MORKEL, Matthias (Clara-Grunwald-Str. 19, Berlin, 10317, DE)
| Ansprüche Verfahren zum Bereitstellen einer Wechselstrom-Gasentladungslampe (1), mit folgenden Verfahrensschrit¬ ten, Festlegen einer Soll-Leistung der Wechselstrom- Gasentladungslampe, Festlegen des zu der Soll-Leistung korrespondierenden Spitzenwerts IP der Stromstärke des Betriebs¬ wechselstroms der Gasentladungslampe, mit dem die Wechselstrom-Gasentladungslampe betrieben werden soll , Herstellen einer Wechselstrom-Gasentladungslampe (1), wobei in ein Entladungsgefäß (2) ein Füllgas mit einem Raumtemperatur-Fülldruck eingebracht wird, wobei das Füllgas aus einem Edelgas oder Edelgasgemisch sowie zusätzlich einem Halogen oder einer Halogenverbindung besteht, wobei innerhalb des Entladungsgefä¬ ßes (2) zwei Elektroden (3) zum Erzeugen einer Bogen- entladung im gegenseitigen Abstand dE angeordnet sind, und wobei der Wert für den Elektrodenabstand dE so gewählt wird, dass gilt: 2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Masse jeder Elektrode (3) mE so gewählt wird, dass sie bezogen auf die elektrische Soll-Leistung P der Wechselstrom- Gasentladungslampe (1) im Bereich liegt . Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die elektrische Soll-Leistung so gewählt wird, dass ihr Wert größer oder gleich 40 W und kleiner oder gleich 300 W beträgt . Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Raumtemperatur-Fülldruck des Edelgases oder Edelgasgemisches so gewählt wird, dass der Wert grö¬ ßer oder gleich 18 bar und kleiner oder gleich 45 bar beträgt, bevorzugt größer oder gleich 20 bar und kleiner oder gleich 30 bar. 5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei als Edelgas Xenon verwendet wird. Verfahren zum Bereitstellen von Licht mittels einer Wechselstrom-Gasentladungslampe (1), mit den folgen¬ den Verfahrensschritten: Durchführen des Verfahrens nach einem der vorstehenden Ansprüche, Beaufschlagen der Wechselstrom-Gasentladungslampe (1) mit einem Wechselstrom für dessen Spitzenwert IP der Stromstärke gilt: 7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei der Wechselstrom die Form eines Rechtecksignals hat. 8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei dem Rechteck- Wechselstrom ein Impulssignal überlagert ist. 9. Beleuchtungsvorrichtung mit einer nach dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 bereitgestellten Wechselstrom-Gasentladungslampe und mit einem opti¬ schen Reflektor, wobei die Wechselstrom-Gas¬ entladungslampe innerhalb des Reflektors angeordnet ist . |
Verfahren zum Bereitstellen einer Wechselstrom- Gasentladungslampe, Verfahren zum Bereitstellen von Licht mittels dieser Wechselstrom-Gasentladungslampe sowie Be ¬ leuchtungsvorrichtung mit dieser Wechselstrom-Gas- entladungslampe
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bereitstellen einer Wechselstrom-Gasentladungslampe sowie ein Verfahren zum Bereitstellen von Licht mittels der bereitgestellten Wechselstrom-Gasentladungslampe. Außerdem betrifft die Erfindung eine Beleuchtungsvorrichtung mit der bereitgestellten Wechselstrom-Gasentladungslampe .
Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einer Wechselstrom- Gasentladungslampe mit einer Edelgasfüllung, beispiels ¬ weise Xenon-Füllung, oder einer Edelgasgemischfüllung, beispielsweise Xenon mit Zusätzen von Krypton, Argon oder anderen Edelgasen. Zur Aufrechterhaltung eines Wolfram- Halogen-Kreisprozesses für die Regeneration der Wolfram- Elektrodenspitzen enthält die Lampenfüllung Zusätze zumindest eines Halogens oder einer Halogenverbindung . An- sonsten enthält die Lampenfüllung aber keine weiteren Füllungsbestandteile, abgesehen von bei der Lampenferti ¬ gung unvermeidbaren und in der Regel unerwünschten geringen Verunreinigungen.
Diese Art von Lampen wir insbesondere auch in optischen Reflektoren eingesetzt. Dabei wird die Lampe in der Regel in einer horizontalen Lage betrieben. Für den Wechselstrombetrieb sind unterschiedliche Stromsignalformen denkbar und auch gebräuchlich, insbesondere auch Rechtecksignale mit überlagerten Impulsen. Bei Edelgas-Entladungslampen, insbesondere auch bei Xenon-Entladungslampen gibt es eine konvektionsgetriebene Ablenkung des Bogens nach oben, die außerdem stärker als bei quecksilberhaltigen Entladungslampen ist. Bei wechselstrombetriebenen Edelgas-Entladungslampen sind die Elektrodenspitzen im Betrieb flüssig. Die Elektrodenspit ¬ zen regenerieren sich mithilfe eines Wolfram-Halogen- Kreisprozesses ständig neu. Dadurch und wegen der erwähn ¬ ten konvektionsgetriebenen Ablenkung des Bogens kann die Ansatzstelle des Entladungsbogens bzw. die Spitze auf der jeweiligen Elektrode im Laufe längerer Zeiträume wandern. Insbesondere größere Elektrodenabstände begünstigen die konvektionsgetriebene Durchbiegung des Entladungsbogens. Es ergibt sich hierbei eine Vorzugsbewegung der Spitzen nach oben. Dies hat zur Folge, dass die beiden für Wech- selstrom-Entladungslampen charakteristischen, unmittelbar vor den Elektrodenspitzen lokalisierten Leuchtflecken aus dem Fokus des Reflektors hinaus wandern und dadurch die optische Systemeffizienz sinkt. Bei Anwendungen, die eine Einkoppelung des Lichts in eine Lichtleitfaser erfordern, sinkt die Einkoppeleffizienz in die Faser. Dieser nachteilige Effekt wird mit größer werdender Reflektorex ¬ zentrizität bzw. kleiner werdender Eingangsapertur der Lichtleitfaser ausgeprägter. Darstellung der Erfindung
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die eingangs genannten Nachteile zu beseitigen und eine Wechsel ¬ strom-Gasentladungslampe mit stabilerem Betriebsverhalten bereit zu stellen. Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Bereit ¬ stellen einer Wechselstrom-Gasentladungslampe, mit fol ¬ genden Verfahrensschritten,
Festlegen einer Soll-Leistung der Wechselstrom- Gasentladungslampe, - Festlegen des zu der Soll-Leistung korrespondierenden Spitzenwerts I P der Stromstärke des Betriebswechsel ¬ stroms der Gasentladungslampe, mit dem die Wechselstrom- Gasentladungslampe betrieben werden soll,
Herstellen einer Wechselstrom-Gasentladungslampe, wobei in ein Entladungsgefäß ein Füllgas mit einem Raum ¬ temperatur-Fülldruck in das Entladungsgefäß eingebracht wird, wobei das Füllgas aus einem Edelgas oder Edelgasge ¬ misch sowie optional zusätzlich einem Halogen oder einer Halogenverbindung besteht, wobei innerhalb des Entla- dungsgefäßes zwei Elektroden zum Erzeugen einer Bogenent- ladung im gegenseitigen Abstand d E angeordnet sind, und wobei der Wert für den Elektrodenabstand d E so gewählt wird, dass gilt: Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen. Außerdem wird gemäß Anspruch 5 Schutz für ein Verfahren zum Bereitstellen von Licht mittels der bereitgestellten Wechselstrom-Gasentladungslampe beansprucht sowie gemäß Anspruch 6 für eine Beleuchtungsvorrichtung mit der be- reitgestellten Wechselstrom-Gasentladungslampe.
Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis des Erfinders, dass der eingangs beschriebene unerwünschte Effekt, ins ¬ besondere das Auswandern des Entladungsbogens in akzep ¬ tablen Grenzen gehalten werden kann, solange das Verhält- nis von Spitzenwert (= Scheitelwert bei rein sinusförmi ¬ gem Betriebsstrom) I P der Stromstärke zum Elektrodenabstand d E in dem durch die Beziehung
definierten Wertebereich liegt. Wenn man statt des Spit- zenwerts I P den Effektiv-Wert (RMS) I RM s der Stromstärke zugrunde legt, soll das entsprechende Verhältnis erfin ¬ dungsgemäß in dem durch die Beziehung
definierten Wertebereich liegen. Außerdem hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die jeweilige Masse m E der beiden Elektroden, die bei Wechselstrom-Entladungslampen gleich ausgebildet sind, bezogen auf die elektrische Soll-Leistung P der Wechselstrom- Gasentladungslampe so gewählt wird, dass sie im Bereich m
2 mg/W >^> 0,75 mg/W liegt. Hierdurch wird im Betrieb einerseits erreicht, dass sich noch - wie - gewünscht flüssige Elektrodenspit ¬ zen ausbilden (obere Grenze) , andererseits aber ein schneller Elektrodenrückbrand verhindert wird (untere Grenze) . Der Elektrodenrückbrand ist in diesem Zusammen ¬ hang besonders kritisch, da er zu einem selbstverstärkenden Effekt führen kann, da der Elektrodenabstand immer weiter steigt und damit auch die Bogendurchbiegung .
Die vorteilhaften Wirkungen der vorgenannten Parameterbe- Ziehungen und Wertebereiche gelten insbesondere für Wech ¬ selstrom-Gasentladungslampen mit Soll-Leistungen P im Bereich zwischen ca. 40 und 300 Watt. Besonders geeignete Raumtemperatur-Fülldrücke für das Edelgas oder Edelgasge ¬ misch liegen zwischen ca. 20 und 30 bar.
Kurze Beschreibung der Zeichnung Im Folgenden soll die Erfindung anhand eines Ausführungs ¬ beispiels näher erläutert werden. Die einzige Figur zeigt :
Fig. den Aufbau einer Wechselstrom-Entladungslampe.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
Eine Wechselstrom-Entladungslampe 1 weist ein dicht abge- schlossenes Entladungsgefäß 2 auf, in dem sich ein Entla ¬ dungsgas, vorliegend Xenon, bei Raumtemperatur (21°C) un ¬ ter einem Druck p Xe befindet. In dem Entladungsgefäß 2 befinden sich zwei gleichartige Elektroden 3. Der gegenseitige Abstand der Elektrodenspitzen 4 beträgt d E . Die Wechselstrom-Entladungslampe 1 ist für eine vorbe ¬ stimmte Soll-Leistung P ausgelegt. Zu dieser Soll- Leistung P ist eine Spitzenwert-Stromstärke I P festge ¬ legt. Der Wert für den Abstand d E der Elektrodenspitzen 4 ist aus dem Wertebereich gewählt, der sich aus der folgenden Parameterbeziehung ergibt:
Außerdem ist der Wert für die Masse m E der beiden Elektroden 3 aus dem Wertebereich gewählt, der sich aus der folgenden Parameterbeziehung ergibt:
In einer ersten Lampe sind die folgenden Werte gewählt: Soll-Leistung der Lampe P: 75 W, Elektrodenmasse m E : 110 mg Spitzenwert-Stromstärke I P = 9 A,
Effektivwert-Stromstärke I RM s = 5 A, Elektrodenabstand d E = 0,8 mm,
Frequenz des Wechselstromes (Rechtecksignal mit überla ¬ gerten Impulsen) f=150 Hz, Xenon-Druck P Xe = 25 bar , sowie 200 ppm Br 2 .
Mit den vorstehend gewählten Werten für die Lampen- bzw. Lampenbetriebsparameter resultiert für das Verhältnis aus Spitzenwert-Stromstärke I P (das ist hier bei dem mit Pul ¬ sen überlagerten Rechteckstrom die Stromstärke während der Pulsphasen, d.h. der Pulsstrom) und Elektrodenabstand d E ein Wert von 11,25 A/mm und für das Verhältnis aus Ef- fektivwert-Stromstärke I RM s und Elektrodenabstand d E ein Wert von 6,25 A/mm. Für das Verhältnis aus Elektrodenmas ¬ se m E und Soll-Leistung der Lampe P resultiert ein Wert von ca. 1,5 mg/W. Dadurch wird über ca. 1000 Stunden ein nahezu stabiler Betrieb ohne Auswanderung des Entladungs- bogens erzielt.
Bei einer nichterfindungsgemäßen 100 W Vergleichslampe wurde bei einem Pulsstrom von 9 A ein Elektrodenabstand d E von 1,3 mm verwendet, woraus ein Verhältnis Ip/d E von 6,9 A/mm, d.h. unterhalb der unteren Grenze von 8 A/mm resultiert. Zwar beträgt die zugehörige Effektivwert- Stromstärke 5,4 A, woraus ein Verhältnis I RM s/d E von 4,15 A/mm folgt, d.h. innerhalb des beanspruchten Werte ¬ bereichs. Allerdings waren bei dieser Lampe die Elektro ¬ den mit ca. 80 mg relativ leicht. Dadurch resultiert ein Verhältnis m E /P von 0,8 mg/W, d.h. ein Wert außerhalb des beanspruchten Bereichs. Bei dieser Lampe war bereits innerhalb der ersten 100 Stunden ein Elektrodenrückbrand mit zunehmender Bogendurchbiegung zu beobachten. Sobald sich der Elektrodenabstand aus dem stabilen Bereich hin- aus vergrößert hat, erfolgt eine sich selbstverstärkende Auswanderung des Entladungsbogens mit Verschiebung der Elektrodenspitzen. Damit ist diese Lampe praktisch unbrauchbar .
In einer typischen Anwendung ist die Wechselstrom- Entladungslampe 1 in einem elliptischen Reflektor (Exzentrizität: 0,756) eingebaut (nicht dargestellt). In ei- nem Arbeitsabstand (Reflektorkante bis zweiter Fokus) von 34,5 mm wird das Licht der Wechselstrom-Entladungslampe 1 in eine Lichtleitfaser mit einem Durchmesser von 4,8 mm eingekoppelt. Möglich ist auch die Einkoppelung in Licht- leitfasern mit Durchmessern von 3 oder gar 2 mm. Bei einer derartigen Beleuchtungsvorrichtung ist ein stabiler Entladungsbogen ganz besonders wichtig, da sonst die Ein ¬ koppeleffizienz in die Lichtleitfaser drastisch abnimmt.
