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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR PRODUCING A PLASTIC GRANULATE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/084821
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a plastic granulate (16), in which a process fluid (12) is contained in a process chamber (10) where an underwater granulation takes place and the process fluid in the process chamber has a temperature greater than 120 °C. A process pressure of at least 2.0 bar is obtained in the process chamber, at which a granulation of the plastic strands (14) into plastic granulate occurs. From the process chamber, a mixture (18) of process fluid and plastic granulate is diverted into a first cooling zone (25) during cooling of the plastic granulate, while maintaining the process pressure. In a first separating device (22), the plastic granulate is separated from the process fluid under process pressure. In the process chamber, the process fluid has a temperature in the range from 120 °C to 160 °C, and the process pressure obtained there is greater than the pressure of the vapour pressure curve of the process fluid. After separation from the process fluid in the first separating device, the plastic granulate is fed continuously in a line to a dealdehydization container (46).

Inventors:
MÜLLER, Horst (Ebersbacher Straße 45, Leidersbach, 63849, DE)
DEISS, Stefan (Rheinstraße 7, Harxheim, 55296, DE)
GLÖCKNER, Frank (Brentanostraße 35, Aschaffenburg, Aschaffenburg, DE)
MÜRB, Reinhardt-Karsten (Am Kirchfeld 2, Aschaffenburg, Aschaffenburg, DE)
Application Number:
EP2016/074886
Publication Date:
May 26, 2017
Filing Date:
October 17, 2016
Export Citation:
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Assignee:
MAAG AUTOMATIK GMBH (Ostring 19, Grossostheim, 63762, DE)
International Classes:
B29B9/06; C08G63/88; F26B17/14; B29B9/16
Domestic Patent References:
WO2006133469A12006-12-21
Foreign References:
DE102007040135A12009-02-26
EP2712881A12014-04-02
EP2433771A12012-03-28
DE102006027176B42015-08-06
US20090218052A12009-09-03
DE102006058642A12008-06-12
EP2361174B12014-11-05
DE102006027176B42015-08-06
Attorney, Agent or Firm:
PUSCHMANN BORCHERT BARDEHLE PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFT MBB (Bajuwarenring 21, Oberhaching, 82041, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1 . Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats (16), bei dem ein Prozessfluid (12) in einer Prozesskammer (10) enthalten ist, in der Prozesskammer (10) eine

Unterwassergranulierung stattfindet, das Prozessfluid (12) in der Prozesskammer (10) eine Temperatur aufweist, die in einem Temperaturbereich von größer als 120°C liegt, in der Prozesskammer (10) ein Prozessdruck von mindestens 2,0 bar herrscht und ein Granulieren der Kunststoffstränge (14) zu Kunststoffgranulat (16) unter diesem Prozessdruck erfolgt, aus der Prozesskammer (10) ein Gemisch (18) von Prozessfluid (12) und Kunststoffgranulat (16) unter Abkühlung des Kunststoffgranulats (16) in eine erste Kühlstrecke (25) abgeleitet wird, wobei in der ersten Kühlstrecke (25) der Prozessdruck aufrechterhalten wird, in einer ersten Trennvorrichtung (22) das Kunststoffgranulat (16) unter Prozessdruck vom Prozessfluid (12) getrennt wird, wobei das Prozessfluid (12) in der Prozesskammer (10) eine Temperatur aufweist, die in einem Temperaturbereich von 120°C bis 160°C liegt, in der

Prozesskammer (10) ein Prozessdruck von größer als der Druck der Dampfdruckkurve des Prozessfluids (12) herrscht, und das Kunststoffgranulat (16) nach der Trennung vom Prozessfluid (12) in der ersten Trennvorrichtung (22) in einer Linie kontinuierlich einem Dealdehydisierungsbehälter (46) zugeführt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Prozesskammer (10) von einer Lochplatte (8) zur Erzeugung von Strängen aus flüssigem Kunststoff (14) teilweise begrenzt ist, in der Prozesskammer (10) eine Zerteilvorrichtung mit der Lochplatte (8) für die aus der Lochplatte (8) austretenden Kunststoffstränge zusammenwirkt, und die

Unterwassergranulierung durch die Zerteilvorrichtung in dem Prozessfluid (12) an der Lochplatte (8) in der Prozesskammer (10) erfolgt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach der ersten Trennvorrichtung (22) das Kunststoffgranulat (16), insbesondere unmittelbar, durch

Trockengas (38), vorzugsweise Trockenluft, über eine Kristallisationsstrecke (44) zu einem Dealdehydisierungsbehälter (46) gefördert wird.

4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffgranulat (16) im Dealdehydisierungsbehälter (46) mit einem Spülgas (38a, 38b), insbesondere Spülluft, behandelt wird, um den Acetaldehydgehalt des

Kunststoffgranulats (16) zu verringern.

5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengas (38) mit den Kunststoffgranulaten (16) zusammen in den Dealdehydisierungsbehälter (46) hineingeführt wird und als weiteres Spülgas (40) dient.

6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffgranulat (16) in den Dealdehydisierungsbehälter (46) mit einer

Oberflächentemperatur in Höhe von 165° bis 185°C eingebracht wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das

Trockengas (38) die Kunststoffgranulate (16) nach der ersten Trennvorrichtung (22) mit einem Taupunkt von -25° C bis -40° C erfasst.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das

Trockengas (38) die Kunststoffgranulate (16) nach der ersten Trennvorrichtung (22) mit einer Temperatur von 180°C bis 210°C erfasst.

9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Unterwassergranulierung Kunststoffgranulate (16) erzeugt werden, die nach dem

Dealdehydisierungsbehälter (46) ein Gewicht in einem Bereich von 8 bis 36 mg, insbesondere 12 bis 24 mg, aufweisen.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Trockengases (38) auch das Spülgas (38a) für den Dealdehydisierungsbehälter (46) bildet, in dem ein Teil des Trockengases (38), insbesondere vor der Kristallisationsstrecke (44), abgezweigt und als Spülgas (38a, 38b, 38c) dem Dealdehydisierungsbehalter (46) zugeführt wird.

1 1 . Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass über einen Ausgang (50) an dem Dealdehydisierungsbehalter (46) ein aus dem mit den

Kunststoffgranulaten (16) in den Dealdehydisierungsbehalter (46) eingebrachten

Trockengas (38b) und dem in den Dealdehydisierungsbehalter (46) eingebrachten

Spülgas (38a) bestehendes Prozessgas, insbesondere zusammen mit einem die benötigte Menge Trockengas (38) ergänzenden Frischgas, einer Gasaufbereitung zugeführt wird, welche dieses Gas als Trockengas (38) aufbereitet und dem Kunststoffgranulat (16) nach der ersten Trennvorrichtung (22) wieder zuführt.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass nach der ersten Trennvorrichtung (22) und vor der Kristallisationsstrecke (44) eine solche

Druckreduktion erfolgt, dass ein vorgegebener Taupunkt des Trockengases (38) gewährleistet ist.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von der ersten Trennvorrichtung (22) bis zum Dealdehydisierungsbehälter (46) ein Druck von mehr als 2 bar im Trockengas (38) aufrechterhalten wird und nach dem

Dealdehydisierungsbehälter (46) eine Druckreduktion erfolgt, insbesondere auf

Atmosphärendruck.

14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck im

Dealdehydisierungsbehälter (46) kleiner als 10 bar beträgt.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 1 1 oder 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckreduktion nach dem Dealdehydisierungsbehälter (46) über eine

Zellradschleuse (64a) oder eine Schleuse (64) oder über eine Zwischenkammer mit einem Schieber am Eingang und einem Schieber am Ausgang und wechselseitigem Öffnen der Schieber erfolgt.

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass während der

Dealdyhydisierung unter Druck der Druck im Dealdehydisierungsbehälter (46) im Bereich des Taupunkts bei Atmosphärendruck von kleiner 0°C konstant gehalten wird.

17. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Dealdehydisierung das Kunststoffgranulat (16) einer weiteren Kühlstrecke (66) mit einem Kühlfluid (68) zugeführt wird, in dem das Kunststoffgranulat (16) bei einer Kühlfluidtemperatur von kleiner als 40°C auf kleiner 65°C gekühlt wird.

18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlfluid (68) eine

Beladungsdichte von mehr als 30 Gew.-% Kunststoffgranulate (16) in der weiteren

Kühlstrecke (66) aufweist.

19. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffgranulat (16) aus einem teilkristallinen thermoplastischen Polyester oder Co- Polyester, beispielsweise Polyethylenterephthalat, besteht.

GEÄNDERTE ANSPRÜCHE

beim Internationalen Büro eingegangen

am 16 März 2017 (16.03.2017)

Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats (16), bei dem ein Prozessfluid (12) in einer Prozesskammer (10) enthalten ist, in der Prozesskammer (10) eine

Unterwassergranulierung stattfindet, das Prozessfluid (12) in der Prozesskammer (10) eine Temperatur aufweist, die in einem Temperaturbereich von größer oder gleich 120°C liegt, in der Prozesskammer (10) ein Prozessdruck von mindestens 2,0 bar herrscht und ein Granulieren der Kunststoffstränge (14) zu Kunststoffgranulat (16) unter diesem Prozessdruck erfolgt, aus der Prozesskammer (10) ein Gemisch (18) von Prozessfluid (12) und

Kunststoffgranulat (16) unter Abkühlung des Kunststoffgranulats (16) in eine erste

Kühlstrecke (25) abgeleitet wird, in einer ersten Trennvorrichtung (22) das

Kunststoffgranulat (16) unter Prozessdruck vom Prozessfluid (12) getrennt wird, wobei das Prozessfluid (12) in der Prozesskammer (10) eine Temperatur aufweist, die in einem

Temperaturbereich von 120°C bis 160°C liegt, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Kühlstrecke (25) der Prozessdruck aufrechterhalten wird, in der Prozesskammer (10) ein Prozessdruck von größer als der Druck der Dampfdruckkurve des Prozessfluids (12) herrscht, und das Kunststoffgranulat (16) nach der Trennung vom Prozessfluid (12) in der ersten Trennvorrichtung (22) in Linie kontinuierlich einem Dealdehydisierungsbehälter (46) zugeführt wird, in dem das Kunststoffgranulat (16) mit einem Spülgas (38a, 38b), insbesondere Spülluft, behandelt wird, um den Acetaldehydgehalt des Kunststoffgranulats (16) zu verringern.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prozesskammer (10) von einer Lochplatte (8) zur Erzeugung von Strängen aus flüssigem Kunststoff (14) teilweise begrenzt ist, in der Prozesskammer (10) eine Zerteilvorrichtung mit der Lochplatte (8) für die aus der Lochplatte (8) austretenden Kunststoffstränge zusammenwirkt, und die

Unterwassergranulierung durch die Zerteilvorrichtung in dem Prozessfluid (12) an der

GEÄNDERTES BLATT (ARTIKEL 19) Lochplatte (8) in der Prozesskammer (10) erfolgt.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach der ersten Trennvorrichtung (22) das Kunststoffgranulat (16), insbesondere unmittelbar, durch

Trockengas (38), vorzugsweise Trockenluft, über eine Kristallisationsstrecke (44) zu einem Dealdehydisierungsbehälter (46) gefördert wird.

Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Trockengas (38) mit den Kunststoffgranulaten (16) zusammen in den Dealdehydisierungsbehälter (46) hineingeführt wird und als weiteres Spülgas (40) dient.

Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffgranulat (16) in den Dealdehydisierungsbehälter (46) mit einer

Oberflächentemperatur in Höhe von 165° bis 185°C eingebracht wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das

Trockengas (38) die Kunststoffgranulate (16) nach der ersten Trennvorrichtung (22) mit einem Taupunkt von -25°C bis -40°C erfasst.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das

Trockengas (38) die Kunststoffgranulate (16) nach der ersten Trennvorrichtung (22) mit einer Temperatur von 180°C bis 210°C erfasst.

Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Unterwassergranulierung Kunststoffgranulate (16) erzeugt werden, die nach dem Dealdehydisierungsbehälter (46) ein mittleres Gewichts eines Kunststoffgranulats in einem Bereich von 8 bis 36 mg, insbesondere 12 bis 24 mg, aufweisen.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Trockengases (38) auch das Spülgas (38a) für den Dealdehydisierungsbehälter (46) bildet, in dem ein Teil des Trockengases (38), insbesondere vor der Kristallisationsstrecke (44), abgezweigt und als Spülgas (38a, 38b, 38c) dem Dealdehydisierungsbehälter (46) zugeführt wird.

GEÄN DERTES BLATT (ARTIKEL 1 9)

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass über einen Ausgang (50) an dem Dealdehydisierungsbehälter (46) ein aus dem mit den

Kunststoffgranulaten (16) in den Dealdehydisierungsbehälter (46) eingebrachten

Trockengas (38b) und dem in den Dealdehydisierungsbehälter (46) eingebrachten

Spülgas (38a) bestehendes Prozessgas, insbesondere zusammen mit einem die benötigte

Menge Trockengas (38) ergänzenden Frischgas, einer Gasaufbereitung zugeführt wird, welche dieses Gas als Trockengas (38) aufbereitet und dem Kunststoffgranulat (16) nach der ersten Trennvorrichtung (22) wieder zuführt. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass nach der ersten Trennvorrichtung (22) und vor der Kristallisationsstrecke (44) eine solche

Druckreduktion erfolgt, dass ein vorgegebener Taupunkt des Trockengases (38) gewährleistet ist.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von der ersten Trennvorrichtung (22) bis zum Dealdehydisierungsbehälter (46) ein Druck von mehr als 2 bar im Trockengas (38) aufrechterhalten wird und nach dem

Dealdehydisierungsbehälter (46) eine Druckreduktion erfolgt, insbesondere auf

Atmosphärendruck.

Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck im

Dealdehydisierungsbehälter (46) kleiner als 10 bar beträgt.

Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 11 oder 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckreduktion nach dem Dealdehydisierungsbehälter (46) über eine

Zellradschleuse (64a) oder eine Schleuse (64) oder über eine Zwischenkammer mit einem Schieber am Eingang und einem Schieber am Ausgang und wechselseitigem Öffnen der Schieber erfolgt. 15. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass während der

Dealdyhydisierung unter Druck der Druck im Dealdehydisierungsbehälter (46) im Bereich des Taupunkts bei Atmosphärendruck von kleiner 0°C konstant gehalten wird.

GEÄN DERTES BLATT (ARTIKEL 1 9)

16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Dealdehydisierung das Kunststoffgranulat (16) einer weiteren Kühlstrecke (66) mit einem Kühlfluid (68) zugeführt wird, in dem das Kunststoffgranulat (16) bei einer Kühlfluidtemperatur von kleiner als 40eC auf kleiner 65°C gekühlt wird.

17. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlfluid (68) eine

Beladungsdichte von mehr als 30 Gew.-% Kunststoffgranulate (16) in der weiteren

Kühlstrecke (66) aufweist.

18. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffgranulat (16) aus einem teilkristallinen thermoplastischen Polyester oder Co- Polyester, beispielsweise Polyethylenterephthalat, besteht.

GEÄN DERTES BLATT (ARTIKEL 1 9)

Description:
Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats gemäß der im Oberbegriff des Patentanspruches 1 angegebenen Art.

Aus der EP 2 361 174 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Kunststoffgranulat mit hoher

Erweichungstemperatur, nämlich über 120°C, bekannt. Solche Kunststoffgranulate können dabei Polycarbonat, Polycarbonatblend, Polystyrol, Hochtemperatur-Thermoplaste sein. Ein Prozessfluid ist dabei in einer Prozesskammer enthalten. Die Prozesskammer ist von einer Lochplatte zur Erzeugung von Strängen aus flüssigem Kunststoff teilweise begrenzt. In der Prozesskammer wirkt eine

Zerteilvorrichtung mit der Lochplatte für die aus der Lochplatte austretenden Kunststoffstränge zusammen. Dabei entsteht ein Gemisch aus Prozessfluid und Granulat. Das Prozessfluid hat dabei eine Temperatur von größer als 120°C. In der Prozesskammer herrscht ein Druck von größer als 2 bar. Das Gemisch aus Prozessfluid und Granulat durchläuft unter Aufrechterhaltung des Drucks eine

Kühlstrecke. Das Granulat wird dann unter Druck vom Prozessfluid in einer Trennvorrichtung getrennt und über eine Druckschleuse geleitet. Dieses Verfahren hat sich grundsätzlich bewährt. Jedoch ist die Qualität der Kunststoffgranulate für die weitere Verarbeitung für bestimmte Anwendungen weiter zu gering.

Aus der DE 10 2006 027 176 B4 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats mit geringem Acetaldehydgehalt aus einer hochviskosen Polyesterschmelze mit einer intrinsischen Viskosität zwischen 0,6 und 1 ,0 dl/g bekannt. Hierbei wird der Polyesterschmelzstrang unter Wasser bei einer Temperatur von mindestens 90°C zerteilt. Das begleitende Wasser wird anschließend unter möglichst geringer Abkühlung des Kunststoffgranulats vom Kunststoffgranulat getrennt, sodass das Kunststoffgranulat nach Abtrennung des Wassers eine Temperatur von mindestens 130°C aufweist. Das so erhaltene wasserarme Kunststoffgranulat nach der Wasserabtrennung wird in einen

Dealdehydisierungsbehälter gegeben und dort mittels eines Spülluftstroms mit einer Eintrittstemperatur zwischen 180°C und 200°C behandelt. Dabei wird das Kunststoffgranulat entweder direkt in den Dealdehydisierungsbehälter gegeben oder mittels einer Dosiereinrichtung. Hierdurch soll das Verfahren apparativ vereinfacht und mit geringeren Betriebskosten betrieben werden. Zudem sollen die besonders hohen Qualitätsansprüche an den Polyester für Verpackungen bezüglich Viskosität, Farbe,

Acetaldehydgehalt, Acetaldehydreformation sowie auf Schmelzverhalten beibehalten bzw. verbessert werden. Nachteilig an diesem Verfahren ist auch hier, dass die Qualität des Kunststoffgranulats für bestimmte Anwendungen nicht zufriedenstellend ist.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats anzugeben, das Kunststoffgranulat mit einer höheren Qualität im Hinblick auf Viskosität, Farbe, Acetaldehydgehalt, Aufschmelzverhalten und Ähnliches erzeugt. Insbesondere soll dabei der apparative Aufwand möglichst gering gehalten und das Verfahren mit möglichst geringen Betriebskosten betrieben werden.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Die Unteransprüche bilden vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sowohl die Prozessparameter bei der

Kunststoffgranulierung, welche für die Nukleierung zur Beeinflussung der Kristallisation, als auch für die Kristallisation als solche verantwortlich sind, aber auch eine Dealdehydisierung der Kunststoffgranulate die Qualität der Kunststoffgranulate erheblich beeinflussen und daher beide Maßnahmen kombiniert mit angepassten und aufeinander abgestimmten Parametern zu einer besseren Qualität der

Kunststoffgranulate insgesamt führen. Zudem ergeben sich dadurch weitere Möglichkeiten das

Verfahren im Hinblick auf die Betriebskosten zu optimieren und die Qualität der Kunststoffgranulate zu verbessern.

Nach der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung eines Kunststoffgranulats angegeben, bei dem ein Prozessfluid in einer Prozesskammer enthalten ist. In der Prozesskammer findet eine

Unterwassergranulierung statt. Das Prozessfluid weist dabei in der Prozesskammer eine Temperatur auf, die in einem Temperaturbereich von größer als 120°C bis maximal 160°C liegt. Zudem herrscht in der Prozesskammer ein Prozessdruck von größer als der Druck der Dampfdruckkurve des

Prozessfluids (12), jedoch mindestens 2,0 bar. Unter diesem Prozessdruck erfolgt ein Granulieren der Kunststoffstränge zu Kunststoffgranulat. Aus der Prozesskammer wird dann ein Gemisch von

Prozessfluid und Kunststoffgranulat unter Abkühlung des Kunststoffgranulats in eine erste Kühlstrecke abgeleitet, wobei in der ersten Kühlstrecke der Prozessdruck und die Temperatur konstant aufrechterhalten und dann das Kunststoffgranulat in einer ersten Trennvorrichtung unter diesem Prozessdruck vom Prozessfluid getrennt wird. Anschließend wird das Kunststoffgranulat dann in einer Linie kontinuierlich einem Dealdehydisierungsbehälter zugeführt. In der ersten Kühlstrecke wird ein gezieltes Nukleieren, also die Generierung von Kristallisationskeimen, an der Oberfläche des

Kunststoffgranulats durch eine optimierte Kühltemperatur ermöglicht, sodass das Kunststoffgranulat optimierte Voraussetzungen für die Kristallisation hat und dem Dealdehydisierungsbehälter zugeführt werden kann. Vorzugsweise ist die Prozesskammer von einer Lochplatte zur Erzeugung von Strängen aus flüssigem Kunststoff teilweise begrenzt. In der Prozesskammer wirkt eine Zerteilvorrichtung mit der Lochplatte für die aus der Lochplatte austretenden Kunststoffstränge zusammen, und es erfolgt die

Unterwassergranulierung durch die Zerteilvorrichtung in dem Prozessfluid an der Lochplatte in der Prozesskammer. Es hat sich gezeigt, dass unter diesen Bedingungen für die Weiterverarbeitung des Kunststoffgranulats günstige Oberflächenformen entstehen. Hierdurch wird zudem auch der Grad an Vakuolenfreiheit im mit diesem Verfahren hergestellten Kunststoffgranulat weiterhin erhöht.

Gemäß einer Ausführungsform wird nach der ersten Trennvorrichtung das Kunststoffgranulat unmittelbar durch Trockengas, insbesondere Trockenluft, über eine Kristallisationsstrecke zu einem Dealdehydisierungsbehälter gefördert. Durch dieses zweistufige Abkühlen des Kunststoffgranulats wird zum einen erreicht, dass die Oberflächengüte des Kunststoffgranulats verbessert wird, und zum anderen, dass die Kristallisation des Kunststoffgranulats zielgerichtet über die Trockenluftparameter beeinflusst und somit optimiert werden kann. Zudem wird ein Verkleben der Kunststoffgranulate verhindert.

Im Dealdehydisierungsbehälter wird das Kunststoffgranulat mit einem Spülgas, insbesondere Spülluft, behandelt, um den Acetaldehydgehalt des Kunststoffgranulats zu verringern. Der Einsatz von Spülgas ist besonders einfach und spart, insbesondere bei Verwendung von Spülluft, erheblich Betriebskosten. Vorzugsweise wird das Trockengas mit den Kunststoffgranulaten zusammen in den

Dealdehydisierungsbehälter hineingeführt und dient als weiteres Spülgas. Hierbei ist das Trockengas sowohl Transportmedium für das Kunststoffgranulat zum Dealdehydisierungsbehälter als auch Behandlungsmedium in dem Dealdehydisierungsbehälter für das dort eingebrachte Kunststoffgranulat, wodurch sich ebenfalls der apparative und energetische Aufwand verringern lässt. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird das Kunststoffgranulat in den

Dealdehydisierungsbehälter mit einer Oberflächentemperatur in Höhe von 165°C bis 185°C eingebracht. Das Kunststoffgranulat weist dadurch von Anfang an eine Temperatur auf, welche den Dealdehydisierungsprozess im Dealdehydisierungsbehälter begünstigt.

Vorzugsweise erfasst das Trockengas die Kunststoffgranulate nach der ersten Trennvorrichtung mit einem Taupunkt von -25°C bis -40°C. Hierdurch wird vermieden, dass während des Transports des Kunststoffgranulat Wasser an dem Kunststoffgranulat kondensiert und die Kristallisation ungewollt negativ beeinflusst.

Insbesondere erfasst dabei das Trockengas die Kunststoffgranulate nach der ersten Trennvorrichtung mit einer Temperatur von 180°C bis 210°C, welche während des Transports den Kristallisationsprozess begünstigt. Über die entsprechende Transportgeschwindigkeit und/oder die Länge der

Kristallisationsstrecke kann der Kristallisationsgrad der Kunststoffgranulate festgelegt werden, mit dem die Kunststoffgranulate in den Dealdehydisierungsbehälter eintreten.

Durch die Unterwassergranulierung werden bevorzugt Kunststoffgranulate erzeugt, die nach dem Dealdehydisierungsbehälter ein Gewicht in einem Bereich von 8 bis 36 mg, insbesondere 12 bis 24 mg, aufweisen. Je kleiner das Kunststoffgranulat ist, umso besser ist dies für die Diffusionsvorgänge.

Insbesondere kann dann das Aldehyd leichter dem Kunststoffgranulat entzogen werden. Ein kleineres Kunststoffgranulat kühlt aber schneller ab, was die Kristallisation wieder negativ beeinflusst. Insofern ist der angegebene Wert ein Kompromiss zwischen den gegenteiligen Anforderungen während des Prozesses an das Kunststoffgranulat. Die Gewichtsangaben beziehen sich auf das mittlere Gewicht der Kunststoffgranulate, mit einer Toleranz des Gewichts der Kunststoffgranulate von maximal 10%. Dies hat den Vorteil, dass das Kunststoffgranulat homogen kristallisiert und einfacher weiter zu verarbeiten ist.

Um den apparativen Aufwand weiter zu optimieren, bildet ein Teil des Trockengases auch das Spülgas für den Dealdehydisierungsbehälter, in dem ein Teil des Trockengases, insbesondere vor der

Kristallisationstrecke, abgezweigt und als Spülgas dem Dealdehydisierungsbehälter zugeführt wird. Dadurch bedarf es nur einer Gasaufbereitungseinheit, nämlich eine Gasaufbereitung für das

Trockengas. Hierdurch wird der apparative und energetische Aufwand des Verfahrens weiter optimiert. Auf einfache Weise wird ein geschlossener Kreislauf dadurch erzeugt und kann Energie aus dem Spülgas dem weiteren Verfahren wieder zur Verfügung gestellt werden, in dem über einen Ausgang an dem Dealdehydisierungsbehälter ein aus dem mit den Kunststoffgranulaten in den

Dealdehydisierungsbehälter eingebrachten Trockengas - weiteres Spülgas - und aus dem in den Dealdehydisierungsbehälter eingebrachten Spülgas bestehendes Prozessgas, insbesondere zusammen mit einem die benötigte Menge Trockengas ergänzenden Frischgas, einer Gasaufbereitung zugeführt wird, welche dieses Gas als Trockengas aufbereitet und dem Kunststoffgranulat nach der ersten Trennvorrichtung wieder zuführt. Nach der ersten Trennvorrichtung kann das Verfahren beispielsweise in zwei verschiedenen

Alternativen weiterbetrieben werden:

Zum einen ist es möglich, dass nach der ersten Trennvorrichtung und vor der Kristallisationsstrecke eine solche Druckreduktion erfolgt, dass ein vorgegebener Taupunkt des Trockengases gewährleistet ist. Dies hat den Vorteil, dass insbesondere die Kristallisationsstrecke und der

Dealdehydisierungsbehälter einfacher aufgebaut sein können, da kein Prozessdruck mehr herrscht.

Zum anderen ist es jedoch auch möglich, dass ausgehend von der ersten Trennvorrichtung bis zum Dealdehydisierungsbehälter und im Dealdehydisierungsbehälter ein Druck von mehr als 2 bar im Trockengas bzw. Spülgas aufrechterhalten wird und nach dem Dealdehydisierungsbehälter eine Druckreduktion erfolgt, insbesondere auf Atmosphärendruck. Nachdem das Kristallisieren und das Dealdehydisieren unter Druck stattfinden, ist der Parameterbereich, der durch physikalische Grenzen gesetzt ist, erweitert. Vorzugsweise beträgt dabei der Druck im Dealdehydisierungsbehälter kleiner als 10 bar.

Die Druckreduktion nach dem Dealdehydisierungsbehälter kann über eine Zellradschleuse oder eine Schleuse oder über eine Zwischenkammer mit einem Schieber am Eingang und einem Schieber am Ausgang und wechselseitigem Öffnen der Schieber erfolgen.

Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird während der Dealdehydisierung der Druck im Dealdehydisierungsbehälter im Bereich des Taupunkts bei Atmosphärendruck von kleiner 0°C konstant gehalten. Nach der Dealdehydisierung kann das Kunststoffgranulat einer weiteren Kühlstrecke mit einem Kühlfluid zugeführt werden, in der das Kunststoffgranulat bei einer Kühlfluidtemperatur von kleiner als 40° C auf kleiner 65°C gekühlt wird. Vorzugsweise weist dabei das Kühlfluid eine Beladungsdichte von mehr als 30 Gew.-%

Kunststoffgranulate in der weiteren Kühlstrecke auf.

Das Kunststoffgranulat besteht insbesondere aus einem teilkristallinen thermoplastischen Polyester oder Co-Polyester, beispielsweise Polyethylenterephthalat, da hier die oben genannten Vorteile besonders zum Tragen kommen.

Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit den in den Zeichnungen dargestellten

Ausführungsbeispielen.

In der Beschreibung, in den Ansprüchen und in der Zeichnung werden die in der unten aufgeführten Liste der Bezugszeichen verwendeten Begriffe und zugeordneten Bezugszeichen verwendet. In der Zeichnung bedeutet: Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Herstellungsprozesses von Kunststoffgranulat gemäß einer ersten Ausführungsform;

Fig. 2 eine schematische Ansicht eines Herstellungsprozesses von Kunststoffgranulat gemäß einer zweiten Ausführungsform, und

Fig. 3 eine schematische Ansicht eines Herstellungsprozesses von Kunststoffgranulat gemäß einer dritten Ausführungsform.

In Fig. 1 ist ein Verfahren nach der Erfindung schematisch dargestellt. In einer Prozesskammer 10 befindet sich ein Messerrotor, der einer Lochplatte 8 zugeordnet ist. Der Messerrotor und die Lochplatte 8 bilden einen üblichen Unterwassergranulator. Der Prozesskammer 10 wird sukzessive heißes Prozessfluid 12, in der Regel heißes Prozesswasser, zugeführt. Zudem wird eine Kunststoffschmelze 14 über die Lochplatte 8 in die Prozesskammer 10 eingebracht, welche als Kunststoffstränge bei der Lochplatte 8 austretenden und durch den Messerrotor in Kunststoffgranulate 16 geschnitten werden. Es entsteht somit ein Gemisch 18 aus Kunststoffgranulat 16 und Prozesswasser 12.

Die Kunststoffschmelze besteht dabei aus einem Kunststoff, zum Beispiel thermoplastischer Polyester oder Co-Polyester, beispielsweise Polyethylenterephthalat. Die Kunststoffschmelze 14 wird zudem in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit des Messerrotors durch die Lochplatte 8 gepresst. Durch entsprechende Abstimmung der Geschwindigkeiten des Durchtritts der Kunststoffschmelze durch die Lochplatte 8 im Verhältnis zur Drehgeschwindigkeit des Messerrotors sowie der Temperatur des Prozesswassers 12 lassen sich die Abkühlbereiche festlegen. Bevorzugt ist die Abkühlung nur durch Konvektion, da hierdurch die Oberflächengüte und somit die Qualität des Kunststoffgranulats 16 am besten ist.

Das Prozesswasser 12 weist in der Prozesskammer 10 eine Temperatur auf, die in einem Bereich von 120°C bis 160°C liegt. Zudem herrscht in der Prozesskammer sowie in den im Folgenden noch beschriebenen Abschnitten des Prozesses ein Prozessdruck von größer als dem Druck der

Dampfdruckkurve des Prozesswassers 12, jedoch mindestens 2,0 bar.

Über eine Leitung 20 und eine Trennvorrichtung 22, in der das Gemisch 18 aus Kunststoffgranulat 16 und Prozesswasser 12 voneinander getrennt wird, wird das Kunststoffgranulat 16 einem Mischbereich 24 zugeführt. Der Bereich von der Prozesskammer 10 über Leitung 20 und der Trennvorrichtung 22 bildet eine erste Kühlstrecke 25.

Das in der Trennvorrichtung 22 von dem Gemisch 18 abgetrennte Prozesswasser 12 wird einem Prozesswasserspeicher 26 zugeführt. Von dort aus wird das Prozesswasser 12 über einen Filter 28, eine Pumpe 30 einem Wärmetauscher 32 zugeführt, in dem das Prozesswasser 12 wieder auf die erforderliche, in der Prozesskammer 10 benötigte Prozesstemperatur erhitzt wird. Hierfür wird dem Wärmetauscher 32 Heizmedium 34 zugeführt. Vom Filter 28 werden Filterrückstände 36 abgeführt. Das im Wärmetauscher 32 erhitzte Prozesswasser 12 wird dann wieder der Prozesskammer 10 zugeführt. In dem Mischbereich 24 wird das Kunststoffgranulat 16 mit Trockenluft 38 zu einem Gemisch 40 vermischt. Die Trockenluft 38 erfasst die Kunststoffgranulate 16 im Mischbereich 24 nach der ersten Trennvorrichtung 22 mit einem Taupunkt von -25°C bis -40°C. Dabei liegt die Temperatur der Trockenluft 38 in einem Bereich von 180°C bis 210°C. Das Gemisch 40 wird einer Druckschleuse 42, beispielsweise in Form einer Impellerschleuse, zugeführt, wo das Druckniveau auf Umgebungsdruck abgesenkt wird. Die Trocknerluft 38 weist dabei weiter einen vorgegebenen Taupunkt auf. Das Gemisch 40 wird über ein Ventil 48a und einer Kristallisationsstrecke 44 einem Dealdehydisierungsbehälter 46 zugeführt. Über das Ventil 48a wird die Geschwindigkeit des Gemisches durch die

Kristallisationsstrecke 44 gesteuert.

Nach der Druckschleuse 42 wird Trockenluft 38 abgezweigt und als Spülluft 38a dem

Dealdehydisierungsbehälter 46 im unteren Bereich zugeführt. Über ein Ventil 48b wird die

abzuzweigende Menge geregelt/gesteuert. Das Gemisch 40 aus Kunststoffgranulat 16 und Trockenluft 38 durchläuft die Kristallisationsstrecke 44. Über die Länge der Kristallisationsstrecke 44 aber auch über die Strömungsgeschwindigkeit der Trockenluft 38 wird die Verweildauer in der Kristallisationsstrecke 44 bestimmt. Die Kunststoffgranulate 16 haben vor Eintritt in den Dealdehydisierungsbehälter 46 eine Oberflächentemperatur von 165°C bis 185°C. Das Gemisch 40 aus Kunststoffgranulaten 16 und Trockenluft 38 tritt in den

Dealdehydisierungsbehälter 46 ein. Dieser Teil der Trockenluft 38 dient dabei als weitere Spülluft 38b.

Der Dealdehydisierungsbehälter 46 weist im oberen Bereich einen Ausgang 50 auf, über den die Spülluft 38a und die weitere Spülluft 38b einer Trockenluftaufbereitungsvorrichtung 52 wieder zugeführt wird. Die Trockenluftaufbereitungsvorrichtung 52 weist eine Frischluftzufuhr 54, einen Frischluftfilter 56, eine Steuer/Regelventil 58 zur Einstellung der benötigten Frischluftmenge, eine Pumpe 60 sowie eine Aufbereitungseinheit 62 auf, die aus Temperierung und Entfeuchtung besteht. Dabei werden

Acetalaldehyd und überschüssiges Wasser mittels Absorption an Molekularsieb oder ähnlichen, dem Fachmann bekannten Substanzen und Verfahren entfernt. Acetalaldehyd zerfällt dabei weitgehend in Wasser und Kohlendioxid. Die aus dem Dealdehydisierungsbehälter 46 über den Ausgang 50 austretende Spülluft 38c, bestehend aus der Spülluft 38 a und 38 b, wird der Frischluft 54 nach dem Steuer-/Regelventil 58 zugeführt. Die Spülluft 38 c und die Frischluft 54 bilden die neue Trockenluft 38, so dass der Kreislauf geschlossen ist.

Aus dem Dealdehydisierungsbehälter 46 treten die Kunststoffgranulate 16 mit einer Temperatur von größer als 200°C über eine Schleuse 64 aus. Dabei weist das Kunststoffgranulat 16 ein

Granulatgewicht von 8 bis 36 mg, insbesondere 12 bis 24 mg auf. Entsprechend ist die

Unterwassergratulation in der Prozesskammer 10 abgestimmt. Die Abweichung des Gewichts der Kunststoffgranulate 16 beträgt maximal 10 % von einem Gewichtsmittelwert der Kunststoffgranulate. Der Mittelwert bezieht sich dabei auf einen statistisch relevanten Anteil von Kunststoffgranulaten 16 in einem kleinen Zeitfenster nach dem Dealdehydisierungsbehälter 46, also dem Prozesstrakt.

Nach dem Dealdehydisierungsbehälter 46 wird das Kunststoffgranulat 16 einer weiteren Kühlstrecke 66 mit einem Kühlfluid zugeführt, in dem das Kunststoffgranulat 16 bei einer Kühlfluidtemperatur von kleiner als 40° C auf kleiner 65° C gekühlt wird. Dabei weist das Kühlfluid eine Beladungsdichte von mehr als 30 Gew.-% Kunststoffgranulate 16 in der weiteren Kühlstrecke 66 auf.

Das Kunststoffgranulat 16 besteht aus einem teilkristallinen thermoplastischen Polyester oder Co- Polyester, beispielsweise Polyethylenterephthalat.

In den Figuren 2 und 3 ist eine weitere Ausführungsform dargestellt. Hierbei wird der Prozessdruck so lange aufrechterhalten, bis die Kunststoffgranulate 16 den Dealdehydisierungsbehälter 46 verlassen. Aus diesem Grund erfolgt eine Druckreduktion erst nach dem Dealdehydisierungsbehälter 46. Die Spülluft 38c wird daher erst nach dem Hochdruckgebläse 60 der Frischluft 54 zugeführt, da die Spülluft 38c noch unter Druck steht. Ausgehend von der ersten Trennvorrichtung 22 bis zum

Dealdehydisierungsbehälter 46 wird ein Druck von mehr als 2 bar in der Trockenluft 38

aufrechterhalten. Erst nach dem Dealdehydisierungsbehälter 46 erfolgt eine Druckreduktion, insbesondere auf Atmosphärendruck. Der Druck im Dealdehydisierungsbehälter 46 ist dabei kleiner als 10 bar. Während der Dealdehydisierung im Dealdehydisierungsbehälter 46 unter Druck wird der Taupunkt bei Atmosphärendruck von kleiner 0°C konstant gehalten.

Gemäß Figur 2 erfolgt die Druckreduktion durch eine Zellenradschleuse 64a. Alternativ kann dies auch über eine Schleuse, oder über eine Zwischenkammer mit einem Schieber am Eingang und einem Schieber am Ausgang und wechselseitigem Öffnen der Schieber erfolgen.

Gemäß Figur 3 ist der Schleuse 64 eine Druckschleuse 70 nachgeschaltet. Ansonsten laufen die Verfahren entsprechend ab und die entsprechenden Vorrichtungen in der anhand von Figur 1 beschriebenen Weise in Linie vorgesehen. Ein Vorteil des Verfahrens ist auch die Fertigung der Kunststoffgranulate in Linie, d.h. kontinuierlich und nicht sequenziell. Zudem wird durch die in dem Verfahren beschriebene Direktkristallisation Energie eingespart, da zum einen in der Kunststoffschmelze enthaltene Energie für die Kristallisation genutzt wird und zum anderen eine Zwischenlagerung entfällt. Ferner wird auf Grund des gesenkten Aldehydgehalts eine bessere Verträglichkeit des

Kunststoffgranulats mit Produkten, mit denen es in Kontakt kommt, erreicht.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird die Qualität der Kunststoffgranulate erheblich verbessert. Eine konstant hohe Viskosität bzw. ein hohes Molekulargewicht des Kunststoffs wird gewährleistet. Dieses ist daher weitaus besser geeignet um hochwertigere Produkte herzustellen.

Bezugszeichenliste

8 Lochplatte

10 Prozesskammer

12 Prozessfluid, Prozesswasser

14 Kunststoffschmelze

16 Kunststoffgranulat

18 Gemisch aus Prozessfluid 12 und Kunststoffgranulat 16

20 Leitung

22 Trennvorrichtung

24 Mischkammer

25 erste Kühlstrecke

26 Prozesswasserspeicher

28 erster Filter

30 erste Pumpe

32 erster Wärmetauscher

34 Heizmedium

36 Filterrückstände

38 Trocken luft

38a Spülluft

38b Spülluft

38c Spülluft

40 Gemisch aus Kunststoffgranulat 16 und Trockenluft 38

42 Druckschleuse

44 Kristallisationsstrecke

46 Dealdehydisierungsbehälter

48a Steuer-/Regelventil b Steuer-/Regelventil

Ausgang aus dem Dealdehydisierungsbehalter 46

Trockenluftaufbereitungsvorrichtung

Frischluftfilter

Steuer-/Regelventil für die Frischluft

Hochdruckgebläse

Aufbereitungseinheit aus Entfeuchtung und Temperierung

Schleuse des Dealdehydisierungsbehalter 46a Zellenradschleuse

weitere Kühlstrecke

weiteres Kühlfluid

Druckschleuse