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Title:
METHOD FOR PRODUCING A MOLDED PART FROM GLASS FIBER AND/OR MINERAL FIBER MATERIAL, MOLDED PART WHICH CAN BE OBTAINED USING SAID METHOD, AND MANUFACTURING UNIT FOR THIS PURPOSE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/194677
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a molded part from glass fiber and/or mineral fiber material with an inorganic binder. The inorganic binder is cured using electromagnetic radiation in order to form the molded part. The tool is designed to be at least partly permeable for the electromagnetic radiation for curing purposes, and the inorganic binder is a binder which can be cured by electromagnetic radiation. The invention further relates to a molded part which can be obtained in the aforementioned manner. Finally, the invention relates to a manufacturing unit for producing a molded part from glass fiber and/or mineral fiber material and an inorganic binder. The manufacturing unit comprises a device for providing a tool for forming the molded part, a device for introducing the glass fiber and/or mineral fiber material and the inorganic binder into the tool, a device for generating electromagnetic radiation to cure the inorganic binder in order to form a molded part, and optionally a device for removing the molded part from the tool.

Inventors:
BAUER, Thomas Franz Josef (Steffensweg 100, Bovenden, 37120, DE)
Application Number:
EP2017/061335
Publication Date:
November 16, 2017
Filing Date:
May 11, 2017
Export Citation:
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Assignee:
DBW HOLDING GMBH (Rodetal 40, Bovenden, 37120, DE)
International Classes:
C04B28/24; C04B28/26; C04B40/00; F01N1/24; C04B111/52
Domestic Patent References:
WO2014062943A12014-04-24
WO2008076352A12008-06-26
WO2010122076A12010-10-28
Foreign References:
DE1176546B1964-08-20
EP1990170A22008-11-12
EP2103578A22009-09-23
DE102008059770A12010-06-02
EP1745901A22007-01-24
DE2760151C21987-05-14
DE10118136A12002-10-24
DE2257789A11973-05-30
DE102005001796A12006-07-27
DE19532291A11996-03-21
DE3144193A11983-05-19
DE102007032431A12008-01-17
DE202014100285U12015-04-27
Attorney, Agent or Firm:
GRAMM, LINS & PARTNER PATENT- UND RECHTSANWÄLTE PARTGMBB (Freundallee 13a, Hannover, 30173, DE)
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Claims:
Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus Glasfaser- und/oder Mineral- fasermaterial mit einem anorganischen Bindemittel, mit den Schritten:

- Bereitstellen eines Werkzeugs zum Formen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials zur Ausbildung des Formteils;

- Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials und des anorganischen Bindemittels in das Werkzeug;

- Härten des anorganischen Bindemittels mittels elektromagnetischer Strahlung in einem Bereich von 1 x 104 Hz bis 4 x 1014 Hz, wie 1 x 106 bis 1 x 1012 Hz. zur Ausbildung des Formteils;

- Entnehmen des ausgehärteten Formteils aus dem Werkzeug,

wobei das Werkzeug derart ausgebildet ist, dass es durchlässig für die elektromagnetische Strahlung zur Aushärtung ist und das anorganische Bindemittel mit der elektromagnetischen Strahlung härtbar ist.

Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Glasfaserund/oder Mineralfasermaterial ein texturiertes Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial, wie ein effekttextu ertes Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial, ist.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Glasfasermaterial ein E-Glas, S-Glas oder ECR-Glas oder Kombinationen hiervon ist.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das für die elektromagnetische Strahlung durchlässige Material eines ist ausgewählt aus PP, PE, PTFE, PVC, Glas, Keramik oder Mischungen hiervon, insbesondere PP ist.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das anorganische Bindemittel ein auf Natrium, Kalium und/oder Lithium basierendes Wasserglas, und/oder ein Kieselsol ist.

6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des anorganischen Bindemittels am Formteil maximal 15 Gew.-% Feststoff bezogen auf das Formteil ist.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetische Strahlung eine Radiofrequenzstrahlung oder Mikrowellenstrahlung ist.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte in einer Fertigungseinheit halb- oder vollautomatisch erfolgt.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fasermaterial mittels Düse in das Werkzeug eingebracht wird, wobei i) ggf. das Fasermaterial mit anorganischen Bindemitteln vorbehandelt ist oder ii) das Fasermaterial mit dem anorganischen Bindemittel zusammen eingedüst wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das anorganische Bindemittel einen pH-Wert von > 9 aufweist.

1 1 . Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Verfahren ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils bestehend aus Glasfaser- und/oder Mineralfaser und anorganischem Bindemittel ist.

Verfahren nach deinem der Ansprüche 1 bis 1 1 , wobei im Schritt des Aushärtens die Temperatur des Werkzeugs nicht über 100°C, bevorzug nicht über 90°C liegt.

Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug als Einmalwerkzeug, wie ein auf Basis von Kunststoff bestehender Beutel, ausgebildet ist.

14. Formteil erhältlich mit einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13.

15. Fertigungseinheit für ein Formteil aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermate- rial und einem anorganischen Bindemittel umfassend eine Einrichtung zur Bereitstellung eines Werkzeugs zur Ausbildung des Formteils, wobei dieses Werkzeug zumindest in Teilbereichen durchlässig ist für elektromagnetische Strahlung in einem Bereich von 1 x 104 bis 4 x 1014, wie von 1 x 106 bis 1 x

1012 Hz; Einrichtung zum Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials und des anorganischen Bindemittels in das Werkzeug; Einrichtung zum Erzeugen elektromagnetischer Strahlung zum Härten des anorganischen Bindemittels zur Ausbildung des Formteils; Einrichtung zum Entneh- men des ausgeformten Formteils aus dem Werkzeug.

Fertigungseinheit nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Erzeugung einer elektromagnetischen Strahlung eine ist zur Erzeugung von Mikrowellen und/oder Radiowellen.

Fertigungseinheit für ein Formteil nach einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials eine Düse ist, ggf. ausgebildet zum Texturieren, wie Effekttexturieren dieses Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials und/oder zur Zufuhr des anorganischen Bindemittels.

18. Fertigungseinheit nach Anspruch 17, wobei die Einrichtung zum Einbringen des Fasermaterials ausgebildet ist zum gleichzeitigen Benetzen dieses ggf. texturierten, wie effekttextunerten Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials mit dem anorganischen Bindemittel.

19. Fertigungseinheit nach einem der Ansprüche 15 bis 18, wobei diese mittels Steuerungseinheit halbautomatisch oder vollautomatisch gesteuert wird.

Fertigungseinheit nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Herstellung des Formteils in einem Arbeitsschritt ohne Unterbrechung erfolgt.

21 Verfahren zur Herstellung von Schalldämpfern, umfassen den Schritt des Einbringens des Formteils erhältlich nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 oder nach Anspruch 12 in einen Schalldämpfer oder einen Teil eines Schalldämpfers.

22. Verfahren nach Anspruch 21 , wobei das Aushärten des Formteils nach einem der Ansprüche 1 bis 1 1 nach zumindest teilweisen Umschließen eines heißgasgeführten Bauteils erfolgt.

23. Schalldämpfer hergestellt nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 21 oder 22.

24. Verwendung eines Formteils erhältlich nach einem Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 1 1 oder gemäß Anspruch 12 als akustisches und/oder isolierendes Bauteil, insbesondere in einem Schalldämpfer.

Description:
Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial, damit erhältliches Formteil und Fertigungseinheit hierfür Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial mit einem anorganischen Bindemittel. Die Härtung des anorganischen Bindemittels erfolgt hierbei mittels elektromagnetischer Strahlung zur Ausbildung des Formteils, dabei ist das Werkzeug derart ausgebildet, dass es zumindest teilweise durchlässig für die elektromagne- tische Strahlung zur Aushärtung ist und das anorganische Bindemittel ist eines, das durch elektromagnetische Strahlung härtbar ist. Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein so erhältliches Formteil. Schließlich wird eine Fertigungseinheit für die Herstellung eines Formteils aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial und einem anorganischen Bindemittel bereitgestellt. Diese Fertigungseinheit umfasst dabei eine Einrichtung zur Bereitstellung eines Werkzeugs zur Ausbildung des Formteils, eine Einrichtung zum Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials und des anorganischen Bindemittels in das Werkzeug, eine Einrichtung zum Erzeugen elektromagnetischer Strahlung zum Härten des anorganischen Bindemittels zur Ausbildung des Formteils, sowie gegebenenfalls eine Ein- richtung zum Entnehmen des ausgeformten Formteils aus dem Werkzeug.

Stand der Technik

Die Verwendung von anorganischen Bindemitteln zur Herstellung von Formteilen ist bekannt. So beschreibt die DE 10 2005 001 796 A1 ein Formteil für den Brand- schütz bei dem ein anorganisches Armierungsgewebe als Trägermaterial für den Baustoff dient. Als Trägermaterial kann ein Glasfasergittergewebe dienen. Als anorganisches Bindemittel wird dabei ein Natriumsilikat und/oder Kaliumsilikat eingesetzt. Es werden weiterhin rohrformige Formteile, die mit dem Gittergewebe des gewünschten Durchmessers gewickelt und mit dem entsprechend eingesetzten Bindemittel getränkt werden, um entsprechende Formteile auszubilden. Die DE 195 32 291 beschreibt Schalldämpfer aus einer äußeren Hülle und einer inneren Hülle mit hitzebeständigen Fasern. Es werden Bindemittelbeschichtungen zur Fixierung der Fasern eingesetzt. Geeignete Bindemittel schließen solche auf Basis von Siliziumdioxid und Aluminiumoxid als Hauptbestandteil ein. Diese Bindemittel werden aufgebracht und in einem Trocknungsprozess entwässert.

Die DE 31 44 193 A1 beschreibt einen schallabsorbierenden Körper der insbesondere für einen Einbau im Schalldämpfer geeignet ist. Das Bindemittel ist zum Beispiel eines verklebt mittels Wasserglaskleber, um die Formteile miteinander zu verkleben.

Aus der DE 10 2007 032 431 A1 ist ein Aufbau zur Wärmeisolierung bekannt, dabei wird zur Verbindung von zwei Schichten ein anorganischer Klebstoff und/oder Hochtemperaturklebstoff eingesetzt, zum Beispiel ein Wasserglas basierter Klebstoff.

Aus der DE 20 2014 100 285 U1 ist ein thermisches Isolationsformteil für eine Abgasanlage eines Verbrennungsmotors bekannt, bei dem ein anorganisches Bin- demittel insbesondere ein Schichtsilikat eingesetzt wird. Dieses Isolationsformteil wird dabei heißverpresst.

Bei der Herstellung von Formkörpern oder Formteilen für die akustische Isolation oder die thermische Isolation, zum Beispiel in Schalldämpfern, werden heutzutage im Wesentlichen organische Bindemittel eingesetzt. So werden zum Beispiel Thermoplasten in Form von Fixierungsfäden oder als Bindemittel verwendet. In der WO 2010/122076 werden verschiedene Arten von Bindemittel bzw. Fixierungsmittel für Glasfaserprodukte beschrieben, dabei werden neben reaktiven Klebern, Heißklebern, anorganischen Klebern oder Wasserglas insbesondere Thermoplasten als geeignete Formen ausgeführt.

Die heute insbesondere im akustischen und isolierenden Bereich von Schalldämpfern eingesetzten Formteile und Formkörper bestehen aus texturierten mineralischen mehrlagig gewickelten Endlosfasern und darin gleichmäßig verteilten orga- nischen Bindemitteln. Der Form körper wird dabei durch eine thermische Behandlung verfestigt, indem die organischen Bindemittel ausgehärtet werden.

Ein Nachteil der aus dem Stand der Technik bekannten schallabsorbierenden Formteile und Formkörper ist, dass sie entweder aufwendig verarbeitet werden müssen, um eine gewünschte Form zu erhalten oder, dass sie ihre Form und den Zusammenhalt zur besseren Verbauung durch den Zusatz organischer Bindemittel erhalten. Die organischen Bindemittel haben jedoch einen niedrigen Schmelzbzw. Siedepunkt und verbrennen bei hohen Temperaturen, so dass ihre Wirkung als Bindemittel nicht mehr gegeben ist. Darüber hinaus entstehen bei der Verbrennung der organischen Bindemittel zusätzlich Emissionen, die die Umwelt belasten.

Tatsächlich zeigte sich, dass bei Temperaturen von bereits 180°C sich die organi- sehen Bindemittel zersetzen. Dies gilt insbesondere auch für die Schlichte, die auf den Fasern und Rovings vorliegt.

Es besteht daher ein Bedarf Verfahren bereitzustellen, die Formteile aus Glasfasern oder Mineralfasern mit Bindemitteln mit verbesserten mechanischen Eigen- Schäften bereitstellen. Bisher wurde zur Trocknung der flüssig aufgebrachten organischen oder anorganischen Bindemittel ein Trocknen bei Temperaturen von über 300°C, üblicherweise bei ca. 400°C durchgeführt.

Beschreibung der Erfindung

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus Glasfaser- und/oder Materialfasermaterial mit einem anorganischen Bindemittel, mit den Schritten

- Bereitstellen eines Werkzeugs zum Formen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials zur Ausbildung des Formteils;

- Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials und des anorganischen Bindemittels in das Werkzeug;

- Härten des anorganischen Bindemittels mittels elektromagnetischer Strahlung in einem Bereich von 1 x 10 4 bis 4 x 10 14 , wie 1 x 10 6 Hz bis 1 x 10 12 Hz zur Ausbildung des Formteils; - Entnehmen des ausgehärteten Formteils aus dem Werkzeug, wobei das Werkzeug derart ausgebildet ist, dass es durchlässig für die elektromagnetische Strahlung zur Aushärtung ist und das anorganische Bindemittel mit der elektromagnetischen Strahlung härtbar ist.

Es zeigte sich, dass durch Härten des anorganischen Bindemittels mittels elektromagnetischer Strahlung die Nachteile, wie sie durch bisher eingesetztes Heißverpressen, z.B. bei Temperaturen von 250°C oder höher, auftreten, überwunden werden konnten. So findet keine Zersetzung der Schlichte statt. Darüber hinaus zeigten die erhaltenen Formteile verbesserte mechanische Eigenschaften. So waren Zug- und Druckfestigkeit verbessert. Insbesondere die Reißfestigkeit und Bruchfestigkeit waren stark verbessert. Die erhaltenen Formteile weisen mechanische und akustische Eigenschaften ähnlich oder besser denen von mit organischen Bindemittel hergestellten Formteilen auf. Es kann aber bei niedrigen Tem- peraturen gearbeitet werden, so dass weder das Fasermaterial noch das Werkzeug stark erwärmt werden. Durch die Strahlung wird das Lösungsmittel verdampft, so dass ein Härten des Bindemittels auftritt. Die Materialien, d.h. insbesondere die Fasern und das Bindemittel, selbst aber auch die Schlichten werden nicht verbrannt oder verkohlt. Hierdurch können sehr homogene Strukturen ge- schaffen werden mit hohen Massen bei geringem Energieaufwand.

Darüber hinaus erlaubt das erfindungsgemäße Verfahren eine kurze Prozesszeit und die ungewünschten Emissionen sind deutlich verringert. Insbesondere erlaubt das Verfahren den Einsatz von Werkzeugen zum Formen des Formteils wobei diese Werkzeuge keiner starken Erwärmung ausgesetzt sind, sondern zum Beispiel Kunststoffe als Werkzeuge eingesetzt werden können.

Es konnte vorliegend festgestellt werden, dass das erfindungsgemäße Verfahren eine Niedrigtemperaturaushärtung erlaubt, üblicherweise bei unter 120°C, wie unter 1 10°C, und somit ein geringerer Energieeinsatz verglichen mit herkömmlichen Verfahren notwendig ist. So zeigte es sich, dass die Werkzeuge nicht auf Temperaturen von über 100°C erwärmt werden, z.B. auf Temperaturen unter 100°C, wie unter 95°C, z.B. unter 90°C. Dieser Wert bezieht sich insbesondere auf die Temperatur auf der Außenseite des Werkzeugs.

In einer Ausführungsform handelt es sich erfindungsgemäß bei dem Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial um texturiertes Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial, wie effekttextu ertes Glasfaser- und/oder Materialfasermaterial. Bei Verwendung von effekttextu erten Fasern kann die eingesetzte Menge pro Volumen reduziert werden ohne dass sich die akustischen Eigenschaften ändern. Dieses kann durch eine gleichmäßige Verteilung im Formteil erklärt werden. Die Redukti- on der Menge pro Volumen kann dabei mindestens 10% sein, wie 15% oder mehr oder 20% oder mehr bezogen auf die Menge pro Volumen.

Die Werkzeuge sind dabei so ausgebildet, dass sie zumindest teilweise, wie vollständig durchlässig sind für die elektromagnetische Strahlung im Bereich von 1 x 10 4 Hz bis 4 x 10 14 Hz, wie 1 x 10 6 bis 1 x 10 12 Hz, zum Beispiel im Rundfunkbereich oder Mirkrowellenbereich zur Aushärtung des anorganischen Bindemittels. Die Werkzeuge sind insoweit mindestens derart für die Strahlung durchlässig, dass eine Aushärtung des anorganischen Bindemittels möglich ist. Geeignete Bereiche schließen als eine Grenze 1 x 10 5 Hz, wie 1 x 10 6 Hz, zum Beispiel 2 x 10 6 Hz ein. Die andere Grenze des Bereichs kann bei 1 x 10 14 Hz, wie 1 x 10 13 Hz, zum Beispiel 1 x 10 12 Hz, wie 1 x 10 11 Hz liegen. Es zeigte sich, dass durch Einsatz dieser elektromagnetischen Strahlung zum Härten mit entsprechend ausgebildeten Werkzeugen Formteile aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial erhältlich sind, insbesondere solche aus texturiertem Glasfasermaterial und/oder Mineralfasermaterial, wie effekttexturiertem Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial, die unter geringerem Energieeinsatz und verringerter Emission von Schadstoffen bereitgestellt werden können.

Dabei kann das Aushärten in dem Werkzeug bereits derart erfolgen, dass von dem eingebrachten Formmaterial und des anorganischen Bindemittels ein weiteres Element, wie im Falle eines herzustellenden Schalldämpfers ein heißgasführendes Bauteil zumindest teilweise umschlossen wird. Unter dem Ausdruck„Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial", im Folgenden auch als Fasermaterial bezeichnet, werden vorliegend entsprechende Fasern zum Beispiel in Form von Endlosfasern verstanden, die als Endlosfilamente vorliegen, insbesondere die als Rovings vorliegen. Unter„Endlos" wird dabei eine Länge von > 250 mm verstanden.

Der Ausdruck„texturiert" bedeutet, dass das Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial, die zum Beispiel als Roving, Garn oder Zwirn vorliegt, mithilfe bekannter Verfahren geöffnet wird. Texturierte Fasern sind im Stand der Technik bekannt und zeichnen sich dadurch aus, dass durch das Öffnen der Faser eine Volumenvergrößerung erreicht wird. Die so texturierten Fasern zeigen aufgrund ihrer Fülligkeit verbesserte thermische und akustische Eigenschaften auf. In einer Ausführungsform handelt es sich bei dem Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial um effekttextu erte Glasfaser- oder Mineralfasermaterialien. Unter dem Ausdruck „effekttextu ert" wird vorliegend verstanden, dass um einen Kern- oder Basisfaden bzw. Roving ein zweiter Faden bzw. Roving (Hauptfaden) umwickelt wird. Sowohl der umwickelte als auch der Basisfaden können dabei entsprechend texturiert sein, das heißt geöffnet vorliegen. Unter dem Ausdruck„Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial", im Folgenden auch als Fasermaterial bezeichnet, wird sowohl Material aus Glasfasern als auch Material aus Glasfasern und anderen Mineralfasern, wie Basaltfasern oder Mineralwolle, soweit nicht anders ausgeführt, und Mischungen hiervon verstanden. In einer Ausführungsform handelt es sich erfindungsgemäß bei dem Glasfasermaterial um ein E-Glas, S-Glas oder ECR-Glas oder Kombinationen hiervon.

Diese Gläser können als Endlosglasfaserrovings texturiert oder effekttexturiert vorliegen, geeignete Materialien sind zum Beispiel die Powertex und Powertex LE Fasern der DBW Advanced Fiber Technologies GmbH.

Das in dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte Werkzeug ist derart ausgebildet, dass es die elektromagnetische Strahlung zur Aushärtung des Formteils durchlässt. Darüber hinaus ist das Werkzeug zum Beispiel derart ausgebildet, dass überschüssiges Lösungsmittel, üblicherweise Wasser, entweichen kann, zum Beispiel dass der Wasserdampf durch geeignete Öffnungen aus dem Werkzeug austreten kann. Das Werkzeug kann entsprechend mit einer ausreichenden Zahl von Öffnungen zum Herauslassen dieser Mittel ausgestattet sein.

Geeignete Materialien zumindest zur Ausbildung des Teilbereichs des Werkzeuges, der für die elektromagnetische Strahlung durchlässig ist, sind Kunststoffmate- rialien, wie Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyvinylchlorid (PVC) und Mischungen hiervon aber auch Materialien wie Glas oder Keramik. Ein gut geeignetes Material ist Polypropylen. Es zeigte sich, dass sich dieses nur gering erwärmt, zum Beispiel auf maximal 100°C, wie maximal 95°C, wie maximal 90°C. Dieses gilt insbesondere für die Temperatur an der Außenseite des Werkzeugs Die Werkzeuge können dabei ein- oder mehrteilig ausgebildet sein und können zusätzlich derart ausgebildet sein, dass sie Freihaltungen für weitere Elemente, wie Rohre oder Abtrennungen, aufweisen. Dadurch ist es möglich heißgasführende Elemente bzw. Bauteile von Schalldämpfern beim Aushärten des Glasfaserund/oder Mineralfasermaterials mit dem anorganischen Bindemittel zumindest teilweise mit dem Formteil zu umschließen.

Die Werkzeuge können so ausgebildet sein, dass sie von außen mit dem Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial und dem anorganischen Bindemittel befüllt werden können. Eine solche Befüllung kann händisch oder halb- oder vollautoma- tisch erfolgen. Die Werkzeuge selbst können ebenfalls händisch, halbautomatisch oder vollautomatisch bereitgestellt, geöffnet und/oder geschlossen werden.

Das Fasermaterial, nämlich, das Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial kann zum Beispiel mittels Düse in das Werkzeug eingebracht werden. Das Einbringen kann dabei derart erfolgen, dass beim Eindüsen das Fasermaterial mit dem anorganischen Bindemittel gleichzeitig eingebracht wird. Alternativ kann die Eindüsung des Fasermaterials und des anorganischen Bindemittels getrennt erfolgen. In einer weiteren Ausführungsform kann das Fasermaterial mit dem anorganischen Bindemittel vorbehandelt sein und wird dann entsprechend beschichtet mit dem anorganischen Bindemittel in das Werkzeug eingebracht, zum Beispiel eingedüst. Beim Eindüsen kann auch das Texturieren, wie das Effekttexturieren der Fasern erfolgen. Bei dem anorganischen Bindemittel handelt es sich in einer Ausführungsform um ein auf Natrium, Kalium und/oder Lithium basierendes Wasserglas. Alternativ oder in Kombination kann Kieselsol eingesetzt werden. Bei Kieselsol handelt es sich um ein in Wasser gelöstes S1O2. Das Bindemittel kann dabei in flüssiger bis pastö- ser Form vorliegen. Alternativ kann es auch in Pulverform eingebracht werden. Der Anteil des Bindemittels kann dabei bis zu 15 Gew.-% als Feststoff betragenbezogen auf das Formteil mit Faser und Bindemittel als Feststoff. In einer Ausführungsform liegt dabei das Bindemittel in einer Menge von bis zu 10 Gew.-%, wie bis zu 5 Gew.-% Feststoff vor. Das Bindemittel selbst kann dabei in Lösung oder als Dispersion oder Suspension vorliegen und eingesetzt werden. Es kann weitere anorganische Zuschlagsstoffe aufweisen. Geeignete Lösungsmittel sind dabei insbesondere wässrige Lösungsmittel, wie reines Wasser, die als Dispersion, Suspension oder Emulsion vorliegen.

Ein wesentlicher Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Härten mit elektromagnetischer Strahlung, die in einem Bereich von 1 x 10 4 Hz bis 4 x 10 14 Hz, wie 1 x 10 6 Hz bis 1 x 10 12 Hz liegt. In einer Ausführungsform ist dabei die Strahlung eine Radiofrequenzstrahlung oder Mikrowellenstrahlung, zum Beispiel solche wie sie mit herkömmlichen Strahlungseinheiten erzielt werden. So sind Geräte mit Mikrowellen im Bereich von 2,45 GHz oder Radiofrequenzbereichen von 27,12 MHz erhältlich.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann dabei in einer Fertigungseinheit halb- und/oder vollautomatisch durchgeführt werden. Dabei kann das Werkzeug als Einmalwerkzeug ausgebildet sein. Solche Einmalwerkzeuge schließen auf Kunst- stoffbasis bestehende Beutel aber auch andere formgebende Werkzeuge ein.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere eines, wobei das herzustellende Formteil aus dem Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial und dem anorganischen Bindemittel besteht. Das anorganische Bindemittel sind zum Beispiel bekannte Silikatbindemittel auf Basis von Natriumsilikat, Kaliumsilikat, Lithiumsilikat oder Mischsilikate hiervon. Alternativ oder in Kombination kann Kieselsol eingesetzt werden, es können auch feste, pulverförmige Silikate, wie Natriumsilikat etc. verwendet werden. Dem Fachmann sind geeignete anorganische Bindemittel zur Anwendung mit Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterialien bekannt.

In einer Ausführungsform ist das anorganische Bindemittel eines mit einem pH-Wert von größer 9, wie z.B. größer 9,5, wie > 10.

In einem weiteren Aspekt werden so erhältliche Formteile bereitgestellt. Diese Formteile aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial mit anorganischem Bindemittel eignen sich insbesondere als Formteile für akustische und/oder isolieren- de Zwecke, zum Beispiel als Schalldämpfereinsätze oder andere im Fahrzeugbau verwendete isolierende und/oder akustische Bauteile. Diese Formteile sind zum Beispiel aus texturierten Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterialien, wie effekt- texturierten Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterialien. Diese erfindungsgemäßen Formteile zeichnen sich durch eine geringe Emission bei Erwärmung aus und zeigen aufgrund des Verbleibens der Schlichte an den Fasern verbesserte mechanische Eigenschaften auf. Diese Formteile unterscheiden sich von bekannten Formteilen hergestellt durch Heißverpressen oder durch Erwärmen insbesondere durch Erhitzen, wie ein Aufheizen mittels dem Werkzeug während des Herstellungsprozesses dadurch, dass zum Beispiel die Schlichte auf der Faseroberfläche verbleibt. Die Formteile haben verbesserte mechanische Eigenschaften, wie Zug- und Druckfestigkeiten oder Reiß- oder Bruchfestigkeiten.

In einem weiteren Aspekt richtet sich die vorliegende Anmeldung auf eine Ferti- gungseinheit für ein Formteil aus Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial und einem anorganischen Bindemittel umfassend eine Einrichtung zur Bereitstellung eines Werkzeugs zur Ausbildung des Formteils, wobei dieses Werkzeug durchlässig ist für elektromagnetische Strahlung in einem Bereich von 1 x 10 4 Hz bis 4 x 10 14 Hz, wie von 1 x 10 6 bis 1 x 10 12 Hz; eine Einrichtung zum Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermatenals und des anorganischen Bindemittels in das Werkzeug; Einrichtung zum Erzeugen einer elektromagnetischer Strahlung im oben genannten Bereich zum Härten des anorganischen Bindemittels zur Ausbildung des Formteils; Einrichtung zum Entnehmen des ausgeformten Formteils aus dem Werkzeug.

Diese Fertigungseinheit umfasst eine Einrichtung zur Bereitstellung eines Werkzeuges zur Ausbildung des Formteils. Diese Einrichtung bringt dabei das Werkzeug in die Fertigungseinheit ein und führt diese gegebenenfalls zu den weiteren Einrichtungen der Einheit. Dem Fachmann sind geeignete Einrichtungen zum Bereitstellen und Fördern des Werkzeuges bekannt.

Diese Einrichtung stellt die Werkzeuge dabei derart bereit, dass die Werkzeuge mit ihrem zumindest teilweise für elektromagnetische Strahlung durchlässigen Be- reich derart zur Einrichtung zum Erzeugen der elektromagnetischen Strahlung geführt werden, dass in dieser Einrichtung die im Werkzeug vorliegenden Materialien entsprechend bestrahlt werden.

Die Fertigungseinheit umfasst weiterhin eine Einrichtung zum Einbringen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials und des anorganischen Bindemittels in das Werkzeug. Wie bereits oben ausgeführt, kann eine solche Einrichtung eine Eindüsung mit einer entsprechend ausgebildeten Düse umfassen. Dabei kann die Einrichtung derart ausgebildet sein, dass diese das anorganische Bindemittel vor Einbringen in das Werkzeug auf das Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial auf- trägt und dann diese entsprechend in das Werkzeug einbringt. Alternativ kann diese Einrichtung derart ausgeführt sein, dass ein Einbringen des Bindemittels und des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials getrennt oder nacheinander erfolgt. Dem Fachmann sind geeignete Vorrichtungen bekannt. Diese Einrichtungen können gegebenenfalls weiterhin Zuführeinrichtungen zum Zuführen des Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials umfassen sowie Vorratsbehälter für das anorganische Bindemittel und/oder das Fasermaterial usw. Gegebenenfalls kann die Fertigungseinheit und hier die Einrichtung zum Einbringen des Fasermaterials vorgeschaltet eine Einrichtung zum (effekt)-texturieren des Glasfaser- und/oder Mineral- fasermaterials aufweisen. Das Texturieren, wie das Effekttexturieren des Faser- matehals kann auch beim Einbringen z.B. insbesondere eine Düse erfolgen.

Die erfindungsgemäße Fertigungseinheit umfasst weiterhin eine Einrichtung zum Erzeugen elektromagnetischer Strahlung zum Härten des anorganischen Bindemittels im Werkzeug zur Ausbildung des gehärteten Formteils. Diese Einrichtung umfasst Mittel zum Erzeugen der gewünschten elektromagnetischen Strahlung in einem Bereich von 1 x 10 4 Hz bis 4 x 10 14 Hz, wie von 1 x 10 6 bis 1 x 10 12 Hz, zum Beispiel eine Einheit zum Erzeugen einer Infrarotstrahlung, einer Mikrowelle oder einer Einheit zum Erzeugen einer Radiofrequenz (Rundfunkfrequenz). Diese Einrichtung ist derart ausgebildet, dass die elektromagnetische Strahlung auf das Werkzeug und hier den für die elektromagnetische Strahlung durchlässigen Bereich des Werkzeuges ausgerichtet ist, so dass diese in das Werkzeug eindringen kann und dort eine Härtung des Formteils erlaubt. Dem Fachmann sind geeignete Einrichtungen bekannt, so kann diese Einrichtung ein Tunnel oder ein Ofen sein, durch die die Werkzeuge auf einer Fördereinheit transportiert werden.

Diese Einrichtung kann weiterhin Elemente enthalten, die das bei der Härtung freigesetzte Lösungsmittel, wie den Wasserdampf, abzieht.

Die Fertigungseinrichtung umfasst weiterhin optional eine Einrichtung zum Entnehmen des ausgeformten Formteils aus dem Werkzeug. Dazu wird das Werkzeug mit dem fertigen Formteil nach Verlassen der Einrichtung zum Erzeugen elektromagnetischer Strahlung zum Aushärten zum Beispiel über Fördermittel zu der Einrichtung zum Entnehmen des ausgeformten Formteils aus dem Werkzeug weitergeführt. Dieses Entnehmen des ausgeformten Formteils kann dabei halbautomatisch oder automatisch durch Öffnen des Werkzeuges geschehen. Das Werkzeug kann dabei ein mehrfach verwendbares Werkzeug oder ein einmal verwendbares Werkzeug sein. Ein solches Werkzeug schließt unter anderem einen Beutel oder andere Strukturen zur Einmalverwendung ein. Ein entsprechendes Entnehmen des ausgeformten Formteils kann bei Einmalartikeln das Zerstören des Werkzeugs beinhalten. In einer Ausführungsform ist die Einrichtung zum Einbringen des Fasermaterials, z.B. eine Düse, derart ausgebildet, dass sie gleichzeitig ein Benetzen des gegebenenfalls texturierten insbesondere des gegebenenfalls effekttextu erten Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterials mit dem anorganischen Bindemittel beinhaltet.

In einer Ausführungsform weist die Fertigungseinheit dabei eine Steuerungseinheit auf, die halb- oder vollautomatisch die Fertigungseinheit steuert.

In einer weiteren Ausführungsform ist die Fertigungseinheit eine, wobei die Her- Stellung des Formteils in einem Arbeitsschritt ohne Unterbrechung erfolgt.

In einer weiteren Ausführungsform wird das Werkzeug, aus dem das fertige Formteil entnommen wurde, wieder zu der Einrichtung zum Einbringen des Glasfaserund/oder Mineralfasermaterials und des anorganischen Bindemittels in das Werk- zeug zurück geführt, das heißt, dass die Einrichtung zum Führen des Werkzeugs eine Endlosfördereinrichtung aufweisen kann.

Das erfindungsgemäß hergestellte Formteil ist in einer Ausführungsform ein Schalldämpfereinsatz.

In einem weiteren Aspekt richtet sich die vorliegende Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung von Schalldämpfern, umfassend den Schritt des Einbringens eines Formteils erhältlich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. eines erfindungsgemäßen Formteils in einen Schalldämpfer oder einen Teil eines Schalldämpfers.

In einer Ausführung davon findet dabei das Aushärten des Formteils nach zumindest teilweisen Umschließen eines heißgasführenden Bauteils statt.

Dem Fachmann sind geeignete Verfahren zur Herstellung des Schalldämpfers bekannt. So kann das erfindungsgemäße Formteil in eine erste Mantelschale oder eine zweite Mantelschale eingebracht bzw. eingesetzt werden oder über ein heißgasführendes Bauteil gezogen werden, sodass dieses heißgasführende Bauteil zumindest teilweise von dem erfindungsgemäßen Formteil umschlossen wird. Nach Einbringen des erfindungsgemaßen Formteils erfolgt ein Schließen des Schalldämpfers.

In einem weiteren Aspekt wird ein Schalldämpfer hergestellt mit einem erfin- dungsgemäßen Verfahren beansprucht.

Das erfindungsgemäße Formteil erhältlich mit einem erfindungsgemäßen Verfahren ist eines zur Verwendung als akustisches und/oder isolierendes Bauteil, insbesondere in einem Schalldämpfer.

Die erfindungsgemäßen Formteile können auch komplexere Formen einnehmen, insbesondere dreidimensional geformte Formteile. Dabei können diese ausgebildeten Formteile auch eigenstabil sein, sodass sie in einem System einfach einsetzbar sind und gegebenenfalls austauschbar sind.

Unter Bezugnahme auf die Abbildung 1 wird das erfindungsgemäße Verfahren noch einmal erläutert. Abbildung 1 ist ein Fließdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens. Im ersten Schritt wird das Werkzeug bereitgestellt, um dann im zweiten Schritt in das Werkzeug das Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial und das anorganische Bindemittel einzubringen. Wie ausgeführt kann dabei die Faser vorab mit dem Bindemittel benetzt werden, alternativ kann das Glasfaser- und/oder Mineral- fasermaterialgleichzeitig mit dem anorganischen Bindemittel oder nacheinander in das Werkzeug eingebracht werden. Im weiteren Schritt wird dann das Werkzeug mit dem eingebrachten nicht ausgehärteten Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial mit dem Bindemittel zur Einrichtung zur Härtung des Formteils verbracht. Diese Einrichtung weist eine Quelle elektromagnetischer Strahlung zur Härtung des Bindemittels auf.

Im sich darin anschließenden Schritt wird das Glasfaser- und/oder Mineralfasermaterial zum Formteil mittels elektromagnetischer Strahlung in der Einrichtung zum Erzeugen elektromagnetischer Strahlung zum Härten des anorganischen Bindemittels zur Ausbildung des Formteils ausgehärtet. Nach dem Aushärten wird das Werkzeug mit dem gehärteten Formteil weitergeleitet, um das gehärtete Formteil aus dem Werkzeug zu entnehmen. Gegebenenfalls wird das wieder verwendbare Werkzeug erneut zum Befüllen bereitgestellt.