BOGDANOV, Natalie (Am Düngelshof 21, Tönisvorst, 47918, DE)
CEMPULIK, Peter (Castroperstr. 65, Dortmund, 44357, DE)
BRÜCKNER, Hubert (Mahnert 5, Erkrath, 40899, DE)
HENDRIX, Jörg (Dahlienweg 1, Nettetal, 41334, DE)
BOGDANOV, Natalie (Am Düngelshof 21, Tönisvorst, 47918, DE)
CEMPULIK, Peter (Castroperstr. 65, Dortmund, 44357, DE)
BRÜCKNER, Hubert (Mahnert 5, Erkrath, 40899, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen (21 , 22) aufweisenden Ausstattungsteils (10) für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil (10), wobei ein Formwerkzeug (50) eine der ersten Oberflächenzone (21 ) entsprechende erste Werkzeugzone (51 ) und eine der zweiten Oberflächenzone (22) entsprechende zweite Werkzeugzone (52) aufweist, wobei das Formwerkzeug (50) zwischen der ersten Werkzeugzone (51 ) und der zweiten Werkzeugzone (52) eine Rippe (54) aufweist, wobei ein erstes Oberflächenmaterial (31 ) in der ersten Werkzeugzone (51 ) auf das Formwerkzeug (50) aufgebracht wird und wobei während des Aufbringens des ersten Oberflächenmaterials (31 ) die zweite Werkzeugzone (52) zumindest im Bereich entlang der Rippe (54) mittels einer Werkzeugabdeckung (60) abgedeckt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Werkzeugabdeckung (60) und der Rippe (54) ein Spalt (61) vorgesehen ist, durch den während des Aufbringens des ersten Oberflächenmaterials (31) ein Fluid, insbesondere Luft, strömt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugabdeckung (60) an ihrer der Rippe (54) abgewandten Kante (62) gegenüber dem Formwerkzeug (50) abgedichtet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufbringen des ersten Oberflächenmaterials (31 ) und einer Entfernung der Werkzeugabdeckung (60) ein zweites Oberflächenmaterial (32) in der zweiten Werkzeugzone (52) und im Bereich der Rippe (54) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines zusammen mit dem Formwerkzeug (50) eine im wesentlichen geschlossene Gussform bildendes weiteres Formwerkzeug (55) entweder ein Rückseitenmaterial (33) auf das erste und zweite Oberflächenmaterial (31 , 32) oder das zweite Oberflächenmaterial (32) auf das erste Oberflächenmaterial (31) aufgebracht wird.
6. Formwerkzeug (50) zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen (21 , 22) aufweisenden Ausstattungsteils (10) für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil (10), wobei das Formwerkzeug (50) eine der ersten Oberflächenzone (21 ) entsprechende erste Werkzeugzone (51 ) und eine der zweiten Oberflächenzone (22) entsprechende zweite Werkzeugzone (52) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Formwerkzeug (50) ferner zwischen der ersten Werkzeugzone (51 ) und der zweiten Werkzeugzone (52) eine Rippe (54) aufweist, die im Querschnitt im wesentlichen spitz zulaufend vorgesehen ist.
7. Ausstattungsteil (10) für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil (10) und insbesondere hergestellt gemäß einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Ausstattungsteil (10) eine Sichtseite (20) aufweist, wobei die Sichtseite (20) wenigstens eine erste Oberflächenzone (21 ) und eine sich von der ersten Oberflächenzone (21 ) unterscheidende und stoffschlüssig mit der ersten Oberflächenzone (21 ) verbunden vorgesehene zweite Oberflächenzone (22) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Grenzlinie zwischen der ersten Oberflächenzone (21 ) und der zweiten Oberflächenzone (22) eine rillenförmige Ausnehmung (24) vorgesehen ist.
8. Ausstattungsteil (10) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die rillenförmige Ausnehmung (24) im Querschnitt im wesentlichen spitz zulaufend vorgesehen ist.
9. Ausstattungsteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Oberflächenzone (21 ) ein erstes Oberflächenmaterial (31 ) aufweist und dass die zweite Oberflächenzone (22) ein zweites Oberflächenmaterial (32) aufweist, wobei sich das erste Oberflächenmaterial (31 ) von dem zweiten Oberflächenmaterial (32) im Hinblick auf die Härte und/oder die Temperaturstabilität und/oder die Lichtechtheit und/oder die Farbgestaltung und/oder die Haptik und/oder den Preis und/oder die Verarbeitbarkeit und/oder die Schichtdicke und/oder den Glanzgrad unterscheidet.
10. Ausstattungsteil (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausstattungsteil (10) neben dem ersten und zweiten Oberflächenmaterial (31 , 32) ein Rückseitenmaterial (33) aufweist. |
Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen aufweisenden Ausstattungsteils für ein Kraftfahrzeug, Formwerkzeug und
Ausstattungsteil für ein Kraftfahrzeug
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen aufweisenden Ausstattungsteils für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil.
Ein solches Verfahren zur Herstellung eines Ausstattungsteils ist allgemein bekannt. Beispielsweise ist aus der deutschen Patentschrift DE 39 11 485 C1 ein Verfahren zur Herstellung einstückiger, dünnwandiger, biegeweicher, sichtseitig zwei- oder mehrzonig strukturierter Kunststoffkörper aus Reaktionsharzen zur Oberflächengestaltung von Ausstattungsteilen für Kraftfahrzeuge bekannt. Nachteilig hierbei ist es jedoch, dass die Abgrenzung der unterschiedlich zu gestaltenden Oberflächenzonen schwierig und lediglich ungenau möglich ist, so dass den optischen Anforderungen an das Kraftfahrzeugausstattungsteil nicht Rechnung getragen werden kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen aufweisenden Ausstattungsteils für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil, zu schaffen, welches eine genaue Abgrenzung zwischen verschiedenen Oberflächenzonen erlaubt und diese Abgrenzung einerseits mit der notwendigen optischen Güte ermöglicht und andererseits ein einfaches, robustes und kostengünstig darzustellendes Herstellungsverfahren bereitstellt.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen aufweisenden Ausstattungsteils für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil, gelöst, wobei ein Formwerkzeug eine der ersten Oberflächenzone entsprechende erste Werkzeugzone und eine der zweiten Oberflächenzone entsprechende zweite Werkzeugzone aufweist, wobei das Formwerkzeug zwischen der ersten Werkzeugzone und der zweiten Werkzeugzone eine Rippe aufweist, wobei ein erstes Oberflächenmaterial in der ersten Werkzeugzone auf das Formwerkzeug aufgebracht wird und wobei während des
Aufbringens des ersten Oberflächenmaterials die zweite Werkzeugzone zumindest im Bereich entlang der Rippe mittels einer Werkzeugabdeckung abgedeckt wird. Hierdurch ist es vorteilhaft möglich, dass eine genaue Abgrenzung der beiden Oberflächenzonen realisierbar ist, ohne dass es zu optisch unschönen Erscheinungen am übergang zwischen der ersten und der zweiten Oberflächenzone kommt. Herkömmlicherweise führt ein sogenannter „Bridging-Effekt" dazu, dass bei einer Abdeckung der zweiten Oberflächenzone durch eine Werkzeugabdeckung, die in Kontakt mit dem ersten Oberflächenmaterial steht, beim Abnehmen der Werkzeugabdeckung ein unschönes Abreißen des ersten Oberflächenmaterials wahrscheinlich ist. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist daher eine deutlich sauberere Trennlinie zwischen der ersten und der zweiten Oberflächenzone bei dem Innenausstattungsteil möglich.
Erfindungsgemäß ist ferner bevorzugt, dass zwischen der Werkzeugabdeckung und der Rippe ein Spalt vorgesehen ist, durch den während des Aufbringens des ersten Oberflächenmaterials ein Fluid, insbesondere Luft, strömt. Hierdurch wird die Wahrscheinlichkeit des bereits angesprochenen „Bridging-Effekts" weiter reduziert und ferner eine noch bessere Abtrennung der verschiedenen Oberflächenzonen dadurch ermöglicht, dass Materialtropfen bzw. Materialpartikel des ersten Oberflächenmaterials, welches beispielsweise mittels eines Sprühverfahrens aufgebracht wird, jedenfalls nicht in den Bereich der zweiten Oberflächenzone gelangen kann.
Ferner ist bevorzugt, dass die Werkzeugabdeckung (Maske) an ihrer der Rippe abgewandten Kante gegenüber dem Formwerkzeug abgedichtet wird. Hierdurch ist es mit einfachen Mitteln möglich, das Herstellungsverfahren kostengünstig zu halten, weil lediglich ein geringer Druck des zwischen der Werkzeugabdeckung und der Rippe durchströmenden Fluids notwendig ist.
Ferner ist bevorzugt, dass nach dem Aufbringen des ersten Oberflächenmaterials und einer Entfernung der Werkzeugabdeckung ein zweites Oberflächenmaterial in der zweiten Werkzeugzone und im Bereich der Rippe aufgebracht wird. Hierdurch ist es nach dem Aufbringen des ersten Oberflächenmaterials sehr einfach möglich, die zweite bzw. generell eine weitere Oberflächenzone des Ausstattungsteils hinsichtlich
seiner Oberfläche mit dem zweiten Oberflächenmaterial zu gestalten. Weiterhin wird dadurch eine gute Verbindung zwischen dem ersten Oberflächenmaterial und dem zweiten Oberflächenmaterial an der Stelle der Rippe ermöglicht, so dass das Innenausstattungsteil an der Grenzfläche zwischen dem ersten Oberflächenmaterial und dem zweiten Oberflächenmaterial nicht geschwächt ist.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Formwerkzeug zur Herstellung eines wenigstens zwei Oberflächenzonen aufweisenden Ausstattungsteils für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil, wobei das Formwerkzeug eine der ersten Oberflächenzonen entsprechende erste Werkzeugzone und eine der zweiten Oberflächenzone entsprechende zweite Werkzeugzone aufweist, wobei das Formwerkzeug ferner zwischen der ersten Werkzeugzone und der zweiten Werkzeugzone eine Rippe aufweist, die im Querschnitt im wesentlichen spitz zulaufend oder stumpf zulaufend oder rund zulaufend vorgesehen ist. Hierdurch ist es mit einfachen Mitteln möglich, das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren für ein Ausstattungsteil durchzuführen und eine saubere Trennung zwischen den Oberflächenzonen zu erreichen. Unter einer spitz zulaufenden Form wird erfindungsgemäß insbesondere eine mittige Spitze, bezogen auf die Ränder der Rippe, verstanden. Eine zum einen oder dem anderen Rand verschobene Spitze ist jedoch alternativ oder lediglich in Teilbereichen auch möglich. Unter einer stumpf zulaufenden Form wird erfindungsgemäß insbesondere eine oben flache Rippe verstanden. Unter rund zulaufenden Form wird erfindungsgemäß insbesondere eine oben abgerundete, d.h. im wesentlichen halbkreisförmige, Rippe verstanden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Ausstattungsteil für ein Kraftfahrzeug, insbesondere ein Innenausstattungsteil und insbesondere hergestellt gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren, wobei das Ausstattungsteil eine Sichtseite aufweist, wobei die Sichtseite wenigstens eine erste Oberflächenzone und eine sich von der ersten Oberflächenzone unterscheidende und stoffschlüssig mit der ersten Oberflächenzone verbunden vorgesehene zweite Oberflächenzone aufweist, wobei entlang der Grenzlinie zwischen der ersten Oberflächenzone und der zweiten Oberflächenzone eine rillenförmige Ausnehmung vorgesehen ist. Ein solches Ausstattungsteil hat den Vorteil, dass die Materialien der ersten bzw. zweiten
Oberflächenzone weitgehend unabhängig voneinander gewählt werden können, so dass die Herstellung eines solchen Ausstattungsteils mit geringeren Kosten verbunden ist oder bei gleichen Kosten eine größere Leistungsfähigkeit des Ausstattungsteils etwa dadurch gegeben ist, dass das Oberflächenmaterial in den jeweiligen Zonen an den jeweiligen speziellen Anwendungszweck bzw. an die spezielle Anforderung in den jeweiligen Oberflächenzonen besser angepasst werden kann und somit eine Effizienzsteigerung erzielt werden kann.
Besonders bevorzugt ist, dass die rillenförmige Ausnehmung im Querschnitt im wesentlichen spitz zulaufend vorgesehen ist. Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine noch bessere Trennung zwischen der ersten Oberflächenzone und der zweiten Oberflächenzone hinsichtlich der ersten bzw. zweiten Oberflächenmaterialien möglich ist.
Ferner ist bevorzugt, dass die erste Oberflächenzone ein erstes Oberflächematerial aufweist und dass die zweite Oberflächenzone ein zweites Oberflächenmaterial aufweist, wobei sich das erste Oberflächenmaterial von dem zweiten Oberflächenmaterial im Hinblick auf die Härte und/oder die Temperaturstabilität und/oder die Lichtechtheit und/oder die Farbgestaltung und/oder die Haptik und/oder den Preis und/oder die Verarbeitbarkeit und/oder die Schichtdicke und/oder den Glanzgrad unterscheidet. Hierdurch ist es vorteilhaft möglich, dass die Oberflächenzonen ganz spezifischen Zwecken bzw. Beanspruchungsprofilen besser angepasst werden können, so dass unterschiedlich erscheinende Ausstattungsteile als ein zusammenhängendes Ausstattungsteil hergestellt werden können und somit Stabilitätsgewinne und Effizienzgewinne realisiert werden können, etwa dadurch, dass man nicht zwei verschiedene (aus unterschiedlichen Materialien hergestellte bzw. unterschiedliche Oberflächenmaterialien aufweisende) Ausstattungsteile vorsehen muss, die darüber hinaus vor oder während der Montage in ein Kraftfahrzeug zusammengefügt werden müssen.
Weiterhin ist es erfindungsgemäß bevorzugt, dass das Ausstattungsteil neben dem ersten und zweiten Oberflächenmaterial ein Rückseitenmaterial aufweist. Hierdurch ist es möglich, dass eine weitere Effizienzsteigerung und insbesondere eine weitere Kostensenkung dadurch möglich ist, dass etwa auf der Sichtseite lediglich
dünnwandig angeordnete hochwertige, beispielsweise eine hohe Stabilität gegen UV-Strahlung aufweisende, Oberflächenmaterialien Verwendung finden und dass als Rückseitenmaterial ein vergleichsweise kostengünstiges, die Stabilität des Ausstattungsteils realisierendes Material verwendet werden kann.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Figur 1 zeigt schematisch eine Schnittdarstellung durch ein
Formwerkzeug mit einer ersten und einer zweiten Werkzeugzone,
Figur 2 eine schematische Schnittdarstellung durch das Formwerkzeug während des Aufbringens eines ersten Oberflächenmaterials in der ersten Werkzeugzone,
Figur 3, 4 und 5 zeigen schematisch die Herstellung verschiedener
Ausführungsformen eines Ausstattungsteils mittels dem Formwerkzeug und einem weiteren Formwerkzeug und
Figur 6 zeigt schematisch einen Teil der Sichtseite eines erfindungsgemäßen Ausstattungsteils.
In Figur 1 ist ein Formwerkzeug 50 bzw. ein Ausschnitt eines solchen Formwerkzeugs 50 schematisch in einer Schnittdarstellung dargestellt. Das Formwerkzeug weist eine Rippe 54 auf, die selbstverständlich in der Schnittdarstellung lediglich als eine hervorstehende Spitze bzw. eine Ausbuchtung des Formwerkzeuges 50 hergestellt ist. Die Rippe 54 teilt das Formwerkzeug 50 in eine erste Werkzeugzone 51 und eine zweite Werkzeugzone 52.
In Figur 2 ist schematisch dargestellt, wie ein erstes Oberflächenmaterial 31 (zur Herstellung einer ersten Oberflächenzone eines später zu beschreibenden Ausstattungsteils) in der ersten Werkzeugzone 51 mittels eines Aufbringungshilfsmittels 65 aufgebracht wird. Bei dem Aufbringungshilfsmittel 65
handelt es sich insbesondere um eine Sprühvorrichtung oder Spray-Vorrichtung zur Aufbringung des erste Oberflächenmaterials 31.
Erfindungsgemäß wird während des Aufbringens des ersten Oberflächenmaterials 31 in die erste Werkzeugzone 51 die zweite Werkzeugzone 52 mittels einer Werkzeugabdeckung 60 abgedeckt. Hierdurch werden (schematisch mittels flugbahnartigen Strichen in Figur 2 dargestellte und von dem Aufbringungshilfsmittel 65 abgegebene) Teilchen 66 des ersten Oberflächenmaterials 31 wirksam daran gehindert, in den Bereich der zweiten Werkzeugzone 52 zu gelangen. Dies wird insbesondere durch eine besondere Geometrie der Rippe 54 realisiert. Hierzu ist beispielsweise die Rippe 54 spitz zulaufend vorgesehen. Erfindungsgemäße ist es jedoch auch möglich, dass die Rippe 54 anders geformt ist, beispielsweise an ihrer Spitze rund vorgesehen ist oder dass die Spitze der Rippe 54 in Richtung auf die erste Werkzeugzone 51 oder in Richtung auf die zweite Werkzeugzone 52 hin verschoben, d. h. asymmetrisch geformt, vorgesehen ist.
Besonders vorteilhaft ist es erfindungsgemäß, dass ein Fluid 61 , insbesondere Luft, zwischen der Werkzeugabdeckung 60 und der zweiten Werkzeugzone 52 des Formwerkzeugs 50 derart hindurchströmt, dass eine Ablagerung von Teilchen 66 des ersten Oberflächenmaterials 31 im Bereich der zweiten Werkzeugzone 52 verhindert wird. Hierzu ist insbesondere vorgesehen, dass zwischen der Werkzeugabdeckung 60 und der Rippe 54 bzw. insbesondere zwischen der Werkzeugabdeckung 60 und der Spitze der Rippe 54 ein Spalt 61 gebildet ist, durch den das Fluid 63 hindurchströmt. Hierdurch ist es noch effektiver (als bereits durch die Formgebung der Rippe 54) möglich, die Ablagerung der Teilchen 66 zu verhindern. Auf der der Rippe 54 abgewandten Kante 62 bzw. Seite 62 ist die Werkzeugabdeckung 60 insbesondere gegenüber der zweiten Werkzeugszone 52 des Formwerkzeuges 50 abgedichtet vorgesehen. Eventuell sind dort öffnungen zur Durchleitung des Fluids 63 an dieser Stelle der Werkzeugabdeckung 60 vorhanden, wie in der Zeichnung angedeutet.
In Figur 3 ist eine komplette Form umfassend das Formwerkzeug und ein weiteres Formwerkzeug 55 schematisch im Querschnitt dargestellt. Mittels einer solchen Form ist es möglich, ein Innenausstattungsteil 10 beidseitig zu formen. Das
Innenausstattungsteil umfasst auf seiner Sichtseite 20 (Figur 6) in einer ersten Oberflächenzone 21 das erste Oberflächenmaterial 31 und in einer zweiten Oberflächenzone 22 das zweite Oberflächenmaterial 32. Mittels der Rippe 54 des Formwerkzeuges 50 wird im übergangsbereich zwischen der ersten und zweiten Oberflächenzone 21, 22 eine rillenförmige Ausnehmung 24 (Figur 5) in dem Ausstattungsteil 10 realisiert. Diese rillenförmige Ausnehmung 24 ist selbstverständlich komplementär zu der Rippe 54 geformt und weist daher erfindungsgemäß insbesondere eine spitz zulaufende oder stumpf zulaufende oder rund zulaufende Formgebung auf. Bei der Ausführungsform gemäß der Figur 3 weist das Ausstattungsteil 10 im wesentlichen das zweite Oberflächenmaterial 32 auf, welches lediglich in der ersten Oberflächenzone 21 durch das erste Oberflächenmaterial 31 abgedeckt ist.
In den Figuren 4 und 5 sind weitere Ausführungsbeispiele der Herstellung des Ausstattungsteils 10 bzw. des erfindungsgemäßen Ausstattungsteils 10 angegeben, bei denen neben dem ersten Oberflächenmaterial 31 und dem zweiten Oberflächenmaterial 32 ein Rückseitenmaterial 33 vorhanden ist, welches insbesondere zumindest hinsichtlich der Sichtseite des Ausstattungsteils 10 vollständig durch die Oberflächenmaterialien 31, 32 abgedeckt ist. Hierdurch ist es erfindungsgemäß möglich, dass zur Realisierung der für das Ausstattungsteil 10 auf seiner Sichtseite 20 notwendigen Materialeigenschaften die Oberflächenmaterialien 31 , 32 Verwendung finden und - etwa zur Realisierung der notwendigen Stabilität des Ausstattungsteils 10 oder zur Realisierung anderer Eigenschaften des Ausstattungsteils 10 - ein anderes Material, nämlich das Rückseitenmaterial 33 Verwendung findet, welches beispielsweise erheblich kostengünstiger als die Oberflächenmaterialien 31 , 32 gewählt werden kann, insbesondere auch deswegen, weil die Anforderungen an das Rückenseitenmaterial 33 deshalb geringer sein können, weil es durch andere Materialien etwa vor einer Sonnenlichteinwirkung oder dergleichen geschützt vorgesehen sein kann. In Figur 4 ist speziell das erste und zweite Oberflächenmaterial 31 , 32 lediglich in einem vergleichsweise schmalen überlappbereich 39 zwischen der ersten Oberflächenzone 21 und der zweiten Oberflächenzone 22 vorgesehen. In diesem überlappbereich 39 ist insbesondere eine stoffschlüssige Verbindung des ersten mit dem zweiten Oberflächenmaterials 31 , 32 realisiert. In Figur 5 ist in einer weiteren Ausführungsform der
überlappbereich 39 erheblich ausgedehnter vorgesehen, nämlich im wesentlichen umfassend die komplette Rückseite des ersten Oberflächenmaterials 31 , ähnlich wie in Figur 3, wobei jedoch dort das Bezugszeichen nicht verwendet ist.
In Figur 6 ist schematisch ein Ausschnitt aus der Vorderseite bzw. Sichtseite 20 des Ausstattungsteils 10 dargestellt, wobei die erste Oberflächenzone 21 , die zweite Oberflächenzone 22 und die zwischen diesen angeordnete rillenförmige Ausnehmung 24 erkennbar ist.
Zum Einsatz kommen als Oberflächenmaterialien 31 , 32 erfindungsgemäß insbesondere Materialien, die den Spezifikationsanforderungen (hinsichtlich Abrieb, Beleuchtungsfestigkeit bzw. Lichtechtheit, etc.) genügen, insbesondere auf flüssiger oder pulverförmiger Basis, und die sich fest miteinander bzw. mit dem Rückseitenmaterial 33 (auch Gießmaterial genannt) verbinden. Bevorzugt sind Lacksysteme auf PUR oder Acrylbasis in flüssiger oder fester Form, bevorzugt reagierende Systeme.
Das erfindungsgemäße Ausstattungsteil 10 ist insbesondere als Innenausstattungsteil 10 eines Kraftfahrzeugs vorgesehen, kann jedoch auch als ein Außenausstattungsteil eines Kraftfahrzeugs oder als ein sonstiges Spritzgussausstattungsteil, beispielsweise im Wohnbereich oder dergleichen, vorgesehen sein. Hierbei kann es sich bei dem Ausstattungsteil insbesondere um eine Cockpitverkleidung, eine Türverkleidung, eine Dachhimmelverkleidung, eine Sitzverkleidung, eine Kofferraumverkleidung, eine Stoßstange, oder sonstige Ausstattungsteile handeln.
Bezugszeichenliste
10 Ausstattungsteil
20 Sichtseite
21 erste Oberflächenzone 2 zweite Oberflächenzone 4 Ausnehmung 1 erstes Oberflächenmaterial 2 zweites Oberflächenmaterial 3 Rückseitenmaterial 9 überlappbereich 0 Formwerkzeug 1 erste Werkzeugzone 2 zweite Werkzeugzone 4 Rippe 5 weiteres Formwerkzeug 0 Werkzeugabdeckung 1 Spalt 2 Kante 3 Fluid, insbesondere Luft 5 Aufbringungshilfsmittel 6 Teilchen bzw. Partikel des ersten Oberflächenmaterials
Next Patent: OPENING UNIT FOR A DOOR LOCK THAT IS FITTED INTO A PIVOTABLE DOOR
