HARNISCH, Hartmut (Finkenstrasse 2, Grefrath, 47929, DE)
RENNER, Dieter (Vorster Strasse 35, Kempen, 47906, DE)
ASMUS, Uwe (Corneliusweg 35, Tönisvorst, 47918, DE)
HARNISCH, Hartmut (Finkenstrasse 2, Grefrath, 47929, DE)
RENNER, Dieter (Vorster Strasse 35, Kempen, 47906, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung eines Verkleidungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, mit einer Dekorschicht (4), welche zur Einbringung einer Sollbruch- oder Knickstelle (7) durch Behandlung mit einem Laserstrahl (5) geschwächt und dabei im Bereich der Laserbehandlung gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlung durch Verdunstung einer Flüssigkeit (2) erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Sollbruch- oder Knickstelle (7) in eine saugfähiges Dekorschicht (4), insbesondere aus Leder, eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (2) vorzugsweise vor der Laserbehandlung im Bereich der
Sollbruch- oder Knickstelle (7) in die Dekorschicht (4) eingebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (2) vorzugsweise während der Laserbehandlung im Bereich der Sollbruch- oder Knickstelle (7) auf die Dekorschicht (4) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ein- oder Aufbringen der Flüssigkeit (2) von der Flächenseite der Dekorschicht (4) her erfolgt, welche bei der Laserbehandlung dem Laserstrahl (5) zugewandt ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ein- oder Aufbringen der Flüssigkeit (2) von der der Sichtseite gegenüberliegenden Flächenseite (B-Seite 3) der Dekorschicht (4) her erfolgt.
7. Verkleidungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, mit einer Dekorschicht (4) hergestellt unter Anwendung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche. |
Verfahren zur Herstellung eines Verkleidungsteils und Verkleidungsteil
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Verkleidungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, mit einer Dekorschicht, welche zur Einbringung einer Sollbruch- oder Knickstelle durch Behandlung mit einem Laserstrahl geschwächt und dabei im Bereich der Laserbehandlung gekühlt wird, sowie ein entsprechend behandeltes Verkleidungsteil.
Stand der Technik
Es ist bekannt, Sollbruch- oder Knickstellen in Verkleidungsteile für Kraftfahrzeuge durch Bearbeitung mit einem Laserstrahl einzubringen, beispielsweise im Bereich einer Airbag-Austrittsklappe. Es ist gewünscht, dass eine solche Austrittsklappe im Wesentlichen unsichtbar ist, im Falle eines Unfalls jedoch den sich entfaltenden Airbag zuverlässig und ohne Entstehung von Partikeln austreten lässt. Es ist ferner bekannt, bei hochwertigen Fahrzeugen Verkleidungsteile mit einer Dekorschicht aus Leder zu versehen.
Wird ein derartiges Lederdekor jedoch mit einem Laser bearbeitet, kann durch die Koagulation (und damit der Schrumpfung) von Kollagenfasern in der oberen Lederhautschicht jedoch eine Materialaufwerfung entstehen, welche die Schwächungslinie vom Fahrzeuginnenraum her sichtbar werden lässt.
Ein gattungsgemäßes Verfahren und Verkleidungsteil ist aus der deutschen Patentanmeldung DE 103 52 524 A1 bekannt. Das zur Schwächung mittels Laserbehandlung vorgesehene Lederdekor wird zuvor auf seiner B-Seite, welche am fertigen Verkleidungsteil nicht sichtbar ist, im Bereich der
Sollbruch- oder Knickstelle mit einem Fixiermittel behandelt, beispielsweise einem Haarlack oder Pflasterspray. Nach dem Trocknen des teilweise in das Leder eingedrungenen Fixiermittels wird, gleichfalls von der B-Seite der Dekorschicht her, die Laserbehandlung vorgenommen. Zusätzlich wird das Leder unmittelbar vor der Laserbearbeitung entlang der gewünschten Schwächungslinie unterkühlt. Durch diese Maßnahmen soll vermieden werden, dass die Sollbruch- oder Knickstelle von der A-Seite der Dekorschicht, also der späteren Sichtseite, her erkennbar ist.
In der Druckschrift DE 103 50 220 A1 wird ein Verfahren zur Herstellung einer Sollbruchstelle in ein Verkleidungsteil beschrieben, bei welchem während der Laserbehandlung auf die gegenüberliegende Flächenseite synchron im Bereich der Bearbeitung ein gasförmiger Kühlmediumstrom gerichtet wird, insbesondere Druckluft.
Diese vorbekannten Verfahren konnten die Probleme bei der Laserbehandlung von Leder noch nicht zufrieden stellend lösen.
Aufgabe
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, auch in empfindliche Dekorschichten eine am Verkleidungsteil nahezu oder vollständig unsichtbare Sollbruch- oder Knickstelle einzubringen.
Lösung
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Kühlung durch Verdunstung einer Flüssigkeit erzeugt wird. Vorzugsweise wird dabei eine Flüssigkeit eingesetzt, welche bei der Erhitzung durch den Lederstrahl oder, sofern dies für eine vollständige Verdunstung nicht ausreicht, bei einer Nachtrocknung rückstandslos verdunstet.
Nach einer ersten Ausbildung der Erfindung wird die Sollbruch- oder Knickstelle in eine saugfähige Dekorschicht, insbesondere aus Leder, eingebracht, wobei die Flüssigkeit vorzugsweise vor der Laserbehandlung im Bereich der Sollbruch- oder Knickstelle in die Dekorschicht eindringt. In diesem Fall wird vorzugsweise eine Flüssigkeit eingesetzt, welche insbesondere von der Rückseite her in die Dekorschicht einzudringen vermag, die Qualität der (ggf. bereits lackierten) Sichtseite jedoch nicht mindert. Insbesondere ist ein Anlösen von Lackschichten oder ein Ausschwemmen von Fett aus dem Leder zu vermeiden.
Zusätzlich oder alternativ kann die Flüssigkeit, vorzugsweise während der Laserbehandlung, im Bereich der Sollbruch- oder Knickstelle auf die Dekorschicht aufgebracht werden.
Eine für beide Anwendungen üblicherweise geeignete Flüssigkeit ist destilliertes Wasser, das eine ausreichende Verdampfungsenthalpie (und damit Kühlwirkung) aufweist und bei dessen Verdunstung keine schädlichen Gase entstehen.
Figuren
Die Figuren stellen beispielhaft und schematisch verschiedene Ausführungen der Erfindung dar.
Es zeigen:
Fig. 1 a) bis e) den Ablauf eines ersten erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 a) bis c) ein Verfahren nach einer anderen Ausführung der
Erfindung.
Bei der Anwendung des in Fig. 1 gezeigten Verfahrens wird zunächst mittels einer Düse 1 entlang der gewünschten Schwächungszone eine Flüssigkeit 2 auf die B-Seite 3 einer Dekorschicht 4 ausgesprüht (Fig. 1a), welche in das saugfähige Material, insbesondere Leder oder Textil, eindringt (Fig. 1 b). Nachfolgend wird von der B-Seite 3 her ein gepulster Laserstrahl 5 auf die B- Seite 3 gerichtet (Fig. 1c), welcher sacklochartige Bohrungen 6 (gegeben- enfalls auch einen durchgehenden Schnitt) in der Dekorschicht 4 erzeugt und beim Verfahren entlang der gewünschten Schwächungszone eine linien- förmige Sollbruchstelle 7 erzeugt. Die von dem Laserstrahl 5 bewirkte Hitze verdampft dabei nicht nur Bestandteile des Leders, sondern auch große Mengen der zuvor gesondert eingebrachten Flüssigkeit 2, von der unmittel- bar nach der Laserbehandlung nur noch Restmengen 8 in der Dekorschicht 4 zu finden sind. Im Anschluss an eine Nachtrocknung, die gegebenenfalls bei
Raumtemperatur über einen ausreichend großen Zeitraum hinweg erfolgen kann, ist das mit der Sollbruchstelle 7 versehene Dekormaterial zur Weiterverarbeitung bereit (Fig. 1d) und kann mit seiner B-Seite 3 beispielsweise auf einen mit einer Schaumschicht 9 versehenen Träger 10 aufgezogen werden, der mit einer deckungsgleichen Sollbruchstelle 7' versehen ist (Fig. 1 e).
Bei dem Verfahren nach Fig. 2 wird die Dekorschicht 4 bereits vor der Laserbehandlung mit Schaumschicht 9 und Träger 10 versehen (Fig. 2a). Der von der Rückseite 11 des Trägers 10 her auf diesen Verbund auftreffende Laserstrahl 5 durchdringt somit Träger 10, Schaumschicht 9 und, zumindest teilweise, auch das Dekormaterial 4. Gleichzeitig wird über die Düse 1 eine Flüssigkeit 2 auf den Bearbeitungsort aufgesprüht (Fig. 2b). Da die Flüssigkeit 2 vom Laserstrahl 5 unverzüglich und damit vor einem tiefen Eindringen in Träger 10, Schaumlage 9 oder Dekorschicht 4 verdampft wird, erübrigt sich im Ausführungsbeispiel eine Nachtrocknung (Fig. 2c).
Durch die Anwendung der erfindungsgemäßen Verfahren kann die Schwächung der Dekorschicht 5 insbesondere auch durch Laserstrahlen 5 erfolgen, die nicht von einem CO2-Laser, sondern von thermisch kritischeren Laserquellen erzeugt wurden.
Bezugszeichen
1 Düse
2 Flüssigkeit
3 B-Seite
4 Dekorschicht
5 Laserstrahl
6 Bohrung
7 Sollbruchstelle
8 Restmenge (der Flüssigkeit)
9 Schaumschicht
10 Träger
11 Rückseite (des Trägers)
