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Title:
METHOD FOR PRODUCING A STRUCTURAL COMPONENT FROM A HIGH-STRENGTH ALLOY MATERIAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/154957
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a structural component (9), which has different component sections, from a high-strength alloy material. The invention is characterized in that • - the structural component (9) to be produced is divided into at least two component sections which differ with respect to their requirement profiles when the structural component is later used, wherein one component section must meet a higher requirement profile with respect to occurring loads when the structural component (9) is used, and the at least one other component section (8) must meet a lower requirement profile, • - in a first production step for producing the component section with the higher requirements, a blank (2) is brought to near-net-shape or net-shape by means of a massive forming process in some regions, • - in order to form the at least one component section (8) with the lower requirement profile, a body in the form of a pre-manufactured part, which corresponds to said component section, is arranged on at least one surface region in the form of a substrate, which has not yet been brought into its near-net-shape or net-shape by means of the massive forming process, and is bonded to the blank in at least one following step, and/or said component section is attached to the provided surface region of the blank by means of a generative production method in order to also bring the aforementioned regions of the massive-formed component section to a near-net-shape, and - the semi-finished product produced in this manner, as a completed preform (7), is then brought to its net-shape in one or more steps.

Inventors:
MEINERS, Frank (Derschlager Straße 26, Meinerzhagen, 58540, DE)
KWIATKOWSKI, Lukas (Derschlager Straße 26, Meinerzhagen, 58540, DE)
BAMBACH, Markus (Lehrstuhl Konstruktion und FertigungKonrad-Wachsmann-Allee 17, Cottbus, 03046, DE)
Application Number:
EP2019/053082
Publication Date:
August 15, 2019
Filing Date:
February 08, 2019
Export Citation:
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Assignee:
OTTO FUCHS - KOMMANDITGESELLSCHAFT (Derschlager Straße 26, Meinerzhagen, 58540, DE)
International Classes:
B23P15/00
Domestic Patent References:
WO2017196605A12017-11-16
Foreign References:
EP3251787A12017-12-06
US20160010469A12016-01-14
US20070084905A12007-04-19
US20150247474A12015-09-03
US20150231690A12015-08-20
US20110127315A12011-06-02
US2491878A1949-12-20
EP2962788A12016-01-06
DE102014012480B42016-06-09
DE102006049216A12008-04-24
Attorney, Agent or Firm:
HAVERKAMP, Jens (Gartenstraße 61, Iserlohn, 58636, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Verfahren zum Herstellen eines verschiedene Bauteilabschnitte aufweisenden Strukturbauteils (9, 9.1 ) aus einem hochfesten Legie- rungswerkstoff, dadurch gekennzeichnet, dass

- das zu erstellende Strukturbauteil (9, 9.1 ) in zumindest zwei sich bezüglich seines Anforderungsprofiles bei der späteren Verwendung des Strukturbauteils unterscheidende Bauteil- abschnitte unterteilt wird, wobei ein Bauteilabschnitt (3, 3.1 ) bei der Verwendung des Strukturbauteils (9, 9.1 ) einem in Bezug auf auftretende Belastungen höheren Anforderungs- profil und der zumindest eine weitere Bauteilabschnitt (8, 8.1 , 8.2) einem geringeren Anforderungsprofil genügen muss,

- in einem ersten Fertigungsschritt zum Erstellen des Bauteil- abschnittes (3, 3.1 ) mit den höheren Anforderungen ein Roh- ling (2) durch Massivumformen bereichsweise in eine end- konturnahe oder endkonturgenaue Form gebracht wird,

- in zumindest einem nachfolgenden Schritt auf zumindest ei- nem durch den Massivumformschritt noch nicht in seine endkonturnahe oder endkonturgenaue Form gebrachten Oberflächenbereich als Substrat zum Ausbilden des zumin- dest einen Bauteilabschnittes (8, 8.1 , 8.2) mit dem geringe- ren Anforderungsprofil ein diesen Bauteilabschnitt entspre- chender Körper in Form eines vorgefertigten Teiles angeord- net und mit dem Rohling stoffschlüssig gefügt wird und/oder dieser Bauteilabschnitt durch ein generatives Fertigungsver- fahren auf den vorgesehenen Oberflächenbereich des Roh- lings aufgebracht wird, um auch diese Bereiche des massiv- umgeformten Bauteilabschnitts in eine endkonturnähere Form zu bringen und

- anschließend das auf diese Weise hergestellte Halbzeug als komplettierte Vorform (7, 7.1 ) ein- oder mehrschrittig in seine Endkontur gebracht wird. 2 Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass sich das Anforderungsprofil des Bauteilabschnittes (3, 3.1 ) mit dem hö- heren Anforderungsprofil und dasjenige des oder der Bauteilab- schnitte (8, 8.1 , 8.2) mit dem geringeren Anforderungsprofil durch die jeweilige mechanische Belastbarkeit unterscheiden.

3 Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Strukturbauteil (9, 9.1 ) aus einer Titanlegierung, einer Aluminiumlegierung, einer Kobaltbasislegierung oder einer Nickel basislegierung hergestellt wird.

4 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das generative Fertigungsverfahren, mit dem ein Bauteilabschnitt mit geringerem Anforderungsprofil erstellt wird, als Laserauftragsschweißen unter Verwendung von Feststoffpartikeln oder von Draht durchgeführt wird.

5 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass für den generativen Fertigungsschritt zum Ausbilden eines Bauteilabschnittes mit geringerem Anforderungsprofil diesel- be Legierung verwendet wird, aus der auch der Rohling (2) gefertigt ist.

6 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass für den generativen Fertigungsschritt zum Ausbilden eines Bauteilabschnittes mit geringerem Anforderungsprofil eine sich von der Legierung des Rohlings unterscheidende Legierung verwendet wird. 7 Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zum endkonturnahen Ausbilden der durch den Schmiedeschritt noch nicht endkonturnah oder endkonturgenau ge- formten Bauteilabschnitte mehrere generative Fertigungsschritte durchgeführt werden.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwi- schen zwei generativen Fertigungsschritten die generativ gebilde- ten Bauteilabschnitte durch Schmieden in eine endkonturnähere Form umgeformt werden und dass der nachfolgende generative Fertigungsschritt auf dem umgeformten Material des vorangegan- genen Fertigungsschrittes durchgeführt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Durchführen eines generativen Fertigungs- Schrittes die Auftragsoberfläche des Substrates für den generativen

Fertigungsschritt vorbehandelt wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die endkonturnahen Bauteilabschnitte (8, 8.1 ) der komplettierten Vorform durch Schmieden und/oder durch eine spa- nende Bearbeitung in ihre Endkontur gebracht werden.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling (1 , 1.1 ) durch Schmieden als Massiv- umformschritt erstellt wird.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass als Titanlegierung eine (a+ß)-Titanlegierung ver- wendet wird.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Titanlegierung eine Ti-6AI-4V-Legierung eingesetzt wird.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekenn- zeichnet, dass als Strukturbauteil (9, 9.1 ) eines von mehreren Va- rianten dieses Strukturbauteils hergestellt wird, wobei durch den Schritt des Massivumformens zum Ausbilden des Rohlings dieser als Gleichteil für mehrere Varianten hergestellt wird und die Varian- tenbildung durch den oder die an den Rohling an den vorgegebe- nen Stellen angeschlossenen und/oder durch generative Fertigung gebildeten Bauteilabschnitte (8, 8.1 , 8.2) erfolgt.

Description:
Verfahren zum Herstellen eines Strukturbauteils

aus einem hochfesten Legierungswerkstoff

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines verschiedene Bauteilabschnitte aufweisenden Strukturbauteils aus einem hochfesten Legierungswerkstoff.

Strukturbauteile mit verschiedenen Bauteilabschnitten sind Teile, die in sich strukturiert sind und als solche am Aufbau einer größeren Struktur beteiligt sind bzw. sein können. Derartige Strukturbauteile sind einstückig und werden beispielsweise in der Luft- und Raumfahrttechnik eingesetzt, etwa als Rippen, Spanten, Führungsschienen für Flügelklappen und der- gleichen. Eingesetzt werden hierfür hochfeste Legierungswerkstoffe, wie höchstfeste Aluminiumwerkstoffe oder Titanwerkstoffe. Aus Titanwerkstof- fen hergestellte Strukturbauteile substituieren im zunehmenden Maße sol- che aus höchstfesten Aluminiumlegierungen, da diese in Kontakt mit koh- lefaserverstärkten Kunststoffbauteilen zu Korrosion neigen. In zunehmen- dem Maße werden in Flugzeugen kohlefaserverstärkte Kunststoffbauteile eingesetzt. Ein solches aus einem Titanwerkstoff hergestelltes Struktur- bauteil wird durch Zerspanung einer geschmiedeten Vorform hergestellt. Hierbei wird dem Schmieden im (a + ß)-Gebiet aufgrund der geringeren Prozesstemperaturen und des geringeren Anlagenaufwandes einem Prä- zisions-lsothermschmieden im ß-Gebiet der Legierung bevorzugt. Auf- grund des hohen Umformwiderstandes dieses Werkstoffes - gleiches gilt prinzipiell auch für andere hochfeste Legierungswerkstoffe, wie beispiels- weise Nickel-Basislegierungen und Kobalt-Basislegierungen - ist ein oft sehr hohes Aufmaß erforderlich, da der Schmiedeprozess global auf das Werkstück wirkt. Vor dem Hintergrund zunehmend komplexer ausgelegter Strukturbauteile erhöhen sich bei der Herstellung derartiger strukturierter Strukturbauteile die Werkzeugkosten, der Werkzeugverschleiß und die Fehleranfälligkeit. Aus diesem Grunde wird die Ausbildung der Endkontur in nachgelagerte Zerspanungsprozesse verlagert, was wiederum im Er- gebnis dazu führt, dass die Materialausnutzung mitunter nur 40% oder weniger, bei einigen Bauteilen nur etwa 10% des ursprünglich eingesetz- ten Materials beträgt. Abgesehen von dem hohen Zerspanungsaufwand verteuert die geringe Materialausnutzung die hergestellten Strukturbautei- le.

Generative Verfahren zum Herstellen von bestimmten Gegenständen sind bekannt. Gegenüber dem vorstehend beschriebenen Verfahren zu Her- steilen von Strukturbauteilen lässt sich durch Herstellen derartiger Struk- turbauteile durch generative Fertigung der Materialeinsatz optimieren. Problematisch ist allerdings, dass die mechanische Belastbarkeit von durch generative Verfahren hergestellten Gegenstände in vielen Fällen nicht den gewünschten Belastungsanforderungen entspricht. Aus DE 10 2014 012 480 B4 ist ein Verfahren zum Herstellen einer Beschaufelung einer Strömungsmaschine bekannt. Bei diesem Verfahren werden auf ei- nen vorgefertigten Schaufelträger die einzelnen Schaufeln durch generati- ve Fertigung ausgebildet. Bei dem Schaufelträger handelt es sich um ei- nen solchen herkömmlicher Art mit einer kreisrunden Grundfläche und einer axialen Lagerbohrung. So wird bei diesem vorbekannten Verfahren die generative Fertigung genutzt, um die mitunter komplizierte Geometrie der Schaufeln der Beschaufelung hersteilen zu können. Ein ähnliches Verfahren ist aus DE 10 2006 049 216 A1 bekannt. Das in diesem Stand der Technik offenbarte Verfahren dient zur Herstellung ei- nes Turbinenrotors, wobei der Turbinenrotor für eine Luftkühlung ein inne- res Kanalsystem aufweist. Bei diesem Verfahren ist zumindest ein Ab- schnitt des Turbinenrotors durch ein generatives Herstellungsverfahren erzeugt worden. Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der gesamte Turbinenrotor durch eine generative Fertigung hergestellt wor- den.

Generative Fertigungsverfahren werden auch eingesetzt, um beispielswei- se höher belastete Stellen eines Bauteils durch einen Materialauftrag zu verstärken. Diese Verstärkung kann in Form von Rippen, eines Netzes oder flächiger Elemente, durchaus unterschiedlicher Dicke über die Fläche vorgenommen werden. Diese generativ hergestellten Bauteilabschnitte dienen ausschließlich Verstärkungszwecken. Bei diesen vorbekannten Verfahren wird die generative Fertigung zum Herstellen bestimmter Bauteile, insbesondere mit Geometrien, die mit an- deren Herstellverfahren nicht oder nur mit höherem Aufwand herstellbar wären und sich auch zum Herstellen von Einzelstücken oder Kleinserien- teilen eignen. Dabei werden lediglich diejenigen Bauteilabschnitte genera- tiv hergestellt, die sich mit herkömmlichen Herstellungsschritten entweder nicht oder nur mit einem nicht vertretbaren Aufwand hersteilen ließen.

Ausgehend von diesem diskutierten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen eines ver- schiedene Strukturen aufweisenden Strukturbauteils aus einem hochfes- ten Legierungsmaterial, beispielsweise einer Titanlegierung vorzuschla- gen, mit dem ein solches Strukturbauteil nicht nur unter Anwendung eines Schmiedeschrittes hergestellt werden kann, sondern dass die zum Stand der Technik vorstehend aufgezeigten Nachteile zumindest weitgehend vermieden sind.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein eingangs genann- tes, gattungsgemäßes Verfahren, bei dem

- das zu erstellende Strukturbauteil in zumindest zwei sich bezüglich seines Anforderungsprofiles bei der späteren Verwendung des Struk- turbauteils unterscheidende Bauteilabschnitte unterteilt wird, wobei ein Bauteilabschnitt bei der Verwendung des Strukturbauteils einem in Bezug auf auftretende Belastungen höheren Anforderungsprofil und der zumindest eine weitere Bauteilabschnitt einem geringeren

Anforderungsprofil genügen muss,

- in einem ersten Fertigungsschritt zum Erstellen des Bauteilabschnit- tes mit den höheren Anforderungen ein Rohling durch Massivumfor- men bereichsweise in eine endkonturnahe oder endkonturgenaue Form gebracht wird,

- in zumindest einem nachfolgenden Schritt auf zumindest einem durch den Massivumformschritt noch nicht in seine endkonturnahe oder endkonturgenaue Form gebrachten Oberflächenbereich als Substrat zum Ausbilden des zumindest einen Bauteilabschnittes mit dem geringeren Anforderungsprofil ein diesen Bauteilabschnitt ent- sprechender Körper in Form eines vorgefertigten Teiles angeordnet und mit dem Rohling stoffschlüssig gefügt wird und/oder dieser Bau- teilabschnitt durch ein generatives Fertigungsverfahren auf den vor- gesehenen Oberflächenbereich des Rohlings aufgebracht wird, um auch diese Bereiche des massivumgeformten Bauteilabschnitts in eine endkonturnähere Form zu bringen und

- anschließend das auf diese Weise hergestellte Flalbzeug als kom- plettierte Vorform ein- oder mehrschrittig in seine Endkontur gebracht wird. Unter dem im Rahmen dieser Ausführung benutzten Begriff "Strukturbau- teil" ist jedwedes Bauteil zu verstehen, welches mehrere, insbesondere verschiedene Strukturen in Form von Bauteilabschnitten aufweist und so- mit in sich vereint. Ein solches Strukturbauteil hat durch die Summe der einzelnen Bauteilabschnitte seine finale Struktur erhalten. Zumindest eine als Bauteilabschnitt bzw. Kernsegment angesprochene Struktur eines sol- chen Strukturbauteils ist durch Massivumformen geformt worden. Der zu- mindest eine weitere Bauteilabschnitt ist entweder separat hergestellt und mit dem durch Massivumformen hergestellten Bauteilabschnitt durch eine stoffschlüssige Fügeverbindung verbunden oder dieser weitere Bauteilab- schnitt ist auf dem massivumgeformten Bauteilabschnitt durch ein genera- tives Fertigungsverfahren aufgetragen und auf diese Weise daran ange- formt. Somit sind unter dem benutzten Begriff "Strukturbauteil" solche Bauteile zu verstehen, die im engeren Sinne Strukturbauteile sind und somit am Aufbau größerer Strukturen beteiligt sind oder beteiligt sein kön- nen, wie beispielsweise Rippen, Profile oder Spanten oder andere Bautei- le als Teile von Flugzeugen oder auch sonstige strukturierte Strukturbau- teile, die nicht zum Aufbau einer größeren Struktur eingesetzt werden, wie beispielsweise Rotationskörper, etwa Schaufelräder für Turbinen oder dergleichen.

Das gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Strukturbau- teil ist im Ergebnis zwar einstückig, wie dieses für hochbelastete Struktur- bauteile gewünscht ist, jedoch werden bestimmte Bauteilabschnitte - ein- zelne Strukturen (Bauteilabschnitte) des Strukturbauteils - grundsätzlich unabhängig voneinander hergestellt. Somit kann jeder Bauteilabschnitt mit einem demjenigen Verfahren hergestellt werden, mit dem sich die an die- sen Bauteilabschnitt gestellten Anforderungen, den Umständen entspre- chend, insbesondere kostengünstig oder auch hinsichtlich ihrer Eigen- schaften realisieren lassen. Dieses bedeutet nicht, dass notwendigerweise jeder Bauteilabschnitt mit dem ein Optimum an den gewünschten Eigen- schäften bereitstellenden Herstellungsverfahren hergestellt sein muss. Vielmehr steht im Vordergrund, dass auf Grund der mehrteiligen Herstel- lung im Unterschied zu einteilig hergestellten Strukturbauteilen dieser Art einzelne Bauteilabschnitt nur geringeren Anforderungen genügen müssen und daher mit anderen, zumeist kostengünstigeren oder einfacher durch- zuführenden Herstellungsprozessen erstellt werden können. Somit kann es sich bei diesen weiteren von dem ersten Bauteilabschnitt - dem Kern- segment - separat hergesteilen Bauteilabschnitten um Gussstücke, Schmiedestücke, durch ein generatives Verfahren hergestellte Teile oder dergleichen handeln. Zudem besteht die Möglichkeit, ein oder mehrere dieser weiteren Bauteilabschnitte über ein generatives Fertigungsverfah- ren herzustellen, und zwar unter Verwendung des ersten Bauteilabschnit- tes als Substrat, auf das unmittelbar der oder die weiteren Bauteilabschnit- te durch ein solches generatives Fertigungsverfahren generiert werden. Somit ist dieses durch verschiedene Bauteilabschnitte strukturierte Struk- turbauteil in seine Bauteilabschnitte unterteilt, wobei sich zumindest die Anforderungen an das Kernsegment von denjenigen der weiteren Bauteil- abschnitte bei der vorgesehenen Verwendung des Strukturbauteils unter- scheiden. Die Schnittstelle zwischen zwei Bauteilabschnitten ist daher grundsätzlich nicht durch die Geometrie der einzelnen Strukturen des zu erstellenden Strukturbauteils, sondern durch die an unterschiedliche Bau- teilabschnitte gestellten unterschiedlichen Anforderungen gebildet.

Der erste Bauteilabschnitt - das Kernsegment - wird durch Massivumfor- men hergestellt. Durch Massivumformen lässt sich ein Kernsegment mit hohen dynamischen und statischen Festigkeitseigenschaften hersteilen. In Frage kommen als Massivumformprozesse grundsätzlich das Strangpres- sen, das Ringwalzen oder das Schmieden. Typischerweise erfolgt das Massivumformen bei erhöhten Temperaturen. Das auf diese Weise hergestellte, verschiedene Bauteilabschnitte aufwei- sende Strukturbauteil ist das Ergebnis typischerweise unterschiedlicher Herstellungs- bzw. Formgebungsprozesse, wobei unterschiedliche Bau- teilabschnitte des Strukturbauteils grundsätzlich unter Anwendung unter- schiedlicher Prozessrouten hergestellt sind, sodass ein solches strukturier- tes Strukturbauteil bezüglich seiner Herstellung als Hybrid-Strukturbauteil angesprochen werden kann. Dabei ist von Bedeutung, dass vor dem ei- gentlichen Fertigen eines solchen Strukturbauteils zunächst die unter- schiedlichen Bauteilabschnitte definiert werden, wobei sich die Bauteilab- schnitte durch das an diese jeweils gestellte Anforderungsprofil unter- scheiden, beispielsweise bezüglich des an einzelne Bauteilabschnitte ge- stellten mechanischen Anforderungsprofils. Ein solches Anforderungsprofil an einen Bauteilabschnitt bei dem Einsatz bzw. der Verwendung des Strukturbauteils betrifft in erster Linie das Anforderungsprofil in Bezug auf mechanische Belastungen, wie beispielsweise Festigkeiten, Härte, Schwingfestigkeit und dergleichen. So kann bei einem Strukturbauteil vor- gesehen sein, dass ein zentraler Bauteilabschnitt - das Kernsegment - einer höheren mechanischen Belastung genügen muss, während andere, daran angeformte Bauteilabschnitte nur einem geringeren mechanischen Anforderungsprofil genügen müssen. Die Bauteilabschnitte, an die ein hö- heres, insbesondere mechanisches Anforderungsprofil gestellt ist, werden durch Massivumformen, etwa Schmieden endkonturnah oder endkontur- genau geformt, jedenfalls soweit, dass möglichst wenig Material, wenn erforderlich, zum Einstellen der Endkontur zerspanend abgetragen werden muss. Diese Bauteilabschnitte stellen bei solchen Strukturbauteilen typi scherweise das Kernsegment dar. An dieses durch Massivumformen ge- formte Kernsegment ist zumindest ein Bauteilabschnitt angeformt; typi- scherweise sind mehrere Bauteilabschnitte an ein solches Kernsegment angeformt, auf die nur eine geringere mechanische Belastung bei dem späteren Einsatz des Strukturbauteils wirkt. Daher müssen diese Bauteil- abschnitte nur einem geringeren Anforderungsprofil genügen. Dieser eine oder diese mehreren weiteren Bauteilabschnitte können durch ein genera- tives Fertigungsverfahren auf einen Bereich der Mantelfläche des Kern- segmentes aufgetragen bzw. angeformt werden. Hierbei kann es sich um Fortsätze, wie Anbindungspunkte, Rippen, Aufnahmen für Bauteile, etwa Sensoren oder dergleichen handeln. Diese beispielsweise durch ein gene- ratives Fertigungsverfahren generierten Bauteilabschnitte können eine lokale Erstreckung aufweisen oder auch umfänglich sowohl in Querrich- tung als auch in Längsrichtung des Kernsegmentes über die gesamte oder einen Teil dieser Erstreckung geformt sein. Diese Bauteilabschnitte sind zumeist für die Formkomplexität derartiger Strukturbauteile verantwortlich. Etwa durch generatives Aufträgen von hochfestem Legierungswerkstoff können ohne großes Aufmaß auch komplizierte Geometrien erzeugt wer- den, vor allem auch solche, die durch Schmieden als beispielhaftes Mas- sivumformverfahren des Strukturbauteils als Ganzes nicht geformt werden können, wie beispielsweise hinterschnittene Abschnitte. Insofern bilden bestimmte Bereiche der Mantelfläche des geschmiedeten Bauteilab- schnitts das Substrat, auf welches die additiv gefertigten Bauteilabschnitte erzeugt werden. Dieser eine oder diese mehreren weiteren Bauteilabschnitte können auch individuell und somit separat von dem Kernsegment hergestellt und in ei- nem weiteren Schritt zum Ausbilden des gewünschten einteiligen Struk- turbauteils mit diesem stoffschlüssig gefügt werden. Auch eine mechani- sche Verbindung zwischen dem Kernsegment und einem solchen weiteren Bauteilabschnitt ohne zusätzlichen Einsatz von Befestigern ist möglich, vor allem wenn durch den Verbindungsprozess die beiden Teile zumindest bereichsweise miteinander kaltverschweißt sind.

Sind bei einem solchen Strukturbauteil verschiedene Bauteilabschnitte neben dem Kernsegment vorgesehen, können auch diese auf unter- schiedlichen Prozessrouten hergestellt und an das Kernsegment ange- schlossen werden. So ist es beispielsweise möglich, in Abhängigkeit von der auszubildenden Struktur als Bauteilabschnitt und den daran gestellten Anforderungen ein oder mehrere, an das Kernsegment angeformte Bau- teilabschnitte durch generative Fertigung zu erzeugen, während andere an das Kernsegment angeschlossene Bauteilabschnitte separat hergestellt und an das Kernsegment stoffschlüssig angeschlossen werden.

Bei der Definition der an das Kernsegment anzuformenden Bauteilab- schnitte wird man die Schnittstelle zwischen dem Kernsegment und einem solchen Bauteilabschnitt an einer Position des Strukturbauteils festlegen, in dem das Kernsegment durch den Anschluss des Bauteilabschnittes hin- sichtlich der an das Kernsegment gestellten Anforderungen nicht nachtei- lig beeinflusst wird. Zu diesem Zweck kann das Kernsegment von diesem abragende Übergangszonen, etwa in Form von Anbindungssockeln auf- weisen, an die dann ein separat hergestellter Bauteilabschnitt ange- schlossen oder im Falle einer generativen Fertigung eines solchen Bau- teilabschnittes unter Verwendung des Kernsegmentes als Substrat aufge- tragen wird. Die Flöhe eines solchen Anbindungssockels ist so ausgelegt, dass die zum Anbinden eines Bauteilabschnittes oder zum Aufträgen des- selben eingesetzte thermische Energie zwar das Gefüge in dem Anbin- dungssockel beeinflusst, nicht jedoch die übrigen Bestandteile des Kern- segmentes. Das Kernsegment braucht daher kein Übermaß für die an- sonsten einzuberechnende Gefügeänderung im Anbindungsbereich eines daran anzuformenden Bauteilabschnittes aufzuweisen. Dies reduziert den Materialeinsatz.

Es wird angenommen, dass im Rahmen dieser Ausführungen zum ersten Mal bei einem Strukturbauteil vor seiner Fierstellung bezüglich der darauf bei einem Einsatz desselben in unterschiedlichen Bereichen wirkende An- forderungsprofile unterschiedliche Bauteilabschnitte definiert werden, wel- che Bauteilabschnitte sodann mit unterschiedlichen Fierstellungsverfahren erzeugt werden. Flierdurch unterscheidet sich das erfindungsgemäße Ver- fahren von dem Stand der Technik, bei dem es nur auf die Fiersteilbarkeit von Bauteilabschnitten ankam, um zu entscheiden, ob diese generativ o- der konventionell hergestellt werden.

Durch diese Strukturbauteilunterteilung wird auch die Möglichkeit eröffnet, ein Kernsegment sowie zumindest ein daran angeformten Bauteilabschnitt aufweisendes Strukturbauteil in verschiedenen Varianten herzustellen, wobei das massivumgeformte, beispielsweise geschmiedete Kernsegment bei den unterschiedlichen Varianten das gleiche Teil ist und die Unter- scheidung durch den oder die daran angeschlossenen Bauteilabschnitte vorgenommen wird. Auf ein solchermaßen ausgelegtes Verfahren wird nachstehend noch eingegangen werden. Im Falle eines generativen Fertigungsverfahrens zum Fierstellen des zu- mindest einen weiteren Bauteilabschnittes wird, vor allem wenn unmittel- bar auf dem Kernsegment erzeugt, ein generatives Fertigungsverfahren eingesetzt, bei dem Metallpulver oder Metalldraht durch Zufuhr von Ener- gie verschmolzen wird. Typischerweise werden zur Erstellung der Rohform für diese Bereiche mittels des generativen Fertigungsverfahrens diese aus einem Legierungspulver oder -draht hergestellt, das demjenigen des Kernsegmentes entspricht. Zum Aufbau der durch ein generatives Fertigungsverfahren gebildeten Bauteilabschnitte können auch Legie- rungsvarianten oder eine andere Metalllegierung verwendet werden. In einem solchen Fall ist darauf zu achten, dass eine bestimmungsgemäße Fügeverbindung zwischen dem Substrat und dem darauf durch das gene- rative Verfahren aufgebrachten Material besteht. Das generative Ferti- gungsverfahren kann beispielsweise als Laserauftragsschweißen, Licht- bogenauftragsschweißen oder auch durch Elektronenstrahlauftrags- schweißen, nur um einige der möglichen Verfahren zu nennen, durchge- führt werden. Mittels eines oder mehrerer derartiger Schritte werden die durch den Massivumformprozess noch nicht in eine endkonturnahe oder endkonturgenaue Form gebrachten Bauteilabschnitte in eine endkontur- nahe Form aufgebaut. In einem anschließenden ein- oder mehrschrittig durchgeführten Bearbeitungsschritt können diese generativ aufgebauten Bauteilabschnitte in ihre Endkontur gebracht werden. In demselben Bear- beitungsschritt können auch der oder die endkonturnah massivumgeform- ten Bauteilabschnitte in ihre Endkontur gebracht werden. Bei diesen Bear- beitungsschritten kann es sich beispielsweise um einen Schmiedeschritt, mit dem die generativ erzeugten Bereiche zu einem gewissen Maß umge- formt werden, und/oder um eine spanende Bearbeitung handeln. Durch einen Umformschritt mit einem nur geringen Umformgrad wird das Gefüge des generativ gefertigten Bauteilabschnitts für eine anschließend durchzu- führende Wärmebehandlung zum Homogenisieren des Gefüges optimiert. Zudem wird durch einen solchen Schritt die Spannungsaufnahme dieses Bauteilabschnittes verbessert. Je nach Ausgestaltung des Bauteilhalbzeu- ges bzw. des oder der in ihre Endkontur zu bringenden Bauteilabschnitte kann es sich bei der spanenden Bearbeitung beispielsweise um ein Form- fräsen, ein Drehen, Bohren oder dergleichen handeln. Auch eine Kombi- nation dieser Maßnahmen ist möglich, ebenso wie das nachträgliche Ein- bringen eines geringen Umformgrades.

Gefolgt werden kann das vorbeschriebene Herstellungsverfahren durch eine Wärmebehandlung zum Zwecke einer Homogenisierung des Gefüges des massivumgeformten, beispielsweise geschmiedeten Bauteilabschnitts sowie derjenigen Bauteilabschnitte, die mit einem generativen Fertigungs- Verfahren hergestellt worden sind, und/oder eine Kaltumformung, etwa ein Recken oder Stauchen des in seiner Endkontur gebrachten Strukturbau- teils.

Bei derartigen, verschiedene Bauteilabschnitte aufweisenden, einteiligen Strukturbauteilen, die vor allem in der Luft- und Raumfahrttechnik einge- setzt werden, vereint ein solches Strukturbauteil die positiven Eigenschaf- ten eines massivumgeformten Rohlings mit den Eigenschaften eines durch ein generatives oder ein separates Fertigungsverfahren hergestell- ten Bauteils hinsichtlich der mit einem solchen Verfahren herstellbaren komplexen Geometrien. Insbesondere beim Herstellen dieses weiteren Bauteilabschnitts mit einem generativen Fertigungsverfahren können Ge- ometrien ausgebildet werden, die sich selbst durch Schmieden als Mas- sivumformprozess, auch durch mehrfaches Schmieden, nicht erzeugen lassen, bedingt beispielsweise durch relativ lange Fließwege oder dadurch, dass sich diese Geometrien durch Schmieden schlichtweg nicht hersteilen lassen, wie etwa Hinterschnitte. Ein solches Strukturbauteil wird man bezüglich der Aufteilung der Bereiche in durch Massivumformen, wie etwa Schmieden umgeformte Bereiche und solche, die durch ein anderes Fertigungsverfahren aufgebaut werden, typischerweise derart aufteilen, dass die bei der Anwendung des Strukturbauteils höheren, vor allem dy- namischen Belastungen ausgesetzten Bereiche des Strukturbauteils mas- sivumgeformte Bauteilabschnitte sind oder zumindest einen solchen Kern aufweisen. Ausgenutzt wird hierbei das für gegenüber derartigen Belas- tungen besonders widerstandsfähige Massivumformgefüge. Hier bietet sich das Schmieden als Massivumformprozess besonders an, da die da- mit erzielbaren Gefüge besonders hohen insbesondere dynamischen Be- anstandungen Stand halten. Bei den Untersuchungen, die zu dem Gegenstand dieser Erfindung ge- führt haben, musste man sich zunächst über die herrschende Lehre hin- wegsetzen, dass ein solches, durch bestimmte Geometrien strukturiertes Strukturbauteil aus einem einzigen Stück hergestellt werden muss, um den an das Strukturbauteil gestellten Anforderungen zu genügen. Erst das Verlassen dieser Lehre eröffnete den Weg zu einer Aufteilung des Struk- turbauteils in Bauteilabschnitte mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen, mithin in ein Kernsegment und ein oder mehrere daran anzuformende Bauteilabschnitte, und zu dem Gegenstand des beanspruchten Verfah- rens. So ist es beispielsweise bei einem Strukturbauteil mit einer oder mehreren Versteifungsrippen zum Erzielen von gewünschten Festigkeits- eigenschaften ausreichend, wenn die Basisfläche bzw. die Wurzel einer solchen Rippe zusammen mit dem angrenzenden Kernsegment durch Massivumformen, etwa durch Schmieden geformt wird. Dieses stellt zu- gleich einen Anbindungssockel als Übergangszone, wie bereits vorste- hend skizziert, dar. Die eigentliche Rippenausbildung bezüglich ihrer Höhe wird dann durch den anzuschließenden Bauteilabschnitt realisiert, bei- spielsweise durch ein generatives Fertigungsverfahren, typischerweise aufgetragen auf die Basisfläche bzw. die Wurzel. Gleiches gilt beispiels- weise auch für die Ausbildung von Anschlusspunkten bestimmter Geomet- rie, die ein solches Strukturbauteil aufweisen kann. Zahlreiche andere Ausgestaltungen sind denkbar.

Bei dem nach diesem Verfahren hergestellten, mehrere Bauteilabschnitte aufweisenden Strukturbauteil wird dieses erst nach dem Anschluss des zumindest einen Bauteilabschnittes an das Kernsegment, welches dann eine komplettierte Vorform darstellt, in seine Endkontur gebracht. Dieses kann ein oder mehrschrittig erfolgen. Dieses in die Endkontur Bringen der komplettierten Vorform kann nur einige Abschnitte der komplettierten Vor- form betreffen, typischerweise die an ein Kernsegment angeschlossenen Bauteilabschnitte, wodurch die Maßhaltigkeit der an das Kernsegment an- geformten Bauteilabschnitte und auch ihr Übergang in das Kernsegment unter Einhaltung sehr enger Toleranzgrenzen gewährleistet ist. Der Anschluss eines durch generative Fertigung erzeugten Bauteilab- schnittes kann auf einem durch den vorangegangenen Massivumform- schritt geformten Sockel, dessen Oberseite die Substratoberfläche bildet, erfolgen. Durch einen solchen an dem Kernsegment angeformten Sockel ist das eigentliche Kernsegment als Bauteilabschnitt, welches den Anfor- derungen eines höheren Anforderungsprofiles standhalten soll, von einer thermischen Beeinflussung oder einer oberflächennahen Materialdurchmi- schung als Folge des generativen Fertigungsverfahrens geschützt, sodass die durch das Schmieden eingestellten Werkstoff- und Gefügeeigenschaf- ten in dem eigentlichen Kernsegment nicht oder jedenfalls nicht nennens- wert durch den typischerweise lokal ausgeführten generativen Fertigungs- schritt geändert werden. Insofern wird man den generativen Fertigungs- schritt bezüglich seines Wärmeeintrages in das geschmiedete Kernseg- ment, kontrollieren, wobei an das Kernsegment angeformte Sockel, wie vorbeschrieben ihren Beitrag hierzu leisten können. Überdies wird durch einen derartigen Sockel die Kerbempfindlichkeit in dem Übergangsbereich reduziert.

Im Falle eines Schmiedeprozesses zum Fierstellen des als Kernsegment dienenden Bauteilabschnittes wird der Schmiedeschritt typischerweise einstufig durchgeführt. Dieses schließt ein Nachpressen nach einem kur- zen Lüftungsöffnen des Gesenkes ein. Einstufig bedeutet in diesem Zu sammenhang, dass die Umformung in einem einzigen Gesenk vorge- nommen wird. Auch ein mehrstufig ausgeführter Schmiedeschritt ist mög- lich, kann jedoch oftmals durch eine geschickte Auslegung des Struktur- bauteils in Bezug auf die durch Schmieden geformten Bauteilabschnitte und den Einsatz eines unterschiedlichen Herstellungsverfahrens zum Her- steilen des zumindest einen weiteren Bauteilabschnittes vermieden wer- den. Da durch diesen nicht die gesamte Formgebung des Strukturbauteils erfolgt, werden die zum Schmieden verwendeten Gesenke auch keiner übermäßigen Belastung (Auswaschung) unterworfen, sodass die Stand- Zeiten der Gesenke entsprechend länger sind. Dieses wirkt sich bei einer Serienfertigung auch positiv auf die einzuhaltenden Toleranzen bei der Herstellung derartiger Strukturbauteile aus.

Dieses Verfahren eröffnet die Möglichkeit, ein Strukturbauteil in unter- schiedlichen Varianten auszubilden. Das Gleichteil der unterschiedlichen Varianten wird durch den Massivumformschritt, beispielsweise einen Schmiedeprozess hergestellt. Mithin ist das beispielsweise geschmiedete Halbzeug bei allen Varianten eines solchen Strukturbauteils das Gleichteil, an das in den noch nicht endkonturnah oder endkonturgenau geformten Abschnitten für die Variantenbildung ein der gewünschten Variante ent- sprechender Bauteilabschnitt, durch ein generatives Fertigungsverfahren, angeschlossen wird. Sowohl die Anordnung der Schnittstellen für den An- schluss eines Bauteilabschnittes als auch die Formgebung der anzu- schließenden Bauteilabschnitte können sich bei den einzelnen Varianten unterscheiden. Dadurch kann nicht nur der Materialeinsatz reduziert, son- dern auch die gesamte Fertigungskette kosteneffizienter durchgeführt werden.

Bei derartigen fertigungshybriden Strukturbauteilen können der eine oder die mehreren weniger belasteten und beispielsweise durch ein generati- ves Fertigungsverfahren erzeugten Bauteilabschnitte zur Gewichtsreduzie- rung in einer Art und Weise optimiert werden, wie dieses auf herkömmli- che Weise nicht oder nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand erzielt werden könnte. Beispielhaft sei an dieser Stelle die Ausbildung ei- ner Hohlstruktur genannt. Eine solche Hohlstruktur kann ohne Einbußen hinsichtlich der Belastbarkeit dieses Bauteilabschnittes aufgrund der an dieses gestellten Anforderungen hinnehmen zu müssen, vorgenommen werden. Die Folge ist ein reduzierter Materialeinsatz und ein reduziertes Gewicht des fertigen Strukturbauteils. Ein geringerer Materialeinsatz ist gerade bei Strukturbauteilen mit relativ hohen Materialkosten ein besonde- rer Vorteil.

Das hybride Herstellungsverfahren erlaubt auch eine Ausbildung der Bau- teilabschnitte auf dem Kernsegment mit einer gegenüber seiner Legierung unterschiedlichen Legierung. Hierbei kann es sich um eine Legierung mit einer unterschiedlichen Zusammensetzung seiner Legierungselemente handeln. Insofern kann das für die an das Kernsegment anzuschließenden Bauteilabschnitte verwendete Material speziell in Bezug auf die an diese Bereiche des Strukturbauteils bei der vorgesehenen Anwendung gestell ten Anforderungen ausgewählt werden. Eine solche Ausgestaltung ist auch möglich, wenn das oder die an das Kernsegment anzuschließenden Bauteilabschnitte durch generative Fertigung unmittelbar auf dem Kern- segment als Substrat gebildet werden.

Durch Verwenden unterschiedlicher Werkstoffzusammensetzungen in dem Aufbau eines durch ein generatives Fertigungsverfahren zu erzeu- genden Bauteilabschnittes können innerhalb desselben zum Beispiel auch Werkstoffgradienten und somit Gradienten in Bezug auf einen oder mehre- re Festigkeitsparameter erzeugt werden. Ein solches Bauteil kann auch als werkstoffhybrides Bauteil angesprochen werden.

Der Einsatz eines generativen Fertigungsverfahrens zum Erzeugen eines Bauteilabschnittes auf dem geschmiedeten Flalbzeug oder auch separat hergestellt erlaubt es auch, dass in dieses Pulverpartikel oder Körner aus einem Material eingebaut werden, die besondere und von der zu erzeu- genden Legierung unabhängige Eigenschaften aufweisen. So kann es sich bei diesem Material beispielsweise um ein solches handeln, welches bei der Verschmelzungstemperatur zum Verschmelzen der Pulverpartikel verdampft, um auf diese Weise eine gewisse Porosität in einem solcher- maßen aufgebauten Bauteilabschnittes des Strukturbauteils zu erzeugen. Eingelagert werden können auf diese Weise auch in den durch das gene- rative Fertigungsverfahren hergestellten Bauteilabschnitt Festschmierstof- fe, wenn es sich bei dem zu erzeugenden Bauteilabschnitt beispielsweise um einen solchen handelt, der Teil eines Lagers, beispielsweise eine La- gerbuchse darstellen soll.

Wenn das oder die weiteren Bauteilabschnitte generativ auf dem Kern- segment als Substrat ausgebildet werden, wird es als vorteilhaft angese- hen, wenn diejenigen Bereiche des typischerweise geschmiedeten Kern- segmentes - des Substrates - in Bezug auf den zumindest einen darauf mittels eines generativen Fertigungsverfahrens zu erzeugenden Bauteil- abschnitt vorbehandelt und auf den generativen Fertigungsprozess vorbe- reitet wird. Dieses kann beispielsweise eine mechanische Vorbehandlung sein, etwa um die Kontaktoberfläche des Substrates zu dem darauf aufzu- tragenden Material zu vergrößern. Bei dem generativen Fertigungsverfah- ren handelt es sich gemäß einem Ausführungsbeispiel um ein Laser- oder Elektronenstrahlauftragsschweißen. In einem solchen Fall kann die Sub- stratoberfläche vor dem ersten Aufbringen der durch den Laser- oder Elektronenstrahl zu verschmelzenden Partikel einer Strahlbehandlung un- terworfen werden, um diesen Oberflächenbereich aufzurauen, wodurch die Anbindungsoberfläche vergrößert wird. Vorzugsweise wird ein solcher Schritt unmittelbar vor dem Beginn des Auftragsschweißens zum Erzeu- gen der auf der Substratoberfläche aufzubringenden Bereiche durchge- führt, da dieser Bereich dann zur Vorbereitung des generativen Ferti- gungsschrittes zugleich vorerwärmt wird. Als vorbereitende Maßnahme für den endkonturnahen Aufbau eines solchen Bereiches mittels eines gene- rativen Fertigungsverfahrens kann auch allein ein entsprechendes Erwär- men des Oberflächenbereiches des Substrates dienen. Alleinig oder auch in Kombination mit einem der beiden vorgenannten Vorbehandlungsmaß- nahmen kann die Substratoberfläche auch chemisch vorbehandelt wer- den, etwa um Oberflächenverunreinigungen oder aus dem Schmiedege- senk mitgeschlepptes Schmiermittel zu entfernen.

Wenn im Anschluss an die endkonturnahe Ausbildung des oder der durch ein generatives Fertigungsverfahren hergestellten Bauteilabschnitte auf dem geschmiedeten Halbzeug diese in ihre Endkontur oder in eine noch endkonturnähere Form durch Schmieden gebracht werden sollen, können die oberflächlichen Unregelmäßigkeiten, die das Laserauftragsschweißen, ebenso wie das Elektronenstrahlschweißen oder das Lichtbogenschwei- ßen als generatives Fertigungsverfahren mit sich bringt, als Schmierta- schen genutzt werden, um den Materialfluss zu steuern.

Auch bei einer anderen Herstellung des oder der weiteren Bauteilabschnit- te kann die kernsegmentseitige Anbindungsfläche und/oder die Anbin- dungsfläche des weiteren Bauteilabschnittes zum Unterstützen des An- bindungsvorganges vorbehandelt und/oder vorkonturiert sein. Letzteres ist beispielsweise durch eine Ausbildung von Rillen zum Erzeugen einer grö- ßeren Anbindungsoberfläche möglich, um einen stoffschlüssigen Füge- vorgang, etwa durch Elektronenstrahlschweißen oder Reibschweißen zu unterstützen. Das sich an die Ausbildung der komplettierten Vorform anschließende Einstellen der Endkontur des Strukturbauteils kann ein- oder mehrschrittig erfolgen, typischerweise durch spanende Bearbeitung. Eingesetzt werden für den massivumgeformten Rohling, beispielsweise einem Schmiederohling gemäß einer Ausgestaltung eine Titanlegierung, insbesondere eine (a+ß)-Titanlegierung, etwa eine Ti-6AI-4V-Legierung.

Nachfolgend ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 : Eine Figurenfolge, die die Ergebnisse einzelner Herstel- lungsschritte zum Fierstellen eines mehrere Bauteilabschnit- te aufweisenden Strukturbauteils mit dem erfindungsgemä- ßen Verfahren zeigt, und

Fig. 2: die Fierstellung eines weiteren Strukturbauteils gemäß einer anderen Ausgestaltung. Die Figurenfolge der Figur 1 zeigt unter (1 ) einen Rohling 1 aus einer Ti- 6AI-4V-Legierung als beispielhaften hochfesten Legierungswerkstoff. Bei dem Rohling 1 handelt es sich um einen gegossenen Barren. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Rohling 1 in einem ersten Schritt (2) in eine Schmiedevorform 2 gebracht. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Gussrohling 1 vorgeschmiedet und ein Ab- schnitt des Rohlings 1 um 90 Grad gegenüber dem übrigen Abschnitt mit einem Radius abgewinkelt worden, sodass in einer Seitenansicht der Schmiederohling L-förmig ausgebildet ist. Der Rohling weist ein (a+ß)- Gefüge auf.

Zum Vorbereiten des Schmiedens dieses Schmiederohlings 2 wird dieser auf seine Schmiedetemperatur erwärmt, in ein Gesenk eingelegt und in die in (3) gezeigte Vorform 3 geschmiedet. Durch den Schmiedeprozess ist der kürzere Schenkel 4 des Schmiederohlings 2 in eine Vierkantform 5 gebracht worden. Diese schließt unter Zwischenschaltung von Über- gangsbereichen an den Bogenabschnitt an. In den längeren Schenkel des Schmiederohlings 2 sind unter Verlängerung seiner Länge zwei Einschnü- rungen 6, 6.1 durch den Schmiedeschritt eingebracht worden. Die durch das Schmieden erstellte Vorform 3 ist in einigen Abschnitten bereits end- konturnah ausgeformt. Diese Vorform stellt bei dem dargestellten Ausfüh- rungsbeispiel das Kernsegment des späteren Strukturbauteils dar. Dieses Kernsegment ist derjenige Bauteilabschnitt, der einem höheren mechani- schen Anforderungsprofil genügen muss als die weiteren, nachfolgend beschriebenen Bauteilabschnitte. Dieses gilt bei dem dargestellten Aus- führungsbeispiel insbesondere in Bezug auf seine dynamische Belastbar- keit.

Das aus dem Rohling 1 zu fertigende Strukturbauteil weist eine gegenüber der Vorform 3 deutlich komplexere Formgebung auf. Um diese komplexe- re Formgebung zu erstellen, werden in denjenigen Bereichen der Vorform 3, die die weiteren Strukturen tragen sollen Rohformen, durch generatives

Laserauftragsschweißen bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel auf- gebaut. Es versteht sich, dass auch andere Auftragsschweißverfahren eingesetzt werden können. Das Auftragsschweißen ist bezüglich der ein- gebrachten Wärme so durchgeführt worden, dass der Wärmeeintrag in das Kernsegment lokal nur sehr gering ist und auch eine Materialdurchmi- schung nur auf eine oberflächliche Randzone des Substrates beschränkt ist. Die durch generative Fertigung komplettierte Vorform 7 ist im Schritt (4) der Figur 1 gezeigt. Die durch das generative Verfahren erzeugten bzw. aufgebauten Bauteilabschnitte - die Rohformen für die weiteren Strukturen - sind mit dem Bezugszeichen 8 kenntlich gemacht. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die durch das generative Verfahren hergestellten Bereiche 8 aus Legierungspulver derselben Legierung her- gestellt worden, aus der auch der Rohling 1 gefertigt ist. Auf dem Vier- kantschenkel 5 der Vorform 3 sind an gegenüberliegenden Flächen zwei zylinderförmige Bereiche 8 durch das generative Fertigungsverfahren auf- gebaut worden. Auf die Mantelfläche des längeren Schenkels der Vorform 3 sind kegelstumpfförmige Körper durch das generative Verfahren aufge- baut worden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die an die Mantelfläche der Vorform 3 angrenzenden Abschnitte dieser kegelförmi- gen Körper als Hohlkörper ausgeführt. Das generative Fertigungsverfah- ren wurde als Laserauftragsschweißen durchgeführt. Die endgültige Konturgebung der komplettierten Vorform 7 mit ihren durch das beschriebene generative Fertigungsverfahren aufgebauten Bauteilab- schnitte 8 erfolgt bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch eine spanende Bearbeitung (s. Schritt (5)). Die die Bauteilabschnitte 8 bilden- den Rohformen werden durch Formfräsen in ihre in (5) gezeigte Endkontur gebracht. Bei diesem Bearbeitungsschritt werden auch diejenigen Berei- che der komplettierten Vorform 7 in ihre Endkontur gebracht, die durch den Schmiedeschritt nicht endkonturgenau ausgeformt sind

Bei dem Strukturbauteil 9 handelt es sich um ein fiktives Strukturbauteil. Wesentlich bei diesem Strukturbauteil 9 ist, dass das durch die geschmie- dete Vorform 3 geformte Kernsegment als Bauteilabschnitt einer erhöhten mechanischen Belastung ausgesetzt werden kann. Da die L-Form des Strukturbauteils 9 durch Schmieden geformt ist, genügt dieses Kernseg- ment des Strukturbauteils 9 auch hohen, daran gestellten Anforderungen ohne weiteres. Dieses ist durch das an das Kernsegment gestellte Anfor- derungsprofil auch der Fall. Die durch das generative Fertigungsverfahren erzeugten Bauteilabschnitte 8 und die daraus durch Formfräsen in End- kontur gebrachten Fortsätze müssen bei dem Einsatz des Strukturbauteils 9 diesen Anforderungen nicht genügen. Auch diese können höheren Be- lastungen ausgesetzt werden, müssen jedoch nicht den Belastungsanfor- derungen genügen, die das Strukturbauteil 9 in den Abschnitten seiner L- förmigen Vorform genügen muss. Wenn, wie dieses bei vorbekannten Ver- fahren der Fall ist, das Strukturbauteil 9 durch Schmieden einer Vorform und anschließende zerspanende Bearbeitung hergestellt werden würde, wäre dieses nur mit einer geringen Materialausnutzung möglich, was nicht nur aufwendiger, sondern auch kostenträchtiger wäre. Den vorbeschriebenen Fertigungsschritten vorangestellt ist eine Aufteilung des Strukturbauteils 9 in bezüglich seines mechanischen Anforderungs- profils unterschiedliche Bauteilabschnitte, und zwar das durch die Vorform 3 gebildete Kernsegment als ein erster Bauteilabschnitt, der einem höhe- ren Anforderungsprofil genügen muss, und den daran angeformten zwei- ten Bauteilabschnitten 8, die diesem hohen Anforderungsprofil nicht genü- gen müssen. Nachdem das Strukturbauteil 9 in seine Endkontur gebracht worden ist, wird dieses einer Wärmebehandlung zum Homogenisieren des Gefüges unterworfen.

Bei dem Strukturbauteil 9 des dargestellten Ausführungsbeispiels handelt es sich um eine von mehreren Varianten, die sich durch die Anzahl der durch das generative Fertigungsverfahren aufgebauten Bauteilabschnitte 8 unterscheiden. Bei dem dargestellten Strukturbauteil 9 handelt es sich um dasjenige der mehreren Varianten, welches sämtliche der möglichen, sich bezüglich der Anzahl der Fortsätze unterscheidenden Varianten in sich vereint. So weist eine in den Figuren nicht dargestellte weitere Varian- te auf der Vierkantform 5 des kürzeren Schenkels nur einen einzigen durch das generative Verfahren aufgebrachten Bauteilabschnitt 8 und durch das Formfräsen in die Endkontur gebrachten Fortsatz auf. In einer weiteren Variante weist dieser Schenkel des Strukturbauteils 9 keine Fortsätze auf. Weitere Varianten bestehen in einer unterschiedlichen Aus- legung an den längeren Schenkel angeformten Fortsätze. Von besonderem Vorteil ist bei diesem Konzept, dass sämtliche Varianten auf ein und derselben Fertigungsstraße mit ein und denselben Werkzeu- gen hergestellt werden können.

Figur 2 zeigte eine der Figurenfolge der Figur 1 entsprechende Figuren- folge, darstellend die hybride Herstellung eines weiteren Strukturbauteils 9.1. Bei dem Herstellungsverfahren der Figur 2 werden nach der Auftei- lung des Strukturbauteils in bezüglich seines Anforderungsprofils unter- schiedliche Bauteilabschnitte dieselben Schritte (1 ) bis (5) durchgeführt wie dieses zuvor bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 erläutert wor- den ist. Aus diesem Grunde sind gleiche Merkmale bzw. Teile mit densel- ben Bezugszeichen, ergänzt um ein ".1" gekennzeichnet. Auch das Struk- turbauteil 9.1 selbst ist dem vorbeschriebenen Strukturbauteil 9 der Figur 1 sehr ähnlich. Der Rohling 1.1 bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 ist aus derselben Titanlegierung hergestellt worden wie der Rohling 1 des Ausführungsbeispiels der Figur 1. Das Strukturbauteil 9.1 unterscheidet sich von dem Strukturbauteil 9 durch seine Strukturierung, da die Fortsät- ze - und dementsprechend die durch generative Fertigung erstellten Bau- teilbereiche 8.1 , 8.2 - im Unterschied zu dem Strukturbauteil 9 einander nicht gegenüberliegend angeordnet sind. Ferner unterscheidet sich das Strukturbauteil 9.1 von dem Strukturbauteil 9 durch die Formgebung der geschmiedeten Vorform 3.1. Durch den Schmiedeprozess ist jeweils ein von dem Kernsegment der Vorform 3.1 abragender Sockel 10 zum Ausbil- den eines Wurzelbereiches bzw. eines Übergangsbereiches bereitgestellt. Der Sockel 10 kann auch als Anbindungssockel angesprochen werden. Die Oberseite der Sockel 10 stellt die Substratoberfläche dar, auf die die generativ zu fertigenden Bauteilabschnitte 8.1 , 8.2 aufgebracht werden. Auf diese Sockel 10 wird zum Fierstellen der komplettierten Vorform 7.1 im Wege des generativen Fertigungsverfahrens das Material aufgebracht. Durch den zum Erstellen der Endkontur des Strukturbauteils 9.1 durchge- führten Formfrässchritt sind, wie vor allem an den Fortsätzen, die an den Vierkantschenkel angeformt sind, ebenfalls Teile des Ansatzes entfernt worden. Vorteilhaft bei einer solchen Ausgestaltung der geschmiedeten komplettierten Vorform 7.1 ist, dass die Anbindung des generativ aufge- tragenen Materials von dem Faserverlauf der geschmiedeten Vorform in ihrem Kern beabstandet ist.

Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Bauteilabschnitt 8.2 als Flohlkörper ausgeführt, wie durch die Schnittdarstellungen dieses Bauteilabschnittes 8.2 in den Schritten (4) und (5) der Figur 2 gezeigt. Nach dem Ausbilden des Strukturbauteils 9.1 in seiner Endkontur wird dieses ebenso wärmebehandelt und mit geringem Umformgrad umge- formt.

In einer alternativen Prozessfolge lässt sich das in Figur 2 gezeigte Struk- turbauteil auch dadurch hersteilen, dass an Stelle des zu Schritt (4) be- schriebenen generativen Fertigungsprozesses zum Erzeugen der Bauteil- abschnitte 8.1 , 8.2 diese individuell, beispielsweise ebenfalls durch ein generatives Fertigungsverfahren oder auch durch ein anderes Herstel- lungsverfahren, beispielsweise einen Schmiedeprozess hergestellt werden und dann an die durch den Sockel 10 bereitgestellte Anbindungsfläche angebunden werden, typischerweise durch Elektronenstrahlfügen oder Reibschweißen. Auch bei dieser Verfahrensausgestaltung wird die auf diese Weise dann komplettierte Vorform in einem nachfolgenden Schritt bezüglich derjenigen Bereiche bzw. Abschnitte, die noch nicht in ihrer Endkontur sind, in ihre Endkontur gebracht.

Die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele dienen der Erläute- rung der Erfindung. Ohne den Umfang der geltenden Ansprüche zu ver- lassen, ergeben sich für einen Fachmann zahlreiche weitere Möglichkei- ten, die Erfindung umzusetzen, ohne dass dieses im Rahmen dieser Aus- führung im Einzelnen erläutert werden müsste.

Bezugszeichenliste

1 , 1 .1 Rohling

2 Schmiederohling

3, 3.1 Vorform

4 Schenkel

5 Vierkantform

6, 6.1 Einschnürung

7, 7.1 komplettierte Vorform

, 8.1 , 8.2 Bauteilabschnitt

9, 9.1 Strukturbauteil

10 Sockel