxial angeordnet war (Figur 1). Der Sprühkegelöffnungswinkel der Düse betrug 70°. Die Düse erzeugte dabei Tropfen mit einem Sauterdurchmesser von ca. 60 μm. Die Quenchzone bestand aus einem 10 mm (U) langen zylindrischen Teil mit 19 mm Durchmesser (Di), einem anschließenden 40 mm langen (l_2 - U) konischen Teil, in dem eine Aufweitung von 19 auf 70 mm erfolgt, gefolgt von einem 70 mm langen (L3) zylindrischen Teil mit 70 mm Durchmesser (D2) und schließlich einem weiteren konischen Teil mit einem Veren- gungswinkel von 60° und einem Enddurchmesser von 12 mm (nicht in Figur 1 abgebildet). Die eingedüste Flüssigkeitsmenge betrug 17,4 kg/h. Die eingedüste Quenchflüs- sigkeit bestand aus Monochlorbenzol. Die Temperatur des Reaktionsgases beim Eintritt in die Quenchzone betrug 363°C und der Druck des Gases 1 ,35 bar. Die Eintrittstemperatur der Quenchflüssigkeit betrug 100 0 C, die Austrittsgeschwindigkeit der Flüs- sigkeitströpfchen aus der Sprühdüse betrug ca. 60 m/s. Die Aufenthaltzeit des Reaktionsgases im vorderen konischen Bereich der Quenchzone betrug ca. 0,029s. Dabei fiel die Temperatur des Quenchgases auf ca. 156°C ab. Die gewünschte Temperaturabsenkung erfolgte dabei in ca. als 8 ms. Die Toluoldiisocyanatmenge im Reaktionsgasgemisch nahm um 80 % gegenüber der Eingangskonzentration in der Quenchzone ab.

Liste der Figuren:

Figur 1 : Quenchdüse koaxial über Quenchzone, Dosierung des Reaktionsgemischs über Ringspalt

Figur 2: Quenchdüse koaxial über Quenchzone, Dosierung des Reaktionsgemischs über Winkel ß (beta)

Figur 3a: Dosierung mit Mehrzahl von Zerstäubungsdüsen

Figur 3b: Schnitt 1-1 aus Figur 3a

Figur 4: Querschnittsverengung zwischen Reaktions- und Quenchzone.

Figur 5: Dosierung mit Mehrzahl von Reaktionsgemischeintritten und Zerstäubungsdüsen

Figur 6: Dosierung des Quenchmediums quer zur Strömungsrichtung des Reaktionsgases. Links: Seitenansicht, rechts: Blickrichtung senkrecht zu Schnitt A-A

Figur 7: Definition des Sprühkegelwinkels α (alpha)

Liste der Bezugszeichnungen in den Figuren

1 Quenchflüssigkeitszuführung

2 Zerstäubungseinrichtung

3 Reaktionsgemischeintritt

4 Ringspalt 5 Quenchzone

6 Sprühkegel

7 Wandung

8 eingeschlossener Raum

9 Flüssigkeits- und Gasaustritt 10 Stirnwand der Quenchzone

1 1 Querschnittsverengung