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Title:
METHOD OF REDUCING EMISSIONS (REDUCING ALDEHYDE) FROM WOOD AND WOOD-BASED MATERIALS BY USING GLUE COMPRISING PRESERVATIVES AND/OR ANTIOXIDANTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/156258
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method of producing wood-containing intermediates for further processing to wood-based materials, more particularly OSB, and solid wood products, comprising the following steps: a) using wood-containing starting materials; b) wetting the wood-containing starting materials with a solution comprising at least one adhesive and at least one antioxidant or at least one preservative.

Inventors:
WIEGNER, Katharina (Triftweg 20, Mühlenbecker Land OT Schildow, 16552, DE)
JANN, Oliver (Dorfstraße 15/17, Stahnsdorf, 14532, DE)
WILKE, Olaf (Flachslakestr. 66, Bergfelde, 16562, DE)
Application Number:
EP2009/056909
Publication Date:
December 30, 2009
Filing Date:
June 05, 2009
Export Citation:
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Assignee:
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (Unter den Eichen 87, Berlin, 12205, DE)
WIEGNER, Katharina (Triftweg 20, Mühlenbecker Land OT Schildow, 16552, DE)
JANN, Oliver (Dorfstraße 15/17, Stahnsdorf, 14532, DE)
WILKE, Olaf (Flachslakestr. 66, Bergfelde, 16562, DE)
International Classes:
B27K3/50; B27N1/00; B27K3/34; B27N1/00
Attorney, Agent or Firm:
Gulde Hengelhaupt Ziebig & Schneider (Wallstraße 58/59, Berlin, 10179, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung von holzhaltigen Zwischenprodukten für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB oder Massivholzprodukten, umfassend die Schritte: a) Einsatz von holzhaltigen Ausgangsstoffen, b) Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung mindestens ein Antioxidanz enthält.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als holzhaltige Ausgangsstoffe Holzpartikel oder Vollholzteile verwendet werden.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Produkt aus Schritt b) gepresst wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Herstellung von holzhaltigen Ausgangsstoffen für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB, umfassend die Schritte: a) Einsatz von holzhaltigen Ausgangsstoffen, b) Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff, c) Gegebenenfalls Trocknung des Produktes aus Schritt b), d) Benetzen des Produktes aus Schritt c) mit einer Lösung enthaltend mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff und mindestens einen Klebstoff, e) Gegebenenfalls Pressen des Produktes aus Schritt d).

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die holzhaltigen Ausgangsstoffe Nadelholz enthalten.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die holzhaltigen Ausgangsstoffe Kiefernholz, bevorzugt von Pinus sylvestris, enthalten.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien ausgewählt sind aus einer Gruppe enthaltend BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E311 ), Weinsäure (E334), sowie ihre Salze und Ester.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, verschiedene Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien und/oder Kombinationen daraus eingesetzt werden.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff Citronensäure und/oder Weinsäure und/oder Citronensäure- und/oder Weinsäuretartrate enthält.

1 1. Holzhaltige Zwischenprodukte für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB und/oder Massivholzprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass die holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff benetzt wurden.

12. Holzhaltige Zwischenprodukte nach Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Antioxidanz oder der mindestens eine Konservierungsstoff ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E31 1 ), Weinsäure (E334), sowie ihre Salze und Ester.

13. Holzwerkstoffe, insbesondere OSB, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzwerkstoffe holzhaltige Zwischenprodukte nach einem der Ansprüche 11 oder 12 enthalten.

14. Verwendung von mindestens einem Antioxidanz oder einem Konservierungsstoff zur Her- Stellung von holzhaltigen Zwischenprodukten nach einem der Ansprüche 1 1 oder 12.

15. Verwendung von mindestens einem Antioxidanz oder einem Konservierungsstoff nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Antioxidanz ausgewählt ist aus der Gruppe enthaltend BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E311 ), Weinsäure (E334), sowie ihre Salze und Ester.

Description:

Verfahren zur Emissionsminderung (Aldehydminderung) von Holz und Holzwerkstoffen durch Einsatz von Leim enthaltend Konservierungsmittel und/oder Antioxidantien

Die Erfindung betrifft allgemein das Gebiet der Herstellung von Holzwerkstoffen und Massivholzprodukten. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von holzhaltigen Zwischenprodukten für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen und Massivholzprodukten. Gegenstand der Erfindung sind auch neuartige holzhaltige Zwischenprodukte und damit hergestellte Holzwerkstoffe und Massivholzprodukte.

Holzwerkstoffe und Massivholzprodukte werden heutzutage vielfältigst eingesetzt und finden sich in vielen Erzeugnissen des täglichen Lebens, wie z. B. bei der Herstellung von Möbeln, von Gebäuden oder Gebäudeteilen, oder von Spielzeug, um nur einige wenige Verwendungen zu nennen. Dabei befinden sich die Produkte aus Holzwerkstoffen und Massivholz naturgemäß meist und über längere Zeit in direkter Nähe und Umgebung von Menschen und Tieren, z. B. im Fall von Holzmöbeln, Konstruktionsholz, Wand-, Boden- und Deckenbekleidungen bevorzugt gerade auch in geschlossenen Räumen.

Eine besonders wichtige Voraussetzung von Holzwerkstoffen und Massivholzprodukten oder Erzeugnissen, die diese enthalten, ist daher eine ausreichende Verträglichkeit, um Gesundheitsgefährdungen oder -beeinträchtigungen auszuschließen. Hierbei spielen besonders Emissionen von solchen Schadstoffen eine große Rolle, die z. B. Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren haben können oder geruchlich wahrnehmbar sein können und damit als belästigend empfunden werden.

Zum Schutz der Verbraucher und an der Herstellung und dem Vertrieb solcher Erzeugnisse beteiligter Personen hat der Gesetzgeber bereits für einige Emissionsstoffe gesetzliche Grenzwerte bestimmt und es ist zu erwarten, dass der Umfang an solchen Regelungen noch zunimmt und die Grenzwerte bestehender Regelungen in der Tendenz eher noch weiter abgesenkt wer- den. Ein Beispiel dafür, wie solche Grenzwerte umgesetzt und deren Einhaltung gemessen wird, ist die Bewertung von Bauprodukten, unter die auch Holzwerkstoffe und Massivholzprodukte fallen können. Die Bewertung von Bauprodukten erfolgt anhand des Schemas des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB). Zur gesundheitlichen Bewertung durchläuft das Produkt eine Reihe von Tests. Für eine Vielzahl von innenraumrele- vanten VOC (VOC = volatile organic Compounds, flüchtige organische Verbindungen; SVOC = semivolatile organic Compounds) sind als gesundheitsbezogene Hilfsgrößen sogenannte NIK- Werte (Niedrigste interessierende Konzentrationen) gelistet. Diese NIK-Werte sind für Aldehyde und insbesondere ungesättigte Aldehyde relativ klein, d.h. schon geringe Emissionen können

zu einer Ablehnung des Bauproduktes führen. Deshalb ist eine Verminderung der Emission von Schadstoffen aus Holzprodukten, insbesondere der Aldehydemission, wichtig.

Eine Stoffklasse, deren Emission aus Holzwerkstoffen und Massivholzprodukten bereits bekannt ist, stellen die gesättigten und ungesättigten Aldehyde dar. Aldehyde sind flüchtige organische Verbindungen, die geruchlich wahrnehmbar sind und vor allem in größeren Konzentrationen gesundheitsschädlich sein können. Dies trifft in besonderem Maße auf ungesättigte Aldehyde zu.

Diese Aldehyde entstehen zum Großteil durch Oxidation von in den holzhaltigen Ausgangsstoffen enthaltenen Fetten. Diese Oxidationsreaktionen werden dabei auch noch durch die notwendigen Herstellbedingungen für Holzwerkstoffe und Massivholzprodukte, wie z. B. Zerkleinerung des Holzes zu den gewünschten holzhaltigen Ausgangsstoffen, Trocknung und Pressen bei niedrigen und bei hohen Temperaturen der holzhaltigen Ausgangsstoffe begünstigt. Es besteht also ein Bedarf an einem Verfahren, welches die Emission von Schadstoffen, wie z. B. von Aldehyden, aus Holzwerkstoffen und Massivholzprodukten oder deren Zwischenprodukten vermindert.

In WO 06/032267 wird ein Verfahren beschrieben zur Behandlung von Holz oder Holzpartikeln direkt nach dem Herstellen der Strands und vor dem Trocknen der Strands mit dem Ziel eine Freisetzung von ungesättigten Aldehyden zu vermindern. Die Verwendung der dort beschriebenen Lösungen führte tatsächlich zu einer Verminderung der Aldehydemission, allerdings ist immer noch eine Restemission nachweisbar.

Aufgabe der Erfindung ist es, verbesserte Verfahren und Mittel bereitzustellen, die es ermöglichen die Emission von Schadstoffen, wie z. B. von Aldehyden und/oder Terpenen, aus Holzwerkstoffen und Massivholzprodukten oder deren Zwischenprodukten weiter zu vermindern.

Diese Aufgabe wird gelöst durch Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung von holzhalti- gen Zwischenprodukten für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB oder Massivholzprodukten, umfassend die Schritte: a) Einsatz von holzhaltigen Ausgangsstoffen, b) Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff.

Die einzelnen erfindungsgemäßen Mittel und Verfahrensschritte werden im folgenden näher beschrieben.

Holzwerkstoffe:

Holzwerkstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung werden aus Holzlagen unterschiedlicher Stärke zusammengesetzt, wobei diese Holzlagen Holzpartikel enthalten. Solche Holzpartikel können Holzstreifen, Holzspäne oder Holzfasern gleicher oder verschiedener Hölzer, einer bestimmten Größe oder unterschiedlicher Größe sein.

üblicherweise werden platten- oder strangförmige Holzwerkstoffe durch Mischung der verschiedenartigen Holzpartikelformen mit natürlichen und synthetischen Bindemitteln und ggf. einer Zugabe weiterer Additive zum Beispiel Hydrophobierungsmittel im Zuge einer anschließenden Heißverpressung hergestellt.

Ausgewählte Formen von Holzwerkstoffen sind:

Sperrhölzer. Als Sperrholz oder Lagenholz bezeichnet man Holzplatten, die aus mehreren übereinander verleimten Furnier- oder Brettlagen bestehen. Die Lagen sind jeweils um 90° gedreht aufeinandergeklebt oder können parallel liegen. Dabei laufen die Fasern der sichtbaren Oberflächen auf beiden Seiten parallel. Die Anzahl der Furnierlagen ist daher meist ungerade. In einigen Bereichen wird seit geraumer Zeit aber auch parallel verleimt. Dies macht man, um beim Nachschleifen (z. B. bei Treppen) nicht in eine querfurnierte Fläche zu kommen. Erst die heutige Qualität der Leime lässt eine solche Bauweise zu.

Verbundplatten: In diesem Fall handelt es sich um mehrschichtige Werkstoffe. Meist werden hochfeste Decklagen mit leichten Mittellagen kombiniert, wodurch sich eine Gewichtseinsparung ergibt.

Holzspanwerkstoffe, wie Spanplatte, Grobspanplatte und Faserplatten: - Grobspanplatten, auch OSB-Platten (für englisch: oriented Strand (bzw. structural) board - Platte aus ausgerichteten Spänen, OSB) sind Mehrschichtplatten, die aus lan- gen, schlanken Spänen (Strands) hergestellt werden. Bevorzugt weisen diese Späne eine mittlere Länge von 2 bis 20 cm auf. Die Herstellung der OSB-Platten erfolgt gewöhnlich in Verfahren, die folgende Schritte umfassen:

• Spanaufbereitung: Aus dem entrindeten Rundholz werden in Längsrichtung durch rotierende Messer die Strands oder Späne herausgeschnitten. • Trocknung: Die natürliche Feuchtigkeit der Späne wird bei hohen Temperaturen reduziert. Dies ist notwendig, um die Späne danach mit ausreichend Klebstoff benetzen zu können. Außerdem darf während des Pressvorgangs nicht zuviel Feuchtigkeit in den Spänen vorhanden sein, da sonst der entstehende Dampf-

druck die Rohplatte zum Platzen bringen könnte (Trocknungstemperatur bis zu 500 0 C).

• Beleimung: Der Klebstoff wird fein verteilt auf die Späne aufgebracht.

• Streuung: Die etwa 20-200 mm langen, 10-50 mm breiten und 0,6-1 ,5 mm dicken Späne werden im Wurfverfahren längs und quer orientiert so gestreut, dass sie kreuzweise in üblicherweise drei Schichten angeordnet werden.

• Pressung: Unter hohem Druck und Temperatur (Pressentemperatur bis zu 250 0 C) werden die Strands größtenteils auf kontinuierlichen Pressen hergestellt.

• Ggf. anschließend erneute Trocknung der gepressten Platten.

Zur Verklebung werden bevorzugt PF-Klebstoffe (Phenoplast), MUPF-Klebstoffe (MeI- amin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd), Harnstoff-Formaldehyd-Klebstoff, kurz UF-Kleb- stoff, melaminhaltige Harnstoff-Klebstoffe, kurz MUF-Klebstoffe und PMDI-Klebstoffe (Polymeres Diphenylmethandiisocyanat) verwendet, wobei vor allem aus qualitativen Gründen der Anteil an PMDI überwiegt. Sehr häufig wird in der Mittelschicht PMDI eingesetzt und in den Deckschichten MUF- bzw. MUPF-Klebstoffe.

- Faserplatten, beispielsweise MDF (Mitteldichte Faserplatte): Aus feinstzerfasertem, hauptsächlich rindenfreiem Nadelholz und durch eine schonende Verpressung wird ein in Längs- und Querrichtung gleichermaßen homogener Holzwerkstoff hergestellt.

• Aufbereitung: Als Rohstoff für die Holzfaserherstellung werden überwiegend Rundholz (Stammholz), Hackschnitzel, Schwarten und in geringerem Maße Altholz, Restrollen der Schälfurnierherstellung, Furnierreste und Sägespäne verwendet. • Hackschnitzelerzeugung: Rundholz wird in den meisten Fällen entrindet und in

Scheibenhackern oder wie auch die Schwarten oder Altholz in Trommelhackern zu Hackschnitzeln zerkleinert. Die Hackschnitzel werden vor der Weiterverarbeitung zunächst sortiert (gesiebt) und zumeist trocken oder nass von Sand und Steinen gereinigt. • Zerfaserung: Anschließend gelangen die Hackschnitzel zur hydrochemischen

Vorbehandlung in einen Vordämpfbehälter, danach in den Kocher und danach in den Refiner (Zerfaserer). Der zerfaserte Stoff wird aus dem Refiner über ein regelbares „Blasventil" durch die „Blasleitung" herausgeblasen. Im Refiner befinden sich ebenfalls sechs bis zehn bar Dampfdruck. Der Dampf bildet das Trans- portmittel für die Fasern auf ihrem Weg durch die Blasleitung in den Trockner.

• Trocknung: Nach der Zerfaserung wird der Faserstoff - im Gegensatz zu Spänen - mit (zumeist direkt mit Rauchgasen oder Brennern beheizten) Stromtrocknern getrocknet. Der Faserstoff wird in den heißen Abgasstrom gegeben und bei der

pneumatischen Förderung im Trocknungskanal getrocknet. Am Ende wird der Faserstoff mit etwa 5-10 % Holzfeuchte in Zyklonen vom Luftstrom abgeschieden.

• Beleimung: Zumeist werden Harnstoff-Formaldehyd-Harze (Harnstoff harz, Urea- Formaldehyde => UF) zur Beleimung eingesetzt. Diese Harze können mit MeI- amin oder Phenol verstärkt sein, um die Feuchtebeständigkeit der Leimverbindung zu verbessern. Nur in seltenen Fällen werden Isocyanate (Polymeres Diphenylmethandiisocyanat - PMDI) als Leimsystem eingesetzt. In neueren UF- Leimsystemen wird der molare Anteil an Formaldehyd gegenüber dem Harnstoff immer weiter reduziert, um die gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Formaldehydemissionen von Holzwerkstoffen (Klasse E1 , E2 in Europa bzw. F **** in Japan) besser einhalten zu können. Es werden drei Verfahren der Beleimung unterschieden: Mischerbeleimung, Blow-Line-Beleimung, Trockenbeleimung.

• Fasersichtung: In den meisten heutigen MDF-Anlagen werden die Fasern nach dem Trocknungsprozess (oder - wenn vorhanden - erst nach der Nachbelei- mung) in einem Fasersichter nachgereinigt. Die Fasern werden in einen Luftstrom gegeben und entweder über Wirbelbildung, scharfe Umlenkungen, Prallsichtung, Steigluftsichtung oder einer Kombination mehrerer Effekte von Schwerteilen (Leimklumpen, Gummi, Metall) weitestgehend befreit. Anschließend werden die Fasern erneut über Zyklonabscheider vom Luftstrom getrennt und der

Formstation zugeführt.

• Formung und Verpressung: Streuung: Die Streustation besteht aus einem Dosierbunker, einer Mattenstreuung und einer Mattenglättung. Formstraße: Nach der Streustation wird die Fasermatte gewogen und die Faserfeuchte gemessen. Der Formung gelangt anschließend in die Vorpresse. Hier wird der Formung bei der kalten Vorverdichtung in der Dicke reduziert, damit die Heißpressen effizienter beschickt werden können und die Gefahr der Beschädigung der Formlinge reduziert wird. Bei der Vorverdichtung im Durchlauf wird zumeist mit Bandvorpressen, nach dem Prinzip des Förderbandes (seltener mit Plattenbandvorpres- sen, nach dem Prinzip der Panzerkette, oder mit Walzenbandvorpressen, nach dem Prinzip des Pyramidensteintransport mit Rundhölzern) gearbeitet. Nach der Vorpresse folgt die Mattenbesäumung, bei welcher Seitenstreifen von der Fasermatte abgetrennt werden, so dass die entsprechend gewünschte Plattenbreite produziert werden kann. Weitere Messgeräte zur Dichtekontrolle oder Metallerkennung können folgen. Auch eine Mattenbesprühung zur Verbesserung der Oberflächenqualitäten oder Beschleunigung der Mattendurchwärmung kann folgen. Heißpresse: Es folgt die Heißpressung, wo getaktet oder kontinuierlich gearbeitet wird. Faserplatten werden auf Kalanderpressen hergestellt. Die Ver-

pressung erfolgt hier mit Presswalzen und einem Außenband auf einer beheizten Kalanderwalze.

- Spanplatten werden aus Kostengründen hauptsächlich aus Holzresten und Durchfors- tungsholz hergestellt. Dabei kommen unterschiedliche Holzpartikel zum Einsatz, die sich sowohl in der Holzart, als auch in der Partikelgröße unterscheiden können. Das eigentliche Herstellverfahren umfasst die Schritte: Zerkleinern (Zerspanung) des Holzes zu gewünschten Holzpartikeln; Trocknung der Holzpartikel; Beleimung; Verpressung; ggf. ein anschließender Trocknungsschritt der Spanplatte. Weiterhin werden Klebstoffe (Holzleime und Zementmilch) zur Verbindung der Späne und diverse Netz- und Trennmittel für den Pressvorgang eingesetzt.

Thermoholz: Thermoholz ist das Endprodukt einer thermischen Behandlung von Holz. Diese Methode funktioniert physikalisch durch starkes Erhitzen des Holzes. Ziel der Behandlung ist es, die technischen Eigenschaften des Baustoffs Holz zu modifizieren und so dessen Eignung für bestimmte Einsatzzwecke zu verbessern. Abgrenzung zu anderen Verfahren: Bei diesen thermischen Holzbehandlungen werden Temperaturen von Grad 170 0 C bis 250 0 C eingesetzt. Die thermischen Behandlung von Hölzern kann kurzfristig oder über 24-48 Stunden erfolgen, teilweise unter Ausschluss von Sauerstoff oder in Dampfatmosphäre. Thermoholz ist abzugrenzen von einer Dämpfung oder

Räucherung.

Massivholzprodukte:

Als Massivholzprodukte im Sinne der vorliegenden Erfindung werden Holzerzeugnisse bezeich- net, die im Wesentlichen aus Vollholzteilen bestehen. Als Vollholz bezeichnet man holzhaltige Ausgangsstoffe, deren Querschnitte aus einem Baumstamm herausgearbeitet und eventuell spanabhebend weiterverarbeitet wurden, ohne dass am Gefüge des Holzes etwas verändert wurde.

Holzhaltige Ausgangsstoffe:

Der Begriff holzhaltige Ausgangsstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst alle holzhaltigen Stoffe, die als Ausgangsstoff für die Herstellung von Holzwerkstoffen oder Massivholzprodukten verwendet werden können. Bevorzugte holzhaltige Ausgangsstoffe sind Holzpartikel oder Holzteile, wie sie bei der Herstellung von Spanplatten, OSB-Platten oder anderen HoIz- Werkstoffen (Faser-, Tischler- Funierplatten) Verwendung finden und Vollholzteile, wie sie bei der Herstellung von Massivholzprodukten incl. Leimholz zum Einsatz kommen.

Klebstoff:

Klebstoffe die erfindungsgemäß zum Einsatz kommen können, umfassen alle dem Fachmann für die Herstellung von Holzwerkstoffen bzw. Massivholzprodukten in Frage kommenden Klebstoffe und Klebstoffgemische, wie z. B. Wachse, Harze, Leime, Zementmilch, PF-Klebstoffe (Phenoplast), M U PF-Klebstoffe (Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd), UF-Klebstoff (Harnstoff-Formaldehyd-Klebstoff), MUF-Klebstoffe (melaminhaltige Harnstoff-Formaldehyd-Klebstoffe) und PMDI-Klebstoffe (Polymeres Diphenylmethandiisocyanat).

Insbesondere können bevorzugt Klebstoffe und/oder Klebstoffgemische folgender Klebstoff- klassen verwendet werden:

Phenolharze (PF)

Die Phenol-Formaldehydharze (PF) stellen eine bedeutende Gruppe im Bereich der Holzbindemittel dar. PF-Harze werden hauptsächlich bei wasser- und witterungsbestän- digen Verleimungen eingesetzt. Vorteilhaft beim Einsatz von PF-Leimen sind zum einen die geringe bis weitgehend fehlende Formaldehydabgabe und zum anderen die niedrige Dickenquellung. Allerdings härten PF-Harze im Vergleich zu aminoplastischen Harzen langsamer aus. Die hergestellten Holzwerkstoffe besitzen eine dunklere Farbe, verursacht durch eine dunkle Leimfuge, die sich bei der Verendung von sehr hellem Furnier abzeichnen kann. Das eingesetzte Phenol kann sowohl im alkalischen als auch im sauren Bereich mit Formaldehyd kondensieren und vernetzen. Man unterscheidet dabei die alkalisch härtenden Phenole als Resole und die säurehärtenden als Novolake. In der Holzwerkstoffindustrie werden nur die alkalisch härtenden Phenole eingesetzt. Phenolharzleime sind wässrige, alkalische Lösungen, die aus oligomeren bis polymeren Ketten bestehen. Durch den alkalischen pH-Wert können beim Beschichten dieser Holzwerkstoffe Probleme auftreten, ebenso bei der Verwendung von verschiedenen sauren Holzarten.

PMDI Bindemittel auf der Basis von Isocyanaten Isocyanate gehören nicht wie UF- und PF-Harze zu den Kondensationsharzen, sondern basieren auf Polymethylendiisocyanat (PMDI) und werden vorwiegend für die Herstellung von Holzwerkstoffen für den Einsatz im Feuchtebereich und für „formaldehydfrei" verleimte Platten eingesetzt. Besonders geeignet ist PMDI als Bindemittel bei schwer zu verleimenden Einjahrespflanzen wie z. B. Stroh und Bagasse. PMDI weist ein sehr hohes Klebeverhalten auf, allerdings wird dadurch die Verarbeitung enorm erschwert, da es nicht nur mit der Holzoberfläche reagiert. Bei der Verwendung von Isocyanaten als Bindemittel können verschiedene Grundreaktionen ablaufen. Dazu gehören die Reaktion mit Wasser, mit den Hydroxylgruppen der Cellulose und Hemicellulose und anderen

Kohlenhydraten, mit Hydroxylgruppen des Lignins und der Gerbstoffe und mit den COOH-Gruppen der Polygalakturonsäuren, Uronsäuren und Lignine. In der Tabelle 1 sind im Einzelnen die Vor- und Nachteile von PMDI aufgelistet.

Tabelle 1 : Vor- und Nachteile von PMDI im Vergleich zu anderen Bindemitteln insbesondere U F -Harzen

PMDI (Polymeres Diphenylmethandiisocyanat) ist ein häufig eingesetztes Bindemittel in Holzwerkstoffplatten, insbesondere bei OSB-Platten. PMDI gehört damit chemisch zu den Polyisocyanaten, welche durch die Isocyanat-Gruppe charakterisiert sind. Streng genommen sollte hier eigentlich von Oligoisocyanaten gesprochen werden, da es sich aufgrund der geringen Zahl von Einheiten (typischerweise bis höchstens 8) um kein wirkliches Polymer handelt.

Harnstoff-Formaldehydharze (UF)

Die UF-Harze sind in der Holzwerkstoffindustrie die wichtigste Gruppe der aminoplastischen Bindemittel. Diese Bindemittel besitzen eine Aminogruppe (-NH2) entweder in Form der Aminbindung (R-NH2) oder der Amidbindung (R-CO-NH2). UF-Harze sind einfach zu handhaben und unkompliziert in der Verarbeitung. Sie können sowohl kalt als auch heiß verleimt werden und eine Kombination mit anderen Bindemittelsystemen ist möglich. Nach dem Verpressen haben die ausgehärteten Leimfugen ein duroplastisches Verhalten, sowie eine hohe Festigkeit der Verleimung. Besondere Vorteile der UF-Harze sind die Farblosigkeit und der niedrige Preis im Vergleich zu anderen Bindemitteln. Trotzdem ist der Einsatz von UF-Harzen nicht völlig problemlos. Zum Einen sind mit UF-

Harz hergestellte Holzwerkstoffe nicht unempfindlich gegen der Einwirkung von Feuchtigkeit und Wasser und zum Anderen erfolgt eine Abspaltung von Formaldehyd während der Verarbeitung und bei der späteren Verwendung der Holzwerkstoffe. Zur Verringerung der Feuchteempfindlichkeit werden mittlerweile Melamin und teilweise auch Phenol in die UF-Harze eingebaut. Durch eine starke Reduzierung des Molverhältnisses zwischen Formaldehyd und Harnstoff konnte die Formaldehydemission stark reduziert werden.

Melamin- und Melaminmischharze (MF) Melaminharze gehören ebenso wie UF-Harze zu den Aminoplasten. Der Einsatz von reinen Melaminharzen findet aus Kostengründen so gut wie gar nicht statt. Häufig werden sie als Imprägnier- und Tränkharze eingesetzt. Allerdings ist eine Beimischung von Melamin zu anderen Harzen üblich. Durch die Zugabe von Melamin kann die beschränkte Hydrolysebeständigkeit von ausgehärteten UF-Harzen verbessert werden und man erreicht eine Reduzierung der Dickenquellung. Die Melaminharnstoff-Formal- dehydharze (MUF) zeichnen sich gegenüber reinen UF-Harzen dadurch aus, dass sie eine höhere Feuchtebeständigkeit und die Fähigkeit aufweisen, bei Temperaturen über 130 0 C ohne einen besonderen Katalysator auszuhärten. Neben diesem Leim sind die gebräuchlichsten Mischharze Melaminharnstoff-Phenol-Formaldehydharze (MUPF) und Phenol-Melamin-Harze (PMF).

Bindemittel auf Basis nachwachsender Rohstoffe, z. B. Tannine

Unter Tanninen versteht man pflanzliche Polyhydroxyphenole (Gerbstoffe), die in Wasser, Alkoholen und Aceton löslich sind. Hauptsächlich gewinnt man Tannine durch Extraktion aus Hölzern, Rinden, Blättern und Früchten. Es gibt zahlreiche Untersuchungen zur Verwendung von Extraktstoffen aus Rinden von Mimosaceen und Rinden aus verschiedenen Kiefernarten.

Chemisch werden die Tannine in hydrolysierbare und kondensierte Typen unterteilt. Der Einsatz von Tanninen als Bindemittel erfolgt entweder mit einer Formaldehyd-Kom- ponente als Vernetzer oder in Kombination mit amino- oder phenolischen Harzen.

Glutinleim:

Glutinleim ist ein natürlicher Leim, der aus Haut, Leder- oder Knochenabfällen hergestellt wird. Kaseinleim: Dieser Leim besteht aus Milch und Kalk. Resorzin-Formaldehyd- harzleim (auch RF-Leim): Besteht aus flüssigem Leim und pulverförmigem Härter.

Formaldehydarmer Polykondensationsleim:

Formaldehyd wird zur Härtung der Leimharze benötigt. In den meisten Fällen ist der Formaldehydanteil höher als der der anderen Harzbestandteile, damit eine gute Aushärtung gegeben ist (stöchiometrischer überschuss). Jedoch wird bei diesem Polykon- densationsleim die Reduktion von freiem Formaldehyd durch Zusatz von Formaldehydfänger bzw. Verringerung des Formaldehydanteils erreicht.

Formaldehydfreier Dispersionsleim:

Der bekannte Weißleim ist ein formaldehydfreier Dispersionsleim, basierend auf PVAC (PolyVinylAcetat) als Bindemittel welches in Wasser als Dispersion gebrauchsfertig geliefert wird und als Kaltleim, Schnellbinder, Furnierleim, Härterleim, Lackleim und Heißleim erhältlich ist. Es gibt ihn in den Beanspruchungsgruppen D2-D3. Für D4-Ver- leimungen bedarf es eines D3-Leimes, dem vor dem Verbrauch Härter zugesetzt wird. Es gibt auch D2-Leime, welche mit Zusatz eines Härters die D4-Qualität erreichen.

PU-Leime:

Die modernsten Leime für den Holzbereich sind heute die einkomponentigen PU-Leime (Polyurethane). Sie sind wasserfest (D4) und kleben nicht nur Holz, sondern nahezu alle klebbaren Materialien. Es handelt sich um lösungmittelfreie Reaktionsklebstoffe, die mit Hilfe von Feuchtigkeit aushärten.

Lösungsmittel für die Bereitstellung von Lösungen enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff:

Geeignete Lösungsmittel sind Lösungsmittel, in die sich die gewünschten Klebstoffe, Antioxi- dantien und/oder Konservierungsstoffe und ggf. weitere Bestandteile der Lösung ggf. unter zu Hilfenahme von Emulgatoren ausreichend gut einbringen lassen und die für die Anwendung auf holzhaltigen Ausgangsstoffen geeignet sind. Dies sind beispielsweise Wasser und/oder andere organische Lösungsmittel, wie beispielsweise Alkohole. Geeignete Lösungsmittel umfassen Gemische aus Wasser und organischen Lösemitteln, wie beispielsweise Gemische enthaltend Alkohole bzw. Gemische enthaltend verschiedene organische Lösungsmittel. Geeignete Lösungsmittel sind dem Fachmann bekannt. Insbesondere kann es sich bei der fertigen Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff mit oder ohne Emulgator um eine wässrige Lösung oder Dispersion handeln. Es kann sich dabei aber auch um eine öl- oder fetthaltige Lösung handeln. Die Antioxi- dantien und/oder Konservierungsstoffe können in der erfindungsgemäßen Lösung emulgiert, suspendiert und/oder dispergiert vorliegen.

Benetzen:

Das Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff kann durch jedes dem Fachmann bekannte Verfahren, welches zum Inkontaktbringen der holzhalti- gen Ausgangsstoffe mit der Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff geeignet ist, erfolgen. Geeignete Verfahren sind z. B. Beleimen, Behandeln ggf. in einer rotierenden Trommel, Besprühen, Beschichten, Tauchen oder sonstige Verfahren zum Auftragen der Lösung (z. B. bei der MDF- Herstellung auch das Zugeben beim Kochen). Der Zusatz der Antioxidantien und/oder Konser- vierungsstoffe kann auch erst zusammen mit dem Aufbringen des Leims auf die holzhaltigen Ausgangsstoffe erfolgen.

Beleimen:

Beleimung von OSB-Strands: Um die Strands miteinander formschlüssig zu verbinden, werden sie vor dem Verpressen beleimt. übliche Leime für OSB sind: MUF Leim, MUPF Leim, PMDI Leim. Der Klebstoff wird fein verteilt auf die Späne aufgebracht. Dazu werden die Strands beispielsweise in eine rotierende Beleimtrommel gegeben. Die Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff wird von einer innen liegenden Leitung eingespritzt. Durch die Drehbewegung werden die Strands gleichmäßig beleimt und aus der Trommel heraus transportiert.

Beleimtrommeln sind ca. 5 m lang und besitzen einen Durchmesser von ca. 2 m. Sie werden von einem außen liegenden Motor bewegt, der Gummiräder antreibt, welche die Beileimtrom- mel in Rotation versetzen.

Die zum Beleimen eingesetzte Lösung kann mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff enthalten. Zur besseren Verteilung der in Wasser schlecht löslichen Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien können Emulgato- ren eingesetzt werden. Durch den Einsatz von Emulgatoren bei der Zugabe von Konservie- rungsstoffen und/oder Antioxidantien zum Leim erhält man eine Emulsion oder Suspension, die besser im Leim und somit auf den Spänen verteilt werden kann. Durch eine bessere Verteilung ist der Einsatz geringerer Konzentrationen bei gleichbleibender oder größerer antioxidativer Wirkung möglich.

Emulgatoren, beispielsweise Lecithin:

Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie zum Beispiel öl und Wasser, zu einem fein verteilten Gemisch, der so genannten Emulsion, zu vermengen und zu stabilisieren. ähnliches gilt für die Aufmischung von festen, nicht löslichen

Stoffen in einer Flüssigkeit, um eine sogenannte Suspension zu stabilisieren. Die häufig auch als Tenside bezeichneten Hilfsstoffe finden eine breite Anwendung in Pharmazie, Lebensmitteltechnologie, ölindustrie, im Haushalt (in Reinigungsmitteln und Wasserlacken), in der Kosmetik und zahlreichen großindustriellen Anwendungen. Verbindungen, die in der Lebensmittelindustrie als Emulgatoren verwendet werden, sind in der Liste der in der Europäischen Union zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe aufgeführt. Wichtige Emulgatoren in der Lebensmittelindustrie sind Lecithine und Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren. Lecithin (deutsch: Lezithin, altgriechisch: λέκιθoς = Eidotter) ist der klassische Name für eine Gruppe chemischer Verbindungen, die so genannten Phosphatidylcholine. Dabei handelt es sich um Lipide, genauer Phospholipide, die sich aus Fettsäuren, Glycerin, Phosphorsäure und Cholin zusammensetzen. Lecithine sind Bestandteile der Zellmembranen tierischer und pflanzlicher Lebewesen. Sie sind Begleitstoffe in Fetten und fetten ölen und besonders reich in Eidottern und pflanzlichen Samenzellen vorhanden. Lecithine erlauben das Emulgieren (Vermischen) von Fetten und Wasser und sind somit wichtige natürliche Tenside (Emulgatoren) für Nahrungs- und Futtermittel. Lecithine sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoff (E 322) für Lebensmittel allgemein (auch ,,Bio"-Produkte) zugelassen mit Höchstmengenbeschränkung ausschließlich bei Säuglingsnahrung. Auf Zutatenlisten werden sie als Lecithin, Sojalecithin oder eben E 322 aufgeführt. In der Medizin und in der Kosmetik werden sie auch als Wirkstoff, in der Diätetik als Nahrungsergänzungsmittel genutzt. Technisch gewonnene Lecithin-Produkte, wie Extrakte aus Sojabohnen oder Eiern, enthalten in Abhängigkeit von ihren Quellen neben Lecithinen zum großen Teil auch andere Phospholipide sowie Sphingomyeline und Glycolipide. Auch diese Stoffgruppen haben ähnliche physikalische Eigenschaften wie die Lecithine und sind auch Emulgatoren.

Geeignete Konservierungsstoffe und Antioxidantien:

Gemäß Anlage 7 der Zusatzstoffzulassungsverordnung (ZZuIV) sind:

„Konservierungsstoffe" Stoffe, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, indem sie sie vor den schädlichen Auswirkungen von Mikroorganismen schützen.

„Antioxidationsmittel" Stoffe, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, in dem sie sie vor den schädlichen Auswirkungen der Oxidation, wie Ranzigwerden von Fett und Farbveränderungen, schützen.

Zu den oben genannten Gruppen sind auch Enzyminhibitoren zu zählen.

Erfindungsgemäß werden vorzugsweise die Konservierungsstoffe und Antioxidantien, die in der Zusatzstoffzulassungs-Verordnung und in der Kosmetik-Verordnung zugelassen sind einge-

setzt. Auch dort nicht gelistete Stoffe kommen für die erfindungsgemäßen Verwendungen und Produkte in Frage, z. B. 4-Hexylresorcin, NTA (Nitrilotriacetat, Nitrilotriessigsäure), sowie auch in Lebensmitteln natürlich vorkommende Antioxidantien.

Bevorzugte Konservierungsstoffe und Antioxidantien sind die in der Zusatzstoffzulassungs-Ver- ordnung (ZZuIV) in der zum Anmeldetag gültigen Fassung, insbesondere in deren Anlagen 4 und 5, sowie in der Kosmetikverordnung in der zum Anmeldetag gültigen Fassung, insbesondere in deren Anlage 6, offenbarten Substanzen.

Gültige Fassungen der ZZuIV und der Kosmetikverordnung i.S. dieser Anmeldung sind:

Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Lebensmitteln zu technologischen Zwecken (Zusatzstoff-Zulassungsverordnung - ZZuIV), vom 29. Januar 1998 (BGBI I S. 231 ), geändert durch 1. VO zur änderung zusatzstoffrechtlicher Vorschriften vom 13. 1 1.2000 (BGBI. I S. 1520), VO zur änderung zusatzstoffrechtlicher und anderer lebens- mittelrechtlicher Verordnungen vom 20. 12. 2002 (BGBI. I S. 4695) ** ), VO über Fruchtsaft, einige ähnliche Erzeugnisse und Fruchtnektar (FruchtsaftVO) vom 24. 5. 2004 (BGBI. I S. 1016) *** ), Art. 1 der VO zur änd. der Zusatzstoff-ZulassungsVO und anderer lebensmittelrechtlicher VOen vom 20. 1. 2005 (BGBI. I S. 128) **** ), Art. 2 § 3 des G zur Neuordnung des Lebensmittel- und des Futtermittelrechts vom 1. 9. 2005 (BGBI. I S. 2618)1 )2) und Art. 2 der VO zur änd. lebensmittelrechtlicher und tabakrechtlicher

Bestimmungen vom 22. 2. 2006 (BGBI. I S. 444).

Kosmetik-Verordnung, Neufassung vom 7. Oktober 1997 (BGBI. I S. 2410), geändert durch 27. ändVO vom 19. 12. 1997 (BGBI. I S. 3314) 2), V zur änd. kosmetikrechtlicher Vorschriften vom 25. 6. 1998 (BGBI. I S. 1622) 3), 28. ändVO vom 18. 12. 1998 (BGBI. I

S. 3773), 29. änd.V vom 14. 6. 2000 BGBI. I S. 4), 30. ändV vom 21. 12. 2000 (BGBI. I Nr. 57 S. 1848), ändV vom 9. 1 1. 2001 (BGBI. I S. 3030), Art. 1 1 § 1 1 des G zur Neuorganisation des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und der Lebensmittelsicherheit vom 6. 8. 2002 (BGBI. I S. 3082), 32. ändVO vom 28. 3. 2003 (BGBI. I S. 443)5), 33. ändVO vom 23. 4. 2003 (BAnz Nr. 79 vom 26. 4. 2003 S. 8997)6), Art. 2 der VO zur

änd. der EG-TSE-AusnahmeVO und der 33. VO zur änd. der KosmetikVO vom 29. 9.2003 (BGBI. I S. 1951 ), Art. 7 des Gesetzes zur änd. des Fleischhygienegesetzes, des Geflügelfleischhygienegesetzes, des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes und sonstiger Vorschriften vom 13. 5. 2004 (BGBI. I S. 934)7), Art. 1 der VO zur änd. der KosmetikVO und zur änd. weiterer lebensmittelrechtlicher Vorschriften vom 6. 10.

2004 (BGBI. I S. 2580)8), Art. 1 der 35. VO zur änd. der Kosmetik-VO vom 20. 12. 2004 (BGBI. I 3569)9), Art. 1 der 36. VO zur änd. der Kosmetik-VO vom 18. 1.2005 (BGBI. I S. 120), Art. 5 der 4. VO zur änd. der Lebensmittel-KennzeichnungsVO und anderer

lebensmittelrechtlicher VOen vom 18. 5. 2005 (BGBI. I S. 1401 )10), 37. VO zur änd. der Kosmetik-VO vom 30. 6. 2005 (BGBI. I S. 2019)1 1 ), Art. 2 der VO zur änd. der Bedarfs- gegenständeVO und der Kosmetik-VO vom 13. 7. 2005 (BGBI. I S. 2159)12) und 38. VO zur änd. der Kosmetik-VO vom 13. 12. 2005 (BGBI. I S. 3479)13).

Einige der als ganz besonders wirksam eingeschätzten weiteren Antioxidantien oder Konservierungsstoffe sind nachstehend aufgelistet.

Aus Anlage 4 der ZZuIV: (E 170) Calciumcarbonat, (E 260) Essigsäure, (E 261 ) Kaliumacetat, (E 262) Natriumacetate, Natriumacetat, Natriumdiacetat, (E 263) Calciumacetat, (E 270) Milchsäure, (E 296) äpfelsäure, (E 300) Ascorbinsäure, (E 301 ) Natriumascorbat, (E 302) Calciumascorbat, (E 304) Fettsäureester der Ascorbinsäure, Ascorbylpalmitat, Ascorbylstearat, (E 306) Stark tocopherolhaltige Extrakte, (E 307) Alpha-Tocopherol, (E 308) Gamma-Tocopherol, (E 309) Delta-Tocopherol, (E 322) Lecithine, (E 325) Natriumlactat, (E 326) Kaliumlactat, (E 327) Calciumlactat, (E 330) Citronensäure, (E 331 ) Natriumeitrate, Mononatriumcitrat, Dinatriumcitrat, Trinatriumcitrat, (E 332) Kaliumeitrate, Monokaliumcitrat, Trikaliumcitrat, (E 333) Calciumcitrate, Monocalciumcitrat, Dicalciumcitrat, Tricalciumcitrat, (E 334) L(+)-Weinsäure, (E 335) Natriumtartrate, Mononatri- umtartrat, Dinatriumtartrat, (E 336) Kaliumtartrate, Monokaliumtartrat, Dikaliumtartrat, (E 337) Kaliumnatriumtartrat, (E 350) Natriummalate, Natriummalat, Natriumhydrogenmalat, (E 351 ) Kaliummalat, (E 352) Calciummalate, Calciummalat, Calciumhydrogenmalat, (E 354) Calcium- tartrat, (E 380) Triammoniumcitrat, (E 400) Alginsäure, (E 401 ) Natriumalginat, (E 402) Kalium- alginat, (E 403) Ammoniumalginat, (E 404) Calciumalginat, (E 472a) Essigsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, (E 472b) Milchsäureester von Mono- und Digly- ceriden von Speisefettsäuren, (E 472c) Citronensäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, (E 472d) Weinsäureester vonMono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, (E 472e) Mono- und Diacetylweinsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, (E 472f) Gemischte Wein- und Essigsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, (E 500) Natriumcarbonate, Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat, Natriumsesquicar- bonat, (E 501 ) Kaliumcarbonate, Kaliumcarbonat, Kaliumhydrogencarbonat, (E 503) Ammo- niumcarbonate, Ammoniumcarbonat, Ammoniumhydrogencarbonat, (E 504) Magnesiumcarbo- nate, Magnesiumcarbonat, Magnesiumhydroxidcarbonat, Magnesiumhydrogencarbonat, (E 507) Salzsäure, (E 508) Kaliumchlorid, (E 509) Calciumchlorid, (E 511 ) Magnesiumchlorid, (E 513) Schwefelsäure, (E 514) Natriumsulfate, Natriumsulfat, Natriumhydrogensulfat, (E 515) Kaliumsulfate, Kaliumsulfat, Kaliumhydrogensulfat, (E 516) Calciumsulfat, (E 524) Natriumhydroxid, (E 525) Kaliumhydroxid, (E 526) Calciumhydroxid, (E 527) Ammoniumhydroxid, (E 528) Magnesiumhydroxid, (E 529) Calciumoxid, (E 530) Magnesiumoxid, (E 570) Fettsäuren, (E

574) Gluconsäure, (E 575) Glucono-delta-lacton, (E 576) Natriumgluconat, (E 577) Kalium- gluconat, (E 578) Calciumgluconat.

Aus Anlage 5 der ZZuIV: (E 200) Sorbinsäure, (E 202) Kaliumsorbat, (E 203) Calciumsorbat, (E 210) Benzoesäure, (E 211 ) Natriumbenzoat, (E 212) Kaliumbenzoat, (E 213) Calciumbenzoat, (E 214) Ethyl-p-hydro- xybenzoat, (E 215) Natriumethyl-p-hydroxybenzoat, (E 216) Propyl-p-hydroxybenzoat, (E 217) Natriumpropyl-p-hydroxybenzoat, (E 218) Methyl-p-hydroxybenzoat, (E 219) Natriummethyl-p- hydroxybenzoat, (E 220) Schwefeldioxid, (E 221) Natriumsulfit, (E 222) Natriumhydrogensulfit, (E 223) Natriummetabisulfit, (E 224) Kaliummetabisulfit, (E 226) Calciumsulfit, (E 227) Calium- bisulfit, (E 228) Kaliumbisulfit, (E 249) Kaliumnitrit, (E 250) Natriumnitrit, Nitritpökelsalz, (E 251 ) Natriumnitrat, (E 252) Kaliumnitrat, (E 231 ) Othopenylphenol, (E 232) Natriumorthophenylphe- nol, (E 234) Nisin, (E 235) Natamycin, (E 239) Hexamethylenletramin, (E 280) Propionsäure, (E 281 ) Natriumpropionat, (E 282) Calciumpropionat, (E 283) Kaliumpropionat, (E 284) Borsäure, (E 285) Natriumtetraborat, (Borax) als Borsäure; (E 1 105) Lysozym, (E 310) Propylgallat, (E 311 ) Octygallat, (E 312) Dodecylgallat, (E 320) Butylhydroxyanisol (BHA), (E 321 ) Butylhydro- xytoluol (BHT), (E 315) Isoascorbinsäure, (E 316) Natriumisoascorbat, (E 310) Propylgallat, (E 311 ) Octylgallat, (E 312) Dodecylgallat, (E 320) Butylhydroxyanisol.

Aus Anlage 6 der KosmetikV:

Benzoesäure, ihre Salze und Ester, Propionsäure und ihre Salze, Salicylsäure und ihre Salze, 4 2,4-Hexadiensäure (Sorbinsäure) und ihre Salze, 5 Formaldehyd und Paraformaldehyd, 2-Hydroxybiphenyl (o-Phenylphenol) und seine Salze, Phenol, 2-Zink-bis(2-thiolato-pyridin-1- oxid), (Zinkpyrithion), Anorganische Sulfite und Bisulfite, ungebundenes SO 2 , Natriumiodat, Chlorobutanolum, 4-Hydroxybenzoesäure, ihre Salze und Ester, 4-Hydroxybenzoesäure-Ben- zylester, 3-Acetyl-6-methyl-2,4 (3H)-pyran-dion (Dehydracetsäure) und seine Salze, Ameisensäure und ihr Natriumsalz, 1 ,6-Bis (4-amidino-2-bromphenoxy)-n-hexan (Dibromhexamidin) und seine Salze (einschl. Isethionat), Ethylquecksilber-(ll)-thiosalicylsäure, Natriumsalz (Thiomer- salum), Phenylquecksilber und seine Salze (einschl. Borat) Verbindungen, 10-Undecylensäure und seine Salze, 5-Amino-1 ,3-bis(2-ethylhexyl)-5-methyl-hexahydropyrimidin, (Hexetidinun), 5- Brom-5-nitro-1 ,3-dioxan, 2-Brom-2-nitro-1 ,3-propandiol (Bronopol), 2,4-Dichlorbenzylalkohol, N- (4-Chlorphenyl)-N'-(3,4-dichlor-phenyl)-harnstoff 3-3'-4-4'-Tetra-(Triclocarbanum), (chloroazo- benzol und 3-3'-4-4'-Tetrachloro-azoxybenzol, 4-Chlor-m-cresol, 2,4,4'-Trichlor-2'-hydroxy- diphenylether, (Triclosanum), 4-Chlor-3,5-dimethylphenol, 1 ,1 '-Methylen-bis [3-(1-hydroxy-me- thyl-2,5-dioximidazolidin-4-yl)harnstoff], (Imidazolidinylharnstoff), Poly(hexamethylendiguanid)- hydrochlori, 2-Phenoxy-ethanol, Hexamethylentetramin (Methenaminum), 1-(3-Chlorallyl)-3,5,7- triaza-1-azonia-adamantanchlorid, 1-(4-Chlorphenoxy)-1-(imidazol-1-yl)-3,3-dimethyl-2-butanon, 1 ,3-Bis-(hydroxy-methyl)-5,5-dimethyl-2,4-imidazolidindion, Benzylalkohol, 1 -Hydroxy-4-methyl-

6-(2,4,4-trimethylpentyl)-2-pyridon, Monoethanolaminsalz, 1 ,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan, 2,2'- Methylen-bis(6-brom-4-chlor-phenol), Bromchlorophen, 3-Methyl-4-(1-methylethyl)phenol, 2- Benzyl-4-chlorphenol, Chlorophenum, 2-Chloracetamid, Chlorhexidin, sein Acetat, Gluconat und Hydrochlorid, 1-Phenoxy- 1 propan-2-ol, 4 N-Alkyl (C12 - C22) trimethylammoniumbromid und -chlorid, 4,4-Dimethyl-1 ,3-geoxazolidin, N-Hydroxymethyl-N-[1 ,3- di(hydroxymethyl)-2,5- dioxoimidazolidin-4-yl]-N'-hydroxymethyl-harnstoff, 1 ,6-Bis(4-amidino-phe-noxy)-n-hexan

(Hexamidinum) und seine Salze, darunter Isethionat und p-Hydroxybenzoat, Glutaraldehyd (Pentan-1 ,5-dial), 5-Ethyl-1-aza-3,7-dioxabicyclo-[3.3.0]octan, 3-(4-Chlorphenoxy)-1 ,2-pro- panidol (Chlorphenesin), Natriumhydroxymethyl-aminoacetat, Silberchlorid, Benzethonium- chlorid, Benzalkoniumchlorid, -bromid und -saccharinat, Benzalkoniumchlorid, Benzylhemi- formal, 3-lod-2-propinyl-butylcarbamat, 2-Methyl-3(2H)-isothiazolon.

Ganz besonders bevorzugte weitere Antioxidantien und/oder Konservierungsstoffe werden ausgewählt aus der Gruppe enthaltend BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E31 1 ), sowie ihren Salzen und Estern.

Es können auch verwendet werden:

Gallate: Gallate sind synthetische Derivate der Gallussäure. Die wichtigsten, nach dem Lebensmittelgesetz zulässigen, Gallate sind: Propylgallat (E 310), Octylgallat (E 31 1 ), Dodecylgallat (E 312). Gallate werden vorwiegend als Antioxidationsmittel in der Fettphase in Lebensmitteln und Arzneimitteln eingesetzt.

BHA:

Butylhydroxyanisol (BHA, E320) ist eine organische chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenolether. Sie wird als synthetisch hergestelltes Antioxidationmittel eingesetzt. Als Lebensmittelzusatzstoff verhindert es das Ranzigwerden von Nüssen und ähnlichen Knabberartikeln sowie Süßigkeiten. Es wird ebenfalls in Arzneimitteln und Kosmetika einge- setzt.

Weinsäure und/oder Weinsäuretartrate:

Unter dem Begriff „Weinsäure und/oder Weinsäuretartrate" wird eine Verbindung verstanden, die aus Weinsäure mit der Summenformel C 4 H 6 O 6 , auch als 2,3-Dihydroxybernsteinsäure oder 2,3-Dihydroxybutandisäure bezeichnet, besteht oder diese enthält. Darunter fallen insbesondere Salze und Ester der Weinsäure, auch Weinsäuretartrate genannt. Unter den Begriff fallen sowohl die D-(-)-, als auch die L-(+)-Form, die meso-Form der Weinsäure oder Gemische davon, insbesondere ihre Racemate, wie beispielsweise die Traubensäure. Insbesondere fallen

unter den Begriff auch Alkalisalze der Weinsäure. Bevorzugt weisen die Weinsäureester in ihrem Alkohol-Teil ein verzweigtes oder unverzweigtes, gesättigtes oder einfach oder mehrfach ungesättigtes Alkyl mit einer Kohlenstoffkettenlänge von C1 bis C12 auf, besonders bevorzugt von C1 bis C8, ganz besonders bevorzugt von C1 bis C4.

Bevorzugt werden Antioxidantien und/oder Konservierungsstoffe im Klebstoff bzw. Leim in Konzentrationen von 200 mg/kg bis 3 g/kg zu behandelndes Holz bzw. von 100 mg/L bis 10 g/L Lösung verwendet. Insbesondere kann die erfindungsgemäße Lösung Antioxidantien und/oder Konservierungsstoffe in einer Konzentration von < 10 g/l, bevorzugt < 6 g/l enthalten.

Bevorzugt werden Antioxidantien und/oder Konservierungsstoffe im Klebstoff bzw. Leim in Konzentrationen von je 3 g/kg zu behandelndes Holz bzw. von jeweils 10 mg/L bis 100 g/L Lösung verwendet.

Bevorzugt werden die Antioxidantien und/oder Konservierungsstoffe in den in der Zusatzstoffverordnung für Lebensmittel und Kosmetika gesetzlich zulässigen Konzentrationen eingesetzt. Ganz besonders bevorzugt werden die Antioxidantien und/oder Konservierungsstoffe in Konzentrationen von 200 mg/kg bis 3 g/kg Holz mit und ohne Emulgatoren verwendet. Bevorzugt liegt das mindestens eine Antioxidanz oder der mindestens eine Konservierungsstoff in einer Konzentration von < 10 g/l, bevorzugt < 6 g/l, ganz besonders bevorzugt von < 3 g/l vor.

Insbesondere kann als das mindestens eine Antioxidanz oder der mindestens eine Konservierungsstoff Weinsäure und/oder Salze oder Ester davon eingesetzt werden.

Das Verhältnis von Weinsäure und/oder Weinsäuretartraten oder von Gallaten zu einem weiteren Antioxidanz oder Konservierungsstoff mit und ohne Emulgatoren in einer erfindungsgemäßen Lösung kann aus einem Bereich ausgewählt werden von 10 : 1 bis 1 : 10, bevorzugt von 5 : 1 bis 1 : 5. Besonders bevorzugt beträgt das Verhältnis 1 : 1.

Die erfindungsgemäße Lösung kann insbesondere Weinsäure und/oder Weinsäuretartrate und/oder Gallate und/oder Salze oder Ester davon in gleichen Konzentrationsanteilen enthalten, bevorzugt jeweils in einer Konzentration von < 6 g/l, besonders bevorzugt von jeweils < 3 g/l.

Dabei können erfindungsgemäß mindestens ein oder mehrere, verschiedene Konservierungs- Stoffe, Antioxidantien und Kombinationen daraus, mit und ohne Emulgatoren, in einer Lösung oder in unterschiedlichen Lösungen, in einem einzigen Schritt (beispielsweise beim Beleimen im Klebstoff enthalten) oder in mehreren, verschiedenen Verfahrensschritten (beispielsweise sowohl in einer Lösung, die vor dem Trocknen der holzhaltigen Ausgangsstoffe eingesetzt wird,

als auch beim anschließenden Beleimen im Klebstoff enthalten), an einem oder an mehreren Stellen im erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsatz kommen.

Eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von holzhaltigen Zwischenprodukten für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB, und Massivholzprodukten, umfasst die Schritte: a) Einsatz von holzhaltigen Ausgangsstoffen, b) Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz.

Insbesondere können in den erfindungsgemäßen Verfahren holzhaltige Ausgangsstoffe eingesetzt werden, die Holzpartikel und/oder Vollholzteile umfassen.

Im erfindungsgemäßen Verfahren können die, mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff benetzten, holzhaltigen Ausgangsstoffe, bevorzugt Holzpartikel und/oder Vollholzteile, einem Pressschritt unterzogen werden.

Ein Verfahren, welches besonders geeignet ist zur Herstellung von holzhaltigen Zwischenpro- dukten für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB, umfasst die Schritte: a) Einsatz von holzhaltigen Ausgangsstoffen, ggf. getrocknet, b) Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff, c) Pressen der benetzten holzhaltigen Ausgangsstoffe.

In einem Verfahren zur Herstellung von holzhaltigen Zwischenprodukten für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB-Platten, kann die Benetzung mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff ggf. sowohl vor einer Trocknung der holzhaltigen Ausgangsstoffe, als auch erst nach einer Trocknung, oder zu einem anderen geeigneten Zeitpunkt im Verfahren stattfinden, wobei die Lösung dann ggf. auch andere Bestandteile enthalten kann.

Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst auch Verfahren, in denen sowohl vor einer optiona- len Trocknung der holzhaltigen Ausgangsstoffe eine Benetzung mit einer Lösung enthaltend mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff stattfindet, als auch nach einer optionalen Trocknung zusammen mit der Beleimung unter Einsatz einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen

Konservierungsstoff, als auch ggf. weitere Bestandteile enthält. Dabei können in den beiden Lösungen gleiche oder unterschiedliche Konservierungsstoffe, Antioxidantien oder Kombinationen daraus enthalten sein.

Ein bevorzugtes Verfahren, zur Herstellung von holzhaltigen Ausgangsstoffen für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB, umfasst die Schritte: a) Einsatz von holzhaltigen Ausgangsstoffen, b) Benetzen der holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff, c) Gegebenenfalls Trocknung des Produktes aus Schritt b), d) Benetzen des Produktes aus Schritt c) mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff, e) Gegebenenfalls Pressen des Produktes aus Schritt d).

Die erfindungsgemäßen Verfahren sind nicht auf holzhaltige Ausgangsstoffe einer bestimmten Holzart beschränkt. Es können auch verschiedene Hölzer allein oder gemeinsam in einem Verfahren als gemischte oder getrennte holzhaltige Ausgangsstoffe verarbeitet werden.

Besonders eignet sich das Verfahren zur Verarbeitung von holzhaltigen Ausgangsstoffen, die Nadelholz, insbesondere Kiefernholz, bevorzugt von Pinus sylvestris, enthalten.

Weiterer Gegenstand der Erfindung sind holzhaltige Zwischenprodukte für die Weiterverarbeitung zu Holzwerkstoffen, insbesondere OSB, und Massivholzprodukten, die dadurch gekenn- zeichnet sind, dass die holzhaltigen Ausgangsstoffe mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff benetzt wurden.

Gegenstand der Erfindung sind auch Holzwerkstoffe, bevorzugt OSB-Platten, und Massivholz- produkte, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Holzwerkstoffe oder Massivholzprodukte holzhaltige Ausgangsstoffe enthalten, die mit einer Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder mindestens einen Konservierungsstoff benetzt wurden oder holzhaltige Zwischenprodukte, die nach einem der erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt sind.

Die Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien können dazu verwendet werden, die erfindungsgemäßen holzhaltigen Zwischenprodukte herzustellen.

Die Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien können in einem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung von holzhaltigen Zwischenprodukten verwendet werden.

Bei den vorgenannten Verwendungen und Verfahren kommen folgende Konservierungsstoffe und Antioxidantien bevorzugt zum Einsatz, entweder als einzelnes Antioxidanz oder als einzelner Konservierungsstoff oder in Kombination von mehreren verschiedenen Konservierungsstoffen und/oder Antioxidantien: BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E311 ), Weinsäure (E334), auch ihre Salze und Ester. Eine bevorzugte Kombination von Konservierungsstoffen und Antioxidantien enthält Weinsäure und Citronensäure.

In den erfindungsgemäßen Verfahren können mehrere, verschiedene Konservierungsstoffe und/oder Antioxidantien und/oder Kombinationen daraus eingesetzt werden, insbesondere kann die Lösung enthaltend mindestens einen Klebstoff und mindestens ein Antioxidanz oder min- destens einen Konservierungsstoff Citronensäure und/oder Weinsäure und/oder Citronensäure- und/oder Weinsäuretartrate enthalten.

Die erfindungsgemäßen holzhaltigen Zwischenprodukte können dadurch gekennzeichnet sein, dass das mindestens eine Antioxidanz oder der mindestens eine Konservierungsstoff ausge- wählt ist aus der Gruppe enthaltend BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E311 ), Weinsäure (E334), sowie ihre Salze und Ester.

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf eine Verwendung von mindestens einem Anti- oxidanz oder einem Konservierungsstoff zur Herstellung von erfindungsgemäßen holzhaltigen Zwischenprodukten, insbesondere können dabei mindestens ein Antioxidanz oder ein Konservierungsstoff verwendet werden, die ausgewählt sind aus der Gruppe enthaltend BHA (E320), BHT (E321 ), Citronensäure (E330), EDTA (E385), Laurylgallat (Gallate E310 bis E312), Octylgallat (E31 1 ), Weinsäure (E334), sowie ihre Salze und Ester.