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Title:
METHOD FOR REPAIRING A SOLAR PANEL AND SOLAR PANEL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/080971
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for repairing a solar panel with a front-side-encapsulating element (8) and a rear-side-encapsulating element (6), said method comprising the following steps: a) applying an adhesive paste or liquid to the rear-side-encapsulating element (6); b) applying a covering layer (4) to the adhesive paste or liquid, and c) hardening the adhesive paste or liquid. The invention also relates to a solar panel comprising a front-side-encapsulating element (8), a rear-side-encapsulating element (6), an adhesive layer (5) on a side of the rear-side-encapsulating element (6) facing away from the front-side-encapsulating element (8), and a covering layer (4) on a side of the adhesive layer (5) facing away from the front-side-encapsulating element (8).

Inventors:
HARDER, Thoralf (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
GRIMM, Alexander (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
HUSSACK, Alexander (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
DEWENTER, Marc (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
QUINQUE, Michael (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
BECKER, Andreas (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
POHL-HAMPEL, Britta (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
SCHURADE, Maximilian (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
GÖTTERMANN, Thomas (OT ThalheimSonnenallee 17-21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
Application Number:
DE2018/100877
Publication Date:
May 02, 2019
Filing Date:
October 26, 2018
Export Citation:
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Assignee:
HANWHA Q CELLS GMBH (Sonnenallee 17 - 21, Bitterfeld-Wolfen, 06766, DE)
International Classes:
H01L31/049; H01L31/048; H01L31/18
Foreign References:
JP2006318945A2006-11-24
KR101568131B12015-11-12
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
ADARES PATENT- UND RECHTSANWÄLTE REININGER & PARTNER GMBB (Tauentzienstr. 7b/c, Berlin, 10789, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Verfahren zum Reparieren eines Solarmoduls mit einem

Frontseitenverkapselungselement (8) und einem

Rückseitenverkapselungselement (6), aufweisend folgende Schritte

a) Auftragen einer Klebstoffpaste oder -flüssigkeit auf das

Rückseitenverkapselungselement (6),

b) Aufbringen einer Abdeckschicht (4) auf die in Schritt a) aufgetragene

Klebstoffpaste oder -flüssigkeit, und

c) Aushärten der Klebstoffpaste oder -flüssigkeit.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus

Methylmethacrylat-, Silikon-, MS-Polymer-, Polysulfid-,

Polyurethanklebstoffpaste oder -flüssigkeit, dass die Klebstoffpaste oder - flüssigkeit bevorzugt eine Silikonpaste oder -flüssigkeit ist.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Silikonpaste oder -flüssigkeit ein Ein-Komponenten-System-RTV-Silikon vom alkoxy-, oxim- und/oder acetoxy-Aushärtetyp ist und Schritt b) durch Luftfeuchtigkeit ausgelöst wird.

4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Silikonpaste oder -flüssigkeit ein Zwei-Komponenten-System-RTV-Silikon vom alkoxy- Aushärtetyp ist und Schritt b) durch Vermischen und Reaktion der zweiten Komponente mit der ersten Komponente ausgelöst wird oder dass die

Silikonpaste oder -flüssigkeit ein Zwei-Komponenten-System-Silikon mit einem Edelmetall-Vernetzungskatalysator ist und Schritt b) durch Vermischen und Reaktion der zweiten Komponente mit der ersten Komponente ausgelöst wird.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass Schritt a) und Schritt b) direkt nacheinander

durchgeführt werden.

6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass Schritt a) und Schritt b) vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig auf dem Rückseitenverkapselungselement (6) durchgeführt werden.

7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (4) eine ein- oder mehrlagige

Kunststofffolie ist, welche bevorzugt eine Polyester-Schicht, eine Polyamid- Schicht, eine Polyolefin -Schicht und/oder eine Fluorpolymer-Schicht aufweist.

8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (4) eine Polyvinylfluorid-Schicht aufweist.

9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass die Abdeckschicht (4) eine Schichtdicke im Bereich von 10 bis 600 μιη, bevorzugt 30 bis 500 μιη, aufweist.

10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass das Rückseitenverkapselungselement (6) eine

Rückseitenfolie oder ein Rückseitenfolienlaminat aufweist, auf die oder das die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit gemäß Schritt a) aufgetragen wird und dass das Frontseitenverkapselungselement (8) Glas ist.

11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass das Solarmodul einen Solarmodulrahmen (9) aufweist, der Seitenkanten (10) des Solarmoduls umgibt und das

Frontseitenverkapselungselement (8) und das Rückseitenverkapselungselement (6) umgreift und dass das Solarmodul den Schritten a) bis c) in Anwesenheit des Solarmodulrahmens (9) unterzogen wird.

12. Solarmodul, aufweisend ein Frontseitenverkapselungselement (8), ein Rückseitenverkapselungselement (6), eine Klebstoffschicht (5) auf einer von dem Frontseitenverkapselungselement (8) abgewandten Seite des

Rückseitenverkapselungselements (6) und eine Abdeckschicht (4) auf einer von dem Frontseitenverkapselungselement (8) abgewandten Seite der

Klebstoffschicht (5).

13. Solarmodul nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das

Frontseitenverkapselungselement (8) Glas ist, das

Rückseitenverkapselungselement (6) eine Rückseitenfolie oder ein

Rückseitenfolienlaminat ist, die Klebstoff-Schicht (5) eine Silikon-Schicht ist und die Abdeckschicht (4) ein Fluor- Polymer ist.

14. Solarmodul nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Solarmodul einen Solarmodulrahmen (9) aufweist, der Seitenkanten (10) des Solarmoduls umgibt und das Frontseitenverkapselungselement (8) und das Rückseitenverkapselungselement (6) umgreift.

15. Solarmodul nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die ausgehärtete Silikonschicht (5) auf dem

Rückseitenverkapselungselement (6) vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig angeordnet ist und dass die Abdeckschicht (4) auf der ausgehärteten Silikonschicht (5) vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig angeordnet ist.

Description:
Verfahren zum Reparieren eines Solarmoduls und Solarmodul

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reparieren eines Solarmoduls mit einem Frontseitenverkapselungselement und einem

Rückseitenverkapselungselement sowie ein Solarmodul. Solarmodule sind ganzjährig im Freien montiert und somit Witterungs- bzw. Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Temperatur, Feuchte, Hagel, Schnee und Wind ausgesetzt. Insbesondere Rückseitenverkapselungselemente können sich über ihre

Betriebsdauer unter Einwirkung der Witterungseinflüsse auflösen und/oder Störstellen aufweisen. Elektrisch leitende Teile können freiliegen. Sie erfüllen dann nicht mehr die Anforderungen der so genannten Schutzklasse II. Die Isolationsfehler können zu einem Leistungsverlust eines Solarmodulsystems führen, das aus mehreren Solarmodulstrings aufgebaut ist, da

Prüfmechanismen Solarmodule mit derartig fehlerhaften Solarmodulstrings abschalten. Wenn das Solarmodul beschädigt ist, kann zudem leichter

Feuchtigkeit in das Solarmodulinnere eindringen. Dadurch altert das

Solarmodul schneller, was ebenfalls mit einer Leistungsverminderung einhergeht. Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Reparieren eines Solarmoduls und ein Solarmodul bereit zu stellen, welche eine Prävention elektrischer Isolationsfehler bewirken.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Solarmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reparieren eines Solarmoduls mit einem Frontseitenverkapselungselement und einem

Rückseitenverkapselungselement, aufweisend folgende Schritte

a) Auftragen einer Klebstoffpaste oder -flüssigkeit auf das

Rückseitenverkapselungselement,

b) Aufbringen einer Abdeckschicht auf die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit. c) Aushärten der Klebstoffpaste oder -flüssigkeit

Mittels des Verfahrens werden elektrische Isolationsfehler des Solarmoduls behoben und/oder verhindert. Das Verfahren kann an einem Ort durchgeführt werden, an dem das Solarmodul montiert ist. Das Solarmodul muss nicht transportiert werden, vielmehr kann es in seiner oder in unmittelbarer Nähe zu seiner Betriebsumgebung repariert werden, dadurch ist das Verfahren kosteneffektiv. Das Verfahren ist zudem aufwandsarm. Eine am

Rückseitenverkapselungselement angeordnete Anschlussdose kann aber muss nicht zur Durchführung des Verfahrens vom Rückseitenverkapselungsmodul entfernt werden.

Das Verfahren eignet sich insbesondere für ein Solarmodul, dessen

Rückseitenverkapselungselement teil- oder ganzflächig beschädigt ist.

Die Schritte a) und b) werden in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt. D.h. nach dem Aufbringen der Klebstoff paste oder -flüssigkeit auf das

Rückseitenverkapselungselement gemäß Schritt a) wird Schritt b) durchgeführt, in dem die Abdeckschicht auf die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit aufgebracht wird. Eine Aushärtungsreaktion der Klebstoffpaste oder -flüssigkeit kann schon während der Durchführung des Schritts a) beginnen, aber Schritt b) wird vor Vollendung der Aushärtung d.h. des Schritts c) durchgeführt. D.h. Schritt b) wird durchgeführt, wenn die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit noch nicht vollständig ausgehärtet ist, aber das Aushärten der Klebstoffpaste oder - flüssigkeit kann schon initiiert sein. Das Aushärten der Klebstoff paste oder - flüssigkeit gemäß Schritt c) kann daher vor Schritt b) schon initiiert sein, das Aushärten ist aber während Schritt b) nicht vollendet sondern wird erst in Schritt c) vollendet. Gemäß Schritt c) wird die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit ausgehärtet. Der Ausdruck„Aushärten" meint ein Verfestigen beispielsweise mittels Vernetzen der Klebstoffpaste oder -flüssigkeit, welche durch den Verfahrensdurchführer inaktiv bzw. passiv und/oder aktiv ausgeführt wird. Beispielsweise vernetzt die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit durch Reaktion mit ohnehin vorhandener Luftfeuchtigkeit oder bindet der Klebstoff physikalisch ab, so dass der

Verfahrensdurchführer nicht aktiv die Verfestigung initiiert. Alternativ wird das Aushärten beispielsweise mittels Vernetzen der Klebstoffpaste oder -flüssigkeit durch den Verfahrensdurchführer durch aktives Zugeben oder Mischen einer Komponente oder Teil-Komponente zu einer weiteren Komponente der

Klebstoffpaste oder -flüssigkeit vor und/oder während Schritt a) initiiert. Zur Durchführung von Schritt c) wird bevorzugt eine vorbestimmte Zeit

verstreichen gelassen. D.h., es wird abgewartet, bis die Klebstoff paste oder - flüssigkeit ausgehärtet ist.

Mittels des Verfahrens wird eine isolierende Haftverbundschicht in Form der ausgehärteten Klebstoffpaste oder -flüssigkeit in Verbindung mit einer mechanisch schützenden und isolierenden Schicht in Form der Abdeckschicht auf das beschädigte Solarmodul aufgebracht, so dass ein kostenoptimiertes und zuverlässiges Solarmodul mit verlängerter Lebensdauer erhalten wird. Das Solarmodul muss nach einer Beschädigung nicht ausgetauscht werden, sondern kann vielmehr mittels des Verfahrens zuverlässig repariert werden. Daher kann das Solarmodul weiterhin als Energiequelle verwendet werden. Zudem wird die Lebensdauer des Solarmoduls durch das Aufbringen einer zusätzlichen

Isolationsschicht erhöht, insbesondere weil weniger Feuchtigkeit in das

Solarmodulinnere eindringen kann. Dadurch wird eine feuchtigkeitsbedingte Alterung mit einhergehender Leistungsverminderung verlangsamt. Weiterhin ist das Verfahren sowohl individuell bei einem beschädigten Solarmodul eines mehrere Solarmodule aufweisenden Solarmodulsystems als auch bei mehreren beschädigten Solarmodulen des Solarmodulsystems anwendbar, so dass das Verfahren beliebig skalierbar ist.

Bevorzugt wird das Solarmodul vor Schritt a) von Verschmutzungen gereinigt. Beispielsweise können die Verschmutzungen unter Verwendung eines oder mehrerer Besen, Bürsten, Schwämmen, Sauger mit und/oder ohne Verwendung von Reinigungsflüssigkeiten entfernt werden. Dadurch kann eine Haftung zwischen dem Rückseitenverkapselungselement und den in den Schritten a) bis c) aufgebrachten Schichten verbessert werden und Fehlstellen können durch Einschluss von Schmutzpartikeln vermieden werden.

Der Ausdruck„Auftragen" in Schritt a) weist bevorzugt Besprühen, Rakeln, Verstreichen und /oder Aufspritzen der Klebstoff paste oder -flüssigkeit auf das Rückseitenverkapselungselement auf. Schritt a) kann in einem Schritt oder in mehreren Schritten durchgeführt werden. Bevorzugt wird Schritt a) in einem Schritt durchgeführt. Schritt b) wird bevorzugt unter Verwendung einer an dem Klebstoff

selbsthaftenden Abdeckschicht durchgeführt.

Die Klebstoff paste oder -flüssigkeit ist bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe der physikalisch abbindenden oder chemisch härtenden Klebstoffe. Unter einem physikalisch abbindenden Klebstoff versteht man einen Klebstoff, bei dem bereits der fertige Klebstoff, das heißt das Polymer an sich, auf das Rückseitenverkapselungselement aufgebracht wird. Dabei wird ein

physikalisches Verfahren angewendet, das den Klebstoff zunächst in eine verarbeitbare Form d.h. in Klebstoffpasten -oder -flüssigkeitsform bringt, um den Klebstoff in Schritt c) aushärten d.h. wieder verfestigen zu lassen, wobei eine Aushärtungsreaktion, wie vorstehend beschrieben, in Schritt a) und/oder b) bereits beginnen kann. Unter einem chemisch härtenden Klebstoff, auch Reaktionsklebstoff genannt, wird ein Klebstoff verstanden, bei dem die Aushärtung bzw. Verfestigung durch chemische Reaktion von einer oder mehreren Klebstoffkomponenten erreicht wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Methylmethacrylat-, Silikon-, MS- Polymer- (silanmodifiziertes Polymer-), Polysulfid-, Polyurethan -Klebstoff paste oder -flüssigkeit. Bevorzugter ist als Klebstoffpaste oder -flüssigkeit eine Silikonpaste oder -flüssigkeit ausgewählt. Bevorzugt ist die Silikonpaste oder -flüssigkeit ein Ein-Komponenten-System- RTV-Silikon vom alkoxy-, oxim- und/oder acetoxy-Aushartetyp und wird Schritt c) durch Luftfeuchtigkeit ausgelöst. Der Ausdruck„RTV-Silikon" steht für Raumtemperatur-vernetzendes Silikon. Das RTV-Silikon vernetzt bevorzugt bei einer Umgebungstemperatur zwischen 23 und 30° C und einer relativen

Luftfeuchtigkeit im Bereich von 30 bis 60 %. RTV-Silikon vom alkoxy-, oxim- und/oder acetoxy-Aushartetyp spaltet bei der Aushärtung geringe Mengen eines Nebenproduktes, Alkanol wie Methanol oder Ethanol, Oxime bzw. Essigsäure, ab. Diese Silikone weisen eine gute Klebkraft auf und sind zudem relativ kostengünstig. Besonders bevorzugt ist das RTV-Silikon ein Ein-Komponenten- RTV-Silikon vom alkoxy-Aushärtetyp. Es weist eine vergleichsweise gute

Klebkraft auf, ist nicht korrosiv, und setzt beim Aushärten keinen

unangenehmen Geruch frei. Das Ein-Komponenten-RTV-Silikon wird bevorzugt in Form einer nichtfließfähigen Paste oder verstreichbaren Flüssigkeit auf das Rückseitenverkapselungselement aufgetragen.

Alternativ bevorzugt ist die Silikonpaste oder -flüssigkeit ein Zwei- Komponenten-System-RTV-Silikon vom alkoxy-Aushärtetyp und wird Schritt c) durch vorheriges Vermischen und Reaktion der zweiten Komponente mit der ersten Komponente ausgelöst. Auch dieses Silikon ist relativ kostengünstig, weist eine vergleichsweise gute Klebkraft auf, ist nicht korrosiv, und setzt beim Aushärten keinen unangenehmen Geruch frei. Das Zwei-Komponenten- RTV-Silikon wird bevorzugt in Form einer verstreichbaren Flüssigkeit auf das Rückseitenverkapselungselement aufgetragen.

Weiterhin alternativ ist die Silikonpaste oder -flüssigkeit ein Zwei- Komponenten-System-Silikon mit einem Edelmetall-Vernetzungskatalysator und wird Schritt c) durch vorheriges Vermischen und Reaktion der zweiten

Komponente mit der ersten Komponente ausgelöst.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden Schritt a) und Schritt b) direkt nacheinander durchgeführt. D.h., zwischen Schritt a) und Schritt b) wird kein weiterer Schritt durchgeführt. Ein Aufbringen einer Zwischenlage wie beispielsweise einer Klebschicht ist zwischen dem ausgehärteten Silikon und der Abdeckschicht nicht notwendig.

Bevorzugt werden Schritt a) und Schritt b) vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig auf dem Rückseitenverkapselungselement durchgeführt. Mit„im Wesentlichen vollflächig" ist eine Flächenabdeckung von mehr als 80 %, bevorzugt mehr als 90 % gemeint. Dadurch kann die Lebensdauer des

Solarmoduls erhöht werden, weil weniger Feuchtigkeit in das Solarmodulinnere eindringen kann, wodurch eine feuchtigkeitsbedingte Alterung mit

einhergehender Leistungsverminderung verlangsamt wird.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abdeckschicht eine ein- oder mehrlagige Kunststofffolie. Bevorzugter weist die Abdeckschicht eine

Polyester-Schicht, eine Polyamid-Schicht, eine Polyolefin-Schicht und/oder eine Fluorpolymerschicht auf. Bevorzugt weist die Abdeckschicht PET

(Polyethylenterephthalat), PO (Polyolefin) wie beispielsweise PE (Polyethylen) oder PP (Polypropylen), PVF (Polyvinylfluorid), PVDF (Polyvinylidenfluorid) und/oder PA (Polyamid) auf. In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Abdeckschicht ein Fluor- Polymer auf. Bevorzugt ist das Fluor-Polymer Polyvinylfluorid. Es ist

schmutzabweisend, beständig gegen viele Chemikalien und undurchlässig für Fette und Öle. Zudem weist es eine vergleichsweise exzellente

Witterungsbeständigkeit auf. Bevorzugt ist die Abdeckschicht eine opake Folie. Die Materialkombination aus Polyvinylfluorid mit dem ausgehärteten Klebstoff insbesondere im Falle von Silikon ist optimal in Hinsicht auf Zeit, Kosten und Zuverlässigkeit der Reparatur. Diese Materialkombination ist insbesondere witterungsbeständig und erfüllt relativ hohe Qualitätsstandards und ist dabei relativ kostengünstig.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Abdeckschicht ein Folienverbund mit einer Polyvinylfluorid-Schicht, wobei die Polyvinylfluorid-Schicht als Außenschicht d.h. auf einer von dem Rückseitenverkapselungselement abgewandten Seite des Folienverbunds angeordnet ist.

Bevorzugt weist die Abdeckschicht eine Schichtdicke im Bereich von 10 bis 600 μιη, bevorzugter 30 bis 500 μιη, auf. Diese Schichtdicken sind ausreichend, um eine jahrelange witterungsbeständige Wirkung sicherzustellen.

Das in das Verfahren eingesetzte Solarmodul weist das

Frontseitenverkapselungselement, das Rückseitenverkapselungselement und zwischen diesen beiden Elementen angeordnete einlaminierte Solarzellen auf.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist das

Rückseitenverkapselungselement eine Rückseitenfolie oder ein

Rückseitenfolien laminat auf, auf die oder das die Klebstoff paste oder - flüssigkeit gemäß Schritt a) aufgetragen wird, und ist das

Frontseitenverkapselungselement Glas. Bei dem Solarmodul handelt es sich daher bevorzugt um ein Glas-Folien-Solarmodul.

Das Frontseitenverkapselungselement, die einlaminierten Solarzellen und das Rückseitenverkapselungselement sind bevorzugt schichtförmig ausgebildet und bilden einen Schichtstapel in Form einer Solarmodullaminatplatte, welche Seitenkanten aufweist. Die ein laminierten Solarzellen werden nachfolgend auch als Solarzellen -Laminatschicht bezeichnet. Bevorzugt weist das

Solarmodul einen Solarmodulrahmen auf, der die Seitenkanten des Solarmoduls bzw. seines Schichtstapels oder seiner Solarmodullaminatplatte umgibt und das Frontseitenverkapselungselement und das Rückseitenverkapselungselement umgreift, wobei das Solarmodul den Schritten a) bis c) in Anwesenheit des Solarmodulrahmens unterzogen wird. Der Solarmodulrahmen weist

beispielsweise vier Eckverbinder sowie vier Rahmenteile beispielsweise aus Aluminium auf, die mit den Eckverbindern verpresst sind. Die Rahmenteile und Eckverbinder umgeben die Seitenkanten der Solarmodullaminatplatte und liegen weiterhin in Draufsicht auf das Front- bzw.

Rückseitenverkapselungselement auf ihren Randbereichen auf. Der

Solarmodulrahmen wird vor der Durchführung des Verfahrens nicht entfernt, vielmehr ist er während der Durchführung der Schritte a) bis c) an der

Solarmodullaminatplatte angeordnet.

Der Solarmodulrahmen ist während der Durchführung des Verfahrens an dem Solarmodul vorhanden, d.h. er wird nicht vor der Durchführung des Verfahrens entfernt. Dadurch werden Verfahrensschritte vermieden, die zu weiteren Beschädigungen des Solarmoduls führen können. Insbesondere wenn das Frontseitenverkapselungselement ein thermisch vorgespanntes Glas ist, kann vermieden werden, dass beim Entfernen des Solarmodulrahmens das Glas beschädigt wird. Wenn der Solarmodulrahmen vier Eckverbinder sowie vier damit verpresste Rahmeteile aufweist, kann dieser Solarmodulrahmen nur unter plastischer Verformung entfernt werden, so dass es bei seiner Entfernung erforderlich werden würde, dass ein neuer Solarmodulrahmen an das

Solarmodul angebracht werden muss. Das erfindungsgemäße Verfahren spart derartige Erfordernisse ein und ist daher kostengünstig.

Die Erfindung betrifft ferner ein Solarmodul, aufweisend ein

Frontseitenverkapselungselement, ein Rückseitenverkapselungselement, eine Klebstoffschicht auf einer von dem Frontseitenverkapselungselement abgewandten Seite des Rückseitenverkapselungselements und eine

Abdeckschicht auf einer von dem Frontseitenverkapselungselement

abgewandten Seite der Klebstoffschicht. In Bezug auf das Verfahren

beschriebene vorteilhafte Ausführungsformen gelten für das Solarmodul entsprechend und umgekehrt gilt das gleiche.

Das Solarmodul weist bevorzugt den folgenden Schichtaufbau in der

angegebenen Reihenfolge auf: Frontseitenverkapselungselement /

einlaminierte Solarzellen / Rückseitenverkapselungselement / Klebstoffschicht / Abdeckschicht. In einer bevorzugten Ausführungsform liegt die Abdeckschicht direkt auf der Klebstoffschicht auf, d.h. zwischen ihnen ist keine

Zwischenschicht wie beispielsweise eine Klebschicht angeordnet. Die

Abdeckschicht ist selbsthaftend an der Klebstoffschicht angeordnet. Bevorzugt ist die Klebstoffschicht eine Silikonschicht. Bevorzugt ist die Abdeckschicht ein Fluor-Polymer bevorzugter Polyvinylfluorid. In einer bevorzugten

Ausführungsform ist das Frontseitenverkapselungselement Glas, ist das

Rückseitenverkapselungselement eine Rückseitenfolie oder ein

Rückseitenfolien laminat. Bevorzugt weist das Solarmodul einen

Solarmodulrahmen auf, der die Seitenkanten des Solarmoduls umgibt und das Frontseitenverkapselungselement und das Rückseitenverkapselungselement umgreift, wie vorstehend beschrieben.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Klebstoff Schicht auf dem

Rückseitenverkapselungselement vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig angeordnet und ist die Abdeckschicht auf der Klebstoff Schicht vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig angeordnet.

Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung werden im Zusammenhang mit den Figuren gezeigt und nachfolgend exemplarisch beschrieben. Es zeigen schematisch und nicht maßstabsgetreu:

Fig. 1 ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens;

Fig. 2 eine Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Solarmoduls in einer ersten Variante; und

Fig. 3 eine Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Solarmoduls in einer zweiten Variante.

Fig. 1 zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens. In dem Verfahren wird ein Solarmodul mit einem Frontseitenverkapselungselement und einem Rückseitenverkapselungselement repariert. Das Verfahren beginnt mit einem Schritt 1 , in dem entsprechend Schritt a) eine Klebstoffpaste oder - flüssigkeit beispielsweise in Form eines Ein-Komponenten- oder Zwei- Komponenten-RTV-Silikons auf das Rückseitenverkapselungselement

aufgetragen wird. Anschließend wird in einem Schritt 2 entsprechend Schritt b) eine Abdeckschicht auf die Klebstoffpaste oder -flüssigkeit aufgebracht. An den Schritt 2 schließt sich ein Schritt 3 an, in dem die Klebstoffpaste oder - flüssigkeit entsprechend Schritt c) aushärtet. Wenn in dem Verfahren beispielsweise ein Ein-Komponenten-RTV-Silikon eingesetzt wird, härtet es durch Reaktion mit Luftfeuchtigkeits-Wassermolekülen aus der Umgebung bei Raumtemperatur aus. Wenn in dem Verfahren beispielsweise ein Zwei- Komponenten-RTV-Silikon eingesetzt wird, beginnt die Silikonpaste oder - flüssigkeit durch Vermischen und Reaktion der beiden Komponenten

auszuhärten, wobei das Vermischen vor Schritt a) ausgeführt wird. In Schritt 3 ist vorgesehen, eine vorbestimmte Zeit verstrichen zu lassen, damit die

Klebstoffpaste oder -flüssigkeit aushärtet. Fig. 2 zeigt eine nicht maßstabsgerechte und rein schematische

Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Solarmoduls in einer ersten Variante. Das Solarmodul weist ein Frontseitenverkapselungselement 8 und ein Rückseitenverkapselungselement 6 auf, zwischen denen sich eine Solarzellen - Laminatschicht 7 befindet, die einlaminierte Solarzellen aufweist. Auf einer von dem Frontseitenverkapselungselement 8 abgewandten Seite des

Rückseitenverkapselungselements 6 ist weiterhin vollflächig eine

Klebstoffschicht 5 angeordnet. Auf einer von dem

Frontseitenverkapselungselement 8 abgewandten Seite der Klebstoff Schicht 5 ist weiterhin vollflächig eine Abdeckschicht 4 beispielsweise ein Folienverbund angeordnet, der eine Polyvinylfluorid-Schicht aufweist.

Das Frontseitenverkapselungselement 8, das Rückseitenverkapselungselement 6 und die Solarzellen-Laminatschicht 7 bilden eine Solarmodullaminatplatte, die aus dem vorstehend beschriebenen Schichtstapel ausgebildet ist und

Seitenkanten 10 aufweist, von denen zwei in Fig. 2 sichtbar sind. Das diese Solarmodullaminatplatte aufweisende Solarmodul ist nach einer Beschädigung des Rückseitenverkapselungselements 6 dem in Fig. 1 gezeigten Verfahren unterzogen worden, so dass es nach der Durchführung dieses Verfahrens zusätzlich die Klebstoffschicht 5 und die Abdeckschicht 4 aufweist.

Fig. 3 zeigt eine nicht maßstabsgerechte und rein schematische

Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Solarmoduls in einer zweiten Variante. Das in Fig. 3 gezeigte Solarmodul entspricht dem in Fig. 2 gezeigten Solarmodul - gleiche Bezugszeichen sind für gleiche Bauelemente verwendet worden und die gemachten Ausführungen gelten entsprechend. Im Unterschied zu dem in Fig.2 gezeigten Aufbau weist das hier gezeigte Solarmodul einen Solarmodulrahmen 9 auf, der die Seitenkanten 10 umgibt und das

Frontseitenverkapselungselement 8 und das Rückseitenverkapselungselement 6 umgreift. Auch hier ist das Solarmodul dem in Fig. 1 dargestellten Verfahren unterzogen worden, wobei der Solarmodulrahmen 9 bei der Durchführung des in Fig. 1 gezeigten Verfahrens an der Solarmodullaminatplatte angeordnet war. Das Verfahren ist an dem Solarmodul in Anwesenheit des Solarmodulrahmens 9 durchgeführt worden.

Bezugszeichen liste:

1 Schritt a)

2 Schritt b)

3 Schritt c)

4 Abdeckschicht

5 Klebstoffschicht

6 Rückseitenverkapselungselement

7 Solarzellen-Laminatschicht 8 Frontseitenverkapselungselement

9 Solarmodulrahmen

10 Seitenkante