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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR PROVIDING A SINGULATION DEVICE OF A STORING AND DISPENSING CONTAINER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/207189
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method for providing a singulation device (20) of a storing and dispensing container (1) for medicament portions. Singulation devices have to be adapted to medicament portions on account of the latter having different dimensions. For this purpose, the medicament portions are measured by hand, and a suitable singulation device is then determined. This is time-consuming and susceptible to error. The problem is solved by a method in which a medicament portion of a defined medicament type that is to be measured is firstly made available. At least one image of the medicament portion is then generated with a detection device (45, 46; 65, 66; 76, 77; 78, 79), and the at least one image is processed by image analysis, wherein medicament information items concerning the provided medicament portion are determined, wherein these information items include at least the dimensions of the medicament portion. Finally, the medicament information items that have been determined are used to identify a singulation device (20) matching the medicament portions that are to be singulated.

Inventors:
HELLENBRAND, Christoph (Hauptstr. 23, Kaifenheim, 56761, DE)
Application Number:
EP2017/060092
Publication Date:
December 07, 2017
Filing Date:
April 27, 2017
Export Citation:
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Assignee:
BECTON DICKINSON ROWA GERMANY GMBH (Rowastr. 1, Kelberg, 53539, DE)
International Classes:
G06K9/00; G06T7/00
Attorney, Agent or Firm:
ZENZ PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFT MBB (Rüttenscheider Straße 2, Essen, 45128, DE)
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Claims:
ANSPRÜCHE

1. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen, wobei

a) eine zu vermessende Arzneimittelportion einer bestimmten Arzneimittelart bereitgestellt wird,

b) mit einer Erfassungseinrichtung (45, 46; 65, 66; 76, 77; 78, 79) zumindest eine Aufnahme der Arzneimittelportion erzeugt wird,

c) die zumindest eine Aufnahme bildanalytisch bearbeitet wird, wobei festgelegte Arzneimittel-Informationen zu der bereitgestellten Arzneimittelportion bestimmt werden, wobei diese Informationen zumindest die Dimensionen der

Arzneimittelportion umfassen,

d) anhand der ermittelten Arzneimittel-Informationen eine zu den zu vereinzelnden Arzneimittelportionen passende

Vereinzelungseinrichtung (20) identifiziert wird. 2. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass Arzneimittel-Informationen einer Mehrzahl von

Arzneimittelportionen der gleichen Arzneimittelart durch

Wiederholen der Schritte a) - c) bestimmt werden und

dass anhand der Mehrzahl der ermittelten Arzneimittel- Informationen die passende Vereinzelungseinrichtung

identifiziert wird.

3. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass bei der bildanalytischen Bearbeitung zusätzlich die Farbe der Arzneimittelportion als Teil der Arzneimittel- Informationen bestimmt wird. 4. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet,

dass zum Ermitteln einer geeigneten Vereinzelungseinrichtung in einer Datenbank, in welcher Daten zu einer Mehrzahl von

Vereinzelungseinrichtungen gespeichert sind, basierend auf den Arzneimittel-Informationen eine Recherche durchgeführt wird.

5. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass, sofern bei der Datenbankrecherche eine geeignete

Vereinzelungseinrichtung ermittelt wird, ein aktueller Bestand dieser Vereinzelungseinrichtung bestimmt wird.

6. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach Anspruch 4 oder 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass, sofern bei der Datenbankrecherche keine geeignete Vereinzelungseinrichtung ermittelt wird, basierend auf den

Arzneimittel-Informationen Modelldaten für eine geeignete

Vereinzelungseinrichtung bestimmt werden.

7. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass

in Schritt b) mit einer Aufnahmeeinrichtung eine Mehrzahl von Aufnahmen erzeugt wird, wobei die zu vermessende Arzneimittelportion zwischen den Aufnahmen um einen vorgegebenen Winkelschritt gedreht wird, und

in Schritt c) bei der bildanalytischen Bearbeitung ein SD- Modell der Arzneimittelportion bestimmt wird, auf dessen Basis die Arzneimittel-Informationen ermittelt werden.

8. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach Anspruch 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass in Schritt b) die Mehrzahl von Aufnahmen mit einer Aufnahmeeinrichtung mit einem telezentrischen Objektiv erzeugt wird . 9. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet,

dass die Schritte a) und b) von einem ersten Benutzer ausgeführt werden und zumindest Schritt d) von einem zweiten Benutzer ausgeführt wird.

10. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass Daten der zumindest einen in Schritt b) erzeugten

Aufnahme oder die in Schritt c) bestimmten Arzneimittel- Informationen von dem ersten Benutzer per Datenfernübertragung an den zweiten Benutzer übermittelt werden.

11. Verfahren zum Bereitstellen einer

Vereinzelungseinrichtung (20) eines Vorrats- und Abgabebehälters (1) für Arzneimittelportionen nach Anspruch 9 oder 10,

dadurch gekennzeichnet, dass e) dem ersten Benutzer eine vorgegebene Anzahl von Vereinzelungseinrichtungen von dem zweiten Benutzer zur Verfügung gestellt wird.

Description:
Verfahren zum Bereitstellen einer Vereinzelungseinrichtung eines

Vorrats- und Abgabebehälters

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum

Bereitstellen einer Vereinzelungseinrichtung eines Vorrats- und Abgabebehälters für Arzneimittelportionen.

Moderne Blisterautomaten, wie sie beispielsweise in der WO 2013/034504 AI offenbart sind, umfassen, je nach Ausbaustufe, mehrere hundert Vorrats- und Abgabebehälter für

Arzneimittelportionen. In diesen ist jeweils eine Mehrzahl von Arzneimittelportionen eines bestimmten Arzneimittels gelagert, und auf Anforderungen können einzelne Arzneimittelportionen abgegeben werden. Mit den Blisterautomaten werden die in den Vorrats- und Abgabebehältern gelagerten Arzneimittelportionen patientenindividuell gemäß den ärztlich verordneten

Eingabezeitpunkten zusammengestellt und verblistert.

Zur Zusammenstellung der Arzneimittelportionen werden entsprechende Vorrats- und Abgabebehälter zur Abgabe einer oder mehrerer vereinzelter Arzneimittelportionen angesteuert. Bei der Ansteuerung eines Vorrats- und Abgabebehälters wird mit einer Vereinzelungseinrichtung, die Teil des Vorrats- und

Abgabebehälters ist, eine einzelne Arzneimittelportion separiert und über eine Abgabeöffnung einer Führungseinrichtung des

Blisterautomaten übergeben. Mittels der Führungseinrichtung wird eine abgegebene Arzneimittelportion, gegebenenfalls unter

Zwischenschaltung einer Sammeleinrichtung, einer

Verpackungseinrichtung zugeführt, welche einzelne oder mehrere Arzneimittelportionen entsprechend den ärztlichen Vorgaben verblistert .

Mit dem vorgenannten Blisterautomaten können nicht nur rezeptpflichtige Arzneimittel, sondern beispielsweise auch

Nahrungsergänzungsmittel (in Form einzelner Portionen) oder ähnliche Präparate verblistert werden. Im Rahmen dieser

Anmeldung sollen mit dem Begriff der Arzneimittelportion auch solche Mittel bzw. Präparate umfasst sein. Mit anderen Worten sollen sämtliche Präparate umfasst sein, die in formstabilen Portionen ausgegeben und verabreicht werden können.

Zur Vereinzelung der Arzneimittelportionen, die in einem Vorratsbehälter eines Vorrats- und Abgabebehälters gelagert sind, umfasst die Vereinzelungseinrichtung einen Rotor mit einer Mehrzahl von Kanälen, die üblicherweise am Außenumfang des

Rotors angeordnet sind. Die Kanäle sind an die jeweils zu separierenden Arzneimittelportionen hinsichtlich ihrer

Abmessungen bzw. Dimensionen derart angepasst, dass in einem Kanal die Arzneimittelportionen übereinander, nicht aber

nebeneinander angeordnet sein können. Die Anzahl der in einem Kanal übereinander angeordneten Arzneimittelportionen ist von der genauen Ausführung der Vereinzelungseinrichtung abhängig. Sind die Kanäle derart ausgeführt, dass lediglich eine

Arzneimittelportion von einem Kanal aufgenommen wird, so ist über dem über eine Abgabeöffnung gedrehten Kanal ein

Rückhaltemittel angeordnet, das einen Eintritt weiterer

Arzneimittelportionen verhindert. Können mehrere

Arzneimittelportionen in einem Kanal aufgenommen werden, wird der Kanal üblicherweise von dem Rückhaltemittel in zwei Teile geteilt, wobei lediglich die in dem unteren Abschnitt des Kanals angeordnete Arzneimittelportion abgegeben wird.

Wie oben dargelegt, ist es erforderlich, u.a. die

Abmessungen der Kanäle der Rotors der Vereinzelungseinrichtung an die Größe der zu separierenden Arzneimittelportionen

anzupassen, da lediglich bei einer optimalen Anpassung der

Abmessungen der Kanäle an die Abmessungen der

Arzneimittelportionen eine schonende Vereinzelung der

Arzneimittelportionen gewährleistet werden kann. Eine exakte Anpassung gewährleistet auch eine sichere Abgabe. So kann nur bei exakter Anpassung sichergestellt werden, dass bei jedem Abgabevorgang (Rotordrehung) auch wirklich eine

Arzneimittelportion abgeben wird. Bei nicht-exakter Anpassung können sich die Arzneimittelportionen in den Kanälen verkeilen und diese verstopfen. Die Abmessungen bzw. Dimensionen einzelner

Arzneimittelportionen unterschiedlicher Arzneimittelarten variieren stark, so dass eine Vielzahl von Vorrats- und

Abgabebehältern mit unterschiedlichen Vereinzelungseinrichtungen in einem Blisterautomaten verwendet wird. Vor der

Erstinbetriebnahme eines Blisterautomaten wird üblicherweise so vorgegangen, dass der Betreiber des Blisterautomaten dem

Hersteller mitteilt, welche Arzneimittelarten verblistert werden sollen. Entsprechend den Vorgaben des Betreibers werden dann an die zu verblisternden Arzneimittelarten angepasste

Vereinzelungseinrichtungen in den Vorrats- und Abgabebehältern verbaut und dann angepasste Vorrats- und Abgabebehälter bereit gestellt .

Welche Vereinzelungseinrichtungen verbaut werden ist

abhängig von den Abmessungen bzw. Dimensionen der zu

vereinzelnden Arzneimittelportionen. Bei bekannten

Arzneimittelarten kann auf vorhandene angepasste

Vereinzelungseinrichtungen zurückgegriffen werden.

Ist die Arzneimittelart aber neu oder wurde bei einer an sich bekannten Arzneimittelart die Form der einzelnen

Arzneimittelportionen geändert, müssen die Abmessungen bzw.

Dimensionen der Arzneimittelportion ermittelt werden. Dazu werden diese nach dem Stand der Technik per Hand vermessen. Dies kann auf Seiten des Betreibers erfolgen. Häufig sendet dieser „neue" Arzneimittelportionen aber auch zum Hersteller, um die neuen Arzneimittelportionen von diesem vermessen zu lassen.

Diese Vorgehensweise ist allgemein zeitaufwendig und

fehleranfällig. Bei beispielsweise ovalen Arzneimittelportionen kann es schwierig sein, die Länge der Arzneimittelportion fehlerfrei zu bestimmen, leichte Messfehler schleichen sich schnell ein. Wie bereits oben erwähnt ist aber eine möglichst genaue Anpassung der Vereinzelungseinrichtung an die Dimensionen der zu vereinzelnden Arzneimittelportionen notwendig, da

ansonsten die Gefahr einer Beschädigung der

Arzneimittelportionen bei dem Vereinzelungsvorgang erheblich steigen. Es sind daher selbst kleine Messfehler nach Möglichkeit zu vermeiden.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, welches das Bereitstellen von

Vereinzelungseinrichtungen eines Vorrats- und Abgabebehälters rasch, kostengünstig und fehlerminimiert ermöglicht.

Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum

Bereitstellen einer Vereinzelungseinrichtung eines Vorrats- und Abgabebehälters für Arzneimittelportionen gemäß Patentanspruch 1. Erfindungsgemäß wird eine zu vermessende Arzneimittelportion einer bestimmten Arzneimittelart bereitgestellt, wobei die

Dimensionen bzw. Abmessungen dieser Arzneimittelportion

üblicherweise unbekannt sind.

Mit einer Erfassungseinrichtung wird nach dem Bereitstellen zumindest eine digitale Aufnahme der Arzneimittelportion

erzeugt, und die zumindest eine digitale Aufnahme wird

bildanalytisch bearbeitet, wobei festgelegte Arzneimittel- Informationen zu der bereitgestellten Arzneimittelportion bestimmt werden. Diese Arzneimittel-Informationen umfassen zumindest die Dimensionen bzw. Abmessungen der

Arzneimittelportion .

Unter „bildanalytisch bearbeitet" wird im Zuge dieser

Anmeldung verstanden, dass basierend auf der zumindest einen digitalen Aufnahme der Arzneimittelportion die gewünschten

Arzneimittel-Informationen ermittelt werden, wobei dem Fachmann bekannte Verfahren zur Bildbearbeitung und Bildanalyse verwendet werden. Die Bearbeitung kann mit einer entsprechenden

Steuereinrichtung (beispielsweise Personalcomputer mit

entsprechender Software) durchgeführt werden, so dass die benötigten Arzneimittel-Informationen rasch und zuverlässig bereitgestellt werden können.

Anhand der ermittelten Arzneimittel-Informationen wird eine zu den zu vereinzelnden Arzneimittelportionen passende

Vereinzelungseinrichtung identifiziert. Sobald die passende Vereinzelungseinrichtung identifiziert ist kann diese beschafft und dem Benutzer bereitgestellt werden. Dazu kann ggf. auf einen Lagerbestand zurückgegriffen werden, ggf. ist es aber auch erforderlich, eine an die Arzneimittel-Informationen angepasste Vereinzelungseinrichtung herzustellen.

Erfindungsgemäß erfolgt die Ermittlung der Abmessungen einer Arzneimittelportion einer Arzneimittelart und die Ermittlung einer passenden Vereinzelungseinrichtung also vollautomatisch unter Anwendung von Bildbearbeitungs- und Analyseverfahren, wobei es wesentlich ist, dass das angewendete Verfahren und die Erfassungseinrichtung geeignet sind, bei so kleinen Objekten wie Arzneimittelportionen die Abmessungen bzw. Dimensionen mit einer erforderlichen Genauigkeit zu ermitteln. Entsprechende Hard- und Software ist dem Fachmann bekannt und auf dem Markt verfügbar.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die Identifizierung einer passenden Vereinzelungseinrichtung rasch und zuverlässig durchgeführt werden, da aufgrund der automatischen Vermessung einer Arzneimittelportion die durch einen menschlichen Benutzer bedingte Fehleranfälligkeit vermieden ist. Zwar ist die

Beschaffung der notwendigen Hardware mit gewissen Kosten

verbunden, diese sind aber aufgrund der rascheren Bearbeitung und der Vermeidung von fehlerhaft zugewiesenen

Vereinzelungseinrichtungen rasch amortisiert.

Bei der Herstellung der Arzneimittelportionen kann es aufgrund von gewissen Fertigungstoleranzen zu gewissen

Abweichungen hinsichtlich der Abmessungen zwischen

unterschiedlichen Arzneimittelportionen kommen. Um diese zu

Erkennen und die Vereinzelungseinrichtung ggf. anzupassen ist es bevorzugt, dass die Arzneimittel-Informationen einer Mehrzahl von Arzneimittelportionen der gleichen Arzneimittelart bestimmt werden und die Vereinzelungseinrichtung auf der Basis der

Mehrzahl von Arzneimittel-Informationen identifiziert wird. Dazu werden die Schritte a) - c) des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechend oft wiederholt. Liegen dann entsprechend viele Arzneimittel-Informationen vor wird die passende

Vereinzelungseinrichtung identifiziert. So ist es beispielsweise denkbar, die Vereinzelungseinrichtung an die größten bestimmten Abmessungen anzupassen. Auf diese Weise wird die

Wahrscheinlichkeit von Fehlfunktionen weiter reduziert.

Die Farbe einer Arzneimittelportion kann für den

Abgabevorgang ebenfalls relevant sein, und zwar im Hinblick auf die Kontrolle der Abgabe als solche. Dazu kann beispielsweise mit einem Sensor ein gewisser Bereich bei der Abgabeöffnung überwacht werden. Um die Überwachung zu optimieren ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass bei der bildanalytischen Bearbeitung zusätzlich die Farbe der

Arzneimittelportion als Teil der Arzneimittel-Informationen bestimmt wird.

Anhand der ermittelten Arzneimittel-Informationen wird eine geeignete Vereinzelungseinrichtung identifiziert. Dazu wird anhand der Abmessungen der Arzneimittelportion bestimmt, welche Vereinzelungseinrichtung geeignet ist. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird zum Identifizieren einer geeigneten

Vereinzelungseinrichtung in einer Datenbank, in welcher Daten zu einer Mehrzahl von Vereinzelungseinrichtungen gespeichert sind, basierend auf den Arzneimittel-Informationen eine Recherche durchgeführt. Auf diese Weise kann die geeignete

Vereinzelungseinrichtung rasch und fehlerfrei ermittelt werden.

Wie bereits angedeutet, sind bei modernen Blisterautomaten zahlreiche Vorrats- und Abgabebehälter verbaut, so dass bei einem Hersteller stets mehrere Vereinzelungseinrichtungen vorrätig sind, wobei es jedoch nicht gewährleistet ist, dass stets jede bekannte Vereinzelungseinrichtung, d.h. jede in einer zur Recherche herangezogenen Datenbank aufgeführte

Vereinzelungseinrichtung, vorrätig ist. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird daher, sofern bei der Datenbankrecherche eine geeignete Vereinzelungseinrichtung identifiziert wird, ein aktueller Lagerbestand dieser Vereinzelungseinrichtung bestimmt. Die Datenbank kann die entsprechenden Bestandsinformationen umfassen, oder es kann alternativ auf eine entsprechende

Datenbank des Herstellers des Blisterautomaten oder eines

Dritten (Zulieferer von Vereinzelungseinrichtungen) zugegriffen werden. Sollte sich herausstellen, dass der Lagerbestand einer bestimmten Vereinzelungseinrichtung gering ist kann die Herstellung weiterer Vereinzelungseinrichtungen initiiert werden .

Da stets neue Arzneimittelarten auf den Markt kommen, kann es vorkommen, dass bei „neuen" oder sehr seltenen

Abmessungskombinationen keine geeignete Vereinzelungseinrichtung ermittelt werden kann, d.h. es keine an die ermittelten

Abmessungen angepasste Vereinzelungseinrichtung gibt. Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens werden, sofern bei der Datenbankrecherche keine geeignete Vereinzelungseinrichtung identifiziert wird, basierend auf den Arzneimittel-Informationen Modelldaten für eine geeignete Vereinzelungseinrichtung

bestimmt. Anhand der automatisch erzeugten Modelldaten kann dann die geeignete Vereinzelungseinrichtung hergestellt und

bereitgestellt werden. Die benötigten Vereinzelungseinrichtungen können von dem Benutzer des Blisterautomaten selber hergestellt werden, die Modelldaten können aber auch an den Hersteller oder einen Dritten übermittelt werden, und der Hersteller oder der Dritte fertigen die benötige Vereinzelungseinrichtung auf der Basis der erhaltenen Modelldaten.

Die Modelldaten können ferner dazu verwendet werden, mit einem 3D-Drucker ein Modell einer Arzneimittelportion zu drucken und mit diesem Modell die (neue) Vereinzelungseinrichtung zu testen .

Wie bereits angedeutet ist es für eine schonende

Vereinzelung der Arzneimittelportionen notwendig, die

Vereinzelungseinrichtung sehr genau an die Abmessungen der

Arzneimittelportionen anzupassen. Um diese Abmessungen besonders genau bestimmen zu können, ist es bei einer bevorzugten

Ausführungsform vorgesehen, dass in Schritt b) mit einer

Aufnahmeeinrichtung eine Mehrzahl von Aufnahmen erzeugt wird, wobei die zu vermessende Arzneimittelportion zwischen den

Aufnahmen um einen vorgegebenen Winkelschritt gedreht wird, und in Schritt c) bei der bildanalytischen Bearbeitung ein 3D-Modell der Arzneimittelportion bestimmt wird, auf dessen Basis die Arzneimittel-Informationen ermittelt werden. Bei dieser Ausführungsform wird eine Mehrzahl von Aufnahmen erzeugt, die sich jeweils um einen vorgegebenen Winkelschritt unterscheiden. Auf diese Art und Weise kann ein sehr exaktes 3D-Modell erzeugt werden, auf dessen Basis die Abmessungen der Arzneimittelportion sehr genau bestimmt werden können.

Die Genauigkeit des vorgenannten Verfahrens lässt sich bei einer bevorzugten Ausführungsform noch weiter steigern, wobei bei dieser Ausführungsform in Schritt b) die Mehrzahl von

Aufnahmen mit einer Aufnahmeeinrichtung mit einem

telezentrischen Objektiv erzeugt wird. Bei Verwendung eines telezentrischen Objektivs (mit geeigneter Beleuchtung) passieren nur nahezu achsparallele Lichtstrahlen dieses Objektiv, so dass sich nahezu keine Messungenauigkeiten aufgrund eines

variierenden Abstands Arzneimittelportion / Objektiv ergeben. Eine Variation des Abstandes kann auftreten, wenn die

Arzneimittelportion, die im Laufe der Vermessung gedreht wird, nicht zentral auf einem entsprechenden Drehmittel angeordnet wird. Die Verwendung eines telezentrischen Objektivs macht also auch die Bedienung einfacher, da die zentrale Anordnung der Arzneimittelportion nicht mehr so relevant ist.

Das Bereitstellen von Vereinzelungseinrichtungen ist vor der Erstinbetriebnahme wichtig, um einem Kunden einen an seine

Bedürfnisse angepassten Blisterautomaten liefern zu können. Es wird aber auch vorkommen, dass im Laufe des Betriebs des

Blisterautomaten neue Arzneimittelarten zu verblistern sind, oder sich die Form der Arzneimittelportionen bekannter

Arzneimittelarten ändert. Dies macht es erforderlich, bei einem Vorrats- und Abgabebehälter, welcher mit den „neuen"

Arzneimittelportionen bestückt werden soll, eine neue,

entsprechend angepasste Vereinzelungseinrichtung zu verwenden. Um diese zu ermitteln muss der Betreiber eine

Arzneimittelportion mit unbekannten Abmessungen dem Hersteller zusenden, welcher die Arzneimittelportion vermisst und die geeignete Vereinzelungseinrichtung identifiziert und

bereitstellt. Dies ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Auch kann es vorkommen, dass gewisse Arzneimittelportionen nicht in das Land, in welchem der Hersteller des Blisterautomaten seinen Produktionsstandort hat, eingeführt werden dürfen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist es daher

vorgesehen, dass die Schritte a) und b) von einem ersten

Benutzer ausgeführt werden und zumindest Schritt d) von einem zweiten Benutzer ausgeführt wird. Bei dieser Ausführungsform ist das Verfahren also aufgeteilt, wobei der erste Benutzer

regelmäßig dem Betreiber eines Blisterautomaten entspricht. Der Betreiber stellt also die Arzneimittelportion bereit und

vermisst diese, die Identifikation anhand der ermittelten

Arzneimittel-Informationen kann dann über den Hersteller oder einen Dritten erfolgen. Dieses Verfahren macht es überflüssig, dass Arzneimittelportionen zur Vermessung und Analyse versendet werden. Die Vermessung übernimmt der Betreiber, der natürlich über das notwendige Equipment verfügen muss. In diesem

Zusammenhang ist es bevorzugt, dass die Daten der zumindest einen in Schritt b) erzeugten Aufnahme oder in Schritt c) bestimmten Arzneimittel-Informationen von dem ersten Benutzer per Datenfernübertragung an den zweiten Benutzer übermittelt werden.

Wenn der erste und der zweite Benutzer an verschiedenen Orten tätig sind, ist es bevorzugt, dass dem ersten Benutzer von dem zweiten Benutzer eine vorgegebene Anzahl von

Vereinzelungseinrichtungen zur Verfügung gestellt wird.

Im Nachfolgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, ein Vorrats- und Abgabebehälter für Arzneimittelportionen sowie verschiedene Vorrichtungen, mit welchen Aufnahmen von Arzneimittelportionen gemacht werden können, beschrieben. In der Zeichnung zeigen

Figuren la und lb Schrägansichten eines Vorrats- und

Abgabebehälters ;

Figuren 2a und 2b zwei Darstellungen einer

Vereinzelungseinrichtung eines Vorrats- und Abgabebehälters;

Figur 3 eine schematisch Seitenansicht einer Vorrichtung zum Erfassen mehrerer Aufnahmen einer Arzneimittelportion; Figuren 4a - 4c Draufsichten auf die in Figur 3 schematisch gezeigte Vorrichtung, wobei die Arzneimittelportion in

verschiedenen Winkelstellungen dargestellt ist;

Figuren 5 und 6 jeweils eine schematische Seitenansicht einer weiteren Vorrichtung zum Erfassen einer Aufnahme einer Arzneimittelportion; und

Figur 7 ein Fließdiagramm zur bildanalytischen Bearbeitung mehrerer Aufnahmen einer Arzneimittelportion.

Die Figuren la und lb zeigen zwei Schrägansichten eines Vorrats- und Abgabebehälters 1. Der Vorrats- und Abgabebehälter 1 umfasst ein einen Aufnahmeraum 2 für Arzneimittelportionen umschließendes Gehäuse 10, welches im unteren Abschnitt einen kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 aufweist. Das Gehäuse 10 wird nach unten durch eine Bodenfläche begrenzt, die eine (nicht dargestellte) Abgabeöffnung aufweist, über welche eine

Arzneimittelportion, die in einem an der Abgabeöffnung

ausgerichteten Kanal 23 angeordnet ist, abgegeben werden kann. Wie dies insbesondere in Figur lb zu erkennen ist, ist in dem kreiszylinderförmigen Abschnitt des Gehäuses 10 eine

Vereinzelungseinrichtung 20 angeordnet, die an ihrem Außenumfang eine Mehrzahl von Kanälen 23 sowie diese separierende Vorsprünge 22 aufweist. Die Vorsprünge 22 bilden zusammen mit einem

Mittelteil 21, das von einem (nicht dargestellten) Antrieb bewegt wird, die Kanäle 23. Die Vorsprünge 22 können einstückig mit dem Mittelteil 21 ausgeführt sein, es ist aber auch denkbar, dass die Vorsprünge 22 an den Außenumfang des Mittelteils 21 angesetzt sind und so die Kanäle an dem Außenumfang des

Mittelteils 21 erzeugt sind.

Wie dies in Figur lb zu erkennen ist, umfasst der Vorrats- und Abgabebehälter 1 ein Rückhaltemittel 30, welches außen an dem kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 des Gehäuses 10

angeordnet ist. Das Rückhaltemittel 30 umfasst einen

Rückhalteabschnitt 31, der über einen Schlitz in dem

kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 in das Gehäuse eingeführt ist, und zwar derart, dass das Rückhaltemittel 31 geringfügig über einer von den Vorsprüngen 22 angeordneten Ebene gehalten ist. Die Abgabeöffnung des Vorrats- und Abgabebehälters und der Rückhalteabschnitt 31 des Rückhaltemittels 30 sind derart zueinander ausgerichtet, dass der Rückhalteabschnitt 31 oberhalb der Abgabeöffnung angeordnet ist. Dadurch wird verhindert, dass in einen Kanal, der über der Abgabeöffnung angeordnet ist, weitere Arzneimittelportionen eindringen. Erst wenn dieser Kanal durch eine Bewegung des Rotors unter dem Rückhalteabschnitt 31 weggedreht wird, kann eine neue Arzneimittelportion in diesen Kanal eintreten.

Figur 2a zeigt eine Schrägansicht der

Vereinzelungseinrichtung 20 mit Mittelteil 21 sowie einer

Mehrzahl von Vorsprüngen 22 und einer Mehrzahl von Kanälen 23. Eine Vereinzelungseinrichtung ist eines der zentralen

Bauelemente eines Vorrats- und Abgabebehälters. Aus den

vorgenannten Gründen sind die Vereinzelungseinrichtungen

üblicherweise derart in dem Vorrats— und Abgabebehälter verbaut, dass diese schnell und unkompliziert durch eine andere

Vereinzelungseinrichtung ersetzt werden können.

Figur 2b zeigt eine Seitenansicht der

Vereinzelungseinrichtung 20, wobei der mittlere Kanal orthogonal zur Zeichnungsebene ausgerichtet ist. Wie dies bereits weiter oben ausgeführt ist, müssen die Abmessungen des Kanals, sprich seine Breite Bl, seine Höhe H sowie seine Tiefe T, sehr genau an die Abmessungen der zu vereinzelnden Arzneimittelportionen angepasst sein, damit bei dem Vereinzeln der

Arzneimittelportionen eine Beschädigung dieser durch die

Geometrie der Kanäle und der Vorsprünge vermieden werden kann.

Bei der gezeigten Ausführungsform sind die Kanäle

beispielsweise derart angeordnet, dass deren Breite geringer als die Breite der die Kanäle separierenden Vorsprünge 22 ist. Bei anderen Ausführungsformen ist es aber auch denkbar, dass die Breite der Vorsprünge nur geringfügig größer oder gar kleiner als die Breite der Kanäle selber ist. Ferner ist es vorstellbar, dass die Kanäle deutlich breiter ausgeführt sind, und dass die Breite beispielsweise annähernd der Höhe der Kanäle entspricht. Wie dies Figur 2b zu entnehmen ist, kann die

Vereinzelungseinrichtung 20 über einen Ansatz 24 verfügen, der in eine entsprechende Öffnung in des Vorrats- und

Abgabebehälters einführbar ist, und über welchen die

Vereinzelungseinrichtung mit einem Motor gekoppelt werden kann.

Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht einer

Vorrichtung bzw. Anordnung zum Erfassen einer Mehrzahl von

Aufnahmen einer Arzneimittelportion 5. Die Figuren 4a - 4c zeigen verschiedene Draufsichten der gleichen Vorrichtung, wobei die Arzneimittelportion bei den Figuren 4a - 4c in verschiedenen Winkelstellungen dargestellt ist.

Die Vorrichtung umfasst eine Durchlicht-Lichtquelle 44, die auf einer Stütze 43 angeordnet ist. Die Vorrichtung umfasst ferner eine auf einer Stütze 40 angeordnete

Erfassungseinrichtung 45, 46, die bei dieser Ausführungsform als Kamera 45 mit Objektiv 46 ausgeführt ist. Zwischen der

Erfassungseinrichtung und der Durchlicht-Lichtquelle 44 ist ein Tisch 41 mit einem Drehteller 42 angeordnet, auf welchem eine Arzneimittelportion 5 angeordnet ist. Der Drehteller 42 macht eine feine Einstellung des Drehwinkels des Drehtellers in Bezug auf die Achse Durchlichtquelle/Erfassungseinrichtung möglich.

Bei der Durchlicht-Lichtquelle 44 kann beispielsweise ein diffuses Flächenlicht mit roter Lichtfarbe verwendet werden, als Kamera kann beispielsweise eine IDS UI-5480CP-M-GL Kamera mit einem 5-Megapixel-Sensor und einer Auflösung von 2.560x1.920 Pixeln verwendet werden. Die Kamera kann beispielsweise mit einem 35mm-Obj ektiv mit Zwischenring eingesetzt werden.

Zumindest der Drehtisch 42 und die Erfassungseinrichtung 45, 46 sind mit einer Steuereinrichtung 50 verbunden, die den

Drehtisch steuert und bei entsprechenden Winkelstellungen die Erfassungseinrichtung zum Erzeugen von Aufnahmen ansteuert. Die Steuereinrichtung 50 kann auch die bildanalytische Bearbeitung und die Identifikation der passenden Vereinzelungseinrichtung durchführen. Alternativ können diese Verfahrensschritte aber auch von einer separaten Steuereinrichtung, beispielsweise einem PC mit entsprechender Software, durchgeführt werden. Dieser kann mit der Steuereinrichtung 50 über Mittel zur

Datenfernübertragung verbunden sein.

Wie bereits aus der Beschreibung dieser Ausführungsform ersichtlich ist, werden die Stützen 40, 43 sowie der Tisch 41 lediglich verwendet um die Handhabung der Gesamtanordnung zu vereinfachen, sie sind für das erfindungsgemäßen Verfahren sowie die Anordnung nicht wesentlich.

Bei Verwendung der vorgenannten Anordnung bzw. Vorrichtung werden die Arzneimittelportionen mit der Erfassungseinrichtung, hier einer Kamera, im Durchlicht betrachtet, um eine Mehrzahl von zweidimensionalen Aufnahmen bzw. Projektionen zu erhalten. Die Arzneimittel-Informationen werden nicht direkt aus einer einzigen 2D-Aufnahme ermittelt, sondern die Arzneimittelportion 5 wird auf dem Drehteller 42 angeordnet, und es werden mehrere Aufnahmen der Arzneimittelportion erzeugt, wobei die

Arzneimittelportion 5 nach jeder Aufnahme um einen kleinen

Winkelschritt (z. B. 1 oder 2 Grad) weitergedreht wird. Man erhält auf diese Weise 2D-Aufnahmen bzw. -Projektionen aus einer Mehrzahl verschiedener Richtungen. Aufgrund der Formgebung von Arzneimittelportionen hat man diese nach einem Gesamtdrehwinkel von 180° näherungsweise aus allen relevanten Raumrichtungen erfasst, und durch Überlagerung der aus den verschiedenen

Richtungen erhaltenen 2D-Aufnahmen bzw. -Projektionen kann dann bei der bildanalytischen Bearbeitung ein 3D-Model mit hoher Auflösung rekonstruiert werden. Auf der Basis des vorgenannten 3D-Models werden dann erfindungsgemäß die festgelegten

Arzneimittel-Informationen bestimmt, wobei diese Informationen zumindest die Dimensionen der Arzneimittelportion umfassen.

Anhand dieser Arzneimittel-Informationen wird dann die passende Vereinzelungseinrichtung identifiziert und im Anschluss daran dem Betreiber bereitgestellt.

Bei Figur 3 ist der Strahlengang von der Durchlicht- Lichtquelle 44 zu dem Objektiv 46 der Kamera 45 anhand der

Strahlen 60, 61, 62 schematisch dargestellt. Es ist zu erkennen, dass von der Arzneimittelportion die Strahlen 62, 61 verdeckt werden während Strahl 60 ungehindert auf das Objektiv trifft. Wie bereits oben dargelegt, ergibt sich bei Verwendung eines klassischen (entozentrischen) Objektivs das Problem, dass der Vergrößerungsmaßstab von der Entfernung zwischen der

Arzneimittelportion 5 und dem Objektiv 46 abhängt. Wird die Arzneimittelportion näher an das Objektiv herangebracht (z. B. durch die Drehung des Drehtisches 42 bei nicht-zentrischer Ausrichtung der Arzneimittelportion auf dem Drehtisch)

vergrößert sich die Abbildung entsprechend. Dies führt bei dem zur Bildanalyse verwendeten Rekonstruktionsprinzip dazu, dass sich für die Rekonstruktion einer Scheibe der

Arzneimittelportion relevante Objektbereiche zwischen den einzelnen Aufnahmen in ihrer vertikalen Position verändern, was zu Fehlern bei der Rekonstruktion führt. Um diese Fehler zu vermeiden kann bei dieser Anordnung bzw. Vorrichtung ein

telezentrisches Objektiv sowie eine telezentrische Beleuchtung bei der Durchlicht-Lichtquelle 44 verwendet werden.

Ein telezentrisches Objektiv zeichnet sich dadurch aus, dass nur Lichtstrahlen mit einem nahezu achsparallelen Strahlengang die Optik passieren. Anders als bei entozentrischen Objektiven ist der Abbildungsmaßstab im Schärfentiefebereich des Objektivs daher (nahezu) unabhängig vom Abstand zwischen

Arzneimittelportion und Objektiv. Die telezentrische Beleuchtung sendet Licht aus, bei dem alle Lichtstrahlen achsparallel zur optischen Achse ausgerichtet sind. Dies ermöglicht eine sehr scharfe Abbildung der Ränder der Arzneimittelportion und

vermeidet Spiegelungen durch seitlich auf eine

Arzneimittelportion auftreffendes Licht.

Telezentrisches Objektiv und telezentrische Beleuchtung sind recht kostenintensiv, so dass deren Verwendung lediglich

optional ist. Mit geeigneter Software und entsprechender „normaler" Beleuchtung und „normalem" Objektiv lassen sich ebenfalls Ergebnisse erzielen, deren Genauigkeit ausreicht, um eine passende Vereinzelungseinrichtung zu identifizieren oder entsprechende Modelldaten zu liefern (sollte keine geeignete Vereinzelungseinrichtung vorhanden sein) . Wie bereits angedeutet, wird der Drehteller zwischen den einzelnen Aufnahmen um einen gewissen Drehwinkel verstellt. Dazu kann man den Drehteller zwischen den einzelnen Schritten

anhalten und in der Ruhestellung des Drehtisches mit der

Erfassungseinrichtung eine Aufnahme erzeugen. Alternativ kann der Drehtisch kontinuierlich gedreht werden. Dann ist der

Drehtisch beispielsweise mit einem Encoder gekoppelt, der die mechanische Drehbewegung des Drehtisches in elektrische Signale umwandeln, welche wiederum das Erzeugen einer Aufnahme mit der Erfassungseinrichtung auslösen.

Ferner ist es möglich, die Drehbühne kontinuierlich mit konstanter, bekannter Geschwindigkeit zu drehen. Bei bekannter Drehgeschwindigkeit ist die benötigte Zeit für eine halbe

Umdrehung des Drehtisches bekannt, so dass die Zeitpunkte bekannt sind, zu denen mit der Erfassungseinrichtung eine

Aufnahme der Arzneimittelportion zu erzeugen ist. Wie die mehreren Aufnahmen der Arzneimittelportion im Einzelnen erzeugt werden, ist jedoch für die Erfindung als solche nicht relevant. Wichtig ist lediglich im Rahmen dieser Ausführungsform, dass eine Mehrzahl von Aufnahmen erzeugt wird, wobei es bevorzugt ist, dass die Erfassungseinrichtung dabei ein telezentrisches Objektiv umfasst.

Die Figuren 4a - 4c zeigen Draufsichten auf die in Figur 3 gezeigte Anordnung, wobei die Arzneimittelportion 5 in drei verschiedenen Drehwinkeln gezeigt ist. Anhand der lediglich schematisch angedeuteten Strahlen 62 λ ist die Auswirkung der Rotation auf den Strahlengang zu erkennen. Die weiteren Bauteile entsprechen denen mit Bezug auf Figur 3 beschriebenen.

Figur 5 zeigt eine schematische Seitenansicht einer weiteren Vorrichtung bzw. Anordnung, welche zum Erfassen einer Aufnahme einer Arzneimittelportion geeignet ist. Die Vorrichtung umfasst eine Auflagefläche 61, an der ein Stativ 62 angeordnet ist. Im oberen Bereich des Statives 62 ist eine Erfassungseinrichtung 65, 66 angeordnet. Bei dieser Ausführungsform handelt es sich bei der Erfassungseinrichtung um einen 3D-Scanner. Dieser kann durch ein Stereokamerasystem mit einem mittig positionierten LED-Projektor gebildet sein. Der LED-Projektor sendet einen Lichtkegel 67 auf die Auflagefläche 61, und es ist darauf zu achten, dass die zu vermessende Arzneimittelportion 5 in diesem Lichtkegel angeordnet ist.

Zum Erzeugen einer Aufnahme wird ein Streifenmuster aus blauem, rotem oder IR-Licht auf die zu vermessende

Arzneimittelportion 5 projiziert, wobei die Ortsfrequenz und Phasenverschiebung des Lichts mit der Zeit variiert werden.

Mittels eines Triangulationsverfahrens kann so zu jedem

Kamerapixel neben einem Intensitätswert und der Position in X- und Y-Richtung auch die jeweilige Distanz zum Kamerasystem ermittelt werden, und zwar ohne dass die Arzneimittelportion oder der 3D-Scanner selber bewegt werden müssen.

Der Messvorgang selber nimmt je nach eingestellter

Belichtungszeit weniger als eine Sekunde bis hin zu einigen Sekunden in Anspruch. Bei dieser Anordnung bzw. Vorrichtung beträgt die minimale Entfernung zu dem Messobjekt etwa 150mm, und der Messbereich hat eine Größe von 60x105mm. Mit dem 3D- Scanner wird eine Aufnahme in Form einer 3D-Punktewolke erzeugt, aus welcher bei der bildanalytischen Bearbeitung die

festgelegten Arzneimittel-Informationen bestimmt werden, wobei diese Informationen zumindest die Dimensionen der

Arzneimittelportion umfassen.

Figur 6 zeigt eine weitere Vorrichtung bzw. Anordnung zum Erfassen einer Aufnahme einer Arzneimittelportion. Die

Vorrichtung bzw. Anordnung umfasst eine Bodenfläche 70 mit einer Ausnehmung, in welcher eine Durchlicht-Lichtquelle 74 angeordnet ist. Auf der Bodenfläche 70 sind zwei senkrechte Stützen 71, 75 angeordnet. An der Stütze 71 ist ein horizontaler Arm 72

befestigt, an welchem eine Erfassungseinrichtung 78, 79

angeordnet ist. Eine vergleichbare Erfassungseinrichtung 76, 77 ist an der Stütze 75 angeordnet, und gegenüber dieser

Erfassungseinrichtung 76, 77 ist eine zweite Durchlicht- Lichtquelle 73 angeordnet. Bei den Erfassungseinrichtungen 76, 77 und 78, 79 handelt es sich bei dieser Ausführungsform um Matrix-Kameras, d. h. Kameras mit matrixartigem Sensor, denen gegenüber jeweils eine Durchlicht-Lichtquelle 74, 73 angeordnet ist .

Die optische Achse der Erfassungseinrichtung 78, 79 ist senkrecht auf die Auflagefläche der Durchlicht-Lichtquelle 74 ausgerichtet, und die optische Achse der Erfassungseinrichtung 76, 77 ist senkrecht auf die Oberfläche der Durchlicht- Lichtquelle 73 ausgerichtet, so dass mit den

Erfassungseinrichtungen der jeweils maximale Querschnitt der auf der Durchlicht-Lichtquelle 74 aufliegenden Arzneimittelportion erfasst werden kann.

Bei Abbildung 6 ist der Strahlengang einiger von den

Durchlicht-Lichtquellen 73, 74 ausgesendeten Lichtstrahlen schematisch wiedergegeben. Bedingt durch die Form der

Arzneimittelportion sind die Strahlen 90, 91 der Durchlicht- Lichtquelle 73 von der Arzneimittelportion 5 verdeckt, während die Strahlen 92, 93 von der Erfassungseinrichtung 76, 77 erfasst werden. Entsprechendes gilt für die Erfassungseinrichtung 78, 79, die lediglich von der Durchlicht-Lichtquelle 74

ausgestrahlte Lichtstrahlen 80 bis 83 empfängt, während die im Bereich der Arzneimittelportion abgestrahlten Lichtstrahlen von der Arzneimittelportion blockiert sind.

Aufgrund der Konstruktion der in Figur 6 dargestellten

Vorrichtung bzw. Anordnung können zwar keine 3D-Aufnahmen erzeugt werden, aufgrund der Verwendung von zwei

Erfassungseinrichtungen und zwei Durchlicht-Lichtquellen kann jedoch eine Aufnahme erzeugt werden, anhand welcher bei

bildanalytischer Bearbeitung sämtliche notwendigen Abmessungen der auf der Durchlicht-Lichtquelle 74 aufliegenden

Arzneimittelportion 5 ermittelt werden können.

Im Nachfolgenden wird unter Bezugnahme auf das Fließdiagramm in Figur 7 kurz auf die bildanalytische Bearbeitung der

Aufnahmen eingegangen, die mit einer Vorrichtung bzw. Anordnung gemäß den Figuren 3, 4a - 4c erzeugt werden. Wie bereits

angedeutet, wird bei dem Erzeugen der Aufnahmen eine

Arzneimittelportion auf einen Drehtisch aufgelegt, welcher sich zwischen einer Erfassungseinrichtung und einer Durchlicht- Lichtquelle befindet. Von der Arzneimittelportion werden bei verschiedenen Drehwinkeln Aufnahmen erzeugt, so dass bei einem Winkelschritt von beispielsweise einem Grad eine Serie von 180 Einzelaufnahmen erzeugt wird. Im Hinblick auf die Formgebung üblicher Arzneimittelportionen würde sich das Ergebnis bei einem Winkelbereich von mehr als 180 Grad wiederholen, was eine überflüssige Bearbeitung nach sich ziehen würde.

Bei einem Winkelschritt von einem Grad erhält man so 180 Aufnahmen bzw. Projektionen der Arzneimittelportion auf die zweidimensionale Sensorfläche der Erfassungseinrichtung, also Aufnahmen aus N = 180 unterschiedlichen Raumrichtungen. Aus den so erhaltenen 180 zweidimensionalen Projektionen bzw. Aufnahmen der Arzneimittelportion wird anschließend Schicht für Schicht ein 3D-Model rekonstruiert, anhand dessen dann die festgelegten Arzneimittel-Informationen zu der Arzneimittelportion bestimmt werden .

Die eigentliche Rekonstruktion des 3D-Models ist detailliert in dem Ablaufdiagramm in Figur 7 wiedergegeben. Da die genaue Durchführung der bildanalytische Bearbeitung (hier die

Rekonstruktion) aber kein wesentlicher Aspekt der vorliegenden Erfindung ist, wird diese nachfolgend lediglich grob

zusammengefasst . Anhand des Fließdiagrammes von Figur 7 ist dem Fachmann sofort ersichtlich, wie die bildanalytische Bearbeitung bei einer Verwendung einer Vorrichtung gemäß Figuren 3, 4a - 4c im Detail abläuft.

Zur Rekonstruktion des 3D-Models werden die Aufnahmen zunächst binarisiert, d. h. die einzelnen Pixel der Aufnahmen werden als „zur Arzneimittelportion gehörig" oder als „zum

Hintergrund gehörig" markiert. Die Rekonstruktion des 3D-Models läuft zeilen- bzw. schichtweise ab. Jede Schicht des 3D-Models entspricht einer Zeile des Sensors der Erfassungseinrichtung. Zur Rekonstruktion einer Schicht sind die Informationen der jeweiligen Zeilen sämtlicher Einzelaufnahmen notwendig.

Beispielsweise wird für die Rekonstruktion der obersten Scheibe die oberste Zeile sämtlicher Einzelaufnahmen

herangezogen. Die Informationen aus einer Zeile sind eine eindimensionale Projektion einer Scheibe der Arzneimittelportion auf die entsprechende Kamerasensorzeile. Diese eindimensionalen Projektionen werden aus der dem jeweiligen Aufnahmewinkel entsprechenden Richtung in einen zweidimensionalen Raum

projiziert („Rückprojektion", 105). Aus einer Überlagerung sämtlicher N zweidimensionaler Projektionen ergibt sich dann die der jeweiligen Kamerazeile entsprechenden Schicht der

Arzneimittelportion .

Wenn dieser Vorgang für sämtliche Kamerazeilen, in denen mindestens ein Pixel zur Arzneimittelportion gehört,

durchgeführt wurde, ergibt sich durch ein "Stapeln" der wie oben beschrieben erhaltenen 2D-Schichten im dreidimensionalen Raum das 3D-Model der Arzneimittelportion, aus welchem dann die

Arzneimittelportionen ermittelt werden. Anhand der ermittelten Arzneimittel-Informationen wird dann die passende

Vereinzelungseinrichtung identifiziert und dem Benutzer

bereitgestellt .




 
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