Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR REDUCING VIBRATIONS IN A DISC-SHAPED ROTARY COMPONENT WHICH IS ROTATABLE ABOUT A ROTATIONAL AXIS, AND ROTARY COMPONENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/014744
Kind Code:
A3
Abstract:
The invention relates to a method for reducing vibrations in a disc-shaped rotary component which is rotatable about a rotational axis, which rotary component is in sliding frictional contact, by means of a circular face which is coaxial with respect to the rotational axis, with a mating face of a mating component relative to which the rotary component rotates, in which method the rotary component is designed such that a cyclic symmetry which exists about the rotational axis of said rotary component is disrupted.

Inventors:
RYZHIK BORIS (DE)
Application Number:
DE2007/001241
Publication Date:
June 26, 2008
Filing Date:
July 12, 2007
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
LUK LAMELLEN & KUPPLUNGSBAU (DE)
RYZHIK BORIS (DE)
International Classes:
F16F15/131; F16F15/31
Foreign References:
EP1469228A12004-10-20
GB2413614A2005-11-02
DE19534818A11997-03-27
US5295411A1994-03-22
JPH01312245A1989-12-18
JPS59187134A1984-10-24
Attorney, Agent or Firm:
LUK LAMELLEN UND KUPPLUNGSBAU BETEILIGUNGS KG (Bühl, DE)
Download PDF:
Claims:

Patentansprüche

1. Verfahren zum Vermindern von Schwingungen an einem sich um eine Drehachse drehenden scheibenförmigen Drehbauteil, das mit einer zur Drehachse koaxialen kreisförmigen Fläche in gleitender Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils ist, relativ zu dem sich das Drehbauteil dreht, bei welchem Verfahren das Drehbauteil derart ausgebildet wird, dass eine um seine Drehachse bestehende zyklische Symmetrie gestört ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , bei dem das Drehbauteil längs in Umfangsrichtung mit unsymmetrisch angeordneten und /oder unsymmetrisch geformten Störungen versehen wird, deren Anzahl m beträgt, wobei n/m keine ganze Zahl ist und n die Anzahl der Symmetriezyklen des Drehbauteils ist.

3. Scheibenförmiges Drehbauteil (30), das in einer Einbaulage um eine Drehachse drehbar ist und mit einer zur Drehachse koaxialen kreisförmigen Fläche in gleitende Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils (34) bringbar ist, relativ zu dem das Drehbauteil drehbar ist, welches Drehbauteil mit um seine Drehachse gestörter, zyklischer Symmetrie ausgebildet ist.

4. Drehbauteil nach Anspruch 3, welches Drehbauteil mit in Umfangsrichtung unsymmetrisch angeordneten und/oder relativ zueinander unsymmetrisch ausgebildeten Fenstern (36) in einer Anzahl m versehen ist, wobei gilt: n/m keine ganze Zahl und n = Anzahl der Symmetriezyklen des Drehbauteils.

5. Drehbauteil nach Anspruch 4, wobei die Abmessungen der Fenster folgende Beziehungen erfüllen:

Breite jedes Fensters (36) in Umfangsrichtung größer als 5 Grad; radiale Länge jedes Fensters (36) größer als 10% der radialen Länge des Drehbauteils im Bereich des Fensters.

6. Drehbauteil nach Anspruch 4 oder 5, wobei für die Anordnung der Fenster folgende Beziehungen gelten:

- radiale Unsymmetrie i?max ~ i?min > 0.2,

- tangentiale Unsymmetrie δφ max - δφ min > 10°, wobei i?,.,^.die radiale und tangentiale Position des „Schwerpunktes" des Fensters z " (j = l,...,m) sind und

K = max{i? ; .}, R min = mmfal i = l >-> m >

δφ , i = l,..,m - 1; δφ,„ - - φ m \,

δφ max = max{δφ,}, δφ min = min{δφ min }, i = l,...,m.

7. Drehbauteil nach einem der Ansprüche 3 bis 6, welches Drehbauteil eine Dichtungsmembran (30) an einem Zweimassenschwungrad (32), wobei die Dichtungsmembran an ihrem radial inneren oder äußeren Randbereich drehfest mit einem von zwei koaxial zueinander angeordneten begrenzt relativ zueinander verdrehbaren Scheibenteilen des Zweimassenschwungrades verbunden ist und mit ihrem radial äußeren oder inneren Randbereich in elastisch vorgespannter Anlage an den anderen der Scheibenteile ist.

Description:

Verfahren zum Vermindern von Schwingungen an einem um eine Drehachse drehenden scheibenförmigen Drehbauteil sowie Drehbauteil

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermindern von Schwingungen an einem sich um eine Drehachse drehenden scheibenförmigen Drehbauteil, das mit einer zur Drehachse koaxialen kreisförmigen Fläche in gleitender Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils ist, relativ zu dem sich das Drehbauteil dreht.

Die Erfindung betrifft weiter ein scheibenförmiges Drehbauteil, das in einer Einbaulage um eine Drehachse drehbar ist und mit einer zur Drehachse koaxialen kreisförmigen Fläche in gleitende Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils bringbar ist, relativ zu dem das Drehbauteil drehbar ist.

Schwingungen, insbesondere im Hörfrequenzbereich als Quietschen hörbare Schwingungen, sind ein weit verbreitetes Problem in der Technik, wenn eine Reibberührung zwischen einer Gegenfläche und einem relativ zu der Gegenfläche drehenden Drehbauteil besteht. Ein typisches Beispiel solcher hörbaren Schwingungen ist Bremsenquietschen, das bei Gleisfahrzeugen aber auch Kraftfahrzeugen auftritt.

An der Beseitigung solcher Schwingungen wird seit vielen Jahren mit unterschiedlichem Erfolg gearbeitet.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lösungsmöglichkeit für das geschilderte Schwingungsproblem anzugeben.

Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren zum Vermindern von Schwingungen an einem sich um eine Drehachse drehenden scheibenförmigen Drehbauteil, das mit einer zur Drehachse koaxialen kreisförmigen Fläche in gleitender Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils ist, relativ zu dem sich das Drehbauteil dreht, gelöst, bei welchem Verfahren das Drehbauteil derart ausgebildet wird, dass eine um seine Drehachse bestehende zyklische Symmetrie gestört ist.

Insgesamt flächig ausgebildete, um eine Drehachse drehbare Drehbauteile, die mit einer koaxialen kreisförmigen Fläche, die eine äußere Umfangsfläche oder eine axial gerichtete

Fläche sein kann, in Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils sind, stellen membranartige Bauteile dar, die zu vielfältigen Schwingungsmoden anregbar sind. Die gleitende Reibberührung kann zu einer Rückkopplung zwischen Moden mit der gleichen Form aber umkehrender tangentialer Position bzw. gegensätzlicher Position in Umlaufrichtung führen, wobei solche Moden die gleiche Eigenfrequenz haben. Die Rückkopplung zwischen solchen Moden mit derselben Frequenz führt zur Instabilität.

Bei umfangreichen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass die Rückkopplung paarig auftretende Moden des Drehbauteils zusammen bindet und deshalb die zyklische Symmetrie des Drehbauteils eine große Rolle spielt.

Eine Störung der zyklischen Symmetrie trennt die Frequenz der rückgekoppelten Moden, wodurch die Instabilitätsbedingungen gestört und das Auftreten von Schwingungen vermindert oder weitgehend unterdrückt wird.

Vorteilhaft wird das Drehbauteil längs in Umfangsrichtung mit unsymmetrisch angeordneten und /oder unsymmetrisch geformten Störungen versehen, deren Anzahl m beträgt, wobei n/m keine ganze Zahl ist und n die Anzahl der Symmetriezyklen des Drehbauteils ist.

Ein erfindungsgemäßes scheibenförmiges Drehbauteil, das in einer Einbaulage um eine Drehachse drehbar ist und mit einer zur Drehachse koaxialen kreisförmigen Fläche in gleitende Reibberührung mit einer Gegenfläche eines Gegenbauteils bringbar ist, relativ zu dem das Drehbauteil drehbar ist, ist mit um seine Drehachse gestörter, zyklischer Symmetrie ausgebildet ist.

Vorteilhafterweise ist das Drehbauteil mit in Umfangsrichtung unsymmetrisch angeordneten und/oder relativ zueinander unsymmetrisch ausgebildeten Fenstern in einer Anzahl m versehen, wobei gilt: n/m keine ganze Zahl und n = Anzahl der Symmetriezyklen des Drehbauteils.

Die Abmessungen der Fenster erfüllen vorteilhafter Weise folgende Beziehungen: Breite jedes Fensters in Umfangsrichtung größer als 5 Grad; radiale Länge jedes Fensters größer als 10% der radialen Länge des Drehbauteils im Bereich des Fensters.

Für die Anordnung der Fenster gelten vorteilhafter Weise folgende Beziehungen:

- radiale Unsymmetrie -≡* ≡ L > 0.2,

- tangentiale Unsymmetrie δφ max -δφ min > 10°, wobei i?,,ζz? ( die radiale und tangentiale Position des „Schwerpunktes" des Fensters i(i = l,...,m) sind und

^ nax = ∞ax{R. }, R mia = mm{R.}, i = 1,..., m;

δφ « = K - ψil i = l,-,m - 1; δφ m Aφ. nax ^ maxJδφ,.}, δφ rain = min{δφ min }, i = l,...,m.

Die Erfindung ist für weitgehend alle Arten von zu Eigenschwingungen anregbaren, insbesondere zu Eigenschwingungen mit gleicher Form aber umkehrender tangentialer Position bzw. Position in Umfangsrichtung Bauteilen anwendbar. Solche Bauteile sind vorwiegend Bauteile, die beispielsweise aus einer ebenen Scheibe mit gegebenenfalls unterschiedlicher Dicke hergestellt sind, beispielsweise durch Verwölben, Verpressen oder sonst welche Verformung der Scheibe aus ihrer Fläche heraus. Die Scheibe kann auch eben bleiben, wie beispielsweise eine Bremsscheibe.

Vorteilhafterweise ist die Erfindung für eine Dichtungsmembrane an einem Zweimassenschwungrad anwendbar.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen beispielsweise und mit weiteren Einzelheiten erläutert.

In den Figuren stellen dar:

Fig. 1 u. 2 eine Kreisringscheibe in zwei Schwingungsmoden mit umgekehrter Position in Umfangsrichtung;

Fig. 3 eine Dichtungsmembrane, die radial innen in drehfester Verbindung mit einem ersten Scheibenteil eines Zweimassenschwungrads ist, und radial außen unter axialer Vorspannung in Reibberührung mit einem zweiten Scheibenteil ist;

- A -

Fig. 4, 6,

8 u. 10 drei Ausführungsbeispiele von Dichtungsmembranen mit unterschiedlicher

Fensterzahl,

Fig. 5, 7, 9 und 11 die zu den Figuren 4, 6, 8 und 10 gehörenden Eigenschwingungskennwerte und

Fig. 12 u. 13 zwei unterschiedliche Anordnungen von jeweils vier Fenstern in einer Dichtungsmembran.

Fig. 1 zeigt in leicht perspektivischer Darstellung eine Kreisringscheibe, die vorzugsweise flach ausgebildet ist und eine gegenüber ihrem Durchmesser geringe Dicke hat. Die Kreisringscheibe 20, die eben oder verwölbt ausgerichtet sein kann, hat einen inneren Durchmesser R 1 und einen Außendurchmesser R 2 . Die Kreisringscheibe ist an ihrem inneren Durchmesser eingespannt und festgelegt und liegt an ihrem äußeren Durchmesser unter radialer Vorspannung an der Innenfläche eines koaxial zur Kreisringscheibe 20 angeordneten Kreiszylinders an, der sich dreht. Alternativ könnte die Anordnung auch derart sein, dass der Kreiszylinder ortsfest ist und sich die Kreisringscheibe dreht.

Durch die radiale Vorspannung besteht eine in der Ebene der Kreisringscheibe liegende, senkrecht auf deren Außendurchmesser stehende Normalkraft. Infolge der Gleitberührung besteht eine in Tangentialrichtung der Kreisringscheibe wirkende Tangentialkraft.

Die Kreisringscheibe ist ein zu Schwingungen anregbares Bauteil, wobei die Eigenmoden der Schwingung der Kreisringscheibe folgende Form haben: w A (r,φ) = R nln2 (r)sinn 2 φ, w B (r,φ) = R nhl2 (r)cosn 2 φ , wobei r, p Koordinaten im zylindrischen Koordinatensystem und ni = 0,1 ,2...; n 2 = 0,1 ,2...; ganze Zahlen sind.

Solche Moden im Fall n 2 ≠ 0 haben längs des Umfangs n 2 Wölbungen und Vertiefungen bzw. Schwingungsflächen, zwischen denen jeweils ein Schwingungsknoten liegt. Eine Instabilität der Schwingung tritt insbesondere dann auf, wenn für jede Mode eine „Paar" (sτ α <-» m b ) mit der gleichen Frequenz vorhanden ist, wobei die Wölbungen und Vertiefungen der einen Mode genau in der Position sind, wo der andere Mode Schwingungsknoten hat.

Fig. 1 zeigt dunkel angedeutet je einen Schwingungsbauch oben und unten in der Figur, wobei die Knotenlinie zwischen den Bäuchen waagrecht verläuft. Fig. 2 stellt den paarigen Mode dar, bei dem die dunkel angedeuteten Schwingungsbäuche 22 sich in der Waagrechten gegenüberliegen und die nicht dargestellte Knotenlinie senkrecht verläuft.

Wenn die Kreisringscheibe in den Moden gemäß Figuren 1 und 2 schwingt, findet unter Reibberührung längs des Umfangs der Kreisringscheibe eine änderung der Normalkraft statt, die im Bereich der Schwingungsbäuche maximal ist und im Bereich der Schwingungsknoten minimal ist. Die änderung der Normalkraft führt zu änderungen der Tangentialkraft. Die änderung der Tangentialkraft beeinflusst die paarweise auftretenden Moden, wodurch eine Rückkopplung zwischen den paarweise auftretenden Moden besteht. Ohne Dämpfung sind solche Moden instabil.

Die axiale Verformung der Scheibe führt zu periodischen änderungen der Normalkraft. Durch die Reibung führt diese periodische änderung der Normalkraft zu einer periodischen änderung der Tangentialkraft. Die tangentialen Veränderungen bewirken keine Veränderung der Axialkraft, wodurch die Steifigkeitsmatrix des Systems bei Reibung unsymmetrisch ist.

Die Eigenfrequenzen des mechanischen Systems können als komplexe Zahlen interpretiert werden, wobei deren Imaginärteil die Schwingungsfrequenz angibt und der Realteil die Stabilität beschreibt. Sind die Realteile aller Eigenfrequenzen negativ oder gleich Null, ist das System stabil. Die Entstehung von Eigenfrequenzen mit positiven Realteilen dagegen bedeutet Instabilität.

Ohne Dämpfung sind die Systeme mit symmetrischer Steifigkeitsmatrix stabil. Sie haben nur Eigenfrequenzen mit Realteilen mit dem Wert Null. Bei Asymmetrie der Steifigkeitsmatrix können die Realteile einiger Eigenfrequenzen ungleich Null werden.

Die Analyse von komplexen Eigenfrequenzen unter Betrachtung der Asymmetrie der Steifigkeitsmatrix ermöglicht die Stabilität in Systemen mit Reibung zu untersuchen. ANSYS 10.0 mit Q-R Damped Modalanalyse ist ein Programm, mit dem solche Analysen durchführbar sind. Die Analyse von komplexen Eigenfrequenzen ermöglicht nicht nur qualitative, sondern auch quantitative Aussagen. Die Größe der Realteile λ der komplexen Eigenfrequenzen zeigt, wie sich die entsprechende Eigenmodeamplitude ändert. Null Realteil (/1 = 0 ) bedeutet konstante Schwingungsamplitude; wenn λ ungleich Null ist, gibt es den Ausdruck A(t) = A 0 E λt , der die

Amplitude einer Schwingung in Abhängigkeit von der Zeit angibt, λ > 0 bedeutet eine zunehmende Schwingung, d. h. Instabilität, und λ < 0 eine Senkung der Schwingungen.

Die Eigenfrequenzen, besonders deren Realteile, hängen nicht nur von der Unsymmetrie der Steifigkeitsmatrix ab, sondern auch von der Dämpfung. In Systemen mit Kontaktreibung bzw. Berührungsreibung ist die Dämpfung ein unsicherer Parameter, da sie sich mit der Schwingungsfrequenz und deren Amplitude, mit dem Reibwert, der Anpresskraft und vielen anderen Faktoren ändert. Deswegen ist die genaue Einführung von Dämpfung in Q-R Damped Modalanalyse nicht möglich und die Modalanalyse erfolgt ohne Dämpfungsinventur. Die Größe der Realteile mit positivem Vorzeichen in Systemen ohne Dämpfung wird als Kriterium von Instabilität der verschieden Eigenmoden verwendet.

In den Berechnungen wird ein Reibwert von 0.5 angenommen, weil in Versuchen an einer Drehbank Quietschen entsteht, wenn der Reibwert im Kontakt durch lokalen Materialabtrag bis μ = 0.5 - 0.6 steigt. Die Eigenwerte werden im Frequenzbereich bis 10000 Hz aus (typisch liegt die Dichtmembranquietschfrequenz zwischen 2000 und 8000 Hz) ausgewertet.

Im Folgenden werden die vorstehenden überlegungen in ihrer Anwendung auf eine Dichtungsmembran erläutert, wie sie in einem Zweimassenschwungrad verwendet wird, wie es beispielsweise in der DE 100 02 259 A1 beschrieben ist. Eine solche Dichtungsmembran ist eine vorzugsweise metallische Ringscheibe, die an ihrem inneren Umfangsbereich mit einem ersten Scheibenteil des Zweimassenschwungrades beispielsweise durch Nieten starr verbunden ist und die von ihrem vernieteten radial inneren Bereich ausgehend axial verwölbt ist und in ihrem radial äußeren Bereich unter axialer Vorspannung in gleitbarer Reibberührung mit einem zweiten Scheibenteil des Zweimassenschwungrades ist, das koaxial zum ersten Scheibenteil gelagert und relativ zum ersten Scheibenteil um ein begrenztes Maß verdrehbar ist.

Fig. 3 zeigt in Aufsicht die Verhältnisse:

Mit 30 ist die kreisringförmige, das Drehbauteil bildende Dichtungsmembran bezeichnet, die an ihrem kreisförmigen radial inneren Bereich 32 über dunkel eingetragene Verbindungsbereiche, beispielsweise Nieten, mit einem Scheibenteil 32 eines nicht dargestellten Zweimassenschwungrades verbunden ist und an ihrem radial äußeren Bereich 34 in gleitbarer Reibberührung mit dem anderen Scheibenteil des Zweimassenschwungrades ist. Die Reibberührung ist vorzugsweise axial vorgespannt, kann aber auch radial vorgespannt sein. In der Dich-

tungsmembran sind Fenster 36 ausgebildet, deren Aufgabe nachfolgend näher erläutert ist. Die Fenster 36 haben eine radiale Erstreckung δRi, wobei i dem jeweiligen Fenster zugeordnet ist, und eine Erstreckung in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich δφi. Die radiale Breite der Kreisringscheibe 20 beträgt H.

Fig. 4 zeigt die Anordnung der Fig. 3 mit fensterloser Dichtungsmembran 30 und um eine Drehachse X insgesamt drehbaren Zweimassenschwungrad bzw. entsprechend um die Drehachse X relativ zu einem der Scheibenteile drehbaren Dichtungsmembran 30.

Fig. 5 zeigt Charakteristika des Schwingungsverhaltens der Dichtungsmembran 30 der Fig. 4. Die Abszisse gibt die Frequenzen der Eigenschwingungen in Hz an. Die Ordinate gibt die weiter oben erläuterten Werte von λ in sek "1 an (nur für Eigenfrequenzen mit λ > 0). Wie ersichtlich, bestehen zahlreiche unstabile Eigenfrequenzen bzw. Schwingungsmodes, die die vorstehend erläuterten Bedingungen für einen Energieaustausch erfüllen und dadurch Anlass zu einem hörbaren Quietschen bilden.

Fig. 6 zeigt eine Anordnung, bei der die Dichtungsmembran 30 mit einem Fenster 36 versehen ist. Nach Optimierung des Fensters hinsichtlich Anordnung und Ausmaßen ergeben im Bereich zwischen 0 und 10000 Hz lediglich neun Eigenfrequenzen mit positivem Realteil, wobei deren maximaler Wert bei 44,4 sek "1 liegt (Fig. 7).

Wenn gemäß Fig. 8 zwei Fenster vorgesehen werden, ergeben sich nach deren Optimierung hinsichtlich Lage und Größe gemäß Fig. 9 lediglich zwei Eigenwerte mit positivem Realteil und einem maximalen Wert von 26,4 sek "1 .

Bei drei Fenstern in der Anordnung und Größe der Fig. 10 ergeben sich gemäß Fig. 11 drei Eigenfrequenzen mit positivem Realteil, wobei deren maximaler Wert lediglich 5,6 sek "1 beträgt.

Bei vier Fenstern (Figuren 12 und 13) kann die Dichtungsmembran im Bereich zwischen 0 und 10000 Hz vollständig stabil gestaltet werden, d.h. ohne Eigenwerte mit positivem Realteil. Dabei sind in den Figuren 12 und 13 zwei unterschiedliche mögliche Fensteranordnungen dargestellt.

Für die Zahl der Fenster, deren Abmessungen und deren Anordnung gilt Folgendes: Ziel der Anordnung von Fenstern ist eine Störung der axialen zyklischen Symmetrie, so dass die Frequenzen sich rückkoppelnder Moden unterschiedlich sind. Hierfür gibt es an sich unterschiedlichste Möglichkeiten, beispielsweise eine änderung der Lagerung, eine änderung der Bauteilfläche, eine änderung der Bauteildicke, eine änderung der flächenbezogenen Masse usw. Das Vorsehen von Fenstern oder Schnitten zur Störung der Symmetrie hat sich als wirkungsvoll erwiesen.

1. Zahl der Fenster m:

Für ein zyklisch symmetrisches Bauteil mit einer Anzahl von Zyklen = n soll das Verhältnis n/m keine ganze Zahl sein.

Die minimale Anzahl der Fenster für axial symmetrische Bauteile (n = 1) beträgt m = 2. Für die dargestellte Dichtmembran mit zyklisch symmetrischer Lagerung beträgt n = 6 (Untersuchungsergebnis am untersuchten Beispiel). Die minimale Anzahl der Fenster beträgt daher m = 4, denn bei m = 1 , 2 oder 3 beträgt n/m = 6, 3 oder 2.

2. Abmessungen des Fensters:

Die tangentiale Breite (Winkelbereich) jedes Fensters soll mehr als 5° betragen (δφ > 5°).

Die radiale Länge δR jedes Fensters soll mehr als 10 % der radialen Abmessung H der Dichtungsmembran betragen.

3. Unsymmetrische Anordnung:

Angenommen, R, und φi seien die radiale und die tangentiale Position des Schwerpunk- tes des Fensters i und

δφ, l,...,m -l; δφ B = |fl -flJ; δφ max = max{δφ.}, δφ min = min{δφ min }, i = l,...,m, dann sollen folgende Bedingungen erfüllt sein:

- radiale Unsymmetrie Rram R∞ia > 0.2,

- tangentiale Unsymmetrie δφ max -δφ min > 10°.

Die Fenster sind somit sowohl in ihrer Lage zueinander als auch in ihrer Gestalt unsymmetrisch ausgebildet.

Die optimalen Ausmaße der Fenster sind einerseits nicht zu klein, weil der Einfluss auf die zu beseitigende Instabilität des Schwingungsverhaltens dann zu gering wird, und andererseits wegen der Festigkeit und Steifigkeit der Membran nicht zu groß. Der Einfluss der Fenster auf die Instabilität des Schwingungsverhaltens soll durch Berechnungen geprüft werden.

Nachdem die Anzahl der Fenster festgelegt ist, werden deren radiale und tangentiale Position sowie deren Ausmaß optimiert, um die Zahl der Eigenwerte mit positiven Realteilen und dem maximalen Wert der Realteile zu minimieren.

Die Prüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen erfolgt sowohl durch numerische Untersuchung mit der Q-R Damped Modalanalyse im ANSYS 10.0 Programm oder mit ähnlichem Verfahren in anderen Programmen als auch auf dem Prüfstand, indem das akustische Verhalten unmittelbar untersucht wird.

Das anhand seiner Anwendung auf eine mit axialer Vorspannung eingebaute Dichtungsmembran erläuterte erfindungsgemäße Verfahren kann auf alle um eine Achse rotierende Bauteile angewendet werden, die in gleitender Reibberührung mit einem anderen Bauteil sind, wobei die Reibkraft in radialer Richtung oder axialer Richtung des sich drehenden Bauteils wirken kann. Der Begriff scheibenförmiges Bauteil schließt hier topf- oder hutförmige Bauteile ein, die aus einer Scheibe geformt werden können.

Die gezielte Störung paarweise auftretender Eigenmodes hat sich als ein Entwicklungsinstrument herausgestellt, das wirksamer ist als bisher übliche Verfahren, bei denen versucht wurde, das Entstehen von Quietschgeräuschen auf Stick-Slip Phänomene zurückzuführen.

Bezugszeichenliste

Kreisringscheibe

Schwingungsbauch

Dichtungsmembran

Bereich

Bereich

Fenster