| Patentansprüche 1. Verfahren zur Herstellung von Wirkstoffen aus einer Pflanze, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkstoffe im wesentlichen aus den Wurzeln und/oder Rhizomen der neuen Pflanzensorte aus der Gattung der Fallopia mit der Bezeichnung Candy (CPVO2007/1958) extrahiert/separiert werden. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass als Wirkstoff Phenole und/oder Polyphenole insbesondere Resveratrol und/oder Derivate von beiden extrahiert/separiert wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Blattwerk und/oder den Rhizomen Phytoöstrogene extrahiert/separiert werden. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das geerntete Blattwerk und/oder die geernteten Wurzeln und/oder Rhizomen gemahlen und gepresst werden, und der erhaltene Presssaft als Eingangsstoff für weitere Trennverfahren dient . 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem geernteten Blattwerk und/oder den geernteten Wurzeln und/oder Rhizomen die besagten Stoffe durch die Herstellung von alkoholischen - , Essig- , oder CO2-Auszügen gewonnen werden. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet, dass 1 Tag bis 30 Tage vor der Erntung des Pflanzenmaterials die besagte Pflanze durch - Reduktion der Wasserzufuhr und/oder - erhöhte Aussetzung von UV-Licht und/oder - durch Blattschnitt unter Stress gesetzt wird, um die Wirkstoffkonzentration in Stiel und Blättern zu erhöhen, welche dann zur Wirkstoffextraktion ebenfalls geerntet werden. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet, dass die geernteten Wurzeln und/oder Rhizomen geschält werden, und dass die abgeschälte Außenhaut von dem Inneren getrennt und gesondert extrahiert, bzw verarbeitet wird. 8. Verwendung der aus der Pflanzensorte Candy gewonnenen Wirkstoffe zur Herstellung eines Konzentrates als Vorstufe für weitere Endprodukte . 9. Verwendung nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet, dass das Konzentrat als Grundstoff oder Zusatzstoff für dermatologische Sonnenschutzmittel verwendet wird. 10. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Konzentrat als Grundstoff für ein medizinisches Antioxidans- Produkt verwendet wird. 11. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das so extrahierte Resveratrol bzw. die Phenole und/oder Polyphenole und/oder Derivate davon, und/oder die Phytoöstrogene als Stoff oder Zusatzstoff für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. 12. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das so extrahierte Resveratrol bzw. die Phenole und Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Stoff oder Zusatzstoff für die Herstellung von human- und/oder veterinärmedizinischen Arzneien verwendet wird. 13. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das so extrahierte Resveratrol bzw. die Phenole und Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Stoff oder Zusatzstoff für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln verwendet wird. 14. Verwendung nach Anspruch 8 , dadurch gekennzeichnet, dass das so extrahierte Resveratrol bzw. die Phenole und Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Zusatzstoff für die Herstellung von Parfümen verwendet wird. 15. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das so extrahierte Resveratrol bzw. die Phenole und Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Zusatzstoff für die Herstellung von Kosmetika, insbesondere für die Hautcremeherstellung verwendet wird. 16. Grundstoffe oder Wirkstoffe, gewonnen aus dem Blattwerk und/oder Stielen und/oder den Rhizomen der Pflanzensorte Candy (CPVO 2007/1958) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, und gemäß Verwendung nach einem der Ansprüche 8 bis 15. 17. Grundstoff oder Wirkstoff nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundstoff bzw die Grundstoffe oder der Wirkstoff bzw die Wirkstoffe Resveratrol und/oder Phenole und/oder Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder Phytoöstrogene ist bzw sind. 18. Sonnenschutzmittel mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 19. Arznei mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 20. Nahrungsergänzungsmittel mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 21. Nahrungsmittelzusatzstoff mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 22. Parfüm mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17, 23. Kosmetika mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 24. Hautcreme mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 25. Holzschutzmittel mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 26. Tabakzusatzstoff mit Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 27. Tierfutter und/oder Mastmittel mit dem Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 28. Mundwasserzusatz mit dem Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. 29. Zahnpastazusatz mit dem Grundstoff nach Anspruch 16 oder 17. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Wirkstoffen aus einer Pflanze, sowie eine Verwendung als Grundstoff, gemäß Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 8.
Die Wirkstoffgewinnung aus Pflanzen oder Pflanzenteilen als solche ist vielfach bekannt. Die Gewinnung von Resveratrol aus Pflanzen oder Pflanzenteilen ist auch bekannt. Resveratrol ist beipielsweise in Weintrauben, insbesondere in den Schalen der Weintrauben enthalten. Die Resveratol -Gewinnung aus Weintrauben ist jedoch enorm kostenintensiv, weil die Weintraube als Nutz- bzw Ackerbaupflanze kostenaufwändig anzubauen und aufzuziehen ist. Die dabei erhaltenen Mengen sind außerdem eher klein, was die Gewinnung von größeren Mengen Resveratrol aus Weintrauben teuer gestaltet .
Der Wirkstoff Resveratrol ist jedoch medizinisch sowie kosmetisch ein Tausendsasser . Er bildet selbst in der Pflanze eine sichtbare Unempfindlichkeit gegen starke Sonneneinstrahlung. Da Resveratrol derzeit aus den Traubenhäuten der Weintraube gewonnen wird, werden dabei außerdem Pestizide und Fungizide mit in die Gewinnung eingeschleppt. Dies ist bei der Verwendung des Wirkstoffes Resveratrol aber auch anderer Pflanzenwirkstoffe ein sehr großes Problem. Von daher ist zu vermeiden, dass dieser an sich sehr wertvolle Wirkstoff in der beschriebenen Weise belastet ist und die Giftstoffe in die Nahrungskette oder in Hautcremes oder Therapeutika gelangen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, große Mengen von Wirkstoffen, insbesondere Resveratrol und anderen Phenolen und Polyphenolen sowie andere Pflanzenwirkstoffe auf einfache Weise und in großen
Mengen gewinnen zu können, wobei die Einschleppung von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden gegenüber bekannten Verfahren weitestgehend zu vermeiden ist.
Die gestellte Aufgabe ist bei einem Verfahren der gattungsgemäßen Art erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 8 angegeben.
Entsprechende Verwendungen der so gewonnenen Wirkstoffe sind in den Ansprüchen 8 bis 15 angegeben.
Der auf diese Weise gewonnene hauptsächliche Wirkstoff wird als Eingangswirkstoff oder Eingangsgrundstoff für Stoffe oder Stoffprodukte der Ansprüche 16ff angegeben.
Die Erfindung besteht im Kern darin, dass die Wirkstoffe im wesentlichen aus den Wurzeln bzw Rhizomen der neuen Pflanzensorte aus der Gattung der Fallopia mit der Bezeichnung Candy (CPVO2007/1958) extrahiert/separiert werden .
Diese neue Pflanzensorte ist unter der Bezeichnung Candy bei 2E erneuerbare Energie GmbH & Co KG, Trimburgstraße 2, D-81249 München erhältlich.
Diese neue Pflanzensorte weist hohe Anteile verschiedener Wirkstoffe in dem Blattwerk, zu bestimmten Zeiten auch in den Stielen, aber im wesentlichen in den Wurzeln und
Rhizomen auf. Dabei ist diese Pflanzensorte sehr leicht anzubauen und kann mehrmals im Jahr geerntet werden. Sie wird ebenfalls als Biomasse angebaut werden, wobei die Stengel wesentliche Energieträger sind. Dabei werden die bis zu 4 Meter hohen Stengel oberhalb des Wurzelballens abgeerntet und die Stengel weisen aufgrund ihrer Faserstruktur und ihrer Inhaltsstoffe extrem hohe Brennwerte auf. Das Blattwerk fällt bei einem Einsatz als Biomasse-Energieträger in großen Mengen an. Die wesentliche Quelle insbesondere für den Wirkstoff
Resveratrol sind die Rhizomen. Diese werden geerntet, sobald die Pflanze nach dem Schnitt der Stengel und des Blattwerkes diese Wurzelaugen, d.h. Rhizomen bildet. Dabei wird nur ein Wurzel -Teilschnitt gemacht, derart, dass dieser das weitere Gedeihen der Pflanze nicht gefährdet .
Die neue Pflanzensorte Candy 2007/1958 CPVO sind erhältlich über die 2E Erneuerbare Energien GmbH, Trimburgstraße 2, 81249 München. Dort werden sie geführt unter der Bezeichnung Candy.
Die Pflanzengattung, dem die neue Pflanzensorte entstammt, ist die Gattung der Polygonacea. Demgegenüber ist die Pflanze in ihren Eigenschaften durch langjährige Auslesezucht zum Teil erheblich verändert. Weitere Angaben zur Pflanze sind einsehbar unter der oben genannten Veröffentlichungsnummer auf der Web-Seite des CPVO (Community- Plant -Variety-Office) in Angers, Frankreich.
So werden im Stand der Technik im wesentlichen zwei Typen beschrieben, nämlich die Reynoutria Sachalinense und die Reynoutria Japonica, auch Polygonum Cuspitatum genannt.
Die Arten bzw Sorten Sachalinense und Japonica sind wie eingangs beschrieben, extrem invasisv, und vor allem über ihre sehr aggresiv wild austreibenden Wurzeln, aber auch über ihre Blüten- und Fruchtstände.
Die genannten neuen Pflanzensorte Candy CPVO 2007/1958 hingegen basiert auf einer in der Natur zunächst spontan mutierten neue Pflanze, die bei Beobachtung dieser Mutation sofort isoliert wurde. Diese Mutation brachte zunächst alle biologischen Anlagen mit. Um jedoch die Invasivität der Pflanze zurückzubilden, wurde eine weitere Zuchtselektion angeschlossen, die zur Sterilität (leere Fruchstände) und zu stark zurückgebildetem Wurzelausläuferwuchs führte. Die Maßnahmen der strengen Selektion führte sodann schrittweise zur Ausprägung dieser besonderen Eigenschaften. Dabei kamen natürliche Mutationsprozesse zum Tragen, die die Selektion unterstützten bzw durch dieselbe kontrolliert ausgeprägt wurde. Die Eigenschaften von Samenbildung und Wurzelausläufertrieb wurden am Abschluss dieser mühevollen Selektionsarbeiten praktisch vollständig reduziert. Dies hat zur Konsequenz, dass die Pflanze ausschließlich nur noch vegetativ vermehrbar ist. Die Eigenschaft der Invasivität der Ausgangssorten ist damit nachhaltig zurückgebildet, und die neue Pflanze eignet sich nun für den Plantagenanbau.
Ferner sind somit alle vermehrten neuen Pflanzen genetisch identisch mit der Mutterpflanze, aus der heraus die neuen Setzlinge gewonnen werden. Dies wiederum sorgt für eine hohe Beständigkeit, Sortenreinheit und Homogenität der so hergestellten Setzlinge dieser neuen Pflanzensorte. Durch ihre Sterilität wird ausserdem verhindert, dass es zu Kreuzungen mit anderen Sorten in der Natur kommt .
Nachdem diese Eigenschaften hinreichend stabilisiert waren, erfolgte die Sortenschutzanmeldung.
Chemische Analysen dieser neuen Pflanzensorte zeigten während der Züchtung höhere Konzentrationen an Resveratrol aber auch weiterer Inhaltsstoffe. Die Optimierung dieser Stoffkonzentrationen stand während der Züchtungs-, d.h Selektionsphase im Vordergrund. So wurde die Nichtinvasivität synchron zur Wirkstoffoptimierung der Phenole gesteigert.
Dies Nichtinvasivität sowie die Wirkstoffoptimierung ist mit der genannten neuen Pflanzensorte optimal gelungen und war außerdem nicht naheliegend. Bei Züchtungen verschieben sich grundsätzlich alle
Pflanzeneigenschaften, so dass die synchrone Ausprägung von mehreren Pflanzeneigenschaften der Beherrschung eines statistisch chaotischen Systemes gleichkommt. Es war somit überraschend, dass beide Eigenschaften gleichzeitig optimiert werden konnten.
Einer weiteren chemisch analytischen Beobachtung folgend bildet die neue Pflanzensorte eine Mehrzahl von GlykoseVerbindungen aus. Diese Eigenschaft wurde daher ebenfalls selektiv berücksichtigt. Bei einer weiteren zuchtmäßigen Ausprägung dieser Glykosearten wurde daher die gesteigerte Glykosierung der Stoffgruppen der Phenole und Polyphenole, insbesondere Resveratrol angestrebt. Dies ist gelungen und auch diese Eigenschaft wurde bei der weiteren Selektion entwickelt, so dass mit den neuen Pflanzensorten auch ein wesentlich höherer Anteil an Glykoseverbindungen als üblich erhalten wird. Der gesamte Zuckeranteil der neuen Pflanzensorte erreicht leicht 10% und mehr an der Trockenmasse der gesamten Pflanze.
Intention hierbei war, die Extraktion der besagten Stoffgruppen der Phenole, Polyphenole aus der Pflanze zu erleichtern. Hierfür wurde bei der weiteren Selektion der Pflanze dafür Sorge getragen, dass eine Glykosierung die Austragbarkeit der genannten Stoffgruppen erleichtert.
Damit lassen sich diese wertvollen Stoffe in hohen Mengen aus dem Pflanzenmaterial nunmehr durch alkoholische Auszüge aber auch durch Alkohol -Wasser-Gemische extrahieren. Die angelagerten Glykosen, bzw. die nunmehr erhaltenen Glykoside sind durch ihre OH-Gruppen polar und damit sowohl alkohollöslich als teilweise wasserlöslich.
Die so gezüchteten Pflanzensorten sind daher für eine großtechnische Extraktion der wertvollen Inhaltsstoffe sehr gut geeignet, eben weil ihre Inhaltsstoffe leicht extrahierbar sind.
Besonders interessant ist hierbei die kumulative Wirkung von erzieltem hohem Masseertrag der genannten Pflanze, in Verbindung mit der Ausprägung relativ hoher Konzentrationen der besagten chemischen Inhaltsstoffe. Somit stellt die Kombinationen der erfindungsgemäßen Merkmale
- hoher Massenertrag der neuen Pflanzensorten bei eliminierter Invasivität,
- kombiniert mit den genannten chemischen Inhaltsstoffen,
- kombiniert mit der Ausprägung der Inhaltsstoffe in glykosierter Form, oder der Bildung hoher Zuckerwerte in der Pflanze,
- kombiniert mit einer Auszugsmethode mit Alkohol und/oder Alkohol -Wasser-Gemischen
eine einzigartige Innovation auf diesem technischen Gebiet dar.
Die besagten Stoffe bzw Stoffgruppen spielen eine erhebliche Rolle als Grundstoff für pharmazeutische, kosmetische und andere Produkte.
Die Pflanze bildet unter Stress signifikant hohe Konzentrationen dieser Stoffe, der Phenole und Polyphenole im wesentlichen in den Wurzeln d.h. in den
Rhizomen aus.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung wird als Wirkstoff Resveratrol, insbesondere auch Polyphenole und/oder Derivaten davon extrahiert/ separiert . Diese Wirkstoffe sind in dieser Pflanze in hohen Anteilen enthalten. Diese dienen als Stoff oder Grundstoff in vielen nachfolgend dargelegten Anwendungen. Dabei kommt dem Resveratrol eine besondere Funktion bei aktivem Sonnenschutz, als bei dem Erhalt von Lichtschutzfaktoren bei Cremes und Sonnencremes zu. Darüber hinaus ist dieser Wirkstoff aber auch von hohem medizinischem Nutzen, weil er starke antioxidative Eigenschaften hat . In den Wurzeln und/oder Rhizomen der neuen Pflanzensorte liegt Resveratrol und Derivate davon und Polyphenole in großen Mengen vor und kann daher einfacher gewonnen werden, als aus Weintraubenhäuten.
Neben dem Resveratrol kommen in der Pflanze weitere Wirkstoffe hervor, die aus dem Blattwerk und/oder den Wurzeln und/oder Rhizomen extrahiert/separiert werden können, wie bspw Phytoöstrogene . Diese sind dem Human-
Östrogen ähnlich. Diese ist aus der besagten Pflanze als dieser Wirkstoff ebenfalls verfügbar.
Sofern die Wirkstoffe aus dem Blattwerk gewonnen werden, ist es vorteilhaft, wenn die Pflanze 1 bis 30 Tage vor der Erntung unter Stress gesetzt wird. Dieser Stress kann erzeugt werden durch
- Reduktion der Wasserzufuhr und/oder
- erhöhte Aussetzung von UV-Licht und/oder - durch Blattschnitt
Dies erhöht die Wirkstoff -konzentration in Stiel und Blättern, welche dann zur Wirkstoffextraktion ebenfalls geerntet werden können. Die Erntung von Stielen und Blättern ist noch weniger aufwändig als die Erntung von Rhizomen durch einen Wurzelteilschnitt.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist angegeben, dass das geerntete Blattwerk und/oder die geernteten Wurzeln und/oder Rhizomen gemahlen und gepresst werden, und der erhaltene Presssaft als Eingangsstoff für weitere Trennverfahren dient. Dies ist eine einfache aber vorteilhafte Vorstufe für Weiterverarbeitungsverfahren. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist angegeben, dass aus dem geernteten Blattwerk und/oder den geernteten Wurzeln und/oder Rhizomen die besagten Stoffe durch die Herstellung von alkoholischen - , Essig- , oder CO 2 - Auszügen gewonnen werden.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist angegeben, dass die geernteten Wurzeln und/oder Rhizomen geschält werden, und dass die abgeschälte Außenhaut von dem Inneren getrennt und gesondert extrahiert, bzw verarbeitet wird. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass in der Außenhaut der Wurzeln und sogar in den Rhizomen gegenüber jeweils dem Inneren andere Wirkstoffkonzentrationen vorliegen können. Diese hängen dabei außerdem vom Erntezeitpunkt ab. Aus diesem Grund ist es enorm vorteilhaft, diese Wurzelschälung vorzunehmen und das Material, Schale und Inneres getrennt der Extraktion zuzuführen.
Weiterhin steht die Verwendung des gewonnenen Stoffes im Vordergund. Daher ist die Verwendung des aus der Pflanzensorte Candy gewonnenen Resveratrol oder entsprechenden Derivaten bzw Phenolen und Polyphenolen zur Herstellung eines Konzentrates als Vorstufe für weitere Endprodukte von Vorteil.
Dabei besteht eine vorteilhafte Verwendung darin, dass das Konzentrat als Grundstoff oder Zusatzstoff für dermatologische Sonnenschutzmittel verwendet wird. Wegen des hohen Anteiles an Resveratrol oder entsprechenden
Derivaten ist die erzielbare Sonnenschutzwirkung hoch, und über die Einstellung der einzubringenden Menge in ein entsprechendes Produkt auch einstellbar. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung in angegeben, dass das Konzentrat als Grundstoff für ein medizinisches Antioxidans- Produkt verwendet wird.
Eine weitere vorteilhafte Verwendung ist, dass das so extrahierte Resveratrol bzw. die Phenole/Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Stoff oder Zusatzstoff für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Hierdurch können aufgrund der Inhaltsstoffe sowohl gesundheitlicher Effekte als als sportliche Leistungen in einer günstigen Weise stimuliert werden.
Eine erhebliche vorteilhafte Verwendung ist, dass das so extrahierte Resveratrol und/oder Phenole/Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Stoff oder Zusatzstoff für die Herstellung von human- und/oder veterinärmedizinischen Arzneien verwendet wird.
Ebenso vorteilhaft ist die Verwendung, dass das so extrahierte Resveratrol oder die Derivate davon, bzw. das Polyphenol Resveratrol und/oder die Phytoöstrogene als Stoff oder Zusatzstoff für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln verwendet wird. Die genannte neue Pflanzensorte zeigte sich bei der Entwicklung ganz besonders resistent. Diese Resistenz ist auf die besagten Wirkstoffe zurückzuführen. Zum einen ist die Resistenz der neuen Pfanzensorte bzw deren Blattwerk gegen starke Sonneneinstrahlung sehr signifikant auffällig gewesen, zum anderen aber auch die Resistenz gegen Schädlings-, Pilz- und Krankheitsbefall.
Dies ist auf die besagten Inhaltsstoffe in relativ hoher Konzentration zurückzuführen .. Aus diesem Grund ist auch eine besondere Eingung der Pflanze als Lieferant für Grundstoffe von Pflanzenschutzmitteln gegeben.
Eine weitere vorteilhafte Verwendung ist, dass das so extrahierte Resveratrol und/oder Phenole/Polyphenole und/oder Derivate davon, bzw. das Polyphenol Resveratrol und/oder die Phytoöstrogene als Zusatzstoff für die Herstellung von Parfümen verwendet wird. Die Inhaltsstoffe der Pfanzenessenzen sind wohlriechend und intensiv. Hinzu kommen die bereits erwähnten positiven medizinischen und kosmetischen Wirkungen der Inhaltstoffe, wodurch von einer breiten Hautverträglichkeit ausgegangen werden kann. Dabei ist eine besondere Eignung als Eingangsstoff für die Parfümherstellung gegeben.
Eine weitere vorteilhafte Verwendung ist, dass das so extrahierte Resveratrol und/oder Phenole/Polyphenole und/oder Derivate davon und/oder die Phytoöstrogene als Zusatzstoff für die Herstellung von Kosmetika, insbesondere für die Hautcremeherstellung verwendet wird.
Damit ergeben sich nun eine Reihe von Stoffen.
Als erstes ist genannt, dass der so gewonnene Grundstoff Resveratrol und/oder Phenole/Polyphenole und/oder
Derivate davon, gewonnen aus dem Blattwerk und/oder den Rhizomen der Pflanzensorte Candy (CPVO 2007/1958) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, und gemäß Verwendung nach einem der Ansprüche 8 bis 17, als Stoff oder Eingangsstoff oder Grundstoff verwendet wird.
Daraus ergibt sich wie oben bereits erwähnt ein Sonnenschutzmittel mit diesem Grundstoff, welcher zum einen sehr wirksam, aber über das erfindungsgemäße Verfahren in Bezug auf die Gewinnung aus der neuen Pflanzensorte, sehr einfach zu gewinnen ist.
Eine Arznei mit dem Grundstoff, ein Nahrungsergänzungsmittel mit dem Grundstoff, ein Parfüm mit dem Grundstoff, sowie Kosmetika und Hautcremes mit dem Grundstoff nach Anspruch 17, sind auf der Basis der aus der genannten Pflanze gewonnenen Wirkstoffe vorteilhaft einfach herstellbar.
Der so gewonnene besagte Grundstoff hat gute dermatologische Eigenschaften und Wirkungen.
Weiterhin ist vorteilhaft, einen Nahrungsmittelzusatzstoff mit dem Grundstoff nach Anspruch 17 zu schaffen und zu verwenden.
Vorteilhaft ist auch ein Tabakzusatzstoff mit dem Grundstoff nach Anspruch 17.
Vorteilhaft ist auch ein Pflanzenschutzmittel mit Grundstoff nach Anspruch 17.
Weiterhin ist der besagte Grundstoff auch als Zusatzstoff für Tierfutter und Mastmittel einsetzbar. Dort hat er die Eigenschaft, dass Viruserkrankungen und Salmonellen reduziert oder eingedämmt werden können. Als Naturausgangsstoff, der in kleineren Konzentrationen auch in der üblichen Grünfuttertiernahrung vorkommt ist er gut verträglich, und liegt durch die erfindungsgemäße Gewinnung aus der neuen Pflanzensorte in größerer verfügbarer Menge vor, als bei der Gewinnung aus Pflanzenstoffen im Stand der Technik. In der Zeichnung wird die Ernte und die Extraktion der Wirkstoffe schematisch dargestellt.
Aus der Darstellung nach Figur 1 ist zu erkennen, wo die Rhizomen 2 der Pflanzensorte Igniscum entnommen werden, nämlich im Bereich des Wurzelballens 1.
Die Rhizomen, aber auch die Blätter der Pflanze enthalten die beschriebenen Wirkstoffe, die in einer Reihe von vorteilhaften Verwendungen eingesetzt werden.
Die obere Darstellung in Figur 1 zeigt die Pflanze mit Wurzelballen in seitlicher Ansicht. Mit X ist in etwa die Schnitt- oder Ernteebene gekennzeichnet. D.h. die Pflanze wird oberhalb des Wurzelballens oberirdisch geerntet. Die Stengel 2 der Pflanze stehen steil aufrecht und sind mit Blattwerk versehen, was hier nicht weiter dargestellt ist.
Der unter Bildteil zeigt den Wurzelballen 1 schematisch in Draufsicht. Dabei sind die Rhizome 2 dort als kleine Wurzelknospen zu erkennen, die wenige Zentimeter groß sind und Wirkstoffe in sehr konzentrierter Form beinhalten. Die Wurzeln und Rhizomen sowie das Blattwerk und die Stengel können dabei geerntet und verwertet werden .
Die neue Pflanzensorte ist im Gegensatz zu der bekannten Gattung horstbildend, d.h. die Wurzel treibt keine oder kaum noch Wurzelausläufer. Dabei liegt bei dieser entwickelten neuen Pflanzensorte eine starke Wirkstoffkonzentration in die Anlage der dementsprechend hostbildenden Pflanze und deren Wurzeln und Rhizome vor.
Die Wirkstoff sind aber auch auf einfache Weise aus dem Blattwerk zu entnehmen, wenn zuvor die Pflanze dazu gebracht wird, diese Wirkstoffe dahin zu treiben, durch den beschriebenen Stress kurze Zeit vor der Ernte.
Da die Wirkstoffe, insbesondere Resveratrol aber in erheblichem Maß in den Wurzel bzw den Rhizotnen vorliegt, kann ein Wurzelschnitt auch durch das lotrechte Einführen eines Schnittwerkzeuges von oben in den Acker erfolgen, wobei dann am Rand der Pflanze Wurzeln abgetrennt werden, die dann mit einem Grabungswerkzeug herausgenommen werden können. Ferner ist es möglich die Pflanzen in seitlich perforierte Pflanzkübel zu setzen, durch die die Wurzel dann hindurch wachsen und von außen leicht abgeschnitten werden können.
Die Rhizomen oder Wurzeln sind bei der Ernte innen feucht und weich.
Überraschenderweise trocknen diese abgeschnittenen Wurzeln oder Rhizomen über mehrere Wochen nach der Ernte kaum merklich aus. Dies spricht für einen hohen Anteil fettiger oder fettähnlicher Substanzen, die die
Feuchtigkeit extrem lange binden können. Schon aus diesem Grund ist hier eine besondere Eignung als Grundstoff für Cremes gegeben. Dabei kann das Rhizom oder auch die Wurzeln insgesamt zerkleinert oder gemahlen werden und ist dabei begleitet von den Eigenschaften weiterer Inhaltsstoffe.
Eine Schälung von Wurzeln und Rhizomen ist vorteilhaft weil die Schale und das Innere unterschiedlichliche Konzentrationen gesuchter Wirkstoffe aufweisen kann.
Der Inhalts- oder Wirkstoff Resveratrol wird derzeit aus Traubenhäuten der Weintraube gewonnen. Dabei werden jedoch hohe Anteile von Pestiziden und Fungiziden eingeschleppt .
Bei dem aus der Pflanze Candy gewonnenen Wirkstoffe, bspw das Resveratrol oder die Derivate davon sind diese gänzlich frei von Pestiziden und Fungiziden, weil sich die Pflanze Candy auch in Monokultur ganz erheblich restistent gezeigt hat, und Pestizide und Fungizide bei dem Anbau und dem Aufwuchs unnötig sind. Dies ist ein ganz erheblicher Vorteil der erfindungsgemäßen Wirkstoff - Gewinnung, insbesondere Resveratrol aus der Pflanze Candy .
Next Patent: PRODUCTION MACHINE FOR NON-CIRCULAR WORKPIECES
