BÜSCHER, Joachim (Margaretenstrasse 34, Peine, 31228, DE)
KIRCHBERG, Gerd (Tannenweg 12, Wedemark, 30900, DE)
KLAMMER, Siegfried (Wedemarkstrasse 8c, Wedemark, 30900, DE)
WOLFF, Roland (Neue Strasse 23, Seelze, 30926, DE)
WEBERSINKE, Dieter (Zur Alten Mühle 12, Nienburg, 31582, DE)
BÜSCHER, Joachim (Margaretenstrasse 34, Peine, 31228, DE)
KIRCHBERG, Gerd (Tannenweg 12, Wedemark, 30900, DE)
KLAMMER, Siegfried (Wedemarkstrasse 8c, Wedemark, 30900, DE)
WOLFF, Roland (Neue Strasse 23, Seelze, 30926, DE)
| Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung mehrfarbiger Folien im Umkehrstreichverfahren, wobei zunächst eine Trägerstruktur mit einem flüssig-pastösen Kunststoffbeschichtet und danach auf diese erste Kunststoffschicht eine zweite Kunststoffschicht aufgetragen wird, vorzugsweise in Form einer Schaumfolie, und ggf. weitere Lack- oder Kleberschichen auf die zweite Kunststoffschicht aufgebracht werden, wobei nach ausreichender Trocknung des Schichtverbundes die Trägerstruktur abgezogen und die darunter liegende Oberfläche des Schichtverbundes lackiert und mit einer
Oberflächenstruktur versehen, vorzugsweise geprägt und danach ggf. geschnitten wird, wobei die erste Kunststoffschicht der Trägerstruktur in mehreren gleichzeitig nebeneinander aufgetragenen flüssigen Kunststoff-Chargen unterschiedlicher Farbgebung aufgebracht wird und die unterschiedlichen Kunststoff-Chargen bis kurz vor dem Anhaften auf der Trägerstruktur getrennt geführt und in ihrem
Massenstrom gesteuert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerstruktur über Walze und Rakel bzw. Streichmesser mit einem flüssigen Kunststoff beschichtet wird und dass der Massenstrom über den Kanalquerschnitt einer Zufuhreinrichtung gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein dehäsiv beschichtetes Papier als Trägerstruktur eingesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kunststoffschicht vor der Prägung der Oberflächenstruktur über eine Heizanlage erwärmt wird, wobei die Erwärmung bzw. die Heizanlage abhängig von der Absorptionsfähigkeit der nebeneinander liegenden einzelnen Farbschichten gesteuert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung mindestens teilweise über Infrarot- Strahler erfolgt, wobei die Steuerung der Erwärmung über eine Segmentierung bzw. die Anordnung der Infrarot-Strahler erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneiden der Folie über Sensoren gesteuert wird, welche mindestens eine der Farbtrennlinien erfassen.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Material für die erste und die zweite Kunststoffschicht ein mit einem Weichmacher versetztes Polyvinylchlorid eingesetzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Material für die erste und die zweite Kunststoffschicht ein Polyurethan eingesetzt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8 zur Herstellung von Kunstleder oder Schaumkunstleder, dadurch gekennzeichnet, dass auf die zweite Kunststoffschicht weitere Kunststoff-, Lack- oder Kleberschichen aufgebracht werden, die mindestens teilweise mit Festigkeitsträgern, vorzugsweise mit textilen Strukturen verstärkt werden.
10. Vorrichtung zur Herstellung mehrfarbiger Folien im Umkehrstreichverfahren nach Anspruch 1 bis 9, wobei die Vorrichtung mindestens eine Streichwalze aufweist, über die die Trägerstruktur geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die
Vorrichtung oberhalb der Streichwalze einen zu letzterer geöffneten und über die Breite der Streichwalze ein oder mehrfach geteilten Streich- oder Vorgabekasten für die Zufuhr des flüssigen Kunststoffrnateriales aufweist, wobei die öffnung des Streichkastens an die Rundung der Walzenoberfläche angepasst ist, und wobei die ablaufseitige Wand des Streichkastens als bis in den Zenitbereich der Walze herab geführtes Streichrakel oder Streichmesser ausgebildet ist, wobei zur Steuerung des Massenstroms mindestens der Spalt zwischen Trägerstruktur und Streichmesser einstellbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilung des über die Breite der Streichwalze ein oder mehrfach geteilten Streich- oder
Vorgabekastens mit Hilfe einsetzbarer Trennspachtel erfolgt, welche an ihrer Unterseite an die Rundung der Walzenoberfläche angepasst sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die einsetzbaren Trennspachtel im Wesentlichen über die Breite der Streichwalze verstellbar sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennspachtel mindestens in ihrem unteren und der Oberfläche der Streichwalze benachbarten Teil keilförmig mit einer in Bezug auf die Fertigungsrichtung ablaufseitigen Schmalseite ausgebildet sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennspachtel mindestens in ihrem ablaufseitig hinteren und der Oberfläche des Streichrakels oder Streichmessers benachbarten Teil keilförmig mit einer zur Oberfläche der Streichwalze benachbarten Schmalseite ausgebildet sind
15. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennspachtel mindestens an ihrer in Bezug auf die Fertigungsrichtung ablaufseitigen Kante mindestens teilweise mit Dichtungen oder dichtenden Profilen versehen sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Seitenflächen und die Unterseite des Spachtels dehäsive Oberflächen aufweisen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Spachtel in an den Wänden des Streichkastens angeordneten Halterungen der gelagert sind, insbesondere angeordnet an der rückwärtigen Wand des Streichkastens, wobei die Halterungen in ihrer Oberflächenstruktur und Geometrie so ausgebildet sind, dass in den angrenzenden Strömungsschichten des flüssig-pastösen Kunststoffmaterials keine sprunghafte änderung des Strömungswiderstandes entsteht. |
Benecke-Kaliko AG 205-176-PWO.l/Ki
13. September 2006 Beschreibung
Verfahren zur Herstellung mehrfarbiger Folien
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung mehrfarbiger Folien im Umkehrstreichverfahren, insbesondere von PVC- Schaumfolien für dekorative Zwecke zum Aufbringen auf räumliche Körper, z. B auf Armaturenbrettern von Kraftfahrzeugen, bei dem zunächst eine Trägerstruktur mit einem flüssigen Kunststoffbeschichtet und danach auf die Kunststoffschicht eine zweite Kunststoffschicht aufgetragen wird, vorzugsweise in Form einer Schaumfolie, und ggf. weitere Lack- oder Kleberschichten auf die zweite Kunststoffschicht aufgebracht werden, wobei nach ausreichender Trocknung des Schichtverbundes die Trägerstruktur abgezogen und die darunter liegende Oberfläche des Schichtverbundes lackiert und mit einer Oberflächenstruktur versehen, vorzugsweise geprägt und danach ggf. geschnitten wird. Ebenfalls wird eine Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemäßen Folie offenbart.
Die DE 195 30 757 Al offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von zwei- oder mehrfarbigen Folien z. b. für Armaturenbretter, bei dem eine aus einem
Kunststoff bestehende Trägerfolie mit Hilfe einer besonders geformten Extrusionsdüse mit weiteren Kunststoffschichten oder -folien unterschiedlicher Farbgebung belegt wird. Hierzu weist die Extruderdüse einen Spalt bzw. Austrittsquerschnitt für das Extrudat der Trägefolie aus, über dem zwei weitere Austrittsquerschnitte für die farbigen Deckschichten angeordnet sind, deren Ausflußwege oder -kanäle durch einen keilförmigen oder dreiecksförmigen Vorsprung bis kurz vor der Auflage des farbigen Obermateriales/Deckschichtmateriales auf der Trägerfolie getrennt sind. Hierdurch fließt das Extrudat für die Deckschichten erst kurz vor dem Auftreffen auf der Trägerfolie zusammen, wodurch sich zwar eine leidlich gute Nahtführung zwischen den unterschiedlichen Farbereichen ergibt, letztlich aber ein leichtes Mischen der Farben im übergangsbereich nicht vermieden werden kann. Demzufolge ist dieses Verfahren eher
dort anwendbar, wo lediglich unterschiedliche Farbtiefen, beispielsweise also unterschiedliche Grautöne aneinander stoßen.
Die DE 101 21 518 Al offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer zwei- oder mehrfarbigen Schaumfolie, bei der eine tragende Unterschicht aus Schaumfolie mit einer Deckschicht belegt wird, die ihrerseits wieder aus mindestens zwei Schichten besteht, nämlich einer Trägerschicht und mindestens einer weiteren Schicht. Die Trägerschicht in einer ersten Farbe weist hierbei eingewalzte oder anderweitig profilierte Vertiefungen auf, in welche die weitere Schicht einer anderen Farbe so eingelegt wird, dass eine bündige Außenoberfläche zwischen Trägerschicht und weiterer Schicht entsteht. Das Aufbringen der Schichten erfolgt dabei durch einen Extrusionsprozess. Es ergeben sich recht gute Farbübergänge, ohne das jedoch Mischungsprozesse oder ungerade Nahtverläufe ganz vermieden werden könnten.
Auch beim Direktstreichverfahren, also beispielsweise bei der Herstellung von
Kunstledern, bei denen eine Trägerschicht z. B. aus Textilfasern im Produkt eingebunden ist, kennt man die Herstellung von mehrfarbigen Folien. Auch hier ergeben sich recht gute Farbübergänge und es besteht der Vorteil, dass die spätere Oberfläche „direkt" nach der Herstellung in Erscheinung tritt und evtl. Abweichungen einem hinreichend guten Nahtverlauf sofort sichtbar werden. Allerdings gibt es auch beim Direktstreichverfahren die Problematik, dass Mischungsprozesse im Nahtbereich nicht ganz vermieden werden können.
Für die Erfindung bestand also die Aufgabe, ein Verfahren für die Herstellung mehrfarbiger Folien bereitzustellen, bei dem eine scharfe, deutlich konturierte und völlig saubere Farbtrennung einzelner Farbschichten ohne Mischzonen erreichbar ist, welches einfach und kostengünstig durchzuführen ist und welches mit hoher Qualität für nebeneinander liegende Farbschichten stark unterschiedlicher Farben geeignet ist.
Gelöst wir diese Aufgabe durch die Merkmale des Hauptanspruchs. Dabei wird die erste Kunststoffschicht der Trägerstruktur in mehreren gleichzeitig nebeneinander aufgetragenen
flüssigen Kunststoff-Chargen unterschiedlicher Farbgebung aufgebracht, wobei die unterschiedlichen Kunststoff-Chargen bis kurz vor dem Anhaften auf der Trägerstruktur getrennt geführt und in ihrem Massenstrom gesteuert werden. Durch eine solche Verfahrensweise entsteht nach dem Abziehen der Trägerstruktur ein so genannter „trägerloser Schaum" mit einer exakt und gerade verlaufenden Trennnaht zwischen den beiden Farbschichten, ohne Auswischungen oder Farbverläufe und ohne ein Mäandrieren der Nahtbereiche. Solche „trägerlosen Schäume" oder „trägerlosen Schaumfolien", d.h. Kunststofffolien ohne weitere separate Verstärkungs- oder Trägerschichten, können relativ hohe Umformungsgrade bei der nachfolgenden Verformung ertragen, also etwa beim Aufbringen auf Armaturenbrett- oder Türverkleidungsträgern für Kraftfahrzeuge. Sie sind damit den Kunstledern, bei denen eine Trägerschicht z. B. aus Textilfasern im Produkt eingebunden ist und dort eben auch bei der Weiterverarbeitung verbleibt, in der Verformbarkeit überlegen.
Eine vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die Trägerstruktur über Walze und Rakel bzw. Streichmesser mit einem flüssigen Kunststoffbeschichtet wird und dass der Massenstrom über den Kanalquerschnitt einer Zufuhreinrichtung gesteuert wird. Mit Hilfe einer solchen Ausbildung lässt sich die Schichtdicke der nebeneinander liegenden Farbschichten sehr genau einstellen, was wiederum wichtig für den sauberen Nahtverlauf ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass ein dehäsiv beschichtetes Papier als Trägerstruktur eingesetzt wird. Hierdurch wird nicht nur das nachfolgende Abziehen der Trägerstruktur / des Papiers erleichtert, es wird auch verhindert, dass während des Aufbringens der farblich unterschiedlichen Kunststoffchargen einige Teilmengen des Kunststoffs durch die vorhandene Oberflächenrauhigkeit stärker an der Trägerstruktur haften als andere Teilbereiche. Dadurch könnten nämlich die Strömungsverhältnisse so gestört werden, dass unschöne Markierungen auf der fertigen Folie entstehen.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass die erste Kunststoff schicht vor der Prägung der Oberflächenstruktur über eine Heizanlage erwärmt wird, wobei die
Erwärmung bzw. die Heizanlage abhängig von der Absorptionsfähigkeit der nebeneinander liegenden einzelnen Farbschichten gesteuert wird. Hierdurch vermeidet man ein zu starkes oder zu schwaches Erwärmen der Folie und erreicht eine genaue Anpassung der Temperaturen der einzelnen unterschiedlich farblichen Folienteile auf die beste Prägetemperatur. In besonders vorteilhafter, weil einfacher und im Aufwand für die Steuerung begrenzter Weise lässt sich dies dadurch erreichen, dass die Erwärmung mindestens teilweise über Infrarot-Strahler erfolgt, wobei die Steuerung der Erwärmung über eine Segmentierung bzw. die Anordnung der Infrarot-Strahler erfolgt.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung besteht darin, dass das Schneiden der Folie über Sensoren gesteuert wird, welche mindestens eine der Farbtrennlinien erfassen. Damit erfolgt das Schneiden abhängig von z. b. in mittleren Bereichen einer mehrfach-farbig hergestellten Folie liegenden Farbtrennlinien, so dass der für die Weiterverarbeitung wichtige Abstand von Farbtrennung zum Folienrand bestmöglich eingehalten wird.
In weiteren vorteilhaften Ausbildungen besteht das Material für die erste und die zweite Kunststoffschicht aus einem mit einem Weichmacher versetzten Polyvinylchlorid oder aus einem Polyurethankunststoff. Beide Kunststoffarten befinden sich bei Raumtemperatur in einem gut zu verarbeitenden flüssig-pastösen Zustand, so dass auf zusätzliche Heizungen zur Plastifϊzierung verzichtet werden kann.
Eine weitere und für die Herstellung von Kunstleder vorteilhafte Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, also zur Herstellung von Kunststofffolien, in denen eine Trägerschicht z. B. aus Textilfasern im Produkt eingebunden ist, besteht darin, dass auf die zweite Kunststoffschicht weitere Kunststoff-, Lack- oder Kleberschichen aufgebracht werden, die mindestens teilweise mit Festigkeitsträgern, vorzugsweise mit textilen Strukturen verstärkt werden. Diese Schichten aus Festigkeitsträgern oder textilen Strukturen können als Gewirke, Gewebe, oder auch als Vlies ausgebildet sein und z. B. in die zusätzlich aufgebrachten Kunststoff-, Lack- oder Kleberschichen eingelegt oder eingewalzt werden.
Bei einsprechender Ausbildung lassen sich damit zweifarbige Kunstlederfolien herstellen, die einen sehr sauberen Nahtbereich aufweisen und Dekorfunktionen an Trägerbauteilen übernehmen können, die eine nicht allzu hohe Umformung der Folie erfordern, also beispielsweise an Möbeloberflächen, Taschen und Koffern, oder an Dach- Innenverkleidungen für Fahrzeuge (Dachhimmel).
In besondere Weise zur Herstellung solcher mehrfarbiger Folien im Umkehrstreichverfahren ist eine Vorrichtung geeignet, die mindestens eine Streichwalze aufweist, über die die Trägerstruktur geführt wird, und die oberhalb der Streichwalze einen zu letzterer geöffneten und über die Breite der Streichwalze ein oder mehrfach geteilten Streich- oder Vorgabekasten für die Zufuhr des flüssigen Kunststoffmateriales aufweist, wobei die zur Streichwalze gelegene öffnung des Streichkastens an die Rundung der Walzenoberfläche angepasst ist, und wobei die ablaufseitige Wand des Streichkastens als bis in den Zenitbereich der Streichwalze herab geführtes Streichrakel oder Streichmesser ausgebildet ist, wobei zur Steuerung des Massenstroms mindestens der Spalt zwischen Trägerstruktur und Streichmesser einstellbar ist. Im Gegensatz zu den üblichen - einfarbigen - Umkehrstreichverfahren ohne Streichkasten, bei dem sich vor einem Rakel oder Streichmesser eine rotierende Materialwalze, die so genannte „Streichpuppe" ausbildet, die sich abhängig von der auf die Trägerstruktur (Papier) aufgegebenen Kunststoffmenge verändert und wandert, besteht bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein definiertes Mengen- und Ablaufverhältnis zwischen Volumen des Streichkastens und dem Spalt (Ablaufspalt) des Streichmessers, wodurch hohe Gleichmäßigkeit der Schicht und eine konstante Einstellung der Schichtdicken erreicht wird.
Eine besonders vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, dass die Teilung des über die Breite der Streichwalze ein oder mehrfach geteilten Streich- oder Vorgabekastens mit Hilfe einsetzbarer Trennspachtel erfolgt, welche an ihrer Unterseite an die Rundung der Walzenoberfläche angepasst sind. Dadurch können die für eine gerade Farbtrennlinie wichtigen „Trennwände" zwischen den Kunststoff-Chargen je nach Verschleiß ausgewechselt oder in ihrem Abstand zur Streichwalze nachgestellt werden. So kann die gesamte Anlage stabil konstruiert und permanent mit wenig Wartungsaufwand betrieben
werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, dass die einsetzbaren Trennspachtel im Wesentlichen über die Breite der Streichwalze verstellbar sind. Hierdurch lassen sich auf besonders einfache Weise unterschiedlich breite und verschiedenfarbige erste Kunststoffschichten auf die Trägerstruktur aufbringen, ohne dass der gesamte Vorgabekasten geändert werden muss.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, dass die Trennspachtel mindestens in ihrem unteren und der Oberfläche der Streichwalze benachbarten Teil keilförmig mit einer in Bezug auf die Fertigungsrichtung ablaufseitigen Schmalseite ausgebildet sind. Durch eine solche Ausführung wird das „Zusammenlaufen" der Kunststoffschichten unterschiedlicher Farbgebung verbessert und es entsteht eine saubere Farbtrennlinie.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, dass die Trennspachtel mindestens in ihrem ablaufseitig hinteren und der Oberfläche des Streichrakels oder Streichmessers benachbarten Teil keilförmig mit einer zur Oberfläche der Streichwalze benachbarten Schmalseite ausgebildet sind. Auch diese Ausführung ist wichtig für eine saubere Farbtrennlinie. Im Zusammenspiel mit der so entstehenden und aus der Form der Spachtelunterseite und der Spachtelablaufseite gebildeten „Doppel-V-Kontur" des Spachtels lässt sich unter Berücksichtigung der Streichspalthöhe ein exakter Farbverlauf einstellen. Die Abmessungen der Doppel-V-Kontur werden dabei auf die Abmessungen / die Geometrie des Fußbereiches des Streichmessers ausgelegt und beeinflussen so die Strömungsverhältnisse im Streichspalt.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, dass die Trennspachtel mindestens an ihrer in Bezug auf die Fertigungsrichtung ablaufseitigen Kante mindestens teilweise mit Dichtungen oder dichtenden Profilen versehen sind. Hierdurch vermeidet man - abhängig von der Viskosität der einzelnen Kunststoffchargen - sicher ein
Vermischen der Farben oberhalb des Fußpunktes des Spachtels.
Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung besteht darin, dass mindestens die Seitenflächen und die Unterseite des Spachtels dehäsive Oberflächen aufweisen. Korrespondierend zur dehäsiven Oberfläche der Trägerstruktur wird hier ebenfalls verhindert, dass während des Aufbringens der farblich unterschiedlichen Kunststoffchargen einige Teilmengen des Kunststoffs durch die vorhandene Oberflächenrauhigkeit in den Grenzschichten stärker an Spachtelbereichen haften. Auch dadurch könnten nämlich die Strömungsverhältnisse so gestört werden, dass unschöne Markierungen auf der fertigen Folie entstehen.
Ein gleiches Ziel verfolgt eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Vorrichtung. Sie besteht darin, dass die Spachtel in an den Wänden des Streichkastens angeordneten Halterungen gelagert sind, insbesondere angeordnet an der rückwärtigen Wand des Streichkastens, wobei die Halterungen in ihrer Oberflächenstruktur und Geometrie so ausgebildet sind, das in den angrenzenden Strömungsschichten des flüssig-pastösen Kunststoffmaterials keine sprunghafte änderung des Strömungswiderstandes entsteht. Im Wesentlichen werden hierzu die Halterungen in geeigneter Weise abgerundet und den Hauptströmungsrichtungen in den anliegenden Grenzschichten des flüssig-pastösen Kunststoffmaterials angepasst ausgeformt. Eine polierte Oberfläche reduziert ebenfalls zu hohe Sprünge der Scherkräfte in der Grenzschichtströmung des flüssig-pastösen Kunststoffmaterials.
Anhand eines Ausführungsbeispieles einer Vorrichtung soll letztere und auch das erfindungsgemäße Verfahren näher verdeutlicht werden. Es zeigen
Fig. 1 das Schnittbild einer trägerlose PVC-Schaumfolie mit einer zweifarbigen Oberseite
Fig. 2 eine Prinzipskizze einer Streichanlage für eine PVC-Schaumfolie mit einer dreifarbigen Oberseite Fig. 3 eine Prinzipskizze eines Seitenschnittes einer Streichanlage für eine PVC-
Schaumfolie mit einer mehrfarbigen Oberseite
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht eines Streichtisches für eine PVC-Schaumfolie mit einer zweifarbigen Oberseite Fig. 5 einen einzelnen Trennspachtel im ausgebauten Zustand
Die Fig . 1 zeigt das Schnittbild einer trägerlosen PVC-Schaumfolie 1 mit einer zweifarbigen Oberseite, welche aus den beiden Kunststoffstreifen 2 und 3 besteht, unter denen sich eine Schicht aus Schaumkunststoff 4 befindet.
Die beiden Kunststoffstreifen 2 und 3 in unterschiedlicher Farbe werden auch als „Deckstriche" bezeichnet, die Schaumfolie 4 auch als „Schaumstrich". Die
Kunststoffstreifen 2 und 3 sind mit einer Lackschicht 5 versehen, die vielerlei Zwecke erfüllen kann, beispielsweise Schutz vor mechanischen Schädigungen, Verhindern von Versprödung durch UV-Einstrahlung, etc. Auf der Unterseite der Schaumstrichs ist ein Rückenhaftlack 6 aufgebracht, der die spätere Verbindung mit einem räumlichen Körper, z. B einer Türverkleidung eines Kraftfahrzeuges, erleichtert.
Fig. 2 zeigt in Form einer Prinzipskizze einen Streichkastens für eine PVC-Schaumfolie mit einer dreifarbigen Oberseite, über die Länge geschnitten und in Ablaufrichtung betrachtet, also quasi durch die hintere Wand gesehen. Man erkennt das auf der Vorderseite den Streichkasten abschließenden Streichrakel 7, sowie die Vorlagekästen 8 bis 10, die zur temporären Aufbewahrung des jeweilig andersfarbigen flüssig-pastösen Kunststoffmaterials und zum Nachfüllen der durch die Trennspachtel 11 und 12 sowie die Seitenspachtel 13 und 14 begrenzten Streichkastenbereiche 15 bis 17 dienen.
Fig. 3 zeigt eine Prinzipskizze in Form eines Seitenschnittes einer Streichanlage für eine PVC-Schaumfolie mit einer mehrfarbigen Oberseite; die Streichanlage ist ähnlich aufgebaut wie die in der Fig. 2. Das flüssig-pastöse Kunststoffmaterial 18 befindet sich in einem durch Trennspachtel 11, 12 abgetrenntem Streichkastenbereich 16. Neben den Trennspachteln begrenzen den Streichkastenbereich 16 auf der Ablaufseite der Streichrakel 7 und auf der Rückseite die Rückwand 19. Ein dehäsiv beschichtetes Trägerpapier 20 läuft zwischen der Rückwand 19 und der Streichwalze 21 sowie anliegend an letztere in den
Streichkasten 23 ein und wird mit dem flüssig-pastösen Kunststoffmaterial 18 beschichtet, wobei die Schichtdicke insbesondere durch den Abstand des Streichrakels 7 vom Trägerpapier 20 und damit von der Streichwalze 21 festgelegt ist.
Nachdem als erste Lage das flüssig-pastöse Kunststoffmaterial auf das Trägerpapier aufgebracht ist, wird in einer weiteren hier nicht näher dargestellten Beschichtungsanlage eine weitere Lage aus einem Kunststoffschaum aufgebracht, danach das Trägerpapier von der Folie abgezogen, die mehrfarbige Seite mit der gewünschten Narbprägung versehen, und mit entsprechenden Lacken oder Klebern endbehandelt. Die so entstandene trägerlose Schaumfolie ist dann zur Weiterverarbeitung bereit, also beispielsweise für das unter Unterdruck erfolgende Tiefzeihen auf einen Armaturenbrett-Träger.
Die Fig. 4 zeigt noch einmal eine perspektivische Ansicht eines Streichtisches 22 für eine PVC-Schaumfolie mit einer zweifarbigen Oberseite. Deutlich erkennt man hier das einlaufende Trägerpapier 20, welches nach dem Durchlauf durch den Streichtisch 22, d.h. dem Durchlauf zwischen Streichwalze 21 und Streichkasten 23 mit dem Deckstrich versehen ist, nämlich mit den beiden unterschiedlich farbigen Kunststoffschichten 2 und 3.
Fig. 5 zeigt vergrößert einen einzelnen Trennspachtel 12 im ausgebauten Zustand. Die Unterseite 24 des Trennspachtels 12 ist an die Rundung der Streichwalzenoberfläche angepasst.
Der Trennspachtel 12 ist zudem in seinem unteren Teil, nämlich in dem Bereich nahe der Oberfläche der Streichwalze, keilförmig mit einer in Bezug auf die Fertigungsrichtung 25 ablaufseitigen Schmalseite 26 ausgebildet.
Ebenso ist der ablaufseitig hintere und der Oberfläche des Streichrakels oder Streichmessers benachbarte Teil des Trennspachtels in seinem unteren Bereich 27 keilförmig mit einer zur Oberfläche der Streichwalze weisenden Schmalseite 28 ausgebildet.
Bezugszeichenliste
(Teil der Beschreibung)
1 PVC-Schaumfolie
2, 3 Kunststoffstreifen
4 Schaumfolie
5 Lackschicht
6 Rückenhaftlack 7 Streichrakel
8 -10 Vorlagekasten
11, 12 Trennspachtel
13, 14 Seitenspachtel
15 - 17 Streichkastenbereich 18 Kunststoffmaterial
19 Rückwand
20 Trägerpapier
21 Streichwalze
22 Streichtisch 23 Streichkasten
24 Unterseite des Trennspachtels
25 Fertigungsrichtung
26 ablaufseitige Schmalseite des Trennspachtels
27 unterer Bereich des Trennspachtels 28 zur Streichwalze weisende Schmalseite des Trennspachtels
