Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR ROLLING A PRODUCT WHICH IS TO BE ROLLED
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/067119
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for rolling a product which is to be rolled (1) in a roll stand (2) or in several roll stands (2, 3), whereby a cooling lubricant is sprayed onto the product to be rolled (1) and/or onto the rollers (4, 5) of the roll stand (2) or the roll stands (2, 3). According to the invention, in order to increase the productivity of the rolling process and to simultaneously save energy, in the event that a roll stand is used, the cooling lubricant which is heated during the rolling process is collected at a location downstream of the rollers (4, 5) in the direction of rolling (W), is guided to a location upstream of the rollers (4, 5) in the direction of rolling (W) and is used at least partially for spraying onto the product to be rolled (1) and/or onto the rollers (4, 5).

Inventors:
PAWELSKI, Hartmut (Wachtelweg 6, Ratingen, 40883, DE)
MATHWEIS, Dietrich (Arndtstraße 12, Düsseldorf, 40479, DE)
Application Number:
EP2010/067724
Publication Date:
June 09, 2011
Filing Date:
November 18, 2010
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
SMS Siemag AG (Eduard-Schloemann-Straße 4, Düsseldorf, 40237, DE)
PAWELSKI, Hartmut (Wachtelweg 6, Ratingen, 40883, DE)
MATHWEIS, Dietrich (Arndtstraße 12, Düsseldorf, 40479, DE)
International Classes:
B21B27/10; B21B45/02
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (Hammerstr. 2, Siegen, 57072, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche:

1 . Verfahren zum Walzen eines Walzguts (1 ) in einem Walzgerüst (2), wobei an dem Walzgerüst (2) ein Aufsprühen eines Kühlschmierstoffs auf das

Walzgut (1 ) und/oder auf die Walzen (4, 5) des Walzgerüsts (2) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff an einem in

Walzrichtung (W) hinter den Walzen (4, 5) liegenden Ort aufgefangen, zu einem in Walzrichtung (W) vor den Walzen (4, 5) liegenden Ort geleitet und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Walzgut (1 ) und/oder auf die Walzen (4, 5) eingesetzt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des an dem vor den Walzen (4, 5) liegenden Ort eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder gere- gelt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Kühlschmierstoffs durch Mischung des erwärmten Kühlschmier- Stoffs von dem hinter den Walzen (4, 5) liegenden Ort mit an dem vor den

Walzen (4, 5) eingesetzten kälteren Kühlschmierstoff gesteuert oder geregelt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenstrom des eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt wird.

Verfahren zum Walzen eines Walzguts (1 ) in mindestens zwei in Walzrichtung (W) aufeinander folgenden Walzgerüsten (2, 3), wobei an den mindestens zwei Walzgerüsten (2, 3) ein Aufsprühen eines Kühlschmierstoffs auf das Walzgut (1 ) und/oder auf die Walzen (4, 5) der Walzgerüste (2, 3) erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff in dem in Walzrichtung (W) nachfolgenden Walzgerüst (3) aufgefangen, zum in Walzrichtung (W) vorgelagerten Walzgerüst (2) geleitet und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Walzgut (1 ) und/oder auf die Walzen (4, 5) eingesetzt wird.

Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass mehr als zwei Walzgerüste (2, 3, 6, 7) in Walzrichtung (W) aufeinander folgend angeordnet sind, wobei der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff in einem in Walzrichtung (W) nachfolgenden Walzgerüst (3) aufgefangen, zu einem in Walzrichtung (W) vorgelagerten Walzgerüst (2, 6, 7) geleitet und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Walzgut (1 ) und/oder auf die Walzen (4, 5) eingesetzt wird.

Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des in dem in Walzrichtung (W) vorgelagerten Walzgerüst (2) eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Kühlschmierstoffs durch Mischung des erwärmten Kühlschmierstoffs aus dem in Walzrichtung (W) nachfolgenden Walzgerüst (3) mit dem in Walzrichtung (W) vorgelagerten Walzgerüst (2) eingesetzten kälteren Kühlschmierstoff gesteuert oder geregelt wird.

9. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenstrom des in dem in Walzrichtung (W) vorgelagerten Walzgerüst (2) eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgabe von Soll-Temperaturen und/oder von Volumenströmen des Kühlschmierstoffs in zumindest einem Walzgerüst (2, 3, 6, 7) durch ein Prozessmodell erfolgt.

1 1 . Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Prozessmodell mindestens eine gemessene Walzkraft in dem Walzgerüst (2) oder in einem der Walzgerüste (2, 3, 6, 7) vorgegeben wird.

12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Prozessmodell mindestens ein gemessener Motorstrom eines elektrischen Antriebs einer Walze (4, 5) vorgegeben wird.

13. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Prozessmodell mindestens ein gemessenes Motordrehmoment eines elektrischen Antriebs einer Walze (4, 5) vorgegeben wird.

14. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Prozessmodell mindestens eine an einer Stelle gemessene Temperatur des Walzguts (1 ) vorgegeben wird.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff von einem hinter den Walzen (4, 5) liegenden Ort oder von einem in Walzrichtung (W) nachfolgenden Walzgerüst (3) in einem vor den Walzen (4, 5) liegen- den Ort oder in einem in Walzrichtung (W) vorgelagerten Walzgerüst (2) verwendet wird, um ausschließlich oder zusätzlich einen ausgewählten Bereich in Richtung quer zur Walzrichtung (W) des Walzguts (1 ) und/oder der Walzen (4, 5) zu besprühen.

16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das ausschließliche oder zusätzliche Besprühen der Randbereiche des Walzguts (1 ) und/oder der Walzen (4, 5) erfolgt.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Walzen des Walzguts (1 ) ein Kaltwalzen ist.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlschmierstoff auf das Walzgut (1 ) unter einem Winkel (a) ge- gen die Walznchtung (W) aufgesprüht wird, vorzugsweise unter einem Winkel (a) kleiner als 45° zur Horizontalen.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass als Kühlschmierstoff Öl oder Emulsion verwendet wird.

Description:
Verfahren zum Walzen eines Walzguts

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Walzen eines Walzguts in einem Walzgerüst oder in mehreren Walzgerüsten, wobei an dem Walzgerüst oder an den Walzgerüsten ein Aufsprühen eines Kühlschmierstoffs auf das Walzgut und/oder auf die Walzen des Walzgerüsts erfolgt.

Ein Verfahren dieser Art ist im Stand der Technik hinlänglich beschrieben. Bekannt geworden ist es auch, in einzelnen Walzgerüsten das zum Einsatz kom- mende Kühlschmiermittel zu temperieren bzw. aufzubereiten, um günstige Walzbedingungen zu erhalten.

Beispiele für die verschiedenen Möglichkeiten der Bereitstellung bzw. der Aufbereitung von Kühlschmierstoff sowie generell der Versorgung mit Kühl- Schmierstoff sind in der JP 2007 237230 A, in der EP 1 829 623 A1 , in der JP 2000 094026 A, in der WO 98/51423, in der EP 1 423 214 B1 , in der EP 1 829 625 A1 , in der DE 600 30 288 T2, in der JP 5919 9109 A, in der JP 0815 5510 A, in der JP 2000 351002 A und in der JP 2007 253178 A beschrieben. Demnach werden ggf. mehrere Kreise für Kühlschmierstoff für verschiedene Walzgerüste vorgesehen, wobei die Vorlauftemperatur geregelt werden kann. In Walzgerüsten, die in Walzrichtung relativ weit am Ende angeordnet sind, kann dabei Kühlschmierstoff mit geringerer Ölkonzentration eingesetzt werden, um eine verbesserte Bandsauberkeit und eine bessere Rauheitsübertragung zu erreichen.

Mit einer Vorlauftemperatur zu arbeiten, die über alle Gerüste konstant ist, stellt einen Kompromiss dar. Die sich daraus ergebende Temperaturführung ist nicht optimal. Auch Kaltwalzanlagen haben üblicherweise ein oder maximal zwei geschlossene Kühlschmierstoffsysteme, bei denen der Kühlschmierstoff in den Gerüstwannen aufgefangen, in einen Tank gepumpt, filtriert, konditioniert und temperiert wird und über einen gemeinsamen Vorlauf den Sprühbalken für die Band- und Werkzeugkühlung wieder zugeführt wird. Dabei soll ein Medium (Kühl- Schmierstoff) mit gleichem Zustand im Vorlauf (betreffend Temperatur, Tröpfchengröße, Verschmutzungszustand u. ä.) sowohl für die Schmierung im Walzspalt als auch für die Kühlung und Reinigung von Band und Walzen sorgen. Die gleichzeitige Erfüllung dieser verschiedenen Aufgaben kann somit systembedingt auch hier nur einen Kompromiss darstellen.

Eine negative Auswirkung dieses Kompromisses ist es, dass das Temperaturniveau beim ersten (evtl. auch beim zweiten) Stich in der Regel zu niedrig ist, während die Produktivität der Anlage in den späteren Stichen meist aufgrund zu hoher Temperaturen beschränkt ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diesbezüglich Abhilfe zu schaffen und in zumindest einem Walzgerüst bzw. einem Teil der Walzgerüste, vorzugsweise in allen Walzgerüsten, eine verbesserte Schmierung zu erreichen, wobei insbesondere eine geringere Umformfestigkeit im ersten (ggf. auch im zweiten) Gerüst bzw. Stich erreicht werden soll. Damit soll der Kraft- und Arbeitsaufwand reduziert und so eine Energieeinsparung erzielt werden, das Walzen soll also energiesparender möglich sein. Die Produktivität des Walzprozesses soll somit gesteigert werden. Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass mit Blick auf das Walzen in einem Walzgerüst der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff an einem in Walzrichtung hinter den Walzen liegenden Ort aufgefangen, zu einem in Walzrichtung vor den Walzen liegenden Ort geleitet und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Walzgut und/oder auf die Walzen eingesetzt wird. Die Temperatur des an dem vor den Walzen liegenden Ort eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs kann dabei auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt werden. Die Temperatur des Kühlschmierstoffs kann dabei durch Mischung des erwärmten Kühlschmierstoffs von dem hinter den Walzen liegenden Ort mit an dem vor den Walzen eingesetzten kälteren Kühlschmierstoff ge- steuert oder geregelt werden. Auch ist es möglich, dass der Volumenstrom des eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt wird.

Eine analoge Lösung der genannten Aufgabe zeichnet sich im Falle des Einsat- zes von mindestens zwei Walzgerüsten dadurch aus, dass der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff in dem in Walzrichtung nachfolgenden Walzgerüst aufgefangen, zum in Walzrichtung vorgelagerten Walzgerüst geleitet und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Walzgut und/oder auf die Walzen eingesetzt wird.

Bevorzugt werden dabei mehr als zwei Walzgerüste in Walzrichtung aufeinander folgend angeordnet, wobei der durch den Walzvorgang erwärmte Kühisch mierstoff in einem in Walzrichtung nachfolgenden Walzgerüst aufgefangen, zu einem in Walzrichtung vorgelagerten Walzgerüst geleitet und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Walzgut und/oder auf die Walzen eingesetzt wird.

Die Temperatur des in dem in Walzrichtung vorgelagerten Walzgerüst eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs kann dabei auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt werden. Die Temperatur des Kühlschmierstoffs kann dabei durch Mischung des erwärmten Kühlschmierstoffs aus dem in Walzrichtung nachfolgenden Walzgerüst mit dem in Walzrichtung vorgelagerten Walzgerüst eingesetzten kälteren Kühlschmierstoff gesteuert oder geregelt werden. Ferner kann der Volumenstrom des in dem in Walzrichtung vorgelagerten

Walzgerüst eingesetzten erwärmten Kühlschmierstoffs auf einen vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt werden.

Die Vorgabe von Soll-Temperaturen und/oder von Volumenströmen des Kühl- Schmierstoffs in zumindest einem Walzgerüst erfolgt vorzugsweise durch ein Prozessmodell. Dem Prozessmodell kann dabei mindestens eine gemessene Walzkraft in einem der Walzgerüste, mindestens ein gemessener Motorstrom eines elektrischen Antriebs einer Walze, mindestens ein gemessenes Motordrehmoment eines elektrischen Antriebs einer Walze oder mindestens eine an einer Stelle gemessene Temperatur des Walzguts vorgegeben werden.

Der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff kann von einem in Walzrichtung nachfolgenden Walzgerüst in einem in Walzrichtung vorgelagerten Walzgerüst auch verwendet werden, um ausschließlich oder zusätzlich ei- nen ausgewählten Bereich in Richtung quer zur Walzrichtung des Walzguts und/oder der Walzen zu besprühen. Hierbei ist insbesondere daran gedacht, dass das ausschließliche oder zusätzliche Besprühen der Randbereiche des Walzguts und/oder der Walzen erfolgt (sog. Hot Edge Spray). Bei dem in Rede stehenden Walzvorgang handelt es sich vorzugsweise um ein Kaltwalzen.

Zur Erzielung eines guten Wärmeübergangs kann vorgesehen werden, dass der Kühlschmierstoff auf das Walzgut unter einem Winkel gegen die Walzrich- tung aufgesprüht wird, vorzugsweise unter einem Winkel kleiner als 45° zur Horizontalen.

Als Kühlschmierstoff wird vorzugsweise Öl oder Emulsion verwendet. Die Grundidee der vorliegenden Erfindung besteht also darin, die hohe Abwärme, die aufgrund der Umformarbeit in den hinteren Stichen bzw. Gerüsten ent- steht, zu nutzen, um das Walzgut, insbesondere das Band, und die Walzen im ersten (ggf. auch im zweiten) Stich bzw. Gerüst vorzuwärmen. Dazu soll zumindest ein Teil des besonders stark erwärmten Kühl Schmierstoffs aufgefangen und in den vorderen Stichen bzw. Gerüsten wieder aufgebracht werden. Das Erfindungskonzept kann dabei aber auch - wie oben erläutert - an einem einzigen Walzgerüst genutzt werden.

Die Erfindung schlägt also die Nutzung des aufgrund der naturgemäß entstehenden Prozesswärme aufgeheizten Kühlschmierstoffs zur gezielten Beeinflus- sung von Wärme- und Volumenströmen vor.

Der Einsatz eines Prozessmodells zur Vorsteuerung von Mengen, Mischungsverhältnissen und Temperaturen verbessert das vorgeschlagene Verfahren wesentlich. Die Regelung der genannten Größen durch prozessmodellgestützte Auswertung gemessener Prozessdaten (wie insbesondere Walzkräfte, Motorströme, Motordrehmomente und die Bandtemperatur) verbessert den Prozess weiterhin.

Der Einsatz des rückgeführten heißen Kühlschmiermittels als sog.„Hot Edge Spray" oder zur anderweitigen Planheitsbeeinflussung durch thermische Veränderung der Walzenkontur bietet eine interessante Erweiterung der Funktionalität des vorgeschlagenen Verfahrens.

Demgemäß kann die Produktivität des Walzverfahrens erhöht werden. Weiter- hin können gleichmäßigere Prozessbedingungen erreicht werden.

Es ergibt sich ferner eine Energieeinsparung, vor allem im ersten Gerüst bzw. beim ersten Stich. Insgesamt lässt sich daher betreffend die Vorteile des vorgeschlagenen Verfahrens folgendes feststellen: Es ergibt sich eine verbesserte Schmierung und eine geringere Umformfestigkeit im ersten (ggf. auch im zweiten) Gerüst bzw. Stich, damit ergibt sich ein geringerer Kraft- und Arbeitsbedarf und somit eine Energieeinsparung. Weiterhin wird eine höhere Produktivität erzielt, d. h. es kommt zu einer höheren Abnahme im ersten Stich, zu einer höheren Walzgeschwindigkeit und/oder zu einer Abnahme in den weiteren Stichen aufgrund einer effektiveren Kühleinrichtung. Der Volumenfluss ist im konventionellen Medienkreislauf geringer.

Weiterhin liegt eine gleichmäßigere Temperaturverteilung beim Rücklauf des Kühlschmierstoffs vor, dadurch ergibt sich eine gleichmäßigere Konditionierung des Kühlschmierstoffs, z. B. eine geringere Gefahr des Bakterienwachstums bei Emulsionen.

Die Temperatur des aufgebrachten Mediums im ersten (ggf. auch im zweiten) Gerüst bzw. Stich kann durch Mischung von Kühlschmiermittel aus dem Vorlauf und dem rückgeführten heißeren Kühlschmiermittel in gewissen Grenzen ge- zielt eingestellt, d. h. gesteuert bzw. geregelt, werden. Vorteilhaft kann dies durch ein geeignetes Prozessmodell vorgegeben bzw. geregelt werden, wobei das Prozessmodell auf gemessene Prozessparameter und den Anlagenzustand (z. B. Warmfahrphase) zurückgreift. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 schematisch eine Kaltwalzstraße in der Seitenansicht, in der ein

Walzgut in Form eines Bandes gewalzt wird, und Fig. 2 einen Kühlbalken, der über Düsen Kühlschmierstoff auf die Oberfläche des Walzguts ausbringt.

In Fig. 1 ist eine Walzstraße zu sehen, die eine Anzahl von Walzgerüsten 2, 3, 6 und 7 aufweist. In der Walzstraße wird ein Walzgut 1 , vorliegend ein Band, gewalzt. Jedes Walzgerüst 2, 3, 6, 7 hat (mindestens) zwei zusammenwirkende Walzen 4, 5. Das in Walzrichtung W erste Walzgerüst 2 führt den ersten Stich aus. Das in Walzrichtung W letzte Walzgerüst ist das Walzgerüst 3; dazwischen sind weitere Walzgerüste 6, 7 angeordnet. Über Zuleitungen 10 wird Kühlbalken 8, die die Ober- und Unterseite des Bandes 1 mit Kühlschmierstoff besprühen, der Kühlschmierstoff zugeleitet. Das aufgesprühte Kühlschmiermittel kann in einem unteren Bereich des Walzge- rüsts von Auffangschalen 1 1 aufgefangen werden, wobei eine Auffangschale 1 1 nur für das Walzgerüst 3 skizziert ist.

Wesentlich ist, dass der durch den Walzvorgang erwärmte Kühlschmierstoff in einem in Walzrichtung W nachfolgenden Walzgerüst - vorliegend im Walzgerüst 3 - aufgefangen und zum in Walzrichtung W vorgelagerten Walzgerüst - vorliegend zum Walzgerüst 2 - geleitet wird. Dies erfolgt mittels einer Leitung 12 mit integrierter Pumpe 13. Im vorgelagerten Walzgerüst 2 wird das durch den Walzprozess erwärmte Kühlschmiermittel genutzt und dort zumindest teilweise zum Aufsprühen auf das Band 1 bzw. auf die Walzen 4, 5 des Walzge- rüsts 2 eingesetzt. Details hierzu sind in Fig. 2 zu sehen. Der Kühlbalken 8 hat im Ausführungsbeispiel Düsen 9, deren Spritzrichtung gegen die Walzrichtung W gerichtet ist und zur Horizontalen im übrigen einen Winkel α einschließt, der im Ausführungsbeispiel ca. 30° beträgt. Durch diese Gegenstrombandkühlung wird die sich ergebende Turbulenz für einen effizienten Wärmetausch genutzt. Eine Senkung des Walzmomentes durch eine geeignete Vorwärmung wir durch Senkung der Umformfestigkeit des Bandes und/oder durch Senkung der Walzspaltreibung erreicht. Bei Emulsionen werden zusätzlich durch höhere Temperaturen eine verbesserte Ablagerung der Ölphase und somit stabilere Schmierbedingungen erzielt.

Die Vorwärmung erfordert im ersten Stich bzw. Gerüst eine deutlich erhöhte Vorlauftemperatur. Diese könnte zwar auch durch eine Heizung erzielt werden, energetisch vorteilhafter ist es aber, die anfallende Abwärme von den hinteren Stichen bzw. Gerüsten zu nutzen.

Um den Kühlschmierstoff dort auf eine hohe Temperatur zu bringen, sind effiziente Kühleinrichtungen, die mit relativ geringen Volumenströmen auskommen, besonders geeignet. Eine bevorzugte Ausgestaltung einer solchen Bandkühleinrichtung, die auf dem Gegenstromprinzip mit Turbulenzerzeugung basiert, ist in Fig. 2 dargestellt. Das aus dieser Einrichtung austretende stark erhitzte Medium kann zum großen Teil aufgefangen und im ersten Stich bzw. Gerüst einlaufseitig wieder aufgebracht werden.

Eine Filtration muss - falls überhaupt - nur grob erfolgen, da die Ansprüche an die Sauberkeit des Kühlschmiermittels im ersten Sticht bzw. Gerüst am geringsten sind. Das Kühlschmiermittel gelangt danach über die Gerüstwanne wieder in den konventionellen Medienkreislauf.

Das vorgeschlagene Verfahren kann natürlich zwischen den skizzierten und ggf. auch zwischen weiteren Walzgerüsten genutzt werden, indem jedenfalls vorgewärmter Kühlschmierstoff von einem nachgelagerten Walzgerüst zu einem vorgelagerten Walzgerüst gefördert wird, um die Walzbedingungen am vorgelagerten Walzgerüst zu beeinflussen. Wie erläutert ist es auch möglich, Kühlschmierstoff hinter den Walzen 4, 5 eines einzelnen Walzgerüsts abzuleiten und in den Bereich vor den Walzen rückzuführen, d. h. das vorgeschlagene Prinzip kann auch an einem Einzelgerüst genutzt werden. Die maximale Umformleistung bzw. die Produktivität können somit erhöht werden. Es können optimale Schmierbedingungen gezielt eingestellt werden.

In Fig. 1 ist noch eine zusätzliche Möglichkeit skizziert, mit der ein Wärmetransfer aus dem Öl zwischen hinteren Walzgerüsten 3, 7 in den Bereich des ersten Walzgerüsts 2 geleitet werden kann. Hier ist zwischen den Gerüsten 7 und 3 ein Wärmetauscher 14 in Form eines Kühlelements (Bandkühlung) angeordnet.

Der Wärmetauscher 14 steht über eine Wärmeleitung 15 mit dem Bereich des vorderen Walzgerüsts 2 in Verbindung. Hier ist ein weiterer nur schematisch angedeuteter Wärmetauscher 16 angeordnet, mit dem Wärme in den Kühlmittelstrom eingeleitet werden kann, der hier auf die Walzen 4, 5 bzw. auf das Band 1 aufgebracht wird. Demgemäß wird hier nicht das Öl selber zu einem in Walzrichtung W vorgelagerten Walzgerüst geleitet, sondern nur seine Wärme.

Bezugszeichenliste:

1 Walzgut

2 Walzgerüst

3 Walzgerüst

4 Walze

5 Walze

6 Walzgerüst

7 Walzgerüst

8 Kühlbalken

9 Düse

10 Zuleitung

1 1 Auffangschale

12 Leitung

13 Pumpe

14 Wärmetauscher (Kühlelement)

15 Wärmeleitung

16 Wärmetauscher

W Walzrichtung

α Winkel