Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR PROVIDING SHAPED BLOCKS WITH A SURFACE STRUCTURE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/157321
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention presents a method for providing shaped blocks with a surface structure (27), comprising, in a first method step, the setting of boundary conditions for the surface structure (27), particularly concerning a structure type (21) and/or a size of the structure (22) and/or a topography scale (23) and/or a degree of complexity (24) and/or a roughness parameter (25). In a second method step, the surface structure (27) is then generated by computation in a computer with the specified boundary conditions taken into account. The invention also relates to a mould for producing a shaped block and to a shaped block itself.

Inventors:
WÖRZ, Andreas (Buchbronnenweg 26, Blaustein, 89134, DE)
Application Number:
EP2011/002215
Publication Date:
December 22, 2011
Filing Date:
May 04, 2011
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
RAMPF FORMEN GMBH (Altheimer Strasse 1, Allmendingen, 89604, DE)
WÖRZ, Andreas (Buchbronnenweg 26, Blaustein, 89134, DE)
International Classes:
B28B7/00; G05B19/4093
Attorney, Agent or Firm:
OTTEN, Herbert et al. (Grosstobeler Strasse 39, Berg / Ravensburg, 88276, DE)
Download PDF:
Claims:
Ansprüche :

1. Verfahren zur Bereitstellung einer Oberflächenstruktur für Formsteine, insbesondere Betonformsteine, wobei in einem ersten Verfahrensschritt Randbedingungen für die

Oberflächenstruktur vorgegeben werden, welche insbesondere eine Strukturart und/oder eine Strukturgröße und/oder eine Topographieskala und/oder eine Komplexitätsgröße und/oder einen Rauhigkeitsparameter umfassen, und in einem zweiten Verfahrensschritt die Oberflächenstruktur durch Berechnung in einem Computer unter Berücksichtigung der Randbedingungen erzeugt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Randbedingungen als aufeinander abgestimmte Datensätze einer Datenbank entnommen werden.

3. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der

Oberflächenstruktur aus einer Grundfläche durch Überlagerung mit einer Parameterfläche, insbesondere einer Strukturhöhen- Parameterfläche erfolgt, wobei die Parameterfläche statistisch generiert ist und vorzugsweise in einer der Statistik

übergeordneten Funktion die Randbedingungen umfasst.

4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren

Verfahrensschritt eine Umsetzung in eine Polygonstruktur, insbesondere eine 3-D Polygonstruktur, vorzugsweise ein

Dreiecks-Flächengitter erfolgt.

5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren

Verfahrensschritt eine Anpassung der berechneten

Oberflächenstruktur nach Fertigungsparametern, insbesondere zur Bereitstellung von Stapelpunkten, zur Entformbarkeit, zur Anpassung von Parkettierungseigenschaften, zur Anpassung von Paketierungseigenschaften und/oder zur Anpassung der

Oberflächenästhetik erfolgt.

6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren

Verfahrensschritt eine automatische oder halbautomatische Erzeugung von Übergängen der Oberflächenstruktur in eine

Seitenflächenstruktur erzeugt wird, wobei die

Seitenflächenstruktur vorgegeben ist, oder ebenfalls nach einem Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche hergestellt wurde.

7. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpassungen im Rahmen der weiteren Verfahrensschritte nach Anspruch 5 und/oder 6 , manuell, automatisch oder halbautomatisch erfolgen.

8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren

Verfahrensschritt eine Übertragung der Oberflächenstruktur, vorzugsweise mittels spanabhebenden Verfahren oder mittels Lasergravur, auf eine Stempelplatte oder eine Betonsteinform erfolgt .

9. Form zur Herstellung eines Formsteins, dadurch

gekennzeichnet, dass mindestens eine formgebende Oberfläche der Form eine Oberflächenstruktur aufweist, welche nach einem Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6

berechnet wurde.

10. Formstein, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Oberfläche eine Oberflächenstruktur aufweist, welche nach einem Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6 berechnet wurde.

11. Formstein, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Oberfläche eine Oberflächenstruktur aufweist, welche

ausschließlich in einem Computer errechnet wurde.

12. Form zur Herstellung eines Formsteins, dadurch

gekennzeichnet, dass mindestens eine formgebende Oberfläche der Form eine Oberflächenstruktur aufweist, welche

ausschließlich in einem Computer errechnet wurde.

Description:
"Verfahren zur Bereitstellung einer Oberflächenstruktur für Formsteine"

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bereitstellung einer Oberflächenstruktur für Betonformsteine sowie eine Form zur Herstellung eines Betonformsteins mit einer

Oberflächenstruktur als auch einen Betonformstein mit einer Oberflächenstruktur .

Betonformsteine werden üblicherweise in Formen hergestellt, welche die geometrischen Abmessungen des jeweiligen

Betonformsteins bestimmen. An den später vorhandenen

Sichtflächen des herzustellenden Betonformsteins weisen die entsprechenden Formen in der Regel strukturierte Oberflächen auf, welche während des Formgebungs- und Verdichtungsprozesses ihre Struktur auf den Beton übertragen, so dass die gewünschte Struktur später in der Oberfläche des Betonformsteins

eingeprägt ist und dessen Aussehen wesentlich mitgestaltet. Es ist hierbei ein Bestreben, derartige Oberflächen möglichst naturgetreu und realistisch darzustellen, wobei durch die fachgerechte Materialwahl des Betons bzw. Einfärbung des

Materials ein Charakter entsteht, welcher in der Natur

vorkommenden Materialien nachempfunden ist oder oftmals von denen nur schwer unterschieden werden kann. Hierbei sind u. a. Sandsteinstrukturen, aber auch diverse Schichtgesteine, wie z. B. Schiefer oder Granit exemplarisch zu nennen.

Nachteilig an den bestehenden Verfahren ist, dass die

Oberflächenstrukturen, welche in die Formen eingebracht werden müssen, von reell existierenden Oberflächen abgenommen werden müssen, um eine möglichst naturgetreue und realistische Oberflächenstruktur für den Betonformstein bereitzustellen. Hierbei wird ein erheblicher Aufwand betrieben, um

entsprechende Muster zu sammeln, und dabei die benötigte

Individualität der angeforderten Produktvielfalt zu erfüllen. Zur Bereitstellung der Oberflächenstrukturen müssen

Bruchstücke oder gesamte existierende Oberflächen präzise abgetastet werden, wobei die ermittelten Daten, beispielsweise mittels einer Kopier-Fräs-Einrichtung auf einen Druckstempel einer Form für Betonformsteine übertragen werden können. Zudem muss eine Vielzahl von Natur-Vorlagen vorhanden sein, um die benötigte Vielfalt an Oberflächenstrukturen bereitzustellen.

Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, variable und flexible, jedoch naturgetreue Oberflächenstrukturen für Betonformsteine bereitzustellen und dabei den notwendigen Aufwand zur Bereitstellung entsprechenden Strukturen zu minimieren .

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den

Verfahrensschritten des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte

Weiterbildungen sowie zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den abhängigen Verfahrensansprüchen angegeben. Entsprechend der gestellten Aufgabe ist weiterhin eine Form zur Herstellung des Betonformsteins, die mindestens eine erfindungsgemäß erzeugte Oberflächenstruktur als Stempel aufweist, im Rahmen der

Erfindung beansprucht. Des Weiteren ist auch der

erfindungsgemäß hergestellte Betonformstein Gegenstand

vorliegender Patentanmeldung.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Bereitstellung einer

Oberflächenstruktur für Betonformsteine umfasst in einem ersten Verfahrensschritt die Festlegung von Randbedingungen für die Oberflächenstruktur, welche insbesondere eine

Strukturart und/oder eine Strukturgröße und/oder eine

Topografieskala und/oder eine Komplexitätsgröße und/oder einen Rauhigkeitsparameter umfassen können. In einem zweiten

Verfahrensschritt wird die Oberflächenstruktur sodann durch Berechnung in einem Computer unter Berücksichtigung der angegebenen Randbedingungen erzeugt. Durch die ausschließliche Berechnung der Oberflächenstruktur in einem Computer anhand vorgegebener Randbedingungen entfällt das aufwendige Auffinden und Bereitstellen von Kopiervorlagen für naturgetreue Oberflächenstrukturen. Die Realitätsnähe der auf diese Weise erzeugten Struktur wird durch die Vorgabe der Randbedingungen gegeben, wobei beispielsweise die Strukturart Parameter zur Vorgabe des Materials, wie Sandstein, Schiefer oder ähnliches umfasst. Unter der Strukturgröße sind die geometrischen Abmessungen des später aus der Struktur

herzustellenden Formstempels zu betrachten. Eine

Topografieskala umfasst die Erhebungen oder Absenkungen über bzw. unter eine gedachte ebene Oberfläche, welche ebenfalls wesentlich zum Erscheinungsbild der Oberflächenstruktur beitragen. Die Komplexitätsgröße repräsentiert beispielsweise die Vielfältigkeit der Oberflächenstruktur, wobei insbesondere diese Größen charakteristisch für unterschiedliche Materialien gewählt werden können. Daneben gibt auch ein

Rauhigkeitsparameter Aufschluss über das spätere

Erscheinungsbild der Oberflächenstruktur, wobei Rauhigkeiten insbesondere auch für physikalische Eigenschaften von

Bedeutung sein können, beispielsweise für die Rutschsicherheit bei Bodenbelägen oder die Anfälligkeit für Verschmutzungen.

In einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass die Randbedingungen als aufeinander abgestimmte Datensätze in einer Datenbank

vorliegen und aus dieser entnommen werden können. Entsprechend aufeinander abgestimmte Datensätze können bereits Vorgaben für charakteristische Materialgestaltungen und Materialgattungen aufweisen, so dass beispielsweise Sandsteinoberflächen andere Vorgabenparameter besitzen können, wie Schieferspaltungen. Zudem können erfolgreiche Parameterkombinationen gespeichert und später wieder verwendet werden.

In einer zweckmäßigen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Berechnung der Oberflächenstruktur aus einer Grundfläche und einer darauf liegenden Überlagerung mit einer Parameterfläche, insbesondere einer Strukturhöhenparameterflache erzeugt, wobei die

Parameterfläche statistisch generiert ist und vorzugsweise in einer der Statistik übergeordneten Funktion die vorgegebenen Randbedingungen umfasst.

Durch die statistische Erzeugung der Parameterfläche ist gewährleistet, dass die jeweilig hergestellte

Oberflächenstruktur ein individuelles und einmaliges

Erscheinungsbild aufweist, wobei durch die übergeordnete

Funktion der Randbedingungen eine Vorgabe über die Kategorie der Struktur, beispielsweise über die nachzuahmende

Materialgattung bereitstellt.

In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass in einem weiteren Verfahrensschritt eine Umsetzung der erzeugten Oberflächenstruktur in eine

Polygonstruktur, insbesondere in eine 3D-Polygonstruktur, vorzugsweise in einem Dreiecksflächengitter erfolgt.

Die Umsetzung in eine Polygonstruktur erlaubt eine wesentlich kompaktere Speicherung der Daten, und insbesondere gibt sie Zugang zu 3D-gestützten Manipulationsverfahren, da derartige Strukturen Bearbeitungen der Oberfläche zulassen, wobei benachbarte Oberflächenelemente entsprechend der vorhandenen Polygonstruktur mit beeinflusst, quasi wechselwirkend

mitgezogen werden können, und so das Gesamterscheinungsbild der Oberfläche in einem naturähnlichen Zustand verbleibt.

In einer weiteren Ausbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in einem weiteren Verfahrensschritt eine Anpassung der berechneten Oberflächenstruktur nach Fertigungsparametern, insbesondere zur Bereitstellung von Stapelpunkten, zur

Entformbarkeit , zur Anpassung von Parkettierungseigenschaften, zur Anpassung von Paketierungseigenschaften und/oder zur

Anpassung der Oberflächenästhetik vorgenommen.

Die erfindungsgemäß generierte Oberflächenstruktur kann nach ihrer Erzeugung eventuell noch in einem für die Fertigung problematischen Zustand vorliegen. Insbesondere wird von Betonformsteinen verlangt, dass sie auf Paletten stapelbar sind, ohne dass die Oberflächenstruktur dabei zerstört wird. Hierfür sind Stapelpunkte anzuordnen, auf welchen das Gewicht des aufliegenden Betonformsteins getragen wird, ohne filigrane Strukturen zu zerstören. Des Weiteren ist für den Formgebungsund Verdichtungsprozess vorzusehen, dass möglichst keine

Hinterschneidungen oder Bereiche mit negativer Krümmung vorhanden sind, welche beim Entformen des Betonformsteins aus der Herstellungsform dazu führen würden, dass die

Oberflächenstruktur zerstört wird, weil die Form

Strukturbestandteile hintergreift und die entstandene Struktur herausreißt. Auch die so genannten

Parkettierungseigenschaften, welche einen weichen Übergang von nebeneinander verlegten Betonformsteinen bereitstellen, können in einem weiteren Verfahrensschritt angepasst werden. Zur Lagerung und entsprechend effizienten Auslieferung ist auch die Paketierung ein wesentlicher Anpassungsaspekt, welcher in der Fertigung dahingehend zu berücksichtigen ist, dass eine optimale Flächenausnutzung beispielsweise auf einer

Europalette angestrebt wird. Nicht zuletzt ist zu erwähnen, dass auch leichte Korrekturen an der Oberflächenästhetik oder an der physikalischen Eigenschaft der Oberfläche vorzunehmen sind, beispielsweise damit sich bei Bodenplatten keine

Wasserpfützen bilden können, sondern stets ein ausreichender Wasserablauf zu Sickerstellen, beispielsweise an den

Randbereichen der Betonformsteine oder in den Fugen vorgesehen ist .

In einem weiteren zweckmäßigen zusätzlichen Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass eine

automatische oder halbautomatische Erzeugung von Übergängen der Oberflächenstruktur in eine Seitenflächenstruktur erzeugt wird, wobei die Seitenflächenstruktur vorgegeben ist, oder ebenfalls nach einem Verfahren entsprechend des oben

beschriebenen Verfahrens zur Bereitstellung einer

Oberflächenstruktur hergestellt wurde .

Oftmals besteht Bedarf, dass nicht nur eine Oberfläche eines Betonformsteins eine optisch ansprechende und naturgetreu nachgebildete Oberflächenstruktur aufweist, sondern beispielsweise im Anwendungsbereich von Begrenzungsmauern oder Randsteinen, mehrere Flächen mit angepasster

Oberflächenstruktur erforderlich sind. Wichtig ist dabei, dass die Oberflächenstrukturen nicht losgelöst voneinander

betrachtet werden, da auf diese Weise der naturgetreue

Eindruck an den Kontaktkanten der jeweiligen Oberflächen verloren ginge und diese künstlich ausgeformten Kanten

deutlich zum Vorschein kommen würden. Durch die

erfindungsgemäße Weiterbildung des Verfahrens wird dieser Eindruck unterbrochen, da die Übergänge der

Oberflächenstrukturen aufeinander abgestimmt werden.

In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Fertigungsparameter bedingten

Anpassungen sowie die Erzeugung von Übergängen an den

Strukturen manuell, automatisch oder auch nur halbautomatisch erfolgen können. Auf diese Weise sind, je nach

Individualitätscharakter der geforderten Oberflächenstruktur auch vollautomatische Herstellungen entsprechender

Betonformsteine denkbar.

In einer weiteren zweckmäßigen Fortbildung des

erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, dass in einem nächsten Verfahrensschritt eine Übertragung der berechneten Oberflächenstruktur, welche gegebenenfalls auch Anpassungen erfahren hat, vorzugsweise mittels einem spanabhebenden

Verfahren oder mittels einer Lasergravur auf eine

Stempelplatte für eine Form für Betonformsteine erfolgt.

Gegebenenfalls kann die Stempelplatte fest in der Form

integriert sein, und/oder die Übertragung direkt auf die Form erfolgen .

Des Weiteren betriff die Erfindung eine Form zur Herstellung eines Betonformsteins, wobei die Form mindestens eine

formgebende Oberfläche aufweist, welche eine

Oberflächenstruktur trägt, welche wiederum nach dem eingangs beschriebenen Verfahren zur Herstellung einer

Oberflächenstruktur hergestellt bzw. berechnet wurde. Auf diese Weise kann eine vereinfacht und damit kostengünstig hergestellte Oberflächenstruktur mittels der Form zur

Herstellung eines Betonformsteins auf eine Oberfläche des Betonformsteins übertragen werden.

Ferner betrifft die Erfindung einen entsprechend dem oben beschriebenen Verfahren hergestellten Betonformstein mit mindestens einer strukturierten Oberfläche.

Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Betonformstein, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass mindestens eine

Oberfläche eine Oberflächenstruktur aufweist, welche

ausschließlich in einem Computer errechnet wurde. Ein

derartiger erfindungsgemäßer Betonformstein weist eine

naturähnliche bzw. der Natur nachempfundene Oberfläche an mindestens einer seiner Oberflächen auf, so dass für den

Betrachter oftmals nur schwer oder gar nicht zu unterscheiden ist, ob er hierbei beispielsweise eine Sandsteinoberfläche, eine gebrochene Schieferfläche oder ähnliche naturgetreue Oberflächen betrachtet, oder ob es sich um einen künstlich hergestellten Betonformstein handelt, Je nach betriebenen Rechenaufwand zur Errechnung der Oberflächenstruktur in einem Computer ist eine entsprechend hohe Realitätsnähe zu

erreichen, wobei für den erfindungsgemäßen Betonformstein wesentlich ist, dass die komplette Oberflächenstruktur aus dem Computer errechnet wurde, und keiner in der Natur vorkommenden reellen Vorlage entspricht.

Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Form zur Herstellung eines Betonformsteins, welche dadurch gekennzeichnet ist, dass die Form mindestens eine formgebende Oberfläche aufweist, welche eine Oberflächenstruktur trägt, welche ebenfalls ausschließlich mit einem Computer errechnet wurde und ein Natur nachempfundenes Oberflächenbild auf dem Betonformstein erzeugt .

Weitere Einzelheiten der Erfindung sollen in nachführend dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrieben werden. Hierbei zeigen

Fig. la eine Seitenansicht eines Formoberteils zur

Herstellung von Betonformsteinen,

Fig. lb eine Draufsicht eines Formunterteils,

Fig. 2 ein exemplarisches Flussdiagramm eines

erfindungsgemäßen Verfahrens,

Fig. 3 ein exemplarisches Flussdiagramm einer weiteren

Fortführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,

Fig. 4a eine Ausschnittsdarstellung von Formwaben, Fig. 4b ein Druckstück,

Fig. 4c einen erfindungsgemäß hergestellten

Betonformstein,

Fig. 4d einen erfindungsgemäß hergestellten

Betonformstein ohne strukturierte Seitenwand.

Im Einzelnen zeigen Fig. la und lb ein geläufiges Formoberteil 1 sowie ein geläufiges Formunterteil 2 in einer Seitenansicht bzw. Draufsicht. Das Formoberteil 1 weist auf seiner

Unterseite eine Mehrzahl an Stempeln 3 auf, welche wiederum an ihrer Unterseite eine Anschraubplatte 4 tragen. Auf die

Anschraubplatte 4 wird ein Druckstück 5 zur Herstellung eines Betonformsteins aufgeschraubt. Die Stempel 3 mit den

Anschraubplatten 4 und den Druckstücken 5 sind derart

angeordnet, dass beim Absenken des Formoberteils 1 auf das Formunterteil 2 die Druckstücke 5 in die Formwaben 6 passgenau eingreifen, und darin enthaltene Betonsubstanzen oder ähnliche zur Steinherstellung geeignete Substanzen in einem oder mehreren Arbeitsschritten verdichten und dabei gegebenenfalls an einer oder mehreren Flächen des Steins eine

Oberflächenstruktur herstellen. Die Formwaben 6 werden durch den Formrahmen 7 gebildet, welcher ebenfalls nach einem erfindungsgemäßen Verfahren mit einer Struktur versehen sein kann .

Figur 2 zeigt den Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung einer Oberflächenstruktur eines

Betonformsteins. In einem ersten Verfahrensschritt I werden hierbei Randbedingungen für die Oberflächenstruktur

vorgegeben .

Die Randbedingungen umfassen unter anderem die Strukturart 21, welche beispielsweise Aufschluss über das nachzuempfindende in der Natur vorkommende Material wie beispielsweise Sandstein, Schiefer, Granit oder ähnliches gibt. Des Weiteren kann eine Strukturgröße 22 vorgegeben werden, welche beispielsweise die Dimension der gesamten zu erzeugenden Struktur in der Ebene in X-Y-Richtung beschreibt. Als dritte Größe der Randbedingung kann eine Topografieskala 23 vorgesehen werden, welche

beispielsweise die möglichen Erhebungen der Struktur in Z- Richtung repräsentiert. Hierbei kann auch ein Grenzwert und/oder eine Verteilung der Erhebungen vorgesehen werden, die auf der Oberflächenstruktur vorhanden sein dürfen. Das

Vorsehen einer Komplexitätsgröße 24 repräsentiert die

möglichen Variationen der Struktur in X-, Y- sowie Z-Richtung, wobei feine und filigrane Oberflächenstrukturen, wie

beispielsweise feine Sandsteinoberflächen eher eine kleine Komplexitätsgröße aufweisen und raue, rohe, gebrochene

Strukturen in ihrer Komplexitätsgröße eher große Werte

umfassen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, als

Randbedingung einen Rauhigkeitsparameter 25 vorzugeben, welcher die gemittelte Komplexität der Oberflächenstruktur beschreibt, und oftmals erheblichen Einfluss auf die

physikalischen Eigenschaften wir Rutschfestigkeit und/oder Abrieb einer erzeugten Oberflächenstruktur für den später daraus resultierenden Betonformstein beeinflusst.

Die entsprechend in einem ersten Verfahrensschritt I

vorgegebenen Randbedingungen 21 bis 25 werden sodann in einem zweiten Verfahrenschritt II an einen Computer 26 übergeben, welcher aus der Zugrundelegung der physikalischen Größen der Randbedingungen 21 bis 25 in einem zweiten Verfahrensschritt

II die Oberflächenstruktur 27 dreidimensional berechnet, ohne das ein Bestandteil der Struktur selbst vorgegeben wurde.

In der Fig. 3 ist der weitere Fortgang einer erfindungsgemäßen Ausführung beschrieben. Aus der generierten dreidimensionalen Oberfläche 27 kann sodann in einem weiteren Verfahrensschritt

III durch Überlagerung mit einer Polygonstruktur 30 eine vereinfacht bearbeitbare 3D-Struktur erzeugt werden, an welcher Manipulationen an einzelnen Punkten oder Bereichen möglich sind. Die 3D-Struktur zur Manipulation erlaubt, dass Manipulationen in ihrem Umgebungsbereich in der Struktur eine Nahwirkung ausbilden. Bewegte Oberflächenelemente bilden hierdurch keine scharfen Kanten aus, sondern haben vielmehr eine Art elastische Mitnahmewirkung auf die umgebenden

Elemente, sodass eine natürlich anmutende Oberfläche erhalten bleibt. Derartige Verfahren sind beispielsweise aus der SD- Computerkunst bekannt. Auf diese Weise wird vermieden, dass beispielsweise scharfe Kanten entstehen oder

Strukturveränderungen sich wesentlich auf das naturnahe und realitätsgetreue optische Erscheinungsbild der

Oberflächenstruktur 27 auswirken.

In einem weiteren Verfahrensschritt IV kann auf die

Polygonstruktur 30 oder gegebenenfalls auch auf die berechnete Struktur 27 im Rahmen von angestrebten Fertigungsparametern Einfluss genommen werden. Exemplarisch seien vier wesentliche Fertigungsparameter genannt, wobei die Aufzählung vorliegend nicht als abschließend anzusehen ist, sondern vielmehr alle zweckmäßigen und fertigungsbedingten Parameteranpassungen umfasst sein sollen.

Als Fertigungsparameter kann beispielsweise die Überarbeitung der generierten Oberflächenstruktur 27 bzw. 30 zur

Bereitstellung von Stapelpunkten 31 an verschiedenen

Stapelstellen 32 dadurch erreicht werden, dass einzelne

Bereiche der Oberflächenstruktur ausreichend angehoben oder abgesenkt werden, um auf ein einheitliches Niveau zur

planparallelen Stapelung zu kommen. Auch eventuell durch die Statistik bei der

Oberflächenstrukturerzeugung generierte Hinterschneidungen 33 müssen durch die fertigungsbedingte Parameteranpassung beseitigt werden, um beim Entnehmen eines Betonformsteins aus der Formwabe 6 eine Zerstörung der Oberflächenstruktur durch Herausreißen von Strukturelementen durch die vorhandenen Hinterschneidungen zu vermeiden. Dadurch wird vermieden, dass vorhandene Hinterschneidungen durch die Steinmaterialien hintergriffen werden, was nachteilige Auswirkungen auf die zu erzeugende Struktur hat.

Aus den generierten Oberflächenstrukturen oder aus einer entsprechend großen Oberflächenstruktur können sodann auch Ausschnitte gewählt werden, welche zur Optimierung der

Paketierung 34 zusammengesetzt werden, um eine optimale

Belegung von Transportvorrichtungen, beispielsweise von

Europaletten zu erreichen, und/oder Verlegemuster

bereitzustellen.

In den Randbereichen der generierten Oberflächenstrukturen können ebenfalls Anpassungen im Rahmen der Parkettierung 35 vorgenommen werden, damit Stolperstellungen oder

ungleichmäßige Randübergänge 36 bei einer Verlegung der erfindungsgemäß hergestellten Betonformsteine vermieden werden .

Des Weiteren sind Anpassungen wie Wasserablaufkanäle,

Trittbereiche, Kantenformgebungen oder Phasen oder ähnliche Veränderungen denkbar und möglich.

Nachdem die Fertigungsparameter in einem Verfahrensschritt IV auf die Oberfläche 27 oder 30 angewandt wurden, kann die entstandene Oberfläche zur Übertragung auf einen formgebenden Bestandteil, beispielsweise ein Druckstück 5 oder eine

Formwand der Formwabe einer Form zur Herstellung eines

Betonformsteins genutzt werden. Hierbei werden verschiedene Übertragungsverfahren 37 angewandt, wobei das spanabhebende Übertragungsverfahren, beispielsweise mittels einer CNC-Fräse oder mittels Lasergravur exemplarisch genannt sei.

Fig. 4a zeigt einen Ausschnitt einer Form bzw. der Formwaben 6 einer Form, welche auf den Seitenwänden der Formwaben eine erfindungsgemäß hergestellte Struktur aufweist. Die Formwaben 6 tragen an ihren längsseitig gerichteten Seitenwänden

erfindungsgemäß hergestellte Oberflächenstrukturen 40, welche auf herzustellenden Betonformsteinen aufgebracht werden. Die stirnseitig sowie rückseitig (nicht dargestellt) vorhandenen glatten Seitenwände 41 dienen beispielsweise zur

Bereitstellung von bündigen Stossflächen, wenn erfindungsgemäß hergestellten Betonformsteine möglichst ohne Spaltmaß verlegt werden sollen. Zu besseren Entnehmbarkeit der fertigen

Formsteine kann jede Formwabe eine Konizität aufweisen, die den Querschnitt nach unten hin vergrößert.

Fig. 4b zeigt exemplarisch ein Druckstück 5 mit einer

erfindungemäß hergestellten Oberflächenstruktur 42, welches im Rahmen der Fertigung von Betonformsteinen von oben her in die Formwaben 6 eingeführt wird, um eingefüllten Beton zur

Herstellung eines Betonformsteins in einem oder mehreren

Schritten verdichtet und dabei die Oberflächenstruktur

aufprägt .

Fig. 4c zeigt eine schematische Darstellung eines

erfindungsgemäß hergestellten Betonformsteins 43, welcher auf seiner oberen Fläche 44, auf seiner rechtsseitig dargestellten Seitenfläche 45 und entlang einer rechtsseitig verlaufenden Phase 46 eine erfindungsgemäß hergestellte Struktur 48

aufweist. Die Stirnseite 49 sowie die nicht dargestellte

Rückseite weisen vorliegend keine Oberflächenstrukturierung auf .

Fig. 4d zeigt eine schematische Darstellung eines

Betonformsteins 50, bei welchem eine Struktur 51 nur auf der Oberfläche aufgebracht wurde und die Seitenflächen 52, 53 sowie die Phase 54 keine Strukturierung aufweist.

Selbstverständlich sind auch andere Kombinationen von

Strukturierungen auf den einzelnen Oberflächen der Betonformsteine denkbar, je nachdem welche Art von Stein hergestellt werden soll.

Die Erfindung ist jedoch nicht auf das dargestellte

Ausführungsbeispiel beschränkt. Insbesondere ist die Erfindung nicht auf die reine Herstellung von Betonformsteinen

beschränkt, sondern umfasst vielmehr all diejenigen

Formsteine, welche unter vergleichbaren Verfahren unter

Heranziehung von Formen mit strukturierten Seitenwänden und/oder strukturierten Druckstücken Gebrauch machen. Die Erfindung umfasst vielmehr auch all diejenigen

Ausgestaltungen, welche vom erfindungswesentlichen Gedanken ebenfalls Gebrauch machen.

Bezugszeichenliste :

1 Formoberteil

2 Formunterteil

3 Stempel

4 Anschraubplatte

5 Druckstück

6 Formwabe

7 Formrahmen

21 Strukturart

21 Strukturgröße

22 Topografieskala

23 Komplexitätsgröße

24 Rauhigkeitsparameter

25 Computer

26 Oberflächenstruktur

30 Polygonstruktur

31 Stapelpunkt

32 Stapelstelle

33 Hinterschneidungen

34 Paketierung

35 Parkettierung

36 Randübergänge

37 Übertragungsverfahren

40 Oberflächenstrukturen

41 Seitenwände

42 Oberflächenstruktur

43 Betonformstein

44 Obere Fläche

45 Seitenfläche

46 Phase

48 Struktur

49 Stirnseite

50 Betonformstein

51 Struktur

52 Seitenfläche

53 Seitenfläche

54 Phase