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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR PRODUCING MOULD SEGMENTS OF A SEGMENTED VULCANISING MOULD FOR VEHICLE TYRES AND MOULD SEGMENT FOR A SEGMENTED VULCANISING MOULD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/161977
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing mould segments (8) of a preferably segmented vulcanising mould for vehilce tyres, wherein the mould segments (8) can be joined to form a ring (13) and • - wherein each mould segment (8) has a segment back (17) facing away from the cavity (20) of the vulcanising mould, with which segment back the mould segment (8) is to be arranged in a device suitable for vehicle tyres, preferably in a segment shoe (7) of the vulcanising mould and • - wherein each mould segment (8) has a mould side (14) facing the cavity (20) of the vulcanising mould, which mould side has the negative profile of the tread and • - wherein the negative profile is created by means of a generative production method. A carrier element (16), onto which the mould side (14) facing the cavity (20) of the vulcanising mould is integrally applied by means of the generative production method, is used as the segment back (17) so as to obtain a hybrid mould segment (8). The invention further relates to a mould segment for a vulcanising mould.

Inventors:
HOPPE, Nicholas (30419 Hannover, 30419, DE)
CELADNIK, Randomil (76824 Hulin, 76824, CZ)
BLÖMER, Fabian (30161 Hannover, 30161, DE)
DZICK, Jürgen (30926 Seelze, 30926, DE)
Application Number:
EP2019/050054
Publication Date:
August 29, 2019
Filing Date:
January 03, 2019
Export Citation:
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Assignee:
CONTINENTAL REIFEN DEUTSCHLAND GMBH (Vahrenwalder Str. 9, Hannover, 30165, DE)
International Classes:
B29D30/06; B22F3/105; B22F5/00; B23K26/32; B23K35/02
Domestic Patent References:
WO2016110562A12016-07-14
Foreign References:
US20140147538A12014-05-29
DE102004028462A12005-12-29
US20020176792A12002-11-28
US20150283769A12015-10-08
EP2987630A12016-02-24
US20160193796A12016-07-07
EP2399695A12011-12-28
FR2939714B12012-05-18
Attorney, Agent or Firm:
FINGER, Karsten (Continental Aktiengesellschaft, Intellectual PropertyPostfach 169, Hannover, 30001, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von Formsegmenten (8) einer vorzugsweise

segmentierten Vulkanisier form für Fahrzeugreifen, wobei die Formsegmente (8) zu einem Ring (13) zusammenfügbar sind und

wobei jedes Formsegment (8) einen dem Hohlraum (20) der Vulkanisierform abgewandten Segmentrücken (17) aufweist, mit welchem das Formsegment (8) in einer für Fahrzeugreifen geeigneten Vorrichtung, vorzugsweise einem Segmentschuh (7) der Vulkanisierform anzuordnen ist und

wobei jedes Formsegment (8) eine dem Hohlraum (20) der Vulkanisierform zugewandte Formseite (14) aufweist, welche das Negativprofil des Laufstreifens beinhaltet und

wobei man das Negativprofil mittels eines generativen Fertigungs Verfahrens aufbaut,

dadurch gekennzeichnet,

dass man ein als Segmentrücken (17) dienendes Trägerelement (16) auswählt und dass man auf dieses Trägerelement (16) stoffschlüssig mittels des generativen Fertigungs Verfahrens die dem Hohlraum (20) der Vulkanisierform zugewandte Formseite (14) samt Negativprofil aufbringt,

so dass man ein hybrides Formsegment (8) erhält.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das Trägerelement (16) aus dem gleichen Material oder aus einem Material, welches dem generativ zu erzeugenden Material in seinen physikalischen Eigenschaften ähnlich ist, ausführt, wie Metalle, Metalllegierungen, Kunststoffe.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das

Trägerelement (16) derart vorfertigt, dass dieses die Form einer quadratischen Platte oder die Form eines kontumahen Segmentrückens (17) oder die Endkontur eines Segmentrückens (17) aufweist und dass man anschließend auf der dem

Segmentrücken (17) gegenüberliegenden Fläche (18) die Formseite (14) aufbringt und dass man das Trägerelement (16) bei Form einer quadratischen Platte oder bei kontumaher Form des Segmentrückens (17) zum Erhalt der Endkontur des

Segmentrückens (17) nachbearbeitet.

4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man die dem Segmentrücken (17) gegenüber liegende Fläche (18) des

Trägerelementes (16) plan ausführt und dass man die Formseite (14) auf die plane Fläche (18) aufbringt.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch

gekennzeichnet, dass man die dem Segmentrücken (17) gegenüber liegende Fläche (18) des Trägerelementes (16) bereits entsprechend der gebogenen Kontur der Formseite als gebogene Fläche ausführt und dass man die Formfläche (14) auf diese gebogene Fläche (18) aufbringt.

6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man das hybride

Formsegment (8) spanend nachbearbeitet und/oder dass man das hybride

Formsegment (8) geeigneter Wärme- und Oberflächenbehandlungsverfahren unterzieht.

7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass man das Trägerelement derart wählt, dass dieses aus einem oder mehreren Bestandteilen und/oder aus einem oder mehreren Materialien zusammengesetzt ist.

8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass man als generatives Verfahren ein Faserschmelzverfahren oder ein Sinterverfahren oder ein Auftragsschweiß verfahren oder ein

Schmelzverfahren oder Kombinationen der vorgenannten Verfahren oder andere vergleichbare Verfahren, welche formlose bzw. formneutrale Materialien mittels chemischer und/oder physikalischer Prozesse in geometrisch definierte Gestalt überführen, anwendet.

9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass man die gesamte Formseite (14) mit sämtlichen auf und in der Formseite (14) angeordneten Elemente wie das Negativprofil,

Entlüftungsbohrungen, Abriebindikatoren, Schneeflockensymbol mittels des generativen Fertigungsverfahrens aufbringt.

10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass man während des generativen Fertigungs Verfahrens zusätzlich Ausrichtungsmarkierungen erzeugt, mittels derer das hybride Formsegment (8) in zur Nachbehandlung geeigneten Vorrichtungen auszurichten ist.

11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass man während des generativen Fertigungsverfahrens zusätzliche funktionale Strukturen im generativ erzeugten Volumen der Formseite (14) generiert.

Verfahren nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass man ein als Segmentschuh (7) und Segmentrücken (17) dienendes Trägerelement (16) auswählt und dass man auf dieses Trägerelement (16) stoffschlüssig mittels des generativen Fertigungs Verfahrens die dem Hohlraum (20) der Vulkanisierform zugewandte Formseite (14) samt Negativprofil aufbringt, so dass man ein hybrides Segment erhält.

12. Formsegment für eine segmentierte Vulkanisierform, dadurch gekennzeichnet, dass dieses nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche 1 bis 11 hergestellt ist.

13. Fahrzeugreifen, welcher in einer Vulkanisierform mit einem Formsegment (8) nach Anspruch 12 vulkanisiert ist.

Description:
Beschreibung

VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON FORMSEGMENTEN EINER SEGMENTIERTEN

VULKANISIERFORM FÜR FAHRZEUGREIFEN UND FORMSEGMENT FÜR EINE SEGMENTIERTE VULKANISIERFORM

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formsegmenten einer

vorzugsweise segmentierten Vulkanisierform für Fahrzeugreifen, wobei die Formsegmente zu einem Ring zusammenfügbar sind und wobei jedes Formsegment einen dem Hohlraum der Vulkanisierform abgewandten Segmentrücken aufweist, mit welchem das Formsegment in einer für Fahrzeugreifen geeigneten Vorrichtung, vorzugsweise einem Segmentschuh der Vulkanisierform, anzuordnen ist und wobei jedes Formsegment eine dem Hohlraum der Vulkanisierform zugewandte Formseite aufweist, welche das Negativprofil des

Faufstreifens beinhaltet und wobei man das Negativprofil mittels eines generativen

Fertigungs Verfahrens aufbaut.

Die Reifenvulkanisation erfolgt in Heizpressen, bei der der Reifenrohling in eine geeignete Vulkanisierform eingesetzt und unter Einwirkung von Wärme sowie Druck vulkanisiert wird. Die Formsegmente formen und heizen den Faufstreifen des Rohreifens und prägen dessen Faufstreifenprofil. Die Erfindung bezieht sich auf jeglichen Heizpressentyp

(Vorrichtung), vorzugsweise auf segmentierte Vulkanisierformen.

Formsegmente werden traditionell durch Gussprozesse mit anschließender spanender Bearbeitung oder ausschließlich durch spanende Bearbeitung hergestellt.

Es ist ebenfalls bekannt, das komplette Negativprofil eines Faufstreifen oder auch einzelne

Elemente des Faufstreifens, wie beispielsweise Famellen, durch generative

Fertigungs verfahren herzustellen und in der traditionell gefertigten Formfläche anzuordnen. Der Vorteil von generativen Fertigungsverfahren ist insbesondere in der zeit- und kostengünstigen Erstellung sowie in der Freiheit der Formgestaltung der Formflächen bzw. einzelner Elemente dieser Formflächen zu sehen.

Aus der FR 2939714 Bl ist es bekannt, das gesamte Negativprofil des Faufstreifens als dünnwandige Schale mittels eines generativen Fertigungsverfahrens herzustellen und diese Schale in einem Formsegment mit gegengleicher Aufnahme für diese dünnwandige Negativprofil- Schale anzuordnen. Nachteilig ist jedoch, dass die vergleichsweise dünnwandige Schale zu einem eigenspannungsinduzierten, geometrischen Bauteilverzug neigt und dass es für die passgenaue Fertigung einer komplexen und aufwendigen

Nachbearbeitung bedarf.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von

Formsegmenten einer segmentierten Vulkanisierform zur Verfügung zu stellen, welches kostengünstig ist, mit welchem Formsegmente mit nur sehr geringem oder keinem

Bauteilverzug herstellbar sind und mit welchem aufwändige Profilgeometrien realisierbar sind.

Der Erfindung liegt zudem die Aufgabe zugrunde, ein entsprechendes Formsegment sowie einen Fahrzeugreifen zur Verfügung zu stellen.

In Bezug auf das Verfahren wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass man ein als Segmentrücken dienendes Trägerelement auswählt und dass man auf dieses Trägerelement stoffschlüssig mittels des generativen Fertigungs Verfahrens die dem Hohlraum der Vulkanisierform zugewandte Formseite samt Negativprofil aufbringt, so dass man ein hybrides Formsegment erhält.

Erfindungswesentlich ist, dass man ein geeignetes Trägerelement wählt, auf welches man mittels eines generativen Fertigungsverfahrens die Formseite aufbringt. Trägerelement und Formseite sind stoffschlüssig miteinander und unlösbar voneinander verbunden und bilden somit bezüglich ihrer Fertigung und/oder ihrer Materialen ein hybrides Stück. Dadurch, dass die Formseite stoffschlüssig auf das Trägerelementelement aufgebracht wird und somit das Trägerelement mit der Formseite ein hybrides Formsegment bildet, nimmt die

Trägerplatte Spannungen mit auf und ein nachteiliger Bauteilverzug ist vermieden. Als Trägerelement eignet sich ein mittels konventioneller Verfahren (bspw. Urformen,

Umformen, Trennen und Zerspanen oder Fügen) hergestelltes Halbzeug wie beispielsweise eine gefräste Walzplatte. Die komplette Formseite ist mittels des generativen Verfahrens gefertigt. Hierzu zählen beispielsweise Profilrillen, Profilelemente, spezifische Merkmale wie Abriebindikator, Abschlussflächen und auch im Inneren der Formseite angeordnete Strukturen, wie beispielsweise zur Entlüftung dienende Strukturen. Daher eignet sich dieses Verfahren sowohl zur Herstellung von Formsegmenten für Versuchs-/ oder

Ausstellungsreifen als auch für Serienreifen.

Unter dem Begriff„Formseite“ ist das gesamte Volumen zu verstehen, welches mittels eines oder in Kombination mehrerer generativer Verfahren auf das Trägerelement aufgebracht wird und im in der Vulkanisierform montierten Zustand des Formsegmentes zum Hohlraum dieser weist. Die Formseite beinhaltet das komplette Negativprofil des Laufstreifens mit all seinen Ausgestaltungen.

Anders ausgedrückt: man erzeugt mindestens das Negativ des vollständigen Reifenprofils inklusive aller reifenprofil- und formseitig relevanten Merkmale generativ auf der dem Hohlraum der Vulkanisierungsform zugewandten Seite eines konventionell hergestellten Trägerelements. Der generativ erzeugte Materialanteil verbleibt dauerhaft im

stoffschlüssigen Verbund mit dem als integraler Bestanteil des hybriden Segmentkörpers ausgeführten Trägerelements, welches im Fertigstellungszustand des hybriden

Segmentkörpers auf der dem Hohlraum der Vulkanisierungsform abgewandten Seite als Segment Rücken ausgeführt ist.

Zum Druck der Formseite mittels der generativen Fertigungs verfahren sind vorab in bekannter Art und Weise entsprechende 3D-Daten erzeugt worden. Zweckmäßig ist es, wenn man das Trägerelement aus dem gleichen Material oder aus einem Material, welches dem generativ zu erzeugenden Material in seinen physikalischen Eigenschaften ähnlich ist, ausführt. Dadurch werden ein sicherer Stoffschluss sowie eine Materialverträglichkeit gewährleistet. Es eignen sich beispielsweise jegliche Metalle, Metalllegierungen sowie Kunststoffe und weitere Werkstoffe, die sich für die dargelegte Anwendung in einer Reifenform und einer entsprechenden Verarbeitung eignen.

Reifenformsegmente, welche gemäß der dargelegten Fertigungs weise aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen oder Stahl oder Stahllegierungen hergestellt werden, können aufgrund der zu konventionell hergestellten Reifenformsegmenten vergleichbaren physikalischen Produkteigenschaften in der bestehenden Infrastruktur unter Beibehaltung standardisierter Prozesse eingesetzt werden.

Als Baumaterial ist ebenfalls Titan oder eine Titanlegierungen geeignet, wodurch gute mechanische Eigenschaften bei geringem Gewicht des Bauteils erhalten sind.

Zweckmäßig ist es, wenn man das Trägerelement derart vorfertigt, dass dieses die Form einer etwa quadratischen Platte oder die Form eines kontumahen Segmentrückens oder die Endkontur eines Segmentrückens aufweist und dass man anschließend auf der dem

Segmentrücken gegenüberliegenden Fläche die Formseite aufbringt und dass man das Trägerelement bei Form einer quadratischen Platte oder bei kontumaher Form des

Segmentrückens zum Erhalt der Endkontur des Segmentrückens nachbearbeitet. Hierdurch ist die Erstellung einer die Endkontur des Segmentrückens aufweisenden Trägerelementes zeitlich und räumlich unabhängig und trennbar von dem generativen Aufbau der Formseite. Je nach Auslastung kann die Trägerplatte vor oder nach dem generativen Aufbringen der Formseite in die Endkontur als Segmentrücken gebracht werden, wodurch die Herstellung des Formsegmentes flexibel ist.

In einer bestimmten Ausführung der Erfindung führt man die dem Segmentrücken gegenüber liegende Fläche des Trägerelementes plan aus und man bringt die Formseite auf die plane Fläche auf. Eine plane Oberfläche ist nach jetzigem Stand der Technik für das generative Fertigungsverfahren des Pulverbett basierten Laserschmelzverfahrens notwendig. Dieses Verfahren ist beispielsweise unter der Bezeichnung„Selective Laser Melting“ bekannt.

In einer alternativen Ausführung der Erfindung führt man die dem Segmentrücken gegenüber liegende Fläche des Trägerelementes bereits entsprechend der gebogenen Kontur der Formseite als gebogene Fläche aus und man bringt die Formseite auf diese gebogene Fläche auf. Eine gebogene Fläche kann mittels des sogenannten„Auftragsschweißens“ als generatives Fertigungsverfahren bedruckt werden.

Zweckmäßig ist es, wenn das Volumen der mittels generativer Verfahren erzeugten

Formseite etwa gleich groß oder größer als das Volumen des in Endkontur befindlichen Segmentrückens ist.

Zweckmäßig ist es, wenn man das hybride Formsegment spanend nachbearbeitet und/oder dass man das hybride Formsegment geeigneter Wärme- und Oberflächenbehandlungs- verfahren unterzieht. Durch genannte Prozessschritte können Material- und

Oberflächeneigenschaften eingestellt und minimale Formtoleranzen eingehalten werden.

Zweckmäßig ist es, wenn man das Trägerelement derart wählt, dass dieses aus einem oder mehreren Bestandteilen und/oder aus einem oder mehreren Materialien zusammengesetzt ist. Beispielsweise kann das Trägerelement aus Stahl für eine bessere Wärmeleitfähigkeit einen Kem aus Aluminium aufweisen.

Zweckmäßig ist es, wenn man als generatives Verfahren ein Faserschmelzverfahren oder ein Sinterverfahren oder ein Auftragsschweißverfahren oder ein Schmelzverfahren oder Kombinationen der vorgenannten Verfahren oder andere vergleichbare Verfahren, welche formlose bzw. formneutrale Materialien mittels chemischer und/oder physikalischer Prozesse in geometrisch definierte Gestalt überführen, anwendet. Die Anwendung von generativen Fertigungsverfahren ermöglicht eine schnelle, präzise, Ressourcen schonende und von geometrischen Restriktionen befreite Fertigung komplexer Geometrien in einem hybriden Materialverbund und im wechselseitigen Einsatz mit anderen konventionellen F ertigungsmethoden.

Zweckmäßig ist es, wenn man die gesamte Formseite mit sämtlichen auf und in der Formseite angeordneten Elemente wie das Negativprofil, Entlüftungsbohrungen,

Abriebindikatoren, Schneeflockensymbol und Entlüftungselementen mittels des generativen Fertigungsverfahrens aufbringt. Die Formseite kann durch den generativen Fertigungsprozess bis in den finalen Zustand überführt werden und eine etwaige nachträgliche Einbringung beschriebener Gestaltungselemente und entsprechende dafür benötigte Verfahren und Prozessschritte substituieren. Daraus resultieren Zeit- und Kostenvorteile sowie eine reduzierte Fertigungskomplexität.

Zweckmäßig ist es, wenn man während des generativen Fertigungsverfahrens zusätzlich Ausrichtungsmarkierungen erzeugt, mittels derer das hybride Formsegment in zur

Nachbehandlung geeigneten Vorrichtungen auszurichten ist. Hierdurch ist eine exakte und zeiteffiziente Nachbearbeitung des Formsegmentes ermöglicht.

In Bezug auf das Formsegment für eine segmentierte Vulkanisierform wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass dieses nach einer oder mehreren der vorgenannten Verfahrensschritten hergestellt ist.

Das Formsegment zeichnet sich dadurch aus, dass dieses aus einem Trägerelement und einer Formseite besteht, wobei die Formseite mittels eines generativen

Fertigungsverfahrens hergestellt ist und stoffschlüssig mit und unlösbar von dem

Trägerelement verbunden ist und bezüglich ihrer Fertigung und/oder ihrer Materialen ein hybrides Formsegment bilden.

In Bezug auf den Fahrzeugreifen wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass dieser in einer Vulkanisierform mit wenigstens einem vorgenannten Formsegment vulkanisiert ist. Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der schematischen Zeichnungen, welche Ausführungsbeispiele darstellen, näher beschrieben.

Dabei zeigt die

Fig. 1 eine Schnittdarstellung eines Teils einer Reifenvulkanisationsform im geschlossenen Zustand;

Fig. 2 ein Formsegment in dreidimensionaler Ansicht;

Fig.3 einen Segmentring aus Formsegmenten;

Fig. 4a bis 4c das herzustellende Formsegment in verschiedenen Schritten des

erfindungsgemäßen Verfahrens.

Die Fig. 1 zeigt schematisch die wesentlichen Bestandteile einer üblichen

Vulkanisationsform bzw. Heizform für einen Fahrzeugluftreifen für Personenkraftwagen. Die Vulkanisierform befindet sich innerhalb einer Heizpresse, deren Bestandteile nicht dargestellt sind. Eine solche Heizpresse umfasst üblicher Weise einen Pressenoberteil und einen Pressenunterteil und weist die entsprechenden Mechanismen zum Positionieren des zu vulkanisierenden Reifens, zur Betätigung der Bestandteile der Vulkanisationsform, zum Einbringen der Heizmedien und zum Entfernen des fertig vulkanisierten Reifens auf.

Die Vulkanisationsform ist eine mehrteilige Containerform mit einer unteren Heizplatte 1 , einer unteren Seitenwandschale 2, einer oberen Heizplatte 3, einer oberen

Seitenwandschale 4, einem unteren Wulstring 5 und einem oberen Wulstring 15. Zu jenen Bestandteilen der Vulkanisationsform, die zum Öffnen und Schließen in senkrechter Richtung (Pfeil Pl) bewegt werden, gehören die obere Heizplatte 3 mit der an dieser angeordneten oberen Seitenwandschale 4. Die Vulkanisationsform weist ferner einen Segmentring 6 auf, welcher üblicher Weise aus sieben bis elf ringförmig verlaufenden Segmentschuhen 7 zusammengesetzt ist, welche die formgebenden Formsegmente 8 haltern. Bei Sonderformenbau kann die Anzahl der Formsegmente bei 12 bis 120 liegen. Die Segmentschuhe 7 werden beim Öffnen der Vulkanisationsform radial, in Richtung des Pfeiles P2 in Fig.l, auseinander gefahren und geben derart den fertig vulkanisierten Reifen frei. An der Innenseite des gezeigten Segmentschuhes 7 ist ein Formsegment 8 erkennbar, welches den profilierten Laufstreifen des Reifens formt. An der oberen Heizplatte 3 ist ein Schließring 9 angeordnet, welcher eine abgeschrägte Innenfläche aufweist, die mit abgeschrägten Außenflächen der Segmentschuhe 7 des Segmentringes 6 derart zusammen wirken, dass beim Schließen der Vulkanisationsform die Segmentschuhe 7 in radialer Richtung zum geschlossenen Segmentring 6 zusammengefahren werden. In der unteren Heizplatte 1, der oberen Heizplatte 3 und im Schließring 9 sind Heizkammem 10, 11, l2a, l2b, l2c enthalten, in welche zum Vulkanisieren des Reifens zumindest ein Heizmedium, insbesondere Sattdampf (Wasserdampf) eingeleitet wird. Auf diese Weise wird der Rohreifen (nicht dargestellt) von außen über die Segmentschuhe 7, die Seitenwandschalen 2, 4 und die Wulstringe 5, 15 beheizt, sodass diese Heizung üblicherweise als

Außenheizung bezeichnet wird.

Ein üblicher Heizbalg ist nicht dargestellt, welcher in bekannter Weise angeordnet ist und mit zumindest einem Heizmedium unter Druck befällt wird, um den Rohreifen in der Form von innen her zu zentrieren, wobei der Heizbalg in eine reifengemäße Torusform gebracht wird. Nachdem der Rohreifen über den Heizbalg von innen erhitzt wird, wird diese Art der Heizung als Innenheizung bezeichnet.

Die Fig. 2 zeigt ein Formsegment 8 in dreidimensionaler Ansicht, während die Fig. 3 einen aus mehreren Formsegmenten 8 zusammengesetzten Ring 13 aus Formsegmenten 8 zeigt. Die Fig. 4a bis 4c zeigen in verschiedenen Schritten das durch das erfindungsgemäße Verfahren herzustellende Formsegment 8. Die Fig. 2 - 4 werden nachfolgend gemeinsam beschrieben.

Das erfindungsgemäße Verfahren dient zur Herstellung von Formsegmenten 8 einer segmentierten Vulkanisierform für Fahrzeugreifen. Mehrere Formsegmente 8 sind zu einem Ring 13 aus Formsegmenten 8 zusammenfügbar, vergl. Fig. 3. Jedes Formsegment 8 weist einen dem Hohlraum 20 der Vulkanisierform abgewandten Segmentrücken 17 auf, mit welchem das Formsegment 8 in einem Segmentschuh 7 der Vulkanisierform der Fig. 1 anzuordnen ist. Weiterhin weist jedes Formsegment 8 eine dem Hohlraum 20 der

Vulkanisierform zugewandte Formseite 14 auf, welche das Negativprofil des Faufstreifens aufweist, Fig. 3. Diese Formseite 14 wird mittels eines oder mehrerer generativen

Fertigungs Verfahrens aufgebaut.

Hierzu wählt man ein als Segmentrücken 17 dienendes Trägerelement 16 aus Stahl, welches in der Fig. 4a vorgefertigt ist und bereits die Endkontur des Segmentrückens 17 aufweist. Die dem Segmentrücken 17 gegenüberliegenden Fläche 18 ist plan ausgeführt. Auf diese plane Fläche 18 des Trägerelementes 16 wird die Formseite 14 stoffschlüssig mittels eines generativen Fertigungs Verfahrens aufgebracht. Hierzu wird exemplarisch stellvertretend für generative Fertigungsverfahren das Selective Laser Melting

Fertigungs verfahren angewendet, vergl. Fig. 4b. Hierdurch erhält man ein hybrides Formsegment 8, wobei der Segmentrücken 17 fest und unlösbar mit der Formseite 14 verbunden ist, vergl. Fig. 4c. Es ist die gesamte Formfläche 14 mit sämtlichen auf und in der Formseite 14 angeordneten Elemente wie das Negativprofil, Entlüftungsbohrungen, Abriebindikatoren, Schneeflockensymbol und Entlüftungskanälen (die vorgenannte Elemente sind nicht dargestellt) mittels des generativen Fertigungsverfahrens aufgebracht. Optional bearbeitet man das hybride Formsegment 8 spanend nach und/oder man unterzieht das hybride Formsegment 8 geeigneter Wärme- und Oberflächenbehandlungsverfahren.

Um das hybride Formsegment 8 optimal in den nachbearbeiteten Vorrichtungen

positionieren zu können, erzeugt man während des generativen Fertigungsverfahrens zusätzlich Ausrichtungsmarkierungen (nicht dargestellt).

Bezugszeichenliste

1 . untere Heizplatte

2. untere Seitenwandschale

3 . obere Heizplatte

4. obere Seitenwandschale

5 . unterer Wulstring

6. Segmentring

7. Segmentschuh

8. Formsegment

9. Schließring

10 . untere Heizkammer

11 . obere Heizkammer l2a . Heizkammer

l2b . Heizkammer

l2c . Heizkammer

13 . Ring aus Formsegmenten

14 . Formseite

15 . oberer Wulstring

16 . Trägerelement

17 . Segmentrücken

18 . Fläche

20 . Hohlraum der Yulkanisierform