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Title:
METHOD FOR REDUCING THE SULPHUR CONTENT OF A SULPHUROUS LIQUID FUEL FOR USE IN A CURRENT-GENERATING SET, AND DEVICE FOR CARRYING OUT SAID METHOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/135459
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for reducing the sulphur content of a sulphurous liquid fuel. According to said method, the liquid fuel is first heated, the heat required therefor being at least partially drawn from a drive unit, the heated liquid fuel is at least partially desulphurised, and the sulphur-reduced fuel is then supplied to a current-generating device. The invention also relates to a device for carrying out said method, said device comprising a current-generating device, a means for reducing the sulphur content of a sulphurous fuel, and a drive unit comprising a means for transferring heat to the liquid fuel, the means for distributing the liquid fuel being arranged adjacently to the drive unit. A high-temperature polymer fuel cell stack can especially be used as a current-generating device, and a drive turbine is especially provided as the drive unit. At least one membrane, a hydrofiner with pre-saturation followed by H2S separation, or an adsorber are suitable, for example, as advantageous means for reducing the sulphur content of the sulphurous fuel.

Inventors:
LATZ, Jochen (Clarenbachstr. 150, Köln, 50931, DE)
PETERS, Ralf (Fontanestrasse 13, Würselen, 52146, DE)
STOLTEN, Detlef (Sperberweg 2, Aachen, 52076, DE)
WERHAHN, Johannes (Görresstr. 7, Köln, 50674, DE)
Application Number:
DE2009/000575
Publication Date:
November 12, 2009
Filing Date:
April 24, 2009
Export Citation:
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Assignee:
FORSCHUNGSZENTRUM JÜLICH GMBH (52425 Jülich, DE)
LATZ, Jochen (Clarenbachstr. 150, Köln, 50931, DE)
PETERS, Ralf (Fontanestrasse 13, Würselen, 52146, DE)
STOLTEN, Detlef (Sperberweg 2, Aachen, 52076, DE)
WERHAHN, Johannes (Görresstr. 7, Köln, 50674, DE)
International Classes:
C10G25/00; C10G31/11; C10G45/02
Domestic Patent References:
WO2003091363A12003-11-06
Foreign References:
DE10234820A12004-02-19
Other References:
DATABASE WPI Week 200517 Thomson Scientific, London, GB; AN 2005-156891 XP002558901 -& JP 2005 042051 A (NISSAN MOTOR CO LTD) 17. Februar 2005 (2005-02-17)
Attorney, Agent or Firm:
FORSCHUNGSZENTRUM JÜLICH GMBH (Fachbereich Patente, Jülich, 52425, DE)
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Claims:

P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Verfahren zur Reduzierung des Schwefelgehaltes eines schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoffs mit den Schritten:

- der flüssige Kraftstoff wird erhitzt, wobei die dafür benötigte Wärme wenigstens zum Teil einem Antriebsaggregat entzogen wird,

- der erhitzte, flüssige Kraftstoff wird zumindest teilweise entschwefelt,

- der schwefelarme Kraftstoff wird einer Stromerzeugungseinrichtung zugeführt.

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem eine Brennstoffzelle bzw. ein Brennstoffzellenstapel als Stromerzeugungseinrichtung eingesetzt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem eine Hochtemperatur-Polymer-Brennstoffzelle bzw. ein Hochtemperatur-Polymer-Brennstoffzellenstapel als Stromerzeugungseinrichtung eingesetzt wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem eine Antriebsturbine als Antriebsaggregat eingesetzt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die benötigte Wärme dem Abgas des Antriebsaggregats entzogen wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die benötigte Wärme einem Verdichter des Antriebsaggregats entzogen wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die Reduzierung des Schwefelgehaltes durch eine Membran erfolgt.

8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem an die Membran ein Vakuum von weniger als 100 mbar, insbesondere von 50 mbar, angelegt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem der schwefelreduzierte Kraftstoff abgekühlt wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem der schwefelreduzierte

Kraftstoff einer weiteren Membran zugeführt wird.

11. Verfahren nach Anspruch 10, bei dem die weitere Membran eine organische Membran aufweist.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 11, bei dem durch die weitere Membran eine weitere, schwefelreduzierte Fraktion als Retentat abgetrennt wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei dem maximal bis zu 15 Vol.-% des für das Antriebsaggregat und die Stromerzeugungseinrichtung benötigten Kraftstoffs, insbesondere bis zu 5 Vol.-% des Kraftstoffs als schwefelarmer Kraftstoff der Stromerzeugungseinrichtung zugeführt wird.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei dem der Kraftstoff vor der Reduzierung des Schwefelgehaltes auf eine Temperatur oberhalb von 60 0 C, insbesondere auf eine Temperatur oberhalb von 80 0 C, aufgeheizt wird.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die Reduzierung des Schwefelgehaltes durch einen Hydrofmer und eine sich anschließende H 2 S- Abtrennung erfolgt.

16. Verfahren nach Anspruch 15, bei dem der flüssige Kraftstoff vor der Entschwefelung zusätzlich durch das Produkt des Hydrofmers erwärmt wird.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die Reduzierung des Schwefelgehaltes durch einen Adsorber erfolgt.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, bei dem der schwefelreduzierte Kraftstoff einen Schwefelgehalt von weniger als 20 ppm Schwefel, insbesondere von weniger als 10 ppm und ganz besonders vorteilhaft von weniger als 5 ppm Schwefel aufweist, bevor er der Stromerzeugungsanlage zugeführt wird.

19. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 18, mit einer Stromerzeugungseinrichtung, mit einem Mittel zur Reduzierung des Schwefelgehaltes eines schwefelhaltigen Kraftstoffs, sowie mit einem Antriebsaggregat, dadurch gekennzeichnet,

dass das Antriebsaggregat Mittel zur übertragung von Wärme auf den flüssigen Kraftstoff aufweist.

20. Vorrichtung nach Anspruch 19, mit einem Hochtemperatur-Polymer- Brennstoffzellenstapel als Stromerzeugungseinrichtung.

21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 20, mit einer Antriebsturbine als Antriebsaggregat.

22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 21 , mit einem Wärmeaustauscher in der Abgasleitung des Antriebsaggregats als Mittel zur Wärmeübertragung.

23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 22, mit einem Wärmeaustauscher in einem Verdichter des Antriebsaggregats als Mittel zur Wärmeübertragung.

24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23, mit einer Membran als Mittel zur Reduzierung des Schwefelgehaltes des Kraftstoffs.

25. Vorrichtung nach Anspruch 24, mit einer an der Permeatseite der Membran angeschlossenen Vakuumpumpe.

26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 25, mit einer weiteren Membran als weiteres Mittel zur Reduzierung des Schwefelgehaltes des Kraftstoffs.

27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 26, bei der ein Mittel zur Aufteilung des flüssigen Kraftstoffs benachbart zum Antriebsaggregat angeordnet ist.

28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23, mit einem Hydrofiner und einer sich daran anschließenden H 2 S-Abtrennung als Mittel zur Reduzierung des Schwefelgehaltes des Kraftstoffs.

29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 bis 23, mit einem Adsorber als Mittel zur Reduzierung des Schwefelgehaltes des Kraftstoffs.

Description:

B e s c h r e i b u n g

Verfahren zur Reduzierung des Schwefelgehaltes eines schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoffs für die Verwendung in einem Stromerzeugungsaggregat sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduzierung des Schwefelgehaltes eines schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoffs, insbesondere Kerosin, welcher für den Einsatz in einem Stromerzeugungsaggregat vorgesehen ist. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens, insbesondere in Kombination mit einem Bordstromaggregat.

Stand der Technik

Elektrische Energie kann in unterschiedlichen mobilen Anwendungen durch den Einsatz von Hilfskrafterzeugern (Auxiliary Power Units = APUs) bereitgestellt werden. Insbe- sondere in Flugzeugen wird eine APU nicht für den Antrieb des Fluggeräts konzipiert, sondern sie liefert in der Regel elektrische Energie und gegebenenfalls auch Druckluft oder Hydraulikdruck zum autarken Betrieb der Flugzeugausrüstung am Boden, ohne dass die Haupttriebwerke dafür laufen müssen. Eine APU besteht aus einer Verbrennungskraftmaschine, heute meist eine Gasturbine, früher auch ein Verbrennungsmotor, einem Generator und diversen Hilfsaggregaten zum Regeln der APU. Als besonders emissionsarm und mit guten Wirkungsgraden haben sich neuerdings APUs auf Basis von Brennstoffzellen herausgestellt, die vorteilhaft mit dem Fahrzeugkraftstoff betrieben werden und die Bordsysteme effizienter mit Elektrizität versorgen. Die Nachfrage hiernach steigt in dem Maße, wie Komfort- und Sicherheitsfunktionen sowie Steuer- und Kontrollfunktionen zunehmend elektrisch realisiert werden müssen.

In und für den direkten Bereich um Häfen und Flughäfen gibt es darüber hinaus zunehmend die Forderung nach einer Verbesserung der lokalen Luftqualität, wozu der Einsatz von Brennstoffzellen-APUs in der Bordstromerzeugung von Schiffen bzw. Flugzeugen substanziell beitragen kann. APUs versprechen außerdem einen besseren Wirkungsgrad und geringere Emissionen, u. a. wenn sie in LKW zur Bordstromerzeugung eingesetzt werden.

Der zum Betrieb der in der APU eingesetzten Brennstoffzelle benötigte Wasserstoff wird durch die Reformierung des für das Antriebsaggregat verwendeten flüssigen Mineralölprodukts erzeugt. Der Reformierungsprozess erfordert jedoch, dass der eingesetzte Kraftstoff nicht mehr als 10 ppm Schwefel enthält.

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben zur Reduzierung der Schwefeldioxidemissionen wurde der Grenzwert für den Schwefelgehalt flüssiger Kraftstoffe in der Vergangenheit immer weiter abgesenkt. Heute dürfen Dieselkraftstoffe in der EU bis zu 10 ppm, Heizöl EL und Schiffsdiesel für Binnenschiffe 1000 ppm sowie Kerosin Jet-A 1 bis zu 3000 ppm Schwefel enthalten. In der Praxis enthält Kerosin in der EU jedoch in der Regel schon jetzt weniger als 800 ppm Schwefel.

Da diese Schwefelgehalte zu hoch für die direkte Verwendung des Kraftstoffs in einem Brennstoffzellensystem sind, muss eine Entschwefelung auf den Wert von maximal 10 ppm Schwefel vor einer Einleitung in die APU realisiert werden.

Das in der Raffinerietechnik fast ausschließlich angewendete Verfahren zur Entschwefelung flüssiger Kraftstoffe ist die hydrierende Entschwefelung in der Gasphase oder im Rieselbettreaktor. Für leichte Mineralölfraktionen wird der gasförmige Kraftstoff zusammen mit dem für die Reaktion notwendigen Wasserstoff durch den Reaktor geleitet. Der Wasserstoff kann entweder als reines Gas oder als Teil einer Gasmischung zugefügt werden. Für schwerere Mineralölfraktionen wird der flüssige Kraftstoff zusammen mit gasförmigem Wasserstoff durch einen dreiphasigen Rieselbettreaktor geleitet. Im Reak- tor liegt ein fester Katalysator, flüssiger Kraftstoff sowie gasförmiger Wasserstoff vor. Dem Reaktor nachgeschaltet wird das überschüssige wasserstoffhaltige Gas abgetrennt, komprimiert und dem Prozess wieder zugeführt. Der Produktstrom enthält nach der Hydrierung Schwefelwasserstoff, der zum Beispiel durch ein Adsorptions- oder Amin- wäscheverfahren abgetrennt werden kann.

Ein Nachteil der Hydrierung in der Gasphase sowie im Rieselbettreaktor ist, dass aufgrund schlechter Phasenübergänge ein sehr großer Wasserstoffüberschuss im Reaktor

erforderlich ist. Der überschüssige Wasserstoff muss hinter dem Reaktor wieder abgetrennt, komprimiert und dem Reaktor wieder zugeführt werden. Damit ist ein erheblicher energetischer und apparativer Aufwand verbunden. Soll ein wasserstoffhaltiges Gasgemisch anstelle des reinen Wasserstoffs zur Hydrierung eingesetzt werden, reichert sich durch die erforderliche Rezyklierung der Wasserstoffgehalt im Reaktor ab. Damit ist der Betrieb mit einem wasserstoffhaltigen Gasgemisch regelmäßig nicht wirtschaftlich.

Neuartige Verfahren, wie z.B. der Hydro finer mit Vorsättiger oder die Mebranent- Schwefelung, befinden sich derzeit im Forschungsstadium. Erste Anlagen, die auf der adsorptiven Entschwefelung basieren, wurden in den vergangenen Jahren in Betrieb genommen.

Zur on-board Entschwefelung können prinzipiell ebenfalls die vorgenannten Entschwe- felungsverfahren eingesetzt werden, wie die Membranentschwefelung, die thermische Abtrennung, die Adsorption und der Hydrofmer mit Vorsättiger. Die Entschwefelung erfordert in allen Fällen jedoch einen zusätzlichen Energieaufwand, der in der Regel zum Großteil als Wärmestrom von außen zugeführt werden muss. Ausgereifte Verfahren zur Entschwefelung flüssiger Kraftstoffe in mobilen Brennstoffzellensystemen sind bisher nicht verfügbar.

Ein maßgebliches Hindernis bei der Entwicklung neuartiger Entschwefelungsverfahren für den mobilen Einsatz ist der hohe Energiebedarf der Entschwefelung mit den damit verbundenen Wirkungsgradeinbußen. Bisher wird dem Entschwefelungsprozess, z. B. der Membranentschwefelung, von außen Wärme zugeführt, was zu einer Verringerung des Wirkungsgrades der APU führt. Der Betrieb der Entschwefelungsverfahren im optimalen Betriebspunkt erfordert eine hohe Energiezufuhr. Zur Optimierung des Wirkungsgrades des Gesamtsystems wird die Energiezufuhr der Entschwefelung häufig auf Kosten der Entschwefelungsleistung begrenzt. Aufgrund dieser weniger effizienten Arbeitsweise ist somit regelmäßig ein größeres und schwereres System zur Entschwefelung erforderlich.

Die APU-Technologie ist insbesondere auch im Flugzeugbereich von großer Bedeutung. Die bislang eingesetzte Lösung, bei dem die Stromversorgung mittels einer Turbine sichergestellt wird, verursacht jedoch einen hohen Schadstoffausstoß und besitzt nur einen geringen Wirkungsgrad. Für die Umsetzung der Brennstoffzellentechnologie als alternative APU im Flugzeug ergeben sich jedoch zusätzliche Probleme. Nicht nur hinsichtlich Sicherheit, Zuverlässigkeit und niedrigem Gewicht, sondern auch wegen der schwierigen Einsatzbedingungen - als Brennstoffbasis wird Kerosin verwendet, die Umgebungstemperaturen sind äußerst niedrig und die Sauerstoffkonzentration bei großen Flughöhen ist sehr gering - sind die Anforderungen besonders hoch. Auch Erschüt- terungen bei Start und Landung stellen beträchtliche Herausforderungen für die Ingenieure dar. Die prinzipielle Eignung einer PEM-Brennstoffzelle als Alternative für eine APU in einem Flugzeug sowie die Anpassung der Luftversorgung wurde schon in der EP 0 957 026 Bl beschrieben. Allerdings wird dort keine Entschwefelung erwähnt.

Im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Power Optimized Aircraft,, (POA) haben die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit der Firma Liebherr Aerospace zum ersten Mal in Europa einen Kerosin-Reformer mit einem am Forschungszentrum Jülich (FZJ) entwickelten SOFC-Brennstoffzellenstapel gekoppelt und im Systemverbund betrieben. Als Brennstoff wurde jedoch bereits ent- schwefeltes Kerosin Jet A-I eingesetzt.

Bei dem Einsatz eines Hochtemperatur-Brennstoffzellenstapels als APU wird eine vorgeschaltete Entschwefelung benötigt. In einem Flugzeug können sich dadurch Prob- lerne ergeben, dass die APU regelmäßig weit entfernt vom eigentlichen Kraftstoffvorrat, der sich üblicherweise in den Tragflächen befindet, angeordnet ist. Beispielsweise sind bisherige APUs typischerweise zwischen den Haupträdern eines Flugzeugs oder auch im Heck untergebracht. Beim Einsatz eines Hochtemperatur-Brennstoffzellenstapels als APU könnte sich für eine Entschwefelung mittels einer Membran das folgende Szenario ergeben.

Der Kraftstoffstrom würde zunächst aus den Tanks in den Flügeln komplett in das Heck zur Membran geleitet, und dort in zwei Teilströme aufgeteilt werden. Je nach Art der verwendeten Membran würde entweder der Permeatstrom oder der Retentatstrom mit dem abgesenkten Schwefelgehalt gegebenenfalls in eine zweite Stufe (adsorptiven Feinentschwefelung) geführt werden und anschließend zum Reformer weitergeleitet werden. Der sich ergebende, mit Schwefel angereicherte Rückstand kann zur Verbrennung in der Flugzeugturbine direkt verwendet werden. Der Feedstrom der Membranentschwefelung müsste dazu jedoch zunächst auf ca. 80 - 135 °C aufgeheizt werden. Das Membranverfahren arbeitet optimal, wenn der Permeatstrom weniger als 10 Vol.-%, besser weniger als 5 Vol.-%, und besonders vorteilhaft wenn er sogar weniger als 2 Vol.-% des zugeführten Feedkraftstoffs beträgt.

Nachteilig wäre in diesem Fall, dass bei einer 2 Vol.-%igen Abtrennung die 50-fache Kraftstoffmenge vom Flugzeugtank im Tragflügel zur APU im Heck des Flugzeugs und wieder zurück transportiert werden muss, was in der Regel nicht praktikabel ist. Außer- dem müsste der 50-fache Kraftstoffstrom auf ca. 80 bis 120 0 C erhitzt werden, wozu eine große Wärmemenge erforderlich ist. Die zugeführte Wärmemenge würde wahrscheinlich größtenteils verloren gehen, da der Kraftstoff bei der Rückleitung bis zum Tank oder der Turbine wieder abkühlt.

Da dies nicht wirtschaftlich ist, könnte alternativ nur der 2-fache Kraftstoffstrom zur Membranentschwefelung geleitet werden, so dass der Permeatstrom ca. 50 % des Feedstroms beträgt. In diesem Fall wäre die Membranentschwefelung regelmäßig deutlich ineffizienter und die Abreicherung des Schwefels im Permeat deutlich geringer. Bei der adsorptiven Entschwefelung müsste zur Regeneration des Adsorbers ein Gasstrom auf 350 - 500 0 C erhitzt werden. In einer APU mit einer Brennstoffzelle mit Polymerelektrolytbrennstoffzelle ist jedoch in der Regel keine Abwärme mit ausreichender Temperatur verfügbar, so dass die Wärmeenergie durch Verbrennung von Kerosin erzeugt werden müsste. Dies ist wiederum mit deutlichen Wirkungsgradeinbußen verbunden. Gleiches würde für die thermische Abtrennung und die hydrierende Entschwe- feiung mit Vorsättiger gelten. Bei beiden Verfahren müsste ein Kraftstoffstrom auf 200 - 300 °C bzw. 350 - 400 0 C erhitzt werden.

Aufgabe und Lösung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Reduzierung des Schwefelgehaltes in einem schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoff, welches für den Einsatz in einem Stromerzeugungsaggregat auf Basis einer Brennstoffzelle vorgesehen ist, bereit- zustellen, welches in Kombination mit einem Antriebsaggregat unter energetischen Gesichtspunkten besonders effektiv ist, und somit den Gesamtwirkungsgrad im Vergleich zum Stand der Technik vorteilhaft erhöht. Ferner ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Durchführung des vorgenannten erfindungsgemäßen Verfahrens zur Verfügung zu stellen.

Die Aufgaben der Erfindung werden gelöst durch ein Verfahren zur Reduzierung des

Schwefelgehaltes eines schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoffs gemäß Hauptanspruch, sowie einer Vorrichtung zur Reduzierung des Schwefelgehaltes eines schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoffs gemäß Nebenanspruch. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfah- rens und der Vorrichtung ergeben sich aus den jeweils rückbezogenen Ansprüchen.

Gegenstand der Erfindung

Da die Erfindung das Zusammenspiel eines Verfahrens mit einer geeigneten Vorrich- tung betrifft, werden nachfolgend das Verfahren und die Vorrichtung zur Durchführung teilweise parallel beschrieben.

Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, den endothermen Prozess der Reduzierung des Schwefelgehaltes, der nachfolgend auch kurz Entschwefelung genannt wird, eines schwefelhaltigen, flüssigen Kraftstoffs für ein mobiles Stromerzeugungsgerät (APU) auf Basis von Brennstoffzellentechnologie derart geeignet mit einem Antriebsaggregat zu verbinden, dass insgesamt eine gesteigerte Effizienz des gesamten Verfahrens ermöglicht wird.

Das erfmdungsgemäße Verfahren sieht vor, die Wärme benötigende Reduzierung des Schwefelgehaltes des Kraftstoffs für die APU derart in das Umfeld eines Antriebsaggregats zu integrieren, und einen Teil der Wärmeenergie des Antriebsaggregats derart

auszukoppeln, dass dessen Wirkungsgrad dadurch nicht verringert oder vorteilhaft sogar gesteigert werden kann. Die eigentliche Entschwefelung (Reduzierung des Schwefelgehaltes) findet dabei nicht zwingend im direkten Umfeld der APU statt, die wie im Beispiel eines Flugzeuges häufig im Heck untergebracht ist, sondern vorteilhaft direkt in der Nähe des Wärme abgebenden Antriebsaggregats, zum Beispiel einer Antriebsturbine.

Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ausführlicher am Beispiel eines Flugzeugs verdeutlicht. Entspre- chend abgewandelt kann die Erfindung aber ebenso für andere mobile Einsätze einer APU angewandt werden, insbesondere auch auf Schiffen oder anderen Fahrzeugen.

Im Rahmen der Erfindung ist vorgesehen, dass der Kraftstoff durch Nutzung der Abwärme des Antriebsaggregats oder durch eine Zwischenkühlung im Verdichter des Antriebsaggregats zumindest teilweise auf die benötigte Temperatur für die Reduzierung des Schwefelgehaltes gebracht wird. Die teilweise Entschwefelung des Kraftstoffs selbst kann beispielsweise über eine oder mehrere Membranen erfolgen, wobei eine Aufteilung in einen mit Schwefel angereicherten und einen schwefelreduzierten Kraftstoffstrom erfolgt. In diesem Fall kann anschließend der mit Schwefel angereicherte Kraftstoffteilstrom vorteilhaft auf kurzem Weg zur Verbrennungskammer des Antriebsaggregats geführt werden, ohne dass es zu nennenswerten Temperaturverlusten kommt. In der Gesamtbetrachtung wird typischerweise ein nur sehr geringer Teil des Kraftstoffs, insbesondere weniger als 10 Vol.-% des gesamten, für die Antriebsmaschine und die APU benötigten Kraftstoffstroms, als entschwefelter Kraftstoff weiter zur APU geleitet.

Andere denkbare und geeignete Verfahren zur Reduzierung des Schwefelgehaltes des Kraftstoffs sind beispielsweise der Einsatz eines Hydrofiners, gegebenenfalls mit einem Vorsättiger, oder auch ein Adsorber. Diese anderen Verfahren benötigen dabei in der Regel andere Kraftstofftemperaturen, und damit auch gegebenenfalls eine andere Zuführung der Wärme, als bei Einsatz einer Membran. Dies wird nachfolgend im Abschnitt des speziellen Beschreibungsteils noch weiter ausgeführt.

Sowohl die Zwischenkühlung im Verdichter als auch die Rekuperation führen in der Regel zu einer Steigerung des Wirkungsgrades des Antriebsaggregats. Diese Wirkungsgradsteigerung geht jedoch zum Teil wieder dadurch verloren, dass Verdampfungs- enthalpie für den entschwefelten Teil des Kraftstoffs entzogen wird, der jedoch auf Grund seines geringen Anteils von weniger als 10 Vol.-% insgesamt dennoch zu einer Wirkungsgradsteigerung für das gesamte System führt.

Besonders vorteilhaft gestaltet sich das Verfahren, wenn der Anteil an abgetrenntem, entschwefeltem Kraftstoff auf weniger als 15 Vol.-%, insbesondere auf weniger als 10 Vol.-%, und insbesondere auf weniger as 2 Vol.-%, zum Beispiel ca. 0,5 Vol.-%, reduziert wird.

Das Prinzip der Wärmeauskopplung für die Entschwefelung kann nicht nur für den Fall einer Entschwefelung durch eine Membran angewandt werden. Für eine Membranentschwefelung wäre eine vorherige Aufheizung des Kraftstoffs auf ca. 80 bis 120 °C notwendig. Die übrigen Entschwefelungsverfahren lassen sich ebenfalls mit derselben vorteilhaften Wirkungsweise energetisch günstig integrieren. Selbst die für die Regenerierung eines Adsorbens, oder für den Einsatz eines Hydro fmers benötigten 350 bis 500 °C können vorteilhaft durch die Nutzung der Wärme des Antriebsaggregats zur Verfügung gestellt werden. Die Erhitzung der Luft zur Regeneration des Adsorbers kann beispielsweise mit der Vorwärmung der Verbrennungsluft für die Brennkammer kombiniert werden. Die Energie zum Erhitzen der Kaftstoffströme für die Membranentschwefelung könnte beispielsweise auch durch eine Zwischenkühlung im Verdichter ausgekoppelt werden.

Spezieller Beschreibungsteil

Nachfolgend wird die Erfindung der Kerosinentschwefelung in einem Flugzeug anhand zweier Prinzipskizzen und eines konkreten Rechenbeispiels verdeutlicht, ohne dass es dadurch zu einer Einschränkung des Schutzbereiches kommt. In den Figuren 1 bis 3 bedeuten:

1 Antriebsturbine mit

Ia. Verdichter Ib. Brennkammer Ic. Antrieb 2 Membraneinrichtung

3 Verdichter

4 APU, Brennstoffzellenstapel

5 Wärmeaustauscher

6 Separator 7 Vorsättiger für Hydrofiner

8 Hydrofiner

9 H 2 S-Abtrennung

und als Betriebsstoffe:

A Luft

B Kraftstoff

Bl schwefelarme Fraktion

B2 schwefelreiche Fraktion

C Abgas

D Inertgas

E Reformatgas

Q Wärme

In Figur 1 ist der Fall dargestellt, dass sich das Antriebsaggregat und der Kraftstoffvorrat in der Tragfläche eines Flugzeugs befinden, während die Auxiliary Power Units (APU) im Heck angeordnet ist. Wird als APU ein Hochtemperatur-Polymer- Brennstoffzellenstapel mit integrierter Reformierung eingesetzt, so muss der dort eingesetzte Kraftstoff zunächst entschwefelt werden (< 10 ppm S). Dafür würde der gesamte Kraftstoff aus den Vorratsbehältern in den Tragflächen in das Heck geleitet, für die Entschwefelung entsprechend aufgeheizt, in eine schwefelreiche und eine schwefelarme Fraktion aufgeteilt, und der Großteil des Kraftstoffs als schwefelreiche Fraktion wieder zurück transportiert, um in die Brennkammer der Antriebsturbine geleitet zu werden.

Die schwefelarme Fraktion könnte nach gegebenenfalls weiterer Aufarbeitung in dem Brennstoffzellenstapel eingesetzt werden.

In Figur 2 ist eine erfindungsgemäße Ausgestaltung der Erfindung dargestellt. Der Prozess des Aufheizens des Kraftstoffs und der Entschwefelung wird in unmittelbarer Nähe zu den Antriebsaggregaten durchgeführt. Dies bedeutet die vorteilhafte Nutzung der Abwärme aus dem Antriebsprozess, entweder aus dem Abgas und/oder einer Zwischenkühlung aus dem Luftverdichter, und kurze Wege für den Großteil des aufgeheizten Kraftstoffs zur Turbine. Nur ein sehr geringer Anteil des Kraftstoffs, nämlich die schwefelarme Fraktion, wird in das Heck zum Brennstoffzellenstapel geleitet. Die weiteren Behandlungsschritte der schwefelarmen Fraktion, z. B. eine weitere Membrantrenneinheit, eine Adsorption, die Kühlung und die Separation, können dabei einzeln oder zusammen, wahlweise in der Nähe des Antriebsaggregats oder in der Nähe des Brennstoffzellenstapels, angeordnet sein.

In Figur 3 wird eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. einer Vorrichtung zur Durchführung gezeigt. Wird anstatt der Membran die hydrierende Entschwefelung mit Vorsättiger eingesetzt, wird der Reaktor wiederum vorteilhaft in unmittelbarer Nähe zur Antriebsturbine angeordnet. Aus der Kraftstoffzufuhr der Turbi- ne wird ein Teilstrom abgezweigt und auf den für den Hydrofiner benötigten Druck von 20 - 70 bar komprimiert. Der komprimierte Kraftstoffstrom wird zunächst mit dem Produkt des Hydrofiners vorgewärmt und anschließend mit der Abwärme der Turbine auf die Reaktionstemperatur von 330 - 400°C erhitzt. Nachdem zusätzlich ein wasser- stoffreicher Reformatgasstrom zugeführt wurde, werden die Schwefelverbindungen im Kraftstoff in Schwefelwasserstoff umgewandelt. Anschließend wird der Schwefelwasserstoff abgetrennt, so dass der Schwefelgehalt im Produkt, das zur APU in das Heck des Flugzeuges geleitet wird, in der Regel nicht mehr als 10 ppm beträgt.

Der Gewinn in der Effizienz des Gesamtsystems entsteht hauptsächlich aus der positi- ven Ausnutzung des Wärmeentzugs bei den Antriebsaggregaten und aus den verringerten Wärmeverlusten bei der Weiterleitung des aufgeheizten Kraftstoffs zur Turbine, sowie der geringeren Pumpleistung für den Großteil des Kraftstoffs. Ein weiterer, für

Flugzeuge wichtiger Gewinn ist die Gewichts- und Platzeinsparung, da eine Rückfüh- rungsleitung für den gesamten Kraftstoff entfällt und die Kraftstoffleitung zur APU wesentlich kleiner dimensioniert sein kann, wenn die Rückleitung entfällt.

Rechenbeispiel:

Ein Airbus A320 verbraucht etwa 3200 L/h Kerosin. Der gesamte Kraftstoff wird vor dem Eintritt in die Brennkammer der Gasturbine durch einen Wärmeaustauscher geleitet und auf ca. 80 0 C erhitzt. Die zugeführte Wärmemenge wird in Form einer Zwischenkühlung im Verdichter oder aus der Abwärme des Abgasstroms gewonnen.

Anschließend wird der Kraftstoffstrom über eine in der Nähe der Turbine angeordnete Membranoberfläche geleitet. Durch Anlegen eines Vakuums permeiert bzw. verdampft ca. 1,4 % (Vol.) des zugeführten Kraftstoffs (Feed) durch die Membran, insbesondere die leichter siedende Fraktion, die regelmäßig einen geringeren Schwefelgehalt auf- weist. Dies entspricht mit 45 L/h dem Verbrauch einer APU mit einer typischen Größe von 150 kW e i. Der ca. 80 °C heiße Retentatstrom aus der Membraneinheit mit der schwefelreicheren, schwereren Fraktion wird vorteilhaft durch kurze isolierte Leitungen der in der Nähe befindlichen Brennkammer des Antriebsaggregats, bzw. der Turbine zugeführt.

Je nach Gegebenheiten und Rahmenbedingungen kann ein Fachmann auf diesem Gebiet weitere Abwandlungen der Entschwefelung ohne weiteres erfinderisches Zutun vorsehen. Die abgetrennte, schwefelärmere, leichtere Fraktion (Permeat) kann beispielsweise optional auch noch einer weiteren Membranstufe zugeführt werden. Diese zweite Membranstufe umfasst vorteilhaft eine organische Membran, durch die insbesondere eine schwefelhaltige Fraktion beispielsweise als Permeat abgetrennt werden kann. Das Retentat dieser zweiten Membranstufe wird anschließend gegebenenfalls einer Adsorption zugeführt, in der der Schwefelgehalt des Kraftstoffs auf unter 10 ppm reduziert wird. Dieser so aufgearbeitete Kraftstoff kann anschließend der Brennstoffzelle, insbe- sondere einer Hochtemperatur-Polymer-Brennstoffzelle, zugeführt werden.

Sowohl die Zwischenkühlung im Verdichter als auch die Rekuperation führen in der Regel zu einer Steigerung des Wirkungsgrades der Turbine. Nur ein geringer Teil dieser Wirkungsgradsteigerung geht dadurch verloren, dass die Verdampfungsenthalpie für 1,4 Vol.-% des Kraftstoffs an der Membran entzogen wird.

Um die APU vorteilhaft auch zu betrieben, wenn das Antriebsaggregat nicht in Betrieb ist, kann optional ein Puffertank vorgesehen werden. Mit einem Puffertank mit ca. 450 L Inhalt kann die APU in diesem Fall beispielsweise 10 h unabhängig betrieben werden.