MICHALSKY, Andreas (Künersberg 1, Memmingerberg, 87766, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zum Herstellen eines Schlauchbeutels (10), insbesondere dosenartigen Schlauchbeutels bzw. Rundbeutels, mit einem, insbesondere rohrförmigen, Schlauchbeutelkörper (15) mit einem einstückig damit ausgebildeten Stand- bzw. Stehboden (20), gekennzeichnet durch folgende Schritte:
Zurverfügungstellen eines schlauchförmigen Schlauchabschnitts (25); Versiegeln des schlauchförmigen Schlauchabschnitts (25) an einem Schlauchbeutelende (30) unter Ausbildung einer konvexen Siegelnaht (35); - Entfernen von außen an die konvexe Siegelnaht (35) angrenzenden
Schlauchabschnitten, insbesondere Ecken;
Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes (30) in den Schlauchabschnitt (25) hinein.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beim Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes (30) in den Schlauchabschnitt bzw. Schlauchbeutelkörper (25, 15) hinein ein Umschlagrand (40) ausgebildet wird, der eine etwa ringförmige Standfläche (45) bildet.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein in den Schlauchbeutelkörper (15) eingestülptes Schlauchbeutelende (30) zumindest punktuell innerhalb des Schlauchbeutelkörpers (15), vorzugsweise im Bereich des Umschlagrandes (40) gehalten, insbesondere mit dem Schlauchbeutelkörper (15) gesiegelt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlagrand (40) gesiegelt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das versiegelte Schlauchbeutelende (30) über ein Rohr (50) in den Schlauchbeutelkörper (15) umgestülpt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauchabschnitt (25) aus einer Folie, insbesondere einem Laminat, bevorzugt einem Aluminium-Laminat, mit wenigstens einer Siegel- und gegebenenfalls wenigstens einer Barriereschicht hergestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der Barriereschicht SiO 2 , AlO x , Polyacrylnitril (PAN), Polyamid (PA), Ethylenvinylalkohol (EVOH) und/oder Mischungen der vorgenannten Substanzen und/oder wenigstens eine Metallfolie verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennz eichnet, dass der Schlauchabschnitt (25) aus einem Folienzuschnitt mit sich in Schlauchlängs- richtung erstreckendem Lap- (55) oder Fin-Seal hergestellt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauchabschnitt (25) durch Extrusion hergestellt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Schlauchabschnitts (25) eine Folie, insbesondere ein Laminat, mit einer Dicke im Bereich von 50 μm bis 500 μm, insbesondere 80 μm bis 400 μm, vorzugsweise 100 μm bis 350 μm verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Schlauchabschnitts (25) eine Folie, insbesondere ein Laminat, aus einem sterilisierbaren Material verwendet wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung des Schlauchabschnitts (25) wenigstens eine unidirektional gereckte Folie verwendet wird bzw. ein dafür verwendetes Laminat wenigstens eine unidirektional gereckte Schicht aufweist.
13. Schlauchbeutel (10), insbesondere dosenartiger Schlauchbeutel bzw. Rundbeutel, mit einem, insbesondere rohrförmigen, Schlauchbeutelkörper (15) und einem einstückig damit ausgebildeten Standboden (20), dadurch gekennzeichnet, daß der Standboden (20) durch Versiegeln eines Endes (30) eines den Schlauchbeutel (10) bildenden Schlauchabschnitts (25) unter Ausbildung einer konvexen Siegelnaht (35), ein Entfernen von außen an die konvexe Siegelnaht (35) angrenzenden Schlauchabschnitten, insbesondere Ecken, und ein Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes (30) in den Schlauchabschnitt (25) hinein gebildet ist, wobei eine Standfläche (45) durch einen beim Einstülpen gebildeten Umschlagrand (40) gebildet ist.
14. Schlauchbeutel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das in den Schlauchabschnitt (25) bzw. in den Schlauchbeutelkörper (15) eingestülpte versiegelte Schlauchbeutelende (30) dorn- bzw. kuppelartig in den Schlauchabschnitt (25) bzw. in den Schlauchbeutelkörper (15) hineinragt.
15. Schlauchbeutel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Siegelnaht (35) in eingestülptem Zustand des Schlauchbeutelendes (30) quer, insbesondere im Wesentlichen über den Durchmesser, über das dorn- bzw. kuppelartige Schlauchbeutelende (30) erstreckt.
16. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß ein in den Schlauchbeutelkörper (15) eingestülpter Abschnitt zumindest punktu- ell, vorzugsweise im Bereich des Umschlagrandes (40) im Schlauchbeutelkörper (15) gehalten, insbesondere mit dem Schlauchbeutelkörper (15) gesiegelt ist.
17. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlagrand (40) gesiegelt ist.
18. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß ein den Schlauchbeutel (10) bildender Schlauch aus einer Folie, insbesondere einem Laminat, bevorzugt einem Aluminium-Laminat, mit wenigstens einer Siegel- und gegebenenfalls wenigstens einer Barriereschicht hergestellt ist.
19. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Barriereschicht aus SiO 2 , AIO N , Polyacrylnitril (PAN), Polyamid (PA), Ethy- lenvinylalkohol (EVOH) und/oder Mischungen der vorgenannten Substanzen und/oder wenigstens einer Metallfolie besteht.
20. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie, insbesondere das Laminat, eine Dicke im Bereich von 50 μm bis 500 μm, insbesondere 80 μm bis 400 μm, vorzugsweise 100 μm bis 350 μm aufweist.
21. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauchbeutelkörper (15) aus einem durch Fin- oder Lap-Seal (55) verbundenen Folienabschnitt hergestellt oder schlauchförmig extrudiert ist.
22. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauch innen-innen siegelbar ist.
23. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie, insbesondere das Laminat, sterilisierbar ist.
24. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 13 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens der Schlauchbeutelkörper (15) zumindest eine unidirektional gereckte Folie umfaßt.
25. Schlauchbeutel nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, dass die unidirektional gereckte Folie Teil des den Schlauchbeutelkörper (15) bildenden Laminats ist.
26. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 24 bis 25 dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der unidirektional gereckten Folie größer ist als diejenige der verbleibenden weiteren Schichten des Laminats.
27. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 24 bis 26, dadurch gekennzeichnet, das s die zumindest eine unidirektional gereckte Folie wenigstens ein Polyolefln und/oder Polyamid und/oder einen Esther, insbesondere Polyethylen und/oder Polypropylen und/oder Polyethylenterephthalat, aufweist.
28. Schlauchbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 24 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die unidirektional gereckte Folie eine Dicke im Bereich von 10 μm bis 200 μm, insbesondere im Bereich von 35 μm bis 155 μm, vorzugsweise im Bereich von
45 μm bis 95 μm aufweist. |
„Verfahren zum Herstellen eines Schlauchbeutels mit einem einstückig damit ausgebildeten Standboden, und entsprechender Schlauchbeutel"
B e s c h r e i b u n g
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Schlauchbeutels mit einem einstückig damit ausgebildeten Standboden nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie einen Schlauchbeutel mit einem solchen Standboden gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 13.
Schlauchbeutel der hier fraglichen Art sind allgemein bekannt und werden zur Aufbewahrung, Lagerung und zum Transport von flüssigen, pastösen, pulvrigen, rieselfähigen und festen Inhalts Stoffen verwendet. Sie zeichnen sich durch ein geringes Gewicht, eine einfache Formbarkeit und gute Bedruckbarkeit aus. Darüber hinaus lassen sie sich bei entsprechender Materialwahl einfach und umweltschonend entsorgen. Vor allem lassen sie sich nach einer Entleerung auf ein minimales Volumen zusammenfalten und in den Entsorgungsweg einbringen.
Als problematisch hat sich jedoch herausgestellt, daß Schlauchbeutel in aller Regel wenig standfest sind und somit spezielle Vorkehrungen getroffen werden müssen, um ein Umkippen von, insbesondere geöffneten, Schlauchbeuteln und ein damit einhergehendes Verschütten des Inhalts zu vermeiden. Diese Problematik resultiert aus einer unzureichenden Standfestigkeit bislang bekannter Schlauchbeutel. Deshalb wurde in der Vergangenheit versucht, die mangelhafte Standfestigkeit vorgenannter Schlauchbeutel da- durch zu verbessern, daß ein standfester Boden in die Schlauchbeutel integriert wurde, indem ein separater Boden in einen den Schlauchbeutel bildenden schlauchförmigen Teil
des Schlauchbeutels ein- oder angesiegelt oder in sonstiger Weise damit verbunden wurde.
Bei dieser Vorgehensweise wurden jedoch zwei Nachteile offenbar, die sich zum einen in einer Dichtigkeitsproblematik zwischen eingesiegeltem Boden und dem angesiegelten schlauchförmigen Teil und zum anderen in einer mangelhaften Faltbarkeit des eingesiegelten Bodens und damit einem vergrößerten Volumen in entleertem Zustand des Schlauchbeutels äußerten, wodurch wiederum das durch den entleerten Schlauchbeutel verursachte Abfallvolumen anstieg.
Eine weitere bisher angewandte Vorgehensweise zur Verbesserung der Standfestigkeit eines Schlauchbeutels bestand in der Zurverfügungstellung eines Standbodens mittels einer W-Falte, die zur Vermeidung von Undichtigkeiten aus einem einstückigen Folienzuschnitt gefertigt wurde. Diese wies zwar eine deutlich verbesserte Dichtigkeit gegenüber Schlauchbeuteln mit eingesiegeltem Boden auf. Durch die Vorsehung der W-Falte wurde der Standboden jedoch immer zumindest etwas oval verzogen, so daß wiederum die Standfestigkeit dieser Schlauchbeutel unzureichend war.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schlauchbeutel mit einem einstückig damit ausgebildeten Standboden zur Verfügung zu stellen, der neben einer kostengünstigen Herstellbarkeit eine hohe Dichtigkeit aufweist und darüber hinaus standfest ist, wobei die vorgenannten Nachteile gemäß dem Stand der Technik vermieden werden.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Patentanspruch 1 bzw. durch einen Schlauchbeutel gemäß Patentanspruch 13 gelöst.
Insbesondere wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Herstellen eines Schlauchbeutels, insbesondere dosenartigen Schlauchbeutels bzw. Rundbeutels, mit einem, insbesondere rohrförmigen, Schlauchbeutelkörper mit einem einstückig damit ausgebildeten Stand- bzw. Stehboden gelöst, wobei verfahrensmäßig folgende Schritte ausgeführt werden:
Zurver fügungstellen eines schlauchförmigen Schlauchabschnitts; Versiegeln des schlauchförmigen Schlauchabschnitts an einem Schlauch- beutelende unter Ausbildung einer konvexen Siegelnaht;
Entfernen von außen an die konvexe Siegelnaht angrenzenden Schlauchabschnitten, insbesondere Ecken; Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes in den Schlauchabschnitt hinein.
Ein wesentlicher Punkt der Erfindung liegt darin, daß der erfindungsgemäße Schlauchbeutel aus einem einzigen Folienzuschnitt, der zu einem Schlauch geformt wurde, gefertigt wird. Somit besteht nicht die Notwendigkeit, einen separaten Boden in einen Schlauch einzusiegeln, so daß die damit einhergegangenen und aus dem Stand der Technik bekannten Probleme vermieden werden.
Ein weiterer wesentlicher Punkt der Erfindung liegt darin, daß zum einen auf die Verwendung heterogener Materialien sowie auf Materialien unterschiedlicher Materialdicke, wie beispielsweise einen separaten Stehboden, verzichtet wird und darüber hinaus die Länge der Siegelnaht so kurz wie möglich gestaltet wird.
Durch die Vermeidung heterogener und/oder ungleich dicker Materialien, also die Verwendung nur eines einzigen Folienzuschnitts, ist es möglich, die Anzahl der beim Versiegeln zu beachtenden Parameter, insbesondere hinsichtlich Materialdicke und Art des Materials, zu reduzieren und auf diese Weise das Siegelverfahren gegenüber bisherigen Verfahren zum Einsiegeln von Böden deutlich zu vereinfachen.
Darüber hinaus besteht ein Vorteil der Erfindung darin, daß die konvexe Siegelnaht durch eine einfache innen-innen-Versiegelung der beiden Innenseiten eines zusammengedrückten Schlauchabschnitts mittels eines konvexen Siegelwerkzeugs gebildet wird, so daß das Risiko von Undichtigkeiten einer solchen Siegelnaht praktisch nicht mehr gegeben ist und gegen Null geht.
Darüber hinaus ist es mittels dieser erfindungsgemäß einfachen Zwei-Lagen-Versiegelung möglich, auf komplizierte übergänge zu verzichten, wie diese beispielsweise im Falle der Erzeugung einer W-Falte notwendig sind, wenn eine vierlagige Siegelschicht auf eine zweilagige übergeht. An einer solchen übergangsstelle von beispielsweise vier zu zwei Lagen ist eine Siegelnaht gemäß dem Stand der Technik nämlich inhärent bruch- bzw. peelgefährdet, so daß mit Undichtigkeiten gerechnet werden muß.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorgehensweise besteht darin, daß zum einen, wie vorerwähnt, eine konvexe, also eine von dem Schlauchabschnitt gesehen sich
von diesem weg erstreckende, d.h. nach außen gekrümmte Siegelnaht erzeugt wird, deren angrenzende Schlauchabschnitte, insbesondere Ecken, entfernt werden. Mit der Entfernung der außen an die Siegelnaht angrenzenden Schlauchabschnitte wird ein späteres Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes durch diese Schlauchabschnitte nicht behindert, da diese bei einem Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes nach innen umgestülpt werden müßten und hierbei zu einem Faltenwurf und unschönen Verwerfungen des konvex versiegelten Schlauchbeutelendes führen würden.
Da diese an die konvexe Siegelnaht angrenzenden äußeren Schlauchabschnitte jedoch ent- fernt werden, ist ein einfaches Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes in den Schlauchabschnitt hinein problemlos möglich, wobei dieser Schritt am besten in einem relativ flachen Zustand des Schlauchs ausgeführt wird.
Durch das Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes in den Schlauchabschnitt bzw. Schlauchbeutelkörper hinein wird ein Umschlagrand ausgebildet, der die spätere Standfläche bildet. Dieser Umschlagrand ist durch das Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes zweilagig ausgebildet, wobei die äußere Lage durch einen Teil des ursprünglichen Schlauchabschnitts gebildet wird, während die zweite, d.h. die innere Lage durch den eingezogenen Schlauchbeutelabschnitt gebildet wird. Aufgrund dieser Zwei- lagigkeit ist dieser Umschlagrand somit verstärkt und gewährleistet eine verbesserte Standfestigkeit.
Eine weitere Verbesserung der Standfestigkeit kann dadurch erzielt werden, daß ein in den Schlauchbeutelkörper eingestülptes Schlauchbeutelende zumindest punktuell inner- halb des Schlauchbeutelkörpers, vorzugsweise im Bereich des Umschlagrandes gehalten, insbesondere mit dem Schlauchbeutelkörper gesiegelt wird. Auf diese Weise wird eine Verfestigung des Umschlagrandes erreicht, der gemäß einer alternativen Ausführungsform auch vollständig gesiegelt werden kann. Durch diese Verfestigung des Umschlagrandes und damit der Standfläche des Schlauchbeutels wird die Standfestigkeit des Schlauchbeutels weiter verbessert.
Das Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes in den Schlauchbeutelkörper hinein erfolgt in vorteilhafter Weise über ein unten offenes Ende eines Rohrs, wobei das Rohrende gleichzeitig die exakte Definition und Gestaltung der späteren Standfläche ermög- licht, da der in den Schlauchbeutelkörper umzustülpende versiegelte Schlauchabschnitt
glatt über das Ende des Rohrs gezogen und sodann, beispielsweise mittels einer Siegelnaht, fixiert werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird der Schlauchabschnitt aus einer Folie, insbesondere einem Laminat, bevorzugt einem Aluminium-Laminat, mit wenigstens einer Siegel- und gegebenenfalls wenigstens einer Barriereschicht hergestellt.
Durch die Verwendung einer Folie, insbesondere eines Laminats, ist der erfindungsgemäße Schlauchbeutel exakt an die Anforderungen eines Füllguts anpaßbar, indem bei- spielsweise Metall- und/oder Barriereschichten in das Laminat integriert werden, um auf diese Weise die Migration von Gasen oder Inhaltsstoffen, respektive Umgebungsstoffen, in den Schlauchbeutel hinein oder aus diesem heraus zu minimieren oder völlig zu unterbinden.
Zur Erzeugung der Barriereschicht wird SiO 2 , AlO x , Polyacrylnitril (PAN), Polyamid
(PA), Ethylenvinylalkohol (EVOH) und/oder Mischungen der vorgenannten Substanzen und/oder wenigstens eine Metallfolie verwendet.
In Bezug auf die Herstellung des Schlauchabschnitts kann dieser entweder aus einem Folienzuschnitt hergestellt werden, der dann unter Ausbildung einer Lap-Seal oder einer Fin-Seal-Naht zu einem rohrförmigen Schlauchabschnitt verbunden wird. Eine weitere Alternative zur Herstellung eines solchen Schlauchabschnitts ist beispielsweise die Extru- sion oder Coextrusion einer solchen schlauchförmigen Folie oder eines entsprechenden Laminats.
Die Dicke einer Folie oder eines Laminats, welches sich zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Schlauchabschnitts eignet, liegt im Bereich von 50 μm bis 500 μm, insbesondere 80 μm bis 400 μm, vorzugsweise 100 μm bis 350 μm.
Durch die Verwendung einer Folie, respektive eines Laminats mit diesen Dickenabmessungen ist eine ausreichende Stabilität des Schlauchbeutels gewährleistet, wobei auch der nach innen umgestülpte Schlauchbeutelboden durch die Verwendung einer Folie oder eines Laminats mit den vorgenannten Dicken eine ausreichende Stabilität erhält.
Ein wesentlicher erfindungsgemäßer Vorteil eines dorn- bzw. kuppelartig ausgebildeten
Bodens, der in einen Schlauchbeutelkörper hineinragt, liegt darin, daß die in flachem, d.h.
zusammengedrücktem Zustand des Schlauchabschnitts gesiegelte konvexe Siegelnaht eine größere Breite als den Durchmesser des Schlauchbeutels aufweist, so daß sich die konvexe Siegelnaht nur in einer domartigen Aufstülpung in Richtung Schlauchbeutelkörper in einer entspannten Lage befindet, so daß diese konvexe Siegelnaht den domartigen Aufbau des erfindungsgemäßen Bodens dahingehend stabilisiert, daß ein Druck, wie er beispielsweise von einem Füllgut auf den Boden ausgeübt wird, nicht zu einem Ausstülpen des Bodens, sondern zu einer Stabilisierung des Bodens führt, wie dies beispielsweise auch bei einem Kuppelgewölbe der Fall ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird zur Herstellung des Schlauchabschnitts, respektive des Schlauchbeutels, eine Folie, insbesondere ein Laminat verwendet, das aus einem sterilisierbaren Material besteht, das sich, besonders bevorzugt, auch bei höheren Temperaturen nicht denaturiert, sondern seine optimalen Eigenschaften beibehält.
Ferner kann zur Herstellung des Schlauchabschnitts wenigstens eine unidirektional gereckte Folie verwendet werden.
Wie eingangs erwähnt, wird die erfindungsgemäße Aufgabe auch durch einen Schlauch- beutel, insbesondere dosenartigen Schlauchbeutel bzw. Rundbeutel, mit einem, insbesondere rohrförmigen, Schlauchbeutelkörper und einem einstückig damit ausgebildeten Standboden gelöst, wobei der Standboden durch Versiegeln eines Endes eines den Schlauchbeutel bildenden Schlauchabschnitts unter Ausbildung einer konvexen Siegelnaht, ein Entfernen von außen an die konvexe Siegelnaht angrenzenden Schlauchab- schnitten, insbesondere Ecken, und ein Einstülpen des versiegelten Schlauchbeutelendes in den Schlauchabschnitt hinein gebildet ist, wobei eine Standfläche durch einen beim Einstülpen gebildeten Umschlagrand gebildet ist.
Hierbei ragt, wie vorerwähnt, das in den Schlauchabschnitt bzw. in den Schlauchbeutel- körper eingestülpte versiegelte Schlauchbeutelende dorn- bzw. kuppelartig in den Schlauchabschnitt bzw. in den Schlauchbeutelkörper hinein.
Die die dorn- bzw. kuppelartige Form des erfindungsgemäßen Schlauchbeutelbodens stabilisierende Siegelnaht erstreckt sich bevorzugt quer und besonders bevorzugt im we- sentlichen über den Durchmesser des dorn- bzw. kuppelartigen Schlauchbeutelendes.
Ferner kann ein in den Schlauchbeutelkörper eingezogener Abschnitt zumindest punk- tuell, vorzugsweise im Bereich des Umschlagrandes im Schlauchbeutelkörper gehalten, insbesondere mit dem Schlauchbeutelkörper gesiegelt sein, wobei auch eine abschnittsweise oder vollumfάngliche Siegelung des Umschlagrandes im Rahmen der Erfindung liegt.
Wie vorerwähnt, kann der Schlauchbeutelkörper wenigstens zumindest eine unidirektional gereckte Folie umfassen, die entweder Teil des den Schlauchbeutelkörper, respektive Schlauchbeutel bildenden Laminats ist, oder alleinig als unidirektional gereckte Folie enthalten ist.
Der wesentliche Vorteil der Verwendung eines Laminats mit einer unidirektional gereckten Folie liegt darin, daß sich ein solcherart ausgebildeter Schlauchbeutelkörper besonders kontrolliert und leicht aufreißen, d.h. öffnen läßt. In einer unidirektional gereckten Folie sind nämlich die die Folie bildenden Molekülketten ausgerichtet und in Reckrichtung im wesentlichen parallel angeordnet. Hierdurch bedingt ist eine Spaltbarkeit des gereckten Materials parallel zur Reckrichtung gegenüber einer dazu winkeligen Richtung bevorzugt, so daß ein schräges Einreißen durch die ausgerichteten Molekülketten deutlich erschwert bis unmöglich gemacht wird. Beim Spalten bzw. Aufreißen einer solchen Folie parallel zur Reckrichtung werden keine Molekülketten durchtrennt. Auch werden keine Molekülketten aus dem Molekülverbund herausgerissen, da die das Material bildenden Molekülketten nicht verknäuelt, sondern mehr oder weniger glatt nebeneinander angeordnet sind. Auf diese Weise ist zum Zerreißen einer solchermaßen unidirektional gereckten Folie parallel zur Reckrichtung eine gegenüber herkömmlichen Folien deutlich verringerte Reißkraft erforderlich, die bis zu 50% bis 60% unterhalb der Reißkraft liegt, die für eine herkömmliche ungereckte oder bidirektional gereckte Folie notwendig wäre. Unterstützend können an eine öffnungsvorrichtung des erfindungsgemäßen Schlauchbeutels anschließend auch Prägelinien od. dgl. öffnungshilfen vorgesehen sein.
Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben, die anhand der Abbildungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Schlauchbeutelabschnitts mit einer konvexen Siegelnaht;
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines Schlauchbeutels mit einem domartig nach innen gestülpten und versiegelten Schlauchbeutelende in Schnittansicht;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines erfϊn dungsgemäßen Schlauchbeutels gemäß Fig. 2 in einer Ansicht von schräg oben;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Herstellungsschritts des erfindungsgemäßen Schlauchbeutels in Schnittansicht; und
Fig. 5 eine weitere schematische Darstellung eines fertigen erfindungsgemäßen
Schlauchbeutels.
In der nachfolgenden Beschreibung werden für gleiche und gleich wirkende Teile diesel- ben Bezugsziffern verwendet.
Fig. 1 zeigt einen in Entstehung begriffenen Schlauchbeutel 10 mit einem Schlauchbeutelkörper 15, dessen Schläuchabschnitt 25 mit einer konvexen Siegelnaht 35 im Bereich des Schlauchbeutelendes 30 versehen ist. Der Schlauchabschnitt 25 ist aus einem Folien- zuschnitt gebildet, der mittels einer Lap-Seal-Naht 55 zu einem Schlauchabschnitt 25 geformt ist.
Fig. 2 zeigt den Schlauchabschnitt 15, 25 gemäß Fig. 1, wobei das mit der konvexen Siegelnaht 35 versiegelte Schlauchbeutelende 30 unter Ausbildung eines domartigen Bodens 60 nach innen in den Schlauchabschnitt 25, respektive den Schlauchbeutelkörper 15 eingestülpt ist. Durch die Einstülpung des domartigen Bodens 60 in den Schlauchbeutelkörper 15 ist ein Umschlagrand 40 ausgebildet, dessen untere Begrenzung den Stand- bzw. Stehboden 20, respektive die Standfläche 45 bildet.
Fig. 3 zeigt einen Schlauchbeutel 10 gemäß Fig. 1 in einer Ansicht von schräg vorne oben, wobei der domartige Boden 60 durch eine gestrichelte Linie sowie der Stand- bzw. Stehboden 20 in seinem rückwärtigen Teil durch eine punktierte Linie dargestellt sind.
Fig. 4 zeigt, wie der domartige Boden 60 mit der konvexen Siegelnaht 35 am Schlauch- beutelende 30 über ein Rohr 50 nach innen, d.h. in Richtung Schlauchbeutelkörper 15 gestülpt wird. Hierbei entstehen sowohl ein Umschlagrand 40 sowie eine durch diesen
Umschlagrand 40 definierte Standfläche 45, durch die der Stand- bzw. Stehboden 20 des erfindungsgemäßen Schlauchbeutels 10 definiert ist.
Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines fertigen erfindungsgemäßen Schlauch- beuteis 10 mit einem in den Schlauchbeutelkörper 15 hineinragenden domartigen Boden 60, dessen Umschlagrand 40 gesiegelt ist. Die Siegelung wird hierbei durch gestrichelte Linien angedeutet, wie diese auch zur Darstellung der konvexen Siegelnaht 35 am Schlauchbeutelende 30 verwendet sind.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß alle oben beschriebenen Teile für sich alleine gesehen und in jeder Kombination, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellten Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Abänderungen hiervon sind dem Fachmann geläufig.
B e z u g s z e i c h e n l i s t e
10 Schlauchbeutel
15 Schlauchbeutelkörper
20 Stand- bzw. Stehboden
25 Schlauchab schnitt
30 Schlauchbeutelende
35 konvexe Siegelnaht
40 Umschlagrand
45 Standfläche
50 Rohr
55 Lap-Seal
60 domartiger Boden
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