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Title:
METHOD AND PRODUCTION LINE FOR PRODUCING A COLD ROLLED FLAT STEEL PRODUCT FROM A RUSTPROOF STEEL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2012/004205
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and to a correspondingly designed production line (1) for producing a cold rolled flat steel product (E) from a scale coated hot strip (W) made of a rustproof steel. In the course of the method according to the invention, the hot strip (W) coated with scale is cold rolled to form the flat steel product, the cold rolled flat steel product (E) is annealed, and the annealed flat steel product (E) is descaled. According to the invention, the cold rolled flat steel product (E) obtained after cold rolling the hot strip (W) is subjected to a descaling treatment in the hard rolled state prior to annealing, wherein the scale present on the cold rolled flat steel product (E) is mechanically removed. In this manner, methods and production lines can be implemented, by means of which it is possible to produce cold rolled flat steel products from rustproof steel having improved surface finish in a cost-effective manner.

Inventors:
MACKENZIE, Ian (Höhenweg 1, Menden, 58706, DE)
BARTHOLDT, Christian (Gartenstraße 31a, Hemer, 58675, DE)
Application Number:
EP2011/061155
Publication Date:
January 12, 2012
Filing Date:
July 01, 2011
Export Citation:
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Assignee:
ANDRITZ SUNDWIG GMBH (Stephanopeler Straße 22, Hemer, 58675, DE)
MACKENZIE, Ian (Höhenweg 1, Menden, 58706, DE)
BARTHOLDT, Christian (Gartenstraße 31a, Hemer, 58675, DE)
International Classes:
C21D8/02; B21B3/02; B21B45/06
Attorney, Agent or Firm:
SIMONS, Johannes (Cohausz & Florack, Bleichstraße 14, Düsseldorf, 40211, DE)
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Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E

Verfahren zum Herstellen eines kaltgewalzten

Stahlflachprodukts (E) aus einem zunderbehafteten, aus einem nicht rostenden Stahl bestehenden Warmband (W) , bei dem das mit Zunder behaftete Warmband (W) zu dem Stahlflachprodukt (E) kaltgewalzt wird, bei dem das kaltgewalzte Stahlflachprodukt (E) geglüht und bei dem das kaltgewalzte Stahlflachprodukt (E) entzundert wird, d a d u r c h

g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das nach dem Kaltwalzen des Warmbands (W) erhaltene kaltgewalzte Stahlflachprodukt (E) im walzharten Zustand vor dem Glühen einer EntZunderungsbehandlung unterzogen wird, bei der auf dem kaltgewalzten

Stahlflachprodukt (E) vorhandener Zunder mechanisch abgetragen wird.

Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h

g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das vor dem Glühen durchgeführte Entzundern des kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukts (E) durch ein Strahlen mit festen Partikeln erfolgt.

3. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s auf dem kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukt (E) vorhandene Flüssigkeitsrückstände vor dem

Entzundern durch eine thermische Behandlung entfernt werden .

4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das vor dem Glühen durchgeführte Entzundern des kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukts (E) durch Bürsten erfolgt.

5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das vor dem Glühen durchgeführte Entzundern des kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukts (E) durch Flüssigkeitsstrahlen erfolgt.

6. Verfahren nach Anspruch 5, d a d u r c h

g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die

Flüssigkeitsstrahlen Partikel mit sich führen, die den auf dem kaltgewalzten, walzharten

Stahlflachprodukt (E) haftenden Zunder abrasiv abtragen .

7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das vor dem Glühen durchgeführte Entzundern des kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukts (E) durch ein Umlenken des Stahlflachprodukts an

mindestens einer Rolle eines Zunderbrechers erfolgt.

8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das kaltgewalzte Flachprodukt (E) nach dem Glühen optional eine Einrichtung zur Verbesserung seiner Planheit durchläuft und gebeizt wird.

9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das kaltgewalzte Flachprodukt (E) dressier- oder nachgewalzt wird.

10. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s seine Arbeitsschritte diskontinuierlich absolviert werden .

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s seine Arbeitsschritte in einem kontinuierlichen Durchlauf absolviert werden.

12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das erhaltene kaltgewalzte, aus einem nicht rostenden Stahl bestehende Stahlflachprodukt (E) eine 0,1 - 1 μηα, insbesondere 0,3 - 0,7 μπ,

betragende Oberflächenrauhigkeit Ra aufweist.

13. Produktionslinie zum Herstellen eines aus einem

nicht rostenden Stahl bestehenden kaltgewalzten Stahlflachprodukts (E) , umfassend mindestens ein Kaltwalzgerüst (5,6,7), mindestens einen Glühofen

(11) und mindestens eine Einrichtung (9,10,12) zum mechanischen Entfernen von auf dem kaltgewalzten Stahlflachprodukt (E) haftendem Zunder,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die mindestens eine Einrichtung (9,10) zum

mechanischen Entfernen des Zunders in Förderrichtung

(F) des kaltgewalzten Stahlflachprodukts (E) gesehen vor dem Eintritt des Glühofens (11) angeordnet ist.

14. Produktionslinie nach Anspruch 13, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das

Kaltwalzgerüst (5,6,7) ein unabhängig vom Betrieb des Glühofens (11) betriebenes Reversiergerüst ist.

15. Produktionslinie nach Anspruch 13, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das

Kaltwalzgerüst (5,6,7), die Einrichtung (9,10) zum Entfernen des Zunders und der Glühofen (11) an einer Förderstrecke in Förderrichtung (F) des

Stahlflachprodukts (E) gesehen derart hintereinander angeordnet sind, dass sie in einer kontinuierlichen Abfolge nacheinander durchlaufen werden.

Produktionslinie nach Anspruch 15, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s im Förderweg des Stahlflachprodukts (E) mindestens ein

Bandspeicher (4,8,13,15) angeordnet ist.

Description:
VERFAHREN UND PRODUKTIONSLINIE ZUM HERSTELLEN EINES KALTGEWALZTEN STAHLFLACHPRODUKTS AUS EINEM NICHT

ROSTENDEN STAHL

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines kaltgewalzten Stahlflachprodukts aus einem

zunderbehafteten, aus einem nicht rostenden Stahl

bestehenden Warmband, bei dem das mit Zunder behaftete Warmband zu dem Stahlflachprodukt kaltgewalzt wird, bei dem das kaltgewalzte Stahlflachprodukt geglüht und bei dem das kaltgewalzte Stahlflachprodukt entzundert wird.

Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine

Produktionslinie zum Herstellen eines aus einem nicht rostenden Stahl bestehenden kaltgewalzten

Stahlflachprodukts, wobei die Produktionslinie mindestens ein Kaltwalzgerüst, mindestens einen Glühofen und

mindestens eine Einrichtung zum Entfernen von auf dem kaltgewalzten Stahlflachprodukt haftendem Zunder umfasst.

Dabei werden unter der Bezeichnung "Stahlflachprodukte" hier aus einem nicht rostenden Stahl oder einem so genannten "Edelstahl" erzeugte Stahlbänder oder -bleche verstanden . Im Zuge der Herstellung von kaltgewalzten

Edelstahlflachprodukten wird eine geeignet

zusammengesetzte Stahlschmelze zu einem Vorprodukt, wie Brammen, Dünnbrammen oder gegossenem Band, vergossen, aus dem dann ein Warmband warmgewalzt und zu einem Coil aufgehaspelt wird. Das erhaltene und erforderlichenfalls einer ergänzenden Wärmebehandlung unterzogene Warmband wird anschließend mit dem auf ihm haftenden Zunder ein- oder mehrstufig zu einem Kaltband kaltgewalzt.

Im Zuge des Kaltwalzens kommt es zu einer Verfestigung des gewalzten Stahlbands, aufgrund derer das nach dem Kaltwalzen erhaltene Kaltband allenfalls noch in sehr vermindertem Umfang umgeformt werden kann. Um diese so genannte "Kaltverfestigung" zu beseitigen, wird das

Kaltband üblicherweise einer Wärmebehandlung unterzogen, bei der es bei ausreichend hohen Glühtemperaturen geglüht wird. Die danach noch vorhandenen feinen und fest auf der Oberfläche haftenden Zunderpartikel können in einer

Beizeinrichtung beseitigt werden, durch die das Kaltband nach der mechanischen Zunderbeseitigung geleitet wird.

Ein typisches Beispiel für eine Produktionslinie der voranstehend erläuterten Art ist aus der DE 691 26 699 T2 (EP 0 509 177 Bl) bekannt. Um die Effektivität, mit der der auf dem geglühten Band haftende Zunder entfernt wird, zu steigern, kann gemäß diesem Stand der Technik die Beizeinrichtung mit einer mechanisch wirkenden

Entzunderungseinrichtung kombiniert werden.

In der Praxis wird dazu ein Zunderbrecher eingesetzt, in dem gröbere Stücke des auf dem geglühten Band haftenden Zunders abgetragen werden. Zusätzlich ist üblicherweise eine Kugel-Strahl- oder eine Bürsteinrichtung vorgesehen, die beim Austritt aus dem Zunderbrecher noch vorhandene größere Zunderpartikel mechanisch von dem Kaltband löst. Zum Abschluss der Fertigung wird dabei das Kaltband nach Verlassen der Beizeinrichtung erforderlichenfalls noch dressiergewalzt, um seine Streckgrenze und Maßhaltigkeit zu verbessern.

Praktische Erfahrungen zeigen, dass mit einer

Produktionslinie der voranstehend angegebenen Art zwar zu günstigen Kosten große Mengen an kaltgewalzten

Stahlflachprodukten aus einem nicht rostenden Stahl erzeugt werden können. Jedoch genügt die

Oberflächenqualität von mit solchen Produktionslinien erzeugten Stahlflachprodukten vielfach nicht den heutigen Anforderungen .

Vor diesem Hintergrund lag der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine zur Durchführung eines solchen Verfahrens besonders geeignete Produktionslinie anzugeben, mit denen es auf kostengünstige Weise möglich ist, kaltgewalzte Stahlflachprodukte aus nicht rostendem Stahl mit verbesserter Oberflächenbeschaffenheit zu erzeugen .

In Bezug auf das Verfahren ist diese Aufgabe

erfindungsgemäß dadurch gelöst worden, dass bei der Herstellung von kaltgewalzten Stahlflachprodukten aus nicht rostendem Stahl die in Anspruch 1 angegebenen Arbeitsschritte durchlaufen werden. In Bezug auf die Produktionslinie besteht die

erfindungsgemäße Lösung der oben genannten Aufgabe darin, dass eine solche Linie die in Anspruch 13 angegebenen Merkmale aufweist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben und werden nachfolgend wie der allgemeine Erfindungsgedanke im Einzelnen

erläutert .

Wie der eingangs erläuterte Stand der Technik geht das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines

kaltgewalzten Stahlflachprodukts davon aus, dass

zunderbehaftetes, aus einem nicht rostenden Stahl

bestehendes Warmband, so genanntes "Schwarzblech", ohne vorhergehende Entzunderung kaltgewalzt wird. Des Weiteren umfasst das erfindungsgemäße Verfahren eine

Glühbehandlung, um das kaltgewalzte Material zu

entfestigen. Ebenso findet erfindungsgemäß eine

Entzunderung statt, um das kaltgewalzte Stahlflachprodukt von dem auf ihm haftenden Zunder zu befreien.

Erfindungsgemäß wird nun das nach dem Kaltwalzen des Warmbands erhaltene kaltgewalzte Stahlflachprodukt im walzharten Zustand vor dem Glühen einer

Entzunderungsbehandlung unterzogen, bei der auf dem kaltgewalzten Stahlflachprodukt vorhandener Zunder mechanisch abgetragen wird. Beim erfindungsgemäßen

Verfahren wird also am noch walzharten Kaltband eine mechanische Entzunderung durchgeführt, bevor das Kaltband der Glühung unterzogen wird. Hierbei macht sich die Erfindung einerseits zu nutze, dass ein Teil des Zunders bereits beim Kaltwalzen gebrochen wird und sich

dementsprechend einfach von dem kaltgewalzten

Stahlflachprodukt lösen lässt.

Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass das walzharte Kaltband vergleichbar unempfindlich ist gegen die bei der mechanischen Entzunderung auf seine freien Oberflächen wirkenden Kräfte. So kommt es bei der mechanischen

Zunderentfernung des walzharten Materials nur zu

Oberflächenverformungen, die sehr viel geringer sind als diejenigen, die sich bei der konventionellen Entzunderung von nach dem Glühen wieder entfestigten, vergleichbar weichen Stahlbändern ergeben.

Das in der erfindungsgemäßen Weise von gröberem Zunder weitestgehend befreite Stahlflachprodukt durchläuft anschließend eine konventionelle Glüheinrichtung, in der es in an sich bekannter Weise geglüht wird, um die

Verfestigung zu beseitigen, die im Zuge des Kaltwalzens eintritt und gegebenenfalls bei der mechanischen

Entzunderung weiter gesteigert wird.

Andererseits bilden sich, anders als bei der Glühung korrosionsempfindlicher Stahlflachprodukte, bei der anschließenden Glühbehandlung von aus nicht rostenden Stählen bestehenden Stahlbändern oder -blechen nur geringe Mengen an neuem Zunder auf der Oberfläche des jeweiligen Stahlflachprodukts. Diese lassen sich

anschließend in einer konventionellen Beizeinrichtung sicher entfernen. Eine weitere mechanische Entzunderung zwischen dem Austritt aus dem Glühofen und dem Eintritt in die Beizeinrichtung findet deshalb erfindungsgemäß ausdrücklich nicht statt.

Stattdessen kann das Edelstahlband nach dem Glühen optional eine Einrichtung zur Planheitsverbesserung durchlaufen. Im Stand der Technik werden für diesen Zweck beispielsweise Streckbiegeeinrichtungen oder dergleichen eingesetzt .

Den voranstehend erläuterten Besonderheiten des

erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechend umfasst eine erfindungsgemäße Produktionslinie zum Herstellen eines aus einem nicht rostenden Stahl bestehenden kaltgewalzten Stahlflachprodukts mindestens ein Kaltwalzgerüst, mindestens einen Glühofen und mindestens eine Einrichtung zum mechanischen Entfernen von auf dem kaltgewalzten Stahlflachprodukt haftendem Zunder, wobei die mindestens eine Einrichtung zum mechanischen Entfernen des Zunders in Förderrichtung des kaltgewalzten Stahlflachprodukts gesehen vor dem Eintritt des Glühofens angeordnet ist.

Aufgrund der geringen Beschädigungen, zu denen es bei der gemäß der Erfindung nach dem Kaltwalzen und vor dem

Glühen durchgeführten Entzunderung kommt, weisen die in erfindungsgemäßer Weise erzeugten, aus einem nicht rostenden Stahl bestehenden Stahlbänder und -bleche eine optimierte Oberflächenbeschaffenheit auf. Dabei gelingt diese Optimierung alleine dadurch, dass das mechanische Entzundern vor dem Glühofen durchgeführt wird. Die dazu erforderlichen Einrichtungen sind bei konventionellen Produktionslinien bereits vorhanden, werden aber gemäß der Erfindung an anderer Stelle eingesetzt. Demzufolge entstehen durch die erfindungsgemäße Vorgehensweise bei deutlicher Steigerung der Qualität des erhaltenen

Produkts keine zusätzlichen Kosten.

Selbstverständlich kann die erfindungsgemäß vor dem

Glühofen erfolgende mechanische Entzunderung mittels mehreren, gegebenenfalls hintereinander durchlaufenen oder miteinander kombiniert wirkenden Verfahren

durchgeführt werden. So ist es denkbar, die mechanische Entzunderung durch ein Partikelstrahlen, wie ein Sandoder Kugelstrahlen, oder durch Bürsten vorzunehmen, wobei diese Möglichkeiten der Entzunderung besonders wirksam sein können, wenn sie miteinander in einer entsprechenden Einrichtung kombiniert oder in getrennten Strahl- und Bürsteinrichtungen nacheinander durchgeführt werden.

Insbesondere dann, wenn die Entzunderung durch ein besonders schonendes Strahlen unter Verwendung feiner Partikel durchgeführt werden soll, ist es zweckmäßig, vor der Strahlbehandlung auf der Oberfläche des

Stahlflachprodukts eventuell vorhandene Flüssigkeiten weitestgehend vollständig zu trocknen oder zu entfernen. Auf diese Weise wird verhindert, dass die auf die

Oberfläche des walzharten Stahlflachprodukts treffenden Partikel mit der andernfalls noch auf der Oberfläche vorhandenen, aus den vorangegangenen Verarbeitungsstufen stammenden Flüssigkeiten, wie Walzölreste oder

desgleichen, sich zu einer schwer zu entfernenden Masse vermischen, die den gewünschten Zunderabtrag behindert. Die Entfernung der Flüssigkeitsreste kann durch eine thermische Behandlung erfolgen. Hierzu eignet sich beispielsweise eine Flammtrocknung, bei der die zu reinigende Oberfläche einer offenen Flamme ausgesetzt wird, so dass die auf der Oberfläche vorhandenen

Flüssigkeiten schnell verdampfen oder verbrennen.

Hocheffizient lässt sich die Flammtrocknung durch Einsatz eines so genannten "Boosters" bewirken, welcher die

Ausbringung einer das von Flüssigkeit zu befreiende Band einhüllenden Hüllflamme erlaubt. Ein solcher Booster ist beispielsweise in der DE 10 2006 005 063 AI beschrieben.

Erfolgt der Abtrag des Zunders von dem walzharten

kaltgewalzten Stahlflachprodukt durch eine

Strahlbehandlung, so kann diese Behandlung als

Flüssigkeitsstrahlen, beispielsweise

Wasserhochdruckstrahlen, ausgeführt werden. Um dabei die Effektivität des Zunderabtrags zu steigern, kann das flüssige Stahlmittel Partikel mit sich führen, die den auf dem kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukt haftenden Zunder abrasiv abtragen. Bei den betreffenden Partikeln kann es sich um Zunderpartikel handeln, die aus dem von dem kaltgewalzten Stahlflachprodukt abgetragenen Zunder gewonnen werden.

Ebenso ist es denkbar, zur mechanischen Entzunderung einen konventionellen Zunderbrecher einzusetzen, in dem der auf dem kaltgewalzten, walzharten Stahlflachprodukt haftender Zunder durch Umlenken des Stahlflachprodukts an mindestens einer Rolle gebrochen wird.

Um die Maßhaltigkeit, die Oberflächenrauhigkeit und die mechanischen Eigenschaften von erfindungsgemäß erzeugten Stahlflachprodukten zu optimieren, kann das kaltgewalzte Stahlflachprodukt nach dem Glühen optional dressier- oder nachgewalzt werden.

Abhängig von der Anzahl der durchzuführenden

Kaltwalzschritte und der zur Verfügung stehenden

Anlagentechnik kann das erfindungsgemäße Verfahren diskontinuierlich oder im kontinuierlichen Durchlauf absolviert werden. Bei der diskontinuierlichen

Durchführung kann beispielsweise das Kaltwalzen

mehrstufig in einem vom Betrieb des Glühofens unabhängig betriebenen Reversiergerüst stattfinden. Dies hat den Vorteil, dass eine hohe Gesamtverformung des Kaltbands mit einer entsprechend hohen Kaltverfestigung und einer damit einhergehend besonders harten, gegen die

mechanische Zunderentfernung unempfindlichen Oberfläche erzielt werden kann.

Die Durchführung im kontinuierlichen Durchlauf bietet sich beispielsweise dann an, wenn große Mengen an

Stahlflachprodukten in zeitsparender Weise produziert werden sollen und über die ein oder mehrere zur Verfügung stehenden, im Durchlauf durchlaufenen Kaltwalzgerüste eine ausreichende Dickenreduzierung erreicht werden kann. Schwankungen in der Fördergeschwindigkeit zwischen den einzelnen Arbeitsstationen einer solchen kontinuierlich durchlaufenen erfindungsgemäßen Produktionslinie können dabei dadurch ausgeglichen werden, dass im Förderweg des Stahlflachprodukts mindestens ein Bandspeicher angeordnet ist .

Ein erfindungsgemäß erzeugtes, aus einem nicht rostenden Stahl bestehendes Stahlflachprodukt weist eine Oberflächenrauhigkeit Ra auf, die regelmäßig im Bereich von 0,1 - 1 μνα liegt, ohne dass es dazu über die

erfindungsgemäße Vorgehensweise hinausgehender Maßnahmen bedarf. Besonders geringe Oberflächenrauhigkeiten ergeben sich dabei dann, wenn das Edelstahlband nach dem Glühen bei Umformgraden von bis zu 10 %, insbesondere 1 - 7 % nachgewalzt wird.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein

Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher

erläutert .

Die einzige Figur zeigt eine im kontinuierlichen

Durchlauf in Förderrichtung F durchlaufene

Produktionslinie 1 zum Herstellen eines kaltgewalzten Edelstahlbands E.

Die Produktionslinie 1 umfasst in Förderrichtung F in line hintereinander stehend

- eine Abhaspeleinrichtung 2 zum aufeinander folgenden Abhaspeln von zu Coils C1,C2 gewickelten Warmbändern W, die aus einem nicht rostenden Stahl bestehen und an deren Oberfläche noch der bei der Warmbanderzeugung entstehende Zunder haftet,

- eine Schweißeinrichtung 3, die dazu dient, das Ende des zu dem einen Coil Cl gewickelten Warmband W mit dem Anfang des zu dem anderen Coil C2 gewickelten Warmbands W zu verbinden, wenn das erste Warmband vollständig in die Produktionslinie 1 eingespeist ist, - einen ersten Bandspeicher 4 zum Ausgleichen von

Schwankungen der Fördergeschwindigkeit des in die

Produktionslinie 1 eingespeisten Warmbands W,

- drei Walzgerüste 5,6,7, bei denen es sich um

konventionelle, aus dem Stand der Technik in

unterschiedlichen Ausführungen bekannte Kaltwalzgerüste handelt und in denen das Warmband W in drei aufeinander folgenden Stufen zu Edelstahlband E kaltgewalzt wird,

- einen zweiten Bandspeicher 8 zum Ausgleichen von

Schwankungen der Fördergeschwindigkeit des aus dem Kaltwalzgerüst 7 austretenden Edelstahlbands E,

- eine erste Entzunderungseinrichtung 9, in der der auf dem Edelstahlband E haftende, in Folge der beim

Durchlauf durch die Kaltwalzgerüste 5,6,7 eingetretene Längung des Edelstahlbands E gebrochene Zunder mittels Kugelstrahlen von dem Edelstahlband E mechanisch abgetragen wird,

- eine zweite Entzunderungseinrichtung 10, in der der auf dem Edelstahlband E nach Verlassen der

Ent zunderungseinrichtung 9 noch haftende Zunder mittels Bürsten von dem Edelstahlband E mechanisch abgetragen wird,

- einen Durchlaufglühofen 11, in dem das mechanisch entzunderte Edelstahlband E nach Verlassen der

Entzunderungseinrichtung 10 im kontinuierlichen

Durchlauf über eine so lange Glühzeit auf eine

ausreichend hohe Glühtemperatur erwärmt wird, dass die im Zuge des Kaltwalzens und der mechanischen

Entzunderung entstandenen Verfestigungen des

Edelstahlbands E beseitigt werden und ein für weitere Umformvorgänge ausreichend weiches Edelstahlband E erhalten wird,

- eine im Anschluss an den Durchlaufglühofen 11 ohne eine zwischengeschaltete mechanische Bearbeitung der

Oberfläche des Edelstahlbands E durchlaufene

Streckbiegeeinrichtung 17 zur Verbesserung der Planheit des Edelstahlbands E,

- eine im Änschluss an die Einrichtung 17 ohne eine

zwischengeschaltete mechanische Bearbeitung der

Oberfläche des Edelstahlbands E durchlaufene

Beizeinrichtung 12 zum Entfernen des auf dem

Edelstandband E noch vorhandenen Zunders auf chemischem Wege,

- einen weiteren Bandspeicher 13 zum Ausgleichen von

Schwankungen der Fördergeschwindigkeit des aus dem Durchlaufglühofen 11 austretenden geglühten

Edelstahlbands E,

- ein im Auslauf des Bandspeichers 13 angeordnetes

Dressierwalzgerüst 14 zum Nachwalzen des Edelstahlbands E mit einem Gesamtverformungsgrad von bis zu 10 %,

- einen letzten Bandspeicher 15 zum Ausgleichen von

Schwankungen der Fördergeschwindigkeit des aus dem Dressierwalzgerüst 14 austretenden geglühten

Edelstahlbands E und

- eine mit zwei abwechselnd zum Einsatz kommenden Haspeln ausgestattete Haspeleinrichtung 16 zum Haspeln des aus dem Bandspeicher 15 austretenden Edelstahlbands E.

Das von den jeweils im Einsatz befindlichen Coils Cl oder C2 abgewickelte, mit Zunder behaftete, gegebenenfalls in der Schweißeinrichtung 3 mit dem Ende des zuvor

verarbeiteten Warmbands W angeschlossene, aus einem nicht rostenden Stahl in konventioneller Weise erzeugte

Warmband W wird über den Bandspeicher 4 in das erste Kaltwalzgerüst 5 eingespeist und anschließend in den darauf folgend durchlaufenen Kaltwalzgerüsten 6,7 in insgesamt drei Stufen zu dem kaltgewalzten Edelstahl E kaltgewalzt. In Folge der über die Kaltwalzgerüste 5,6,7 eintretenden Dickenreduzierung wird das Edelstahlband E gelängt, so dass der auf ihm haftende Zunder in Folge der dabei auftretenden Oberflächenspannungen von dem Warmband W in groben Stücken abplatzt bzw. angelöst wird.

Der nach Austritt aus dem letzten Kaltwalzgerüst 7 auf dem nun erhaltenen auf Solldicke kaltgewalzten, in Folge des Kaltwalzens verfestigten Edelstahlband E noch

haftende Zunder wird in der ersten

Entzunderungseinrichtung 9 mechanisch entzundert, indem ein Partikelstrahl mit hoher kinetischer Energie gegen die verfestigten Oberflächen des Edelstahlbands E gerichtet wird. Bei dem Partikelstrahl kann es sich beispielsweise um einen Kugelstrahl handeln, wie er bereits im Stand der Technik für die Entzunderung, jedoch an anderer Stelle des Prozesses, eingesetzt wird. In der zweiten EntZunderungseinrichtung 10 wird von dem derart mechanisch strahlentzunderten Edelstahlband E der dort noch vorhandene Zunder mittels Bürsten abgebürstet. Bei Verlassen der EntZunderungseinrichtung 10 und

Einlaufen in den Durchlaufglühofen 11 haften demnach nur noch geringe, feine Zunderreste an der Oberfläche des Edelstahlbands E.

Alternativ oder ergänzend zu den Einrichtungen 9,10 kann eine hier nicht dargestellte Ent zunderungseinrichtung vorgesehen sein, in der der auf dem Edelstahlband E haftende Zunder mittels eines Hochdruck- Flüssigkeitsstrahls abgetragen wird. Der unter hohem Druck ausgebrachte und mit hoher kinetischer Energie auf die zu entzundernde Bandoberfläche treffende

Flüssigkeitsstrahl kann dabei Partikel mit sich führen, um die Effektivität des Zunderabtrags zu steigern. Bei diesen Partikeln kann es sich um aufgefangene

Zunderteilchen einer bestimmten Körnung handeln, die der Strahlflüssigkeit, beispielsweise Wasser, zugemischt werden .

Beim Durchlauf durch den Durchlaufglühofen 11 wird das Edelstahlband E auf eine Temperatur erwärmt, bei der sich das verfestigte Gefüge des Edelstahlbands E wieder entfestigt. Die Länge des Durchlaufglühofens 11, die Durchlaufgeschwindigkeit und die Glühtemperatur sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass die gewünschte Gefügeentfestigung am Ende des Durchlaufglühofens 11 abgeschlossen ist. Selbstverständlich kann der

Durchlaufglühofen 11 für diesen Zweck in mehrere Zonen unterteilt sein, in denen unterschiedliche Temperaturen herrschen, um ein optimales Glühergebnis zu erzielen. Aufgrund seiner Legierung und der dadurch bedingten minimierten Korrosionsempfindlichkeit bildet sich trotz der vergleichbar hohen Glühtemperatur auf dem

Edelstahlband E nur eine geringe Menge neuen Zunders.

Die auf dem Edelstahlband E beim Austritt aus dem

Glühofen haftende Zundermenge ist so gering, dass sie in der Beizeinrichtung 12 durch die Wirkung des darin auf das Edelstahlband E wirkenden Beizmittels weitestgehend vollständig von der Oberfläche des Edelstahlbands E entfernt wird. Vor dem Eintritt in die Beizeinrichtung 12 durchläuft das Edelstahlband E jedoch noch die in

Förderrichtung F hinter dem Glühofen 11 angeordnete

Streckbiegeeinrichtung 17. In dieser wird das

Edelstahlband E in an sich bekannter Weise durch

mehrfachen Richtungswechsel so verformt, dass es beim unmittelbar darauf folgenden Eintritt in die anschließend durchlaufene Beizeinrichtung 12 eine insgesamt

verbesserte Planheit besitzt. Das nach Austritt aus der Beizeinrichtung 12 durchgeführte Dressierwalzen dient insbesondere zur Verbesserung der Oberflächenrauhigkeit des Edelstahlbands E, wobei zusätzlich die Maßhaltigkeit sowie die mechanischen Eigenschaften optimiert werden, bevor es zu einem Coil 3 oder 4 in der Haspeleinrichtung 16 gewickelt wird. Durch das bei Verformungsgraden von typischerweise 5 - 7 % durchgeführte Nachwalzen lassen sich die Oberflächenrauheitswerte annähernd halbieren, so dass nach dem Nachwalzen ein optimal glattes Produkt zur Verfügung steht. BEZUGSZEICHEN

1 Produktionslinie

2 Abhaspeleinrichtung

3 Schweißeinrichtung

4 Bandspeicher

5,6,7 Kaltwalzgerüste

8 Bandspeicher

9 erste Ent zunderungseinrichtung

10 zweite Entzunderungseinrichtung

11 Durchlaufglühofen

12 Beizeinrichtung

13 Bandspeicher

14 Dressierwalzgerüst

15 Bandspeicher

16 Haspeleinrichtung

17 Einrichtung zur Planheitsverbesserung

C1,C2 Coils aus Warmband W

E Edelstahlband

F Förderrichtung

W Warmband