LEINENBACH, Hans, Peter (Mauritiusring 1, Tholey, 66636, DE)
NOCKEN, Frank (Eschersheimerlandstr. 409, Frankfurt, 60320, DE)
FRESENIUS BIOTECH GMBH (Am Haag, Gräfelfing, 82166, DE)
HEPPER, Martin (Kurpfalzstr. 44, Neustadt, 67435, DE)
LEINENBACH, Hans, Peter (Mauritiusring 1, Tholey, 66636, DE)
NOCKEN, Frank (Eschersheimerlandstr. 409, Frankfurt, 60320, DE)
| Patentansprüche
1. Ex-vivo Verfahren zur Erhöhung der Wirksamkeit von Antikörpern und Fcγ-Rezeptor bindenden Wirkstoffen, um- fassend die Schritte des:
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichens eines therapeutisch wirksamen Anti- körpers oder eines Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffs an einen Patienten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einer Immunapherese unterzogene Blutprobe vor oder nach Schritt c) dem Patienten verabreicht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) der Blutprobe Antikörper entzogen werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogenen Antikörper dem Patienten im An- schluss an Schritt c) wieder verabreicht werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogenen Antikörper humane Anti-Spezies Antikörper sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogenen Antikörper körpereigene Antikörper mit Fcγ-Rezeptor-bindenden Epitopen sind.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Schritt b) mehrfach durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da- durch gekennzeichnet, dass die Blutprobe menschliches
Blut oder Blutplasma ist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzlicher Schritt d) die Verabreichung eines Arzneimittels erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Arzneimittel ein Chemotherapeutikum oder ein Cytostatikum ist.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Arzneimittel ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend Paclitaxel, Lenalidomid, Pomali- domid, Epirubicin, 5FU und dessen Derivate, und Kina- seinhibitoren wie Sunitinib, Lapatinib, Canertinib, oder Kombination aus verschiedenen Arzneimitteln, ausgewählt aus der Gruppe umfassend CHOP, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon (Steroid) , Lenalidomiden/Dexamethason, Pomalido- mid/Dexamethason und Paclitaxel/Carboplatin.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Antikörper ein bispezifischer Antikörper ist.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Antikörper ein bispezifischer trifunktionaler Antikörper ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der bispezifische trifunktionelle Antikörper ein Maus/Ratte/IgG2a/IgG2b-Chimar ist.
15. Verwendung einer Kombination von einem oder mehreren Arzneimitteln zusammen mit FcR-bindenden Immunglobulinen, Fragmenten von Immunglobulinen oder Fusionsprote- inen, zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Krebs und/oder Autoimmunkrankheiten und/oder von transplantierten Patienten und/oder zur Vakzinierung gegen Viren, wobei die Behandlung die Schritte umfasst des :
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichen eines therapeutisch wirksamen Anti- korpers an den Patienten.
16. Verwendung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die einer Immunapherese unterzogene Blutprobe vor oder nach Schritt c) dem Patienten verabreicht wird.
17. Verwendung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) der Blutprobe Antikörper entzogen werden.
18. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogenen Antikörper dem Patienten im Anschluss an Schritt c) wieder verabreicht werden.
19. Verwendung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogenen Antikörper humane Anti-Spezies Antikörper sind.
20. Verwendung nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass die entzogenen Antikörper körpereigene Antikörper mit Fcγ-Rezeptor-bindenden Epitopen sind.
21. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass Schritt b) mehrfach durchgeführt wird.
22. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Blutprobe menschliches Blut oder Blutplasma ist.
23. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass als zusatzlicher Schritt d) die Verabreichung eines Arzneimittels erfolgt.
24. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Arzneimittel ein Chemotherapeutikum oder ein Cytostatikum ist.
25. Verwendung nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Arzneimittel ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend Paclitaxel, Lenalidomid, Pomali- domid, Epirubicin, 5FU und dessen Derivate, und Kina- seinhibitoren wie Sunitinib, Lapatinib, Canertinib, oder Kombinationen aus verschiedenen Arzneimitteln, ausgewählt aus der Gruppe umfassend CHOP, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon (Steroid) , Lenalidomiden/Dexamethason, Pomalido- mid/Dexamethason und Paclitaxel/Carboplatin.
26. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Anti- körper ein bispezifischer Antikörper ist.
27. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Antikörper ein bispezifischer, trifunktionaler Antikörper ist.
28. Verwendung nach einem der Ansprüche 15 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Antikörper ein humanisierter oder IgG-ähnlicher Antikörper ist.
29. Verwendung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass der bispezifische, trifunktionelle Antikörper ein Maus/Ratte/IgG2a/IgG2b-Chimär ist .
30. Verwendung spezifischer Liganden für körpereigene Antikörper mit Fcγ-Rezeptor-bindenden Regionen zur Herstellung einer Säule, die den spezifischen Liganden daran gekoppelt aufweist, für die Behandlung eines Pa- tienten mit Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffen, wobei die Behandlung die Schritte umfasst des:
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichens eines Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffs an den Patienten.
31. Verwendung spezifischer Liganden für körpereigene Antikörper zur Herstellung einer Säule, die den Liganden daran gekoppelt aufweist, für die Behandlung eines Patienten mit therapeutischen Antikörpern, wobei dxe Behandlung die Schritte umfasst des:
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichens eines therapeutisch wirksamen Anti- korpers an den Patienten.
32. Verwendung spezifischer Liganden für in Blutproben losliche Krebs-Assoziierte Antigene zur Herstellung einer Säule, die den Liganden daran gekoppelt aufweist, für die Behandlung eines Patienten mit thera- peutischen Antikörpern, wobei die Behandlung die Schritte umfasst des: a) Bereitstellens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichens eines therapeutisch wirksamen An- tikorpers an den Patienten.
33. Verwendung nach einem der Ansprüche 30 bis 32, dadurch gekennzeichnet, dass die Matrix der Säule aus Sepharo- se oder Acrylverbindungen besteht.
34. Verwendung nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, dass die Matrix vor dem Aufbringen des Liganden mit CN-Br aktiviert wird.
35. Verwendung nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, dass als Liganden Protein A, Protein G, Peptide und/oder AntiAntikorper verwendet werden.
36. Verwendung von Fcγ-Rezeptor bindenden Wirkstoffen zur Herstellung eines Medikaments für die Behandlung von Krebs und/oder Autoimmunkrankheiten und/oder von transplantierten Patienten und/oder zur Vakzinierung gegen Viren, wobei die Behandlung die Schritte umfasst des :
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichen des Medikaments an den Patienten.
37. Verwendung nach einem der Ansprüche 30 bis 36 , dadurch gekennzeichnet, dass der Fcγ-Rezeptor bindende Wirkstoff ein therapeutischer Antikörper ist.
38. Verwendung nach einem der Ansprüche 30 bis 37, dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzlicher Schritt d) das Verabreichen eines Arzneimittels erfolgt.
39. Verwendung nach Anspruch 38, dadurch gekennzeichnet, dass das Arzneimittel ein Chemotherapeutikum oder Cy- tostatikum ist.
40. Verwendung nach Anspruch 38 oder 39, dadurch gekenn- zeichnet, dass das Arzneimittel ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend Paclitaxel, Lenalidomid, Pomali- domid, Epirubicin, 5FU und dessen Derivaten, und Kina- seinhibitoren wie Sunitinib, Lapatinib, Canertinib, oder Kombinationen aus verschiedenen Arzneimitteln, ausgewählt aus der Gruppe umfassend CHOP, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon (Steroid), Lenalidomiden/Dexamethason, Pomalido- mid/Dexamethason und Paclitaxel/Carboplatin.
41. Verwendung nach einem der Ansprüche 30 bis 40, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Anti- körper ein bispezifischer Antikörper ist.
42. Verwendung nach einem der Ansprüche 30 bis 41, dadurch gekennzeichnet, dass der therapeutisch wirksame Antikörper ein bispezifischer trifunktionaler Antikörper ist.
43. Verfahren nach Anspruch 42, dadurch gekennzeichnet, dass der bispezifische trifunktionelle Antikörper ein Maus/Ratte/IgG2a/IgG2b-Chimär ist . |
Verfahren zur Unterstützung von Immuntherapien
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Stei- gerung der Effizienz von Immuntherapien und/oder zur Steigerung der Effizienz von Kombinationstherapien von Arznei- mitteltherapien mit Immuntherapien. Immuntherapien werden insbesondere in der Krebsbehandlung, aber auch bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten, bei der Unterstützung von Transplantationen und bei der Vakzinierung gegen Viren eingesetzt .
Neben der konventionellen Krebsbehandlung, die auf chirurgischen Maßnahmen, der Verwendung chemotherapeutischer Me- dikamente und/oder Bestrahlung basiert, hat sich die Immuntherapie mit Antikörpern etabliert. Gleichermaßen sind eine Vielzahl biotechnologischer Produkte, zu denen unter anderen auch die therapeutischen Antikörper zahlen, zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen als Therapieoption bereits anerkannt. Sogenannte HIV-neutralisierende Antikörper werden derzeit zur Behandlung von AIDS in klinischen Studien untersucht .
Die Zielstrukturen, die sogenannten Antigene, sind für die verschiedenen Erkrankungen sehr unterschiedlich und auch die Wirkweise der jeweiligen Antikorpertherapien kann in Abhängigkeit von diesen Zielstrukturen sehr verschieden sein. Oberflachenantigene, die als Zielstruktur zur Behandlung von malignen Erkrankungen dienen, sind u.a. uberexpri- mierte, Krebs-assoznerte, membranstandige Proteine (EGFR/HER2/VEGFR) oder auch Zell-spezifische Proteine (CD20/CD52) . Die Anzahl der Antigen-positiven Zellen ist
bei der Entwicklung von Lymphomen überaus groß, so dass eine Verminderung dieser Zellpopulation ein anerkanntes therapeutisches Ziel darstellt. Neben der Behandlung von Lymphomen eignet sich die zielgerichtete Depletion Antigen- positiver Zellen auch zur Behandlung von Autoimmunerkran- kungen und gegebenenfalls zur Unterdrückung der Immunantwort wie z.B. bei der Transplantation. Antikörper oder auch Fusionsproteine, gerichtet gegen zelluläre Botenstoffe wie den löslichen Tumornekrosefaktor, sind wichtige Medikamente zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen.
Die ersten modernen monoklonalen Antikörper (Immunglobuline meistens des IgGl-typus) waren murinen Ursprungs, d.h. sie wurden mittels Mäuse- oder Rattenhybridomzellinien hergestellt. Diese IgGl Moleküle werden jedoch vom Körper des Menschen als fremd erkannt, so dass sie durch das menschliche Immunsystem neutralisiert werden. Aus diesem Grund wurden modernere, sogenannte chimäre Antikörper, bestehend aus murinen Anteilen und menschlichen Anteilen in der IgG Struktur, hergestellt. Die sogenannte Humanisierung, bis hin zur biotechnologisch optimierten Variante der kompletthumanen Antikörper, stellt den nächsten Schritt zur weiteren Minimierung der murinen Anteile dar. Chimäre, humanisierte und humane IgGl-Antikörper können über einen längeren Zeitraum, beispielsweise über Monate, während der The- rapie eingesetzt werden. (Abdullah N., Cancer Immunther. 48, 517-524), (Adams GP, Weiner LM, Nature Biotechnology, 2005; 23 (9) : 1146 - 1157) .
Außerdem werden Immuntherapien unter anderem mit Fcy- Rezeptor-bindenden Agenzien durchgeführt. Fcγ-Rezeptoren
(FCR) sind eine Familie von Rezeptoren, die spezifisch für die Fc-Teile von Immunoglobulin (IgG) sind. Diese Rezepto-
5 ren haben wichtige Aufgaben im normalen Immunsystem und dessen Widerstandsfähigkeit bei Infektionen. Somit sind IgG eine Klasse von Molekülen, die den Fcγ-Rezeptor binden.
Rezeptoren gibt es für jede Immunoglobulin-Klasse . Sie sind o definiert durch die Klasse von Immunglobulin, an die sie binden. Beispielsweise bindet Fcγ-Rezeptor (FcyR) IgG, der Fcε-Rezeptor (FcεR) bindet IgE usw. Unter den FcyR- Rezeptoren werden drei Mitglieder von Unterfamilien unterschieden: FcγRI, der ein Rezeptor mit hoher Affinitat für 5 IgG ist, FcγRII, die Rezeptoren mit geringer äffinitat für IgG sind, die jedoch gut an Aggregate von Immunkomplexen binden, und FcγRIII die Rezeptoren mit niedriger Affinitat sind, die an Immunkomplexe binden.
o Zwar sind alle diese Rezeptoren strukturell untereinander verwandt, sie haben jedoch verschiedene Aufgaben.
FCYR werden von den meisten hamatopoietischen Zellen expri- miert und spielen über die Bindung an IgG eine Schlussel- 5 rolle bei der Homeostase des Immunsystems und dem Schutz gegen Infektionen. Insbesondere FcγRII ist ein Rezeptor mit niedriger Affinitat für IgG, der im wesentlichen nur an IgG-Immunkomplexe bindet, und er wird auf einer Vielzahl von Zellstucken exprimiert, umfassend beispielsweise Mono- o zyten, Makrophagen, Neutrophile, Eosinophile, Plattchen und B-Lymphozyten .
Fcγ-Rezeptoren sind in verschiedene Immun- und Entzundungs- antworten einschließlich der Antikörper-abhängigen, zell- 5 vermittelten Zytotoxizität (ADCC), involviert. Die Antikor- per-vermittelte, zellulare Zytotoxizität (ADCC) ist für die Wirkung biologischer Arzneimittel wie z.B. von poly- und
monoklonalen Antikörpern, aber auch von Fusionsproteinen, verantwortlich. Die Effektivität der ADCC steht in direktem Zusammenhang mit der beschriebenen Interaktion der konstanten Region des Antikörpers, oder aber auch mit den Bindungseigenschaften des entsprechenden Proteins mit den Fcγ-Rezeptoren. Für die ADCC scheint hierbei vor allem die Bindung an die aktivierenden Fcγ I und III Rezeptoren zu sein; wohingegen die Bindung eines Arzneimittels vorwiegend an Fcγll Rezeptoren die Immunantwort unterdrückt.
Ein kontinuierlicher Einsatz therapeutischer Proteine, wie z.B. von Antikörpern, bzw. von FcR bindenden Agenzien, insbesondere zur Behandlung von Krebs- und Autoimmunerkrankungen, Infektionskrankheiten und zur Unterdrückung von Trans- plantationsabstossungsreaktionen, wird dadurch einge- schränkt, dass diese Medikamente in hohen Dosen während einer kontinuierlichen Therapie appliziert werden müssen.
Bei der Anwendung von Antikörpern einer anderen, aber sogar auch humanisierter oder humaner Antikörper, werden diese Fremdproteine vom Immunsystem des Patienten erkannt und in Abhängigkeit von der jeweiligen Immunogenität durch die Entwicklung körpereigener (autologer) Antikörper (Humane anti-Spezies Antikörper) neutralisiert. Diese Immunantwort wird durch z.B. Humane Anti-Murine Antikörper (HAMA) im Falle muriner Antikörper, HARA im Falle von Antikörpern aus Kaninchen, (HAMA) im Falle muriner Antikörper bzw. durch Humane Anti-Humane Antikörper (HAHA) im Falle humanisierter oder humaner Antikörper vermittelt. Selbstverständlich induzieren auch mono- und polyklonale Antikörperprodukte, die aus anderen Spezies wie z.B. Ratten, Pferden, Ziegen, Schafen, Rinder oder auch Schweinen gewonnen werden, die Entwicklung von humanen Antikörpern gerichtet gegen die jewei-
lige Spezies, was oft zu starken Immunreaktionen und zu einem Verlust an Effizienz führen kann. Diese Form der körpereigenen Antikörper gegen Antikörper aus anderen Organismen werden zusammenfassend humane Anti-Spezies-Antikörper genannt .
Die Immunogenität der körperfremden, biotechnologischen Produkte beschränkt deren therapeutische Effektivität z.B. durch die Entwicklung der oben beschriebenen HAMA und HAHA Antwort des Immunsystems.
Die in vivo beobachtete relativ niedrige Wirksamkeit therapeutischer Antikörperpräparate steht in starkem Widerspruch zur oftmals sehr hohen Antikörper-vermittelten, zellulären Zytotoxizität (ADCC) , die in vorherigen in vitro Untersu- chungen nachgewiesen worden wurde. Dieses Phänomen tritt auch bei Kombinationstherapien herkömmlicher Arzneimitteltherapien, z.B. Chemotherapien, mit Immuntherapien auf. Wenn im folgenden von Arzneimitteln allgemein gesprochen wird, so sind damit herkömmliche, nicht immuntherapeutisch wirkende Arzneimittel gemeint, ganz besonders werden vorliegend darunter Chemotherapeutika und/oder Cytostatika verstanden. Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen stellt die beschriebene Inhibierung der therapeutischen Antikörper durch HAMA/HAHA dar (Preithner, S. et al. in MoIe- cular Immunology, 43 (2006) 1183-1193.) Des weiteren stellen die natürlich vorkommenden IgGl im Patientenblut Moleküle dar, die vergleichbar mit den therapeutischen Antikörpern um die entsprechenden Fc-Rezeptoren in Wettbewerb stehen, da auch diese IgGl an die entsprechenden Rezeptoren binden und diese dadurch besetzen.
Es wurde erwartet, dass humanisierte oder humane Antikörper zu einer verbesserten Wirksamkeit und zu einem besseren Sicherheitsprofil fuhren wurden. Wie vorstehend schon erwähnt, zeigen überraschenderweise auch fast alle humanisierten oder humanen Antikörper eine dramatisch verminderte Wirksamkeit in vivo, verglichen mit ihrer in vitro- Aktivitat .
Daher ist es notig, vielfach höhere Dosen von Antikörpern den Patienten zu verabreichen wodurch das Risiko uner- wunschter Nebenwirkungen erhöht wird.
Im Fall einer gezielten Verwendung von klassischen Chemotherapien in Kombination mit Antikorper-basierten Immuntherapien, welche im Bereich der Onkologie ein akzeptierter Therapiestandard zur Behandlung verschiedener maligner Erkrankungen, wie z.B. bei Brustkrebs (Trastuzumab) , Lymphomen (Rituximab) oder auch bei Darmkrebs (Cetuximab und Pa- nitumumab) sind, wird, wie oben bereits angedeutet, in vivo ebenfalls nicht die erforderliche Wirksamkeit erzielt.
Die synergistische Effektivitatssteigerung der Kombinationstherapie wurde hierbei klinisch und praklinisch beschrieben. Neuere Erkenntnisse basierend auf in vitro Experimenten, belegen, dass die Interaktion mit die FcR- positiven Zellen, wie z.B. NK, DC und dergleichen, dem beobachteten Synergismus zu Grunde liegen. Es wurde nachgewiesen, dass es hierbei zum einen durch die Verwendung von Arzneimitteln, wie z.B. Paclitaxel (Miura D. et al., Journal of Clmical Oncology, 2007, Part I. VoI 25, No. 18S (June 20 Supplement) , Lenalidomiden und Pomalidomide
(Bartlett J.B. et al . , Journal of Clinical Oncology, 2007
ASCO Annual Meeting Proceedings Part I. VoI 25, No. 18S
(June 20 Supplement) ) , aber auch Kinaseinhibitoren, wie z.B. Sorafinib (Hipp et al, Journal of Clinical Oncology, 2007 ASCO Annual Meeting Proceedings Part I. VoI 25, No. 18S (June 20 Supplement) einen direkten Einfluss auf die Homeostase der Antigen-präsentierenden Zellen aber auch auf verschiedene T- Zellpopulationen, wie z.B. cytotoxische T- Zellen (CTLs) haben. Für Sorafinib ist hierbei ein negativer Einfluss auf Antigen-präsentierende Zellen und die Entwicklung einer CTL-Antwort nachgewiesen worden, weshalb Kinaseinhibitoren wie Sunitib als geeigneter für eine Kombi- nationstherapie mit Immuntherapeutika erscheinen, ebenso verschiedene Her2 Kinaseinhibitoren wie z.B. Lapatinip oder auch Canertinib. In den oben zitierten Arbeiteten, wurde der synergistische Effekt auf die FcR-positiven Zellpopulationen zurückgeführt, die die ADCC vermitteln.
Klinisch ist bei den existierenden Kombinationstherapien leider zu verzeichnen, dass eine Mehrheit der behandelten Patienten Resistenzmechanismen gegen die verwendete Chemotherapie und gegen die entsprechende Antikörper basierte Immuntherapie entwickeln. Hierbei spielen unabhängig voneinander verschiedene Mechanismen eine Rolle. Für die oben aufgeführten Immuntherapien sind einige Target-abhängige aber auch Target-unabhängige Resistenzmechanismen beschrieben worden (Herceptin : Ritter CA. et al., Clinical Cancer Research 2007, 13 ( 16) : 4909-4919; Valabrega G. et al., An- nals of Oncology, 2007; Nahta R, et al., Natl Clin Pract Oncol 2006, 3:269-280; Esteva FJ et al., J Clin Oncol 2002, 20:1800-1808; Nagata Y et al., Cancer Cell 2004, 6:117-127; Scaltriti M et al., J Natl Cancer Inst 2007, 99:628-638; Rituximab: Van Meerten t et al., Clinical Cancer Research Vol. 12, 4027-4035, JuIy 1, 2006; ).
R. A. Montgomery et al. beschreibt (Transplantation, Vol. 70, 887-895, September 27, 2000) ein Therapieverfahren um Abstoßungsreaktionen von Organtransplantaten zu verhindern. Dabei wird eine Plasmapherese (PP) mit intravenösem Gam- maglubulin (IVIG) und Cytogam kombiniert. Durch eine über- dosis verabreichter Ig-Antikörper im Blut des Patienten kommt es zu einer Blockade von Fc-Rezeptoren und somit zu einer Immunsuppression. Eine Blockade der Fc-Rezeptoren ist im Sinne der Erfindung jedoch nicht gewünscht, sondern es sollen im Gegensatz dazu gerade die Fc-Rezeptoren von Anti- körpern freigehalten werden, damit therapeutische Antikörper an diese Stellen binden und eine ADCC bewirken können. Eine Kombination von PP/IVIG und gegebenenfalls Cytogam soll also ausgeschlossen werden.
H. Borberg offenbart ein Verfahren zur Verringerung von IgG mittels einer anti-IgG Adsorptionssäule (H. Borberg, Transfusion and Apheresis Science, 34, 2006, 51-73) in Kombination mit einer IVIG Verabreichung. Die oben dargestellten Probleme einer Blockierung der Fc-Rezeptoren sind auch hier die Folge.
Das US 6,406,861 Bl offenbart ein Verfahren zur Verringerung von Virusantikörpern, insbesondere von Adenovirusanti- körpern, durch extrakorporale Adsorption mit dem Ziel, die Effizienz einer Virusvektor-Therapie zu verbessern. Das US 6,406,861 Bl betrifft also keine Immuntherapie.
Es bestand daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung insbesondere darin, die Wirksamkeit von Fcγ-R bindenden A- genzien, insbesondere Antikörpern, zu verbessern, so dass die vorstehend geschilderten Nachteile vermieden werden können .
Es bestand weiterhin die Aufgabe die im Rahmen von Kombinationstherapien aus herkömmlichen Arzneimitteltherapien mit Immuntherapien resultierende Resistenzbildung zu verringern, insbesondere die Effizienz solcher Kombinationsthera- pien zu steigern.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein ex-vivo Verfahren zur Erhöhung der Wirksamkeit von Antikörpern und Fcγ~ Rezeptor bindenden Wirkstoffen gelöst, umfassend die Schritte des
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichens eines therapeutisch wirksamen Anti- körpers oder eines Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffs an den Patienten.
Sowie vor oder nach Schritt c) optional das Verabreichen der so behandelten Blutprobe an einen Patienten.
Als zusätzlicher Schritt d) kann das Verabreichen eines Arzneimittels erfolgen. Dadurch erhält man eine Kombinationstherapie aus einer Arzneimitteltherapie mit einer Immuntherapie .
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung von Fcγ-Rezeptor bindenden Wirkstoffen zur Herstellung eines Medikaments für die Behandlung von Krebs und/oder Autoimmunkrankheiten und/oder von transplantierten Patienten und/oder zur Vakzinierung gegen Viren, wobei die Behandlung die Schritte umfasst des:
a) Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichen des Medikaments an den Patienten,
sowie vor oder nach Schritt c) optional das Verabreichen der so behandelten Blutprobe an einen Patienten.
Vorzugsweise ist der Fcγ-Rezeptor bindende Wirkstoff im Rahmen der Erfindung ein therapeutischer Antikörper, besonders bevorzugt ein monoklonaler und/oder rekombinater Anti- körper oder ein Wirkstoff mit FcR-bindenden Regionen, bestehend aus Antikörperfragmenten oder Peptiden gebunden an ein therapeutisches Agens.
Als zusätzlicher Schritt d) kann das Verabreichen eines Arzneimittels erfolgen. Dadurch erhält man eine Kombinationstherapie aus einer Arzneimitteltherapie mit einer Immuntherapie .
Als Gegenstand der Erfindung kann somit auch eine Kombina- tionstherapie bestehend aus Arzneimitteln oder deren Kombinationen, die zusammen mit FcR-bindenden Immunglobulinen, deren Fragmenten oder auch Fusionsproteinen eine ADCC vermittelte Effektivität aufzeigt, und die deutliche Synergien in der antitumoralen Wirkung aufweist, gesehen werden.
Somit ist Gegenstand der Erfindung auch die Verwendung einer Kombination von einem oder mehreren Arzneimitteln zusammen mit FcR-bindenden Immunglobulinen, Fragmenten von Immunglobulinen oder Fusionsproteinen, zur Herstellung ei- nes Medikaments zur Behandlung von Krebs und/oder Autoimmunkrankheiten und/oder von transplantierten Patienten
und/oder zur Vakzinierung gegen Viren, wobei die Behandlung die Schritte umfasst des:
a) Bereitstellens einer Blutprobe eines Patienten; b) Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) Verabreichen des Medikaments an den Patienten.
Sowie vor oder nach Schritt c) optional das Verabreichen der so behandelten Blutprobe an einen Patienten.
FcR- oder Fcγ-bindende Wirkstoffe im Sinne dieser Erfindung sind solche Wirkstoffe mit einer Bindungsaffinität mit einem Kd-Wert von kleiner als 1 mM.
Vorzugsweise soll die Kombinationstherapie mit Immunglobu- linen, deren Fragmenten oder auch Fusionsproteinen, die gezielt CD16 oder CD64 binden, erfolgen.
Weiterhin bevorzugt ist, dass die Immunglobuline, deren Fragmente oder Fusionsproteine neben der ADCC eine T- zeilvermittelte Immunantwort induzieren.
Noch weiter bevorzugt ist, dass die Immunglobuline, deren Fragmente oder Fusionsproteine bispezifische Antikörper mit einem CD3 Bindungsarm beinhalten.
Ebenfalls bevorzugt ist eine Kombinationstherapie mit Im ¬ munglobulinen, deren Fragmenten oder auch Fusionsproteinen, bei der das Auftreten von Resistenzen durch die vorher ge ¬ nannten antitumoralen Zellantworten vermieden wird.
Bevorzugte Arzneimittel für das erfindungsgemäße Verfahren oder die erfindungsgemäße Verwendung sind Cytostatika und
Chemotherapeutika, insbesondere Paclitaxel, Lenalidomide, Pomalidomide, Epirubicin, 5FU und dessen Derivate, und Ki- naseinhibitoren wie Sunitinib, Lapatinib, Canertinib. Weiterhin können auch Kombinationen aus verschiedenen Arzneimitteln wie CHOP, Cyclophosphamide, Doxorubicin, Vincristin Prednisolon (Steroid) , Lenalidomiden/Dexamethason, Pomali- domid/Dexamethason und Paclitaxel/Carboplatin verwendet werden.
Bei den erfindungsgemäßen Verfahren oder Verwendungen kön- nen Immunglobuline mit humanen, Chimären, murinen, und hybrid Immunglobuline, deren Fragmente oder auch Fusionsproteine, die CD16/CD64 Bindungseigenschaften besitzen, eingesetzt werden. Weiterhin bevorzugt sind Immunglobuline, welche tumorassoziierte Antigene sind, Antigene, die mit Lymphomen oder Leukämie assoziiert sind, sowie Antigene, die mit Autoimmunkrankheiten assoziiert sind. Diese sind Her2/neu, EGFR, Epcam, VEGF, VEGFR, MUC-I, CA 125,CEA, MAGE, CD20, CD19, CD40, CD33, Kohlenstoffanhydrase IX, A3, Antigen spezifisch für A33 Antikörper, BrE3-Antigen, CDl, CDIa, CD4, CD5, CD8, CD14, CD15, CD16, CD21, CD22, CD23, CD25, CD30, CD37, CD38, CD40, CD40L CD45, CD 46, CD52, CD54, CD74, CD79a, CD80, CD126, CD138, CD154, B7, Ia, Ii, HMl.24, HLA-DR, NCA95, NCA90, HCG und Untereinheiten, CEA (CEACAM- 5), CEACAM-6, CSAp, EGFR, EGP-I, EGP-2, Ba 733, Hypoxia in- duzierender Faktor (HIF), KC4-antigen, KS-I-antigen, KS1-4, Le-Y, Macrophagen inhibierender Faktor (MIF), MUC2, MUC3, MUC4, PlGF, ED-B Fibronectin, NCA 66a-d, PAM-4-Antigen, PSA, PSMA, RS5, SlOO, TAG-72, TlOl, TAG TRAIL-Rl, TRAIL-R2, p53, Tenascin, IL-β, IL-8, Insulin Wachstumsfaktor-1 (IGF-I), Tn Antigen, Thomson-Friedenreich Antigene, Tumor Necrosis Antigene und Analoge davon und FcR-positive Zellen binden.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist eine Kombinationstherapie aus Immuntherapien und immunologisch aktiven Verfahren, die direkt FcR-positive Zellen beeinflussen, indem das Verfahren die Immunglobulinkonzentration im Blut senkt. Besonders bevorzugt ist, wenn das Verfahren, das die Im- munglobulinkonzentration senkt, ein extrakorporales Verfahren ist. Weiterhin bevorzugt ist, wenn das Verfahren ein Adsorptionsverfahren ist, das die naturlich vorkommenden Immunglobuline und Immunglobulinkomplexe bindet. Das Verfahren soll darüber hinaus einen Synergismus zwischen den verwendeten Arzneimitteln, deren Kombinationen und den Immuntherapien aufweisen.
Im jeweiligen Schritt b) der oben genannten Verfahren oder Verwendungen werden durch die Immunapherese der Blutprobe körpereigene Antikörper bzw. Fcγ-R bindende Agenzien entzogen.
Die Entfernung von humanen Anti-Spezies-Antikorpern und IgG-Antikorpern aus dem Patienten vor der Verabreichung des therapeutischen Antikörpers und im Falle einer Kombinationstherapie auch vor der Verabreichnung des Arzneistoffs, fuhrt überraschenderweise dazu, dass die Wirksamkeit der Antikorpertherapie sowie auch der Kombinationstherapie um ein Vielfaches verbessert werden kann, und die Wirksamkeit in vivo nunmehr nahezu der erwarteten Wirksamkeit entspricht, wie sie in vitro bestimmt wurde. Die Dosierung therapeutischer Antikörper kann mindestens um das 5-fache, bevorzugt um das 10-fache in ganz besonders bevorzugten Ausfuhrungsformen um das 20-fache vermindert werden, ver- glichen mit der Dosierung therapeutischer Antikörper bei herkömmlichen Verfahren.
Die Kombination aus Arzneimitteln mit Immuntherapien, die neben dem tumorassoziierten Antigen, gezielt FcR-positive Zellen binden, überwinden dadurch eine mögliche Resistenzentwicklungen, die durch die Antigene (Her2/EGFR/CD20) , sekundäre intrazellulare Signaltransduktionskaskaden (Apopto- se oder PTEN-Verlust ) , oder andere Kinaseaktivitaten (HER3/PI3K/Akt) vermittelt sein konnten. Diese Immuntherapien rekrutieren gezielt Antigen-prasentierende Zellen, wodurch wiederum über co-stimulatorische (CD28/CD40) Signale T-Zellen aktiviert werden.
Ideale Kandidaten für eine Kombinationstherapie stellen humanisierte komplette und IgG-ahnliche bispezifische Anti- korper (Asano et al.,2007, JBC) und trifunktionale bispezifische Antikörper, vorzugsweise Maus/Ratte IgG2a/IgG2b Chi- mare, dar. Bei diesen Maus/Ratte IgG2a/IgG2b Chimären werden durch den zweiten CD-3-Bindungsarm sogar noch gezielt T-Zellen an die FcR I und III-positiven Zellen gebunden. Beide Rezeptoren zahlen zu den ADCC vermittelnden Rezeptoren .
Neben den trifunktionalen Antikörpern, existieren bereits verschiedene andere Immuntherapien, die gezielt CD16 oder auch CD64 positive Zellen rekrutieren (Her2/CD16; CD30/CD16; CD19/CD64; CD15/CD64; Her2/CD64 u.s.w.) oder durch verbesserte FcR Bindungseigenschaften eine Verstärkung der ADCC ermöglichen. Auch solche Immuntherapien stellen geeignete Kandidaten für eine Kombinationstherapie dar, bei der potentielle Resistenzmechanismen umgangen und eine synergistische Therapie konzipiert werden kann.
Die bereits beschriebenen synergistischen Effekte einer Kombinationstherapie bestehend aus den oben genannten Arz-
neimitteln und der Immuntherapie, lasst sich mit dem oben beschriebenen Verfahren der Immunadsorption noch weiter verstarken. Die gezielte Abreicherung der natürliche vorkommenden Immunglobuline durch eine extrakorporale Immunadsorption soll hierbei vor der Kombinationstherapie erfol- gen. Dabei wurde die ADCC noch weiter verstärkt werden, da die Konzentration der Immunglobuline herabgesetzt und damit mehr FcR auf den Zelloberflachen in ungebundenen Zustand zur Verfugung stehen. Der synergistische Einfluss des Im- munadsorptionsverfahren kann hierbei für die Verwendung mit Arzneimitteln als Mono- und/oder Kombinationstherapien genutzt werden. Als Beispiel hierfür sind Sunitinib oder auch Paclitaxel/Carboplatm bzw. Lenalidomid/Dexamethason zu nennen .
Die Arzneimittel/Immuntherapie-Kombinationen lassen sich mit diesem Verfahren weiter verstarken. Einen besonders starken Synergismus ergibt sich jedoch aus Zusammenspiel mit der Kombinationstherapie bestehend aus Arzneimitteln mit FcR gerichteten Immuntherapien.
Eine Kombinationstherapien mit humanisierten und IgG- ahnlichen bispezifsehen Antikkorpern und/oder trifunktiona- len Antikopern und einer vorgeschalteten Immunadsorption bewirkt nicht nur eine stärkere Synergie bezuglich der ADCC und T-Zellvermittelten Cytotoxizitat , sondern ermöglicht auch die Langzeitbehandlung der Kombinationstherapie mit den murinen Antikörpern. Die vorgeschaltete Immunadsorption neutralisiert auch die potentiell neutralisierenden Immunglobuline (HAMA, ADA) , die sich gegen den therapeuti- sehen Antikörper richten.
Durch die Entfernung der körpereigenen Antikörper fallt die Immunreaktion gegen die therapeutischen Antikörper wesentlich milder aus und die Wirksamkeit der therapeutischen Antikörper wird dadurch in vivo überraschenderweise gesteigert .
Mit Fcγ-Rezeptoren wechselwirkende Moleküle sind z. B. Immunoglobuline oder auch das pro-inflammatorische C-reaktive Protein (Das, T., FEBS Lett . , 2004), die die zur Verfugung stehenden Fcγ-Rezeptoren besetzen.
Ein erfindungsgemaßes Beispiel ist die Antikorper- vermittelte zellulare Zytotoxizität (ADCC) die für die Wirkung biologischer Arzneimittel, wie z.B. poly- und monoklonale Antikörper, aber auch von Fusionsproteinen verantwort- lieh. Die Wirksamkeit der ADCC steht in direktem Zusammenhang mit der Wechselwirkung der konstanten Region des Anti- korpers aber auch mit den Bindungseigenschaften des entsprechenden Proteins mit den Fcγ-Rezeptoren . Für die ADCC scheint hierbei vor allem die Bindung an die aktivierenden Fcγl- und III-Rezeptoren relevant zu sein. Die Bindung eines Arzneimittels vorwiegend an FcγII-Rezeptoren unterdruckt hingegen die Immunantwort. Beispielsweise gibt es bi-spezifische Antikörper, die gegen ein Target-Protein wie z.B. HER2 aber auch gleichzeitig gegen den Fcγ-Rezeptor I oder den Fcγ-Rezeptor III gerichtet sind.
Weitere bevorzugte Wirkstoffe, die Fcγ-Rezeptoren binden, sind typischerweise polyklonale und monoklonale Antikörper tierischen und humanen Ursprungs, rekombinante Antikörper, chimare, primatisierte, humanisierte und humane monoklonale Antikörper, Antikorperdomanen und Fragmente davon, bi-, tri- und multispezifische Antikörper und Konstrukte von An-
tikorperfragmenten sowie Moleküle oder Wirkstoffe, die spezifisch Fcγ-Rezeptoren binden können, wie naturliche und rekombinante Proteine und Peptide, die mit dem Fcγ-Rezeptor wechselwirken, Fusionsproteine, die mit dem Fcγ-Rezeptoren wechselwirken, synthetische Peptide, die mit Fcγ-Rezeptoren wechselwirken und losliche Fcγ-Rezeptoren . Ebenso werden darunter Behandlungen mit Wirkstoffen verstanden, die die Fcγ-Rezeptorenexpression beeinflussen, wie Behandlungen mit Zytokinen und Zytokinfusionsproteinen, Hormonen oder Derivaten, Steroiden, Glukokortikoiden und dopaminergen Sub- stanzen.
Beispielsweise verdeutlicht die Entwicklung von Impfstrategien unter Ausnutzung des gezielten Ansteuerns von Fcγ-Rezeptor-positiven Dendritischen Zellen, z.B. durch die Kopplung von DNA Impfstoffen an IgG Strukturen (Zhaoyang You et al., 2001, Cancer Research) die Bandbreite möglicher Anwendungen, die sich durch Fc-Rezeptoren und daran bindende Agenzien eroffnen.
Durch den Entzug der mit Fcγ-Rezeptoren wechselwirkenden Moleküle im Blut gibt es für einen anschließend verabreichten Fcγ-R bindenden Wirkstoff einen geringeren Wettbewerb um die Bindungsstellen, so dass die Fcγ-R bindenden Wirkstoffe nunmehr bevorzugt binden können.
Nach der Behandlung mit therapeutischen Antikörpern bzw. mit Fcγ-Rezeptoren bindenden Wirkstoffen, bzw. nach der Kombinationstherapie, können dem Patienten in bevorzugten Ausfuhrungsformen des erfindungsgemaßen Verfahrens die kor- pereigenen Antikörper beispielsweise im Anschluss an die Verabreichung der Fc-R bindenden Agenzien ebenfalls ruckge- fuhrt werden.
Das Verfahren kann sowohl kontinuierlich, d.h. extrakorporal in einem Kreislauf, wie auch diskontinuierlich durchgeführt werden, wonach dem Patienten jeweils Blut abgezapft, dieses dem erfindungsgemaßen Verfahren unterzogen und an- schließend dem Patienten ruckgefuhrt wird.
Die zeitweise Entfernung von humanen Anti-Spezies Antikörpern, wie z.B. HAMA und HARA sowie von IgG-Antikorpern im Allgemeinen ist für den Patienten sicher und erhöht nicht das Risiko für Infektionen.
Schritt b) des erfindungsgemaßen Verfahrens wird in bevorzugten Weiterbildungen mehrfach durchgeführt. Dabei können bis zu 80%, bevorzugt 90%, noch mehr bevorzugt bis zu 95% der entsprechenden Antikörper bzw. Fcγ-Rezeptor bindenden Wirkstoffe aus dem Blut des Patienten entfernt werden.
Erfindungsgemaß kann die Blutprobe menschliches Blut oder Blutplasma sein. Das Plasma kann dabei in einer vorgeschal- teten Stufe z. B. durch Plasmafiltration oder Zellseparation durch Zentrifugieren des Blutes erhalten werden.
So kann beispielsweise das Blut des Patienten bzw. das Plasma auch in einem extrakorporalen Schritt über einen Adsorber geleitet werden, der Fcy bindende Agenzien, insbesondere Antikörper, bindet. Das Blut oder Plasma kann dem Patienten anschließend ruckgefuhrt werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird weiter durch die Verwendung spezifischer Liganden für körpereigene Anti- korper mit Fcγ-Rezeptor-bindenden Regionen zur Herstellung einer Säule gelost, die den spezifischen Liganden daran ge-
koppelt aufweist, für die Behandlung eines Patienten mit Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffen, wobei die Behandlung die Schritte umfasst:
a) des Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) des Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) des Verabreichens eines Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffs an den Patienten.
Sowie vor oder nach Schritt c) optional das Verabreichen der so behandelten Blutprobe an einen Patienten.
Unter dem Begriff „spezifische Liganden" werden solche Liganden verstanden, die selektiv Antikörper aus dem Blut entfernen, jedoch nicht andere Bestandteile des Blutes.
Als spezifischer Ligand kann beispielsweise Protein A verwendet werden, bzw. Moleküle, die Fcγ-Rezeptoren in ihrer Wirkung äquivalent sind, Fragmente davon, künstliche Peptide, Proteine, usw. Weitere Beispiele sind nachstehend ange- geben.
Weiter wird die Aufgabe der vorliegenden Erfindung durch die Verwendung spezifischer Liganden für körpereigene Antikörper zur Herstellung einer Säule gelöst, die den Liganden daran gekoppelt aufweist, für die Behandlung eines Patienten mit therapeutischen Antikörpern, wobei die Behandlung die Schritte umfasst:
a) des Bereitsteilens einer Blutprobe eines Patienten; b) des Unterwerfens der Blutprobe einer Immunapherese; c) des Verabreichens eines Fcγ-Rezeptor-bindenden Wirkstoffs an den Patienten.
Sowie vor oder nach Schritt c) optional das Verabreichen der so behandelten Blutprobe an einen Patienten.
Die Matrix der erfindungsgemaß verwendeten Säule für die Immunapherese besteht dabei aus Sepharose oder Acrylverbin- dungen, wie sie z. B. in dem EP 222 146 Bl beschrieben sind.
Vor Aufbringung des Liganden wird die Matrix bevorzugt mit CN-Br oder ahnlich wirkenden Verbindungen aktiviert.
Bevorzugt werden als Liganden Protein A, Protein G, Peptide, oder AntiAntikorper verwendet. Weiterhin kommen als Liganden FcR-Rezeptoren, Fragmente davon, oder äquivalente naturliche oder synthetische Moleküle mit gleichwirkenden Bindungseigenschaften in Frage.
In weiteren bevorzugten Ausfuhrungsformen der Erfindung wird die extrakorporale Entfernung von humanen Anti-Spezies Antikörpern und IgG-Antikorpern durch ein Kombinationssystem erreicht, das aus einer Vorrichtung für die Blutplasmaerzeugung und einer zweiten Vorrichtung, in der das Plasma über eine Adsorber-Kolonne gefuhrt wird, besteht. Diese Adsorber-Saule arbeitet im Prinzip wie eine Chroma- tographie-Saule .
Die Adsorber-Saule besteht typischerweise aus einem biokom- patiblem Plastikgehause und enthalt 20 bis 1500 ml einer inerten Matrix, auf der spezifische Liganden mit einer Af- finitat beispielsweise gegenüber humanen Anti-Spezies- Antikorpern wie HAMA, HARA und menschlichem IgGl immobilisiert sind.
Wenn das Plasma über die Adsorber-Kolonne geführt wird, werden die humanen Anti-Spezies-Antikörper und IgGl- Antikörper aus dem Patientenblut durch diese Liganden gebunden und daher aus dem Plasma eliminiert.
Derartige Systeme bzw. Materialien sind beispielsweise aus der EP 0 082 345 bekannt.
Die Adsorber-Säulen sind regenerierbar und können wieder- holt verwendet werden.
In einem typischen Zweisäulensystem ist nur eine Säule in Gebrauch, wohingegen die zweite Säule automatisch regeneriert wird. Auf diese Weise kann die Geschwindigkeit für die Verminderung der abzureichernden Spezies während einer einzigen Behandlungssitzung um bis zu 60 % gesteigert werden.
Alternativ dazu können auch größere Säulen mit mehr selek- tiven Liganden und einer höheren Adsorptionskapazität als Einfach-Kolonnen verwendet werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird weiter gelöst durch die Verwendung spezifischer Liganden für Krebs- assoziierte Antigene (Krebsmarker) , wobei der Krebsmarker im Blut löslich ist, zur Herstellung einer Säule, die den spezifischen Liganden daran gekoppelt aufweist, für die Behandlung eines Patienten mit tumorspezifischen Antikörpern, wobei die Behandlung die Schritte umfasst:
a) Bereitstellen einer Blutprobe eines Patienten;
b) Unterwerfen der Blutprobe einer Apherese unter Entfernung der Krebs-assoziierten Antigene; c) Verabreichung eines therapeutisch wirksamen Antikörpers an den Patienten.
Sowie vor oder nach Schritt c) optional das Verabreichen der so behandelten Blutprobe an einen Patienten.
Antikörper-basierte Therapien, die sich gegen lösliche und Zellmembran gebundene Krebs-assoziierte Antigene richten, befinden sich derzeit in der klinischen Evaluierung. Zu solchen Krebs-assoziierten Antigenen gehören unter anderem CH125, PSA, MUCl, MAGE-I, HER2 , CEA, AFP, EpCAM. Der verwendete spezifische Ligand besitzt eine hohe spezifische Bindungsaffinität zu dem Krebs-assoziierten Antigen. Insbe- sondere spezifische Antikörper gegen Krebs-assoziierte Antigene können als Liganden verwendet werden.
Eine erfindungsgemäße spezifische Adsorption der löslichen Krebs-assoziierten Antigene führt dazu, dass die therapeu- tischen Antikörper oder auch Peptide an der Komplexierung mit frei löslichen Antigenen gehindert werden. Auf diese Weise wird die Wirkstoffkonzentration an der Zielstruktur, dem Antigen auf der Zelle, erhöht und somit die Wirksamkeit erhöht. Außerdem kann damit die Antikörper-vermittelte, zelluläre Zytotoxizität (ADCC) als primäre, gegen den Anti- gen-positiven Tumor gerichtete, und damit äußerst effiziente Immunantwort, ermöglicht werden. Weiter führt die spezifische Adsorption, beispielsweise von PSA, zu einer Verstärkung der Wirksamkeit löslicher T-Zell-Rezeptoren, die spezifisch an PSA binden.
Die Erfindung wird weiter anhand eines nicht einschränkenden Beispiels unter Bezugnahme auf Figur 1 weiter erläutert.
Beispiel 1:
Aufhebung der Seruminhibition von Herceptin-vermittelter ADCC durch IgG-Adsorption :
Experimenteller Aufbau:
1. Aussaat von Tumorzellen (Her-2/neu positive SK-OV-3 Ovarialzellen) über Nacht;
2. Isolation von PBMC (periphere mononukleare Blutzellen) aus dem buffy coat (Leukozytenfilm) ; 3. Co-Kultivierung von PBMC und Tumorzellen mit Her- ceptin unter Anwesenheit von IgG-depletierten (Sa) und nativem Serum (Sn) ; 4. Die Herceptm-Konzentrationen betragen 0,0001,
0,001, 0,01, 0,1, 1 und 10 μg/ml; 5. Die Inkubationszeit betrug 20 Stunden;
6. Die Messung der Zytotoxizität erfolgte mittels XTT;
Figur 1 zeigt, dass die Zytotoxizität der PBMC durch Zugabe von normalem, humanem Serum (Kurve PBMC + Sn) aufgehoben wird. Nach Zugabe von IgG-depletiertem Plasma (Kurve PBMC + Sa) bleibt die Zytotoxizität der PBMC erhalten. Im unteren Bereich der Herceptinkonzentration wird sie noch verstärkt.
Next Patent: METHOD FOR PREPARING NANOCRYSTALLINE MIXED METAL OXIDES AND NANOCRYSTALLINE MIXED METAL OXIDES OBTAI...
