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Title:
METHOD FOR PRODUCING A RETORT FOR A NITRIDING FURNACE AND RETORT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/026795
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a retort for a nitriding furnace, in which metallic workpieces are heat-treated in a predetermined atmosphere, wherein the retort is produced from a stainless steel. The invention also relates to a retort for a nitriding furnace. Finally, the invention relates to a nitriding furnace having a retort according to the invention. According to the invention, at least the surfaces of the retort which come into contact with the predetermined atmosphere in the operative state of the nitriding furnace are pickled by means of a pickling agent. After pickling, the surfaces are preferably polished by means of an electrolyte in an electrolytic bath. Then, the polished surfaces of the retort are passivated with nitric acid.

Inventors:
LANKES, Heinrich-Peter (Dorffeld 2, Schwalmtal, 41366, DE)
HAASE, Peter (Mövesfeld 14, Isselburg, 46419, DE)
MILLER, Dirk (Anholterstr. 45a, Bocholt, 46395, DE)
Application Number:
EP2015/068805
Publication Date:
February 25, 2016
Filing Date:
August 14, 2015
Export Citation:
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Assignee:
IVA INDUSTRIEÖFEN GMBH (Zum Lonnenhohl 23, Dortmund, 44319, DE)
International Classes:
C23G1/08; C23C8/24; C23C8/30; C25F3/16; F27B5/10
Foreign References:
DE29615312U11996-10-17
US3764304A1973-10-09
US20090309277A12009-12-17
Other References:
WENSCHHOF D E: "CONTROLLING CORROSION OF FURNACE MUFFLES", INDUSTRIAL HEATING, NATIONAL INDUSTRIAL PUBLISHING CO., PITTSBURGH, US, vol. 42, no. 8, 1 August 1975 (1975-08-01), pages 10 - 17, XP009187303, ISSN: 0019-8374
None
Attorney, Agent or Firm:
HARLACHER, Mechthild (Huyssenallee 100, Essen, 45128, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Verfahren zur Herstellung einer Retorte für einen Nitrierofen, in dem metallische Werkstücke in einer vorbestimmten Atmosphäre wärmebehandelt werden, wobei die Retorte aus einem nichtrostenden Stahl gefertigt ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest die im Betriebszustand des Nitrierofens mit der vorbestimmten Atmosphäre in Kontakt kommenden Oberflächen der Retorte mittels eines Beizmittels gebeizt werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass das Beizmittel Salpetersäure und Flusssäure umfasst.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen nach dem Beizen mittels eines Elektrolyten in einem galvanischen Bad poliert werden.

4. Verfahren nach Anspruch 3,

dadurch gekennzeichnet, dass das Elektrolyt Phosphorsäure und Schwefelsäure umfasst.

5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,

dadurch gekennzeichnet, dass die polierten Oberflächen mit Salpetersäure passiviert werden.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet, dass die Retorte zylinderförmig ist, dass die Retorte aus Blechzuschnitten gefertigt wird, welche verschweißt werden.

7. Retorte für einen Nitrierofen, in dem metallische Werkstücke in einer vorbestimmten Atmosphäre wärmebehandelt werden, wobei die Retorte aus einem nichtrostenden Stahl gefertigt ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest die im Betriebszustand des Nitrierofens mit der vorbestimmten Atmosphäre in Kontakt kommenden Oberflächen der Retorte mittels eines Beizmittels gebeizt sind.

8. Retorte nach Anspruch 7,

dadurch gekennzeichnet, dass die Retorte aus verschweißten Blechzuschnitten hergestellt ist.

9. Retorte nach Anspruch 7 oder 8,

dadurch gekennzeichnet, dass die Retorte zylinderförmig ist.

10. Retorte nach einem der Ansprüche 7 bis 9

dadurch gekennzeichnet, dass die Retorte konzentrisch einen Leitzylinder zur Aufnahme der Werkstücke während der Wärmebehandlung umfasst.

1 1 . Retorte nach einem der Ansprüche 7 bis 10,

dadurch gekennzeichnet, dass die gebeizten Oberflächen der Retorte elektro- poliert sind.

12. Retorte nach Anspruch 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass die gebeizte und elektropolierten Oberflächen der Retorte mit Salpetersäure passiviert worden sind.

13. Nitrierofen, in dem metallische Werkstücke in einer vorbestimmten Atmosphäre wärmebehandelt werden,

dadurch gekennzeichnet, dass der Nitrierofen eine Retorte nach einem der Ansprüche 1 bis 12 umfasst.

Description:
Verfahren zur Herstellung einer Retorte für einen Nitrierofen sowie Retorte

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Retorte für einen Nitrierofen, in dem metallische Werkstücke in einer vorbestimmten Atmosphäre wärmebehandelt werden, wobei die Retorte aus einem nichtrostenden Stahl gefertigt ist. Ferner umfasst die Erfindung eine Retorte für einen Nitrierofen. Schließlich beinhaltet die Erfindung einen Nitrierofen. Metallische Werkstücken können auf vielfältige Art und Weise in einer vorbestimmten Atmosphäre wärmebehandelt werden. Ein allgemein bekanntes Verfahren ist das Nitrieren von Werkstücken aus Stahl. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Oberflächenhärtung von Stahl, wobei Stickstoff aus einer stickstoffhaltigen Atmosphäre in der Oberfläche der Stahlbauteiie angereichert wird. Nitrieren ist ein Verfahren zum Randschichthärten von Stählen. Das Nitrocarburieren ist eine Kombination von Nitrierung und Aufkohlung.

Nitrier- und Nitrocarburierprozesse werden im evakuierbaren Retorten von Nitrieröfen durchgeführt. Die Retorten bestehen aus nichtrostendem Stahl bzw. aus Edelstahl. Für Nitrier- und Nitrocarburierprozesse zwischen 500°C und 580°C werden gasför- mige Medien verwendet und zwar hauptsächlich Stickstoff (N2), Kohlendioxid (CO2), Wasserstoff bzw. H2, Endogas, Kohlenwasserstoffe (CxH y ) und Ammoniak (NH3). Als Stickstoffspender muss Ammoniak im Prozess vorhanden sein.

Zum Einbringen von Stickstoff in die Oberfläche von Stahlbauteilen bzw. Werkstücken aus Stahl muss der Stickstoff in atomarer Form vorliegen. Als Molekül ist der Stickstoff für den Prozess aufgrund der hohen Stabilität der Bindung nicht mehr verwendbar.

Die Erzeugung von atomarem Stickstoff erfolgt unter den gegebenen Temperatur- und Druckbedingungen im Prozess durch die Zugabe von gasförmigem Ammoniak. Das Ammoniak verhält sich gemäß folgender Reaktion:

NH3 -> [N] + 3/2 H 2

bzw.

wobei nur im ersteren Fall atomarer Stickstoff, also [N], für den Diffusionstransport in das Stahlbauteil zur Verfügung steht. Der Ammoniak spaltet sich dabei teilweise an der Oberfläche der Stahlbauteile bzw. Werkstücke, der dabei entstehende atomare Stickstoff wird Im Werkstück eingelagert und bildet eine Härteschicht, Der beim Nitrieren frei werdende Wasserstoff tritt zusammen mit dem nicht gespaltenen Ammoniak aus dem Ofen aus und wird in der Regel entsorgt. Ist die unvermeidbare Rekombination zu N2 bereits vollständig erfolgt, ist der Nitrierprozess beendet.

Das zugeführte Ammoniak soll bevorzugt direkt am Stahlbauteii dissoziieren, um dort eine ausreichende Menge an atomarem Stickstoff, also ein hohes Nitrierpotential, anzubieten. Eine Quantifizierung dieses Nitrierpotentials ermöglicht die sogenannte Nitrierkennzahl KN. Diese ist definiert als

PH 2 wobei p der Partialdruck ist. Die Dissoziationsreaktion wird neben den Temperatur- und Druckbedingungen auch katalytisch beeinflusst. Diese katalytisch beeinflusste Dissoziation des Ammoniaks ist unerwünscht, findet aber prinzipiell an allen metallischen und aktiven Oberflächen innerhalb des Reaktionsraumes statt. In Retorten- ofenanlagen sind dies hauptsächlich die Innenflächen der Retorte » aber auch die Oberfläche von Tragvorrichtungen für die Werkstücke. Für die Retorten wird in der Regel der Edelstahl 1 ,4841 (X1 5CrNiSi25 - 21 ) oder Edelstahl 1 .4828 verwendet. Durch den hohen Nickelanteil der Komponenten dieses Edelstahls ist eine ausgeprägte Neigung zur vorzeitigen Spaltung des Ammoniaks gegeben. Aus diesem Grund muss zur Einstellung eines bestimmten Nitrierpotentials eine vergleichsweise hohe Menge an Ammoniak eingespeist werden. Darüber hinaus stickt dieser Werkstoff durch den Nitrierprozess ebenfalls unvermeidbar auf, was eine unerwünschte Erhöhung der Oberflächenrauhigkeit und Nachteile in Bezug auf die Lebensdauer mit sich bringt. Die Aufgabe der Erfindung besteht demgemäß darin, ein Verfahren zur Herstellung einer Retorte zu entwickeln, um die vorgenannten Nachteile zu vermeiden » insbesondere die Aufstickung beim Nitrierprozess zu vermeiden. Ferner besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine verbesserte Retorte, die insbesondere einen hohen Wider- stand gegen Aufstickung aufweist und einen Nitrierofen mit einer verbesserten Retorte zur Verfügung zu stellen.

Gemäß der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Zumindest die im Betriebszustand des Nitrierofens mit der vorbestimmten Atmosphäre in Kontakt kommenden Oberflächen der Retorte werden mitteis eines Beiz- mittels gebeizt. Mit der vorbestimmten Atmosphäre kommt insbesondere die Innenfläche bzw. Innenwand der Retorte in Kontakt. Bei der vorbestimmten Atmosphäre handelt es sich insbesondere um eine stickstoffhaltige Atmosphäre.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die unerwünschten Reaktionen minimiert werden können, wenn die metallische Oberflächen, die im Betriebszustand des Nitrierofens mit der vorbestimmten Atmosphäre in Kontakt kommen, insbesondere die Oberflächen im Inneren der Retorte eine möglichst hohe Passivität aufweisen, Die mittels eines Beizmittels behandelte Oberflächen der Retorte weisen nur noch eine geringe katalytische Aktivität auf. Dadurch wird der Aufbau eines hohen Nitrierpotentials während des Nitrierens in der Retorte mit geringerer Ammoniak- menge möglich. Vorzugsweise umfasst das Beizmittel Salpetersäure und Ffusssäure, insbesondere ein Gemisch aus Salpetersäure und Flusssäure.

Vorzugsweise werden die Oberflächen nach dem Beizen mittels eines Elektrolyten in einem galvanischen Bad poliert. Dies führt zu einer Verringerung der Oberflächenrauhigkeit, d. h. in Summe zu einer geringen Gesamtoberfläche. Damit wird die Ad- sorption von Ammoniak an der Oberfläche als Vorstufe zur Dissoziation verringert. Vorteilhaft ist auch der höhere Widerstand gegen Korrosion, Dadurch verlängert sich die Gesamtlebensdauer der Retorte. Bei den Oberflächen die elektropoliert werden, handelt es sich insbesondere um die Innenflächen der Retorte, Nach der Erfindung umfasst das Elektrolyt Phosphorsiure und Schwefelsäure, Vorzugsweise erfolgt das Elektropolieren in einem galvanischen Bad bestehend aus Phosphorsäure und

Schwefelsäure, Vorzugsweise werden die polierten Oberflächen mit Salpetersäure passiviert.

Im Rahmen der Erfindung wird die Retorte, welche zylinderförmig ist, aus Blechzuschnitten gefertigt, welche verschweißt werden. Vorzugsweise umfasst die Retorte konzentrisch einen Leitzylinder zur Aufnahme der Werkstücke während der Wärmebehandlung,

Die Erfindung schafft ferner eine Retorte für einen vorzugsweise evakuierbaren Nitrierofen, in dem metallische Werkstücke in einer vorbestimmten (stickstoffhaltigen) Atmosphäre wärmebehandelt werden, wobei die Retorte aus einem nichtrostenden Stahl bzw. Edelstahl gefertigt ist, dadurch gekennzeichnet » dass zumindest die im Betriebszustand des Nitrierofens mit der vorbestimmten Atmosphäre in Kontakt kommenden Oberflächen der Retorte mittels eines Beizmittels gebeizt sind.

Die Wärmebehandlung der Werkstücke findet in der Retorte statt. Bei den Oberflä- chen » die gebeizt sind, handelt es sich insbesondere um die Innenflächen der Retorte.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Retorte aus verschweißten Blechzuschnitten hergestellt. Vorzugsweise ist die Retorte zylinderförmig. Vorzugsweise umfasst die Retorte konzentrisch einen Leitzylinder zur Aufnahme der Werkstücke wäh- rend der Wärmebehandlung.

Vorzugsweise sind die gebeizten Oberflächen der Retorte elektropoliert. Dies sind insbesondere die Innenfläche der Retorte und die Oberflächen des Leitzylinders, die mit der Atmosphäre während der Wärmebehandlung in Kontakt kommen.

Vorzugsweise sind die polierten Oberflächen der Retorte mit Salpetersäure passiviert worden,

Die Erfindung umfasst schließlich einen Nitrierofen, in dem metallische Werkstücke in einer vorbestimmten Atmosphäre wärmebehandelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Nitrierofen eine Retorte nach einem der Ansprüche 1 bis 12 umfasst. Nitrieröfen zum Durchführen von Nitrier- und Nitrocarburierprozessen weisen in der Regel in evakuierbaren Retorten auf, in denen die vorgenannten Prozesse stattfinden.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Es wird eine Retorte für einen evakuierbaren Nitrierofen hergestellt. Zunächst werden aus gewalztem Edelstahlblech Blechzuschnitte erstellt, eine im Wesentlichen zy- linderförmige Retorte geformt und die Blechzuschnitte verschweißt. Die Retorte umfasst einen an sich bekannten Leitzylinder aus Edelstahl. Der Leitzylinder dient zur Aufnahme bzw. zur Lagerung der Werkstücke während des Nitrierverfahrens. Die Innenflächen der Retorte und der Leitzylinder werden gebeizt. Dazu wird ein Gemisch aus Salpetersäure und Flusssäure verwendet. Die mittels des Beizmittels behandelte Oberflächen weisen nur noch eine geringe katalytische Aktivität auf.

Dadurch wird der Aufbau eines hohen Nitrierpotentials während des Nitrierens in der Retorte mit geringerer Ammoniakmenge möglich»

Die gebeizten Oberflächen werden im Anschluss an das Beizen in einem galvanischen Bad bestehend aus Phosphorsäure und Schwefelsäure elektropoliert. Im Anschluss werden die gebeizten Oberflächen mit Salpetersäure passiviert. Das Elektro- polieren führt zu einer Verringerung der Oberflächenrauhigkeit, d. h. in Summe zu ei- ner geringen Gesamtoberfläche. Damit wird die Adsorption von Ammoniak an der Oberfläche als Vorstufe zur Dissoziation verringert. Vorteilhaft ist auch der höhere Widerstand gegen Korrosion. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Retorte wesentlich.




 
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