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Title:
METHOD FOR SCREWING IN A SCREW TO A PREDETERMINED TIGHTENING TORQUE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/205887
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for screwing in a screw (4) to a predetermined breakaway torque by means of a screwing-in tool (3) connected to an electric motor (2) controlled by a control system (8). The method comprises the following method steps: - accelerating the electric motor (2) in the screwing direction (15) to a predetermined maximum rotational speed; - operating the electric motor (2) at maximum rotational speed until a drive shaft (11) of the electric motor (2) has completed a predetermined number of spindle rotations; - reducing the rotational speed of the electric motor (2) to a predetermined reduced rotational speed; - operating the electric motor (2) at a reduced rotational speed until a torque increase exceeding a predetermined threshold value is detected by a measuring unit (14) downstream of the electric motor (2); - tightening the screw (4) or nut again until the predetermined tightening torque is reached.

Inventors:
BRUNNER, Matthias (Zöblmühlgasse 15, 4840 Vöcklabruck, 4840, AT)
GLÜCK, Tobias (Novaragasse 17/1/16, 1020 Wien, 1020, AT)
GRÜNDL, August (Sulzberg 36, 4861 Schörfling, 4861, AT)
KUGI, Andreas (Brigittenauerlände 46/18, 1200 Wien, 1200, AT)
MEINGASSNER, Josef (Roith 14, 4921 Hohenzell, 4921, AT)
PAUDITZ, Michael (Goldener Simmer Weg 12, 4690 Schwanenstadt, 4690, AT)
Application Number:
AT2017/060142
Publication Date:
December 07, 2017
Filing Date:
May 31, 2017
Export Citation:
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Assignee:
STIWA HOLDING GMBH (Salzburger Straße 52, 4800 Attnang-Puchheim, 4800, AT)
International Classes:
B25B21/00; B25B23/14; B25B23/147
Domestic Patent References:
WO2008093402A12008-08-07
Foreign References:
US20130056236A12013-03-07
DE102008035688A12010-02-04
DE4128427A11992-03-12
US5062491A1991-11-05
Attorney, Agent or Firm:
ANWÄLTE BURGER UND PARTNER RECHTSANWALT GMBH (Rosenauerweg 16, 4580 Windischgarsten, 4580, AT)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Verfahren zum Eindrehen einer Schraube (4) oder Mutter mit einem vorbestimmten Anzugsdrehmoment mittels einem Eindrehwerkzeug (3), welches mit einem Elektromotor (2) gekoppelt ist, welcher von einer Regelung (8) angesteuert wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren folgende Verfahrensschritte umfasst:

- Herstellen einer Drehmomentenübertragenden Verbindung zwischen Eindrehwerkzeug (3) und Schraube (4) oder Mutter;

- Beschleunigen des Elektromotors (2) in Zudrehrichtung (15) auf eine vorgegebene Maxi- maldrehzahl;

- Betreiben des Elektromotors (2) in Maximaldrehzahl bis eine Antriebswelle (11) des Elektromotors (2) eine vorgegebene Anzahl an Spindelumdrehungen absolviert hat, wobei während diesem Verfahrensschritt die Schraube (4) oder Mutter frei in das jeweilige Gegengewinde (5) eingedreht wird, oder das Gegengewinde (5) mittels der Schraube (4) geschnitten wird;

- Reduzieren der Drehzahl des Elektromotors (2) auf eine vorbestimmte reduzierte Drehzahl;

- Betreiben des Elektromotors (2) in reduzierter Drehzahl bis ein Drehmomentenanstieg de- tektiert wird, welcher einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, wobei der Drehmomentenanstieg dann auftritt, wenn die Schraube (4) oder Mutter mit deren Schulter (18) am zu befestigenden Bauteil (7) zum Anliegen kommt;

- Nachdrehen der Schraube (4) oder Mutter bis das vorbestimmte Anzugsdrehmoment erreicht ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehmomentenanstieg von einer dem Elektromotor (2) nachgeschalteten Messeinheit (14) detektiert wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Detek- tion des Drehmomentenanstieges der Elektromotor (2) auf eine vorbestimmte Minimaldrehzahl abgebremst wird. 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (2) eine vorbestimmte oder vorbestimmbare Zeitdauer in Minimaldrehzahl betrieben wird, bis Schwingungen, welche im Antriebs System aufgrund des Abbremsvorganges von der reduzierten Drehzahl in die Minimaldrehzahl auftreten, weitestgehend ausgeklungen sind.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach Ablauf der vorbestimmten Zeitdauer in welcher der Elektromotor (2) in Minimaldrehzahl betrieben wird, die weitere Ansteuerung des Elektromotors (2) von der Regelung (8) auf Basis des in der Mess- einheit (14) gemessenen Drehmomentes vorgegeben wird.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die reduzierte Drehzahl zwischen 0, 1% und 100%, insbesondere zwischen 0,5% und 99%), bevorzugt zwischen 50%> und 80%> der Maximaldrehzahl beträgt.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass direkt nach der Detektion des Drehmomentenanstieges die weitere Ansteuerung des Elektromotors (2) von der Regelung (8) auf Basis eines Drehmomentwertes vorgegeben wird, wobei nach der Detektion des Drehmomentenanstieges der Elektromotor (2) auf eine vorbe- stimmte Minimal drehzahl abgebremst wird und in einer Anfangsperiode während des Abbremsvorganges das in der Messeinheit (14) erfasste Drehmoment von einem auf einer Modellrechnung basierten Solltrajektorie-Drehmoment überblendet wird und nach der Anfangsperiode das von der Messeinheit (14) detektierte Drehmoment als Eingangsgröße für die Regelung (8) dient.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass direkt nach der Detektion des Drehmomentenanstieges die weitere Ansteuerung des Elektromotors (2) von der Regelung (8) auf Basis einer Solltrajektorie des Drehmomentwertes vorgegeben wird, wobei der Drehzahl verlauf in einer Vorsteuerung aus der Solltrajektorie des Drehmomentwertes berechnet wird.

9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in einer ersten Phase nach der Detektion des Drehmomentenanstieges der Drehmomentwert mittels einem Störgrößenbeobachter (19) geschätzt wird und dass in einer zweiten Phase nach der Detektion des Drehmomentenanstieges das Drehmoment direkt von der Messeinheit (14) detektiert wird und als Eingangsgröße für die Regelung (8) dient.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergang zwischen verschiedenen Drehzahlen der einzelnen Verfahrensschritte derart vorgegeben wird, dass keine sprungartigen Anstiege der Beschleunigung auftreten. 11. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Modellrechnung des Prozessschraubers 1 die Massenträgheit und/oder die Federsteifigkeit und/oder die Dämpfung und die Winkelbeschleunigungen der einzelnen im Antriebs sträng verbauten Bauteile (7) berücksichtigt wird. 12. Verfahren nach Anspruch 7 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Modellrechnung auf Basis der jeweils vorhergehenden Zyklen in einem iterativen Lernprozess ange- passt wird, wobei zur Anpassung der Modellrechnung der Zeitliche Verlauf des Messwertes des Drehmomentes in der Messeinheit (14), sowie des Motormomentes und des zugehörigen Drehwinkels der Antriebswelle (11) im Elektromotor (2) herangezogen wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur

Überblendung von Modellrechnung und in der Messeinheit (14) detektiertem Drehmoment ein Störgrößenbeobachter (19), insbesondere ein Kaiman-Filter, eingesetzt wird. 14. Verfahren nach Anspruch 13 dadurch gezeichnet, dass eine Überblendung zwischen dem im Störgrößenbeobachter (19) geschätzten tatsächlich an der Schraube (4) wirkenden Moment und dem in der Messeinheit (14) erfassten Drehmoment durchgeführt wird.

15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Elektromotor (2) und Eindrehwerkzeug (3) ein Getriebe (9) angeordnet ist, mittels welchem die Drehzahl bzw. das Drehmoment zwischen Elektromotor (2) und Eindrehwerkzeug (3) übersetzt wird.

16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trajektorienplanung anhand eines Lastenmodells erfolgt, welches empirisch ermittelt wird.

Description:
Verfahren zum Eindrehen einer Schraube mit einem vorbestimmten Anzugsdrehmoment

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Eindrehen einer Schraube oder Mutter mit einem vorbestimmten Anzugsdrehmoment.

Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Verfahren zum Herstellen einer Schraubverbindung zwischen zwei Bauteilen bekannt. Die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren betreffen insbesondere Fertigungsanlagen in welchen Schrauben oder Muttern mittels ei- nem Werkzeug welches mit einem Elektromotor gekoppelt ist in das jeweilige der Schraube oder Mutter zugehörige Gegengewinde eingeschraubt werden, um ein Bauteil zu befestigen. Dabei müssen die Schrauben bzw. Muttern mit einem vorbestimmten Anzugsdrehmoment angezogen werden, wobei das zu erreichende Anzugsdrehmoment nur einen geringen Toleranzbereich aufweist.

Die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren weisen den Nachteil auf, dass zum Erreichen des geforderten Anzugsdrehmomentes unter Einhaltung des geforderten Toleranzbereiches die Eindrehgeschwindigkeit entsprechend gering gewählt werden muss, um das Anzugsdrehmoment verfälschende dynamische Effekte welche aufgrund der Massenträgheit des Antriebsstranges auftreten, hintanzuhalten.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, welches eine erhöhte Prozessgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Prozessgenauigkeit aufweist.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst.

Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Eindrehen einer Schraube oder Mutter mit einem vorbestimmten Anzugsdrehmoment mittels einem Eindrehwerkzeug, welches mit einem Elektromotor gekoppelt ist, vorgesehen. Der Elektromotor wird von einer Regelung angesteuert. Das Verfahren umfasst folgende Verfahrensschritte:

- Herstellen einer Drehmomentenübertragenden Verbindung zwischen Eindrehwerkzeug und Schraube oder Mutter; - Beschleunigen des Elektromotors in Zudrehrichtung auf eine vorgegebene Maximaldrehzahl;

- Betreiben des Elektromotors in Maximaldrehzahl bis eine Antriebswelle des Elektromotors eine vorgegebene Anzahl an Spindelumdrehungen absolviert hat, wobei während diesem Ver- fahrensschritt die Schraube oder Mutter frei in das jeweilige Gegengewinde eingedreht wird, oder das Gegengewinde mittels der Schraube geschnitten wird;

- Reduzieren der Drehzahl des Elektromotors auf eine vorbestimmte reduzierte Drehzahl;

- Betreiben des Elektromotors in reduzierter Drehzahl bis, vorzugsweise von einer dem Elektromotor nachgeschalteten Messeinheit, ein Drehmomentenanstieg detektiert wird welcher ei- nen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, wobei der Drehmomentenanstieg dann auftritt, wenn die Schraube oder Mutter mit deren Schulter am zu befestigenden Bauteil zum Anliegen kommt;

- Nachdrehen der Schraube oder Mutter bis das vorbestimmte Anzugsdrehmoment erreicht ist. Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, dass das Verfahren in verschiedenste Verfahrensschritte aufgeteilt wird, wobei der Elektromotor in den einzelnen Verfahrensschritten eine unterschiedliche Geschwindigkeit aufweist. Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass die Einschraubzeit möglichst verkürzt werden kann und gleichzeitig das geforderte Anzugsdrehmoment möglichst genau erreicht werden kann. Insbesondere beim Be- trieb des Elektromotors in einer vorgegebenen Maximaldrehzahl wird ein möglichst schnelles Eindrehen der Schraube gewährleistet. In diesem Verfahrensschritt wird die Schraube in das entsprechende Gegengewinde eingedreht, wobei darauf geachtet wird, dass die Schraube frei in das Gewinde eingedreht wird und die Schulter noch nicht am zu befestigenden Bauteil anliegt. Alternativ zum freien Eindrehen der Schraube in ein Gegengewinde kann auch vorgese- hen sein, dass das Gegengewinde von der Schraube ausgeformt wird. Auch hier ist das aufzubringende Drehmoment deutlich geringer als dies beim Anliegen der Schulter der Schraube der Fall ist. Erst im anschließenden Verfahrensschritt in welchem der Elektromotor in reduzierter Drehzahl betrieben wird ist vorgesehen, dass die Schulter der Schraube am zu befestigenden Bauteil zur Anlage kommt. Dieses Anliegen der Schulter der Schraube am zu befesti- genden Bauteil hat einen Drehmomentenanstieg zur Folge. Dieser Drehmomentenanstieg kann beispielsweise durch Erfassung des Motorstromes im Elektromotor direkt detektiert werden. Alternativ ist es auch möglich, dass der Drehmomentenanstieg von einer dem Elektromotor nachgeschalteten Messeinheit detektiert wird, welche Messeinheit zum Erfassen des Drehmomentes, etwa in Form einer Drehmomentmesswelle, ausgebildet ist. Weiters kann es zweckmäßig sein, wenn nach der Detektion des Drehmomentenanstieges der Elektromotor auf eine vorbestimmte Minimaldrehzahl abgebremst wird. Von Vorteil ist hierbei, dass durch Abbremsen des Elektromotors auf Minimalgeschwindigkeit ein Überanziehen der Schraube verhindert werden kann. Ferner kann vorgesehen sein, dass der Elektromotor eine vorbestimmte oder vorbestimmbare Zeitdauer in Minimaldrehzahl betrieben wird, bis Schwingungen, welche im Antriebs System aufgrund des Abbremsvorganges von der reduzierten Drehzahl in die Minimaldrehzahl auftreten, weitestgehend ausgeklungen sind. Von Vorteil ist hierbei, dass durch das Betreiben des Elektromotors in der Minimaldrehzahl in vorbestimmter Zeitdauer erreicht werden kann, dass das Antriebssystem ausschwingen kann und es somit zu keiner Verfälschung des gemessenen Drehmomentes an der Messeinheit kommt. In Extremfällen kann es notwendig sein, dass als Minimaldrehzahl kompletter Stillstand gewählt wird. Die Schwingungen, welche ausklingen müssen entstehen aufgrund der Massenträgheit bzw. der Trägheitskräfte der einzelnen Komponenten im Antriebs System und aufgrund des abrupten Abbremsmanövers.

Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass nach Ablauf der vorbestimmten Zeitdauer in welcher der Elektromotor in Minimaldrehzahl betrieben wird, die weitere Ansteuerung des Elektromotors von der Regelung auf Basis des in der Messeinheit gemessenen Drehmomentes vorgegeben wird. Die vorbestimmte Zeitdauer kann individuell für jeden Zyklus neu festgelegt werden. Nach Ablauf dieser vorbestimmten Zeitdauer in welcher das Sensorsignal verfälscht wird, kann auf Drehmomentenregelung umgestellt werden, um das geforderte Anzugsdrehmoment erreichen zu können.

Vorteilhaft ist auch eine Ausprägung, gemäß welcher vorgesehen sein kann, dass die redu- zierte Drehzahl zwischen 0, 1% und 100%, insbesondere zwischen 0,5% und 99%, bevorzugt zwischen 50% und 80% der Maximaldrehzahl beträgt. Von Vorteil ist hierbei, dass bei betrieb des Elektromotors in reduzierter Drehzahl ein Drehmoment, welches einem vorbestimmten Schwellenwert überschreitet, detektiert werden kann und aufgrund der reduzierten Drehzahl anschließend ausreichend Zeit verbleibt, um die Drehzahl weiter zu senken und das geforderte Drehmoment einzustellen.

Gemäß einer Weiterbildung ist es möglich, dass direkt nach der Detektion des Drehmomentenanstieges die weitere Ansteuerung des Elektromotors von der Regelung auf Basis eines Drehmomentwertes vorgegeben wird, wobei nach der Detektion des Drehmomentenanstieges der Elektromotor auf eine vorbestimmte Minimaldrehzahl abgebremst wird und in einer Anfangsperiode während des Abbremsvorganges das in der Messeinheit erfasste Drehmoment von einem auf einer Modellrechnung basierten Drehmoment überblendet wird und nach der Anfangsperiode das von der Messeinheit detektierte Drehmoment als Eingangsgröße für die Regelung dient. Diese Alternativvariante weist den Vorteil auf, dass die Verfahrenszeit weiter verkürzt und optimiert werden kann. Durch das Überblenden des erfassten Drehmomentes mit einem auf einer Mollrechnung basierten Drehmoment kann der Messfehler, welcher aufgrund des Schwingens des Systems nach dem Abbremsvorgang des Elektromotors auftritt, ausgeglichen werden.

Weiters kann vorgesehen sein, dass direkt nach der Detektion des Drehmomentenanstieges die weitere Ansteuerung des Elektromotors von der Regelung auf Basis einer Solltrajektorie des Drehmomentwertes vorgegeben wird, wobei der Drehzahl verlauf in einer Vorsteuerung aus der Solltrajektorie des Drehmomentwertes berechnet wird. Wird ein Störgrößenbeobachter verwendet, kann das tatsächlich an der Schraube wirkende Moment geschätzt werden. Durch überblenden auf dieses geschätzte Moment können Störungen ausgeblendet werden.

Ferner kann vorgesehen sein, dass in einer ersten Phase nach der Detektion des Drehmomentenanstieges der Drehmomentwert mittels einem Störgrößenbeobachter geschätzt wird und dass in einer zweiten Phase nach der Detektion des Drehmomentenanstieges das Drehmoment direkt von der Messeinheit detektiert wird und als Eingangsgröße für die Regelung dient. Durch Vorgabe des Drehmomentwertes mittels dem Störgrößenbeobachter können Schwingungen bzw. Störungen im System gefiltert werden, sodass es in der Regelung zu keinem Aufschwingen kommt. Nach dem Abklingen der Schwingungen kann anschließend das tatsächlich an der Messeinheit gemessene Drehmoment als Eingangswert für die Regelung dienen. Weiters kann vorgesehen sein, dass der Übergang zwischen verschiedenen Drehzahlen der einzelnen Verfahrensschritte derart vorgegeben wird, dass keine sprungartigen Anstiege der Beschleunigung auftreten. Durch die Vermeidung von sprungartigen Anstiegen in der Beschleunigung kann der Ruck, der auf die einzelnen Bauteile des Schraubers einwirkt vermin- dert werden und dadurch die Langlebigkeit des Schraubers erhöht werden.

Ferner kann es zweckmäßig sein, wenn in der Modellrechnung die Massenträgheit und/oder die Federsteifigkeit und/oder die Dämpfung und die Winkelbeschleunigungen der einzelnen im Antriebs sträng verbauten Bauteile berücksichtigt wird. Von Vorteil ist hierbei, dass auf Grundlage dieser Werte bzw. auf Grundlage dieser Zustandsgrößen das dynamische Verhalten des Antriebsstranges genau berechnet werden kann und dadurch eine Verfälschung des gemessenen Drehmomentes beim Abbremsen bzw. beim Beschleunigen des Elektromotors ausgeglichen werden kann. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass die Modellrechnung auf Basis der jeweils vorhergehenden Zyklen in einem iterativen Lernprozess angepasst wird, wobei zur Anpassung der Modellrechnung der Zeitliche Verlauf des Messwertes des Drehmomentes in der Messeinheit, sowie des Motormomentes und des zugehörigen Drehwinkels der Antriebswelle im Elektromotor herangezogen wird. Von Vorteil ist hierbei, dass das Antriebsverfahren während dem laufenden Betrieb angepasst und verbessert werden kann, wodurch einerseits die Genauigkeit zur Erreichung des Anzugsdrehmomentes erhöht werden kann und darüber hinaus die Prozesszeit weiter verkürzt werden kann.

Es kann außerdem vorgesehen sein, den Regelkreis um eine Vorsteuerung zur Kraft- und/oder Trägheitskompensation zu erweitern, sollte die Dynamik der unterlagerten Regler nicht ausreichen. Die Vorsteuerungen können anhand der mathematischen Modelle hergeleitet werden. Es kann ausreichend sein, dafür ein stark vereinfachtes Modell, wie ein reines Starrkörpersystem, welches nur die Trägheitsmomente und keine dynamischen Elemente berücksichtigt, heranzuziehen. Alternativ dazu kann ein dynamisches System, wie es in diesem Dokument be- schrieben ist zur mathematischen Modellbildung herangezogen werden.

Weiters kann vorgesehen sein, dass für die Modellrechnung ein Störgrößenbeobachter, insbesondere ein Kaiman-Filter eingesetzt wird, auf den im ersten Schritt auch geregelt wird und erst ab einem bestimmten Zeitpunkt auf das in der Messeinheit detektierte Drehmoment überblendet wird. Von Vorteil ist hierbei, dass ein derartiger Störgrößenbeobachter die tatsächlich anliegenden Ist-Werte mit den aus dem Modell ermittelten Ausgangsgrößen vergleichen kann und als Ausgangswert ein externes Moment an die Regelung vorgegeben werden kann, wodurch die Genauigkeit bei der Erreichung des Anzugsdrehmomentes verbessert werden kann.

Gemäß einer besonderen Ausprägung ist es möglich, dass zwischen Elektromotor und Eindrehwerkzeug ein Getriebe angeordnet ist, mittels welchem die Drehzahl bzw. das Drehmo- ment zwischen Elektromotor und Eindrehwerkzeug übersetzt wird. Von Vorteil ist hierbei, dass das Drehmoment des Elektromotors durch das Getriebe übersetzt werden kann, wobei ein nur geringes Motormoment ausreicht, um ein ausreichendes Moment auf die Schraube aufbringen zu können. In gleicher Weise wird durch das Getriebe erreicht, dass die Auflöse- genauigkeit des Motors aufgrund der Übersetzung durch das Getriebe verbessert werden kann.

Wird in diesem Dokument von einer Schraube gesprochen, so werden zusätzlich zu einer schraube sämtliche Befestigungsmittel adressiert, welche ein Gewinde aufweisen und zum Klemmen eines Bauteils durch einschrauben dienen. Dies sind beispielsweise auch Muttern, wobei auch diese eine Schulter aufweisen, welche an einem zu befestigenden Bauteil anliegen kann. Ein entsprechendes Gegengewinde für eine Schraube ist ein Gewindeloch oder eine Mutter. Bei Schrauben mit selbstschneidenden Gewinden kann das zugehörige Gegenloch ein einfaches Loch sein, welches kein Gewinde aufweist, da das Gewinde durch die Schraube direkt geschnitten wird. Ein entsprechendes Gegengewinde für eine Mutter ist eine Schraube o- der ein Gewindestift.

Die Maximaldrehzahl auf die der Elektromotor beschleunigt wird muss nicht zwangsweise der maximal möglichen Drehzahl des Elektromotors entsprechen. Vielmehr ist es auch möglich, dass die Maximaldrehzahl sich aufgrund der Prozessparameter ergibt und ein rechnerisch ermittelter Wert ist. Die vorgegebene Maximaldrehzahl kann dabei von einem Eindrehprozess zum nächsten variieren. Der Schwellwert des Drehmomentes, welcher detektiert wird, kann ein vorgegebener oder individuell vorgebbarer Absolutwert des Drehmomentes, etwa in Nm, sein.

Alternativ dazu ist es auch möglich, dass als Schwellwert nicht ein Absolutwert des Drehmo- mentes vorgegeben wird, sondern dass als Schwellwert ein vorgegebener oder individuell vorgebbarer Drehmomentenanstieg pro Drehwinkeleinheit des Motors vorgegeben wird. Dieser Schwellwert des Drehmomentenanstieges kann etwa in Nm pro °Drehwinkel definiert sein.

In wieder einer anderen Ausführungsvariante ist es denkbar, dass als Schwellwert eine maxi- male Änderung des Drehmomentenanstieges pro Drehwinkel einheit der Schraube vorgegeben wird. Diese maximale Änderung des Drehmomentenanstieges pro Drehwinkeleinheit kann beispielsweise durch die erste Ableitung der Funktion des Drehmomentenanstieges pro Drehwinkeleinheit des Motors berechnet werden. Dieser Schwellwert der Änderung des Drehmomentenanstieges kann etwa in ANm pro A°Drehwinkel definiert sein.

Als Regelung im Sinne dieses Dokumentes kann eine Zweifreiheitsgrademomentenregelung mit unterlagerter Motorregelung verstanden werden, wobei ein Regelkreis mit dieser Regelung auch zusätzliche Vorsteuerungen aufweisen kann. Weiters kann vorgesehen sein, dass auf Basis von der Lastkennlinie und einer gewünschten Solltrajektorie für das externe Moment ein Drehzahlverlauf berechnet wird. Diese Geschwindigkeit knüpft bei der reduzierten Drehzahl an und wird in den Stillstand übergeführt. Mit diesem Drehzahlprofil wird sichergestellt, dass das externe Moment der gewünschten Solltrajektorie hinreichend gut folgt. Dadurch ist es in weiterer Folge möglich die bleibende Regelab- weichung mit einem linearen Regler RM auszugleichen. Wird ein Störgrößenbeobachter verwendet so wird auf das geschätzte Signal geregelt und am Ende der Trajektorie auf das Messsignal übergeblendet. Ist der Störgrößenbeobachter nicht vorhanden, weil die Güte des Messsignals hinreichend gut ist, dann wird direkt auf das Messsignal geregelt und dadurch auch keine Überblendung durchgeführt.

Zum besseren Verständnis der Erfindung wird diese anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert. Es zeigen jeweils in stark vereinfachter, schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines möglichen Aufbaues eines Schraubers; Fig. 2 ein Ablaufdiagramm einer ersten Regelungsstrategie zum Eindrehen einer

Schraube;

Fig. 3 ein Ablaufdiagramm einer zweiten Regelungsstrategie zum Eindrehen der

Schraube;

Fig. 4 ein Strukturschaltbild des mechanischen Modells des Schraubers; Fig. 5 ein vereinfachtes Strukturschaltbild des mechanischen Modells des Schraubers; Fig. 6 ein exemplarischer Verlauf des externen Momentes;

Fig. 7 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises für die Momentenregelung; Fig. 8 eine exemplarische Regelstrecke einer Momentenregelung;

Fig. 9 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Störgrößenbeobachter und Lastvorsteuerung, Momentenvorsteuerung sowie Trägheitskompensation;

Fig. 10 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Störgrößenbeobachter und Momen- tenvorsteuerung sowie Trägheitskompensation;

Fig. 11 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Störgrößenbeobachter und Momentenvorsteuerung; Fig. 12 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Störgrößenbeobachter und Lastvorsteuerung sowie Momentenvorsteuerung; Fig. 13 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Lastvorsteuerung, Momentenvor- steuerung sowie Trägheitskompensation;

Fig. 14 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Momentenvorsteuerung sowie Trägheitskompensation;

Fig. 15 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Momentenvorsteuerung;

Fig. 16 ein Strukturschaltbild eines Regelkreises mit Lastvorsteuerung sowie Momentenvorsteuerung.

Einführend sei festgehalten, dass in den unterschiedlich beschriebenen Ausführungsformen gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen versehen werden, wobei die in der gesamten Beschreibung enthaltenen Offenbarungen sinngemäß auf gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen bzw. gleichen Bauteilbezeichnungen übertragen werden können. Auch sind die in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich usw. auf die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind diese Lageangaben bei einer Lageänderung sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.

Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Prozessschraubers 1. Der Prozessschrauber 1 umfasst einen Elektromotor 2, und ein mit dem Elektromotor 2 gekoppeltes Eindrehwerkzeug 3. Das Eindrehwerkzeug 3 kann mit einer Schraube 4 oder einer Mutter gekoppelt werden, um eine drehmomentenübertragende Verbindung zwischen dem Eindrehwerkzeug 3, und der Schraube 4 herstellen zu können. Dadurch kann die Schraube 4 automatisiert in ein entsprechendes Gegengewinde 5 eines Aufnahmeobjektes 6 eingedreht werden, um ein Bauteil 7 am Aufnahmeobjekt 6 fixieren zu können.

Das Eindrehwerkzeug 3 bzw. die Schraube 4 können verschiedenste Formen zur Kraftübertragung, wie etwa Sechskant, Innensechskant, Torx usw. aufweisen.

Weiters kann vorgesehen sein, dass der Elektromotor 2 als Servomotor ausgeführt ist. Ein derartiger Servomotor kann beispielsweise ein Synchronmotor sein. Außerdem kann vorgesehen sein, dass der Elektromotor 2 mit einer Regelung 8 verbunden ist. Weiters kann vorgesehen sein, dass ein Frequenzumrichter ausgebildet ist, welcher mit dem Elektromotor 2 zusammenwirkt und die Drehzahl des Elektromotors 2 vorgibt.

Wie aus Fig. 1 weiters ersichtlich kann vorgesehen sein, dass an den Elektromotor 2 ein Ge- triebe 9 gekoppelt ist. Mittels dem Getriebe 9 kann das Antriebsdrehmoment bzw. die Drehzahl des Elektromotors 2 übersetzt werden. Insbesondere wird es zweckmäßig sein, wenn das Getriebe 9 derart konfiguriert ist, dass am Getriebeeingang 10, welcher mit einer Antriebswelle 11 des Elektromotors 2 gekoppelt ist, eine höhere Drehzahl anliegt, als an einer Getriebeausgangswelle 12, welche sich an einem Getriebeausgang 13 des Getriebes 9 befindet.

Weiters ist vorgesehen, dass zwischen Elektromotor 2 und Eindrehwerkzeug 3 eine Messeinheit 14 angeordnet ist, welche zum Erfassen des am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmomentes ausgebildet ist. Die Messeinheit 14 ist an die Regelung 8 gekoppelt. Die Messeinheit 14 ist vorzugsweise möglichst nahe am Eindrehwerkzeug 3 angeordnet. Wenn der Prozess- schrauber 1 beispielsweise ein Getriebe 9 umfasst, so ist es zweckmäßig, dass die Messeinheit 14 auf jeden Fall zwischen Getriebe 9 und Eindrehwerkzeug 3 angeordnet ist, wobei die Messeinheit 14 natürlich möglichst nahe am Eindrehwerkzeug 3 angeordnet sein sollte. Mit anderen Worten ausgedrückt ist es vorteilhaft, wenn die Messeinheit 14 getriebeausgangsseitig 13 des Getriebes 9 angeordnet ist.

Die Getriebeausgangswelle 12 ist bezüglich Drehgeschwindigkeit und Drehmoment direkt an das Eindrehwerkzeug 3 gekoppelt, wodurch zum Eindrehen der Schraube 4 in das Gegengewinde 5 sich die Getriebeausgangswelle 12 in Zudrehrichtung 15 bewegen muss. Die Zudrehrichtung 15 ist dabei von der Gewindeorientierung der Schraube 4 abhängig. Weist die Schraube 4 beispielsweise ein Rechtsgewinde auf, so ist die Zudrehrichtung 15 auch rechtsdrehend. Wenn die Schraube 4 allerdings ein Linksgewinde aufweist, so ist die Zudrehrichtung 15 auch linksdrehend.

Weiters kann vorgesehen sein, dass zum Verbinden von Elektromotor 2 und Getriebe 9 bzw. zum Verbinden von Getriebe 9 und Messeinheit 14 bzw. zum Verbinden von Messeinheit 14 und Eindrehwerkzeug 3 eine Kupplung 16 vorgesehen ist. Die Kupplung 16 dient insbesondere zur Drehmomentenübertragung zwischen den einzelnen Bauteilen und ist daher vorzugsweise zwischen den einzelnen Bauteilen angeordnet. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Eindrehwerkzeug 3 koppelbar mit dem Antriebsstrang verbunden ist. Daher können verschiedene Eindrehwerkzeuge 3 für verschiedene Schrauben 4 am Selben Prozessschrauber 1 verwendet werden. Weiters kann vorgesehen sein, dass eine Lagerung 17 ausgebildet ist, welche zur Aufnahme der auftretenden Kräfte dient.

Anhand der Fig. 1 wird nun die allgemeine Funktionsweise des Prozessschraubers 1 erläutert. Das Eindrehwerkzeug 3 wird mit der Schraube 4 in Eingriff gebracht und die Schraube 4 anschließend in das Gegengewinde 5 eingedreht. In einem ersten Eindrehbereich wird dabei die Schraube 4 leichtgängig in das Gegengewinde 5 eingedreht. Am Ende dieses Eindrehvorganges kommt eine Schulter 18 der Schraube 4 mit dem Bauteil 7 in Kontakt, wodurch sich das Drehmoment zum Eindrehen der Schraube sprungartig erhöht. Anschließend wird das Bauteil 7 von der Schraube 4 zum Aufnahmeobjekt 6 angedrückt, wobei das Drehmoment weiter erhöht wird, bis ein vorbestimmtes Anzugsmoment erreicht ist.

Man kann davon sprechen, dass der Einschraubvorgang der Schraube 4 in zwei Stufen unterteilt ist. Die erste Stufe ist eine Schraubstufe in welcher die Schraube 4 frei in das Gegenge- winde 5 eingedreht wird und die Schulter 18 der Schraube 4 nicht am Bauteil 7 anliegt.

Die zweite Stufe ist eine Anziehstufe, in welcher die Schulter 18 der Schraube 4 am Bauteil 7 anliegt und daher ein erhöhtes Drehmoment auf die Schraube 4 aufgebracht werden muss. In der Schraubstufe kann vorgesehen sein, dass der Elektromotor 2 überlagert geschwindigkeitsgeregelt wird, bis ein externer Schwellwert überschritten wird. In der Anziehstufe kann vorgesehen sein, dass der Elektromotor 2 unterlagert momentengeregelt wird.

In der Anziehstufe kann ein vordefiniertes Anziehdrehmoment mithilfe einer kaskadierten Zwei -Freiheitsgrad-Regelung eingestellt werden. Diese kaskadierte Regelung besteht aus einer inneren Geschwindigkeitsregelung, einer überlagerten Momentenregelung und einer entsprechenden modellbasierten Vorsteuerung. Mithilfe der modellbasierten Vorsteuerung wird eine Drehzahl so vorgegeben, dass der Verlauf des tatsächlich an der Schraube 4 wirkenden externen Moments dem der vorgegebenen Solltrajektorie hinreichend genau folgen kann. Diese Zwei -Freiheitsgrade-Regelung kann außerdem um weitere modellbasierte Vorsteuerungen erweitert werden, mit denen eine Last und/oder Trägheitskompensation erreicht wird. Ist die mechanische Kopplung zwischen Antrieb und Werkzeugaufnahme hinreichend steif, so kann das an der Messeinheit 14 erfasste Drehmoment als direkte Rückführgröße für die Momentenregelung verwendet werden. Ist dies nicht der Fall, dann beinhaltet das an der Messeinheit 14 erfasste Drehmoment in Beschleunigungsphasen Trägheitskräfte zufolge der Trägheit des Eindrehwerkzeuges.

Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, werden verschiedene Ablauf- bzw. Regelungsstrategien vorgeschlagen, welche in weiterer Folge noch näher beschrieben werden.

Beispielsweise kann in einer ersten Strategie vorgesehen sein, dass nach dem Auftreten des Drehmomentanstieges aufgrund des Anschlages von der Schulter 18 am Bauteil 7 der Elektromotor auf eine minimale Geschwindigkeit abgebremst wird und diese solange konstant gehalten wird, bis sich das von der Messeinheit 14 erfasste Drehmoment wieder auf den tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmomentwert eingeschwungen hat. Von dieser minimalen Geschwindigkeit ausgehend kommt es beim erneuten Abbremsen nur zu vernachlässig- baren Abweichungen zwischen dem an der Messeinheit 14 erfassten Drehmoment und dem tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmomentwert, womit eine Regelung des Elektromotors 2 auf das Anziehdrehmoment möglich ist.

In einer zweiten Strategie kann vorgesehen sein, dass das tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegende Drehmomentwert mit einem Störgrößenbeobachter geschätzt wird und die Regelung entsprechend auf den Schätzwert erfolgt. Diesem Störgrößenbeobachter liegt ein mathematisches Modell des Prozessschraubers 1 als Simulation zugrunde. Modellunsicherheiten und äußere Störungen können mithilfe einer Ausgangsrückführung kompensiert werden. Der Störgrößenbeobachter nutzt dabei das Soll-Motor-Drehmoment, den gemessenen Motor- Drehwinkel und das an der Messeinheit 14 erfasste Drehmoment zur Rekonstruktion des tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmomentes. Diese geschätzte Lastkraft kann dann als Rückführgröße für die Momentenregelung des Elektromotors 2 verwendet werden. Die Schwierigkeit bei der Regelung besteht darin, die Prozessgeschwindigkeit hoch und die auftretenden Momente innerhalb vorgegebener Grenzen zu halten. Wird eine ideale, störungsfreie Strecke angenommen, kann ein Motor-Drehzahlverlauf gefunden werden, welcher es ermöglicht, ein gewünschtes Anzugsmoment einzustellen. Im realen Anwendungsfall ist aller- dings zusätzlich zu den auftretenden Störungen und dem Messrauschen die Anfangsposition der Schrauben 4 nur grob bekannt und diese variiert zwischen unterschiedlichen Schrauben 4 um bis zu zwei volle Umdrehungen.

Um ein definiertes Anzugsmoment zu erreichen und dabei die Prozessgeschwindigkeit mög- liehst hoch zu halten, wurden die erfindungsgemäßen Regelungsstrategien entwickelt.

Solange sich die Schraube frei dreht, ist mit keinem wesentlichen Anstieg des tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmomentes zu rechnen. Es ist daher sinnvoll, in dieser Schraubphase ein Motor-Drehzahlprofil ohne zusätzlicher Momentenregelung direkt vorzuge- ben. Erst wenn die Schulter 18 am Bauteil 7 aufliegt, kommt es zu einem rasanten Anstieg des am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmomentes und die Momentenregelung wird aktiv. In der Schraubstufe wird ein Motor-Drehzahlprofil vorgegeben, bei dem unterschiedliche Geschwindigkeitsniveaus stetig miteinander verbunden werden. Dadurch ist sichergestellt, dass die mechanischen Komponenten des Prozessschraubers 1 nicht unnötig strapaziert werden und die Anregung von Schwingungen im System gering gehalten wird.

Ziel der Regelung ist es, das tatsächlich am Eindrehwerkzeug anliegende Drehmoment so zu regeln, dass es einen definierten Wert, auch als Anzugsdrehmoment bezeichnet, erreicht. Das tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegende Drehmoment soll mithilfe der Messeinheit 14 gemessen werden und als Rückführungsgröße bei der Regelung dienen. Allerdings ist zu erwähnen, dass das in der Messeinheit 14 gemessene Drehmoment nur dann dem tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegenden Drehmoment entspricht, wenn das Eindrehwerkzeug 3 nicht gerade beschleunigt oder abgebremst wird und daher keine dynamischen Effekte auf- grund der Massenträgheit der einzelnen Bauteile auftreten. Mit anderen Worten ausgedrückt kann das tatsächlich am Eindrehwerkzeug 3 anliegende Drehmoment von der Messeinheit 14 genau gemessen werden, wenn das Eindrehwerkzeug 3 stillsteht oder sich mit einer konstanten Drehgeschwindigkeit bewegt, wobei dieser Zustand auch schon eine gewisse Zeitdauer währen muss, sodass Schwingungen bereits abgeklungen sind.

Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines schematischen Ablaufes der ersten Regelungsstrate; zum Eindrehen der Schraube 4.

An den Entscheidungspfaden steht ein Plus (+) für Bedingung ist erfüllt. Ein Minus (-) steht für Bedingung ist nicht erfüllt.

Im Verfahrensschritt 1 wird die Antriebswelle 11 des Elektromotors 2 auf Maximal drehzahl beschleunigt. Um den Elektromotor 2 auf Maximal drehzahl zu beschleunigen kann ein bestimmter zeitlicher Verlauf der Winkelgeschwindigkeit bzw. eine gewisse Beschleunigungsrampe vorgegeben sein anhand welcher der Elektromotor 2 beschleunigt wird. In der Abfrage A wird abgefragt, ob die Antriebswelle 11 des Elektromotors 2 bereits eine vorgegebene Anzahl an Spindelumdrehungen absolviert hat. Der Elektromotor 2 wird solange in Maximaldrehzahl betrieben bis in der Abfrage A ein Erreichen der vorgegebenen Anzahl an Spindelumdrehungen zu einer Erfüllung der Bedingung führt. Die Anzahl der Spindelumdrehungen welche als Trigger zum Wechsel in den Verfahrensschritt 2 dient wird so hoch wie mög- lieh gewählt, jedoch so niedrig gewählt, dass in allen aufgrund der Toleranzen denkbaren Fällen gewährleistet ist, dass die Schulter 18 der Schraube 4 nicht während diesem Verfahrensschritt am Bauteil 7 zum Anliegen kommt. Während dem Verfahrensschritt 1 kann vorgesehen sein, dass das an der Messeinheit 14 gemessene Drehmoment nicht abgefragt wird oder zumindest nicht in die Motorregelung miteinfließt.

Anschließend wird im Verfahrensschritt 2 der Elektromotor 2 mit reduzierter Drehzahl betrieben. Die reduzierte Drehzahl dient dazu, dass bei der Detektion eines Drehmomentenanstiegs in der Messeinheit 14 ausreichend Zeit bleibt, um die Motordrehzahl zu verringern bzw. um auf eine Momentenregelung umzustellen. Die Drehgeschwindigkeit in der reduzierten Dreh- zahl ist davon abhängig, wie schnell der Elektromotor 2 abgebremst werden kann und welchen Drehwinkel die Schraube 4 nach Aufsetzten der Schraube 4 am Bauteil 7 noch weiter gedreht werden kann. Wenn dieser Drehwinkel beispielsweise sehr groß ist, kann die reduzierte Drehzahl einen hohen Wert aufweisen und annähernd gleich groß wie die Maximaldrehzahl sein. Der Übergang von Maximaldrehzahl zu reduzierter Drehzahl kann ebenfalls entsprechend einem vorbestimmten zeitlichen Verlauf der Winkelgeschwindigkeit erfolgen. Während des Betreibens des Elektromotors 2 in reduzierter Drehzahl wird die Messeinheit 14 aktiviert, um erfassen zu können, wenn die Schulter 18 der Schraube 4 am Bauteil 7 zum Anliegen kommt, wodurch es zu einem sprungartigen Anstieg des in der Messeinheit 14 detektierten Drehmo- mentes kommt. In der Abfrage B wird ermittelt, ob das in der Messeinheit 14 detektierte Drehmoment bzw. dessen Gradient oder Gradientenverlauf einen gewissen vordefinierten Schwellenwert erreicht hat und bei Erreichen des Schwellenwertes wird der Verfahrensschritt 3 eingeleitet. Im Verfahrensschritt 3 wird der Elektromotor 2 in einer minimalen Drehzahl betrieben. Die minimale Drehzahl kann von Prozess zu Prozess unterschiedlich sein und wird aufgrund der aktuellen Prozessparameter vorgegeben. In Extremfällen kann es sogar notwendig sein, dass die minimale Drehzahl gleich Null oder annähern Null ist. Das Abbremsen von reduzierter Drehzahl in minimale Drehzahl sollte im Rahmen der Festigkeitswerte des Prozessschraubers 1 möglichst zügig bzw. abrupt von statten gehen. Im Verfahrensschritt 3 wird der Elektromotor 2 so lange in Minimaldrehzahl betrieben, bis die aufgrund des abrupten Abbremsmanövers auftretenden Schwingungen im Antriebs sträng ausgeklungen sind. Hierzu wird in Abfrage C eine vorberechnete Zeitdauer zum Abklingen der Schwingungen abgefragt. In einer Alternativvariante kann auch vorgesehen sein, dass die nötige Zeitdauer zum Abklingen der Schwingungen nicht aufgrund eines Modells berechnet wird, sondern dass diese in einem iterativen Verfahren angepasst wird oder dass das Abklingen der Schwingungen durch Erfassen des Motordrehmomentes im Elektromotor 2 im Vergleich mit dem gemessenen Drehmoment in der Messeinheit 14 festgestellt wird.

Wenn die Wartezeit erreicht wird, so wird anschließend im Verfahrensschritt 4 die Momentenregelung aktiviert und die Schraube 4 unter Beobachtung des in der Messeinheit 14 gemessenen Drehmomentes weiter angezogen. Entsprechend der Abfrage D wird die Schraube so weit angezogen, bis ein vorgegebenes Anzugsdrehmoment erreicht ist. Nach Erreichen dieses Anzugsdrehmomentes wird entsprechend dem Verfahrensschritt 5 der aktuelle Schraub Vorgang beendet.

Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines schematischen Ablaufes einer zweiten Regelungsstrategie zum Eindrehen der Schraube 4, wobei die Verfahrensschritte 1 bis Inclusive der Abfrage B gleich wie bereits in Fig. 2 beschrieben sind. Der kürze halber wird in der Beschreibung zur Fig. 3 daher mit Verfahrensschritt 3 begonnen, welcher sich vom Verfahrensschritt 3 der Fig. 2 unterscheidet.

Im Verfahrensschritt 3 wird eine Trajketorienfolgeregelung mittels Zwei-Freiheitsgrad-Regler aktiviert und die Drehzahl des Elektromotors 2 durch diesen vorgegeben. Die Solltrajektorie wird bei der Regelung mit dem Ausgang des Störgrößenbeobachters verglichen. Das virtuell vorgegebene Drehmoment, auch Solltrajektorie genannt, wird auf Basis eines Modells der Schraube 4 berechnet. In der Modellbetrachtung ist hierbei jedem Drehwinkel der Schraube ein anliegendes Drehmoment zugeordnet. In Abfrage C wird Abgefragt, ob ein Ende der Zeitdauer in welcher die Solltrajektorie herangezogen werden soll erreicht ist. Ist dies der Fall, so wird anschließend im Verfahrensschritt 4 das in der Messeinheit 14 gemessene Drehmoment als Rückführgröße für die Regelung verwendet und die Schraube 4 auf das Anzugsdrehmoment angezogen.

In der Fig. 4 ist ein mechanisches Modell des Schraubers 4 mit dem Getriebe 9 dargestellt, welches als Basis für die mathematische Modellierung des Schraubers 4 dient.

Für die Modellierung werden die Trägheitsmomente gemäß den Datenblättern der Komponenten erfasst und die Übergänge zwischen den einzelnen Komponenten als Feder-Dämpfer- Kombinationen berücksichtigt. Die Werte für die Federkonstanten folgen ebenfalls aus den Datenblättern der verwendeten Komponenten, während die Dämpfungskonstanten empirisch ermittelt werden. Die Eingangsgröße des Modells bildet das Motormoment Mm, welchem die Reibungsmomente M rm des Antriebs entgegenwirken. Das Getriebe wird als verlustlos angenommen und als lineares Feder-Masse-Dämpfer-Element modelliert. Das Trägheitsmoment des Getriebes 0 g wird gemeinsam mit der Motorträgheit 0 m auf der Antriebsseite berücksichtigt. Das antriebsseitige Motormoment M m wirkt über die das Getriebe 9 um den Getriebefaktor ig verstärkt, während die Motorwinkelposition (p m abtriebsseitig um den Faktor l/i g reduziert ist. Die Nachgiebigkeit des Getriebes 9 wird anhand einer linearen Feder mit der Feder- konstante c g und eines linearen Dämpfers mit dem Dämpferkonstanten d g modelliert. Der

Winkel bzw. das Moment zwischen dem Getriebe 9 und der ersten Kupplung 16 werden mit (p g bzw. M g bezeichnet. Die Trägheitsmomente 0k der Kupplungen 16 werden an- und ab- triebsseitig je zur Hälfte berücksichtigt und sind über ein lineares Element mit der Federkonstante Ck und der Dämpferkonstanten dk miteinander gekoppelt. An der ersten Kupplung 16 wirkt das abtriebsseitige Getriebemoment M g . Das Moment an der Kupplungs- Abtriebsseite wird mit Mk bezeichnet und der zugehörige Drehwinkel mit (pk. Analog zu den Kupplungen wird die Messeinheit 14 mit dem Trägheitsmoment 0 s i der Antriebsseite und 0 S 2 der Abtriebsseite sowie dem Feder-Dämpfer-Element mit der Federkonstanten c s und der Dämpferkonstanten d s in den Antriebsstrang eingebunden. Die neue Winkelposition und das virtuelle Moment werden mit (p s und M s bezeichnet und liegen an der Antriebsseite der zweiten Kupplung 16 an. Diese Kupplung 16 verbindet den Drehmomentensensor mit der Welle, auf welche das Schraubwerkzeug angebracht ist. Die Welle weist das Trägheitsmoment 0 W auf und der Drehwinkel (p w und das Moment M w sind die Größen, die direkt an der Schraube 4 anliegen. Diesem Moment wirken die durch die Lagerung der Welle verursachten Reibungsver- luste Mrw und das externe Moment der Schraube 4 Mext entgegen. Das Trägheitsmoment der Schraube 4 ist aufgrund der geringen Abmessungen gegenüber der Welle samt Werkzeug vernachlässigbar.

Fig. 5 zeigt ein vereinfachtes Modell, wobei für die vereinfachte Struktur angenommen wird, dass die Federkonstanten des Getriebes, der Kupplungen und des Sensors als Reihenschaltung

i

aufgefasst und somit in die Ersatzfederkonstante c s = -— 5— r übergeführt werden können.

cg c k c s

Der Sensor weist mit c s die geringste Steifigkeit in dieser Serienschaltung auf und bestimmt dadurch die Größe der Ersatzfederkonstante maßgeblich. Die Ersatzreibung d s ,r wird empirisch ermittelt. Alle Trägheitsmomente der Sensorantriebsseite werden unter Berücksichti- gung der Übersetzung auf die Antriebsseite des Getriebes transformiert und im Trägheitsmo-

Θ + θ

ment θ χ = ö m + 6L H—— 2 ^ zusammengefasst. Das Trägheitsmoment der Sensorabtriebsseite

l9 ist durch θ 2 = ö s2 + 6 k + ö w bestimmt. Wie beim detaillierten Modell werden das Motormoment sowie das externe Moment mit M m und Mext bezeichnet. Die Momente Mrm,r und Mrw,r geben die aus den Reibungsverlusten des Antriebs und durch die Lagerung resultierenden Momente an.

Fig. 6 zeigt einen exemplarischen Verlauf des externen Momentes über den Verlauf des Wellenwinkels (p w . Der exemplarische Verlauf des externen Momentes kann durch einen Versuch ermittelt werden. Dieser exemplarische Verlauf wird auch als Lastmodell bezeichnet. Um ein breites Feld an Schraubanwendungen zu ermöglichen und die Einfachheit der Modellanpassung zu gewährleisten, wird das Lastmodell der spezifischen Anwendungsfälle empirisch ermittelt. Ziel ist es, eine Kennlinie messtechnisch zu erfassen, die den Zusammenhang zwischen dem externen Moment Mext und dem Einschraub winkel (pw angibt. Dazu wird eine Schraube 4 mit konstanter Drehzahl, entsprechend dem Anwendungsfall, so weit einge- schraubt, bis ein maximales Grenzmoment am Elektromotor 2 erreicht wird. Aufgrund der konstanten Drehzahl stimmt das Messsignal an der Messeinheit 14 mit dem extern wirkenden Moment überein. Die Winkelposition der Welle kann messtechnisch nicht erfasst werden. Deshalb wird aus dem Schrauber-Modell die Übertragungsfunktion vom Motorwinkel (pm auf den Wellenwinkel (pw berechnet und im Frequenzbereich analysiert. Es hat sich gezeigt, dass die Übertragungsfunktion im relevanten Frequenzbereich im Wesentlichen nur durch den Getriebefaktor ig bestimmt wird und somit die Annahme (pm = i g *(pw getroffen werden kann. Unter diesen Gegebenheiten kann der Zusammenhang zwischen dem externen Moment Mext und dem Wellenwinkel (pw erfasst werden. Eine so ermittelte Kennlinie ist in Fig. 6 exemplarisch dargestellt. Der Verlauf der Kennlinie entspricht dem einer nichtlinearen Feder Mext = k((p w )* (pw mit der winkelabhängigen Steifigkeit k((p w ).

Für den Entwurf der in den Figuren 2 und 3 beschriebenen Schraub Strategien wird der Schraubvorgang in eine Schraubstufe und eine Anziehstufe unterteilt. Die Anziehstufe beginnt beim Überschreiten eines bestimmten Schwellwerts. Bezeichnet ttrigger den Zeitpunkt für den dieses Überschreiten gilt, dann wird mit ttrans = t - ttngger eine Zeittransformation definiert. In der Anziehstufe ist der Momentenanstieg wie aus Fig. 6 ersichtlich in erster Näherung konstant. Fig. 7 zeigt ein Strukturschaltbild eines möglichen Momentenreglers RM zur Momentenregelung. Der Momentenregler RM wird aktiv, sobald die Schulter 18 der Schraube 4 am Bauteil 7 aufliegt und die Anziehstufe beginnt. Aufgrund der Annahme eines idealen Motor-Momentenregelkreises kann das Ersatzmodell der Regelstrecke für den überlagerten Momentenregler vereinfacht werden.

Dieses Ersatzmodell setzt sich aus dem Motor-Drehzahlregler und dem Modell des Prozess- schraubers 1 zusammen und ist in Fig. 8 im Detail dargestellt. Das Schrauber-Modell wird dabei in zwei separate Übertragungsfunktionen aufgeteilt. Die Übertragungsfunktion Ga>m(s) mit M m als Eingang und com als Ausgang bildet die Ausgangsrückführung für den Motor-Drehzahlregler R»(s), während die Übertragungsfunktion GM s (S) vom Eingang M m zum Ausgang M s die Messeinheit 14 abbildet. Die Übertragungsfunktion der gesamten Regelstrecke 6wm,M S ( 5 ) vom Eingang zum Ausgang M s setzt sich somit aus dem geschlossenen Motor-

Drehzahlregelkreis T M (s) = rr und der Sensorübertragungsfunktion GM s (S) ZU-

R (s)

sammen und lässt sich zu G M * M (s) = - - — G Ms (s) bestimmen.

m' s l+R i olsJG i omCs)

In den Figuren 9 bis 15 sind verschiedene Strukturschaltbilder von möglichen Regelkreisen zur Momentenregelung gezeigt, wobei alle Figuren auf der Figur 7 aufbauen. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden wird auf die Figur 7 bzw. die jeweils vorangegangenen Figu- ren Bezug genommen.

In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 9 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler RM nicht das Sensorsignal Ms, wie dies in Fig. 7 der Fall ist, sondern wird als Eingangsgröße für den Momentenregler RM von einem Störgrößenbeobachter 19 ein geschätztes Moment M ext bereitgestellt. Weiters sind eine Momentenvorsteuerung VM, eine Lastvorsteuerung Vext und eine Trägheitskompensation V» vorgesehen.

In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 10 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler Rvi ein vom Störgrößenbeobachter 19 geschätztes Moment M ext . Weiters sind eine Momen- tenvorsteuerung VM und eine Trägheitskompensation V» vorgesehen. In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 11 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler Rjvi ein vom Störgrößenbeobachter 19 geschätztes Moment M ext . Weiters ist eine Momenten- vorsteuerung VM vorgesehen. In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 12 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler Rvi ein vom Störgrößenbeobachter 19 geschätztes Moment M ext . Weiters sind eine Momen- tenvorsteuerung VM und eine Lastvorsteuerung Vext vorgesehen.

In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 13 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler RM das Sensorsignal Ms. Weiters sind eine Momentenvorsteuerung VM, eine Lastvorsteuerung Vext und eine Trägheitskompensation V» vorgesehen.

In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 14 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler RM das Sensorsignal Ms. Weiters sind eine Momentenvorsteuerung VM und eine Trägheits- kompensation V» vorgesehen.

In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 15 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler RM das Sensorsignal Ms. Weiters ist eine Momentenvorsteuerung VM vorgesehen. In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 16 dient als Eingangsgröße für den Momentenregler RM das Sensorsignal Ms. Weiters sind eine Momentenvorsteuerung VM und eine Lastvorsteuerung Vext vorgesehen.

Die Ausführungsbeispiele zeigen mögliche Ausführungsvarianten, wobei an dieser Stelle be- merkt sei, dass die Erfindung nicht auf die speziell dargestellten Ausführungsvarianten derselben eingeschränkt ist, sondern vielmehr auch diverse Kombinationen der einzelnen Ausführungsvarianten untereinander möglich sind und diese Variationsmöglichkeit aufgrund der Lehre zum technischen Handeln durch gegenständliche Erfindung im Können des auf diesem technischen Gebiet tätigen Fachmannes liegt.

Der Schutzbereich ist durch die Ansprüche bestimmt. Die Beschreibung und die Zeichnungen sind jedoch zur Auslegung der Ansprüche heranzuziehen. Einzelmerkmale oder Merkmals- kombinationen aus den gezeigten und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen können für sich eigenständige erfinderische Lösungen darstellen. Die den eigenständigen erfinderischen Lösungen zugrundeliegende Aufgabe kann der Beschreibung entnommen werden.

Sämtliche Angaben zu Wertebereichen in gegenständlicher Beschreibung sind so zu verstehen, dass diese beliebige und alle Teilbereiche daraus mitumfassen, z.B. ist die Angabe 1 bis 10 so zu verstehen, dass sämtliche Teilbereiche, ausgehend von der unteren Grenze 1 und der oberen Grenze 10 mit umfasst sind, d.h. sämtliche Teilbereiche beginnen mit einer unteren Grenze von 1 oder größer und enden bei einer oberen Grenze von 10 oder weniger, z.B. 1 bis 1,7, oder 3,2 bis 8, 1, oder 5,5 bis 10.

Der Ordnung halber sei abschließend darauf hingewiesen, dass zum besseren Verständnis des Aufbaus Elemente teilweise unmaßstäblich und/oder vergrößert und/oder verkleinert darge- stellt wurden.

Bezugszeichenaufstellung

Proze ss schraub er

Elektromotor

Eindrehwerkzeug

Schraube

Gegengewinde

Aufnahmeobj ekt

Bauteil

Regelung

Getriebe

Getriebeeingang

Antriebswelle

Getri eb eausgangswel 1 e

Getriebeausgang

Messeinheit

Zudrehrichtung

Kupplung

Lagerung

Schulter

Störgrößenb eob achter