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Title:
METHOD FOR PRODUCING A WOVEN FABRIC, AND WOVEN FABRIC
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/180847
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a woven fabric (1) using a loom, wherein in every weaving step a shed is formed using warp thread (1.1), a weft thread (1.2) being guided through said shed perpendicular to the warp thread (1.1) and the weft thread (1.2) being pushed towards an edge of the woven fabric using a reed (2). According to the invention, in a reverse position and/or in a hold position of the reed (2) a plurality of additional threads (1.3) are guided through the reed (2) from a lower shed into an upper shed or from the upper shed into the lower shed using needles (3) which are arranged next to each other in the lateral direction of the reed (2) and which can be separately controlled and separately moved substantially perpendicular to the warp thread and parallel to the reed (2), wherein every additional thread (1.3) remains there until at least one further weft thread (1.2) is inserted into the shed and said additional thread (1.3) is guided in the direction of weaving behind the most recently inserted weft thread (1.2) from the upper shed below the lower shed or from the lower shed over the upper shed, as applicable, and woven in. The invention further relates to a woven fabric (1) of this kind.

Inventors:
BENTJEN, Dirk (Auetalstraße 96, Kalefeld, 37589, DE)
Application Number:
EP2014/059239
Publication Date:
November 13, 2014
Filing Date:
May 06, 2014
Export Citation:
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Assignee:
MEP-OLBO GMBH (Edelzeller Strasse 44, Fulda, 36043, DE)
International Classes:
D03C7/06; D03D13/00; D03D31/00
Foreign References:
DE102010007048A1
DE102010026609B3
DE682864C
DE102012200835B3
DE102012200835B3
Attorney, Agent or Firm:
LIEDTKE & PARTNER (Gerhart-Hauptmann-Str. 10/11, Erfurt, 99096, DE)
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Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E

1. Verfahren zur Herstellung eines Gewebes (1) mittels einer Webmaschine, wobei in jeweils einem Webschritt mittels Kettfäden (1.1) ein Webfach gebildet wird, durch welches ein Schussfaden (1.2) rechtwinklig zum

Kettfaden (1.1) hindurchgeführt wird und der Schussfaden (1.2) mittels eines Webblattes (2) in Richtung eines Geweberandes geschoben wird,

dadurch gekennzeichnet, dass in einer rückwärtigen Position und/oder in einer Wartestellung des Webblattes (2) eine Mehrzahl zusätzlicher Fäden (1.3) mittels in Querausdehnung des Webblattes (2) nebeneinander angeordneten, separat ansteuerbaren und separat im Wesentlichen rechtwinklig zu den Kettfäden parallel zum Webblatt (2) bewegbaren Nadeln (3) durch das Webblatt (2) von einem Unterfach in ein Oberfach oder von dem Oberfach in das Unterfach geführt werden, wobei der jeweilige zusätzliche Faden (1.3) dort verbleibt bis zumindest ein weiterer Schussfaden (1.2) in das Webfach eingetragen wird und der jeweiligen zusätzliche Faden (1.3) in Webrichtung hinter einem zuletzt eingebrachten Schussfaden (1.2) von dem Oberfach unter das Unterfach bzw. von dem Unterfach über das Oberfach geführt und eingewebt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass eine Einbringposition der zusätzlichen

Fäden (1.3) mittels einer Verschiebung der jeweiligen Nadel (3) parallel zur Querausdehnung des Webblattes (2) in Abhängigkeit einer Anzahl von Webschritten geändert wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass eine Einbringposition des zusätzlichen

Fadens (1.3) mittels einer Verschiebung parallel zur Querausdehnung des Webblattes (2) in Abhängigkeit einer Anzahl von Webschritten derart geändert wird, dass der zusätzliche Faden (1.3) in einem Winkel von mehr als 0° und weniger als 90° und mehr als 90° und weniger als 180° schräg verlaufend zur Webrichtung in das Gewebe (1) eingewebt wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass ein zusätzlicher Faden (1.3) abgebunden wird, wenn dieser eine parallel zu den Kettfäden (1.1) verlaufende Gewebekante erreicht.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass eine Führung der zusätzlichen Fäden (1.3) durch das Webblatt (2) automatisch gesteuert wird.

6. Gewebe (1) hergestellt nach einem Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl zusätzlicher Fäden (1.3) zusätzlich zu Kettfäden (1.1) und Schussfäden (1.2) derart eingewebt ist, dass die zusätzlichen Fäden (1.3) zumindest abschnittsweise in einem

vorgegebenen Winkel zur Webrichtung oberhalb und/oder unterhalb der Schussfäden (1.2) verläuft, wobei der Winkel mehr als 0° und weniger als 90° oder mehr als 90° und weniger als 180° zur Webrichtung beträgt.

7. Gewebe (1) nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzlichen Fäden (1.3) parallel zueinander verlaufen und/oder sich kreuzen.

8. Gewebe (1) nach Anspruch 6 oder 7,

dadurch gekennzeichnet, dass die zusätzlichen Fäden (1.3) an der

Gewebekante abgebunden ist bzw. sind.

Description:
Verfahren zur Herstellung eines Gewebes und Gewebe

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gewebes mittels einer Webmaschine, wobei in jeweils einem Webschritt mittels Kettfäden ein Webfach gebildet wird, durch welches ein Schussfaden rechtwinklig zum Kettfaden hindurchgeführt wird und der Schussfaden mittels eines Webblattes in Richtung eines Geweberandes geschoben wird.

Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zur Herstellung von Geweben mittels einer Webmaschine und mittels einer solchen Webmaschine hergestellte Gewebe bekannt. Beim Weben werden mindestens zwei Fadensysteme rechtwinklig gekreuzt, wobei es sich bei dem einen Fadensystem um das Kettsystem und bei dem anderen Fadensystem um das Schusssystem handelt. Vorgespannte Kettfäden bilden ein Webfach, in welches nacheinander Schussfäden von einer Gewebekante zur anderen durch eine gesamte Webbreite, die mittels der Kettfäden und dem Webblatt gebildet ist, gezogen werden. Mittels Weben sind Gewebe, wie z. B. Teppiche, Tapeten und andere technische Textilien, herstellbar. Zur industriellen Fertigung von Geweben werden im Allgemeinen Webmaschinen eingesetzt. Dabei werden die Kettfäden von einer Hinterseite der Webmaschine nach vorn geführt, wobei die Schussfäden jeweils von einer Seite zur anderen zwischen den Kettfäden, dem Webfach, hindurchgeschossen werden. Bei einem fertigen Gewebe werden die Kettfäden und die Schussfäden durch Verkreuzung der Fadensysteme zusammengehalten.

Die DE 10 2012 200 835 B3 beschreibt eine Webmaschine mit einer Vorrichtung zur Bildung von Zusatzschusseffekten mit mehreren Führungsnadeln und mit mehreren Nadelführungen, in denen jeweils eine Führungsnadel vertikal verschiebbar gelagert ist. Weiterhin ist ein Schieber vorgesehen, der mit mindestens einer der Nadelführungen verbunden ist. Zusätzlich sind ein

Verschiebeantrieb, durch den der Schieber in Schussrichtung antreibbar ist, sowie - -

eine Fachbildeeinrichtung mit mehreren Schnüren vorgesehen, die durch die Fachbildeeinrichtung vertikal antreibbar sind und die derartig mit den

Führungsnadeln verbunden sind, dass über die Schnüre die Führungsnadeln anhebbar sind. Hierbei ist jede Führungsnadel mit jeweils einer Schnur verbunden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gegenüber dem Stand der Technik verbessertes Verfahren zur Herstellung eines Gewebes mittels einer Webmaschine und ein solches Gewebe anzugeben.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß hinsichtlich des Verfahrens durch die in Anspruch 1 und hinsichtlich des Gewebes durch die in Anspruch 6 angegebenen Merkmale gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein Verfahren zur Herstellung eines Gewebes mittels einer Webmaschine, wobei in jeweils einem Webschritt mittels Kettfäden ein Webfach gebildet wird, durch welches ein Schussfaden rechtwinklig zum Kettfaden hindurchgeführt wird und der Schussfaden mittels eines Webblattes in Richtung eines Geweberandes geschoben wird. Erfindungsgemäß wird in einer rückwärtigen Position und/oder in einer Wartestellung des Webblattes eine Mehrzahl zusätzlicher Fäden mittels in Querausdehnung des Webblattes nebeneinander angeordneten, separat ansteuerbaren und separat im Wesentlichen rechtwinklig zu den Kettfäden parallel zum Webblatt bewegbaren Nadeln durch das Webblatt von einem Unterfach in ein Oberfach oder von dem Oberfach in das Unterfach geführt, wobei der jeweilige zusätzliche Faden dort verbleibt bis zumindest ein weiterer Schussfaden in das Webfach eingetragen wird und der jeweilige zusätzliche Faden in Webrichtung hinter einem zuletzt eingebrachten Schussfaden von dem Oberfach unter das Unterfach bzw. von dem Unterfach über das Oberfach geführt und eingewebt wird. - -

Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es in besonders vorteilhafter Weise möglich, beispielsweise eine Diagonale in das Gewebe einzuweben, die sich von einer parallel zum ersten oder letzten Kettfaden verlaufenden Gewebekante zu einer gegenüberliegenden Gewebekante erstreckt. Dabei ist es auch möglich, diese mittels des zusätzlichen Fadens gebildete Diagonale eingewebt zurückzuführen. Hierbei ist es aufgrund der Verwendung mehrerer nebeneinander angeordneter Nadeln, welche in einer möglichen Ausgestaltung im Wesentlichen senkrecht zum Verlauf der Kettfäden bewegt werden können, möglich, bereits vor dem Erreichen einer gegenüberliegenden Gewebekante durch einen zusätzlichen Faden einen weiteren zusätzlichen Faden mit einzuweben. Dabei können beliebige Verläufe der zusätzlichen Fäden im Gewebe erzeugt werden. Insbesondere bei einer voneinander unabhängigen Ansteuerung der Nadeln ist auch für jeden

zusätzlichen Faden ein separater Verlauf erzeugbar. Auch können Abstände zwischen den Nadeln variabel einstellbar ausgebildet sein, so dass einerseits beliebige Abstände zwischen den einzelnen zusätzlichen Fäden variabel gewählt werden können und andererseits zusätzlich zu parallelen Verläufen der zusätzlichen Fäden andere beliebige Verläufe erzeugt werden können. Mittels der mehreren schräg verlaufenden Fäden in dem Gewebe kann dasselbe mit einer höheren Zugkraft beaufschlagt werden, wobei die Gefahr des Reißens der Kettfäden und/oder der Schussfäden zumindest verringert ist.

Die zusätzlichen Fäden werden während der Herstellung des Gewebes eingewebt, wodurch kein nachfolgender Verfahrensschritt insbesondere zum Einbringen, beispielsweise von schräg verlaufenden Fäden, erforderlich ist.

Besonders bevorzugt werden Einbringpositionen der zusätzlichen Fäden mittels einer Verschiebung parallel zur Querausdehnung des Webblattes in Abhängigkeit einer Anzahl von Webschritten derart geändert, dass die Fäden in einem Winkel von mehr als 0° und weniger als 90° und mehr als 90° und weniger als 180°schräg verlaufend in das Gewebe eingewebt werden. Dadurch ist es möglich, sowohl eine Diagonale über eine Gewebebreite als auch einen Abschnitt, in dem die zusätzlichen Fäden in dem Gewebe schräg verlaufen, einzuweben. - -

Vorzugsweise werden die zusätzlichen Fäden abgebunden, wenn diese eine parallel zu den Kettfäden verlaufende Gewebekante erreichen, wodurch die Fäden fixiert sind und ein ungewolltes Lösen der zusätzlichen Fäden in Bezug auf das Gewebe im Wesentlichen ausgeschlossen ist. Zudem ist durch das Abbinden der zusätzlichen Fäden an der entsprechenden Gewebekante ein sauberer Abschluss des Gewebes gebildet.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens ist vorgesehen, dass eine Führung der zusätzlichen Fäden durch das Webblatt automatisch gesteuert wird. Durch die automatische Steuerung der Führung der Fäden kann eine Fehlerquelle in Bezug auf eine exakte Einbringposition weitestgehend vermieden werden, wodurch eine Ausschussquote bei der Herstellung eines solchen Gewebes verhältnismäßig gering ist.

Zudem ist es möglich, die zusätzlichen Fäden wellenförmig oder einen anderen gewünschten Verlauf aufweisend in das Gewebe einzuweben, wobei es auch möglich ist, dass sich die zusätzlichen Fäden selbst kreuzen, wodurch innerhalb des Gewebes eine Schlaufe gebildet ist.

Weiterhin betrifft die Erfindung ein Gewebe, welches mittels des oben beschriebenen Verfahrens hergestellt wurde, wobei zusätzliche Fäden zusätzlich zu den Kettfäden und den Schussfäden derart eingewebt sind, dass diese zumindest abschnittsweise in einem vorgegebenen Winkel zur Webrichtung oberhalb und/oder unterhalb der Schussfäden verlaufen, wobei der Winkel mehr als 0° und weniger als 90° oder mehr als 90° und weniger als 180° beträgt. Ein solches Gewebe vereint die Eigenschaften eines Gewebes und eines Geflechtes, wodurch zumindest im Bereich der schräg verlaufenden Fäden, beispielsweise eine höhere Zugkraft auf das Gewebe wirken kann, ohne dass die Gefahr des Reißens der Kettfäden und/oder der Schussfäden besteht. - -

Da die Zugkräfte vorteilhaft mittels der eingewebten schräg verlaufenden Fäden aufnehmbar sind, können die Kettfäden und/oder die Schussfäden eine weniger hohe Reißbeständigkeit aufweisen, wobei das Gewebe einer wirkenden Zugkraft vorzugsweise bis zu einem vorgegebenen Wert dennoch Stand hält.

Besonders vorteilhaft ist vorgesehen, dass mehrere zusätzliche Fäden in das Gewebe eingewebt sind, die parallel zueinander verlaufen und/oder sich kreuzen, wodurch das Gewebe besonders belastbar und somit reißfest ausgebildet ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform sind die zusätzlichen Fäden an der Gewebekante abgebunden, wodurch eine Abschlusskante gebildet ist und die Fäden fixiert sind. Durch die Fixierung ist ein ungewolltes Lösen der Fäden weitestgehend verhindert, so dass eine Funktion des Gewebes im Wesentlichen über dessen Lebensdauer sichergestellt werden kann.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand von

Zeichnungen näher erläutert.

Darin zeigen:

Figur 1 schematisch einen Ausschnitt eines Gewebes nach dem Stand der Technik,

Figur 2 schematisch einen Ausschnitt einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gewebes,

Figur 3 schematisch einen Ausschnitt einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gewebes,

Figur 4 schematisch eine Schnittdarstellung des Gewebes, und - -

Figur 5 schematisch eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts eines Webblattes einer Webmaschine.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen

Bezugszeichen versehen.

Figur 1 zeigt einen Ausschnitt eines Gewebes 1 nach dem Stand der Technik, welches mittels einer Webmaschine herstellbar ist.

Das Gewebe 1 besteht aus Kettfäden 1.1 und Schussfäden 1.2, wobei die

Schussfäden 1.2 senkrecht zu den Kettfäden 1.1 verlaufen.

Auf der Webmaschine sind die Kettfäden 1.1 vorgespannt angeordnet, wobei eine Anzahl von nicht gezeigten Schäften vorgesehen ist, die vertikal verlaufende Litzen mit Litzenaugen aufweisen. Durch jeweils ein Litzenauge ist ein Kettfaden 1.1 geführt, wobei jeweils eine Anzahl von Kettfäden 1.1 einem Schaft zugeordnet ist.

Die Kettfäden 1.1 sind mittels einer Fachbildevorrichtung relativ zueinander bewegbar, wodurch die jeweiligen Kettfäden 1.1 mittels der Schäfte in ein Oberfach angehoben und in ein Unterfach abgesenkt werden und somit ein Webfach gebildet ist. D. h. in einem Webschritt bewegen sich die Kettfäden 1.1 relativ zueinander, so dass das Webfach gebildet wird. In das Webfach wird ein Schussfaden 1.2 rechtwinklig zum Kettfaden 1.1 von einer Gewebekante zur gegenüberliegenden Gewebekante hindurchgeführt und der Schussfaden 1.2 wird mittels eines in Figur 5 näher dargestellten Webblattes 2 in Richtung eines Geweberandes des abschnittsweise fertig gestellten Gewebes 1 geschoben.

In einem nächsten Webschritt wechseln die Kettfäden 1.1 ihre Position und ein weiterer Schussfaden 1.2 wird von der Gewebekante zur gegenüberliegenden Gewebekante geführt und erneut mittels des Webblattes 2 in Richtung

Geweberand geschoben. - -

Dadurch wird das Gewebe 1 gebildet, wobei die Kettfäden 1.1 mittels

Verkreuzung mit den Schussfäden 1.2 zusammengehalten werden.

Um schräg verlaufende, insbesondere in den Figuren 2 und 3 näher gezeigte zusätzliche Fäden 1.3 während der Herstellung des Gewebes 1 in dasselbe einzubringen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, diese zusätzlichen Fäden 1.3 während der Herstellung des Gewebes 1 in dasselbe einzuweben. Dazu wird eine gewünschte Anzahl zusätzlicher Fäden 1.3, die im eingewebten Zustand schräg und parallel zueinander angeordnet sind, in einem ersten Schritt bei einer Bewegung des Webblattes 2 entgegen der Webrichtung oder in seiner Warteposition in das Webblatt 2 eingebracht.

Die in Figur 1 hervorgehoben dargestellten Überlagerungspunkte von Kettfäden 1.1 und Schussfäden 1.2 bilden Bindungspunkte B für den Verlauf der zusätzlichen Fäden 1.3. An diesen Bindungspunkten B ist ein jeweiliger zusätzlicher Faden 1.3. in das Gewebe 1 eingewebt. Diese Bindungspunkte B können mit Hilfe eines Koordinatensystems durch einen Rechtswert in Bezug auf die Kettfäden 1.1 und einen Hochwert in Bezug auf die Schussfäden 1.2 dargestellt werden. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 befindet sich der jeweilige Bindungspunkt B eines zusätzlichen Fadens 1.3 bei einem Rechtswert von 2 und einem Hoch wert von 3. D. h. an jedem zweiten Kettfaden 1.1 und jedem dritten Schussfaden 1.2 ist ein Bindungspunkt B für den Verlauf eines zusätzlichen Fadens 1.3 angeordnet.

Insbesondere ist vorgesehen, von einer Gewebekante zur gegenüberliegenden Gewebekante diagonal verlaufende zusätzliche Fäden 1.3 in das Gewebe 1 einzuweben, um beispielsweise eine Zugfestigkeit des Gewebes 1 zu erhöhen, wobei eine Anzahl von Kettfäden 1.1 und/oder Schussfäden 1.2 verringert werden kann. Diese Verringerung ist möglich, da wirkende Kräfte in Richtung der Schussfäden 1.2 in Richtung der Kettfäden 1.1 abgeleitet werden können und umgekehrt. - -

Wie oben beschrieben, wird eine Anzahl zusätzlicher Fäden 1.3 mittels Nadeln nebeneinander von dem Oberfach durch das Webblatt 2 in das Unterfach geführt, wobei eine erste Einbringposition der zusätzlichen Fäden 1.3 in Bezug auf das Gewebe 1 frei wählbar ist. Hierbei sind mehrere Nadeln 3, wie in Figur 5 näher dargestellt, nebeneinander angeordnet und werden gemeinsam oder einzeln angesteuert.

Die Figuren 2 und 3 zeigen jeweils einen Ausschnitt eines Gewebes 1 mit in dieses eingewebten schräg verlaufenden zusätzlichen Fäden 1.3. Dabei verlaufen die schräg eingewebten zusätzlichen Fäden 1.3 in Figur 2 von links oben nach rechts unten und in Figur 3 von rechts oben nach links unten. Die zusätzlichen Fäden 1.3 weisen gemäß Figur 2 einen Winkel von 135° zur Webrichtung auf. Die schräg verlaufenden zusätzlichen Fäden 1.3 gemäß Figur 3 hingegen weisen einen Winkel von 45° zur Webrichtung auf.

Ein nicht gezeigtes erstes Ende der zusätzlichen Fäden 1.3 ist bei Herstellung des Gewebes 1 an einem vorgesehen Punkt der Webmaschine oder einem anderen geeigneten Punkt fixiert.

Die zusätzlichen Fäden 1.3 sind in das Unterfach geführt und verbleiben dort bis ein weiterer Schussfaden 1.2 von der einen Gewebekante zur nächsten Gewebekante durch das Webfach geführt ist. Nach diesem Eintrag des Schussfadens 1.2 werden die Nadeln mit den zusätzlichen Fäden 1.3 angehoben, so dass sich diese oberhalb des Webblattes 2 befinden. Anschließend wird das Webblatt 2 in Webrichtung bewegt, wodurch der Schussfaden 1.2 in Richtung des Gewebes 1 geschoben wird und die zusätzlichen Fäden 1.3, die unterhalb des zuletzt eingetragenen Schussfadens 1.2 angeordnet sind, eingewebt werden.

Daran anschließend werden die Nadeln mit den zusätzlichen Fäden 1.3 während einer vorgegebenen Anzahl von Schussfadeneinträgen entsprechend des Rechtswertes an einer nächsten Einbringposition positioniert. Insbesondere werden die - -

zusätzlichen Fäden 1.3 zu einem folgenden zweiten Kettfaden 1.1 bewegt und nach einem Eintrag der nächsten Schussfäden 1.2 entsprechend dem Hochwert von 3 wieder in das Webblatt 2 eingebracht. Der nächste Schussfaden 1.2 wird von der einen Gewebekante durch das Webfach zur gegenüberliegenden Gewebekante geführt und mittels des Webblattes 2 in Richtung des Gewebes 1 geschoben und somit eingewebt, wie in der Schnittdarstellung des Gewebes 1 in Figur 4 näher gezeigt ist.

Diese Webschritte mit Einbringen der zusätzlichen Fäden 1.3 entsprechend einer aus dem Rechtswert und dem Hochwert gebildeten Steigungszahl werden wiederholt durchgeführt bis das Gewebe 1 eine gewünschte Länge aufweist.

Bevorzugt werden so viele Webschritte durchgeführt bis eine vorgegebene Anzahl der zusätzlichen Fäden 1.3 von einer Gewebekante bis zur gegenüberliegenden Gewebekante in das Gewebe 1 eingewebt ist.

Diese zusätzlichen Fäden 1.3, die bis zu der gegenüberliegenden Gewebekante in das Gewebe 1 eingewebt sind, werden an der Gewebekante abgebunden und fixiert, so dass vorzugsweise eine saubere Gewebekante in Form einer Abschlusskante gebildet ist.

Hierbei ist es aufgrund der Verwendung mehrerer nebeneinander angeordneter Nadeln 3, welche im Wesentlichen senkrecht zum Verlauf der Kettfäden 1.1 bewegt werden können, möglich, bereits vor dem Erreichen der gegenüberliegenden Gewebekante durch einen zusätzlichen Faden 1.3 einen weiteren zusätzlichen Faden 1.3 mit einzuweben. Dabei können beliebige Verläufe der zusätzlichen Fäden 1.3 im Gewebe 1 erzeugt werden. Insbesondere bei einer voneinander unabhängigen Ansteuerung der Nadeln 3 ist auch für jeden zusätzlichen Faden 1.3 ein separater Verlauf erzeugbar. Auch sind Abstände zwischen den Nadeln 3 variabel einstellbar ausgebildet, so dass einerseits beliebige Abstände zwischen den einzelnen zusätzlichen Fäden 1.3 variabel - -

gewählt werden können und andererseits zusätzlich zu parallelen Verläufen der zusätzlichen Fäden 1.3 andere beliebige Verläufe erzeugt werden können.

Figur 4 zeigt eine Schnittdarstellung eines Gewebes 1, in welches ein schräg verlaufender zusätzlicher Faden 1.3 eingewebt wird.

Im Detail sind ein Kettfaden 1.1 sowie oberhalb und unterhalb desselben eingetragene Schussfäden 1.2 und ein zusätzlicher Faden 1.3 dargestellt.

In Figur 5 ist in perspektivischer Ansicht ein Ausschnitt eines Webblattes 2 der Webmaschine dargestellt. Dabei sind das Webblatt 2, eine Anzahl von Kettfäden 1.1 und in das Gewebe 1 einzuwebende zusätzliche Fäden 1.3 mit jeweils einer zugehörigen Nadel 3 gezeigt. Die Nadeln 3 sind in nicht näher dargestellter Weise jeweils an einem Nadelbetätigungselement befestigt, welches an einer ebenfalls nicht gezeigten Traverse angeordnet ist.

Um zu realisieren, dass die Nadeln 3 mittels Ansteuerung und Positionierung des jeweiligen Nadelbetätigungselementes durch das Webblatt 2 hindurchgeführt werden, ist ein nicht dargestellter oberer Bund des Webblattes 2 entfernt. Dadurch ist ein Einstechen der Nadeln 3 in das Webfach möglich.

Besonders bevorzugt ist die Traverse derart ausgebildet, dass diese hinsichtlich ihrer Breite variabel einstellbar ist, so dass es möglich ist, die Traverse entsprechend einer Breite des herzustellenden Gewebes 1 anzupassen. Dabei erfolgt die Einstellung der Breite der Traverse in Abhängigkeit der Breite des Gewebes 1 über die Anzahl der nebeneinander angeordneten Nadelbetätigungselemente und Nadeln 3. Da die Breite des Gewebes 1 in einer Steuereinheit variabel einstellbar ist, sind die einzelnen Nadelbetätigungselemente derart ansteuerbar, dass diese bei Erreichen der Gewebekante automatisch zu der Traversenrückseite führbar sind. - -

Dabei werden die Nadelbetätigungselemente und die Nadeln 3 derart angesteuert und an der Traverse positioniert, dass es möglich ist, die zusätzlichen Fäden 1.3 mit verschiedenen Verläufen in das Gewebe 1 einzubringen. Durch die

Möglichkeit der Ansteuerung der Nadelbetätigungselemente kann ein Winkel des Verlaufes des jeweiligen zusätzlichen Fadens 1.3 eingestellt werden, wobei es ebenfalls möglich ist, dass der in das Gewebe 1 eingebrachte zusätzliche

Faden 1.3 eine Wellenform aufweist. Hierzu variiert die Steigungszahl zur Positionierung des Nadelbetätigungselementes.

In einer möglichen Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die einzelnen Nadelbetätigungselemente separat ansteuerbar sind.

Da es mittels der Webmaschine möglich ist, zusätzliche Fäden 1.3 als Diagonale in das Gewebe 1 einzuweben, kann eine Anzahl der Kettfäden 1.1 und/oder der Schussfäden 1.2 verringert werden, da eine Festigkeitsanforderung des Gewebes 1 mittels der zusätzlichen Fäden 1.3 einstellbar ist.

Auch können Teilabschnitte des Gewebes 1 mittels abschnittsweise eingewebten schräg verlaufenden zusätzlichen Fäden 1.3 für verschiedene Einsatzgebiete des Gewebes 1 verstärkt werden. Durch die separate Ansteuerung der Nadelbetätigung selemente ist es möglich, die Nadelbetätigungselemente auf der Seite der Traverse, auf der sie sich befinden, durch Umkehr der Steigungszahl die bereits gewebte Diagonale zur Verstärkung umzukehren.

Auch sind mittels der Webmaschine und des Verfahrens Kohlenstofffasergewebe und/oder Kohlenstofffaser-Kunststoff- Verbünde hergestellt werden. - -

BEZUGSZEICHENLISTE

Gewebe

Kettfaden

Schussfaden

zusätzlicher Faden

Webblatt

Nadel

Bindungspunkt