SCHIEKE, Jörg (Zschopauer Straße 17, Erfurt-Marbach, 99092, DE)
PREIS, Josef (Auf dem Gansacker 14, Amöneburg-Mardorf, 35287, DE)
SCHIEKE, Jörg (Zschopauer Straße 17, Erfurt-Marbach, 99092, DE)
| P A T E N T A N S P R Ü C H E 1. Verfahren zum Profilieren eines Honwerkzeugs (3) für die Honbearbeitung einer Verzahnung eines Werkstücks, umfassend folgende Arbeitsschritte: a) Zurverfügungstellen eines unfertig profilierten Honwerkzeugs (3) ; b) Einspannen des unfertig profilierten Honwerkzeugs (3) in einen zum Halten des Honwerkzeugs während der Honbearbeitung eines Werkstücks bestimmten Halter (2) einer Honmaschine (1); c) Einspannen eines Profilierwerkzeugs (8) in der Werkstückspindel (4) der Honmaschine (1); d) Ausrichten und Bewegen von Profilierwerkzeug (8) und Honwerkzeug (3) relativ zueinander derart, dass das Profilierwerkzeug (8) in Eingriff mit dem Honwerkzeug (3) kommt und an dem Honwerkzeug (3) das für die Honbearbeitung der Verzahnung des Werkstücks erforderliche Verzahnungsprofil (7) abbildet . 2. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) nach Art eines schmalen, scheibenförmigen Zahnrads ausgebildet ist und d a s s seine Breite (BÄ) geringer ist als die Breite (Bw) des an dem Honwerkzeug (3) zu erzeugenden Verzahnungsprofils (7). Verfahren nach Anspruch 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Breite (BR) der mit dem Honwerkzeug (3) in Eingriff kommenden Zähne des Profilierwerkzeugs (8) um so viel kleiner als die Breite (Bw) des zu profilierenden Honwerkzeugs (3) ist, dass das Profilierwerkzeug (8) zum Überstreichen der Breite (BW) des zu profilierenden Honwerkzeugs (3) um eine Länge (L) in Z-Richtung der Honmaschine (1) bewegt werden muss, die einem Vielfachen der Breite (BA) der Zähne des Profilierwerkzeugs (8) entspricht. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Breite (BA) der mit dem Honwerkzeug (3) in Eingriff kommenden Zähne des Profilierwerkzeugs (8) höchstens 6 mm, insbesondere höchstens 4 mm, beträgt . Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das schmale Profilierwerkzeug (8) zur Erzeugung der Flankenlinie der Zähne des zu profilierenden Honwerkzeugs (3) während des Arbeitsschritts d.l) in Richtung der Werkstückachse (Z-Richtung) , geführt wird, d.2) der Achsabstand von zu profilierendem Honwerkzeug (3) und Profilierwerkzeug (8) (X'-Richtung) variiert wird und / oder d.3) das zu profilierende Honwerkzeug (3) und / oder das schmale Profilierwerkzeug (8) entlang bzw. bezogen auf die Drehachsen (B- bzw. C-Achse) verstellt werden. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das schmale Profilierwerkzeug (8) während des Arbeitsschritt d) mit einer geänderten Steigung bezogen auf das zu profilierende Honwerkzeug (3) bewegt wird. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s für die Relativbewegung von zu profilierendem Honwerkzeug (3) und Profilierwerkzeug (8) das Honwerkzeug (3) in einen bestimmten Achskreuzwinkel (Σ) geschwenkt und das Profilierwerkzeug (8) durch das Honwerkzeug (3) anschließend in axialer Richtung (Z) von dem Profilierwerkzeug (8) durchfahren wird. 8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) und / oder das zu profilierende Honwerkzeug (3) während ihrer Relativbewegung um jeweils eine Drehachse (C1,C2) rotieren. 9. Verfahren nach Anspruch 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Drehzahlverhältnis zwischen dem Honwerkzeug (3) und dem Profilierwerkzeug (8) dem Zähnezahlverhältnis zwischen dem zu profilierenden Honwerkzeug (3) und dem Profilierwerkzeug (8) entspricht. 10. Verfahren nach' einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) eine Zähnezahl aufweist, die von der Zähnezahl des zu profilierenden Honwerkzeugs (3) abweicht. 11. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) einen anderen Schrägungswinkel als das zu profilierende Honwerkzeug (3) aufweist. 12. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) und das zu profilierende Honwerkzeug (3) über jeweils einen eigenen Antrieb um jeweils eine Drehachse (C1,C2) drehend angetrieben werden und dass Stellantriebe zum Verstellen der Relativposition von zu profilierendem Honwerkzeug (3) und Profilierwerkzeug (8) mindestens in Richtung (Z-Richtung) der Drehachse (C2) des Profilierwerkzeugs (8) und eine dazu quer ausgerichtete Richtung (X-Richtung) vorgesehen sind. 13. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das zu profilierende Honwerkzeug (3) ringförmig ausgebildet ist und eine Innenverzahnung aufweist, während das Profilierwerkzeug (8) außenverzahnt ist. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das zu profilierende Honwerkzeug eine Außenverzahnung aufweist und das Profilierwerkzeug ringförmig ausgebildet und mit einer Innenverzahnung versehen ist. 15. Verfahren nach Anspruch 1 bis 12, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s sowohl das zu profilierende Honwerkzeug als auch das Profilierwerkzeug eine Außenverzahnung aufweisen. 16. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h , g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der beim Profilieren der jeweils im Eingriff mit dem zu profilierenden Honwerkzeug (3) befindliche Zahn des Profilierwerkzeugs (8) in mindestens einem seiner Kantenbereiche das zu profilierende Honwerkzeug (3) im Wesentlichen punktförmig berührt. 17. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s nach dem Profilieren ein Abrichten des Honwerkzeugs (3) durchgeführt wird. 18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Honwerkzeug (3) nach dem Profilieren einsatzfertig ist. 19. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) mindestens in dem Bereich, in dem es während der Profilierungsbearbeitung mit dem zu profilierenden Honwerkzeug in Kontakt kommt, aus einem Diamantwerkstoff gefertigt ist. 20. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Profilierwerkzeug (8) mit einer stirnseitigen Schneide das Material des zu profilierenden Honwerkzeugs (3) abträgt. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Profilieren eines Honwerkzeugs für die Honbearbeitung einer
Verzahnung eines Werkstücks.
Unter dem "Profilieren" eines Honwerkzeugs wird hier das Einbringen einer Verzahnung in das jeweilige Werkzeug verstanden. Davon zu unterscheiden ist das Abrichten, welches durchgeführt wird, um Geometriefehler, die nach der Erzeugung der Verzahnung gegebenenfalls noch vorhanden sind, zu beseitigt, die gewünschte Endform präzise abzubilden und die erforderliche Schärfe des Honwerkzeugs herzustellen.
Dementsprechend fällt unter das erfindungsgemäße
"Profilieren" nicht ein in der Fachsprache häufig dem Abrichten untergeordneter "Profiliervorgang", der dazu dient, ein an einem Werkzeug bereits vorhandenes Profil so zu optimieren, dass es den vom Anwender an seine geometrische Exaktheit gestellten Anforderungen
entspricht. Das "Profilieren" im Sinne der Erfindung stellt vielmehr einen Arbeitsgang dar, der dem
konventionellen "Abrichten" vorgelagert ist und bei dem ein Werkzeugrohling mit der für seine jeweilige Bearbeitungsaufgabe benötigten Grund- oder
Basisverzahnung versehen wird. Der einer
erfindungsgemäßen Profilierung unterzogene
Werkzeugrohling weist demgemäß vor seiner
erfindungsgemäßen Bearbeitung entweder noch gar keine Verzahnung auf oder ist in Bezug auf die Verzahnung nur grob vorgeformt bzw. befindet sich in einem
Verschleißzustand, bei dem durch ein konventionelles Abrichten die geforderte Genauigkeit der
Werkzeuggeometrie nicht mehr erreicht werden kann.
Hintergrund der Erfindung ist insbesondere das
Verzahnungshonen. Bei diesem der Gruppe der
Hartfeinbearbeitungsverfahren angehörenden Verfahren wälzt kontinuierlich ein zahnradförmig profiliertes
Honwerkzeug mit dem zu bearbeitenden Zahnrad unter einem Achskreuzwinkel ab.
Zum Feinbearbeiten von Zahnrädern werden üblicherweise keramisch- oder harzgebundene Werkzeuge mit einer
Verzahnung verwendet, deren Gestalt der Form des zu bearbeitenden Zahnrades entsprechen. Gehont wird dabei sowohl mit innen- wie auch mit außenverzahnten Honrädern.
Um über eine lange Einsatzdauer ein geometrisch
gleichbleibend genaues Bearbeitungsergebnis zu
gewährleisten, muss das jeweils verwendete Honwerkzeug in bestimmten Zeitabständen abgerichtet werden. Zu diesem Zweck werden üblicherweise Abrichtwerkzeuge eingesetzt, in die das Profil des abzurichtenden Werkzeugs sowie die Formelemente eingearbeitet sind. Auf diese Weise können die gegebenenfalls erforderlichen Geometrieänderungen am abzurichtenden Werkzeug erzeugt werden. Im Zuge des
Abrichtvorgangs wird das Profil bzw. die Geometrie des Abrichtwerkzeugs auf das abzurichtende Werkzeug
übertragen.
Voraussetzung für ein optimales Abrichtergebnis ist bei der konventionellen Vorgehensweise demzufolge, dass für jede Zahnform ein gesondertes Abrichtwerkzeug vorhanden ist. Dies gilt auch dann, wenn in der Honmaschine
zusätzliche Verstellachsen für die Relativbewegung von abzurichtendem Honwerkzeug und abrichtendem Abrichtrad vorgesehen sind, um das Honwerkzeug auch für die
Bearbeitung von komplex geformten Zahnrädern einwandfrei abrichten zu können.
Unabhängig davon, wie das Abrichten von Honwerkzeugen ausgeführt wird, setzen die bekannten Honverfahren voraus, dass das zum Einsatz kommende Honwerkzeug im Neuzustand möglichst optimal an die Geometrie des jeweils zu honenden Werkstücks angepasst ist, um beim Abrichten möglichst wenig Material abtragen zu müssen. Dies
bedingt, dass im Werk des Werkzeugherstellers das
Honwerkzeug nach Maßgabe des Honmaschinenherstellers oder -betreibers so exakt gefertigt wird, dass es die
Geometrie des zu honenden Werkzeugs möglichst einwandfrei abbildet. Zusätzlich müssen bei seiner Formgebung auch die Eigenarten der jeweiligen Maschine berücksichtigt werden, die sich in bestimmten Verstellmöglichkeiten sowie baulichen und funktionalen Toleranzen etc. äußern.
In der Praxis wird dies dadurch bewerkstelligt, dass in den Werkzeugrohling mit einer Profilierschleifscheibe, die der Form der zwischen zwei Zähnen des Honwerkzeugs zu erzeugenden Lücke entspricht, taktweise jeweils eine Zahnlücke geschnitten wird. Sobald dieser Arbeitsgang absolviert ist, wird die Schleifscheibe aus dem Rohling herausgefahren, der Werkzeugrohling um einen der Teilung der an dem Honwerkzeug zu erzeugenden Verzahnung
entsprechenden Winkelbetrag um seine Drehachse gedreht und die nächste Zahnlücke in das Werkzeug geschnitten. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis alle
Zahnlücken in das Werkzeug eingeformt sind. Konventionell sind nur die Flanken des zum Einbringen des Profils verwendeten Werkzeugs mit Diamanten besetzt und das
Werkzeug wird lediglich oszillierend hin- und herbewegt. Nach dem Einformen der Grundverzahnung wird das so vorgeformte Werkzeug abgerichtet, um ihm die an die jeweilige Bearbeitungsaufgabe optimal angepasste Form zu verleihen .
Diese Art der Fertigung derart exakt geformter Werkzeuge ist nicht nur sehr aufwändig und entsprechend teuer, sondern ist auch darauf angewiesen, dass jeweils exakte Daten über den Betriebszustand, die Betriebsbedingungen und die geometrischen Vorgaben zur Verfügung stehen, unter denen das jeweilige Werkzeug eingesetzt werden soll .
Vor diesem Hintergrund lag der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem es auf einfache und kostengünstige Weise möglich ist, ein
Honwerkzeug zur Verfügung zu steilen, welches ein
hinsichtlich der Fertigungsgenauigkeit optimiertes
Arbeitsergebnis gewährleistet, und das es gleichzeitig erlaubt, die Formgebung des Honwerkzeugs mit weitestmöglicher Gestaltungsfreiheit zu variieren.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch das in Anspruch 1 angegebene Verfahren gelöst worden. Vorteilhafte
Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den auf Anspruch 1 rückbezogenen Ansprüchen angegeben und werden nachfolgend im Zusammenhang mit dem allgemeinen Erfindungsgedanken näher erläutert.
Gemäß der Erfindung werden also zum Profilieren eines Honwerkzeugs für die Honbearbeitung einer Verzahnung eines Werkstücks mindestens folgende Arbeitsschritte absolviert :
a) Zurverfügungstellen eines unfertig profilierten
Honwerkzeug-Rohlings ;
b) Einspannen des unfertig profilierten Honwerkzeugs in einen zum Halten des Honwerkzeugs während der
Honbearbeitung eines Werkstücks bestimmten Halter einer Honmaschine;
c) Einspannen eines Profilierwerkzeugs in der
Werkstückspindel der Honmaschine;
d) Ausrichten und Bewegen von Profilierwerkzeug und
Honwerkzeug relativ zueinander derart, dass das
Profilierwerkzeug in Eingriff mit dem Honwerkzeug kommt und an dem Honwerkzeug das für die
Honbearbeitung der Verzahnung des Werkstücks
erforderliche Verzahnungsprofil abbildet.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Profilieren eines Honwerkzeugs für die Honbearbeitung einer Verzahnung eines Werkstücks geht somit aus von einem Honwerkzeug- Rohling, der im unfertig profilierten Zustand zur
Verfügung gestellt wird (Arbeitsschritt a) ) . Unter dem Begriff "unfertig profiliert" sind dabei alle
Honwerkzeuge zusammengefasst , die aufgrund ihrer
unvollendeten bzw. unvollkommenen Formgebung nicht geeignet sind, mit dem jeweils zu honenden Werkstück ordnungsgemäß in Eingriff gebracht zu werden. Hierunter fallen Honwerkzeuge, die vollständig unprofiliert sind, also noch keinerlei an die Verzahnung des zu honenden Werkstücks angepasste Profilierung besitzen, oder solche Werkzeuge, die bereits grob vorprofiliert sind, deren Geometrie jedoch noch nicht mit der erforderlichen
Genauigkeit ausgeprägt ist.
Des Weiteren können für das erfindungsgemäße Verfahren Honwerkzeuge verwendet werden, die bereits für die
Honbearbeitung eingesetzt worden sind, nun aber einen Verschleißzustand erreicht haben, aufgrund dessen sie für ihren ursprünglichen Einsatzzweck unbrauchbar sind. Diese Werkzeuge sind in diesem Sinne ebenfalls "unprofiliert", da sie nicht mehr ordnungsgemäß verwendet werden können. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens können derart verschlissene Werkzeuge auf einfache Weise so
aufgearbeitet werden, dass sie wieder für eine
Honbearbeitungsaufgäbe eingesetzt werden können.
Voraussetzung dazu ist lediglich, dass an dem Honwerkzeug noch ausreichend Schneidstoffvolumen vorhanden ist, um in erfindungsgemäßer Weise eine Profilierung in das
Honwerkzeug einzubringen. Die Anpassung der Abmessungen eines zuvor verschlissenen, als solches nicht mehr zur Geometrie des zu honenden Werkstücks passenden Honwerkzeugs kann dabei beispielsweise dadurch erfolgen, dass unter Berücksichtigung des Größenverhältnisses von Honwerkzeug zu Werkstück die Zähnezahl des Werkzeugs so angepasst wird, dass ein einwandfreier Engriff von
Werkzeug und Werkstück beim Honen gewährleistet ist.
Ein für die Erfindung wesentlicher Gedanke besteht nun darin, dass einerseits das unfertig profilierte
Honwerkzeug in einen zum Halten des Honwerkzeugs während der Honbearbeitung eines Werkstücks bestimmten Halter derjenigen Honmaschine eingespannt wird, in der das
Honwerkzeug nach erfolgter Profilierung zum Einsatz kommen soll (Arbeitsschritt b) ) , und dass andererseits zum Profilieren des unfertigen Honwerkzeugs das
Profilierwerkzeug in die Werkstückspindel der Honmaschine eingespannt wird, also an den Platz gesetzt wird, an dem das zu honende Werkstück während der Honbearbeitung sitzt {Arbeitsschritt c) ) . Bei dem Halter, in den das
Honwerkzeug eingespannt wird, kann es sich um einen so genannten "Honkopf" handeln, wie er standardmäßig bei konventionellen Honmaschinen vorhanden ist.
Die in der voranstehend beschriebenen Weise in die jeweilige Honmaschine eingespannte Profilier- und
Honwerkzeuge werden anschließend derart ausgerichtet und relativ zueinander bewegt, dass das Profilierwerkzeug in Eingriff mit dem Honwerkzeug kommt und an dem Honwerkzeug das für die Honbearbeitung der Verzahnung des Werkstücks erforderliche Verzahnungsprofil abbildet (Arbeitsschritt d) ) . Das an der Stelle des zu honenden Werkstücks sitzende Profilierwerkzeug schneidet dementsprechend in das zu profilierende, ursprünglich unfertig profilierte Honwerkzeug unter den Bedingungen, die sich bei der anschließenden Honbearbeitung des zu bearbeitenden
Werkstücks stellen. In Folge dessen stellt sich am
Honwerkzeug ein Verzahnungsprofil ein, das bei
bestmöglicher Annäherung den geometrischen Vorgaben entspricht, die bei der Honbearbeitung des Werkstücks einzuhalten und zu berücksichtigen sind.
Dabei fließen bei der erfindungsgemäßen Erzeugung der Profilierung nicht nur die von der Konstruktion und
Auslegung des Werkstücks herrührenden Maßgaben, sondern auch die maschinenbedingten Eigenarten ein, wie
Toleranzen, Verstellmöglichkeiten etc., ohne dass es dazu besonderer Maßnahmen bedarf. Im Ergebnis wird so ein Honwerkzeug erhalten, das unter Berücksichtigung der Gegebenheiten der jeweiligen Honmaschine optimal an die jeweilige Honaufgabe angepasst ist und so ebenso optimale Honergebnisse gewährleistet.
Das Ausrichten und die für den Profilierungsvorgang erforderliche Relativbewegung von Profilierwerkzeug und Honwerkzeug erfolgt typischerweise derart, dass zunächst der dem Honwerkzeug zugeordnete Halter mit dem
unprofilierten Honwerkzeug in einen vorgegebenen
Achskreuzwinkel geschwenkt und das Profilierwerkzeug anschließend in axialer Richtung entlang des zu
profilierenden Honwerkzeugs bewegt wird.
Im Fall, dass es sich bei dem Honwerkzeug um einen Honring zum Honen eines mit einer Außenverzahnung versehenen
Zahnrads handelt, fährt das Profilierwerkzeug dabei durch das in diesem Fall ringförmig ausgebildete Honwerkzeug. Soll mit dem Honwerkzeug dagegen die Innenverzahnung eines Werkstücks gehont werden, so fährt das Profilierwerkzeug außen entlang des in diesem Fall mit einer Außenverzahnung versehenen Honwerkzeugs. Genauso ist es möglich, mit einer schneckenförmigen oder anderen Verzahnung versehene
Honräder in erfindungsgemäßer Weise zu profilieren.
Dementsprechend kann das zu profilierende Honwerkzeug selbstverständlich auch eine Außenverzahnung aufweisen und das Profilierwerkzeug ringförmig ausgebildet und mit einer Innenverzahnung versehen sein oder sowohl das zu profilierende Honwerkzeug als auch das Profilierwerkzeug eine Außenverzahnung aufweisen. Wesentlich ist lediglich, dass die Profilierung von den Verhältnissen ausgeht, die bei der anschließenden Honbearbeitung des zu honenden Werkstücks gegeben sind.
Besonders effektiv und zeitsparend kann die
erfindungsgemäße Profilierung auf Maschinen vorgenommen werden, bei denen eine spanende Bearbeitung eines
Werkstücks nach Art des Wälzschälens möglich ist. Beim Wälzschälen werden die Drehachsen von Werkzeug und
Werkstück windschief zueinander angeordnet. Im
Schnittvorgang wälzen Werkzeug und Werkstück aufeinander ab, wobei durch die windschiefe Achsanordnung eine
Relativgeschwindigkeit zwischen Werkzeug und Werkstück entsteht. Diese Relativbewegung wird als Schnittbewegung ausgenutzt und hat seine HauptSchnittrichtung entlang der Zahnlücke des Werkstücks (s. Handbuch der
Fertigungstechnik, Band 3/2 "Spanen", Carl Hanser Verlag München Wien 1980, Seiten 415 - 417).
Während des Profiliervorgangs werden typischerweise das Profilierwerkzeug über die Werkzeugspindel und das
Honwerkzeug über den ihm zugeordneten Halter der Honmaschine rotierend angetrieben. Das Drehzahlverhältnis zwischen dem Profilierwerkzeug und der Werkstückspindel entspricht dabei im einfachsten Fall dem
Zähnezahlverhältnis zwischen dem Honwerkzeug und dem Profilierwerkzeug .
Grundsätzlich ist es denkbar, das Profilierwerkzeug so auszubilden, dass seine Form dem zu honenden Werkstücks weitestgehend identisch entspricht. In diesem Fall kann das Profilierwerkzeug eine bestimmte, an die jeweilige Honaufgabe optimal angepasste Profilierung erzeugen. Dies kann dann zweckmäßig sein, wenn der Profiliervorgang über eine längere Zeit wiederholt vorgenommen wird oder wenn die jeweilige Honmaschine nur für eine eng begrenzte Zahl von speziellen Anwendungsfällen konzipiert ist.
Deutlich steigern lässt sich die Vielseitigkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens dadurch, dass das
Profilierwerkzeug nach Art eines schmalen,
scheibenförmigen Zahnrads ausgebildet ist und seine
Breite geringer ist als die Breite der an dem Honwerkzeug zu erzeugenden Profilierung. Bei dieser Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird somit ein
Profilierwerkzeug eingesetzt, das gegenüber der Breite des zu profilierenden Honwerkzeugs sehr schmal ist.
Dementsprechend ist gemäß einer praxisgerechten
Ausgestaltung die in Richtung seiner Drehachse gemessene Breite der mit dem zu profilierenden Honwerkzeug in Eingriff kommenden Zähne des Profilierungswerkzeugs um so viel kleiner als die Breite des Honwerkzeugs, dass das Profilierwerkzeug zum Überstreichen der Breite des zu profilierenden Honwerkzeugs um eine Länge in Z-Richtung bewegt werden muss, die einem Vielfachen der Breite der Zähne des Profilierwerkzeugs entspricht. Das derart schmale Profilierwerkzeug wird mit den Verzahnungen des zu profilierenden Honwerkzeugs in Eingriff gebracht. Das Profilierwerkzeug und das Honwerkzeug werden im
Profilierbetrieb dann über jeweils einen eigenen Antrieb um jeweils eine Drehachse drehend angetrieben.
Gleichzeitig wird ihre Relativposition mittels geeigneter individuell steuerbarer Stellantriebe der Werkzeugspindel und des Honwerkzeug-Halters der Honmaschine in Richtung
(Z-Richtung) der Drehachse des Profilierwerkzeugs und/oder eine dazu quer ausgerichtete Richtung
(X-Richtung) sowie erforderlichenfalls durch zusätzliche Verdrehung um die Drehachse (B-Achse) des zu
bearbeitenden Werkzeugs und/oder um die Drehachse
(C-Achse) des Profilierwerkzeugs mittels ebenfalls jeweils individuell steuerbarer Antriebe verstellt, um die gewünschte Form (Balligkeit, Konizität) der Zähne des zu profilierenden Honwerkzeugs zu erzeugen. Die geringe Breite des Profilierwerkzeugs erlaubt es dabei, die Schmalseiten der Zähne des Profilierwerkzeugs unabhängig von der Gestalt und Ausrichtung der Zähnflanken des zu bearbeitenden Honwerkzeugs so zu gestalten, dass die jeweilige Kontaktfläche zwischen dem zu profilierenden Honwerkzeug und dem Profilierwerkzeug auf ein Minimum reduziert ist.
Letzteres erweist sich dann als besonders zweckmäßig, wenn ein schrägverzahntes Werkzeug mit einem
erfindungsgemäß schmalen Profilierwerkzeug bearbeitet wird. In diesem Fall ist an dem schmalen
Profilierwerkzeug der am Honwerkzeug zu erzeugende Schrägungswinkel allenfalls angenähert. Die Erzeugung des Schrägungswinkels erfolgt stattdessen durch die von dem Profilierungswerkzeug während des Profilierbetriebs ausgeführten Bewegungen. Entsprechendes gilt, wenn mittels eines erfindungsgemäß schmalen Profilierwerkzeugs ein Honwerkzeug profiliert wird, das für die Bearbeitung eines geradverzahnten Werkstücks bestimmt ist.
Durch Verwendung eines schmalen Profilierwerkzeugs kann somit das erfindungsgemäße Profilieren im Zuge des
Profiliervorgangs unabhängig von der Form der jeweils zu bearbeitenden Zähne bei in Eingriff befindlichem
Profilierwerkzeug und zu profilierendem Honwerkzeug in einer weitestgehend frei steuerbaren Bewegung entlang der Zahnflanken des zu profilierenden Honwerkzeugs bewegt werden .
Beim erfindungsgemäß erfolgenden Profilieren von
schrägverzahnten oder in anderer Weise komplex geformt verzahnten Honwerkzeugen mit einem schmalen
Profilierwerkzeug der voranstehend erläuterten Art wird demzufolge der jeweilige Schrägungswinkel bzw. die jeweils abzubildende Zahnform nur durch die Bewegung des Profilierungswerkzeugs bestimmt, die es bei seinem Weg entlang der Zahnflanke des Zahns ausführt, mit dem es jeweils in Eingriff steht. Auf diese Weise können mittels der an konventionellen Feinbearbeitungsmaschinen
standardmäßig vorhandenen Verstellmöglichkeiten in X- und Z-Richtung sowie um die B- und C-Achse die am jeweils bearbeiteten Zahn zu erzeugende Form allein durch
Maschinensteuerung vorgegeben werden. Wird ein schmales Profilierwerkzeug der voranstehend erläuterten Art eingesetzt, so sollte dieses Werkzeug so ausgelegt werden, dass die Bearbeitung des zu
profilierenden Honwerkzeugs nach Art einer Klinge nur über die Stirnschneide des Profilierwerkzeugs erfolgt. Nach heutigem Stand ist deshalb nur noch eine gewisse Mindestdicke des Werkzeugs erforderlich, um das die
Schneide bildende Werkzeugteil ausreichend abzustützen. Bei praktischen Versuchen haben sich in dieser Hinsicht solche schmalen Profilierwerkzeuge als besonders
betriebssicher bewährt, bei denen die Breite der mit dem zu profilierenden Honwerkzeug in Eingriff kommenden Zähne maximal 6 mm dick ist. Im Hinblick auf die Vielseitigkeit und Freiheit der Formgebung des zu profilierenden
Honwerkzeugs ist es jedoch vorteilhaft, wenn die Dicke des Profilierwerkzeugs möglichst gering ist, insbesondere auf maximal 4 mm beschränkt ist.
Zum Profilieren eines zum Honen eines schrägverzahnten Werkstücks vorgesehenen Honwerkzeugs wird eine
zusätzliche Verdrehung in Abhängigkeit von der axialen Zustellung angewendet. Diese zusätzliche Verdrehung wird durch die Steigung der zu profilierenden Schrägverzahnung des Honwerkzeugs bestimmt. Um dies zu ermöglichen, kann das Profilierwerkzeug während des Arbeitsschritts d) mit einer geänderten Steigung bezogen auf das zu
profilierende Honwerkzeug bewegt werden. Eine solche Konstellation erweist sich insbesondere dann als
praxisgerecht, wenn ein schmales Profilierungswerkzeug der voranstehend erläuterten Art eingesetzt wird.
Das Profilierwerkzeug kann eine Zähnezahl oder einen Schrägungswinkel aufweisen, die von der Zähnezahl bzw. dem Schrägungs inkel des zu bearbeitenden Werkstücks abweichen, um beispielsweise Werkstücke zu bearbeiten, die sich lediglich hinsichtlich ihrer Zähnezahl oder ihres Schrägungswinkels unterscheiden. In diesem Fall werden die Einstellwerte "Achsabstand" und
"Achskreuzwinkel" der Maschine beim Profilieren nach den mathematischen Zusammenhängen für eine Schraubradpaarung neu berechnet und weichen insoweit von denen für die Bearbeitung des Werkstückes ab.
Grundsätzlich lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren so durchführen, dass das erhaltene profilierte
Honwerkzeug unmittelbar zur Honbearbeitung eines
Werkstücks eingesetzt werden kann. In bestimmten
Anwendungsfällen kann es jedoch sinnvoll oder
erforderlich sein, dass nach dem Profilieren und vor der ersten Honbearbeitung zusätzlich ein Abrichten des
Honwerkzeugs durchgeführt wird. Dies kann beispielsweise dann zweckmäßig sein, wenn ein Abrichten im Rahmen einer standardisierten Arbeitsablaufplanung vorgesehen ist oder die an dem Honwerkzeug zu erzeugende Profilierung so gestaltet ist, dass sie eine vor der Honbearbeitung zusätzliche Abrichtbehandlung erfordert. Durch das vor der ersten Inbetriebnahme eines neuen Honwerkzeugs erfolgende Erstabrichten kann die Geometrie des
Honwerkzeugs noch exakter an die Gegebenheiten der jeweiligen Honmaschine angepasst werden. Dieses
Erstabrichten wird üblicherweise mit dem Diamant- Abricht zahnrad durchgeführt, das auch für die weiteren Abrichtvorgänge benutzt wird. Das erfindungsgemäß eingesetzte Profilierwerkzeug besteht bevorzugt mindestens in dem Bereich, in dem es während der Profilierungsbearbeitung mit dem zu profilierenden Honwerkzeug in Kontakt kommt, aus einem Diamantwerkstoff. D.h., bei dieser Ausgestaltung der Erfindung wird ein Profilierwerkzeug eingesetzt, das zumindest im Bereich seiner mit dem Honwerkzeug in schneiden Eingriff
kommenden Schneiden aus Diamant besteht. Eine besonders praxisgerechte Ausgestaltung der Erfindung ist dabei dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der mit dem abzurichtenden Werkzeug in schneidenden Eingriff kommende Abschnitt des Profilierungswerkzeug aus einem
scheibenförmigen Diamantwerkstoffrohling geschnitten ist.
Als Werkstoff für ein erfindungsgemäßes Profilierungsrad sind alle hochharten Werkstoffe geeignet, die eine ausreichend hohe Härte, Verschleißfestigkeit und
Belastbarkeit besitzen. Hierzu zählt insbesondere Diamant in seinen verschiedenen Modifikationen, wie
beispielsweise
- polykristalliner Diamantwerkstoff, in der Fachsprache auch unter der Kurzbezeichnung "PKD" oder "PCD"
bekannt. Aus PKD-Material vorgefertige Ronden, bei denen eine polykristalline Diamantschicht
beispielsweise durch Abscheiden aus der Gasphase oder Auflöten einer vorgefertigten Scheibe bereits fest auf einem Trägermaterial aufgebracht ist, stehen auf dem Markt in unterschiedlichen Dicken zur Verfügung.
- Diamant, der chemisch als Schicht oder Körper
abgeschieden ist. - Diamant-Verbundwerkstoffe, die nach dem Vacuum- Diffusions-Verfahren "VDV" hergestellt sind.
Einzelheiten zum VDV sind beispielsweise in der
Veröffentlichung Diamond-Business, Heft 3, 2010,
S. 46 - 48) erläutert.
- Sinterwerkstoffe, die aus Diamantkörnungen und
Metallbindung hergestellt sind. Hierunter fällt auch Diamant in Hartmetallbindung.
Werden an die Standzeit des Profilierwerkzeugs geringere Anforderungen gestellt, kann das Profilierwerkzeug auch aus einem Werkstoff gefertigt sein, der eine geringere Härte besitzt. Hierfür kommen beispielsweise hochfeste Hartmetalle, kubisches Bornitrid ("CBN") oder Werkstoffe auf keramischer Basis in Frage.
Durch stoffschlüssiges Verbinden, z.B. Aufkleben oder - löten von PKD oder synthetisch monokristallinen
Diamantkörpern, die als dünne Scheiben oder dickere Platten vorliegen, lassen sich größere Ausgangsplatinen für die Erzeugung eines erfindungsgemäßen
Profilierwerkzeugs kostengünstig herstellen. Unabhängig davon wie, der Diamantwerkstoff auf das Trägermaterial aufgebracht bzw. an ihm befestigt wird, kann das
betreffende Trägermaterial bei einem erfindungsgemäßen Profilierwerkzeug als Träger dienen.
Wird der Diamantwerkstoffrohling nicht auf einem
ausreichend stabilen Trägermaterial angeliefert, kann es zweckmäßig sein, einen separaten Träger vorzufertigen und den Diamantwerkstoff darauf in geeigneter Weise zu befestigen .
Hohe Schnittleistungen lassen sich beim erfindungsgemäßen Verfahren dadurch erreichen, dass das Profilierwerkzeug mit einer stirnseitigen Schneide das Material des zu profilierenden Honwerkzeugs abträgt. Dabei- kann der
Schneidvorgang aufgrund der maximalen Bewegungsfreiheit, die durch die erfindungsgemäße Vorgehensweise eröffnet wird, so ausgelegt werden, dass der Materialabtrag am zu profilierenden Werkzeug ausschließlich über die
Stirnschneiden des Profilierwerkzeugs erfolgt. So lässt sich mittels eines derart gestalteten Profilierwerkzeugs das Profilieren problemlos nach Art einer
Wälzschälbearbeitung ausführen, bei der der wesentliche Materialabtrag über die Stirnschneiden des
Profilierwerkzeugs erfolgt.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen jeweils schematisch:
Fig. 1 einen Ausschnitt einer Honmaschine in
perspektivischer Ansicht;
Fig. 2 ein Honwerkzeug mit einem in Eingriff
befindlichem Profilierwerkzeug in
perspektivischer Ansicht;
Fig. 3 das Honwerkzeug mit dem Profilierwerkzeug in
einer längsgeschnittenen Ansicht; Fig. 4 das Profilierwerkzeug in einer perspektivischen Ansicht .
Weder die räumliche Zuordnung der nachfolgend
beschriebenen Bauelemente noch die geometrischen
Verhältnisse sind in den Figuren maßstäblich richtig dargestellt .
Die Honmaschine 1 weist einen Halter 2 für ein als ringförmiges Honrad ausgebildetes, mit einer
Innenverzahnung 3a versehenes Honwerkzeug 3 und eine Werkstückspindel 4 zum Einspannen eines hier nicht dargestellten, in Form eines außenverzahnten Zahnrads vorliegenden Werkstücks auf, dessen Außenverzahnung mittels des Honwerkzeugs 3 gehont werden soll.
Das Honwerkzeug 3 ist mittels eines Drehantriebs in dem ihm zugeordneten Halter 2 drehbar gelagert. Ebenso ist die Werkstückspindel 4 mittels eines Drehantriebs 4a um eine mit ihrer Längsachse zusammenfallende und sich durch die vom Honwerkzeug 3 umschlossene Öffnung erstreckende Drehachse C2 drehbar angetrieben.
Zusätzlich ist der Halter 2 mittels eines nicht
dargestellten Stellantriebs um eine Horizontalachse A schwenkbar angetrieben, die quer zur Drehachse C2 der Werkstückspindel 4 ausgerichtet ist.
Der Halter 2 ist an einem Gehäuseblock 5 gelagert, der auf einem Kreuzschlitten 6 sitzt, der in zwei orthogonal zueinander und horizontal ausgerichtete Stellachsen X, Z linear verstellbar ist. Die eine Stellachse Z des Kreuzschlittens 6 ist dabei parallel zur Drehachse C2 der Werkstückspindel 4 und die zweite Stellachse X quer dazu und parallel zur Schwenkachse A des Halters 2
ausgerichtet. Ebenso ist der Gehäuseblock 5 gemeinsam mit dem Halter 2 um eine vertikal ausgerichtete Schwenkachse B verschwenkbar. Sämtliche Stellbewegungen des
Gehäuseblocks 5 werden durch nicht dargestellte
Stellmotoren bewirkt, wie sie an konventionellen
Honmaschinen der hier beschriebenen Art regelmäßig vorhanden sind. Zusätzlich kann die Steigung der um die Cl- und/oder C2-Achse vom zu profilierenden Honwerkzeug 3 bzw. vom zu honenden Werkstück vollführten Drehbewegungen verändert werden. Dies kann mittels voneinander
unabhängiger Antriebe erfolgen, die zum Drehen des
Honwerkzeugs 3 und dem Werkstück um die ihnen jeweils zugeordnete Drehachse Cl bzw. C2 vorgesehen sind.
Die für die Bewegung in X-, Z- sowie A- und B-Richtung zuständigen Stellantriebe sowie die Antriebe für die Drehungen um die Cl- und C2-Achseh werden über eine hier ebenfalls nicht gezeigte frei programmierbare
Maschinensteuerung gesteuert.
Um das zum Honen des nicht dargestellten, außenverzahnten Zahnrad-Werkstücks erforderliche Zahnprofil 7 in das Honwerkzeug 3 einzuformen, wird das Honwerkzeug 3 im unprofilierten Neuzustand, in dem es noch keinerlei Verzahnung aufweist, in den Halter 2 so positioniert, als ob es für die Bearbeitung des jeweiligen Werkstücks eingerichtet würde. Die Flanken der Zähne des in dem Honwerkzeugs 3 zu erzeugenden Zahnprofils 7 sind unter einem
Schrägungswinkel schräg zur Drehachse Cl des Honwerkzeugs 3 ausgerichtet.
Zum Profilieren des Honwerkzeugs 3 wird statt eines Werkstücks ein Profilierwerkzeug 8 an der Stelle in die Werkstückspindel 4 eingespannt, an der im normalen
Honbetrieb das jeweils zu honende Werkstück sitzt. Das Modul der Verzahnung des Profilierwerkzeugs 8 entspricht im optimalen Fall dem Stirnmodul m t des zu profilierenden Honwerkzeugs 3. In der Praxis wird das Modul des
Profilierwerkzeugs 8 an dieses ideale Modul weitestgehend angenähert .
Das nach Art einer dünnen Zahnradscheibe ausgebildete Profilierwerkzeug 8 kann in an sich bekannter Weise aus einem aus Metall gefertigten Träger bestehen, dessen den Zahnflanken der Zähne des profilierenden Honwerkzeugs 3 zugeordneten, mit dem zu bearbeitenden Honwerkzeug 3 in Eingriff kommende Schmalseiten mit Diamanten besetzt sind.
Ebenso ist es möglich, das Profilerwerkzeug 8 im Bereich seiner mit dem Honwerkzeug 3 in schneidenden Kontakt kommenden Stirnschneiden 9 insgesamt aus einem
Diamantwerkstoff zu fertigen. Das Profilerwerkzeug 8 weist dann an seiner Stirnseite 10 beispielsweise eine aus einem scheibenförmigen Diamantwerkstoffrohling geschnittene zahnradförmige Diamantscheibe 11 auf, die erforderlichenfalls an einer dünnen, beispielsweise aus einem festen Metallwerkstoff bestehenden Träger 12 abgestützt ist. Die Dicke D der Diamantscheibe 11 kann dabei an die jeweils sich in der Praxis ergebenden
Anforderungen angepasst sein.
Beim hier beschriebenen Ausführungsbeispiel beträgt die Breite B A des Profilierwerkzeugs 8 weniger als ein Achtel der Breite B w des abzurichtenden Honwerkzeugs 3.
Dementsprechend beträgt die Länge L, um die das
Profilierwerkzeug 8 in Richtung seiner Drehachse C2 (Z- Richtung) bewegt werden muss, um die Breite B w des
Honwerkzeugs 3 zu überstreichen, mehr als das Achtfache der Breite B A des Profilierwerkzeugs 8. Die Zahnform des Profilierwerkzeugs 8 ist dabei jeweils so gewählt, dass der Materialabtrag am zu profilierenden Honwerkzeug 3 jeweils nach Art einer Klinge nur über die Stirnschneiden 9 des Profilierwerkzeugs 8 erfolgt.
Nachdem das Profilierwerkzeug 8 in die Werkstückspindel 4 eingespannt ist, werden das Honwerkzeug 3 und das
Profilierwerkzeug 8 so aufeinander zugestellt und das Honwerkzeug 3 zusätzlich um die Schwenkachse A sowie die Schwenkachse B so verschwenkt, dass die nun in Bezug auf die Drehachse C2 windschief ausgerichtete Drehachse Cl des Honwerkzeugs 3 mit der Drehachse C2 des
Profilierwerkzeugs 8 einen Achskreuzwinkel Σ einschließt.
Anschließend werden das Profilierwerkzeug 8 und das zu profilierende Honwerkzeug 3 gleichsinnig um ihre
jeweilige Drehachse C1,C2 drehangetrieben und in
Stellrichtung Z relativ zueinander bewegt. Der dabei in Z-Richtung zurückgelegte Stellweg ist so groß, dass das Profilierwerkzeug 8 trotz seiner deutlich geringeren Breite B Ä die gesamte Breite B w des Honwerkzeugs 3 bei einem Hub vollständig überstreicht. Der Abtrag des
Materials erfolgt bei der hier beschriebenen Kinematik nach Art des Wälzschälens. Dabei können die Parameter der Profilierungsbearbeitung so eingestellt werden, dass das an dem Honwerkzeug 3 zu erzeugende Profil 7 in einem Hub fertig profiliert ist.
Stellt sich heraus, dass die bei einer einhubigen
Bearbeitung auftretenden Belastungen für das
Profilierwerkzeug 8 oder das Honwerkzeug 3 zu groß sind, so kann die Profilierungsbearbeitung auch in mehreren Hüben durchgeführt werden. Das Profilierwerkzeug 8 wird in diesem Fall nach Beendigung eines Hubs von dem
Honwerkzeug 3 abgehoben und in seine Ausgangsstellung bewegt, um anschließend erneut in der voranstehend beschriebenen Weise mit dem Honwerkzeug 3 in Eingriff gebracht zu werden.
Um einen ausreichenden Materialabtrag pro Hub zu
gewährleisten, wird erforderlichenfalls eine zusätzliche Stellbewegung in Stellrichtung X durchgeführt, durch die sich der Gehäuseblock 5 mit dem Halter 2 und dem darin sich drehenden Honwerkzeug 3 stärker der Drehachse C2 des Profilierwerkzeugs annähert.
Die voranstehend aufgezählten, während des
Profilierbet.riebs ausgeführten Bewegungen von Honwerkzeug 3 und Profilierwerkzeug 8 können durch zusätzliche
Schwenk- oder Stellbewegungen entlang eine der Achsen A, B, X oder Z überlagert werden, um bestimmte Formelemente an den Zähnen des zu erzeugenden Zahnprofils 7 des Honwerkzeugs 3 auszuprägen. Insbesondere erlaubt es das erfindungsgemäße Verfahren, besonders große
Schrägungswinkel an dem Honwerkzeug 3 abzubilden, wie sie bei einer konventionellen Profilierung nicht ohne
Weiteres zu erzeugen sind.
Selbstverständlich ist es ebenso möglich, an Stelle einer Verstellung des Gehäuseblocks in X- und Z-Richtung oder einer Verschwenkung des Gehäuseblocks um die Achse B den Support, auf dem die Werkstückspindel 4 abgestützt ist, auf einem geeigneten hier nicht dargestellten
Kreuzschlitten so verschwenkbar zu lagern, dass die
Werkstückspindel 4 bei stillstehendem Gehäuseblock 5 mittels dieses Kreuzschlittens in X- und Z-Richtung verfahren und erforderlichenfalls um die Achse B
verschwenkt werden kann, um die für die Profilierung des Honwerkzeugs 3 benötigten Relativbewegungen von
Profilierwerkzeug 8 und Honwerkzeug 3 auszuführen.
Die in der voranstehend beschriebenen Weise durchgeführte Profilierbearbeitung wird fortgesetzt, bis das Zahnprofil 7 vollständig fertig in das Honwerkzeug 3 eingeschnitten ist. Anschließend wird das Profilierwerkzeug 8 aus der Werkstückspindel 4 entnommen und durch ein Zahnrad- Werkstück ersetzt, an dem dann die normale Honbearbeitung mittels des nun fertig profilierten Honwerkzeugs 3 durchgeführt wird.
Die voranstehend beschriebene Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens entspricht prinzipiell dem Verfahren des "Wälzschälens". Dieses erlaubt eine
besonders schnelle und effektive Bearbeitung des Honwerkzeugs 3 und erweist sich deshalb in der Praxis als besonderes vorteilhaft. Jedoch ist es ebenso möglich, das erfindungsgemäße Verfahren auf Maschinen umzusetzen, bei denen der Materialabtrag beim Honen nach einem anderen Prinzip erfolgt. Entscheidend ist dabei der
Gedanke, das Profilierwerkzeug 8 an Stelle des zu
honenden Werkstücks zu setzen, das Profilierwerkzeug 8 mit dem unprofilierten Honwerkzeug 3 in Eingriff zu bringen und anschließend beide Werkzeuge so relativ zueinander zu bewegen, dass an dem unfertig profilierten Honwerkzeug 3 das dort vorgesehene Profil abgebildet wird.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich in kürzester Bearbeitungszeit hoch genaue Honwerkzeuge erzeugen. So ist es beispielsweise möglich, durch
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens in weniger als 30 Sekunden ein zuvor vollständig unprofiliertes, für die Honbearbeitung eines außenverzahnten Zahnrads bestimmtes, radförmiges Honwerkzeug so fertig zu profilieren, dass es unmittelbar in der Honmaschine 1 verwendet werden kann. Die erfindungsgemäß am Honwerkzeug 3 erzeugte
Profilierung 7 kann dabei derart sein, dass das
Honwerkzeug 3 sofort zur Honbearbeitung verwendet werden kann. Erforderlichenfalls lässt sich das Honwerkzeug 3 jedoch selbstverständlich ebenso noch einem zusätzlichen Erstabrichten unterziehen, wenn dies nach dem
vorgesehenen Arbeitsablauf oder aufgrund der
geometrischen Gegebenheit des in erfindungsgemäßer Weise fertig gestellten Profils des Honwerkzeugs 3 nötig ist.. BEZUGSZEICHEN
1 Honmaschine
2 Halter
3a Innenverzahnung des Honwerkzeugs 3
3 Honwerkzeug
4 Werkstückspindel
4a Drehantrieb der Werkstückspindel 4
5 Gehäuseblock
6 Kreuzschlitten
7 Zahnprofil des Honwerkzeugs
8 Profilierwerkzeug
9 Stirnschneiden des Profilierwerkzeugs 9
10 Stirnseite des Profilierwerkzeugs 9
11 Diamantscheibe des Profilierwerkzeugs 9
12 Träger des Profilierwerkzeugs 9 horizontal ausgerichtete Schwenkachse
vertikal ausgerichtete Schwenkachse
Dicke der Diamantscheibe 11
Drehachse des Honwerkzeugs 3
Drehachse der Werkstückspindel 4 / des
Profilierwerkzeugs 8
Stellachsen
Breite des Profilierwerkzeugs 8
Breite des abzurichtenden Honwerkzeugs 3
Länge, um die das Profilierwerkzeug 8 in Richtung seiner Drehachse C2 (Z-Richtung) bewegt werden muss, um die Breite B w des Honwerkzeugs 3 zu überstreichen
Achskreuzwinkel
