WÖRZ, Andreas (Buchbronnenweg 26, Blaustein, 89134, DE)
| Ansprüche : 1. Verfahren zur Bereitstellung einer Oberflächenstruktur für Formsteine, insbesondere Betonformsteine, wobei in einem ersten Verfahrensschritt Randbedingungen für die Oberflächenstruktur vorgegeben werden, welche insbesondere eine Strukturart und/oder eine Strukturgröße und/oder eine Topographieskala und/oder eine Komplexitätsgröße und/oder einen Rauhigkeitsparameter umfassen, und in einem zweiten Verfahrensschritt die Oberflächenstruktur durch Berechnung in einem Computer unter Berücksichtigung der Randbedingungen erzeugt wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Randbedingungen als aufeinander abgestimmte Datensätze einer Datenbank entnommen werden. 3. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der Oberflächenstruktur aus einer Grundfläche durch Überlagerung mit einer Parameterfläche, insbesondere einer Strukturhöhen- Parameterfläche erfolgt, wobei die Parameterfläche statistisch generiert ist und vorzugsweise in einer der Statistik übergeordneten Funktion die Randbedingungen umfasst. 4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Verfahrensschritt eine Umsetzung in eine Polygonstruktur, insbesondere eine 3-D Polygonstruktur, vorzugsweise ein Dreiecks-Flächengitter erfolgt. 5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Verfahrensschritt eine Anpassung der berechneten Oberflächenstruktur nach Fertigungsparametern, insbesondere zur Bereitstellung von Stapelpunkten, zur Entformbarkeit, zur Anpassung von Parkettierungseigenschaften, zur Anpassung von Paketierungseigenschaften und/oder zur Anpassung der Oberflächenästhetik erfolgt. 6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Verfahrensschritt eine automatische oder halbautomatische Erzeugung von Übergängen der Oberflächenstruktur in eine Seitenflächenstruktur erzeugt wird, wobei die Seitenflächenstruktur vorgegeben ist, oder ebenfalls nach einem Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche hergestellt wurde. 7. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpassungen im Rahmen der weiteren Verfahrensschritte nach Anspruch 5 und/oder 6 , manuell, automatisch oder halbautomatisch erfolgen. 8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Verfahrensschritt eine Übertragung der Oberflächenstruktur, vorzugsweise mittels spanabhebenden Verfahren oder mittels Lasergravur, auf eine Stempelplatte oder eine Betonsteinform erfolgt . 9. Form zur Herstellung eines Formsteins, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine formgebende Oberfläche der Form eine Oberflächenstruktur aufweist, welche nach einem Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6 berechnet wurde. 10. Formstein, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Oberfläche eine Oberflächenstruktur aufweist, welche nach einem Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6 berechnet wurde. 11. Formstein, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Oberfläche eine Oberflächenstruktur aufweist, welche ausschließlich in einem Computer errechnet wurde. 12. Form zur Herstellung eines Formsteins, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine formgebende Oberfläche der Form eine Oberflächenstruktur aufweist, welche ausschließlich in einem Computer errechnet wurde. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bereitstellung einer Oberflächenstruktur für Betonformsteine sowie eine Form zur Herstellung eines Betonformsteins mit einer
Oberflächenstruktur als auch einen Betonformstein mit einer Oberflächenstruktur .
Betonformsteine werden üblicherweise in Formen hergestellt, welche die geometrischen Abmessungen des jeweiligen
Betonformsteins bestimmen. An den später vorhandenen
Sichtflächen des herzustellenden Betonformsteins weisen die entsprechenden Formen in der Regel strukturierte Oberflächen auf, welche während des Formgebungs- und Verdichtungsprozesses ihre Struktur auf den Beton übertragen, so dass die gewünschte Struktur später in der Oberfläche des Betonformsteins
eingeprägt ist und dessen Aussehen wesentlich mitgestaltet. Es ist hierbei ein Bestreben, derartige Oberflächen möglichst naturgetreu und realistisch darzustellen, wobei durch die fachgerechte Materialwahl des Betons bzw. Einfärbung des
Materials ein Charakter entsteht, welcher in der Natur
vorkommenden Materialien nachempfunden ist oder oftmals von denen nur schwer unterschieden werden kann. Hierbei sind u. a. Sandsteinstrukturen, aber auch diverse Schichtgesteine, wie z. B. Schiefer oder Granit exemplarisch zu nennen.
Nachteilig an den bestehenden Verfahren ist, dass die
Oberflächenstrukturen, welche in die Formen eingebracht werden müssen, von reell existierenden Oberflächen abgenommen werden müssen, um eine möglichst naturgetreue und realistische Oberflächenstruktur für den Betonformstein bereitzustellen. Hierbei wird ein erheblicher Aufwand betrieben, um
entsprechende Muster zu sammeln, und dabei die benötigte
Individualität der angeforderten Produktvielfalt zu erfüllen. Zur Bereitstellung der Oberflächenstrukturen müssen
Bruchstücke oder gesamte existierende Oberflächen präzise abgetastet werden, wobei die ermittelten Daten, beispielsweise mittels einer Kopier-Fräs-Einrichtung auf einen Druckstempel einer Form für Betonformsteine übertragen werden können. Zudem muss eine Vielzahl von Natur-Vorlagen vorhanden sein, um die benötigte Vielfalt an Oberflächenstrukturen bereitzustellen.
Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, variable und flexible, jedoch naturgetreue Oberflächenstrukturen für Betonformsteine bereitzustellen und dabei den notwendigen Aufwand zur Bereitstellung entsprechenden Strukturen zu minimieren .
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den
Verfahrensschritten des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sowie zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den abhängigen Verfahrensansprüchen angegeben. Entsprechend der gestellten Aufgabe ist weiterhin eine Form zur Herstellung des Betonformsteins, die mindestens eine erfindungsgemäß erzeugte Oberflächenstruktur als Stempel aufweist, im Rahmen der
Erfindung beansprucht. Des Weiteren ist auch der
erfindungsgemäß hergestellte Betonformstein Gegenstand
vorliegender Patentanmeldung.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Bereitstellung einer
Oberflächenstruktur für Betonformsteine umfasst in einem ersten Verfahrensschritt die Festlegung von Randbedingungen für die Oberflächenstruktur, welche insbesondere eine
Strukturart und/oder eine Strukturgröße und/oder eine
Topografieskala und/oder eine Komplexitätsgröße und/oder einen Rauhigkeitsparameter umfassen können. In einem zweiten
Verfahrensschritt wird die Oberflächenstruktur sodann durch Berechnung in einem Computer unter Berücksichtigung der angegebenen Randbedingungen erzeugt. Durch die ausschließliche Berechnung der Oberflächenstruktur in einem Computer anhand vorgegebener Randbedingungen entfällt das aufwendige Auffinden und Bereitstellen von Kopiervorlagen für naturgetreue Oberflächenstrukturen. Die Realitätsnähe der auf diese Weise erzeugten Struktur wird durch die Vorgabe der Randbedingungen gegeben, wobei beispielsweise die Strukturart Parameter zur Vorgabe des Materials, wie Sandstein, Schiefer oder ähnliches umfasst. Unter der Strukturgröße sind die geometrischen Abmessungen des später aus der Struktur
herzustellenden Formstempels zu betrachten. Eine
Topografieskala umfasst die Erhebungen oder Absenkungen über bzw. unter eine gedachte ebene Oberfläche, welche ebenfalls wesentlich zum Erscheinungsbild der Oberflächenstruktur beitragen. Die Komplexitätsgröße repräsentiert beispielsweise die Vielfältigkeit der Oberflächenstruktur, wobei insbesondere diese Größen charakteristisch für unterschiedliche Materialien gewählt werden können. Daneben gibt auch ein
Rauhigkeitsparameter Aufschluss über das spätere
Erscheinungsbild der Oberflächenstruktur, wobei Rauhigkeiten insbesondere auch für physikalische Eigenschaften von
Bedeutung sein können, beispielsweise für die Rutschsicherheit bei Bodenbelägen oder die Anfälligkeit für Verschmutzungen.
In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass die Randbedingungen als aufeinander abgestimmte Datensätze in einer Datenbank
vorliegen und aus dieser entnommen werden können. Entsprechend aufeinander abgestimmte Datensätze können bereits Vorgaben für charakteristische Materialgestaltungen und Materialgattungen aufweisen, so dass beispielsweise Sandsteinoberflächen andere Vorgabenparameter besitzen können, wie Schieferspaltungen. Zudem können erfolgreiche Parameterkombinationen gespeichert und später wieder verwendet werden.
In einer zweckmäßigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Berechnung der Oberflächenstruktur aus einer Grundfläche und einer darauf liegenden Überlagerung mit einer Parameterfläche, insbesondere einer Strukturhöhenparameterflache erzeugt, wobei die
Parameterfläche statistisch generiert ist und vorzugsweise in einer der Statistik übergeordneten Funktion die vorgegebenen Randbedingungen umfasst.
Durch die statistische Erzeugung der Parameterfläche ist gewährleistet, dass die jeweilig hergestellte
Oberflächenstruktur ein individuelles und einmaliges
Erscheinungsbild aufweist, wobei durch die übergeordnete
Funktion der Randbedingungen eine Vorgabe über die Kategorie der Struktur, beispielsweise über die nachzuahmende
Materialgattung bereitstellt.
In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass in einem weiteren Verfahrensschritt eine Umsetzung der erzeugten Oberflächenstruktur in eine
Polygonstruktur, insbesondere in eine 3D-Polygonstruktur, vorzugsweise in einem Dreiecksflächengitter erfolgt.
Die Umsetzung in eine Polygonstruktur erlaubt eine wesentlich kompaktere Speicherung der Daten, und insbesondere gibt sie Zugang zu 3D-gestützten Manipulationsverfahren, da derartige Strukturen Bearbeitungen der Oberfläche zulassen, wobei benachbarte Oberflächenelemente entsprechend der vorhandenen Polygonstruktur mit beeinflusst, quasi wechselwirkend
mitgezogen werden können, und so das Gesamterscheinungsbild der Oberfläche in einem naturähnlichen Zustand verbleibt.
In einer weiteren Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in einem weiteren Verfahrensschritt eine Anpassung der berechneten Oberflächenstruktur nach Fertigungsparametern, insbesondere zur Bereitstellung von Stapelpunkten, zur
Entformbarkeit , zur Anpassung von Parkettierungseigenschaften, zur Anpassung von Paketierungseigenschaften und/oder zur
Anpassung der Oberflächenästhetik vorgenommen.
Die erfindungsgemäß generierte Oberflächenstruktur kann nach ihrer Erzeugung eventuell noch in einem für die Fertigung problematischen Zustand vorliegen. Insbesondere wird von Betonformsteinen verlangt, dass sie auf Paletten stapelbar sind, ohne dass die Oberflächenstruktur dabei zerstört wird. Hierfür sind Stapelpunkte anzuordnen, auf welchen das Gewicht des aufliegenden Betonformsteins getragen wird, ohne filigrane Strukturen zu zerstören. Des Weiteren ist für den Formgebungsund Verdichtungsprozess vorzusehen, dass möglichst keine
Hinterschneidungen oder Bereiche mit negativer Krümmung vorhanden sind, welche beim Entformen des Betonformsteins aus der Herstellungsform dazu führen würden, dass die
Oberflächenstruktur zerstört wird, weil die Form
Strukturbestandteile hintergreift und die entstandene Struktur herausreißt. Auch die so genannten
Parkettierungseigenschaften, welche einen weichen Übergang von nebeneinander verlegten Betonformsteinen bereitstellen, können in einem weiteren Verfahrensschritt angepasst werden. Zur Lagerung und entsprechend effizienten Auslieferung ist auch die Paketierung ein wesentlicher Anpassungsaspekt, welcher in der Fertigung dahingehend zu berücksichtigen ist, dass eine optimale Flächenausnutzung beispielsweise auf einer
Europalette angestrebt wird. Nicht zuletzt ist zu erwähnen, dass auch leichte Korrekturen an der Oberflächenästhetik oder an der physikalischen Eigenschaft der Oberfläche vorzunehmen sind, beispielsweise damit sich bei Bodenplatten keine
Wasserpfützen bilden können, sondern stets ein ausreichender Wasserablauf zu Sickerstellen, beispielsweise an den
Randbereichen der Betonformsteine oder in den Fugen vorgesehen ist .
In einem weiteren zweckmäßigen zusätzlichen Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass eine
automatische oder halbautomatische Erzeugung von Übergängen der Oberflächenstruktur in eine Seitenflächenstruktur erzeugt wird, wobei die Seitenflächenstruktur vorgegeben ist, oder ebenfalls nach einem Verfahren entsprechend des oben
beschriebenen Verfahrens zur Bereitstellung einer
Oberflächenstruktur hergestellt wurde .
Oftmals besteht Bedarf, dass nicht nur eine Oberfläche eines Betonformsteins eine optisch ansprechende und naturgetreu nachgebildete Oberflächenstruktur aufweist, sondern beispielsweise im Anwendungsbereich von Begrenzungsmauern oder Randsteinen, mehrere Flächen mit angepasster
Oberflächenstruktur erforderlich sind. Wichtig ist dabei, dass die Oberflächenstrukturen nicht losgelöst voneinander
betrachtet werden, da auf diese Weise der naturgetreue
Eindruck an den Kontaktkanten der jeweiligen Oberflächen verloren ginge und diese künstlich ausgeformten Kanten
deutlich zum Vorschein kommen würden. Durch die
erfindungsgemäße Weiterbildung des Verfahrens wird dieser Eindruck unterbrochen, da die Übergänge der
Oberflächenstrukturen aufeinander abgestimmt werden.
In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Fertigungsparameter bedingten
Anpassungen sowie die Erzeugung von Übergängen an den
Strukturen manuell, automatisch oder auch nur halbautomatisch erfolgen können. Auf diese Weise sind, je nach
Individualitätscharakter der geforderten Oberflächenstruktur auch vollautomatische Herstellungen entsprechender
Betonformsteine denkbar.
In einer weiteren zweckmäßigen Fortbildung des
erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass in einem nächsten Verfahrensschritt eine Übertragung der berechneten Oberflächenstruktur, welche gegebenenfalls auch Anpassungen erfahren hat, vorzugsweise mittels einem spanabhebenden
Verfahren oder mittels einer Lasergravur auf eine
Stempelplatte für eine Form für Betonformsteine erfolgt.
Gegebenenfalls kann die Stempelplatte fest in der Form
integriert sein, und/oder die Übertragung direkt auf die Form erfolgen .
Des Weiteren betriff die Erfindung eine Form zur Herstellung eines Betonformsteins, wobei die Form mindestens eine
formgebende Oberfläche aufweist, welche eine
Oberflächenstruktur trägt, welche wiederum nach dem eingangs beschriebenen Verfahren zur Herstellung einer
Oberflächenstruktur hergestellt bzw. berechnet wurde. Auf diese Weise kann eine vereinfacht und damit kostengünstig hergestellte Oberflächenstruktur mittels der Form zur
Herstellung eines Betonformsteins auf eine Oberfläche des Betonformsteins übertragen werden.
Ferner betrifft die Erfindung einen entsprechend dem oben beschriebenen Verfahren hergestellten Betonformstein mit mindestens einer strukturierten Oberfläche.
Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Betonformstein, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass mindestens eine
Oberfläche eine Oberflächenstruktur aufweist, welche
ausschließlich in einem Computer errechnet wurde. Ein
derartiger erfindungsgemäßer Betonformstein weist eine
naturähnliche bzw. der Natur nachempfundene Oberfläche an mindestens einer seiner Oberflächen auf, so dass für den
Betrachter oftmals nur schwer oder gar nicht zu unterscheiden ist, ob er hierbei beispielsweise eine Sandsteinoberfläche, eine gebrochene Schieferfläche oder ähnliche naturgetreue Oberflächen betrachtet, oder ob es sich um einen künstlich hergestellten Betonformstein handelt, Je nach betriebenen Rechenaufwand zur Errechnung der Oberflächenstruktur in einem Computer ist eine entsprechend hohe Realitätsnähe zu
erreichen, wobei für den erfindungsgemäßen Betonformstein wesentlich ist, dass die komplette Oberflächenstruktur aus dem Computer errechnet wurde, und keiner in der Natur vorkommenden reellen Vorlage entspricht.
Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Form zur Herstellung eines Betonformsteins, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass die Form mindestens eine formgebende Oberfläche aufweist, welche eine Oberflächenstruktur trägt, welche ebenfalls ausschließlich mit einem Computer errechnet wurde und ein Natur nachempfundenes Oberflächenbild auf dem Betonformstein erzeugt .
Weitere Einzelheiten der Erfindung sollen in nachführend dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben werden. Hierbei zeigen
Fig. la eine Seitenansicht eines Formoberteils zur
Herstellung von Betonformsteinen,
Fig. lb eine Draufsicht eines Formunterteils,
Fig. 2 ein exemplarisches Flussdiagramm eines
erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 3 ein exemplarisches Flussdiagramm einer weiteren
Fortführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 4a eine Ausschnittsdarstellung von Formwaben, Fig. 4b ein Druckstück,
Fig. 4c einen erfindungsgemäß hergestellten
Betonformstein,
Fig. 4d einen erfindungsgemäß hergestellten
Betonformstein ohne strukturierte Seitenwand.
Im Einzelnen zeigen Fig. la und lb ein geläufiges Formoberteil 1 sowie ein geläufiges Formunterteil 2 in einer Seitenansicht bzw. Draufsicht. Das Formoberteil 1 weist auf seiner
Unterseite eine Mehrzahl an Stempeln 3 auf, welche wiederum an ihrer Unterseite eine Anschraubplatte 4 tragen. Auf die
Anschraubplatte 4 wird ein Druckstück 5 zur Herstellung eines Betonformsteins aufgeschraubt. Die Stempel 3 mit den
Anschraubplatten 4 und den Druckstücken 5 sind derart
angeordnet, dass beim Absenken des Formoberteils 1 auf das Formunterteil 2 die Druckstücke 5 in die Formwaben 6 passgenau eingreifen, und darin enthaltene Betonsubstanzen oder ähnliche zur Steinherstellung geeignete Substanzen in einem oder mehreren Arbeitsschritten verdichten und dabei gegebenenfalls an einer oder mehreren Flächen des Steins eine
Oberflächenstruktur herstellen. Die Formwaben 6 werden durch den Formrahmen 7 gebildet, welcher ebenfalls nach einem erfindungsgemäßen Verfahren mit einer Struktur versehen sein kann .
Figur 2 zeigt den Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer Oberflächenstruktur eines
Betonformsteins. In einem ersten Verfahrensschritt I werden hierbei Randbedingungen für die Oberflächenstruktur
vorgegeben .
Die Randbedingungen umfassen unter anderem die Strukturart 21, welche beispielsweise Aufschluss über das nachzuempfindende in der Natur vorkommende Material wie beispielsweise Sandstein, Schiefer, Granit oder ähnliches gibt. Des Weiteren kann eine Strukturgröße 22 vorgegeben werden, welche beispielsweise die Dimension der gesamten zu erzeugenden Struktur in der Ebene in X-Y-Richtung beschreibt. Als dritte Größe der Randbedingung kann eine Topografieskala 23 vorgesehen werden, welche
beispielsweise die möglichen Erhebungen der Struktur in Z- Richtung repräsentiert. Hierbei kann auch ein Grenzwert und/oder eine Verteilung der Erhebungen vorgesehen werden, die auf der Oberflächenstruktur vorhanden sein dürfen. Das
Vorsehen einer Komplexitätsgröße 24 repräsentiert die
möglichen Variationen der Struktur in X-, Y- sowie Z-Richtung, wobei feine und filigrane Oberflächenstrukturen, wie
beispielsweise feine Sandsteinoberflächen eher eine kleine Komplexitätsgröße aufweisen und raue, rohe, gebrochene
Strukturen in ihrer Komplexitätsgröße eher große Werte
umfassen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, als
Randbedingung einen Rauhigkeitsparameter 25 vorzugeben, welcher die gemittelte Komplexität der Oberflächenstruktur beschreibt, und oftmals erheblichen Einfluss auf die
physikalischen Eigenschaften wir Rutschfestigkeit und/oder Abrieb einer erzeugten Oberflächenstruktur für den später daraus resultierenden Betonformstein beeinflusst.
Die entsprechend in einem ersten Verfahrensschritt I
vorgegebenen Randbedingungen 21 bis 25 werden sodann in einem zweiten Verfahrenschritt II an einen Computer 26 übergeben, welcher aus der Zugrundelegung der physikalischen Größen der Randbedingungen 21 bis 25 in einem zweiten Verfahrensschritt
II die Oberflächenstruktur 27 dreidimensional berechnet, ohne das ein Bestandteil der Struktur selbst vorgegeben wurde.
In der Fig. 3 ist der weitere Fortgang einer erfindungsgemäßen Ausführung beschrieben. Aus der generierten dreidimensionalen Oberfläche 27 kann sodann in einem weiteren Verfahrensschritt
III durch Überlagerung mit einer Polygonstruktur 30 eine vereinfacht bearbeitbare 3D-Struktur erzeugt werden, an welcher Manipulationen an einzelnen Punkten oder Bereichen möglich sind. Die 3D-Struktur zur Manipulation erlaubt, dass Manipulationen in ihrem Umgebungsbereich in der Struktur eine Nahwirkung ausbilden. Bewegte Oberflächenelemente bilden hierdurch keine scharfen Kanten aus, sondern haben vielmehr eine Art elastische Mitnahmewirkung auf die umgebenden
Elemente, sodass eine natürlich anmutende Oberfläche erhalten bleibt. Derartige Verfahren sind beispielsweise aus der SD- Computerkunst bekannt. Auf diese Weise wird vermieden, dass beispielsweise scharfe Kanten entstehen oder
Strukturveränderungen sich wesentlich auf das naturnahe und realitätsgetreue optische Erscheinungsbild der
Oberflächenstruktur 27 auswirken.
In einem weiteren Verfahrensschritt IV kann auf die
Polygonstruktur 30 oder gegebenenfalls auch auf die berechnete Struktur 27 im Rahmen von angestrebten Fertigungsparametern Einfluss genommen werden. Exemplarisch seien vier wesentliche Fertigungsparameter genannt, wobei die Aufzählung vorliegend nicht als abschließend anzusehen ist, sondern vielmehr alle zweckmäßigen und fertigungsbedingten Parameteranpassungen umfasst sein sollen.
Als Fertigungsparameter kann beispielsweise die Überarbeitung der generierten Oberflächenstruktur 27 bzw. 30 zur
Bereitstellung von Stapelpunkten 31 an verschiedenen
Stapelstellen 32 dadurch erreicht werden, dass einzelne
Bereiche der Oberflächenstruktur ausreichend angehoben oder abgesenkt werden, um auf ein einheitliches Niveau zur
planparallelen Stapelung zu kommen. Auch eventuell durch die Statistik bei der
Oberflächenstrukturerzeugung generierte Hinterschneidungen 33 müssen durch die fertigungsbedingte Parameteranpassung beseitigt werden, um beim Entnehmen eines Betonformsteins aus der Formwabe 6 eine Zerstörung der Oberflächenstruktur durch Herausreißen von Strukturelementen durch die vorhandenen Hinterschneidungen zu vermeiden. Dadurch wird vermieden, dass vorhandene Hinterschneidungen durch die Steinmaterialien hintergriffen werden, was nachteilige Auswirkungen auf die zu erzeugende Struktur hat.
Aus den generierten Oberflächenstrukturen oder aus einer entsprechend großen Oberflächenstruktur können sodann auch Ausschnitte gewählt werden, welche zur Optimierung der
Paketierung 34 zusammengesetzt werden, um eine optimale
Belegung von Transportvorrichtungen, beispielsweise von
Europaletten zu erreichen, und/oder Verlegemuster
bereitzustellen.
In den Randbereichen der generierten Oberflächenstrukturen können ebenfalls Anpassungen im Rahmen der Parkettierung 35 vorgenommen werden, damit Stolperstellungen oder
ungleichmäßige Randübergänge 36 bei einer Verlegung der erfindungsgemäß hergestellten Betonformsteine vermieden werden .
Des Weiteren sind Anpassungen wie Wasserablaufkanäle,
Trittbereiche, Kantenformgebungen oder Phasen oder ähnliche Veränderungen denkbar und möglich.
Nachdem die Fertigungsparameter in einem Verfahrensschritt IV auf die Oberfläche 27 oder 30 angewandt wurden, kann die entstandene Oberfläche zur Übertragung auf einen formgebenden Bestandteil, beispielsweise ein Druckstück 5 oder eine
Formwand der Formwabe einer Form zur Herstellung eines
Betonformsteins genutzt werden. Hierbei werden verschiedene Übertragungsverfahren 37 angewandt, wobei das spanabhebende Übertragungsverfahren, beispielsweise mittels einer CNC-Fräse oder mittels Lasergravur exemplarisch genannt sei.
Fig. 4a zeigt einen Ausschnitt einer Form bzw. der Formwaben 6 einer Form, welche auf den Seitenwänden der Formwaben eine erfindungsgemäß hergestellte Struktur aufweist. Die Formwaben 6 tragen an ihren längsseitig gerichteten Seitenwänden
erfindungsgemäß hergestellte Oberflächenstrukturen 40, welche auf herzustellenden Betonformsteinen aufgebracht werden. Die stirnseitig sowie rückseitig (nicht dargestellt) vorhandenen glatten Seitenwände 41 dienen beispielsweise zur
Bereitstellung von bündigen Stossflächen, wenn erfindungsgemäß hergestellten Betonformsteine möglichst ohne Spaltmaß verlegt werden sollen. Zu besseren Entnehmbarkeit der fertigen
Formsteine kann jede Formwabe eine Konizität aufweisen, die den Querschnitt nach unten hin vergrößert.
Fig. 4b zeigt exemplarisch ein Druckstück 5 mit einer
erfindungemäß hergestellten Oberflächenstruktur 42, welches im Rahmen der Fertigung von Betonformsteinen von oben her in die Formwaben 6 eingeführt wird, um eingefüllten Beton zur
Herstellung eines Betonformsteins in einem oder mehreren
Schritten verdichtet und dabei die Oberflächenstruktur
aufprägt .
Fig. 4c zeigt eine schematische Darstellung eines
erfindungsgemäß hergestellten Betonformsteins 43, welcher auf seiner oberen Fläche 44, auf seiner rechtsseitig dargestellten Seitenfläche 45 und entlang einer rechtsseitig verlaufenden Phase 46 eine erfindungsgemäß hergestellte Struktur 48
aufweist. Die Stirnseite 49 sowie die nicht dargestellte
Rückseite weisen vorliegend keine Oberflächenstrukturierung auf .
Fig. 4d zeigt eine schematische Darstellung eines
Betonformsteins 50, bei welchem eine Struktur 51 nur auf der Oberfläche aufgebracht wurde und die Seitenflächen 52, 53 sowie die Phase 54 keine Strukturierung aufweist.
Selbstverständlich sind auch andere Kombinationen von
Strukturierungen auf den einzelnen Oberflächen der Betonformsteine denkbar, je nachdem welche Art von Stein hergestellt werden soll.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf das dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt. Insbesondere ist die Erfindung nicht auf die reine Herstellung von Betonformsteinen
beschränkt, sondern umfasst vielmehr all diejenigen
Formsteine, welche unter vergleichbaren Verfahren unter
Heranziehung von Formen mit strukturierten Seitenwänden und/oder strukturierten Druckstücken Gebrauch machen. Die Erfindung umfasst vielmehr auch all diejenigen
Ausgestaltungen, welche vom erfindungswesentlichen Gedanken ebenfalls Gebrauch machen.
Bezugszeichenliste :
1 Formoberteil
2 Formunterteil
3 Stempel
4 Anschraubplatte
5 Druckstück
6 Formwabe
7 Formrahmen
21 Strukturart
21 Strukturgröße
22 Topografieskala
23 Komplexitätsgröße
24 Rauhigkeitsparameter
25 Computer
26 Oberflächenstruktur
30 Polygonstruktur
31 Stapelpunkt
32 Stapelstelle
33 Hinterschneidungen
34 Paketierung
35 Parkettierung
36 Randübergänge
37 Übertragungsverfahren
40 Oberflächenstrukturen
41 Seitenwände
42 Oberflächenstruktur
43 Betonformstein
44 Obere Fläche
45 Seitenfläche
46 Phase
48 Struktur
49 Stirnseite
50 Betonformstein
51 Struktur
52 Seitenfläche
53 Seitenfläche
54 Phase
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